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S. trat 1879 als Kadett in die Ksl. Marine ein. 1884-90 nahm er an mehreren Expeditionen zur vollständigen Inbesitznahme der neu erworbenen Kolonien in West- und Ostafrika sowie in der Südsee teil. Als Referent in der Torpedoversuchskommission (1890–94), später als Mitarbeiter (1897–1900) und Chef der Zentralabteilung des Reichsmarineamtes (1903–07) bzw. Departementdirektor (1911–13) erwarb er sich das Vertrauen des Großadmirals →Alfred v. Tirpitz (1849–1930). Als Kommandant des Linienschiffs „Elsaß“ (1907-09), seit 1913 als Chef des II., später des III. Geschwaders bewies S. seine Fähigkeiten als militärischer Führer. Nach Ausbruch des 1. Weltkriegs galt er bald als der einzige kommandierende Admiral, der geeignet schien, die Hochseeflotte aus der strategischen Sackgasse in der Nordsee herauszuführen und wenigstens Teilerfolge zu erzielen. Im Jan. 1916 wurde er zum Nachfolger des schwer erkrankten Flottenchefs Admiral →Hugo v. Pohl (1855–1916) ernannt. Da eine große Schlacht gegen die engl. Flotte zu riskant erschien, wollte S. durch vermehrte offensive Vorstöße versuchen, Teile aus den Häfen zu locken und zu schlagen. Dieser Gedanke lag auch dem Vorstoß in den Skagerrak am 31.5.1916 zugrunde. Allein die – S. nicht bekannte – Tatsache, daß die engl. Admiralität den dt. Funkverkehr entziffert hatte und alle engl. Einheiten daher rechtzeitig ausgelaufen waren, war verantwortlich für das Zusammentreffen der Hauptstreitkräfte beider Flotten. Die Schlacht endete mit schweren Verlusten auf beiden Seiten. Ob S. dabei taktisch erfolgreicher war als sein Gegenspieler →Lord John Jellicoe (1859–1935) ist umstritten. Strategisch gesehen war die Skagerrak-Schlacht kein Erfolg, wie auch S. intern zugab. Umso mehr drängte er daher auf einen uneingeschränkten U-Boot-Krieg, der am 9.1.1917 proklamiert wurde, die erhofften Erfolge aber nicht brachte. Um das interne Chaos bei der Führung des Seekriegs zu beseitigen, setzte S. im Aug. 1918 die Bildung einer Seekriegsleitung durch, an deren Spitze er stand. Angesichts der drohenden Niederlage plante S. im Okt. 1918 einen letzten Flottenvorstoß, der, militärisch völlig unsinnig, die Ehre des ksl. Offizierkorps retten und dem Neuaufbau der Marine nach dem Krieg den Weg ebnen sollte. Die Meuterei der Matrosen in Kiel und Wilhelmshaven vereitelte diesen Plan. Anders als im Sommer 1917, als S. rücksichtslos gegen Matrosen vorgegangen war, die gegen die menschenunwürdige Behandlung durch jüngere Offiziere und schlechte Versorgung protestiert hatten, gelang es ihm dieses Mal nicht, die Unruhen im Keim zu ersticken. Innerhalb weniger Tage brach die alte Ordnung zusammen. Am 17.12.1918 schied S. aus der Marine aus. Mit seinen Erinnerungsbänden und in Vorträgen versuchte er gleichwohl in den 1920er Jahren, seine Haltung zu rechtfertigen und – versehen mit dem Nimbus des „Siegers vom Skagerrak“ – für den Wiederaufbau einer starken Flotte zu werben; er starb während einer dieser Vortragsreisen.|
Er erhielt folgende Orden und Ehrenzeichen:
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern[4]
Preußisches Dienstauszeichnungskreuz[4]
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse[5]
Großkreuz des Roten Adlerordens[5]
Kronen-Orden I. Klasse mit Schwertern[5]
Großkreuz des Hausordens Albrechts des Bären[5]
Großkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens[5] am 6. Juni 1916[6]
Großkreuz des Bayerischen Militärverdienstordens[5]
Ritterkreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens am 23. Juni 1916[7]
Großkreuz des Albrechts-Ordens[5]
Großkreuz des Greifenordens[5]
Ehrengroßkreuz des Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig[5]
Komtur des Ordens der Aufgehenden Sonne[4]
Großoffizier des Ordens der Heiligen Mauritius und Lazarus[4]
Orden der Eisernen Krone III. Klasse[4]
Großkreuz des Franz-Joseph-Ordens[4]
Russischer Sankt-Stanislaus-Orden II. Klasse[4]
Ehrendoktor
15. Juli 1916: Ehrendoktorwürde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Dr. rer. pol. h. c.)
31. Mai 1917: Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität Marburg (Dr. phil. h. c.)