Strauss Genealogie


Notizen


Treffer 751 bis 800 von 6,111

      «Zurück «1 ... 12 13 14 15 16 17 18 19 20 ... 123» Vorwärts»

 #   Notizen   Verknüpft mit 
751 Altenbockum (auch Alten-Bockum, Aldenbockum, Grimberg genannt Altenbockum, Oldenbockum und Alten-Bockum) ist der Name eines uradligen Geschlechts aus Westfalen. 1307 wurde Wennemar von Grimberg, auch Wennemar von Aldenbockum genannt, urkundlich als Ritter und Burgmann des Grafen Eberhard I. von der Mark[1][2] benannt.[3] Aus dem Stammhaus Schloss Grimberg gründete sich die Stammlinie Grimberg, später auch als Grimberg genannt Altenbockum, bekannt, aus der im 16. Jahrhundert einige Mitglieder in das Herzogtum Kurland und Semgallen und nach Livland auswanderten. Deren Linien begannen mit Karl von Altenbockum, Herr auf Weweßen, Klanen (bei Talsi) und Uggenzehm,[4] von dem wiederum die weiteren Linien in Hessen und Sachsen abstammen.


Herkunft des uradligen Geschlechts

Schloss Grimberg auf einer Postkarte aus dem Jahr 1913
Das besagte Geschlecht stammt aus der Grafschaft Mark und nannte sich vormalig Grimberg, da sie aus dem Ort mit dem Schloss Grimberg stammten. Später übernahmen sie mehrheitlich den Namen der Ortschaft „Altenbockum“, welche im Amt Blankenstein lag und ihnen durch Heirat, Eroberung oder Erbe zugefallen war. Johann von der Berswordt schrieb im Westphälisch adlich Stammbuch, S. 417: „Grimberg zum Grimberg im Ambt Bochumb“. Und vorher setzt er †: „Nobilis familia Marcana Alenbaeckum haud pridem emorta“.[5] Nachfolgend werden Personen mit dem Namen Grimberg, genannt Altenbockem und Altenbockem, in der weiteren Historie erwähnt:

1307 Wenmar von und zu Grimberg, (Winemarus miles de Grintberg) ist vermutlich derjenige, dem 1328 ein versiegelter Brief zugeordnet werden kann. Auf diesem Siegel ist ein Ring mit der Umschrift: „Wenmar de Grymberghe, Miles“.
1411 Johann von Aldenbockum, Wilm von Büren und Bernd von Strünckede führten Krieg mit dem Erzbischof Friedrich zu Köln
1512 Johan von Aldenbockum erbte Bergkamen
1544 Casper von Aldenbockum ging nach Livland
1569 Neveling von Aldenbockum, Herr zu Werne. Administrator der Hochstifte Osnabrück und Paderborn.

Weitere Stammlinien

Gemeindewappen von Rünthe (Ring stammt aus dem Familienwappen der Herren von Altenbockum)
Es existieren weitere Geschlechtertafeln, zu ihnen gehörten: Aldenbockum zur Wisch,[6] Aldenbeckum zur Heyde, Aldenbockum zu Altenmengede,[7] Aldenbockum zu Tyll und Altenbockum zur Rünte.

Stammtafel Grimberg in Westfalen
Wennemar (I.) von Grimberg (um 1220–1271), urkundlicher Ritter 1263–1271
Wennemar (II.) von Grimberg (um 1255–1282), urkundlicher Ritter 1278–1282 in Grimberg
Wennemar (III.) von Grimberg (um 1265–1336), Ritter und Herr zu Altenbockum
Wennemar (IV.) „der Jüngere“ von Grimberg genannt von Altenbockum (1306–1371), urkundlicher Ritter 1289–1337, Herr zu Altenbockum
Johann von Grimberg genannt von Altenbockum (* um 1305; † um 1350 in Altenbockum)
Dietrich von Griemberg „der Alte“ genannt von Altenbockum zur Heyde (* um 1350; † um 1380 in Altenbockum)
Johann von Grimberg genannt Altenbockum „der Alte“ (um 1395–1454), Herr zu Altenbockum
Johann von Grimberg genannt von Altenbockum zu Wisch (* um 1440–1487), Ritter, Drost zu Bochum
Johann von Grimberg genannt von Altenbeckum, Herr zu Wisch (1497–1514), Drost zu Bochum und Goch
Johann von Grimberg genannt Altenbockum, Herr zu Wisch[8][9]
Diedrich von Grimberg genannt von Altenbockum (* um 1520), Herr zu Altenmengede[10]
Stammtafel Livland und Kurland
Dietrich von Altenbockum war von 1476 bis 1483 Vogt von Kandau in Livland und von 1484 bis 1490 Komtur von Goldingen.[11] Damit stellten die Altenbockums zum ersten Mal einen Ritterbruder[12] für den Deutschen Orden in Livland. Durch Dietrichs Vermittlung dürfte auch Johann von Altenbockum nach Kurland gekommen sein, für den die vorliegende Urkunde den frühesten Nachweis darstellt.[13] Noch aus demselben Jahr 1492 datiert eine weitere Verkaufsurkunde über Ösulschem Besitz an Johann von Altenbockum.[14] In Livland und Kurland lebten nachfolgende Familienmitglieder:

Johan (II.) von Aldenbockum (* zwischen 1450 und 1510), Herr von Altenbockum, seit 1493 Ritter, urkundliche erwähnt 1500, zog nach Ostpreußen, 1517 tot auf Karkeln,[15] ihm folgten im männlichen Stamm:
Philipp von Altenbockum (* zwischen 1490 und 1544), Herr auf Kallitzen
Johann (III.) von Altenbockum (1510–1570), Herr auf Dursuppen und Zehren ⚭ Elisabeth von Hahn (zwischen 1462 und 1533)
Heinrich (I.) von Altenbockum († 1618), Herr auf Zehren und Rinkuln,
Heinrich (II.) von Altenbockum (* um 1610; † vor 1653), Erbherr auf Zehren und Dursuppen
Jan Henryk (Johann Heinrich) von Altenbockum (* um 1640; † um 1685), polnische Linie, königlich polnischer Oberst ⚭ Konstancja Tekla von Branicka (* um 1658)
Jan Kazimierz de Alten-Bokum (1666–1721) , Bischof von Kulm[16] in Polen
Konstancja von Altenbockum (1680–1743), Mätresse Augusts des Starken
Weitere Namensnennungen in Kurland

Wappen des Herzogtums Kurland und Semgallen
Das Geschlecht „von dem Grimberg genannt Altenbockum“ wird im Verzeichnis sämtlicher zum Kurländischen Indigenatsadel gehörigen Geschlechter geführt.[17]

Im Baltischen Wappenbuch werden sie als „von dem Grimberg gen. Altenbockum“, ein im Kurland ausgestorbener Uradel, aufgeführt. Es wird darauf hingewiesen, dass sie in Preußen als „Altenbockum“ weiterblühten.[18] Nachweislich waren zwischen 1700 und 1800 aus dem Geschlecht folgende Offiziere im preußischen Diensten: Johan Ernst von Alten-Bockum, Johann Ernst aus Kurland, Johann Friedrich von Alten-Bockum aus Kurland und Samuel von Alten-Bockum aus Litauen.[19] In einer Vielzahl von Lehns-, Kauf- und Pfandurkunden, Dokumente über Eheberedungen, Grenzbegehungen, gerichtliche Auseinandersetzungen, Rentengeschäfte und andere mehr wird über das Leben derer von Altenbockum Auskunft erteilt, wobei auch hier die Schreibweisen von Oldenbokem über Oldenbukem bis Altenbockem reichen. Alle Urkunden stammen aus dem Bereich Goldingen.[20] Im Allgemeinen Schriftsteller- und Gelehrten-Lexicon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland, Band 1 werden Georg Friedrich von Alten-Bockum, Erbherr auf Popraggen in Kurland (* 14. Juni 1734; † 1788) mit dem Titel „Vorläufige Gedanken, wozu die Verbesserung der Gesetze des königlich piltenschen Kreises Anlass gegeben, entworfen von einem Einsassen des Kreises. Mitau, 1777. Eine Fortsetzung hinterließ er in der Handschrift“ und Gerhard Georg von Alten-Bockum (* in Kurland 1732), Major in kaiserlich-russischen Diensten mit einem Schriftstück, welches er seinem Vater G.G.v. alten Bockum (Mitau ohne Jahresangabe) widmete.[21]

Neu-Kurland

Kurländische Kolonisierung Tobagos (lettische Briefmarke, 2001)
Die Insel Tobago, deren Name sich von Tabak ableitet, wurde bereits von Kolumbus entdeckt. Im 17. Jahrhundert stritten Franzosen, Briten, Niederländer und Kurländer um die Herrschaft über die Insel. Das Herzogtum Kurland und Semgallen schickte sich an, sich im Jahre 1682 an der Verteilung der Kolonialländer zu beteiligen.[22] Der kurländische Herzog Friedrich Casimir setzte die Kolonialpolitik seines Vaters fort. Nach mehreren misslungenen Verhandlungen und gewaltsamen Inbesitznahmen der Insel Tobago entsandte er 1687, trotzt laufender Verhandlungen in London, den Landmarschall Dietrich von Altenbockum mit 400 Soldaten und 1000 Siedlern nach Tobago.[23] Zunächst gelang es ihm sich auf der Insel festzusetzen, infolge einer Verletzung starb Altenbockum jedoch im Jahre 1688. Die Ansiedlung der Kurländer geriet um 1689 ins Stocken und wurde zwischen 1690 und 1691 vom Herzog aufgegeben.[24]

→ Hauptartikel: Kurländische Kolonialgeschichte
Hessisch-sächsische Linien Alten-Bockum
Karl von Altenbockum emigrierte um 1600 von Westfalen in das Herzogtum Kurland und Semgallen, er wurde Herr auf Weweßen, Klanen und Uggenzehm[25]

Christoph Heinrich von Altenbockum (* 1652), Herr auf Klanen ⚭ Anna Maria von Mirbach (1677–1755)
Christoph Heinrich von Altenbockum (1705–1758), Herr auf Alt-Drogen ⚭ Otilie von Hahn (1713–1776)
Ernst Eberhard von Altenbrockum (* 1737 in Altroggen; † 1795 in Duisburg), landgräflicher hessisch-kasselscher Oberstleutnant ⚭ Charlotte von und zu Gilsa (1774–1815)
Karl Ferdinand von Alten-Bockum (1786–1841), kurfürstlich hessischer Generalmajor ⚭ Ottilie Klementine von Carlowitz (1804–1886)
Carl von Altenbockum (1842–1910), königlich preußischer Konsistorialpräsident
Hans von Altenbockum (* 1875 in Kassel; † 1953 in Hausen, Kr. Ziegenhain), Herr auf Muttrin (Kreis Belgard), preußischer Hauptmann ⚭ Karola von Grünberg (* 1878; † 1979): u. a.
Ursula von Altenbockum (* 1907 in Berlin), unvermählt
Wennemar von Altenbockum (* 1908 in Dortmund) ⚭ Ulrike von Rohr (* 1926 in Plessow), fünf Kinder; lebten zeitweise in Angola
Elisabeth von Altenbockum (* 1911 in Muttrin; † vermisst 1945), unvermählt
Ernst-Eberhard von Altenbockum (* 1917 in Muttrin; † 15. September 1939 Warschau-Praga), Leutnant
Hans-Kaspar von Altenbockum (* 1923 in Muttrin) ⚭ Ingeborg von Bassewitz (* 1935 in Parchim)
Jasper von Altenbockum (* 1962 in Schwäbisch Hall), Journalist
Karola von Altenbockum (* 1925 in Muttrin; † 1950 in Marburg/Lahn), Wirtschaftsgehilfin
Georg von Altenbockum (* 1876 in Osnabrück; † 1954 in Enger, Westf.), preußischer Leutnant ⚭ Maximiliane von Friesen auf Teschendorf (* 1880; † 1939)
Friedrich Gerhard von Alten-Bockum (* 1747; † 1826 in Dresden), königlich sächsischer Oberst ⚭ Johanna Dorothea Jünger (* 1774)
Eduard Friedrich Ferdinand von Alten-Bockum (* 1801 in Chemnitz) ⚭ Emma Seidel (1813–1886)

