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Ihr kompositorisches Werk, von dem bisher nur ein kleiner Teil veröffentlicht ist, umfasst über 460 Werke und wurde – mit wenigen Ausnahmen – 1964 aus Familienbesitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz überreicht. Eine musikalische Karriere und Veröffentlichungen zu Lebzeiten waren ihr von der Familie weitgehend untersagt worden.
Dennoch entfaltete sie ein vielfältiges musikalisches Schaffen: In ihren Sonntagsmusiken in Berlin schuf sie einen halböffentlichen Raum, in dem ihre eigenen Werke erklangen, in dem sie auch solistisch auftrat oder größere Werke dirigierte. Ihre lebenslange und früh einsetzende kompositorische Tätigkeit brachte eine Fülle an Liedern, Klavierstücken, kammermusikalischen Werken, geistlichen Kantaten sowie weitere Werke mit Orchester hervor. Viele ihrer Kompositionen entstanden im Austausch mit ihrem Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy.
Fanny Hensels kompositorisches Œuvre wird erst seit den 1980er Jahren erforscht; ihr 150. Todestag 1997 sowie ihr 200. Geburtstag 2005 waren Anlass für zahlreiche wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Publikationen und Veranstaltungen sowie CD-Einspielungen.[1]
Leben
Fanny Mendelssohn Bartholdy im Jahr ihrer Eheschließung (1829), idealisierende Porträt-Zeichnung ihres Verlobten Wilhelm Hensel[2]
Familie
Fanny Mendelssohn wurde am 14. November 1805 als Tochter von Abraham Mendelssohn (1776–1835) und seiner Ehefrau Lea geb. Salomon (1777–1842) in Hamburg geboren. Sie war die ältere Schwester des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847), der Sängerin Rebecka Dirichlet (1811–1858) und von Paul Mendelssohn-Bartholdy (1812–1874). Väterlicherseits war sie Enkelin des berühmten jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn. Mütterlicherseits entstammte sie einer Musikerfamilie. Ihre Mutter Lea Mendelssohn war die Enkelin des Unternehmers Daniel Itzig. Die Frauen der Familie Itzig konzertierten als Pianistinnen, waren Mitglieder der Sing-Akademie zu Berlin und mit Ludwig van Beethoven bekannt. So erhielt Fannys Großmutter Bella Salomon, geb. Itzig, Klavierunterricht durch den Bach-Schüler Johann Philipp Kirnberger und gab dieses Wissen an ihre Tochter Lea weiter. Die Großtante Sara Levy, geb. Itzig, war Lieblingsschülerin Wilhelm Friedemann Bachs und trat als Cembalistin in den Konzerten der Sing-Akademie auf. Sie besaß eine sehr umfangreiche Notensammlung und veranstaltete in Berlin um 1800 musikalische Salons.[3]
Die ersten Jahre ihrer Kindheit verbrachte Fanny in ihrer Geburtsstadt Hamburg. Im Jahr 1811 zog die Familie nach Berlin zurück, um den Repressionen der französischen Besatzung unter Marschall Louis-Nicolas Davout zu entgehen. Die jüdische Familie Mendelssohn ließ ihre Kinder am 21. März 1816 von Johann Jakob Stägemann[4], einem der lutherischen Prediger der Berliner Jerusalem- und Neuen Kirchengemeinde,[5] in einer Haustaufe evangelisch-lutherisch[6] taufen. Dabei wurde Fannys zweiter Vorname Zippora in Cäcilie geändert und ihrem Familiennamen wurde der Zusatz Bartholdy beigefügt, den die Eltern später ebenfalls annahmen. Am 23. Februar 1823 erhielt die Familie die offizielle behördliche Genehmigung, ihrem Nachnamen Mendelssohn den Namen Bartholdy anzufügen.[7]