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Zur Blütezeit der Messingindustrie im 17. und 18. Jahrhundert waren in Stolberg etwa vierzig Kupfermeisterfamilien tätig. Die bekanntesten sind Beck, Dollart, Hansen, Lynen, Mewis, Momma, Peltzer, Prym, Schardinel, Schleicher, von Asten und Wuppermann. Auch die Hoeschs, die im Oberlauf des Vichtbaches als Reitmeister tätig waren, wirkten in Stolberg als Kupfermeister und kamen ursprünglich aus Aachen.
Schleicher (Variation: Slicher) ist die älteste und eine der bedeutendsten Kupfermeisterfamilien in Stolberg und im Aachener Raum. Vor allem durch die ehelichen und geschäftlichen Verbindungen der Familie Schleicher mit den im Raum Stolberg ebenfalls erfolgreichen Fabrikantenfamilien Hoesch, Peltzer, Prym, Lynen, von Asten und Anderen gehörte Stolberg über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Kupferindustrie Europas.
Am 30. Oktober 1617 erwarb die Kupfermeisterfamilie Schleicher den Bernardshammer. Leonhard II., der selbst im Kupferhof Schardt wohnte, hatte drei Söhne und eine Tochter. Der älteste Sohn Leonhard III. (* 1590, † 28. September 1660) sollte den Bernardshammer erhalten. Er war mit Gertrud Beck (* 1606, † 28. Juli 1669) verheiratet. Die Hochzeit fiel in die ersten Jahre des Dreißigjährigen Krieges. Das Paar lebte während des kompletten Krieges auf dem exponierten Hof, was sicherlich nicht ungefährlich war, denn speziell lothringische Truppen verwüsteten mehrfach das Vicht-Tal.
Der Erstgeborene Leonhard Schleichers III. war Leonhard Schleicher IV. (* 1624, † 8. August 1680). Er übernahm den Kupferhof und heiratete Sibilla Peltzer. Aus dieser Ehe gingen sechs Söhne und drei Töchter hervor. Leonhard IV. wirtschaftete so erfolgreich, dass er am 26. Januar 1679 als Kreditgeber für den Ort Gressenich auftrat, der Finanzhilfe aufgrund einquartierter französischer Truppen benötigte.