Wappen im Baltischen Wappenbuch von 1882
Wappen
Im schwarzen Wappenschild mittig ein silberner Ring. Auf dem Helm, mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender (silbern-geflügelter) schwarzer Hund mit silbernem Halsband (gelegentlich auch Greif, dessen Brust mit einem silbernen Ringe belegt ist).[26][27]
Das Wappen der kurländischen Linie zeigt in Schwarz einen goldenen Ring. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein wachsender, goldbehalsbandeter, rot-bezungter schwarzer Rüde, dessen Brust mit einem goldenen Ring belegt ist, zwischen einem rechts von Schwarz, Gold und Schwarz und links von Gold, Schwarz und Gold geteilten offenen Flug. 
VON ALTENBOCKUHM, Kathrin (I45839)
 
752 Alter bei 1. Ehe [0 Jahre] erreicht nicht Mindestalter [12 Jahre].
David ALTHER / Katharina STÄHLIN 
ALTHER, David (I15817)
 
753 Alter bei 1. Ehe [0 Jahre] erreicht nicht Mindestalter [12 Jahre].
David ALTHER / Katharina STÄHLIN 
Familie: ALTHER, David / STÄHLIN, Katharina (F6812)
 
754 Alter: 3 Tage  RANDOLL, Johann Jacob (I2347)
 
755 Alter: 42 Jahre
Laut Nahrungszettel vom 21.02.1721 betreibt er kein Gewerbe, sondern muß sich in die Kost seines Schwagers (Adam Rauh!) begeben, weil er wohl nicht im Verstand fundiert ist. 
RANDOLL, Johann Adam (I632)
 
756 Alter: 59/6/15
Ackermann in Weinheim, Bürgerannahme 21.08.1786
(der ackernde Bauer, im Dienste des Grundherrn) 
RANDOLL, Johann Philipp (I314)
 
757 Alter: 71/9/29 RANDOLL, Philipp (I2349)
 
758 Alter: 75/5/26 RANDOLL, Anna Rosina (I2348)
 
759 Alter: 83/7/12 RANDOLL, Anna Barbara (I2352)
 
760 Alter: 84/4/28 RANDOLL, Susanna (I2353)
 
761 Alter: 91/1/9
Ackermann in Weinheim, Bürgerannahme lt. Ratsprotokoll 11.02.1775
Lt. Allmendbuch 16.02.1775  
RANDOLL, Johann Georg (I310)
 
762 Alter: vermutlich früh RANDOLL, Johann Georg (I2350)
 
763 Alter: vermutlich früh RANDOLL, Anna Barbara (I2351)
 
764 Ältere Schwester von Maria Salome  ROTHENGATTER, Maria Christiane (I389)
 
765 Altes Zürcher Bürgergeschlecht. Als Stammvater gilt der Metzger Ludwig von Heitersheim (Breisgau), der als Dank für seinen Einsatz im St. Galler Krieg 1490 das Bürgerrecht erhielt. Bis ins 17. Jh. waren die meisten B. Metzger und gehörten der Zunft zum Widder an. Ende des 16. Jh. teilte sich das Geschlecht in drei Linien: Die Ludwig'sche Linie, der praktisch nur Metzger angehörten, erlosch bereits 1619. Vertreter der Hans'schen Linie (vermutlich Bruder der beiden anderen Linienbegründer) gaben im Verlauf des 16. Jh. das Metzgergewerbe auf und übten dann versch. Gewerbe aus. Die meisten gehörten der Zunft zum Kämbel an. Mit Hans Kaspar (1677-1729) wurden diese B. im Druckereigewerbe tätig (David ->, Johann Heinrich ->). Der Linie von Hans Jakob (1573) gehörten bis zur Mitte des 17. Jh. Metzger, dann v.a. im Staats- und Militärdienst Tätige (Hans Heinrich ->), Tuchscherer, Kaufleute und ab Ende des 18. Jh. Ingenieure an. Diesem Zweig entstammten Arnold (->), Georg Konrad (->), Johann Georg (->), Karl (->) und Konrad (->). Die B. sassen ab 1492 im Gr. Rat und ab 1516 im Kl. Rat (sieben Kleinräte, vier als Zunftmeister zum Widder, einer als Zunftmeister zur Schiffleuten, so z.B. Johannes ->). Sie stellten sieben Ober- und vier Landvögte. 1662-1745 pachteten sie die Gerichtsherrschaft Trüllikon vom Kloster Rheinau und besassen einen Landsitz in Trüllikon. In und um Zürich besassen sie u.a. die Häuser zum grünen Schild (Glockengasse 18, Stammhaus), zum Tiefenhof, zum Graben und zum Seidenhof, die Landgüter zum Eggbühl, zum Bombach und zur Weid in Engstringen sowie das Schloss Schwandegg (Gem. Waltalingen). BÜRKLI, Ludwig (I41827)
 
766 Alther Tafel 49
00 1548 St. Gallen, Promulgation 28.02.1548, Schaffhausen 17.05.1548

1523 Schaffhausen, 11.3.1582 Baden, ref., von Schaffhausen. Sohn des Heinrich, Reichsvogts, und der Agnes Rüeger. Enkel des Hans (->), Neffe des Alexander (->) und des Martinus (->). ​1) Barbara Schobinger, 2) Anna Schirmer. 1546 Richter, 1573 Grossrat, 1574 Vogtrichter. P. erbte von seinem Bruder Hans 1572 die Gerichtsbarkeit Flaach und Volken. Er trieb die von seinem Vater geerbten Handelsgeschäfte von Lyon bis Nürnberg weiter und gründete die Firma gemeine Peyer'sche Handlung zur Fels. 1580 war er mit einem Vermögen von 60'012 Gulden reichster Schaffhauser. P. beteiligte sich mit anderen Kaufleuten an Grossanleihen, die der franz. König in Lyon aufnahm. Mit seiner ersten Frau liess er sich von Tobias Stimmer malen. 1574 wurde P. von Ks. Maximilian II. geadelt. 
PEYER MIT DEM WECKEN, Heinrich (I3945)
 
767 Alther Tafel 49 SATTLER, Elisabeth (I4648)
 
768 Alther Tafel c, Text S. 108 WASER, Barbara (I10191)
 
769 Alther, Tafel 240 KRAFFT VON DELLMENSINGEN, Magdalena (I9591)
 
770 Alusian entstammte dem Hause Komitopuli und war vermutlich zweitältester Sohn des Zaren Iwan Wladislaw. Er hatte fünf Brüder (Presian, Aaron, Traianos, Radomir, Klimen) sowie sechs Schwestern. Nach dem Tod Iwan Wladislaws und der Eroberung des bulgarischen Reiches im Februar 1018 durch Kaiser Basileios II. flohen Alusian und seine Brüder auf den Berg Tomorr, mussten ihren Widerstand aber schließlich aufgeben. Die Brüder wurden als Würdenträger am Hof in Konstantinopel aufgenommen, wobei Alusian den Titel eines Patrikios erhielt.

Zur Zeit Kaiser Michaels IV. war Alusian Strategos von Theodosiopolis. Er fiel jedoch im September 1040 beim Regenten Johannes Orphanotrophos in Ungnade, worauf er heimlich aus dem Reich floh, um sich der in Bulgarien ausgebrochenen Rebellion seines Vetters Peter Deljan gegen die byzantinische Herrschaft anzuschließen. Alusian wurde als Mitregent akzeptiert und erhielt das Kommando über ein bulgarisches Heer, das bei der Belagerung von Thessaloniki schwere Verluste erlitt. Nach weiteren militärischen Misserfolgen wurde Deljan im September 1041 von Alusian gestürzt und geblendet. Er wurde daraufhin als Herrscher der Bulgaren anerkannt, unterwarf sich aber Kaiser Michael IV., wahrscheinlich um seine armenische Frau und seine vier Kinder zu schützen, die in Konstantinopel geblieben waren. Zum Dank für seine Kooperation ernannte ihn Michael IV. zum Magistros.

Die letzte Nachricht über Alusian datiert aus dem Jahr 1068, als er sich in Armenien aufhielt. Seine Nachkommen, die Alusianoi, blieben in den folgenden Jahrhunderten in der byzantinischen Aristokratie präsent. Seine Tochter Anna war die Ehefrau des späteren Kaisers Romanos Diogenes. 
VON KOMITPULI, Alusian (I39110)
 
771 Alwig war ein Sohn des Johann Ludwig I. von Sulz und hatte zwei Brüder. Er wuchs in Madrid am Hofe des Karl V. auf und beherrschte daher die spanische Sprache. Nach seiner Rückkehr aus Spanien heiratete er am 7. Dezember 1556 Gräfin Barbara von Helfenstein-Wiesensteig (* 25. Mai 1534; † 22. September 1573), sie war die Tochter von Ulrich XI. von Helfenstein-Wiesensteig und seiner Gemahlin Katharina von Waldburg-Sonnenberg. Im Jahr 1565 nach dem Tod seiner beiden kinderlosen älteren Brüder, übernahm er die Herrschaft. Von Erzherzog Ferdinand erhielt er den Titel eines Kaiserlichen Rats, Hauptmanns und Landvogtes des Oberelsass. Alwig verschied zu Ensisheim und wurde in der Gruft der Kirche Tiengen bestattet, der Fürst von Schwarzenberg hatte den Leichnam mit vielem Gepränge dahin überführen lassen.[1] Sie hatten die Kinder: VON SULZ, Alwig II. (I52112)
 
772 Am 1. April 1587 verpachteten die Besitzer der Ellermühle diese an Mattheis Peltzer, Sohn des Aachener Bürgermeisters Matthias Peltzer. Nach dessen Tod führte seine Witwe Elisabeth Hutten die Mühle einige Jahre weiter.

