Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne Ihre Browser-Einstellungen zu ändern, erklären Sie sich mit der Nutzung von Cookies einverstanden.
Heinrich Böckings Vater war der Großkaufmann und Bankier Adolf Böcking (1754–1800). Adolf Böcking hatte im Jahr 1783 als erster Protestant vom Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen die Genehmigung erhalten, sich als Protestant im katholisch geprägten Koblenz niederzulassen und eine Handlung zu gründen.[2] Die Familie musste beim Herannahen der französischen Revolutionstruppen nach Hanau fliehen und kehrte erst nach dem Sturz Robespierres und dem Ende der Terrorherrschaft in das linksrheinische Gebiet zurück. Ab dem Jahr 1796 wohnte die Familie dann in Saarbrücken. Für die Wahl des neuen Wohnortes waren vermutlich die Geschäfte mit der Ausfuhr lothringischen Salzes und saarländischer Kohle ausschlaggebend. Bereits im Jahr 1789 war der Kohlehandel mit Deutschland auf dem Wasserweg an die Handelsgesellschaften von Heinrich Karcher und Gebrüder Böcking zu Koblenz vergeben worden und drei Jahre zuvor, im Jahre 1786, hatte sich Adolf Böckings Schwester Therese Sophie Böcking (1764–1842) mit dem in Metz geborenen Katholiken Nicolas Villeroy verheiratet. Villeroy hatte im Hause Böcking eine kaufmännische Ausbildung gemacht und gründete später mit Jean-François Boch im Jahre 1836 die heute international bekannte Keramikfirma Villeroy & Boch.
Zur Förderung seiner Handelsinteressen hatte sich Adolf Böcking im Jahr 1798 zusammen mit 46 Saarbrücker und 13 St. Johanner Familien in einer gemeinsamen Ergebenheitsadresse an das Direktorium in Paris gewandt.[4] Adolf Böcking starb bei einem Aufenthalt in seiner Heimatstadt Trarbach im Mai 1800. Sein Tod führte zum Ende des Unternehmens an der Mosel.
Adolf Böcking war verheiratet mit Ernestine von Scheibler (1760–1821), der Tochter des im Jahr 1781 in den Freiherrenstand erhobenen Tuchfabrikanten Bernhard Georg von Scheibler aus der international agierenden Monschauer Unternehmerfamilie Scheibler. Das Paar hatte insgesamt 14 Kinder, von denen beim Tod Adolfs noch zehn lebten. An der Saar blieben nur die beiden Söhne Adolfs, Heinrich und Eduard (1798–1866). Böckings Bruder war der Düsseldorfer Landschaftsmaler Adolph Böcking.