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Zur väterlichen Herkunft von Georg Michael Frank von La Roche liegen unterschiedliche Informationen vor. Georg Irmer gibt nach dem Rheinischen Antiquarius an, Georg Michael Anton Frank, der in Tauberbischofsheim[1] geboren wurde, sei als fünfjähriges elternloses Kind in das Haus des kurmainzischen Grafen Anton Heinrich Friedrich von Stadion (* 5. April 1691 in Würzburg; † 26. Oktober 1768 in Warthausen) gekommen und habe den Nachnamen von Lichtenfels in den Namen La Laroche umgewandelt. Johann Caspar Lavater schrieb dagegen über ihn, „… aus dessen Gesicht der Minister Stadion transparent war“.
Seine Mutter war die Tänzerin Anna Catharina La Roche, die aus einer Offiziersfamilie in Metz stammen sollte; sie gab den im März 1720 in Tauberbischofsheim verstorbenen Senator, Chirurgen und Rentmeister Johann Adam Franck als Vater an.
Schloss in Bönnigheim
Georg Michael Frank von La Roche war seit dem 27. Dezember 1753 mit der späteren Schriftstellerin Sophie von La Roche verheiratet; sie wohnten auf dem stadionschen Gut Warthausen und, nach dem Tod von Anton Heinrich Friedrich von Stadion, ab 1768 auf dem Gut Bönnigheim[2]; gemeinsam hatten sie mehrere Kinder.[3] Sein Sohn Franz starb bald nach ihm, seine Tochter Maximiliane von La Roche heiratete den Großkaufmann Peter Anton Brentano und wurde Mutter von Clemens Brentano und Bettina von Arnim; sein Sohn Carl Georg von La Roche wurde später Geheimer Oberbergrat.
Aufgrund seiner sachlichen Umgangsweise gelang es Georg Michael Frank von La Roche, die ehemalige Jugendliebe seiner Ehefrau, den Schriftsteller Christoph Martin Wieland, in Warthausen als Freund des Hauses zu gewinnen.
Anton Heinrich Friedrich Graf von Stadion
(* 5. April 1691 in Würzburg; † 26. Oktober 1768 in Warthausen) war Großhofmeister am kurfürstlichen Hof zu Mainz unter dem mit ihm verwandten Kurfürst Johann Friedrich Karl von Ostein. Stadion gilt als Wegbereiter der Aufklärung in Kurmainz und war durch sein hohes Amt für zahlreiche Reformen im kurfürstlichen Mainz verantwortlich.
Er entstammte dem Adelsgeschlecht von Stadion, Linie Stadion-Warthausen und war der Sohn von Johann Philipp von Stadion (1652–1741), ab 1711 Reichsgraf von Stadion, und dessen zweiten Ehefrau Maria Anna von Schönborn (1669–1703) aus dem Geschlecht von Schönborn. Bereits sein Vater hatte ab 1709 den Posten als Großhofmeister unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn inne. Weitere Verwandte von ihm waren ebenfalls in kurfürstlichen Diensten in Mainz in hohen Ämtern tätig (so z. B. Christoph Rudolf von Stadion) oder besetzten hohe kirchliche Ämter wie z. B. das des Fürstbischofs von Bamberg. Er heiratete am 27. Juni 1724 in Ebnet (Freiburg) Maria Anna Auguste Antonia Euphemia Euphrosina von Sickingen (1706–1774), mit der er drei Töchter, darunter Maria Maximiliana von Stadion und zwei Söhne hatte; dazu adoptierte er den späteren Kanzler Georg Michael Frank von La Roche.
Anton Heinrich Friedrich von Stadion studierte an der Mainzer Universität Jura und Kameralwissenschaften. Auf einer seiner Kavalierstouren begegnete er Voltaire, der großen Eindruck auf ihn machte. Er machte sich Voltaires Einstellung zu eigen, so „dessen Ansichten über Jesuiten und Religion“ und „noch ferner den Verkehr mit dem Bahnbrecher aller Negation des Religiösen“.[1] Sein Vater trat 1737 von all seinen Ämtern am kurfürstlichen Hof zu Mainz zurück (er starb vier Jahre später) und machte damit den Weg für seinen Sohn als Nachfolger frei. Im gleichen Jahr ersteigerte er den Rollingschen Hof, der später in Stadioner Hof umbenannt wurde.