Während der Pacht durch Elisabeth Hutten muss die Bausubstanz sehr gelitten haben, da 1604 umfangreiche Reparaturmaßnahmen erforderlich waren. 1605 übernahm ihr Sohn Mattheis Peltzer (1581–1657) die gepachtete Mühle. In den Folgejahren hatte die Familie Peltzer die Mühle komplett gekauft, denn Dokumente weisen nach, dass Mattheis Peltzer den vorderen Teil, sein Bruder Heinrich (1593–1645) den hinteren Mühlenteil besaß.

Adam Thiens wurde der zweite Ehemann von Heinrichs Peltzers Schwiegertochter Gertrud Beck. Durch diese Ehe gelangte die Mühle in den Besitz der Familie Thiens. Es fanden zahlreiche Umbauarbeiten statt. Das alte Mühlenhaus wurde komplett niedergerissen und ein neuer großer Bau errichtet. Dieser befand sich rechts vom abgerissenen Altbau.

Urkunden aus dem Jahre 1692 wiesen den Sohn des Ehepaares, Johann Thiens, als Besitzer aus.

Wenige Jahre zuvor hatte Adam Thiens Tochter Katharina Maria Thiens Jeremias Hoesch, den Enkel des Familienstammvaters Jeremias Hoesch, geheiratet. Nach Adam Thiens Tod führte dies zu Erbstreitigkeiten, die gerichtlich ausgetragen wurden. 
HUTTEN, Elisabeth (I49075)
 
773 Am 10. April 1141 wird Heinrich I. als HEINRICUS DE CUSSACHBERC am königlichen Hoflager KONRADES III. (HRR)in Straßburg als Zeuge anlässlich einer Schlichtung zwischen dem Bistum BASEL und dem KLOSTER ST. BLASIEN in einer Urkunde genannt. VON KÜSSENBERG, Heinrich (I1747)
 
774 Am 10. April 1141 wird Heinricus de Cussachberc genannt am königlichen Hoflager in Straßburg.
1170 bis 1174, Werner II. von Küssenberg ist Abt in St. Blasien.
1228 werden als Zeugen in Basel anlässlich eines Verkaufes eines Hofes in Baar an das Kloster Kappel durch Graf Rudolf von Habsburg, die Grafen Heinricus et Ulricus comites de Chussachberch genannt.[7]
26. Dezember 1240, Graf Heinrich von Küssenberg ist Zeuge bei einem Tausch zwischen St. Blasien und Ulrich von Klingen[8]
1240 verkaufte Graf Heinrich III. von Küssenberg die Burg und Herrschaft Küssaburg und Stühlingen an den Bischof von Konstanz, Heinrich von Tanne
1317, Heinrich von Küssenberg ist ein getreuer Diener des Freiherr Diethelm von Krenkingen.
1345, Gerung von Küssenberg, verließ etliche Libeigne lüt hinder ihm die kamend uf Jacob Hühnen von Hüfingen, Bürger zu Schaffhausen.
1349, Ritter Heinrich von Küssenberg vergab um 20 Mark Silber seinen Weingarten und die Weintrotte unter dem Vogelstaig in Tiengen an das Gotteshaus und den Tisch der Klosterfrauen zu Grafenhausen.
1386, Herr Gömer (Gomar) von Küssenberg und Hartmann von Küssenberg widersagten den Eidgenossen vor der Schlacht bei Sempach.
1386, Herr Jos von Küssenberg wurde erschlagen in der Schlacht bei Sempach.
1408, Herr Ulrich von Küssenberg war Konventherr und Propst im Kloster Sankt Agnes in Schaffhausen.
1442, Hans Küssenberger war Propst in Herzogenbuchsee und 1453 bis 1469 Abt zu Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald († 28. Februar 1484; er führte in seinem Wappen einen Salm)
13. September 1447, Abt Franz von Hohenrechberg von Kloster Einsiedeln verpfändet an Anna von Küssenberg, Gattin des Schultheiss von Luzern, Anton Rüssen, Güter bei Sursee.
1482 bis 1505, Henni oder Hans Küssenberg sind Bürger in Klingnau
1521, Heinrich Küssenberg ist Kaplan zu Klingnau, später Pfarrer von Dogern. Er schrieb die für die Geschichte der Reformationszeit bedeutende Küssenberger Chronik.

Im Jahrzeitbuch des Klosters St. Agnesen in Schaffhausen sind weitere Familienangehörige der Küssenberger verzeichnet.  
N., N. (I23891)
 
775 Am 12. Dezember 1385, kurz nach der Union von Krewo kam Herzog Ziemowit IV. von Masowien (~1350–1426) mit Hedwig von Anjou (offiziell als „König“ von Polen bezeichnet) und ihrem zukünftigen Gemahl Władysław II. Jagiełło überein, keinen Anspruch mehr auf das Königreich Polen zu erheben. Dafür erhielt er als Ausgleichszahlung 10.000 Prager Groschen und das Herzogtum Belz als Lehen. Dieser Pakt wurde durch die Eheschließung Ziemowits mit Alexandra im Jahr 1387 besiegelt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandra_von_Litauen 
VON LITAUEN, Alexandra (I1502)
 
776 Am 12. Juli 1520 brach der bedeutendste Renaissancekünstler Deutschlands Albrecht Dürer zusammen mit seiner Frau Agnes zu einer Reise in die Niederlande auf. Auch diesmal gab es mindestens zwei Beweggründe für die Abreise: Zum einen wütete erneut die Pest in Nürnberg und zum anderen wollte er, während seiner Reise, den neu gewählten Kaiser Karl V. treffen um sich seine zuvor gewährten Privilegien bestätigen zu lassen.
Anders als in Venedig, wo Dürer von anderen Künstler oft als Konkurrent angesehen wurde, bekam er in Antwerpen volle Akzeptanz und wurde von seinen Künstlerkollegen sogar gehuldigt.
Mit Hilfe seiner Kunstwerke, seinem Auftreten und zahlreichen Empfehlungsschreiben erlangte Albrecht Dürer bald auch in anderen niederländischen Städten, die er nach und nach besuchte, ein hohes Ansehen und zahlreiche Gönner. In Antwerpen selbst wurde ihm vom Magistrat ein hohes Jahresgehalt und zahlreiche Privilegien versprochen, sollte er sich dauerhaft in der Stadt niederlassen.
Im Herbst 1520 machte sich Dürer auf den Weg nach Aachen um der Krönung des neuen Kaisers Karl V. beizuwohnen. Er erreichte die Stadt am 20. Oktober, genau drei Tage vor der Krönung. Der neue Kaiser bestätigte ihm dort seine bereits vom Vorgänger gewährten Privilegien, womit sich Dürers eigentlicher Reisezweck schließlich erfüllt hatte.
Anschließend kehrte Dürer wieder in die nahe Niederlande zurück wo er noch bis zum 2. Juli 1521 blieb, eher er sich auf den langen Rückweg in seine Heimatstadt Nürnberg machte. Seine zahlreichen Erlebnisse, während der niederländischen Reise, schrieb er in einem Tagebuch nieder, welches heute in dem Buch Albrecht Dürers schriftlicher Nachlass enthalten ist. 
HUTIN, Johanna (I1351)
 
777 Am 14. Oktober 962 gab ihr König Lothar von Frankreich das Recht, über ihren Besitz im Poitou selbst zu verfügen, womit er einen langen Streit zwischen ihrem Ehemann und den Robertinern beendete. Mit diesem Besitz gründete sie das Kloster Sainte-Trinité in Poitiers.

Über das Leben von Gerloc berichten u. a. der Chronist Dudo von Saint-Quentin im 47. Kapitel seiner Geschichte der Normannen sowie Wilhelm von Jumièges im 39. Kapitel seiner Gesta Normannorum Ducum. Die Tochter Rollos wurde vor dem 911 abgeschlossenen Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte geboren. Ihr skandinavischer Geburtsname Gerloc wurde bei ihrer Taufe, durch die sie das Christentum annahm, im Jahr 912 in Adele geändert; in der Literatur wird sie daher oft mit dem Doppelnamen Gerloc-Adele angesprochen. Nachdem Wilhelm Werghaupt († 3. April 963) aus der Familie der Ramnulfiden seinem Vater Ebalus Manzer († um 934/935) als Graf von Poitou gefolgt war, suchte er eine vorteilhafte Heiratsverbindung einzugehen. Er bat Wilhelm Langschwert während einer von diesem veranstalteten Hirschjagd im Wald von Lions um die Hand von dessen Schwester Adele. Aufgrund der Fürsprache Hugos des Großen und des Grafen Heribert II. von Vermandois sowie der Zustimmung der Gefolgsleute von Wilhelm Langschwert bewilligte dieser den Heiratswunsch des Grafen von Poitou. So konnte Wilhelm Werghaupt noch vor Ende 935 Adele ehelichen. 
(NORMANDIE), Gerloc \ Adela ; Gerloc \ Adele (I24320)
 
778 Am 22. November 1350 heiratete sie Cangrande II. della Scala aus der Familie der Scaliger. Cangrande II. war seit dem Tod seines Onkels Alberto II. della Scala am 13. September 1352 Herr von Verona. Er fiel am 14. Dezember 1359 einem Attentat seines Bruders Cansignorio della Scala zum Opfer. Die Ehe blieb kinderlos.

1362 heiratete Elisabeth Ulrich von Württemberg, den Sohn und designierten Nachfolger des Grafen Eberhard II. Aus dieser Ehe ging der spätere Graf Eberhard III. hervor. Ulrich starb am 23. August 1388 in der Schlacht bei Döffingen, bevor er die Regierung in Württemberg übernehmen konnte.

Literatur
Markus Müller: Elisabeth von Bayern. In: Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 39 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 1: Das Haus Württemberg von Graf Ulrich dem Stifter bis Herzog Ludwig. 6. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-34-0, S. 189–192. 
VON BAYERN, Elisabeth (I1836)
 
779 Am 23. April 1188 vereinbarte ihr Vater mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Seligenstädter Vertrag[1] ihre Vermählung mit Barbarossas Sohn Herzog Konrad II. von Schwaben.[2] Im Juli 1188 fand die Hochzeit in Carrión nahe Burgos statt. Die Ehe wurde jedoch nie vollzogen. Es gelang Papst Coelestin III., eine Ausdehnung der Staufer nach Spanien im Keime zu ersticken. Die Verbindung wurde zwischen Herbst 1191 und Anfang 1192 durch den Erzbischof Gonzalo von Toledo und den päpstlichen Legaten Gregor, Kardinaldiakon von San Angelo mit der Begründung aufgehoben, dass sich die Braut gegen die Fortsetzung ausgesprochen habe.[3]

Berenguela heiratete 1198 Alfons IX. von León – eine Verbindung aus der fünf Kinder hervorgingen, ein früh verstorbenes eingeschlossen. Papst Innozenz III. annullierte die Ehe 1203 wegen zu nahen Verwandtschaftsgrades, denn Berenguelas Urgroßvater Alfons VII. war der Großvater ihres Mannes. Daraufhin kehrte sie mitsamt ihren Kindern an den kastilischen Hof ihres Vaters zurück.

