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Das Bläß’sche Palais in Heilbronn wurde 1756 bis 1758 als städtisches Waisen-, Zucht- und Arbeitshaus erbaut und diente ab 1803 als Palais des Herzogs und späteren Königs Friedrich I. von Württemberg. Seinen Namen erhielt das Gebäude nach dem Heilbronner Unternehmer Carl Bartholomäus Bläß, der das Gebäude 1828 erwarb und eine Essig- und Bleiweißfabrik betrieb. Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Ruine 1951 zum Abriss ausgeschrieben.
Waisen-, Zucht- und Arbeitshaus
Die Einrichtung eines Waisen-, Zucht- und Arbeitshauses geht auf Bürgermeister Georg Heinrich von Roßkampff zurück
In Heilbronn waren bis ins 18. Jahrhundert Waisen im beim Katharinenspital gelegenen Seelhaus untergebracht. Diese Unterbringung in einem alten und engen Gebäude, in unmittelbarer Umgebung von Alten und Gebrechlichen, hatte mancherlei Nachteile, die jedoch erst im Zuge der Aufklärung in das Bewusstsein der städtischen Fürsorge traten. Im benachbarten Württemberg entstanden nach dem Muster des Frankfurter Waisenhauses im frühen 18. Jahrhundert in Stuttgart und in Ludwigsburg Einrichtungen, in der Waisen, Züchtlinge und Arme unterkamen und in einer Manufaktur arbeiteten. Der Heilbronner Rat und Baumeister und spätere Bürgermeister Georg Heinrich von Roßkampff (1720–1794) hat die beiden Häuser in Stuttgart und Ludwigsburg besichtigt und dem Heilbronner Rat mündlich am 28. Februar 1756 und schriftlich nochmals am 4. März darüber berichtet. Innerhalb weniger Tage fasste man den Beschluss, auch in Heilbronn am Bollwerksplatz eine solche Einrichtung zu schaffen. Baumeister Roßkampff legte bereits am 18. März 1756 einen Aufriss des Gebäudes und einen ersten Kostenvoranschlag vor....