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Erwigs Vater Ardabastus war aus dem Oströmischen Reich als Verbannter ins Westgotenreich gekommen. Der Name Ardabastus (Artavasdes) deutet auf armenische Herkunft (armenisch Artawazd). Der Westgotenkönig Chindaswinth (642–653) gab dem Flüchtling seine consubrina (Cousine oder – wahrscheinlicher – Nichte) zur Frau. Somit stammte Erwig mütterlicherseits von einer Königsfamilie ab.
Erwig wuchs am Hof auf und erhielt die Würde eines Grafen. Nach der Darstellung asturischer Chroniken des 9./10. Jahrhunderts war er maßgeblich am Sturz König Wambas im Oktober 680 beteiligt. Die Einzelheiten sind umstritten, aber dass Wamba durch eine von Erwig eingefädelte Hofintrige entmachtet wurde, ist kaum zu bezweifeln.[2] Die Chronik Alfons’ III. berichtet, dass Erwig dem König das Nervengift Spartein in ein Getränk mischte und ihn damit vorübergehend betäubte. Jedenfalls erhielt Wamba als vermeintlich Todkranker das Bußsakrament und wurde nach damaligem Brauch mit einem Ordensgewand bekleidet und durch die Tonsur in den geistlichen Stand aufgenommen. Damit wurde er regierungsunfähig. Er dankte am 14. Oktober 680 ab, unterschrieb ein Dokument, durch das er Erwig zum Nachfolger bestimmte, und zog sich in ein Kloster zurück, wo er spätestens 683 starb. Am 15. Oktober trat Erwig die Regierung an; eine Königswahl fand nicht statt, sondern die Rechtsgrundlage war die Designation durch den Vorgänger. Am 21. Oktober empfing Erwig die Königssalbung durch den Metropoliten Julian von Toledo. In der neueren Forschung wird vermutet, dass Julian den Staatsstreich begrüßt und sogar aktiv unterstützt hat.