| Notizen |
- stud.theol. in Duisburg, 1784 Vikar in Dresden, 1785 Pfarrer in Lippstadt, Dr.theol., 1805 Konsistorialrat in der Münsterschen Kammer und Pfarrerebda., 1810 Mitglied der Neumärkischen Regierung in Königsberg(Neumark), 1811 Professor d.Theologie in Breslau, 1816 Pfarrer in Münster und Ratim Westfäl.Konsistorium, 1835 50jähr. Amtsjubiläum mit Dr.Möllerscher Stiftung Quellen: 208(201,205), 215(336),102(21),240(215) besuchte das Gymnasium in Lippstadt stud.theol. Duisburg (immatrikuliert 07.04.1780, 3 Jahre) ref. Vikar in Dresden (02.01.1784) ref. Pfarrer in Lippstadt (ordiniert und eingeführt 05.05.1785) Prof.theol. Duisburg (eingeführt 23.04.1788) Pfarrer und Konsistorialrat in Münster, angetreten 18.08.1805 ref.Pfarrer Königsberg, Neumark und Konsistorialrat seit 01.06.1810 Prof.theol. Breslau angetreten 03.11.1811, zugleich Regierungsrat dort 1.Pfarrer in Münster angetreten 01.10.1816, zugleich Konsistorialrat, seit 1835 Oberkonsistorialrat im Ruhestand seit 31.08.1839 Verfasser von: Vorschläge, das Katechisiren betreffend, Duisburg 1787 Zur Beförderung der Nutzbarkeit des Predigtamts und des theologischen Studiums, 1.Bd. Duisburg 1793 Ueber das Leben, den Charakter, die Verdienste und letzten Stunden J.G.Leiden- frosts, Duisburg 1795 Winke für angehende Religionslehrer, Duisburg 1800 Denkschrift zur Ehre des Namens und der Verdienste des Herrn J.P.Berg..., Cleve und Duisburg 1801 Empfehlung des Bibelstudiums für künftige Lehrer der Kirche, Breslau 1812 Johann Gottfried Christian Nonne...., Hamm 1822 6 gekrönte, ins Holländische übersetzte Preisschriften, 1795-1803 Mehrere Predigten; Commentatio de vi seculi in constituendo doctrina religionis suis finibus coercenda, Breslau 1813 Commentatio de genii ac indolis Evangelii Johannei priorumgue Evangeliorum diversa ratione rite definienda, Breslau 1816 Über ihn: H.Niemann, Stammbaum ... von der Familie Möller-Nottebohm, 1892 A.W.Möller, Friedrich Adolf Krummacher und seine Freunde, 2 Bde, Bremen 1849
Anton Wilhelm Peter Möller (* 25. August 1762 in Lippstadt; † 10. Mai 1846 in Münster) war ein deutscher evangelischer Geistlicher.
Leben
Anton Wilhelm Möller war der Sohn von Johann Anton Arnold Möller (1732–1806), Bürgermeister in Lippstadt, und dessen Ehefrau Maria Catharina, Tochter des Johann Dietrich Nottebohm (1685–1758), Hofmedicus in Mainz und Senator in Lippstadt. Sein Großvater war der Unternehmer Johann Theodor Möller. Seine Schwester Tochter Eleonore (1763–1844) heiratete den Theologen Friedrich Adolf Krummacher.
Er besuchte das Gymnasium in Lippstadt, studierte seit 1780 an der Universität Duisburg Theologie und wurde 1784 Vikar in Dresden. Am 5. Mai 1785 kehrte er nach Lippstadt zurück und trat sein Predigeramt an. Er promovierte am 23. April 1788 zum Dr. theol. und erhielt eine Anstellung als Professor der Theologie an der Universität Duisburg. Er eröffnete sein Lehramt mit der Rede Oratio inauguralis de conjungenda Philosophia cum Theologia. Einige seiner Studenten waren Oberkonsistorialrat Friedrich Ehrenberg, Bischof Wilhelm Ross, Generalsuperintendent Franz Friedrich Graeber und Generalsuperintendent Johann Abraham Küpper. Während seiner Zeit in Duisburg war er auch mit dem Philosophen Friedrich Plessing (1749–1806) befreundet, der von Goethe in dessen Werken Harzreise im Winter und Kampagne in Frankreich erwähnt wird.
