Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne Ihre Browser-Einstellungen zu ändern, erklären Sie sich mit der Nutzung von Cookies einverstanden.
Leben
Die jüngste Tochter von fünf Kindern des Komponisten Giacomo Meyerbeer (1791–1864) und seiner Frau Minna, geb. Mosson (1804–1886), wuchs in Berlin auf. Cornelie Meyerbeer ließ sich als 16-Jährige in der Berliner Nikolaikirche taufen und kurz danach konfirmieren. Sie heiratete 1866 den 19 Jahre älteren Maler Gustav Richter. Seither spielte sie in den Jahrzehnten bis zum Ersten Weltkrieg eine immer wichtigere gesellschaftliche Rolle im Berlin der Gründerzeit und der Belle Époque.
Ab etwa 1890 führte sie, bereits früh verwitwet, einen regelrechten Salon, in dem vor allem Künstler und Kunstfreunde verkehrten, aber auch zahlreiche Literaten der aufkommenden Moderne, unter ihnen Hugo von Hofmannsthal. „Innig befreundet“[1] mit der gleichaltrigen Marie von Schleinitz, stand sie mit Axel von Varnbüler und Harry Graf Kessler in engem Kontakt.
Cornelie Richter starb 1922 in ihrem Haus in der Hohenzollernstraße 9 (heute Nr. 8a) in Wannsee[2]. Das Haus wurde in den 70er Jahren abgerissen.[3]
Urteil
Marie von Bunsen urteilte über Cornelie Richter in ihren Mémoiren:
„Mehr als alle anderen Damen jüdischer Herkunft, die sich eine gesellschaftliche Stellung bei uns erwarben, hat man sie ins Herz geschlossen. Man hat sie geliebt. Sie war sanft, warmherzig und weiblich, sie sprach nicht viel, war nicht bedeutend, doch hatte sie instinktmäßiges Verständnis für Menschen.“[4]
Bekannte Habitués
Gustav und Cornelie Richter im Salon des Malers. Um 1880
Franz von Arenberg
George Bancroft
Reinhold Begas
Wilhelm von Bode
Bernhard von Bülow
Daniela von Bülow
Hans von Bülow
Marie von Bunsen
Ernst Dohm
Eleonora Duse
Philipp zu Eulenburg
Elisabeth Förster-Nietzsche
Heinrich Grünfeld
Ferdinand von Harrach
Anna von Helmholtz
Hermann von Helmholtz
Albert Hertel
Ferdinand Hiller
Hugo von Hofmannsthal
Alexander von Hoyos
Ernst von Ihne
Joseph Joachim
Alexander Carathéodory Pascha
Harry Graf Kessler
Hermann von Keyserling
Theodor Kirchner
Ludwig Knaus
Botho von dem Knesebeck
Friedrich Kraus
Lilli Lehmann
Ernst von Leyden
Karl Max von Lichnowsky
Wilhelm Lübke
Adolph Menzel
Paul Friedrich Meyerheim
Ottmar von Mohl
Kuno von Moltke
Helene von Nostitz-Wallwitz
Hedwig von Olfers
Marie von Olfers
Maximiliane von Oriola
Waldemar von Oriola
Ludwig Passini
Joseph Maria von Radowitz
Marie von Radziwiłł
Walther Rathenau
Max Reinhardt
Walter Robert-tornow
Anton Rubinstein
Marie von Schleinitz
Götz von Seckendorff
Hildegard von Spitzemberg
Adolf Stahr
Bayard Taylor
Hugo von Tschudi
Axel von Varnbüler
Henry van de Velde
Cosima Wagner
Familie
Cornelie Meyerbeer und Gustav Richter heirateten 1866 und hatten vier Söhne:
Gustav Giacomo Richter (1869–1943; Maler)
Raoul Michael Richter (1871–1912; Philosoph)
Reinhold Richter (1872–1947)
Hans Richter (1876–1955; Jurist)
Quellen
Marie von Bunsen: Zeitgenossen, die ich erlebte. Leipzig 1932.
Literatur
Sven Kuhrau (Hrsg.): Juden, Bürger, Berliner. Das Gedächtnis der Familie Beer – Meyerbeer – Richter. Berlin 2004 (Ausstellungskatalog).
Petra Wilhelmy: Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 1989.
Hans Moeller (Hrsg.): „Ich weiß auch, daß Sie Vielen gehören.“ Briefe an Cornelie Richter, geb. Meyerbeer 1884–1922. Hentrich & Hentrich, Berlin 2015. ISBN 978-3-95565-082-7