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- Über die Herkunft Pelayos sowie die Vorgeschichte und den Verlauf seines Aufstands berichteten asturische Chroniken des 9. und 10. Jahrhunderts (Chronicon Albeldense, Redaktionen A und B der Chronik Alfons’ III.). Diese Quellen verherrlichten seine Taten, übertrieben sie und schmückten sie aus. Jan Prelog belegte 1980, dass diese Chroniken gefälscht waren.
Pelayo – eigentlich: Pelagius – stammte, wie die späten Quellen behaupten, aus einer vornehmen, romanisierten westgotischen Familie des Militäradels. Sein Name war rein römisch (St. Pelagius war ein beliebter Soldatenheiliger) und belegt, wie sehr die westgotische Oberschicht mittlerweile mit der spätantiken Kultur verschmolzen war. Ein Bericht, wonach er sogar von königlicher Abstammung war, mag Erfindung sein, wie Ludwig Vones 1993 schrieb,[2] doch ist zu beachten, dass viele westgotische Adlige unter ihren Vorfahren auch Angehörige einer der Königsfamilien hatten, so Yves Bonnaz.[3]
Sein Vater hieß Fafila und trug den lateinischen Titel dux. Als der Sohn und künftige Nachfolger des Königs Egica (687–702), Witiza, noch unter der Herrschaft seines Vaters in Tui in Galicien residierte, erschlug er Fafila im Streit, wie das Chronicon Albeldense berichtet. Derselben Quelle zufolge verbannte Witiza später, als er König war, Pelayo aus der Hauptstadt Toledo „wegen der besagten Angelegenheit des Vaters“.[4] Offenbar wollte er einer Rache Pelayos vorbeugen, zu der dieser Gelegenheit gehabt hätte, da er der königlichen Leibwache angehörte, die damals aus Aristokraten bestand. Als 710 nach dem Tode Witizas Roderich, der aus einem rivalisierenden Adelsgeschlecht stammte, zum König gewählt wurde, wurde Pelayo wieder Leibwächter (spatharius).[5] Doch schon im Juli 711 starb Roderich in der Schlacht am Río Guadalete im Kampf gegen die muslimische Invasionsstreitmacht aus Berbern und Arabern, die in den folgenden Jahren die Iberische Halbinsel eroberte.
Das Königreich Asturien (lateinisch Asturorum regnum) war der erste christliche Staat westgotisch-romanischer Prägung, der nach der muslimischen Eroberung der Iberischen Halbinsel (711–719) von einheimischen Rebellen geschaffen wurde. Es entstand aus dem zunächst winzigen Machtbereich des erfolgreich gegen die Muslime kämpfenden westgotischen Adligen Pelayo (* um 685; † 737, lateinisch Pelagius). Alfons I. (* 693, ♛ 739, † 750) schuf die territoriale Grundlage für das Überleben und die weitere Expansion des Staates. Den Höhepunkt seiner Macht erlangte das Königreich unter Alfons III. (* 848, ♛ 866–910, † 910). Er verlegte die Hauptstadt von Oviedo nach León und stellte damit die Weichen für die Entstehung des Königreichs León. Nach seiner Entmachtung im Jahr 910 wurde das asturische Königreich in drei Teilreiche (León, Galicien und Asturien) aufgeteilt. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 924 bestand es unter der Bezeichnung Königreich León fort.
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