Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne Ihre Browser-Einstellungen zu ändern, erklären Sie sich mit der Nutzung von Cookies einverstanden.
Louise von Rothschild war das jüngste von sieben Kindern des Londoner Bankiers Nathan Mayer von Rothschild und seiner Frau Hannah, geb. Barent-Cohen. Ihr Vater war in Frankfurt am Main als dritter von fünf Söhnen von Mayer Amschel und Gutle Rothschild geboren und hatte 1799 den britischen Zweig des Hauses Rothschild begründet. Durch Finanzdienstleistungen für die britische Regierung und den hessischen Kurfürsten Wilhelm I. hatte er wesentlich zum Aufstieg des Bankhauses beigetragen.
Louise wurde im Geiste der Aufklärung von ihrer Mutter als „Englishwoman in heart and soul“ erzogen und galt als sehr gebildet. 1836 reiste sie mit der Mutter erstmals nach Frankfurt zur Hochzeit ihres ältesten Bruders Lionel mit ihrer Cousine Charlotte. Entsprechend der Familientradition wurden Ehen vor allem zwischen den Familienzweigen gestiftet. Bei der Hochzeit lernte Louise ihren Cousin Mayer Carl von Rothschild kennen, der wie die Braut dem Neapler Zweig der Familie Rothschild entstammte. Im Sommer 1839 besiegelten Louise und Mayer Carl ihre Verlobung bei einem Frankreichaufenthalt und heirateten am 6. April 1842 in der Großen Synagoge von London am Duke’s Place.
1843 trat Mayer Carl in das Frankfurter Stammhaus der Bank ein. Das Paar bewohnte das 1843 erworbene klassizistische Rothschildpalais am Untermainkai, seit 1988 Sitz des Jüdischen Museums, und zählte zu den einflussreichen und sehr wohlhabenden Frankfurter Bürgern. Die weltläufige Louise soll sich jedoch in der bürgerlich geprägten Freien Stadt Frankfurt eher fremd gefühlt haben. Wenigstens fand sie in ihrer ältesten Schwester Charlotte, die mit Anselm Salomon von Rothschild aus dem Wiener Familienzweig verheiratet war und in der Grüneburg einen glänzenden Salon führte, eine Gefährtin.