| Notizen |
- Camphausen, geboren an dem Tag, als sein Vater Wilhelm Camphausen starb, absolvierte eine Zeichenausbildung bei Alfred Rethel und trat im Jahr 1834 in die Düsseldorfer Akademie ein. Dort wurde er Schüler von Karl Ferdinand Sohn. Seine Militärzeit, die er bei den rheinischen Husaren absolvierte, prägte sein zukünftiges Leben; er blieb sein ganzes Leben der Militärmalerei verbunden. Nachdem er 1850 die Düsseldorfer Meisterklasse von Friedrich Wilhelm von Schadow absolviert hatte, malte er zunächst historische Schlachtenszenen, die durch ihre realistische Detailausgestaltung auffielen. Große Bekanntheit verdankt er seinen Reiterporträts von Kaiser Wilhelm, Friedrich II. und dem Großen Kurfürsten. 1859 wurde Camphausen zum Professor an der Kunstakademie ernannt.
Zusammen mit Gustav Jacob Canton, Henry Ritter, Rudolf Jordan, Hans Fredrik Gude, Rudolf von Normann und Frederik Nicolai Jensen gründete Camphausen 1844 die demokratisch und akademiekritisch gesinnte Gruppe Crignic, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben der Mitglieder zusammensetzt.[2] Diese Gruppe gilt als Vorläufer des 1848 gegründeten Künstlervereins Malkasten, dem er ebenfalls angehörte.[3] Im Malkasten beteiligte er sich aktiv, namentlich bei den Theateraufführungen und Festen sowie der Fertigung von Entwürfen für Kostüme und Dekorationen. Eine herausragende Rolle spielte er für die Vorbereitung und Durchführung des Kaiserfests des Malkastens (1877). Im Jahre 1845 veröffentlichte Camphausen zusammen mit Henry Ritter Illustrationen von neunzehn Düsseldorfer Malern in ihrem Atelier in Schattenseiten der Düsseldorfer Maler, nebst verkürzten Ansichten ihrer letzten Leistungen.
Die Erstürmung der Insel Alsen durch die Preußen, 1866, Deutsches Historisches Museum
Camphausen nahm als Armeemaler bzw. als Bildreporter am Deutsch-Dänischen Krieg 1866, am Deutschen Krieg 1866 und am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil.[4] Geprägt von der Ereignisdarstellung der Illustrationsgrafik seiner Zeit, entwickelte er sich zum Pionier einer realitätsnahen Schlachtenmalerei,[5] die das Anliegen verfolgte, den Betrachter in die Kriegsszene gleichsam hineinzuversetzen. Einer seiner Schüler war der Schlachtenmaler Hermann de Boor,[6] ein weiterer Emil Hünten, mit dem er auch später kollegial zusammenarbeitete.
1874 gehörte Wilhelm Camphausen zu den Gründern der Aktiengesellschaft Zoologischer Garten zu Düsseldorf[7].
Die Stadtverordneten von Köln hatten 1881 beschlossen, den historischen Festzug zur Stadtgeschichte, welcher zum Ende des Kölner Dombaus im Oktober 1880 stattgefunden hatte und unter anderen von Camphausen und Theodor Rocholl gestaltet worden war, als Wandgemälde mit einer Gesamtlänge von 53 Metern im Gürzenich der Nachwelt zu erhalten. Wilhelm Camphausen, Wilhelm Beckmann, Fritz Roeber und Ernst Roeber, Albert Baur und Adolf Schmitz erstellten die Entwürfe und malten den Gürzenicher Festsaal mit dem 53 Meter langen Fries aus.[8][9] Im Jahre 1882 vollendete Camphausen unter anderen die Ausmalung in der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses als Nationaldenkmal im Auftrag der Preußischen Regierung.
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