| Notizen |
- Peter de Spina III., geboren am 24. Januar 1592 zu Aachen. Dieser – ebenfalls Mediciner – studirte zu Paris, Padua und Basel, promovirte 1615, kam 1620 als Professor nach Heidelberg und übernahm nach seines Vaters Tode dessen Aemter. Die Kriegsunruhen veraulaßten ihn, 1628 Heidelberg zu verlassen; er wandte sich nach Darmstadt und wurde hier Leibarzt des Landgrafen; 1633 kehrte er nach Heidelberg zurück, verließ die Universität aber 1635 schon wieder, um nach Frankfurt a. M. als Physicus Primarius überzusiedeln. Er starb daselbst am 23. März 1655. Peter de S. III war einer der berühmtesten Aerzte seiner Zeit und vielfach von fürstlichen Personen in Anspruch genommen. Als hochgeschätzter und renommierter Arzt hatte de Spina III Patienten wie Friedrich V. von Böhmen oder Georg II von Hessen-Darmstadt. 1641 erneuerte Ferdinand III. seinen Adelstand.
Studium in Heidelberg 1605 (Matrikel der Universität Heidelberg am 4.5.1605, "Aquisgranensis, doctoris Petri Spinae filius, gratis"). Studien an den Universitäten Paris, Padua und Basel 1615 (Matrikel der Universität Basel - siehe www.e-codices.ch - im Juni 1615, "Aquisgranensis"); Promotion 1615 in Basel; Matrikel der Universität Heidelberg am 9.11.1616, "Aquensis, medicinae doctor, gratis"; S. folgte 1620 in der väterlichen Tradition einem Ruf als Professor nach Heidelberg. Zusammen mit seinem Vater rettete er das Universitätsarchiv nach Heilbronn vor der Einnahme Heidelbergs durch den Feldherrn Tilly 1622 im Dreißigjährigen Krieg. Von Heilbronn aus gelangte das Archiv über Frankfurt am Main nach Frankenthal, bis Peter de Spina III. es 1651 persönlich an den Kurfürsten zurückgab. Die Festrede, die Peter de Spina darüber am 19. Juli 1651 in Heidelberg hielt, wurde noch im gleichen Jahr in Frankfurt gedruckt. Vor der Einnahme Heidelbergs durch Tilly floh Peter de Spina nach Darmstadt und wurde hier Leibarzt des Landgrafen Georg II. von Hessen-Darmstadt, war 1626 wieder in Heidelberg (Matrikel der Universität Heidelberg am 1.3.1626, Anm. 6) und ebenso während der schwedischen Besetzung 1633/35. Nach 1635 ließ er sich schließlich in Frankfurt am Main als „Physicus Primarius“ nieder (Wikipedia). Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Dienstbriefe, Sign. 983: Bestellung zum Stadtarzt am 8.1.1636 mit einer Besoldung von jährlich 60 Gulden zu 15 Batzen und 10 Achtel Korn. Stadtphysikus zu Frankfurt am Main (1655).
Haus Neukirch in Heidelberg
Das hier zu sehende Barockpalais wurde 1724 durch Johann Jakob Rischer als Wohnsitz des kurpfälzischen Hofgerichtsrats und Stadtschultheißes Burkhard Neukirch errichtet. Heute wird das Gebäude vom Soziologischen Institut der Universität und der Hochschule für Jüdische Studien genutzt. Ferner ist hier das Dekanat der Philosophisch-Historischen Fakultät untergebracht.
Das Anwesen hatte mindestens zwei Vorgängerbauten. Über den ersten von beiden weiß man, auf Grund einer Urkunde vom 25. Juli 1564, daß er zu diesem Zeitpunkt den Erben des in kurfürstlichen Diensten stehenden Peter Engelhardt gehörte. 1588 von Balthasar Weidenkopf und dessen Familie bewohnt, ging das Anwesen zwischen 1588 und 1598 in den Besitz von Jonas Kistner über, der Ratsmitglied der Stadt und 1613 Bürgermeister war. 1614 hat Kistner an der Stelle des bisherigen Gebäudes ein neues erbauen lassen. Nachdem Kistner 1618/19 gestorben war ohne einen Sohn zu hinterlassen, kaufte der kurfürstliche Leibarzt und Professor der Medizin Peter von Spina das Haus. Nach seinem Tod ging das Anwesen auf dessen Sohn über, der es 1655 an seine beiden ältesten Töchter weitervererbte. Das Haus wurde zu diesem Zweck in zwei Hälften aufgeteilt, wobei Klaudine Elisabeth von Spina die östliche Hälfte (Hauptstraße 120) und Agathe Agnes von Spina die westliche Hälfte (Hauptstraße 118) erhielt. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde 1689 die östliche Hälfte des Hauses beschädigt. Die westliche Hälfte wurde nach dem Tod Agathe Agnes von Spina 1691 von Burkhard Neukirch und seiner Gemahlin Anna Maria geb. Cochem bewohnt. Am 15. Februar 1699 kaufte Neukirch zunächst den östlichen Teil und am 11. April 1699 auch den westlichen Teil. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts baute er auf dem Grundstück Hauptstraße 120 das bis heute stehende, links abgebildete Haus.
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