Strauss Genealogie


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5751 weiterführende Information: Berner Biografien ; weiterführende Info: Berner Biografien  EFFINGER, Johannes (I11322)
 
5752 weiterführende Information: HLS
1421 in Zürich erstmals erw., 4.5.1470 Zürich, von Zürich. Ritter. Sohn des Berchtold, Ratsherrn, und der Adelheid Meiss. ​Regula geb. Schwend, Tochter des Johannes (->). Schwager des Konrad (->). 1436-41, 1443 und 1446-69 Vertreter der Konstaffel im Kl. Rat, 1442 Bürgermeister von Zürich. U.a. 1439-43 Vogt von Kyburg, 1446 und 1456-64 von Bülach und 1448 von Regensberg. Der reiche S. war ein einflussreicher Schiedsrichter und Gesandter, der die Politik Zürichs während des Alten Zürichkriegs 1436-50 und die darauf folgende stärkere Bindung an die Eidgenossenschaft massgeblich mitbestimmte. 
SCHWEND, Heinrich I. (I9280)
 
5753 weiterführende Information: HLS
Ende des 15. Jh. ausgestorbenes Geschlecht von Thun und Bern. Die aus dem württemberg. Spaichingen stammende Fam. wurde in der 2. Hälfte des 14. Jh. in der Grafschaft Kyburg durch Hzg. Leopold III. von Habsburg belehnt. Über die Ämter des Stadtschreibers und des Schulmeisters kamen die S. zu Ansehen und Reichtum, zuerst in Thun, dann in Bern. Beiderorts waren sie Bürger und gelangten dank Vermögen aus kommunalen Diensten zu Herrschaftsrechten und ins Berner Stadtregiment. Sie verwalteten bern. Herrschaften im Oberland, Seeland und Oberaargau. Thomas (1461), der auch den Titel eines kaiserl. Notars trug, soll als Stadtschreiber einer der offiziellen Geschichtsschreiber Berns gewesen sein. Seine Aufzeichnungen sind jedoch verschollen. Sein Bruder Rudolf (->) wirkte ab 1473 als Landvogt von Aarwangen. 
VON SPEICHINGEN, Thomas (I11253)
 
5754 weiterführende Information: HLS VON WOLHUSEN, Marquart III. (I23791)
 
5755 weiterführende Information: HLS GND TRÜLLEREY, Hans (I11270)
 
5756 weiterführende Information: Staatarchiv Kanton Bern VON BENNENWIL, Laurenz (I18653)
 
5757 welche aus einem führnehmen, aus dem Ober-Isselschen ursprünglich hergekommenen, und im clevischen, von etlichen jahrhunderten her, sehr bekannten, numehro aber ausgestorbenen adelichem Geschlechte entsprossen war, und mit der er sich im Jahr 1585 verheyratet hatte, einen einzigen Sohn, JOHANN VON MOTZFELS, von welchem ebenfalls ein besonderer Artikel handelt. DE GREVE, Elisabeth (I1196)
 
5758 Welf II. entstammte dem schwäbischen Zweig der Welfen. Er war verheiratet mit Irmentrud/Imiza „von Gleiberg“. Sie war Tochter des Grafen Friedrich von Luxemburg, der ein Bruder der späteren Kaiserin Kunigunde von Luxemburg war. Die Eheschließung ist nicht sicher zu datieren. Aus der Ehe gingen die Kinder Kunigunde und Welf III. hervor. Die Ehe brachte Welf erhebliche Reichsnähe und mit dem Königsgut Mering und dem lombardischen Hof Elisina wichtigen Besitz. Mering war in unmittelbarer Nähe zu Augsburg strategisch bedeutsam. Welf schloss sich 1025 dem Aufstand Ernsts von Schwaben gegen König Konrad II. an. 1027 folgte seine Unterwerfung (deditio) in Ulm. Bei der Dedition (lat. für Kapitulation, Unterwerfung, Übergabe) handelte es sich ursprünglich um eine Institution des antiken römischen Völkerrechts. Welf starb 1030 und wurde in der Grablege Altdorf bestattet. VON SCHWABEN, Welf II. (I15312)
 
