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2.10.1519 Zürich, 25.12.1586 Zürich, reformiert, von Zürich. Sohn des Andreas Walther, Zimmermanns. 1) 1541 Regula Zwingli, Tochter des Huldrych Zwingli, 2) 1566 Anna Blarer, Tochter des Thomas, Bürgermeisters von Konstanz. Rudolf Gwalther war 1528 Heinrich Bullingers Schüler, der den Waisen 1532 zu sich aufnahm. 1538-1541 studierte Gwalther in Basel, Strassburg, Lausanne und Marburg. 1542 wurde er reformierter Pfarrer in Zürich (St. Peter), 1546 Dekan des Zürichseekapitels und 1575 als Nachfolger von Bullinger erster Pfarrer Zürichs am Grossmünster. Er wirkte nicht nur als bedeutender Prediger, sondern trat auch als Verfasser lateinischer Gedichte, Übersetzer (u.a. Psalter auf Deutsch, über 100 Auflagen; auf Lateinisch «Opera Zvinglii» 1544-1545) und Herausgeber hervor. Nachdem seine Predigten gegen den Papst als Antichrist 1546 zu Klagen der katholischen Orte an der Tagsatzung geführt hatten, veröffentlichte er erst wieder ab 1551 deutsche Predigten. Bis ins 18. Jahrhundert blieben seine lateinischen Homilien zu den Evangelien, zur Apostelgeschichte, zu einigen Paulus-Briefen und zu den zwölf kleinen Propheten (1553-1584, bis 1619 aufgelegt) sowie die «Archetypi homiliarum» (1587-1612) als gedruckte Konzepte eigener Predigtreihen viel benutzte Vorlagen. Gwalther unterhielt einen weit reichenden Briefwechsel und übte auf die englische Staatskirche Einfluss aus.
Quellen und Literatur
Antistes (lateinisch für Vorsteher; Plural Antistites) war schon in vorchristlicher Zeit die Bezeichnung für den Leiter einer Kultgemeinschaft. Es wurde später als Ehrentitel für Bischöfe, Äbte und den Papst benutzt. In den Schweizer Kantonen Zürich, Basel und Schaffhausen bezeichnete Antistes vom 16. bis 19. Jahrhundert das höchste Amt in den reformierten Kirchen. Der Ausdruck wurde erstmals 1525 gebraucht als inoffizieller Ehrentitel für Ulrich Zwingli in Zürich, dann 1530 für Johannes Oekolampad in Basel und 1532 für Heinrich Bullinger in Zürich.
Kurt Jakob Rüetschi: "Gwalther, Rudolf", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.03.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028298/2007-03-19/, konsultiert am 21.11.2024.