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Der Nymphenstein - Altertumsverein Alzey
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02.03.2015 - Alzeyer Historiker und Pädagoge Dr. Eduard Berlet, nach dem ein Preis des. Altertums-vereins benannt ... aus Alzey stammenden Arztes Dr. Weiffenbach geschenkt worden. Weiffenbach erinnerte sich: .... Aus der Zeit bis Ende des 18. Jahrhunderts, als Alzey kur-pfälzische Oberamtsstadt war, sind keine ...
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,
auf dem Titelblatt des Nymphensteins grüßt Sie in der Advents-zeit der Alzeyer Prunkschlitten. Mit der warmen rotbraunen Farbe und den Schlittenkufen verbinden wir Nikolaus und Schnee, kurz die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Natürlich weiß ich weder, ob dieser Prunkschlitten je als Fahrzeug gedient hat, noch ob wir uns an Weihnachten auf Schnee freuen dürfen.
Das Bild fiel mir bei Durchsicht alter Jahrgänge der Alzeyer Geschichtsblätter auf. Es wurde auf Seite 81 in Heft 5 (1968) als Farbbild eingeklebt. Der bedeutende Alzeyer Historiker und Pädagoge Dr. Eduard Berlet, nach dem ein Preis des Altertums-vereins benannt worden ist, hat in seinem umfangreichen Artikel „Die Seuberts - Chronik einer Familie in ihrer Zeit – Die Entstehung des Weinguts der Stadt Alzey“ die Geschichte dieses Prunkschlittens genau verfolgt. Das prächtige Stück handwerklicher Arbeit stammt aus Seubertschem Besitz. Es ist bereits im Frühjahr 1906 dem Museum der Stadt Worms durch Vermittlung des aus Alzey stammenden Arztes Dr. Weiffenbach geschenkt worden. Weiffenbach erinnerte sich: „Schon seit Jahren ist mir dieser Schlitten bekannt gewesen, er diente in meiner Vaterstadt bei der Darstellung lebender Bilder, bei Festzügen etc. oft als Prunk-wagen, in dem sich der Kaiser, Bacchus oder der Prinz Karneval, je nach der Art der Verwendung dem Volke präsentierte.“
Nach überzeugender Darlegung von Eduard Berlet stammt der Schlitten vom Hofe des Kurfürsten Carl Theodor. Der Erbauer des Schlittens ist unbekannt. Der Schlitten könnte aus Franken-thal stammen; es gebe aber ebenso gute Gründe, dass der Prunkwagen in Alzey hergestellt worden sei, so Berlet. Denn in Alzey lebten damals Handwerker mit künstlerischer Gestaltungs-kraft, die durchaus im Geist der Frankenthaler Kunst arbeiteten. Bei der Entstehung der Kunstwerkstätten in Alzey starb der letzte Burggraf von Alzey, Karl Ludwig Freiherr von Rodenhausen, und es begann die Amtstätigkeit des Landschreibers Geheimrat von Koch. Dessen „eigenwillige Geschäftstätigkeit in Alzey läßt durchaus die Anfertigung eines solchen Stückes für den Kurfürsten in Alzey zu.“