5759 Welf II. entstammte dem schwäbischen Zweig der Welfen. Er war verheiratet mit Irmentrud/Imiza „von Gleiberg“. Sie war Tochter des Grafen Friedrich von Luxemburg, der ein Bruder der späteren Kaiserin Kunigunde von Luxemburg war. Die Eheschließung ist nicht sicher zu datieren. Aus der Ehe gingen die Kinder Kunigunde und Welf III. hervor. Die Ehe brachte Welf erhebliche Reichsnähe und mit dem Königsgut Mering und dem lombardischen Hof Elisina wichtigen Besitz. Mering war in unmittelbarer Nähe zu Augsburg strategisch bedeutsam. Welf schloss sich 1025 dem Aufstand Ernsts von Schwaben gegen König Konrad II. an. 1027 folgte seine Unterwerfung (deditio) in Ulm. Welf starb 1030 und wurde in der Grablege Altdorf bestattet. VON ALTDORF, Welf II. (I37188)
 
5760 Welf III. war der einzige Sohn des Grafen Welf II. von Altdorf (heute Weingarten). Er wurde 1047 mit dem Herzogtum Kärnten und der Markgrafschaft Verona belehnt. Welf III. blieb unverheiratet und kinderlos. Er übertrug seine Besitzungen dem Kloster Altdorf, was seine Mutter Imiza, die Witwe Welfs II., dazu veranlasste, ihren Enkel Welf IV., den Sohn ihrer Tochter Gräfin Kunigunde von Altdorf aus ihrer Ehe mit Alberto Azzo II. d’Este, nach Deutschland zu holen, damit er die Familie in weiblicher Linie fortsetze.

Welf III. war der letzte der älteren Welfen. Sein Nachfolger auf den Familiengütern ist der Stammvater der jüngeren Welfen, die noch heute existieren.

Begraben wurde er im Hauskloster der Welfen, der Abtei Weingarten. 
VON ALTDORF, Welf III. (I37190)
 
5761 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7190)
 
5762 Welser ist der Name einer Augsburger sowie Nürnberger Patrizierfamilie von Großkaufleuten. In Augsburg sind die Welser seit 1246 nachweisbar. Im Mittelalter unterhielten die Welser Faktoreien unter anderem in Antwerpen, Lyon, Madrid, Nürnberg, Sevilla, Lissabon, Venedig und Rom sowie Santo Domingo und Venezuela. Durch ihre Handelsgeschäfte kamen diese oberdeutschen Kaufleute zu Reichtum und finanzierten Herrscher verschiedener europäischer Staaten.

Die Welsersche Handelsgesellschaft
Eine Welsersche Handelsgesellschaft ist erstmals 1420 in Augsburg belegt. Anton I. Welser der Ältere gründete 1498 mit dem im Tiroler Silberhandel aktiven Memminger Handelshaus Vöhlin die Welser-Vöhlin-Gesellschaft. Im Handel mit Baumwolle und Barchent wurde erstes Geld verdient. Handels- und Bergbauunternehmen waren sodann weiteres Rückgrat des kommerziellen Erfolgs der Welser. Anton Welser der Ältere stieg auch in den Waren- und Seehandel mit eigener Flotte, das Reedereigeschäft und den Geldverleih ein. 
VON WELSER, Anton I. (I51306)
 
5763 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I4)
 
5764 Weniger als 15 km von Hauptbahnhof Konstanz und 25 km von Klosterinsel Reichenau im Bodensee entfernt in Güttingen gelegen, bietet die Unterkunft Bio Hof Moosburg am See mit Sauna Übernachtungsmöglichkeiten mit einem Garten, kostenloses WLAN in der ganzen Unterkunft und kostenlose Privatparkplätze für Gäste, die mit dem Auto anreisen. Die Unterkunft bietet Grillmöglichkeiten und befindet sich weniger als 31 km von Olma Messen St. Gallen entfernt. Die Gäste können eine Sauna nutzen oder Gartenblick genießen.
Landhaus Moosburg, Moosburg 16, Güttingen, Thurgau 
EHINGER, Heinrich (I32475)
 
5765 Wer war der erste HERR VON RÖTTELN ?
DIETRICH VON RÖTTELN ist der Erste seiner Familie, der 1103 mit Namen in einer Urkunde genannt wurde. Die Familie stammte wahrscheinlich aus dem schweizerischen THURGAU und bekam Güter in der Umgebung von Lörrach zur Verwaltung übergeben. Vor allem in Basel spielten sie in der Folgezeit immer wieder eine wichtige Rolle. DIETRICHS Sohn und wie auch sein Enkel starben beide auf einem KREUZZUG INS HEILIGE LAND: Der Sohn begleitete 1147 den STAUFERKÖNIG KONRAD III., der Enkel 1189 den STAUFERKAISER FRIEDRICH I. BARBAROSSA.

