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Albert von Rothschild besuchte ein Gymnasium in Wien und studierte an der Bonner Universität, anschließend arbeitete er in einem Bankhaus in Hamburg. Im Jahr 1874 übernahm er die Führung der Rothschild-Bank in Wien von seinem Vater. Er hatte auch die Kontrolle über die k. k. privilegierte Österreichische Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe (CA) inne und baute sie zur größten Bank Österreich-Ungarns aus. Er war der Bauherr des Palais Albert Rothschild (Prinz-Eugen-Straße 20–22) in Wien.
Sein Bruder war Nathaniel Meyer von Rothschild, der sich wenig für die Bankgeschäfte interessierte und sich in erster Linie der Kunst und der damals noch neuen Fotografie widmete und auch als Gönner und Philanthrop auftrat; das Wiener Palais von Nathaniel Meyer von Rothschild befand sich in unmittelbarer Nähe zu Alberts Palais. 1887 erhielten Albert für die gesamte Familie Rothschild von Kaiser Franz Joseph die Hoffähigkeit, das Recht zur Teilnahme an Hofbällen. Diese hohe Auszeichnung bedeutete die Aufnahme in die feine „Erste Gesellschaft“ Österreichs. Die Rothschilds waren die erste und blieben die einzige jüdische Adelsfamilie, die vollständig hoffähig wurde.[1]
Rothschild galt 1910 mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Kronen als der reichste Europäer. Unter anderem nannte die Familie die Palais Heugasse 24–26, Theresianumgasse 14–16, Plösslgasse 8 in Wien und die Schlösser in Langau, Enzesfeld, Schillersdorf, Beneschau, Reichenau sowie das für die Gutsverwaltung der ausgedehnten rothschild’schen Ländereien 1875 in der Region eingerichtete und 1881 im neugotischen Stil umgestaltete Schloss Rothschild in Waidhofen an der Ybbs ihr Eigen, außerdem noch den Rothwald, das größte zusammenhängende Urwaldgebiet Mitteleuropas.
Im Jahr 1876 hatte er Bettina Caroline de Rothschild (1858–1892), Tochter von Alphonse de Rothschild, geheiratet. Nach ihr wurde der Asteroid (250) Bettina benannt, dessen Namensrechte er für £50 erstand.[2] Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor: