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Pastor (Pastoir) ist der Familienname einer traditionsreichen und bedeutenden Aachener und Burtscheider Tuch- und Nadelfabrikantenfamilie, die darüber hinaus in der freien Reichsstadt Aachen mehrfach auch die Schöffen und Bürgermeister stellte.
Die genealogischen Wurzeln der Familie liegen im Aachener Ortsteil Haaren, wo der älteste anzunehmende Stammvater Johann I. Pastoir (1390–1449), damals noch mit dem Zusatz „von Haaren“ erwähnt, seine Heimat hatte. Er war zweimal verheiratet, wobei über seinen Sohn Hermann I. Pastor († vor 1440) aus erster Ehe mit einer gewissen Frau Roisblock sich die spätere Burtscheider Linie entwickelte, die sich der Tuch- und Nadelindustrie zuwandte, wohingegen die Nachkommen seines Sohnes Johann II. Pastor (1440–1510) aus der zweiten Ehe mit Griete Swane (Schwan; † 1484) als Aachener Schöffenfamilie bekannt wurde, aber ca. 1648 im Mannesstamm erloschen ist.
Wappen von Haaren mit Kleeblatt der Familie Pastor
Das dreiblättrige Kleeblatt im unteren Teil des Wappens von Haaren stellt das Wappen der Aachener Familie von Pastor in der ursprünglichen Form dar, wobei der Adler im oberen Teil des Schildes die Zugehörigkeit Haarens zur freien Reichsstadt Aachen bekundet. Die Familie von Pastor ist die älteste bekannte wappenführende Familie in Haaren.
Bereits benannter Sohn Johann II. Pastor (1440–1510), Kaufmann und Weinhändler in Aachen sowie Besitzer des damals bekannten Aachener Gasthauses „Zum Birnbaum“ am Markt. Er wurde 1470 in den Stadtrat und in den Jahren 1498/99 und 1502/1503 zum Bürgermeister der Reichsstadt Aachen gewählt, fast zeitgleich wie sein Vetter Hermann Pastor († 1515), der im Jahr 1500 aus den Reihen der Zünfte zum Bürger-Bürgermeister gewählt wurde. Darüber hinaus wurde er 1501 in den Schöffenstuhl aufgenommen und bekleidete ab 1506 das Ehrenamt eines weltlichen Sendschöffen. Der nächste Amtsträger der Familie war sein Enkel Jacob I. Pastor (1531–1585). Der gelernte Kaufmann war Mitglied in mehreren Zünften, ab 1561 Ratsmitglied und von 1564 bis 1585 Aachener Schöffe sowie ab 1572 Sendschöffe. Dessen Sohn Jacob II. Pastor († 1618), Mitglied des Collegium Germanicum in Rom, wurde ebenfalls zunächst in den Stadtrat gewählt und von 1604 bis 1618 zum Schöffen ernannt. Sein Bruder Georg Pastor († 1648), Jurist und Rittmeister in kaiserlichen Diensten war schließlich der letzte von 1617 bis 1648 tätige Schöffe aus der Familie Pastor, mit dem dieser Zweig auch im Mannesstamm erloschen ist.