Wer waren die HERREN VON RÖTTELN?
Ihr Einfluss reichte weit. In der Region von Lörrach waren sie die mächtigste und bekannteste Adelsfamilie. Die HERREN VON RÖTTELN waren ehrgeizig. Hohe geistliche Ämter sind dafür ein Zeichen. Die Familie konnte immer wieder die Bischofswürde in Basel oder Konstanz erlangen. Doch die Politik, innerhalb der Familie hohe Ämter zu erwerben, kostete Kraft und Geld. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wuchs die Schuldenlast und die Macht der Familie nahm ab.

Warum kam die Burg in den Besitz einer anderen Familie?
LIUTHOLD II. war ein Kirchenmann, Domherr zu Basel. Da er 1316 ohne Nachkommen starb, endete mit ihm die männliche Linie der HERREN VON RÖTTELN. Doch seine Nichte AGNES, die letzte ihres Namens und einzige Erbin, hatte 1298 RUDOLF I. von HACHBERG-SAUSENBERG geheiratet. LIUTHOLD II. schenkte die Burg den Hachbergern. Zwei Söhne von RUDOLFund AGNES zogen auf der Burg ein und bauten sie zur Residenz aus.

Süddt. Adelsgeschlecht, benannt nach dem Ort R. im bad. Wiesental. Die Herrschaft R. umfasste Allodialbesitz und Lehensgüter des Bf. von Basel, der Gf. von Habsburg sowie der Klöster Murbach, St. Blasien und St. Gallen im Wiesental sowie Streugüter im Elsass, Aargau und Baselbiet.
Die genealog. Abfolge ist bis in die Mitte des 13. Jh. nicht durchgehend erstellbar. Erstmals ist die Fam. nach 1100 mit DIETRICH I., Vogt über die rechtsrhein. Güter des Basler Klosters St. Alban, bezeugt.
Ab der 1. Hälfte des 13. Jh. besassen die R. die Burg Rotenberg, nach der sich ein von DIETRICH IV. ausgehender, bereits 1280 ausgestorbener Zweig der von R. nannte. Verwandtschaftl. Verbindungen bestanden zu den Frh. VON TEGERFELDEN und VON GÖSGEN, den Gf. VON NEUENBURG sowie zu süddt. Hochadelsgeschlechtern.
Im 12. Jh. erschienen die R. oft im Gefolge der Hzg. VON ZÄHRINGEN. Im 13. Jh. waren sie vorerst mit der Stadt und dem Bf. von Basel gegen die Gf. von Habsburg verbündet und auf Seiten der Psitticher in die Kämpfe der Basler Rittergesellschaften involviert.
Nach der Wahl RUDOLFS VON HABSBURG zum König 1273 wandte sich OTTO (erw. 1257-1304) von Basel ab und übernahm im Dienste der habsburg.-österr. Landesherrschaft die Burggrafschaft und Landvogtei zu Rheinfelden sowie die Reichsvogtei Basel.
Mehrere Vertreter der Fam. schlugen geistl. Laufbahnen ein, darunter die Brüder von DIETRICH IV., LÜTHOLD (->) und WALTER (->), sowie LÜTHOLD (->), der 1316 als letzter männl. Vertreter seines Geschlechts starb. Erben waren durch Heirat die Herren VON HACHBERG-SAUSENBERG. 
N., N. (I23861)
 
5766 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I61135)
 
5767 Werdegang
Leonhard war der einzige überlebende Sohn Lamorals von Taxis. Seine Erziehung übernahm zunächst sein Großvater Leonhard I. von Taxis, der das Postwesen in den Spanischen Niederlanden und seit 1597 auch die Kaiserliche Reichspost leitete.

