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- ihr Onkel MAURIKIOS (lateinisch Flavius Mauricius Tiberius, mittelgriechisch Μαυρίκιος; * 539 in Arabissos; † 27. November 602 in Chalkedon) war vom 13. August 582 bis 27. November 602 KAISER DES OSTRÖMISCHEN REICHES und einer der wichtigsten spätantiken bzw. frühbyzantinischen Herrscher. Seine Regierungszeit war vor allem von Abwehrkämpfen an den Grenzen geprägt.
Flavius Mauricius Tiberius stammte aus Arabissos in Kappadokien und war ein erfolgreicher Feldherr, bevor er 582 den Thron bestieg. Wichtigste Quelle zu seiner Regierungszeit ist der griechische Historiker Theophylaktos Simokates, dessen Historien als letztes antikes Geschichtswerk gelten.
In dem bereits unter JUSTIN II. 572 erneut ausgebrochenen Krieg mit dem persischen Sassanidenreich (→ Römisch-Persische Kriege) war MAURIKIOS zunächst Teilnehmer von Waffenstillstandsdelegationen. Ende 577 wurde er als Nachfolger des Generals Justinian zum magister militum per Orientem ernannt und brachte den Persern 581 eine empfindliche Niederlage bei.
Ein Jahr später heiratete er, nunmehr Kommandeur (comes) der kaiserlichen Leibgarde (excubitores), Constantina, die Tochter des KAISERS TIBERIUS CONSTANTINUS, wurde von diesem zum CAESAR ernannt und folgte ihm am 13. August 582 als alleiniger Augustus auf dem Thron.
GERMANUS, der kurz zuvor gemeinsam mit Maurikios zum Caesar erhoben worden war, scheint auf das Kaisertum verzichtet zu haben. Maurikios übernahm einen offenbar fast bankrotten Staat, der Tributzahlungen an die AWAREN leisten musste, dessen Balkanprovinzen von den Slawen jährlich verwüstet wurden und der sich seit Jahren im Kriegszustand mit Persien befand.
Die römisch-persische Grenze in der Spätantike.
Den Krieg mit den Persern musste MAURIKIOS auch als Kaiser zunächst fortführen. 586 errangen seine Truppen bei Solachon nahe Dara erneut einen Sieg über die Perser, der aber folgenlos blieb.
Trotz einer ernstzunehmenden Meuterei im Jahr 588 hielt das kaiserliche Heer den Persern weitere zwei Jahre stand, bevor CHOSRAU II. 590 seinen Vater, denSASSANIDISCHEN GROSSKÖNIG HORMIZD IV., stürzte und tötete und kurz darauf selbst vor dem rebellischen Feldherrn BAHRAM TSCHOBIN an den Hof des Kaisers flüchtete.
Obwohl der Senat ihm davon abriet und CHOSRAUS Gegenspieler – nunmehr als Bahram (VI.) – zu sehr weitreichenden Zugeständnissen bereit war, unterstützte Maurikios schließlich Chosrau II. bei der Rückkehr auf den Thron. Zu diesem Zweck entsandte er Chosrau und dessen Getreue zusammen mit einem eigenen Heer unter dem erfahrenen magister militum Narses – nicht zu verwechseln mit Justinians gleichnamigem Feldherrn – nach Persien.
MAURIKIOS konnte den Krieg schließlich mit der Rückführung Chosraus und dem Sieg über den Usurpator Bahram Tschobin 591 zu einem für die Römer erfolgreichen Ende bringen. Wie vorher vereinbart, trat Chosrau, der vermutlich von Maurikios adoptiert worden war, zum Dank für die römische Hilfeleistung den Norden Mesopotamiens inklusive der vorher vielumkämpften Stadt Nisibis, Persarmenien bis zu einer Grenze unmittelbar westlich der Hauptstadt Dvin im Norden und bis zum Van-See im Süden sowie Iberien (Ostgeorgien) bis hin zur Hauptstadt Tiflis an Ostrom ab.
In der Folge zwang MAURIKIOS den Armeniern eine KIRCHENUNION mit KONSTANTINOPEL auf.
Familie
MAURIKIOS stammte aus relativ einfachen Verhältnissen. Sein Vater hieß PAULUS, und die Familie soll ursprünglich aus ROM gestammt haben. MAURIKIOS hatte mindestens einen Bruder (den oben erwähnten Petros) und zwei Schwestern: GORDIA (die den später sehr erfolgreichen GENERAL PHILIPPIKOS geheiratet hat, der sich vor allem im Kampf gegen die Perser bewährte) und die verwitwete THEOKTISTA.
Zusammen mit seiner Frau hatte er neun Kinder: den am 4. August 583 geborenen THEODOSIUS sowie TIBERIUS, PETRUS, PAULUS, JUSTIN, JUSTIAN, ANASTASIA, THEOKTISTAund KLEOPATRA. Seine Frau und seine drei Töchter wurden nach seinem Sturz erst in das Kloster Nea Metanoia verbannt und 604/605 hingerichtet. Obwohl der präsumtive Thronfolger THEODOSIUS wahrscheinlich 602 gemeinsam mit seinen Brüdern getötet wurde, präsentierte Chosrau II. später einige Zeit lang einen jungen Mann, dem er als angeblichem Theodosius zur oströmischen Krone verhelfen wolle.
PHOKAS (Flavius Focas) wurde sein Nachfolger(602-610)
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