Nach einem tödlichen Unfall ihres Bruders Heinrich I. erbte Berenguela 1217 die kastilische Krone, verzichtete jedoch noch im selben Jahr zu Gunsten ihres Sohnes, der als Ferdinand II. König Kastiliens wurde. Nun in der Rolle der Königinmutter investierte sie laut der Chronica Latina all ihre Energie darin, ihrem Sohn Ehre und Anerkennung zu sichern. Sie half Ferdinand eine Rebellion des Adels niederzuschlagen und arrangierte 1220 seine Heirat mit Beatrix von Schwaben, einer Tochter von König Philipp von Schwaben und Cousine von König Friedrich II., der im selben Jahr zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt wurde.

Im Königreich León wollte ihr geschiedener Ehemann Alfons IX. seine zwei Töchter Sancha und Dulce aus seiner ebenfalls geschiedenen ersten Ehe mit Theresia von Portugal begünstigen. Zu diesem Zweck lud er Johann von Brienne ein, seine älteste Tochter zu heiraten und somit nach seinem Tod das Königreich zu übernehmen. Diesen Plan hintertrieb Berenguela, indem sie Johann 1224 überzeugte, stattdessen ihre eigene Tochter, Berenguela, zu heiraten.

Als Alfons im Jahre 1230 starb, löste Ferdinand II. mit Berenguelas Unterstützung die Thronansprüche seiner Halbschwestern mit 30.000 Goldstücken (aurei) ab. Ferdinand trat die Nachfolge seines Vaters in León an. Dadurch vereinigte er die Königreiche Kastilien und León, die seit 1157 getrennt waren, als sein Großvater Alfons VII. diese an seine Söhne vererbt hatte.
Zeit ihres Lebens unterhielt Berenguela starke Beziehungen zu ihrer Schwester Blanka, die an der Seite Ludwig VIII. Königin in Frankreich war. Auf deren Vorschlag hin wählte die Königinmutter Jeanne von Ponthieu als neue Gattin für ihren Sohn, nachdem Elisabeth (Beatrix) v. Schwaben verstorben war.

Von der Nachwelt erhielt die Königin den Beinamen „die Große“, weil sie ihrem Sohn Ferdinand in kluger Weise im Jahre 1217 die Thronfolge in Kastilien und 1230 die Thronfolge in León gesichert hat. Somit zeichnete sie sich mitverantwortlich für die dauerhafte Vereinigung der vormals getrennten Reiche Kastilien und León. 
VON KASTILIEN, Berenguela (I40263)
 
780 Am 24.09.1635 wohnt die Familie Cunz-Schlumpf in Bischofszell, wo Hans Jakob als Zuckerbäcker tätig war. CUNZ, Hans Jakob (I9925)
 
781 Am 27. Mai 884, dem Tag des letzten bezeugten Auftretens seines Vaters (in der Gründungsurkunde für das Kloster Aulla), führte er den Titel eines Grafen; zwischen 884 und dem 27. Mai 889, an dem er in einer Urkunde vom italienischen König Guido von Spoleto zum ersten Mal als Markgraf erschien, trat er das Erbe seines Vaters als Graf und Herzog von Lucca und Markgraf von Tuszien an.

Er heiratete zwischen etwa 895 und 898 Bertha von Lotharingien (* wohl 863; † 8. März 925), die Tochter des Königs Lothar II. und Witwe des Grafen Theobald von Arles († zwischen Juni 887 und um 895). 
VON ARLES, Theotbald (I39744)
 
782 Am 27. Mai 884, dem Tag des letzten bezeugten Auftretens seines Vaters (in der Gründungsurkunde für das Kloster Aulla), führte er den Titel eines Grafen; zwischen 884 und dem 27. Mai 889, an dem er in einer Urkunde vom italienischen König Guido von Spoleto zum ersten Mal als Markgraf erschien, trat er das Erbe seines Vaters als Graf und Herzog von Lucca und Markgraf von Tuszien an.

Er heiratete zwischen etwa 895 und 898 Bertha von Lotharingien (* wohl 863; † 8. März 925), die Tochter des Königs Lothar II. und Witwe des Grafen Theobald von Arles († zwischen Juni 887 und um 895).

Adalbert und Bertha hatten (mindestens) drei Kinder:

Guido (Wido), † 928/929, 915–928/929 Graf und Herzog von Lucca und Markgraf von Tuszien, 916-wohl 920 in Mantua gefangen; ⚭ 924/925 Marozia, „senatrix et patricia Romanorum“, † 932/937 in Gefangenschaft
Lambert, † nach 938, 928/929–931 Graf und Herzog von Lucca und Markgraf von Tuszien, 931 von seinem Halbbruder Hugo von Vienne (Bosoniden) geblendet, der Tuszien danach an seinen Bruder Boso gab
Ermengarde, † 29. Februar nach 932; ⚭ um 915 Adalbert I. der Reiche, Markgraf von Ivrea, † wohl 923 (Haus Burgund-Ivrea)
Adalbert II. wurde in der Kathedrale von Lucca beerdigt. Seine Witwe Bertha übernahm für den Sohn und Erben Guido die Regentschaft. 
(TUSZIEN), Adalbert II. ´der Reiche` (I52350)
 
783 Am 27. November 1677 erhielt Friedrich Carl von Kaiser Leopold I. die Obervormundschaft über seinen Neffen Eberhard Ludwig und damit die Regentschaft über Württemberg. Diese endete am 22. Januar 1693 mit der Volljährigkeit Eberhard Ludwigs.[2]

Friedrich Carl ersetzte den leitenden Minister des Geheimen Rats, Freiherr Christoph von Manteuffel,[3] durch den Heilbronner Syndikus Jakob Friedrich Rühle.[4] Unter Friedrich Carls Regentschaft gab es folgende weitere Mitglieder des Geheimen Rats: Johann Eberhard von Varnbüler (1639–1722), Maximilian von Menzingen (1635–1708) und Johann Jakob Kurz (1621–1693), der ab 1679 den Titel Vizekanzler trug. Auch Barthold von Bülow (1631–1690) gehörte dem Geheimen Rat an. Wichtigster persönlicher Berater Friedrich Carls war der Hofmarschall Heinrich Friedrich Forstner von Dambenoy (1641–1687). Als Kriegsrat war Carl Johann Tobias Heller (1644–1692) tätig.[5]

Innenpolitisch kümmerte Friedrich Carl sich um die Konsolidierung des Landes, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Kirchen- und Schulwesen. In seine Amtszeit fällt die Gründung des ersten Stuttgarter Gymnasiums, 1686.


Friedrich Carl von Württemberg-Winnental (Mitte), seine Schwägerin Magdalena Sibylla von Hessen-Darmstadt (links) und Eberhard Ludwig von Württemberg (rechts)
Außenpolitisch war die Zeit durch den Pfälzischen Erbfolgekrieg geprägt. Ab 1684 führte er auch die Administration der Grafschaft Württemberg-Mömpelgard, da sein dort eigentlich regierender Vetter Georg II. wegen der vorangegangenen französischen Besatzung im Exil lebte.[1] Im Herbst 1688 musste Friedrich Carl mit dem zwölfjährigen Eberhard Ludwig nach Nürnberg flüchten. Im September 1692 wurde Friedrich Carl in der Schlacht bei Ötisheim, von den Franzosen gefangen genommen und nach Versailles gebracht. Verhandlungen lehnte er aber ab, da er keine Rücksprache mit dem Kaiser halten konnte. Als er im Januar 1693 freigelassen wurde, hatte Magdalena Sibylla von Hessen-Darmstadt, Eberhard Ludwigs Mutter zusammen mit dem württembergischen Geheimen Rat beim Kaiser die vorzeitige Volljährigkeitserklärung Eberhard Ludwigs erwirkt.

Als Entschädigung für die Entbindung von der Administration erhielt er von der Landschaft eine größere Geldsumme ausbezahlt. Außerdem ernannte ihn der Kaiser zum Generalfeldmarschall.

Er kämpfte ab 1694 am Oberrhein unter Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden und erhielt während der Winterquartiere den Oberbefehl über die Reichsarmee. Ab 1696 begann er zu kränkeln. Am 20. Dezember 1698 (alten Stils) starb er an der Syphilis.

Er ist beigesetzt in der Gruft der Herzöge von Württemberg in der Stuttgarter Stiftskirche[6].

Ehe und Nachkommen

Eleonore Juliane von Brandenburg-Ansbach
Am 31. Oktober 1682 heiratete Friedrich Carl Eleonore Juliane von Brandenburg-Ansbach (1663–1724), eine Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:

Carl Alexander (1684–1737), der spätere 11. Herzog von Württemberg
Dorothea Charlotte (1685–1687)
Friedrich Karl (1686–1693)
Heinrich Friedrich (1687–1734)
Maximilian Emanuel (1689–1709), persönlicher Freund des Schwedischen Königs Karl XII., Sein Herz wurde in Ansbach bestattet
Friedrich Ludwig (1690–1734), gefallen
Christiane Charlotte (1694–1729), verheiratet mit Markgraf Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach
Literatur
Christoph Eberlein: Friedrich Carl. In: Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 233–237. online
Eberhard Gönner: Friedrich Karl. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 594–595 (deutsche-biographie.de).
Bernhard Kugler: Friedrich Karl, Herzog von Württemberg-Winnenthal. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 8, Duncker & Humblot, Leipzig 1878, S. 50–52.
Wolfgang Mährle (Hrsg.): Im Bann des Sonnenkönigs. Herzog Friedrich Carl von Württemberg-Winnental (1652–1698): Tagung des Arbeitskreises für Landes- und Ortsgeschichte im Verband der württembergischen Geschichts- und Altertumsvereine am 28. November 2019 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Kohlhammer, Stuttgart 2022 (Geschichte Württembergs; 7), ISBN 978-3-17-041308-5.
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 3: Das Haus Württemberg von Herzog Wilhelm Ludwig bis Herzog Friedrich Carl. Hohenheim, Stuttgart/Leipzig 2002, ISBN 3-89850-084-5/ISBN 978-3-943066-11-1, S. 219–256.
Harald Schukraft: Kleine Geschichte des Hauses Württemberg. Silberburg, Tübingen 2006, ISBN 3-87407-725-X, S. 109–111.
Constantin von Wurzbach: Württemberg, Friedrich Karl Herzog. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 58. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1889, S. 238 f. (Digitalisat). 
VON WÜRTTEMBERG-WINNENTAL, Friedrich Carl (I61221)
 
784 Am 5. November 1609 heiratete sie Herzog Johann Friedrich von Württemberg (1582–1628), den ältesten Sohn von Friedrich I. und Sibylla von Anhalt. Anlässlich dieser Hochzeit ließ er das Schloss in Urach umbauen, das heute mit dem Goldenen Saal einen der schönsten Festsäle der Renaissance in Deutschland enthält. Das Paar führte angeblich eine sehr glückliche Ehe.


Prinzessin Barbara Sophia von Brandenburg, spätere Herzogin und Regentin von Württemberg
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1628 begann Barbara Sophia ab 1630, das ihr als Witwensitz zugedachte Schloss Brackenheim aufwändig ausstatten zu lassen. Hier ließ sie auch eine Kunstkammer mit 155 Gemälden – damals die zweitgrößte Sammlung in Württemberg – einrichten, die sich trotz Kriegswirren wohlbehalten bis zu ihrem Tod dort befand. Während der langen Umbauarbeiten lebte sie im Schloss Kirchheim und in Stuttgart. In Brackenheim, wo ihr neben dem Schloss auch die Stadt und das Amt zu ihrer Versorgung zugefallen waren, hat sie nie gelebt. Durch ihren Einsatz für die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges und durch einige Stiftungen gilt sie dennoch als eine Wohltäterin der Stadt.