Am 28. August 1603 bewilligte Kaiser Rudolf II. Leonhard I. von Taxis die Nachfolge für seinen Sohn Lamoral und seinen Enkel Leonhard II. im Generalpostmeisteramt. Alle drei Postmeister waren sich einig, die Kaiserliche Reichspost und die Spanisch-Niederländische Post als Unternehmen zentral zu steuern. Meinungsverschiedenheiten gab es nur darüber, wie unabhängig Postmeister vor Ort sein durften. So lehnte Lamoral den Kölner Postmeister Jacob Henot ab, während Leonhard I. bereit war, die Arbeit dieses Postmeisters zu tolerieren. Im Falle des Frankfurter Postmeisters Johann von den Birghden unterstützte Lamoral dessen Arbeit, während Lamorals Sohn Leonhard II. ihn schnell aus seinem Amt entfernte.

Intrigen
Leonhards erste Reise erfolgte in der zweiten Hälfte 1622 an den Wiener Kaiserhof. Im Januar 1623 wurde Johann von den Birghden in Aschaffenburg, der Residenz des Mainzer Kurfürsten, für sieben Wochen in Haft genommen. Wiener Hofkreise verdächtigten ihn der Konspiration mit dem Pfalzgrafen bei Rhein. Birghden selbst vermutete in einer späteren Rechtfertigungsschrift, dass Leonhard II. von Taxis dahinter steckte.

Bei seiner zweiten Reise im Frühsommer 1623 nach Wien versuchte Leonhard vor Ort, die Wiedereinsetzung des Kölner Postmeister Jacob Henot rückgängig zu machen oder zumindest die Auswirkungen abzuschwächen. Sein Vater dagegen machte größere Zugeständnisse. Am 2. August und am 2. Oktober 1623 kam es zu einer vertraglichen Einigung mit Henot, die Leonhard II. jedoch ablehnte. Es gelang ihm am Kaiserhof in Wien, eine kaiserliche Zustimmung zu verhindern.

Die Spannungen zwischen Leonhard und seinem Vater verschärften sich. Lamoral hatte sich eine Geliebte zugelegt und benötigte zusätzliche Geldmittel. Er hatte deshalb mit einigen Postmeistern im Reich jährliche Pauschalzahlungen vereinbart. Am 3. Juli 1623 erließ der Kaiser auf Wunsch von Leonhard ein Mandat gegen seinen Vater. Es gelang Lamoral, die Anschuldigungen seines Sohnes zu entkräften, und so nahm der Kaiser am 5. Dezember 1623 die Abmahnung zurück.

Am 8. Juni 1624 erhob Kaiser Ferdinand II. Lamoral und Leonhard von Taxis in den erblichen Reichsgrafenstand.

Wirken als Generalerbpostmeister
Nach Lamorals Tod am 7. Juli 1624 in Brüssel wurde das Reichspostlehen am 17. August 1624 auf Leonhard II. von Taxis übertragen. Nachdem ihn auch der spanische König Philipp IV. am 9. Oktober 1624 als Generalpostmeister der Spanischen Niederlande bestätigt hatte, begann Leonhard II. damit, seine geplante Verwaltungsreform durchzusetzen.

Zunächst gewann er das Kölner Postamt zurück, wobei ihm der Tod des alten Jacob Henot am 17. November 1625 half. Henots Nachkommen Hartger und Katharina kämpften weiter. Am 23. Februar 1626 wurde der bis 1623 tätige Taxis-Postmeister Johann von Coesfeld wieder als Leiter des Kölner Postamtes eingesetzt. Beschwerden der Erben Henots vor dem Wiener Reichshofrat scheiterten. Während Leonhards Aufenthalt in Köln im Januar 1627 wurde Katharina Henot als Hexe verhaftet und ohne Geständnis am 19. Mai 1627 verbrannt. Die Schöffen schienen bestochen zu sein. Mögliche Schadensersatzforderungen wurden nicht mehr gestellt, nicht zuletzt, weil sich Hartger Henot um die Rehabilitierung seiner Schwester bemühte und selbst angeklagt wurde.

