Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne Ihre Browser-Einstellungen zu ändern, erklären Sie sich mit der Nutzung von Cookies einverstanden.
Leben
Benoni Friedländer wuchs in einem reichen jüdischen Elternhause als Sohn von David Friedländer und seiner Frau Margarete (Blümchen) Itzig, Tochter des Hoffaktors und Bankiers Daniel Itzig, auf.
Friedländer war in frühen Jahren beruflich aktiv. Vermutlich um 1818 schied er aus dem Geschäftsleben aus und widmete sich ausschließlich der Familie und seiner bedeutenden Münz- und Autographensammlung. Im gleichen Jahr wurden seine Kinder evangelisch getauft. Aus Respekt vor dem Glauben des Vaters und trotz der eigenen Überzeugung, Christ zu werden, wartete er selbst damit bis nach dem Tod seiner Eltern. Aber kaum zwei Monate nach dem Tode seines Vaters am 25. Dezember 1834 ließem sich Benoni und seine Frau Rebecca am 23. Februar 1835 taufen. Seither nannte er sich Johann Gottlieb Julius Benoni Friedländer.
Mit seinem Tod 1858 verfügte der national eingestellte Friedländer testamentarisch, dass seine Sammlung den Königlichen Museen auch zu unvorteilhaften Bedingungen zu überlassen. Die Münzsammlung, in der sein jüngster Sohn Julius seit 1840 unbesoldet und ab 1858 besoldet beschäftigt war und die er ab 1868 als nun selbstständiges Berliner Münzkabinett im Rahmen der Königlichen Museen leitete, wurde dann auch für 16.000 Taler deutlich unter Wert verkauft. Die Sammlung bestand aus 6.013 antiken sowie 11.803 mittelalterlichen und neuzeitlichen Münzen und Medaillen. Außerdem gehören dazu Not-, Feld- und Belagerungsmünzen, „vor allem die unvergleichliche Anzahl schönster italienischer Medaillen aus der Blütezeit der Renaissance, welche einst Napoleons Schwester, die Prinzessin Elisa Bonaparte Bacciocchi, als Fürstin von Lucca gesammelt hatte.“[1] „Sie enthält nur gute Exemplare […] und es zeigt sich hier, was Sachkenntniss und Eifer auch mit geringen Mitteln im Laufe eines langen Lebens erreichen können, das freilich in eine Epoche fällt, in welcher Alterthümer und Kunstwerke durch die großen politischen Umwälzungen entwerthet waren und sich leichter von ihren Besitzern lösten“, schreibt Julius Friedländer 1873.[2]
Diese Schenkung ist die größte Erwerbung in der Geschichte des Kabinetts, welches damit die größte Sammlung italienischer Münzen diesseits der Alpen darstellt.
Daneben besaß Friedländer eine erlesene Autographensammlung, so zum Beispiel die Ode an Preußen, eine Sammlung von Briefen Kants an Moses Mendelssohn sowie das sogenannte Fischhof-Manuskript, eine Beethoven-Biographik. Diese Sammlung erbte sein Sohn Julius, 1876 ging sie an Carl Robert Lessing über.