Die Regentschaft ihres 14-jährigen Sohnes Eberhards III. begann während des Dreißigjährigen Krieges. Zunächst stand er unter der Vormundschaft des Bruders seines Vaters, Ludwig Friedrich von Württemberg-Mömpelgard. Nach dessen Tod am 26. Januar 1631 übernahm Julius Friedrich von Württemberg-Weiltingen zusammen mit Barbara Sophie die Vormundschaft, wobei sie die „Obervormünderin“ war.[1] Sie zog deshalb 1632 nach Stuttgart zurück und war in diesem Zusammenhang auch politisch aktiv. Herzog Julius Friedrich beteiligte sich ab Ende 1632 nach der Schlacht bei Lützen auf Seiten Schwedens am Dreißigjährigen Krieg. Sein Ziel war die Räumung des Landes von den feindlichen Truppen und den katholischen Inhabern des säkularisierten Kirchenguts. Trotz Erfolgen wurde ihm Eigennützigkeit vorgeworfen. Er wurde deshalb von den Geheimräten und Landständen von der Vormundschaft Eberhards verdrängt.


Gedenkblatt zur Beisetzung 1655
Nachdem Eberhard durch Kaiser Ferdinand II. für volljährig erklärt worden war, übernahm er am 8. Mai 1633 die Regierung. Er trat dem Heilbronner Bund der protestantischen Stände bei, der bei der Schlacht bei Nördlingen vom 6. September 1634 eine empfindliche Niederlage erlitt. Württemberg wurde daraufhin geplündert und gebrandschatzt. Herzog Eberhard floh überstürzt mit dem gesamten Hofstaat ins Exil nach Straßburg. Barbara Sophie starb dort 1636. 1655 wurde sie in der Stuttgarter Stiftskirche beigesetzt.

Nachkommen
Aus ihrer Ehe hatte Barbara Sophia folgende Kinder:

Henriette (1610–1623)
Friedrich (*/† 1612)
Antonia (1613–1679)
Eberhard III. (1614–1674), Herzog von Württemberg
⚭ 1. 1637 Wild- und Rheingräfin Anna Katharina Dorothea von Salm-Kyrburg (1614–1655)
⚭ 2. 1656 Gräfin Maria Dorothea von Oettingen (1639–1698)
Friedrich (1615–1682), Herzog von Württemberg-Neuenstadt
⚭ 1653 Prinzessin Clara Auguste von Braunschweig-Wolfenbüttel (1632–1700)
Ulrich (1617–1671), Herzog von Württemberg-Neuenburg
⚭ 1. 1647 Gräfin Sophia Dorothea von Solms-Sonnenwalde (1622–1648)
⚭ 2. 1651 Prinzessin Isabella von Arenberg (1623–1678)
Anna Johanna (1619–1679)
Sibylle (1620–1707)
⚭ 1647 Herzog Leopold Friedrich von Württemberg-Mömpelgard (1624–1662)
Literatur
Wolfram Angerbauer: Schloss Brackenheim als Witwensitz der Herrschaft Württemberg. In: Zeitschrift des Zabergäuvereins. 1, 1980, S. 1–4.
Wolf Eiermann (Red.): Das unbekannte Altbekannte. Künstler sehen das historische Zabergäu. Gemälde und Grafik 16.–19. Jahrhundert. Verein Kunst im Flüchttor/Zabergäuverein, Brackenheim 2004, DNB 975294350, S. 5.
Axel Gotthard: Barbara Sophie. In: Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 146.
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 2: Das Haus Württemberg von Herzog Friedrich I. bis Herzog Eberhard III. Mit den Linien Stuttgart, Mömpelgard, Weiltingen, Neuenstadt am Kocher, Neuenbürg und Oels in Schlesien. 4. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-12-8, S. 117–134.
Pauline Puppel: „da man kein Exempel weiß, daß jemahlen eine Dame zur Regierung kommen wäre“. Hohenzollerinnen als Regentinnen im Herzogtum Württemberg. In: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte N.F. 31 (2021), S. 1–22. 
VON BRANDENBURG, Barbara Sophia (I61227)
 
785 Am 7. Juni 1002 wurde er zum ostfränkischen König gekrönt. Am 14. Februar 1014 krönte ihn Papst Benedikt VIII. zum Kaiser. Heinrich II. war mit Kunigunde von Luxemburg verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos, Heinrich II. war damit der letzte Kaiser aus dem Geschlecht der Ottonen. Papst Eugen III. sprach ihn 1146 heilig, einige spätere Geschichtsschreiber bedachten ihn daher mit dem Beinamen „der Heilige“. Sein Gedenktag (evangelisch und römisch-katholisch) ist der Todestag, der 13. Juli.  (HRR), Heiliger Heiliger Heinrich II. (I36239)
 
786 Am Ende seiner Laufbahn Rentmeister auf dem Gut Langenbrück gewesen. Dort hatte er das Gut rechtlich zu verwalten. SLUYTER, Ernst Thomas (I18998)
 
787 Am Hof ihres Vaters entwickelte sie eine intensive Beziehung zu Herzog ODILO VON BAYERN, was zu einem Skandal geführt hat. Nach dem Tod ihres Vaters (741) floh sie auf Rat ihrer Stiefmutter SWANAHILD, der Tochter Theodos II., nach Regensburg, wo sie noch im selben Jahr ODILO heiratete.
Mit ihm hatte sie einen Sohn, den späteren Herzog TASSILO III. Vermutlich ab 748, dem Tod von ODILO, übte sie die Vormundschaft über den noch unmündigen Sohn aus. Als ihr Aufenthaltsort wird Salzburg, eine der Residenzstädte der AGILULFINGER, vermutet.
Hier war sie auch die dritte Äbtissin von Kloster Nonnberg; DEM WELTWEIT ÄLTESTEN CHRISTLICHEN FRAUENKLOSTER MIT UNUNTERBROCHENER TRADITION.
Die Johanneskapelle ist nur mit Erlaubnis des Klosters zugänglich.
Das Kloster beherbergt eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften, gotischer Figuren und Malerei (vor allem spätgotische Altäre). Besonders bemerkenswert ist das „Faldistorium“, ein Faltstuhl für die Äbtissin, nach 1100 entstanden mit figürlichen Reliefs und Figuren aus Walrossbein, und das Elfenbeinpastorale, ein Krummstock der Äbtissin von 1242.

Benediktinerinnenabtei Nonnberg
Nonnberggasse 2
5020 Salzburg
0043 662 841607
Fax: +43 (0662) 849800
E-Mail: stift.nonnberg@aon.at
http://www.nonnberg.at 
MARTELL, Herzogin Herzogin Hiltrud (I10761)
 
788 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7107)
 
789 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7106)
 
790 Amalaberga wurde auf Geheiß ihres Onkels Theoderich noch im Kindesalter zwischen 506 und 510 mit dem Thüringerkönig Herminafried verheiratet, um eine ostgotische Allianz gegen die expandierenden Franken zu schaffen. Der Pakt zwischen den Thüringern und Ostgoten hatte bis nach Theoderichs Tod Bestand.

Wahrscheinlich war Amalaberga arianische Christin. Ihrem Mann Herminafried gebar sie einen Sohn, Amalafrid, und eine Tochter unbekannten Namens. Laut der unglaubwürdigen Darstellung des Gregor von Tours habe Amalaberga ihren Gatten zum Mord an einem seiner beiden Brüder aufgestachelt, indem sie den Tisch nur halb gedeckt und dazu bemerkt haben soll, wer nur die Hälfte seines Reichs beherrsche, verdiene auch, dass die eine Hälfte seines Tisches leer bleibe.

Nachdem das Reich der Thüringer im Kampf gegen Theuderich I. und Chlothar I. zwischen 531 und 534 untergegangen war und Herminafried 534 ermordet worden war, flüchtete Amalaberga zusammen mit ihren Kindern zuerst nach Ravenna zu ihrem Bruder, dem Ostgotenkönig Theodahad.[6] Dieser wurde 536 abgesetzt und auf Befehl seines Nachfolgers Witiges umgebracht. Nach Witiges’ Niederlage gegen Belisar (540) musste Amalaberga mit ihren Kindern ihre Exilierung nach Konstantinopel erleben.

Das Todesjahr Amalabergas ist nicht überliefert. Ihre Tochter machte Kaiser Justinian zur Gattin des Langobardenkönigs Audoin. 
..., Amalaberga (I36743)
 
791 Amalgars Familie gehörte dem Volk der Burgunden an, wie die Bildung seines Personennamens aus dem ostgermanischen Amal-Stamm nahelegt, und gelangte im Rahmen der burgundischen Herrschaftsausweitung unter König Gundobad in die Region der Saône-Ebene. Die Schlacht von Autun im Jahr 532 beendete zwar die burgundische Selbständigkeit, aber die Familie blieb auch unter fränkischer Herrschaft im Gebiet zwischen Dijon und Besançon begütert und einflussreich.

Aufgrund des unter den burgundischen Herzögen selten auftretenden Amal-Stammes vermuten Mediävisten, dass Amalgar Enkel jenes Dux Amalo (530–589) war, der in Band 9 der Zehn Bücher Geschichten (Decem libri historiarum) des Gregor von Tours ausdrücklich benannt wird.[1]

Die erstmalige Erwähnung Amalgars als Dux findet sich in der Chronik des Fredegar für das Jahr 629, die Forschung geht aber gemeinhin davon aus, dass er bereits unter der Herrschaft von Chlotar II. die Herzogswürde verliehen bekam.

König Dagobert I. hatte nach Chlotars Tod die Herrschaft im Frankenreich übernommen und seinen Halbbruder Charibert II., der als einfältig (simplex) beschrieben wurde, bei der üblichen Erbteilung übergangen. Wie Fredegar berichtet, war der König auf Druck neustrischer Adliger um Chariberts Onkel Brodulf gezwungen, seinem Halbbruder das Unterkönigreich in Aquitanien abzutreten. Um die Durchsetzung neustrischer Partikularinteressen im Frankenreich für die Zukunft zu verhindern, beschloss Dagobert, den einflussreichen Onkel Chariberts beseitigen zu lassen. 630 wurde Brodulf, der sich auf dem Weg nach Aquitanien befand, auf Betreiben des Frankenkönigs während eines Aufenthaltes im burgundischen Saint-Jean-de-Losne gemeinschaftlich von Amalgar, dem Dux Arnebert und dem Patricius Willibad ermordet.

Nach dieser Tat zählte Amalgar zu den engsten burgundischen Vertrauten von Dagobert I. und wurde vom König mit wichtigen Aufgaben betraut. Im Jahr 631 führte er ein fränkischen Heer in das Westgotenreich auf die iberische Halbinsel, um den Aufstand des Sisenand gegen König Suinthila zu unterstützen. 637 gehörte Amalgar schließlich zu jenen Duces an der Spitze des burgundischen Heeres, das von Dagobert I. zur Niederschlagung eines Aufstandes der Basken aufgeboten wurde.