Anschließend betrieb Leonhard die Entmachtung des Postmeisters Johann von den Birghden in Frankfurt. Er erreichte am 3. März 1627 einen kaiserlichen Erlass, Birghden aus seinem Amt zu entfernen. Dies fiel ihm relativ leicht, weil der Frankfurter Postmeister Protestant war. Leonhard II. erschien Anfang August in Frankfurt und betrieb Birghdens Entlassung. Am 2. November 1627 erneuerte der Kaiser seine Vorbehalte. Birghden musste zurücktreten. Er bekam am 11. Dezember 1627 lediglich eine persönliche Ehrenerklärung des Kaisers. Am 10. März 1628 führte Leonhard dann Gerhard Vrints als Birgdens Nachfolger in sein Amt ein.

Auswirkungen seines Todes
Leonhard II. starb unerwartet am 23. Mai 1628 am kaiserlichen Hof in Prag. Darin sah Johann von den Birghden in seiner späteren Rechtfertigungsschrift einen Akt göttlicher Gerechtigkeit:

„… aber Gott der Allmächige ist ins Mittel kommen vnd handgreifflich an Tag geben, daß der Herr Graf der gröseste vndanckbare Mensch gewesen, dann welcher Gestalt er in kurtze Zeit gestorben, vnd in ein zusammen geschlagenes Kästlein für Sudenten gut, nach Brüssel geführet worden.“[1]
Leonhards Witwe Alexandrine, geborene von Rye (1589–1666) übernahm anschließend bis 1646 stellvertretend für ihren minderjährigen Sohn Lamoral Claudius Franz das Reichspostgeneralat. Kaiser Ferdinand II. bestätigte sie am 1. August 1628 in diesem Amt.

Nachkommen
Genoveva Anna (Taufe am 16. April 1618; † 14. Dezember 1663), ⚭ am 8. Juli 1637 mit Sigismondo Sfondrati, spanischer Generalkapitän der Artillerie († 1652)
Lamoral Claudius Franz (Taufe 14. Februar 1621; † 13. September 1676), seit 1646 Generalerbpostmeister.
Einzelnachweise
Zitat aus der Rechtfertigungsschrift von den Birghdens aus dem Jahr 1640, siehe Karl Heinz Kremer: Johann von den Birghden 1582–1645. Bremen 2005, ISBN 3-934686-25-7, Seite 301.
Literatur
Wolfgang Behringer: Thurn und Taxis. Die Geschichte ihrer Post und ihrer Unternehmen. München und Zürich 1990, ISBN 3-492-03336-9.
Wolfgang Behringer: Im Zeichen des Merkur. Göttingen 2003, ISBN 3-525-35187-9.
Martin Dallmeier: Quellen zur Geschichte des europäischen Postwesens. Kallmünz 1977.
Martin Dallmeier, Martha Schad: Das Fürstliche Haus Thurn und Taxis. 300 Jahre Geschichte in Bildern. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1996, ISBN 3-7917-1492-9.
Karl Heinz Kremer: Johann von den Birghden 1582–1645. Bremen 2005, ISBN 3-934686-25-7.
Josef Rübsam: Taxis, Leonard II. Graf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 516 f. 
VON TAXIS, Leonhard II. (I61252)
 
5768 Werdegang
Leonhard, ein Sohn des Generalpostmeisters Johann Baptista von Taxis, wurde nach der kurzen Amtszeit seines älteren Bruders Franz mit der Bestallungsurkunde Kaiser Karls V. vom 31. Dezember 1543 zum Generalpostmeister (chief et maistre general des postes) ernannt. Zu diesem Zeitpunkt war er noch minderjährig und stand unter der Vormundschaft Seraphins I. von Taxis. Am 8. Mai 1545 verbot Karl V. allen Kaufleuten in den Niederlanden, insbesondere denen aus Antwerpen, Briefe anzunehmen und durch Boten oder Kuriere aus den Niederlanden mittels Pferdewechsel zu befördern, sofern sie nicht durch den Antwerpener Postmeister Anton von Taxis dazu beauftragt waren. 1546 übereignete Leonhard von Taxis die kaiserlichen Postämter Rheinhausen und Augsburg an seinen Vormund Seraphin I. von Taxis.

Nach ersten Versuchen ließ Leonhard spätestens 1551 eine wöchentlich verkehrende Ordinari-Post auf dem Niederländischen Postkurs als allgemein zugängliche Post einrichten, dies vor allem wegen der Kaufmannschaft in Augsburg und Antwerpen. Hierzu erließ Leonhard per Rundschreiben eine Postordnung, die sich jedoch mehr auf Postreisende bezog. Die Posthalter durften nur kaiserlichen Kurieren Pferde und Führer zur Verfügung stellen. Im November desselben Jahres erließ Karl V. die Verordnung, dass kein Außenstehender in Flandern befugt sei, das Posthorn zu führen oder nachts zu blasen, um sich die Tore öffnen zu lassen.

