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- sie und ihre Schwester Magdalena Antonetta Wilhelmina Walzdorf wurden erzogen bei Treviran und Onkel Philipp Lorenz Biermann
"Mein Vater Johann Heinrich, Hofapotheker und Medizinalrat in Heidelberg, war im Jahre 1797 seit 10 Jahren unheilbar erblindet, und seine Inklinationsgattin Christine Walzdorf, beide evangelisch, hatten von 12 Kindern noch 4 am Leben. Die wackere Mutter führte das Geschäft ganz vortrefflich, nach Anleitung ihres Mannes.
Kurfürst KARL THEODOR (1724-1799), gleichzeitig Herr der Bergischen Lande, hatte meinen Vater nach Heidelberg gewählt und ihm die neue, große und schöne, wohlgelegene Apotheke als Familienlehen übertragen.
Sein Freund GEHEIMRAT MAI ***(Franz Anton 1742 - 1814; war ein deutscher Arzt, Medizinalrat, Professor der Arzneiwissenschaft, Medizin und Geburtshilfe, sowie Rektor der Universität Heidelberg, Sozialreformer und Pionier der Arbeitsmedizin), Leibarzt der Frau Kurfürstin Marie Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach, auch bekannt als Elisabeth Augusta (* 17. Januar 1721 in Mannheim; † 17. August 1794 in Weinheim) wird wohl nicht wenig beigetragen haben mag.
Außer diesem katholischen Freund hatte mein Vater noch einen evangelischen Spezialfreund JOHANN GEORG HETTENBACH, Sohn des Weißgerbers JOHANN ENGELHARD HETTE(N)BACH) und der MARIA KELLER aus dem Siebenmühlental bei Handschuhsheim (Änderung nach Recherche) zu Handschuhsheim. Diese Beiden hatten sich gelobt, ihre Kinder miteinander zu verehelichen, so daß der älteste HENKING die älteste HETTENBACH, der jüngste die jüngste Tochter heimführe, was auch seinerzeit geschehen, aber leider nicht ganz gut ausgefallen ist. Ehen werden im Himmel geschlossen, der Eltern Wunsch schießt oft übers Ziel.
Mein blinder Vater hatte an seiner treuen CHRISTINE die einzige Stütze, die ihn, den an Arbeit gewohnten Mann, vor Verzweiflung bewahrte. Sie war untrennbar bei ihm, sein Auge in der Nacht, die Vermittlerin aller seiner Gedanken.
In dieser Stellung der Pflicht und Liebe finden wir die Mutter im Sommer 1797 im Nebenstübchen der Apotheke, umgeben von ihren Freundinnen und vorsorglichen Ratgeberinnen; doch sollte diesmal ihr Rat das Todesurteil für Vater und Mutter, die Ursache der Verlassenheit von 5 Waisen werden. Das einstimmige Drängen der Frauen war ( unterstützt durch den Wunsch des Vaters, seine Frau nach der Niederkunft bald wieder an seiner Seite zu finden): "Die Frau Medizinalrätin möge, nachdem sie schon 12 Kinder selbst gestillt, das 13. durch eine Amme stillen lassen." Der wohlgemeinte Rat versah es in 2 Punkten; er unterschätzte die Gesundheitsfülle der Mutter und überschätzte die Gesundheit der Amme. Am 09.11.1797 genas die herrliche Frau eines gesunden Knäbleins, zu dessen Taufe die ältesten Brüder KARL und FERDINAND Pate stehen mußten, während der Vater ihm seinen Namen: HEINRICH, als Rufname beilegte. Die Freude des Blinden soll sehr groß gewesen sein, er begrüßte und segnete sein Kind mit Küssen und zärtlichen Betastungen. Die Mutter aber strotzte vor Nahrungsstoff und dessen ungeachtet mußte der gefasste Beschluß vollzogen werden. Kein sachverständiges Einreden widersetzte sich dem flagranten Unsinn. Die arme Mutter litt unaussprechlich an Verhärtungen, gegen welche die Männer der Fakultät kein Mittel wußten. Die stets operationslustigen Herren machten ihre Einschnitte, und - die beste aller Mütter und Frauen starb unter fürchterlichen Schmerzen. Nun jammerten die Ratsfrauen. Vergebens! Der blinde Vater erriet die Todeskunde an den dumpfen Tönen, welche von dem enttragenen Sarge ausgingen. Er schloß ab mit dem Leben, aß nichts mehr und nach wenigen Tagen trug man ihn hinaus nach St. Peter an die Seite seiner Toten.
