Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne Ihre Browser-Einstellungen zu ändern, erklären Sie sich mit der Nutzung von Cookies einverstanden.
Die Familie Gontard ist eine altadelige französische Familie, die sich um 1700 im Zuge der Flucht hugenottischer Familien aus Grenoble in Deutschland ansiedelte und 1767 in den Reichsritterstand aufgenommen wurde.[1] Der Frankfurter Zweig wurde zu einer wichtigen Frankfurter Bankiers-Familie, im Berliner Zweig dominierten die Militärs.
Die Ursprünge
Die Familie Gontard war eine adlige Familie im Dauphiné in Frankreich. Im Rahmen der Hugenottenverfolgung emigrierten mehrere Familienmitglieder nach Deutschland. Stammvater dieser Familien ist Etienne Gontard (1620–1681 in Grenoble). Dessen Vater war Jean Gontard aus Trescleoux.
Die Frankfurter Linie
Generation 1
Peter (Pierre) Gontard, am 6. Februar 1662 in Grenoble als Sohn von Etienne Gontard geboren, verließ infolge des Widerrufs des Ediktes von Nantes Frankreich, obwohl er damit sein Vermögen und seine Aufgabe als Parlamentsrat opferte. Dieses Schicksal teilte er mit vielen hugenottischen Familien. Er ließ sich in Frankfurt am Main nieder. Er heiratete 1697 in Frankfurt Sophie von Stein (geboren 1668). Er starb am 16. Dezember 1725.
Generation 2
Sohn Jakob Friedrich Gontard (1702–1766) war der Gründer des Bank- und Warengeschäftes Iacob Friedrich Gontard und Söhne, welches bald einen sehr guten Ruf genoss.
Generation 3
Jakob Friedrich Gontard hatte vier Söhne und vier Töchter.
Daniel Gontard (1727–1787) heiratete 1752 Susanna Marie d’Orville (1735–1800) aus einer anderen hugenottischen Familie von Bankiers und Geschäftsleuten in Frankfurt. Sie brachte das Gontardsche Puppenhaus in die Familie. Das Paar hatte fünf Kinder: Johanna Helene (1755–1820), Franz (1759–1829), Maria Magdalena (1763–1823), Jacob Friedrich, genannt Cobus (1764–1843) und Margarete (1769–1814).
Johann Jacob Gontard (1739–1819) ging nach Wien und gründete dort mit Graf Fries 1766 das Bankhaus „Fries & Co.“.[2][3] Johann Jacob Gontard wurde 1768 in den Adelstand erhoben und 1780 in den Freiherrenstand immatrikuliert. Diese Adelung galt eigentlich auch für seine Geschwister in Frankfurt, die aber von dem Adelsbrief nie Gebrauch machten.
Generation 4
Franz Gontard (1759–1829), älterer Sohn von Daniel Gontard (1727–1787), heiratet Barbara Wichelhausen (1765–1835), Tochter des Friedrich Wilhelm Wichelhausen (1714–1785) aus Schwelm
Jakob Friedrich Gontard (gen. „Cobus“, 1764–1843), jüngerer Sohn von Daniel Gontard (1727–1787), heiratete am 9. Juli 1786 in Altona Susette geborene Borkenstein (1769–1802, Hölderlins Diotima), war seit 1786 Teilhaber der Firma Jakob Friedrich Gontard & Söhne und vertrat seit 1823 deren Interessen in Paris. In zweiter Ehe heiratete der Witwer am 11. Juni 1815 in Frankfurt am Main Renette Thurneyssen, geb. d’Orville (1769–1856), Witwe des Baumwollhändlers Carl Wilhelm Thurneyssen.[4]
Generation 5
Marie Gontard (1788–1883), Tochter von Franz Gontard (1759–1829), heiratete (den katholischen) Johann Peter Belli (1782–1859). Nach ihrer Heirat nannte sie sich Maria Belli-Gontard. Sie ist bekannt als Schriftstellerin und Historiographin.