Nach dem Tod Dagoberts I. spielte Amalgar in dem innerburgundischen Machtkampf um den unmündigen König Chlodwig II. eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit seinem Schwager Chramnelenus, dem Dux von Transjuranien und Herzog Wandalbert von Chambly unterstützte er den burgundischen Hausmeier Flaochad gegen jenen Willibad, der mit ihm für die Ermordung Brodulfs verantwortlich zeichnete. Vor den Toren Autuns kam es im September 642 zur Entscheidungsschlacht in der Auseinandersetzung um die Macht im fränkischen Teilreich Burgund, die mit dem Tod Willibads ein Ende fand. 
..., Aquilina (I36622)
 
792 Amalia (auch Amalie) wurde 1447 als ältestes von sieben Kindern ihrer niederadeligen Eltern Elsbeth von Schienen († 28. April 1477)[1] und Bilgrin I. von Reischach († ~1500) geboren. Ihre ersten Jahre verbrachte Amalia vermutlich auf dem Hauptsitz ihres Vaters, der vorderen Burg Hohenstoffeln im Hegau. Ihre Schweste Magdalena († 1520) war Klosterfrau zu Wald, ihr Bruder Bilgrin II. (~1456–1533) heiratete Afra von Helmsdorf († 1529) und führte mit elf Kindern die Erblinie weiter.[2][3]

Am 20. März 1476 wurde Amalia von Reischach erstmals urkundlich erwähnt: Bei der Wahl der Ursula Vogt von Summerau zur neuen Äbtissin des Stifts in Lindau wurde Amalia als fünfte von acht Chorfrauen genannt. Zwei Wochen nach dem Tod der Ursula am 4. Januar 1491 wurde Amalia von Reischach am 18. Januar 1491 zur neuen Äbtissin des reichsunmittelbaren Damenstifts in Lindau gewählt. In dieser Position hatte sie alle Rechte und Pflichten eines fürstlichen Landesherrn: Amalia wurde zu Reichstagen eingeladen, empfing mehrmals Kaiser Maximilian I., verhandelte mit anderen Herren über die Rechtsprechung zu ihren Leibeigenen und beaufsichtigte Ausgaben und Einkünfte des Stifts.

Amalia von Reischach starb im 84. Lebensjahr und nach über 40 Jahren im Äbtissinnenamt am 25. Februar 1531. 
VON REISCHACH, Amalia (I46695)
 
793 Amalie Hassenpflug war die jüngste Tochter des hessen-kasselischen Verwaltungsbeamten Johannes Hassenpflug und der Marie Magdalena Dresen, die aus einer in Hanau ansässigen hugenottischen großbürgerlichen Emigrantenfamilie stammte. Ihr Bruder war der spätere konservative Minister Ludwig Hassenpflug, der 1822 Charlotte Grimm heiratete und damit ein Schwager der Brüder Grimm war. Die Familie Hassenpflug war für die Brüder Grimm eine ergiebige Quelle für ihre Kinder- und Hausmärchen, zu denen auch Amalie einige Märchen beitrug: Die drei Männlein im Walde (KHM 13), Der Herr Gevatter (KHM 42), vielleicht auch Die wunderliche Gasterei (KHM 43a).[1] Als Charlotte Grimm 1833 starb, übernahm Amalie einige Zeit lang für den Bruder Ludwig Haushaltsführung und Kindererziehung.

Durch Freundschaften mit Mitgliedern der Familie Haxthausen und dem Bökendorfer Romantikerkreis lernte sie die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff – deren Mutter eine geborene Haxthausen war – kennen. War die erste Begegnung 1818 in Kassel noch flüchtig geblieben, so verband die beiden ab 1837 eine tiefe Freundschaft. Besonders in den Jahren 1838 bis 1839 hatte Amalie großen Einfluss auf die Droste, und mehrere Gedichte sind ihr gewidmet. Um 1840 lockerte sich die Freundschaft etwas, blieb aber bis zu Annettes Tod 1848 bestehen.[2] 1842 zog Amalie Hassenpflug zu ihrem Bruder Ludwig nach Berlin. Von 1845 bis 1850 wohnte sie in Hannover, teilweise bei ihrer Freundin Anna von Arnswaldt (geb. Haxthausen). In Hannover wurde sie 1848 vom Maler Karl Christian Andreae porträtiert, der mit ihrem Neffen, dem Bildhauer Carl Hassenpflug, in Rom eine gemeinsame Wohnung hatte.[3]

Über die Familie Haxthausen hatte Hassenpflug auch Gretchen Verflassen[4] kennengelernt, eine Freundin Clemens Brentanos, katholische Novizin und Leiterin einer Waisenanstalt. Über die 1845 jung verstorbene und von ihr als Musterbeispiel der Barmherzigkeit verehrte Freundin, die – selbst krank und pflegebedürftig – Amalies Mutter bis zu deren Tod 1840 gepflegt hatte, verfasste sie die warmherzige Biographie Margarethe Verflassen. Das Buch erschien 1870 unter dem Pseudonym „A. H.“, erlebte schon im Folgejahr eine zweite Auflage und wurde auch ins Englische übersetzt.[5] In Kindheitserinnerungen porträtierte sie ihre Mutter, die sie als liebenswürdige Person schilderte, die einen Hang zum Wunderbaren und zum Erzählen von Märchen aufwies.[6]

1866 zog Amalie Hassenpflug auf die Burg Meersburg zu Hildegard und Hildegund von Laßberg, den Zwillingstöchtern von Annettes Schwester Jenny von Droste zu Hülshoff und Joseph von Laßberg. Die 36 Jahre jüngere Hildegund Laßberg war Amalie Hassenpflugs letzte enge Freundin. Amalie Hassenpflug starb 23 Jahre nach Annette von Droste-Hülshoff in Meersburg und liegt auf dem Friedhof Meersburg zwischen den Gräbern der Dichterfreundin und dem der Schwestern Laßberg begraben. 
HASSENPFLUG, Amalie (I58083)
 
794 Amalie Sophie war die jüngste Tochter von Johann Franz von Wendt (1678–1740) und seiner Frau Friederike Charlotte (1686–1752), jüngste Tochter von Johann von dem Bussche und Katharina Maria von Meissenburg. Ihre Großmutter war die erste Mätresse des späteren Königs Georg I., und ihre Großtante Clara Elisabeth von Platen war die von dessen Vater, Kurfürst Ernst August von Braunschweig-Lüneburg, und Drahtzieherin in der Königsmarck-Affäre. Die Korrespondenz zwischen ihrem Vater und Prinz Ernst August, Duke of York and Albany, wurde als Beweis für ein homosexuelles Verhältnis gedeutet. Im Jahre 1727 heiratete Amalie Sophie in Hannover Graf Adam Gottlieb von Wallmoden (1704–1752), Sohn von Graf Ludwig Achaz von Wallmoden und Anna Elisabeth von Helmburg. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, Franz Ernst (1728–1776) und Friederike (1729–1800), hervor.

Bei einer Hannoverreise im Jahre 1735 lernte König Georg II. (1683–1760) Gräfin Amalie Sophie von Wallmoden kennen und verliebte sich Hals über Kopf in sie. Zwar war sie verheiratet, aber gegen eine Zahlung von 1000 Dukaten war ihr Gatte bereit, seine Ansprüche zurückzustellen. Der König hielt seine Frau, Königin Caroline (1683–1737), über alle Details seiner jungen Affäre in Briefen von vierzig und mehr Seiten auf dem Laufenden und bat sowohl sie, als auch Robert Walpole um Rat, wie er sich verhalten sollte. Als der König nach einer überhasteten Reise wieder in London ankam, war er ausgesprochen schlecht gelaunt. Das lag zum einen daran, dass er an Hämorrhoiden litt und zum anderen an seiner Trennung von Gräfin Wallmoden.

Im folgenden Jahr reiste er wieder auf den Kontinent. Die Zeit verstrich, ohne dass der König sich von der Gräfin Wallmoden losreißen konnte, die ihm in diesem Jahr einen Sohn gebar, den späteren hannoverschen Feldmarschall Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn (1736–1811). Durch seine lange Abwesenheit hatte er es geschafft, die Nation gegen sich zu vereinen. Selbst die Königin war am Ende ihrer Geduld. Um Georg II. zur Rückkehr zu bewegen, nahm Caroline die Empfehlung Walpoles an und schrieb ihrem Mann, er möge seine Mätresse mitbringen. Dieses Angebot rührte Georg zwar zutiefst, doch er hielt es für ratsam, keinen Gebrauch davon zu machen. Anfang Dezember 1736 fuhr er nach England zurück.

Am 20. November 1737 starb Königin Caroline nach langer Krankheit. Angeblich soll sie vor ihrem Tod ihren Ehemann gebeten haben, wieder zu heiraten. Georg soll daraufhin geantwortet haben: „Non, j’aurai des maitresses!“ (französisch: „Nein, ich werde Mätressen haben!“). Der Premierminister, Robert Walpole, plädierte dafür, die Gräfin von Wallmoden aus Hannover zu holen. In der Zwischenzeit mochte Mary Scott, Countess of Deloraine, eine Kurtisane, mit der Georg ein lockeres Verhältnis hatte, als Lückenbüßer fungieren, bis Amalie Sophie von Wallmoden in England eintraf, um die für sie vorgesehene Rolle als ständige Mätresse einzunehmen. Dabei trat sie mit der erwünschten Diskretion auf und gab keinen Anlass zur Klage, abgesehen davon, dass sie, selbst am 24. März 1740 als Life Peeress zur Countess of Yarmouth und Baroness Yarmouth erhoben, bald begann, Adelstitel zu verkaufen. Lady Yarmouth ließ Georg zwar seine verstorbene Frau nicht vergessen, aber sie spielte eine größere Rolle in seinem Leben als seine früheren Mätressen, Henrietta Howard, Countess of Suffolk eingeschlossen. Je älter und gebrechlicher der König wurde, desto mehr nahm sie die Funktion einer Vermittlerin zwischen ihm und den Ministern an. Lady Yarmouth bewohnte den St James’s Palace und den Kensington Palace, bekam die britische Staatsbürgerschaft und wurde von ihrem Mann geschieden, dem eine Jahresrente von £ 4000 zugesprochen wurde. Nach dem Tod von König Georg II. bekam sie eine Leibrente von £ 10.000 und blieb weiterhin in England wohnen. Später kam sie nach Hannover zurück, wo sie am 19. Oktober 1765 an Brustkrebs starb. 
VON WALLMODEN, Amalie Sophie Marianne (I54290)
 
795 Amalrich war ein Sohn des Kreuzfahrers Hugo VIII. von Lusignan, Graf von La Marche, und dessen Frau Bourgogne von Rancon.