Das tragische Ende dieses Elternpaaares brachte 5 Waisen unter Vormundschaft. Da diese Familie eingewandert war, lebte außer einer alten Tante DELPH und 2 Basen HARSCHER zu Heidelberg keine Verwandten. Wer ersetzte die Mutter ?! Meine Paten bedurften selbst noch der der Erziehung. KARL, der Älteste, war in der Handelsschule zu Mannheim zeitgemäß wohl aufgehoben; FERDINAND wurde zu TROMMSDORF gegeben, damit er sich für das Apothekergeschäft ausbilde, LOUIS besuchte die Schulen und war zu seinem Unglück sich selbst frei überlassen; Schwester LISETTE, 6 Jahre älter als ich, wurde gleich mir jener Tante übergeben, die als Hermaphrodit die Anliegen ihrer Mündel zu begreifen nicht geeignet war.
aus ´Lebensbilder von Carl Heinrich Ferdinand Henking`
Sie hat mit 16 Jahren geheiratet.
Sie stirbt, weil sie ihr 13. Kind nicht mehr stillen durfte und starken Milcheinschuss hatte.
Ihr Mann, der schon seit 10 Jahren blind ist, stirbt kurz darauf auch.
Von 13 Kindern leben zu diesem Zeitpunkt 5.
Cynthia Pierce 01. Oct. 2013:
born 27 May 1764
'Geschichte der Heidelberger Apotheken' geb. 06. Feb.1760
Inhaberin der Hofapotheke Heidelberg
Der Lehrbrief wurde in Heidelberg von Ihrem Groß-Groß-Onkel am 09.09.1693 Johann Bernhard Hofstatt (1646 - 1708) ausgestellt für Christian Burkhard Heyles (1652-1721) und unterzeichnet von Jacob Israel (1621-1674)
Die Heidelberger Hof-Apotheke war im 17. Jahrhundert ein kurpfälzisches Lehen und wurde seit 1662 von Conrad Daniel Nebel (1632-1672) geführt. Als dieser starb war sein Sohn und Lehensnachfolger Daniel Nebel (1664-1733) - später Mediziner und kurfürstlicher Leibarzt - noch unmündig. Der Düsseldorfer Apotheker Johann Bernhard Hoffstatt pachtete die Hof-Apotheke und leitete sie als "Chur Pfaltz Hoff Apotecker in Churfürstlicher Haupt und Residentz Statt Heydelberg" bis zur Zerstörung der Stadt im Jahre 1693. Dieser Lehrbrief aus dem Jahr 1673 bescheinigt dem Empfänger Christan Burkhard Heyles aus Bacharach, eine vierjährige Lehrzeit in der Hof-Apotheke absolviert zu haben. Begonnen hatte er die Lehre bei Hofapotheker Nebel. Das Zeugnis wurde beglaubigt durch die Unterschriften von Jacob Israel, Rektor der Universität Heidelberg, Friedrich Christian Winkler und Hoffstatt selbst. Der Heidelberger Lehrbrief besticht durch seinen künstlerischen Gesamteindruck, der neben der Auszeichnungsschrift der Urkunde eine besondere Gewichtigkeit verleiht.
