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- Die Langobarden (lateinisch Langobardi, griechisch οἱ Λαγγοβάρδοι, auch Winniler) waren ein Teilstamm der Stammesgruppe der Sueben, eng mit den Semnonen verwandt, und damit ein elbgermanischer Stamm, der ursprünglich an der unteren Elbe siedelte.
Woher der Name der Langobarden stammt, ist unklar. Die „Langobardi“ bei Strabon (Die Geographie VII,1,3) werden als Ersterwähnung betrachtet.[2] Der langobardische Chronist Paulus Diaconus berichtet im 8. Jahrhundert von einer alten Sage (siehe Origo gentis). Demnach hießen die Langobarden einstmals Winniler. Diese wurden von den Vandalen bedroht, und beide Völker rüsteten zum Kampfe. Die Vandalen beteten zu Wodan, und er sagte ihnen, dass jene den Sieg erhielten, die er frühmorgens als erste erspähe. Gambara, die Mutter der winnilischen Herzöge Ibor und Agio, riet aber, zur Göttin Frea, der Frau Wodans, zu beten. Frea gab die Anweisung, dass die Frauen der Winniler frühmorgens sich im Osten aufstellen und ihre langen Haare wie Bärte vor das Gesicht binden sollten. Frühmorgens stand Frea zeitig auf und wendete das Bett Wodans nach Osten, und als er erwachte, sah er die Winnilerinnen und fragte erstaunt: „Wer sind diese Langbärte?“ Da entgegnete Frea: „Du hast ihnen den Namen gegeben, nun gib ihnen den Sieg!“ So siegten die Winniler über die Vandalen, und seither nennen sie sich Langobarden.
Auch in der Forschung ist die Herleitung des Namens umstritten. Klar ist, dass die Schilderung des Paulus Diaconus topische Elemente enthält, zumal lange Barttracht kein besonderes Kennzeichen nur der Langobarden war. Dennoch wird auch in der neueren Forschung die Herleitung Langobarden von Langbärte aus philologischen Gründen für durchaus wahrscheinlich gehalten, wobei von einer ursprünglichen Fremdbezeichnung ausgegangen wird. Eine in der Forschung erwogene alternative Bezeichnung nach einer stammestypischen Streitaxt wird hingegen als problematischer angesehen.
Seit Juni 2011 ist eine Gruppe von wichtigen Gebäuden unter dem Titel Die Langobarden in Italien, Orte der Macht (568 bis 774 n. Chr.) in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden. Die Gebäude umfassen die wichtigsten monumentalen Zeugnisse der Langobarden, die auf italienischem Boden an sieben verschiedenen Orten zu finden sind. Diese sind Cividale del Friuli, Brescia, Castelseprio Torba, Spoleto, Campello sul Clitunno, Benevento, Monte Sant’Angelo. Sie erstrecken sich vom Norden der Halbinsel bis in den Süden, wo die Herrschaftsgebiete der wichtigsten langobardischen Herzogtümer waren.
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