Er kam um 1174 ins Heilige Land, heiratete Eschiva von Ramla, Tochter des Balduin von Ibelin, und trat in die Dienste von deren Tante Agnes von Courtenay, der Mutter des Königs Balduin IV. von Jerusalem. 1175 bis 1178 war er Kämmerer von Jerusalem. 1179 wurde er Konstabler von Jerusalem. 1193 überließ ihm sein Bruder Gottfried von Lusignan die Grafschaft Jaffa und Askalon. Mit dem Tod seines Bruders Guido von Lusignan wurde er 1194 König von Zypern. 1195 trug er Kaiser Heinrich VI., der gerade einen Kreuzzug plante, Zypern zu Lehen an, was Heinrich VI. annahm. Stellvertretend für Amalrich I. legte dessen Gesandter Rainer Embriaco von Gibelet im Dezember 1195 auf der Reichsversammlung in Worms den Lehnseid gegenüber Heinrich VI. ab und nahm stellvertretend für den König von Zypern die Insel von Heinrich VI. zu Lehen.[1] Dieser übersandte ihm durch die Erzbischöfe Samaro von Trani und Peter von Brindisi, die Amalrich krönen sollten, als Zeichen der Belehnung ein Zepter.[2][Anm. 1]

Amalrich heiratete 1197 in zweiter Ehe Königin Isabella I. von Jerusalem, die Witwe Heinrichs von Champagne und wurde durch das Recht seiner Frau König von Jerusalem.

Im Rahmen des deutschen Kreuzzugs gelang es ihm 1198, einen fünfjährigen Waffenstillstand mit den Muslimen zu vereinbaren, den er im Wesentlichen den inneren Kämpfen zwischen Saladins Brüdern und Söhnen um sein Erbe zu verdanken hatte. Der Waffenstillstand wurde durch Überfälle von beiden Seiten gestört, dennoch 1204, als klar wurde, dass der Vierte Kreuzzug das Heilige Land nicht erreichen würde, um sechs Jahre verlängert.

Amalrich starb 1205, kurz nach seinem Sohn und kurz vor seiner Frau. Das Königreich Zypern ging an Hugo I., seinen Sohn aus seiner ersten Ehe, das Königreich Jerusalem an Maria von Montferrat, Isabellas Tochter aus ihrer Ehe mit Konrad von Montferrat. 
(ZYPERN), Amalrich I. (I61519)
 
796 Ambrosius Blarer von Giersberg, auch Blaurer (* 4. April 1492 in Konstanz; † 6. Dezember 1564 in Winterthur) war ein Theologe, Kirchenliederdichter und Reformator in Konstanz, in Württemberg und in der schweizerischen Eidgenossenschaft.


Leben und Wirken
Ambrosius Blarer war der Sohn des Konstanzer Kaufmanns und Ratsherrn Augustin Blarer († 1502) und dessen Frau Katharina Mässlin von Graneck. Er war der Bruder von Thomas Blarer und Margarete Blarer. Sein (Stief-)Onkel war Gerwig Blarer.[1]

Studium und Kloster
Blarer besuchte die Lateinschule in Konstanz, und ab 1505 studierte er Alte Sprachen in Tübingen, schloss jedoch sein Grundstudium nicht ab, um ins Kloster eintreten zu können. Er wurde Benediktinermönch im Kloster Alpirsbach im Schwarzwald und legte 1510 die Profess ab. Der Abt schickte ihn wieder an die Universität, wo er 1511 zum Baccalaureus Artium und 1512 zum Magister promoviert wurde. Er kam auch in Kontakt mit seinem Studienkollegen Philipp Melanchthon, woraus eine lebenslange Freundschaft wurde. Nach dem Studium wurde Blarer Lektor, dann Verweser in der Pfarrei Alpirsbach und um 1521 Prior des Klosters. Ab 1518 wurde er mit der Lehre Martin Luthers bekannt, und ab 1520 sandte ihm sein Bruder Thomas Blarer, der in Wittenberg studierte, seine Schriften zu.[2] So wurde er aufmerksam auf die Missstände in der Kirche und auf die Autorität der Bibel, des sogenannten sola scriptura. Er begann in diesem Sinn evangelisch zu predigen, was von den anderen Mönchen und Dorfbewohnern jedoch nicht verstanden und akzeptiert wurde. Vermutlich entstanden erste Lieder, um sich Kummer und Sorge von Herz und Seele zu schreiben. 1522 verließ er das Kloster und kehrte heimlich zu seiner Mutter nach Konstanz zurück. Ab 1523 pflegte er Kontakte mit Huldrych Zwingli in Zürich, Johannes Oekolampad in Basel und Martin Bucer in Strassburg, was seine neuen evangelischen Überzeugungen bestärkte.[3]

Reformator in Konstanz, in der Ostschweiz und Württemberg
1525 wurde Blarer als Prediger der Pfarrkirche St. Stephan in seiner Heimatstadt Konstanz berufen, wo er zusammen mit seinem Bruder Thomas, seinen Vettern Johannes Zwick und Konrad Zwick die Reformation nach dem Zürcher Vorbild einführte, Schulbildung und Armenfürsorge verbesserte. Dank dem guten persönlichen Zusammenspiel zwischen Kirche und Rat konnte sich die Reformation in den folgenden Jahren weitgehend ruhig und gleichmäßig durchsetzen.

1528 beteiligte Blarer sich an der Berner Disputation, und er begann, sich von Zwinglis symbolischer Abendmahlslehre zu distanzieren und einen neuen Kirchenbegriff zu entwickeln, ohne ein strenger Lutheraner zu werden. Er vertrat eine Mittelposition ähnlich wie Martin Bucer, dem er auch sonst nahe stand. Eine Freundschaft mit regem Briefwechsel mit dem Zürcher Heinrich Bullinger entstand in Bern. Er förderte das politische Bündnis zwischen Konstanz und Zürich, das christliche Burgrecht von 1527, das freilich nach der Niederlage von Zürich 1531 wieder aufgegeben werden musste.

1529 bis 1530 wirkte Blarer als Reformator in den ostschweizerischen Städten Bischofszell, Herisau und Wil. 1529 bis 1540 trat er auch in den schwäbischen Reichsstädten Ulm, Esslingen am Neckar, Augsburg, Lindau, Memmingen und Isny für die Reformation ein. Als reformatorischer Prediger war er auch in kleineren Orten tätig, beispielsweise in Albstadt-Tailfingen.

Blarer heiratete am 19. August 1533 die Schweizerin Katharina Ryf, genannt von Blidegg, eine frühere Nonne aus dem benachbarten Dominikanerinnenkloster Münsterlingen. Sie hatten zusammen vier Kinder, von denen jedoch nur der Sohn Gerwick die Kindheit überlebte.

Ab 1534 war Blarer im Auftrag von Herzog Ulrich mit dem Lutheraner Erhard Schnepf Reformator im Herzogtum Württemberg tätig. In der Abendmahlsfrage nahm er deshalb die vermittelnde Stuttgarter Konkordienformel widerwillig an. 1537 konnte er in Württemberg das reformierte Bilderverbot in den Kirchen durchsetzen. Er leitete die Kirche im oberen Teil des Herzogtums („ob der Staig“ mit Tübingen als Zentrum), geriet aber mit Erhard Schnepf und anderen Lutheranern in Streit wegen des Bilderverbots und weil er zwischen Luther und Zwingli vermitteln wollte. 1538 wurde er vom Herzog entlassen, 1539 wirkte er in Augsburg und kehrte 1540 nach Konstanz zurück. In der Stadt waren Pestepidemien ausgebrochen, 1541 verlor er dadurch seine Schwester Margarethe Blarer und 1542 seinen Cousin und Mitstreiter Johannes Zwick. Nun arbeitete er am Konstanzer Gesangbuch und am Aufbau des Schulwesens mit.

Flucht aus Konstanz und Pfarrer in der Schweiz
1548 musste Blarer wegen der Eroberung durch die Spanier und der folgenden Rekatholisierung aus Konstanz fliehen. Er ging zu seiner verwitweten Schwester Barbara ins thurgauische Dorf Leutmerken und versah danach Pfarrdienste in mehreren Gemeinden der Schweiz. So war er 1551–1559 Pfarrer in der Stadt Biel und half, die Reformation dort zu etablieren. Mehrere Anfragen lehnte er ab, 1563 wirkte er nochmals als Verweser in Leutmerken von Winterthur aus. Aufgrund von Neid von Pfarrkollegen und Betreiben der katholischen Orte musste er auch diese Stelle aufgeben. Er stand in lebhaftem Briefwechsel mit den Schweizer Reformatoren Heinrich Bullinger, Johannes Calvin und Guillaume Farel, übte aber keinen religionspolitischen Einfluss mehr aus wie in Konstanz und in Württemberg. Er starb 1564 vereinsamt in Winterthur.[4][5][6]

Lehre
Der aus einer reichen Familie stammende Blarer genoss eine für seine Zeit gute klassische Bildung und war als Mönch ein folgsamer und treuer Anhänger der katholischen Kirche. Durch die Schriften von Luther wurde er aufmerksam auf die größere Autorität und Priorität der Bibel, des sola scriptura, und auf Missstände und Oberflächlichkeit in der katholischen Kirche, wie sie sich besonders in der Werkgerechtigkeit und im Ablass zeigten. Wie Luther sah und fand er im Solus Christus die Vergebung, die Erlösung von den Sünden durch den Kreuzestod Christi. Aus Gnade und Dankbarkeit solle sich der Mensch im Glauben deshalb auf Christus ausrichten und sich ihm anvertrauen. Er kann dies ohne einen Priester, einen speziellen Vermittler, tun, wie dies der Begriff Allgemeines Priestertum aussagt, den auch er vertrat. Das christliche Gemeinwesen, vertreten durch die Regierung, solle die Pfarrer wählen und einsetzen. Hierin folgte er Zwingli, obwohl er anfänglich mehr den Einzelpersonen an der Basis zutrauen wollte. Er setzte sich für Einigkeit und Frieden in der evangelischen Kirche ein und versuchte zwischen den Anhängern Luthers und Zwinglis zu vermitteln. Er investierte nicht viel in theologische Formulierungen und Schriften, sondern hielt die Menschen zur Nachfolge Christi und einem Gott wohlgefälligen Lebenswandel an. In den neu eingeführten städtischen Zuchtordnungen, die er als einflussreicher Mann mitprägte, kam dies zum Ausdruck, was aber auch ein verbessertes Sozialwesen mit Schulbildung, Armen-, Kranken- und Witwenversorgung eingeschlossen hat. In der Abendmahlsfrage konnte er weder mit Zwingli und Luther übereinstimmen, sondern betonte die persönliche Glaubensbeziehung zu Christus. Generell war ihm die Sprache und der Umgang Luthers zu brüsk und grobschlächtig, und er näherte sich mehr den Schweizer Reformatoren Bullinger und Calvin und deren Theologie und Politik an. Die Klöster wollte er nicht schließen, sondern einer evangelischen Führung unterstellen. Die Bilder in der Kirche schaffte er ab, damit die Menschen nicht vom Wort Gottes und der Predigt abgelenkt würden. Nach 1548 war im konfessionell zerstrittenen Deutschland kein Platz mehr für den differenzierten und vermittelnden Reformator.[7] 
BLARER VON GIERSBERG, Ambrosius (I46127)
 
797 amilie
Kühlmann entstammte einer fränkischen Familie und war der Sohn des königlich bayerischen Rats und Rentbeamten Johann Leonhard Kühlmann.