***Franz Anton Mai... Als Leibarzt der Kurfürstin Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach (* 17. Januar 1721 in Mannheim; † 17. August 1794 in Weinheim),, Gemahlin des aufklärerischen Kurfürsten Karl Theodor (Pfalz und Bayern) (* 10. Dezember 1724 auf Schloss Drogenbos bei Brüssel[1]; † 16. Februar 1799 in der Münchner Residenz) , blieb Mai zunächst jedoch in Mannheim wohnen. Sein jüngerer Bruder war der spätere Apotheker in Ladenburg und Professor für Pharmazie und Experimentalchemie in Heidelberg Johannes Wilhelm Mai****.
****Johannes Wilhelm Mai (* 13. August 1759 in Heidelberg; † 5. April 1827 ebenda) war ein deutscher Apotheker.
Johannes Wilhelm Mai kam als Sohn des aus Italien stammenden, kurfürstlichen Schornsteinfegers Maggio und als jüngerer Bruder des Arztes Franz Anton Mai zur Welt. Um 1783 arbeitete er in Paris als Pharmazeut. Über Kindheit und Ausbildung Mais ist wenig bekannt.
1788 erhielt er in Mannheim seine Approbation als Apotheker. Anschließend übernahm er eine Apotheke in Ladenburg. Später war er als Kammerdiener der ersten Frau, Marie Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach, auch bekannt als Elisabeth Augusta (* 17. Januar 1721 in Mannheim; † 17. August 1794 in Weinheim), des Kurfürsten Carl-Theodor tätig. Danach studierte er ab 1794 am „Jardin royal“ in Paris Chemie. Ein Jahr später kehrte er nach Heidelberg zurück und eröffnete eine Apotheke. Auf das Betreiben seines Bruders und Professors für Medizin Franz Anton Mai hin, wurde er außerordentlicher Professor für Pharmazie und Experimentalchemie an der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Nach dem Tod von Georg Adolph Suckow im Jahr 1813 bat Mai um eine Berufung auf dessen Lehrstuhl. Der Senat der Universität Heidelberg konnte sich jedoch nicht dazu entschließen, weil Mai die notwendigen Lateinkenntnisse fehlten und er kein gelehrtes Werk geschrieben habe.[1]
1797 errichtete Mai eine Badeanstalt, in der verschiedene Heilbäder angeboten wurden.
1800 bekam er das Privileg für die Universitäts-Apotheke in Heidelberg erteilt, die er daraufhin errichtete. Im Laboratorium dieser Apotheke hielt Mai experimental-chemische Vorträge für Mediziner und Pharmazeuten.
1822 trat Mai in den Ruhestand. Er war zuvor auch einige Zeit als Universitäts-Chemiker tätig.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 269 Amtsgericht Heidelberg (mit Vorprovenienzen) Nr. 781 1777-1820
Verlassenschaft des Hencking, Johann Heinrich, Hofapotheker und Medizinal Assessor in Heidelberg, und dessen Ehefrau Hencking, Christina Louisa geb. Walsdorf, und Vormundschaftsrechnungen der Hecking'sche Kinder:
Hencking, Carl, 23 Jahre alt; Hencking,
Ferdinand, 21 Jahre alt; Hencking, Ludwig, 16 Jahre alt;
Maria Elisabetha (Lisette) Johanna, geb. 21.12.1791 in Heidelberg; Hencking,
Heinrich, 5 Jahre alt, vertreten durch den Vormund Hencking,
Ferdinand, Hofapotheker (Bruder des Verstorbenen und Vormund der Ehefrau Hencking, Katharina geb. Schere)
Generallandesarchiv Karlsruhe 204 1522 K 1 Dokument
Heidelberg, Stadt / (1217, 1218, 1368, 1401ff) 1412-1871
Medizinalwesen
Apotheken
1679
Enthält: Genealogie der Leheninhaber ab 1403 bis Professor Daniel Nebel 1679 mit kolorierter Wappenzeichnung des Conrad Daniel Nebel und Bestätigung und Lacksiegel des Heidelberger Stadtschreibers Johann Simon Zweifel
Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicedomischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1541-1686
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-5411785
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