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Hausbau in Etappen
Friedrich von Salis starb 1570; fortan war sein Sohn Johann das Oberhaupt der Salis in Samedan. 1595 baute Johann sein Haus aus – den Nordflügel bzw. linken Teil der heutigen Chesa Planta. 1760 wurde das Haus zu seiner heutigen Grösse «verdoppelt», 1817 ging es in den Besitz der Familie Planta über. Heute ist es eine Stiftung und beherbergt unter anderem eine bedeutende Bibliothek, mit unzähligen Werken aus der Zeit von «Bergünerstein».
Die Fotografie von Annemarie Schwarzenbach zeigt das Haus im Jahr 1936, mit Sgraffiti wahrscheinlich aus der Zeit des Ausbaus zum Doppelhaus.
Vicari Johann von Salis
Johann von Salis-Samedan war der einzige Sohn des Friedrich von Salis und der Ursina Travers. Nach seiner Mutter bzw. seinem berühmten Grossvater mütterlicherseits wurde er auch Johann Travers von Salis genannt. Er lebte von 1546 bis 1624 und war dreimal verheiratet. Mit seiner ersten Ehefrau, Eva von Planta, hatte er 19 Kinder. Seine zweite Frau war Catarina Curo aus Bever, die dritte war Ursula v. Stockar aus Schaffhausen. Schaffhausen war denn auch das Ziel der Familie Salis-Samedan, als sie im Herbst 1621 durch Bergün vor den anrückenden Österreichern flüchtete.
Politiker und Parteigänger Venedigs
Der Titel des Vicari geht auf seine Tätigkeit als Vicari des Veltlins in den Jahren 1583 bis 1585 zurück. Und wahrscheinlich kam er zwanzig Jahre später noch zwei Mal zu kurzen Einsätzen als Vicari: einmal nach der vermuteten Absetzung von Vicari Albert Dietegen von Salis 1602 und einmal als Vertreter des angeblich überforderten Bartholomäus Caflisch 1604.
Zeit seines Lebens war Johann von Salis ein vehementer Befürworter einer Allianz mit Venedig.
Bergbauunternehmer
Das Hauptbetätigungsfeld von Johann von Salis war aber nicht die Politik, sondern das Geschäftsleben, insbesondere der Bergbau. Er betrieb zahlreiche Bergwerke in den Drei Bünden und verfügte über weitverzweigte Geschäftsbeziehungen. Der Erzabbau am Murtel da Fier und im Val Tisch bei Bergün war somit nur ein Geschäft von vielen – aber offenbar eines, das von Beginn an schlecht lief. Immer wieder kam der Betrieb mangels Kapital zum Erliegen, immer wieder wurde er nach Kapitalzuschüssen von neuen Geschäftspartnern wieder aufgenommen. Doch 1615 scheint Johann von Salis den Bergüner Betrieb endgültig aufgegeben zu haben.