Er heiratete am 11. August 1870 in München die Tochter des Dichters Oskar von Redwitz, Anna Freiin von Redwitz auf Schmölz und Theisenort (* 7. Juli 1852 in Wien; † 24. Oktober 1924 in München). Sein Sohn war Richard von Kühlmann (1873–1948), Außenminister des deutschen Kaiserreichs und in erster Ehe verheiratet (1906) mit Margarete von Stumm (1884–1917, ab 1913 Frau von Kühlmann, Freifrau von Stumm-Ramholz). Sein Enkel, Sohn aus vorgenannter Ehe, war der deutsche FDP-Politiker Knut Freiherr von Kühlmann-Stumm (1916–1977).

Leben
Kühlmann studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität Rechtswissenschaft. 1853 wurde er im Corps Suevia München recipiert.[1] Ab 1872 war er 25 Jahre lang im Orient tätig, zunächst als Direktor der von Baron Maurice de Hirsch (1831–1896) begonnenen Chemins de fer Orientaux in der europäischen Türkei, der Strecke des späteren Orient-Express, dann als Generaldirektor der von deutscher Seite in Kleinasien gebauten Anatolischen Eisenbahn, schließlich als oberster Leiter beider Bahnsysteme. Sein Wohnsitz wurde Konstantinopel und sowohl der Umkreis seiner Tätigkeit als auch die Höhe seiner Einnahmen machten ihn in dem internationalen Kreis der Diplomaten und der Militärs, die dort wirkten, zum gleichberechtigten und einflussreichen Mitglied. Zu Beginn der Schulzeit zog seine Frau mit den beiden Söhnen und einer Tochter nach München, so dass der Vater immer nur in den Ferien mit der Familie vereint war. Da sie ihre Kinder in die große Gesellschaft einführen wollte, ließ sie in der Gabelsbergerstraße mit Franz von Lenbach als Berater ein Haus erbauen. Der Reichtum der Familie Kühlmann, die wirtschaftliche und politische Geltung Kühlmanns in Konstantinopel und der Adel der Ehefrau erleichterten den Übergang in die neue soziale Schicht.[2]

Politik
Für die Bayerische Fortschrittspartei saß Kühlmann von 1869 bis zum 30. Januar 1872 in der Kammer der Abgeordneten. Im Parlament war er Mitglied im II. Ausschuss für Finanzen. Er folgte dort der reichsdeutschen und liberalen Politik des neuen Ministerpräsidenten Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, des späteren Reichskanzlers, was zu einer Freundschaft führen sollte, die für den Sohn Kühlmann in einem entscheidenden Augenblick seiner Laufbahn bedeutungsvoll werden sollte.[2]

Grabstätte

Grab von Otto Ritter Kühlmann auf dem Alten Südlichen Friedhof in München
Die Grabstätte von Otto von Kühlmann befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Neu Arkaden Platz 97 bei Gräberfeld 41, ♁Standort). In der gemeinsamen Familiengruft liegt auch der Dichter Oskar Freiherr von Redwitz, dessen Tochter Otto Kühlmann geheiratet hatte.

Ehrungen
Kühlmann wurde mit Verleihung des Verdienstordens der Bayerischen Krone am 8. Februar 1889 durch Luitpold von Bayern in den bayerischen persönlichen Ritterstand erhoben.[2] Die Erhebung in den erblichen Adelsstand unter Vorbehalt des persönlichen Ritterstandes erfolgte am 1. Juni 1892 in München mit Immatrikulation bei der bayerischen Adelsklasse am 15. Juni 1892. 1889 wurde er Ehrenbürger der Stadt Landsberg am Lech. 
VON KÜHLMANN, Otto (I61141)
 
798 Ammann in Ravensburg von August 1328 bis Frühjahr 1337. Wilhelm hatte nachweislich 1326 einen Sohn. Hierbei handelt es sich vermutlich um Frick Humpis HUMPIS, Wilhelm (I35440)
 
799 Amschel Mayer Rothschild war der älteste Sohn von Mayer Amschel Rothschild, dem Gründer des Bankhauses M. A. Rothschild & Söhne, und seiner Frau Gutle, geb. Schnapper. Bereits in jungen Jahren arbeitete er im Familienunternehmen. 1810 nahm ihn der Vater zusammen mit seinen vier Brüdern als Teilhaber des Bankhauses auf.

Nach dem Tod Mayer Amschels 1812 bestand das Unternehmen aus den fünf Frankfurter Brüdern

Amschel Mayer von Rothschild (1773–1855) – Frankfurter Zweig – Leitung – blieb kinderlos
Salomon Rothschild (1774–1855) – Wiener Zweig
Nathan Mayer Rothschild (1777–1836) – Londoner Zweig
Carl Mayer von Rothschild (1788–1855) neapolitanischer Zweig – seine Söhne übernahmen später Gesamtleitung
James de Rothschild (1792–1868) – Pariser Zweig
Amschel Mayer wurde als ältester Sohn neues Familienoberhaupt und übernahm die Leitung des Bankhauses, das ab 1813 seinen Sitz in einem klassizistischen Neubau in der Fahrgasse hatte. Es war zugleich auch der Stammsitz der Rothschildbanken in London, Paris, Wien und Neapel, denen seine Brüder vorstanden. Als der vorsichtigste der fünf Söhne Mayer Amschel Rothschilds war er stets um die Liquidität der Bank besorgt, ging Risiken möglichst aus dem Weg und bevorzugte eher kleinere Geschäfte.


Firmenschreiben der Rothschild Bank, Frankfurt, 1876
Rothschild konzentrierte sich auf die Fortsetzung der Tätigkeit als Hoffaktor verschiedener deutscher Fürsten. Die von seinem Vater mit Hilfe von Carl Friedrich Buderus aufgebaute Beziehung zum Hof von Hessen-Kassel spielte dabei eine wichtige Rolle. Daneben war Amschel Mayer Rothschild auch Schatzmeister und Finanzier des Deutschen Bundestages in Frankfurt. Dank der guten Beziehungen zu fast allen deutschen Mittel- und Kleinstaaten konnten M. A. Rothschild & Söhne zwischen 1820 und 1830 das Bankhaus Gebrüder Bethmann als im deutschsprachigen Raum führende Emittenten von Staatsanleihen verdrängen. Frankfurt wurde zum wichtigsten Börsenplatz und Zentrum des Kapitalmarkts in Deutschland. Aus dem Geschäft mit Industrieanleihen und -aktien hielt sich das Frankfurter Rothschildhaus hingegen heraus, war aber durch die Bereitstellung von Krediten an andere, auf diesem Gebiet aktive Banken (zum Beispiel Sal. Oppenheim in Köln) indirekt an solchen Geschäften beteiligt. Eine Ausnahme von diesem Vorgehen bildete lediglich 1835 die federführende Beteiligung an einem Konsortium zum Bau der Taunus-Eisenbahn.

Auch wenn das Vermögen von M. A. Rothschild & Söhne unter Amschel Mayer Rothschilds Leitung weiter anstieg, so verlor das Frankfurter Mutterhaus dennoch im Vergleich mit den stark expandierenden Rothschildbanken in London und Paris an Bedeutung. Trotzdem blieben Letztere offiziell nur Filialen von M. A. Rothschild & Söhne. Solange Gutle Rothschild, die Mutter der fünf Brüder Rothschild, noch lebte, blieb Frankfurt auch der Hauptversammlungsort der Familie Rothschild.

Amschel Mayers 1796 geschlossene Ehe mit Eva Hanau blieb kinderlos. Zur Sicherung der Nachfolge adoptierte er seinen Neffen Mayer Carl von Rothschild, den Sohn von Carl Mayer von Rothschild in Neapel. Rothschild starb am 6. Dezember 1855. Sein Grab befindet sich auf dem Alten jüdischen Friedhof an der Rat-Beil-Straße. Das Grabmal hat Eduard Schmidt von der Launitz gestaltet. Mayer Carl, der zusammen mit seinem Bruder Wilhelm Carl von Rothschild seit 1852 Teilhaber des Bankhauses war, führte das Frankfurter Stammunternehmen nach dem Tode Amschel Mayers weiter; als Wilhelm Carl 1901 starb, wurde es aufgelöst.[1] 
ROTHSCHILD, Amschel "Anselm" Meyer (I55584)
 
800 Amschel Moses Rothschild († 6. Oktober 1755 in Frankfurt am Main) ist einer der Vorfahren der Rothschildfamilie. Die Tochter seines gleichnamigen Sohnes Adelheid Rothschild (1777–1834) heiratete in die Goldschmidt-Bankerdynastie ein (Jacob David Goldschmidt). Sein vierter Sohn ist Mayer Amschel Rothschild, der als Begründer der Rothschilddynastie gilt.

Amschel Moses Rothschild wurde als Sohn von Moses Kalman Rothschild und Schönche Rothschild (geb. Buchsbaum) in Frankfurt am Main geboren.

Er war in der Frankfurter Judengasse als einfacher Geldwechsler tätig, der gelegentlich auch mit Seide handelte. Sein Besitz war im Jahre 1749 insgesamt 1375 Gulden wert. Er gehörte damit eher zu den ärmeren Juden des Frankfurter Ghettos. Wohnsitz seiner Familie war das Hinterhaus zur Pfanne (Judengasse 188), in das seine Vorfahren 1664 gezogen waren. Der alte Wohnsitz war ein Haus im Südteil der Judengasse, das den Namen Zum roten Schild trug, das im 16. Jahrhundert von Isaak Elchanan errichtet worden war. Wie häufig üblich hatte die Familie ihren Nachnamen vom Namen des Hauses abgeleitet. Der Name Rothschild wurde beibehalten, als die Familie in den nördlichen Teil der Judengasse umzog.

Amschel Moses Rothschild hatte gemeinsam mit seiner Frau Schönche acht Kinder. Allerdings überlebten nur fünf die Kindheit. Die Söhne besuchten bis zu ihrem dreizehnten Lebensjahr eine der mehreren Chadarim der Frankfurter Judengasse. Ungewöhnlich ist, dass Amschel Moses Rothschild seinen vierten Sohn auf die Talmudschule in Fürth schickte. Der Grund hierfür ist nicht sicher, da es auch in Frankfurt eine sehr angesehene Rabbinatsschule gab. Möglicherweise wurden in Fürth aber anders als in Frankfurt auch säkulare Fächer unterrichtet.

Amschel Moses Rothschild starb am 6. Oktober 1755 während einer Pockenepidemie. 
ROTHSCHILD, Amschel Moses (I55573)
 

      «Zurück «1 ... 12 13 14 15 16 17 18 19 20 ... 123» Vorwärts»


Diese Website läuft mit The Next Generation of Genealogy Sitebuilding v. 15.0.1, programmiert von Darrin Lythgoe © 2001-2026.

Betreut von Gisela Strauß. | Datenschutzerklärung.