Er erhielt 1804, nach dem Tod von Ludwig Friedrich August von Cölln (1753–1804), von der Fürstin Pauline von Lippe das Angebot, Generalsuperintendent in Detmold zu werden, was er jedoch ablehnte. Er gründete 1805 in Münster die evangelische Gemeinde, die überwiegend aus zugewanderten preußischen Beamten bestand, nachdem schon vorher Gottesdienste der „Garnison- und ersten protestantischen Kirche“ für die preußischen Militärangehörigen abgehalten wurden; dazu kam seine Wahl zum Konsistorialrat des Konsistoriums.
Kurz vor der französischen Fremdherrschaft, während deren Münster zum Hanseatischen Departement gehörte und Teil des Französischen Kaiserreichs war, wurde er 1810 Mitglied der neumärkischen Regierung in Königsberg in der Neumark und 1811 Professor an der Universität Breslau, mit der Ernennung zum Regierungsrat 1812.
Er kehrte er als Konsistorialrat und Prediger zurück nach Münster, das 1815 ein Teil Preußens und Hauptstadt der neu gegründeten Provinz Westfalen wurde. 1835 erfolgte seine Ernennung zum Oberkonsistorialrat.
1819 erhielt er einen Ruf an die Universität Bonn; er lehnte das Angebot jedoch ab, so dass sein Freund Johann Christian Wilhelm Augusti die Professur erhielt.
Anton Wilhelm Möller war verheiratet mit Friederika Eleonora Elisabeth Katharina (Friederike) (1770–1824), Tochter des Tuchfabrikanten Johann Albert Wilhelm Scheidt (1734–1787); von seinen Kindern sind namentlich bekannt:[1]
Arnold Wilhelm Möller (* 9. Oktober 1791 in Duisburg; † 1864 in Lübbecke), Erzieher des Erbprinzen Alexander Carl von Anhalt-Bernburg in Ballenstedt, Brigadeprediger und Pfarrer in Lübbecke;
Johann Jakob Julius Möller (1793–1877), Kaufmann und Handelskammerpräsident, verheiratet mit Anna Margarete (* 1802), Tochter des Kaufmanns Peter Jakob Wortmann;
Maria Henriette Eleonora (Eleonore) Möller (1800–1853), verheiratet mit Karl Friedrich Ferdinand Gessert (1792–1866), Pfarrer in Lienen, Halle, Heepen und Schwelm;
Albert Erhard Möller (1801–1829).
Die Grabrede hielt der Konsistorialrat und Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Münster, Jakob Hermann Daub.
Schriftstellerisches Wirken
Anton Wilhelm Möller beteiligte sich zwischen 1790 und 1803 viermal an den Preisaufgaben der Societas Hagana pro vindicanda religione christiana, die 1785 von einer Gruppe niederländischer protestantischer Geistlicher gegründet worden war, um die Kirche gegen damalige Angriffe zu schützen. Die Gesellschaft forderte zu Wettbewerbsaufgaben in den Themengebieten Religionswissenschaft, der christlichen Theologie und des kirchlichen Lebens auf und die Arbeiten konnten auf Niederländisch, Lateinisch, Deutsch oder Französisch eingereicht werden, die prämierten Werke wurden veröffentlicht. Seine auf Latein verfassten und in das Niederländische übersetzten Werke wurden alle mit dem großen goldenen Ehrenpreis prämiert und gedruckt.
Mit seiner Kanzelrede Ueber die Abzweckung des Christenthums auf Vereinigung der Menschen durch den schönsten und edelsten Herzensbund trat er 1805 sein Predigeramt an und ließ diese wiederholt drucken. Später veröffentlichte er zahlreiche seiner Predigten und verfasste theologische Schriften.
Ehrungen
1831 erhielt Anton Wilhelm Möller vom preußischen König, Friedrich Wilhelm IV., den Roten Adlerorden III. Klasse, 1835 die rote Schleife zu diesem Orden und 1845 schließlich den Roten Adler-Orden II. Klasse mit Eichenlaub.
|