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- Percy (ursprünglich auch Perci) war über weite Teile des Mittelalters die mächtigste Familie in Nordengland.
Die Familie geht zurück auf den normannischen Adligen William de Percy aus Percy-en-Auge in der Normandie. Dieser hatte an der normannischen Eroberung Englands teilgenommen.
Mitglieder der Familie wurden erstmals 1377 zum Earl of Northumberland und 1766 zum Duke of Northumberland erhoben und führen diese Titel bis heute. Ähnlich wie bei ihren Rivalen, dem Haus Neville, wurde der Name Percy auch dann weitergegeben, wenn er in weiblicher Linie vererbt wurde.
Die Percy stammen angeblich von einem dänischen Raubritter namens Mainfred ab, der sich im 9. Jahrhundert im Pays de Caux nordwestlich von Rouen niedergelassen hatte. Sein Nachkomme William de Percy wurde nach seiner Umsiedlung nach England spätestens im Rahmen des Harrying of the North 1072 mit der feudalen Baronie Topcliffe in North Yorkshire belehnt.
Angeblich kam Percy bereits 1067 im Gefolge von Hugh d’Avranches nach Nordengland, dies ist jedoch wohl nur eine Behauptung der Mönche von Whitby. Diese behaupteten, dass Percy ihnen damals bereits die Kirchen von Whitby und Flamborough geschenkt hätte. Spätestens als Wilhelm der Eroberer im August 1072 einen Vorstoß nach Schottland unternahm, gehörte Percy jedoch zum normannischen Heer. Anschließend überwachte er unter dem Befehl von Hugh fitz Baldric, dem Sheriff von York, den Wiederaufbau von York Castle. Kurz nach 1077 stiftete er Whitby Abbey, die kurz zuvor von dem Einsiedler Reinfrid, einem ehemaligen Mönch aus Evesham Abbey, wieder gegründet worden war, umfangreiche Besitzungen. Wenig später kam es jedoch aus nicht mehr bekannten Gründen zu einer Spaltung des Konvents. Abt Stephen († 1112) und der Großteil der Mönche zogen nach Lastingham, dass dem König gehörte, während Prior Reinfrid mit den verbliebenen Mönchen mit Zustimmung Percys nach Hackness zogen, wo sie sicherer vor Überfällen von Seeräubern waren. Vermutlich versuchte Percy die unter der Verwaltung von Abt Stephen stehenden Teile seiner Stiftung zurückzufordern, um sie wieder an Reinfrid zu übergeben. Erst um 1090, spätestens 1096, als Percy beträchtliche Besitzungen des Klosters bestätigte, kehrten die Mönche nach Whitby zurück. Später wurde Percys Bruder Serlo de Percy Prior von Whitby, während der Herrschaft von Heinrich I. wurde sein Neffe William de Percy Abt.
Nach dem Domesday Book besaß Percy 1086 als Vasall von Earl Hugh d’Avranches die Herrschaft von Whitby und Sneaton in Yorkshire, dazu besaß er als Kronvasall weitere Güter in Yorkshire, in Lindsey, in Nottinghamshire und in Hampshire. Er besaß Häuser sowie die Kirche St Mary in York. Allein aus seinen Gütern in Yorkshire bezog er jährliche Einkünfte von über £ 64. Dazu hielt er als Vasall der Bischöfe von Durham auch Güter in Scorbrough in Yorkshire sowie in weiteren Orten. Um 1086 wird er als Zeuge genannt, als die Abtei von Fécamp in der Normandie sich in einem Streit an den König wandte. Zwischen 1091 und 1095 wird er mehrfach als Zeuge von Urkunden von König Wilhelm II. genannt. In Topcliffe, Spofforth, Sneaton und Hackness in Yorkshire errichtete er Burgen.
1096 brach er im Kontingent Herzog Roberts II. von der Normandie zum Ersten Kreuzzug auf. Er starb in Palästina, angeblich in Sichtweite der Stadt Jerusalem. Sein Leichnam wurde in Antiochia begraben. Sein Herz wurde nach England zurückgebracht und in Whitby Abbey bestattet.[2] Sein Erbe wurde sein Sohn Alan de Percy.
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