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Franz Ignaz Schwerdt besuchte das Gymnasium in Heiligenstadt und studierte anschließend Klassische Philologie an der Universitäten München und Bonn (1854–1855, bei Friedrich Ritschl, Otto Jahn und Friedrich Gottlieb Welcker) und an der Akademie Münster, wo ihn insbesondere der Gräzist Franz Winiewski prägte. Bei ihm wurde Schwerdt am 12. März 1856 mit einer Dissertation über Aischylos’ Tragödien zum Dr. phil. promoviert (magna cum laude). Mit dem kurz darauf bestandenen Lehramtsexamen begab sich Schwerdt nach Berlin, wo er sich eineinhalb Jahre lang am Seminar für gelehrte Schulen unter der Leitung von August Boeckh ausbilden ließ.
Zu Ostern 1858 nahm Schwerdt eine provisorische Lehrerstelle am katholischen Gymnasium zu Köln an. 1859 wechselte er als ordentlicher Lehrer an das Königliche Gymnasium zu Koblenz. Zu Ostern 1861 ging er als außerordentlicher Professor für Klassische Philologie an die Akademie Münster, der er zu diesem Zweck eine Habilitationsschrift über die Metrik der attischen Tragiker Aischylos, Sophokles und Euripides vorlegte. Schwerdt hielt Vorlesungen über griechische und lateinische Dichter und Historiker sowie über griechische Grammatik, Metrik und Topographie ab.
Nach dem Tod von Ferdinand Deycks stand Schwerdt auf der Vorschlagsliste für den ordentlichen Lehrstuhl für Lateinische Philologie. Allerdings wurde ihm der externe Kandidat Peter Langen vorgezogen.[2] Nach dieser Zurücksetzung legte Schwerdt seine Professur nieder und zog mit seiner Familie nach Bonn, wo er seitdem als Privatgelehrter lebte.
Schwerdt starb hochbetagt in Bad Homburg vor der Höhe. Seine letzte Ruhestätte fand er, wie seine Gattin zwei Jahre nach ihm, in der Familiengruft des Franz Dominicus Brentano auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.