Notizen |
- ´Wienand von Motzfeld ward von Catharina von NESSELRODE ein Vatter Johann FRANZENS VON MOTZFELD, Burggrafen auf dem Schloss Bensberg, Kellners daselbst, wie auch zu Lullsdorf. Comandanten auf dem Schloss Blanckenberg, dasselbst eheliebste MARGARETHA VON DER LIEPP, genannt HOHN, vom Hause BROICH ihm geboren WILHELM VON MOTZFELD.`
Die erste Besiedlung im Raum BENSBERG erfolgte etwa im ersten Jahrhundert v. Chr. mit der Errichtung der Erdenburg, einer Wallburg mit einem 3-fachen Befestigungssystem von Gräben, Wällen und Palisaden auf einem Bergrücken zwischen BENSBERG und MOITZFELD. Der Zeit entsprechend folgerte man daraus, dass die Erdenburg von einem germanischen Stamm angelegt worden sei und in den Auseinandersetzungen mit den Römern im nahen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) eine Rolle gespielt habe.
957
Erste Erwähnung als "Castrum banni", eine Burg oder burgähnliche Befestigungsanlage (vermutlich die sogenannte Nordburg). Ausbau der Burg erfolgte etwa Mitte des 12. Jahrhunderts als Bollwerk des südlichen Teils der Grafschaft Berg (Archiv Bergischer Geschichtsverein).
1003
Die Burg Bensberg (späteres Altes Schloß) angeblich erstmals urkundlich erwähnt (belastbare Nachweise fehlen). Der Name der Burg und des Ortes Bensberg erscheint im Mittelalter in Urkunden in den verschiedensten Formen: Bensburc, Bensbur, Bensbure, Benspur, Baensbur, Baynsbur, Baynsbure, Beentzbur, Bainsbuir, Baynsbuir, Vansbuir, Vanbure. Seit dem 14. Jahrhundert findet man auch Baensberg, Bensbergh und schließlich Bensberg
1101 - 1225
Regierungszeit der Grafen von Berg. Das Bergische Land erhält nach diesem Grafengeschlecht seinen Namen.
1138 - 1139
erste nachgewiesene Nennung Bensbergs und eines Bensbergers in einer Urkunde. Wicherus de Benesbure, Wicher von Bensberg war der erste urkundliche überlieferte Bensberger. 1138/39 wird Wicher in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Arnold I. als Siegelzeuge genannt.
1218
wird mit Engelbert II., Erzbischof von Köln, einer der mächtigsten Reichsfürsten seiner Zeit, Burggraf in Bensberg. Wird von Friedrich II. während dessen Aufenthalt in Italien zum Reichsverweser eingesetzt und zum Vormund und Erzieher des jungen Königssohnes Heinrich bestellt, den er im Jahr 1222 in Aachen zum König Heinrich VII. krönte. Er blieb bis zum Tod dessen Vormund und war damit die politisch stärkste Person des Reiches. Engelbert II. soll sich gerne auf der Burg Bensberg aufgehalten haben, und diese weiter ausgebaut und verschönert haben. Mit seiner Ermordung am 7. November 1225 stirbt das Geschlecht der Grafen von Berg in männlicher Linie aus. Der Mörder wurde in Köln auf's Rad geflochten, und Schloß Bensberg soll von den Kölner Bürgern, die über den Mord erzürnt waren, erstürmt und teilweise zerstört worden sein. Verbürgt ist dies freilich nicht.
Sein Leichnam wurde im Kölner Dom begraben und seine Gebeine werden heute in einem barocken Schrein, den Erzbischof Ferdinand von Bayern fertigen ließ, aufbewahrt. Er wird von vielen als Heiliger verehrt, wurde aber nie offiziell heilig gesprochen. Sein Nachfolger Heinrich von Müllenark beauftragte den Mönch Caesarius von Heisterbach eine Biografie zu verfassen, wahrscheinlich um die Heiligsprechung vorzubereiten. Das "Herz des Heiligen" wird als Reliquie im Altenberger Dom aufbewahrt.
1230
Bensberg wird vom Kölner Erzbischof und den Kölner Bürgern belagert. Heinrich III. von Limburg, der zwischenzeitlich die Grafschaft von Berg übernommen hatte, war mit dem Erzbischof wegen der Abtei Siegburg in Streit geraten. Bensberg hält stand.
Konrad von Hochstaden, der nächste Erzbischof von Köln - er legt 1228 den Grundstein zum Kölner Dom und erschließt die Bensberger Gegend dem Erzbergbau - zieht ebenfalls gegen den Grafen Heinrich ins Feld. Die Umgebung der Burg läßt er verwüsten.
Heinrichs Nachfolger, Graf Adolf IV. (1247 - 1259) war wohl nicht besonders nachtragend: Als sich die Kölner mit ihrem Erzbischof Konrad von Hochstaden streiten, steht Graf Adolf ihm bei. Er schlägt die Kölner Bürger, die von Dünnwald aus gegen Bensberg vorgerückt waren, und wirft sie über den Rhein zurück.
1288
Die Bensberger fehlen auch nicht in der blutigen Schlacht, die am 5. Juli 1288 bei Worringen geschlagen wird. Mit dem Schlachtruf ''Berge romryk'' (Berg ruhmreich) stürmen die Bergischen Bauern unter Führung des Laienbruders Walter Dodde zusammen mit den Kölnern gegen das gepanzerte Ritterheer des Grafen Rainald von Geldern und dessen Verbündeten, dem Erzbischof von Köln. So verhelfen sie ihrem Grafen Adolf V (1259 - 1296) und seinen Bundesgenossen zum Sieg. Geschichtlich nicht verbürgt ist die Rache, die der Erzbischof für diese Niederlage an Graf Adolf genommen haben soll: So soll der Erzbischof den Grafen heimtückisch auf dem Ritt nach Köln überfallen und gefangen genommen haben, nachdem er von ihm in Bensberg fürstlich bewirtet worden war.
1350
Bensberg wird erstmals Amtssitz.
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