| Notizen |
- Seine Eltern waren der promovierte Jurist und Stadtsyndikus von Speyer, Marcus zum Lamm IV. (1509–1574), und die aus Worms stammende Ottilie Staud (1526–1592). Sein Großvater väterlicherseits, Hieronymus zum Lamm, war Advokat am Reichskammergericht. Die Familie Lamm gehörte in Speyer zur städtischen Oberschicht, wie mehrere um 1590 angefertigte Miniaturen in Öl zeigen. Den Auftrag zu dieser Serie gab höchstwahrscheinlich Marcus zum Lamm selbst.[3]
1564 bis 1567 studierte er in Poitiers Rechtswissenschaft und beschäftigte sich dort mit Vogelkunde, welche er akribisch betrieb. Er konvertierte zum reformierten Bekenntnis. Den Rest seines Lebens verbrachte er in Heidelberg.[4]
Marcus zum Lamm 1587
Marcus zum Lamm 1587
Elisabeth Heuring, verh. zum Lamm, 1587
Elisabeth Heuring, verh. zum Lamm, 1587
Er war mit Elisabeth, geborene Heuring, verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder[5]:
Maria Elisabeth (1574–1626), verheiratet mit dem Jura-Professor Daniel Nebel und Rektor der Universität Heidelberg, und
Marcus Christian (1580–ca. 1625).
Sein Sohn studierte an der Universität Heidelberg. Marcus Christian arbeitete als kurfürstlicher Kanzlist, Drucker und Verleger von politischen Flugblättern und beteiligte sich maßgeblich am Thesaurus Picturarum.[6]
Leben
Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz (1515 - 1576) berief ihn 1576 zum Kirchenrat, starb allerdings noch im selben Jahr. Sein Nachfolger, Ludwig VI. von der Pfalz (1539 - 1583) , war strenger Lutheraner und entließ alle calvinistischen Beamten. Marcus zum Lamm blieb im Gegensatz zu vielen anderen Reformierten, die während dieser Jahre nach Neustadt an der Weinstraße auswichen, in der kurpfälzischen Residenzstadt. In der Universität Fuß zu fassen, gelang ihm nicht.
1579 wurde er aber Rat und Diener des (reformierten) Herzogs Johann Kasimir und dessen Agent in Heidelberg. Dort fielen er und seine Frau als „halsstarrige Calvinisten“ auf, da sie weiterhin außerhalb Heidelbergs die reformierte Messe besuchten. Als Friedrich IV. von der Pfalz 1584 Kurfürst, Johann Kasimir wegen der Minderjährigkeit seines Neffen Regent und damit die Kurpfalz wieder reformiert wurde, erhielt Marcus zum Lamm seine Stelle als Kirchenrat sofort zurück.[7] Um 1600 galt er als hochangesehener Bürger in der Gunst des Kurfürsten.
Marcus zum Lamm trat nun mit Streitschriften gegen das Luthertum hervor. Bekannt geworden ist seine Auseinandersetzung um das protestantische Abendmahl mit dem jesuitischen Propst Johannes Magirus (* 15. September 1559 in Koblenz; † 8. September 1609 in Speyer) war ein deutscher Jesuit, Prediger und Kontroverstheologe.
Marcus zum Lamm starb am 13. Februar 1606. Er wurde am 26. Februar 1606 im Chorraum der Peterskirche in Heidelberg begraben. Von Johann Philipp Mylaeus gehaltene Leichenpredigt, Die Leichenpredigt wurde gedruckt.[8]
Thesaurus Picturarum
→ Hauptartikel: Thesaurus Picturarum
Im Thesaurus Picturarum („Bilderschatz“) sammelte Marcus zum Lamm eine sehr umfangreiche, frühe enzyklopädische Sammlung des Wissens seiner Zeit mit einem hohen Anteil an bildlichen Darstellungen. Schwerpunkte sind Ereignisse seiner Zeit, seine Auseinandersetzung mit den Lutheranern und mit der römisch-katholischen Kirche, die Ornithologie[9] und Kostümstudien unterschiedlicher Völker und sozialer Gruppen. Durch seine Naturbeobachtungen registrierte er früh den sich um 1580 verstärkenden Umschwung des Klimas, der in die Kleine Eiszeit führte. Dadurch konnte er seinem Landesherrn den Rat erteilen, Nahrungsvorräte für die Bevölkerung anzulegen. Den Thesaurus Picturarum ergänzte er ständig bis zu seinem Tod.[10]
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