Zeit nach Karl V.
Nach der Abdankung Karls V. als spanischem König am 26. Oktober 1555, bestätigte dessen Nachfolger König Philipp II. nur einen Tag später in Brüssel Leonhard von Taxis in seinen Ämtern. Am 15. Februar 1556 erhielt Leonhard die Bestallungsurkunde als Generalpostmeister der Spanischen Niederlande. Am 21. August 1563 bestätigte ihn auch Kaiser Ferdinand I. als Generaloberstpostmeister im Reich und den Österreichischen Erblanden, soweit es die Niederländische Transitroute betraf. In demselben Erlass wurde noch einmal betont, dass König Philipp II. die Kosten zu tragen hatte. Bis 1563 verwaltete Christoph von Taxis die beiden Augsburger Postämter. Ab Mitte 1563 sollte Seraphin II. von Taxis das spanisch-niederländische Postamt übernehmen. Nachdem Christoph die Herausgabe verweigert hatte, schaltete sich Leonhard ein. Am 24. August 1564 vereinbarte er mit Kaiser Maximilian II. eine Zusammenlegung der beiden Augsburger Postämter unter Führung von Brüssel. Zunächst wurde Innozenz von Taxis Postmeister, wogegen Seraphin II. von Taxis erfolgreich prozessierte. Im Jahre 1567 erzwang er seine Einstellung. Der Streit mit Leonhard wurde auch 1568 fortgesetzt. Die Zahlungen an die Posthalter von Rheinhausen bis Augsburg wurden eingestellt. Im Herbst protestierten die Posthalter vergebens gegen die Zahlungsrückstände. Danach kam es zum Bummelstreik. Maximilian II. musste 1570 auf dem Reichstag zu Speyer den Posthaltern 400 Gulden zahlen, um die Nachrichtenverbindung zu seinem Hof aufrechtzuerhalten.

Die Situation während des Aufstands der Niederlande
Die finanzielle Situation von Leonhard in Brüssel verschlechterte sich in den Folgejahren noch mehr. Im Jahre 1574 kam es zu einem weiteren spanischen Staatsbankrott. Alle Zahlungen aus Lille an die Brüsseler Postzentrale wurden eingestellt. Der Staatsstreich in den Niederlanden führte am 4. September 1576 zur Verhaftung seines Bruders, des Diplomaten Johann Baptista von Taxis, in Brüssel. Leonhard konnte jedoch die Freilassung seines jüngeren Bruders erreichen. Nach weiteren Unruhen in Brüssel flohen Leonhard und dessen Sohn Lamoral Ende Januar 1577 in das Feldlager von Don Juan d’Austria nach Luxemburg. Am 7. Dezember 1577 erklärten die Generalstaaten die Absetzung des niederländischen Statthalters Don Juan d’Austria, die Konfiszierung von Leonhards Besitz in Brüssel und dessen Absetzung als Leiter des niederländischen Postwesens. Nachfolger wurde ein Niederländer namens Johann Hinckart.

Machtkämpfe und Wiedereinsetzungen
Erst am 25. Oktober 1579 wurde Leonhard I. als Niederländischer Postmeister in Brüssel wiedereingesetzt. Seraphin II. von Taxis, der Augsburger Postmeister, unternahm 1580 den Versuch, das Generalpostmeisteramt im Reich zu übernehmen. Leonhard verbündete sich mit dem Kölner Postmeister Henot und bewarb sich selbst ein zweites Mal um dieses Amt. Der Tod Seraphins im Januar 1582 schaltete diesen als Bewerber aus. Als nächster Konkurrent trat Leonhards Sohn Lamoral auf. Leonhard hatte ihn im März 1584 zusammen mit Henot ins Reich geschickt, um die Schulden bei den Posthaltern zu bezahlen. In Augsburg bewarb sich Lamoral plötzlich um das Amt des Generalpostmeisters und versuchte, den Kölner Postmeister zu entmachten. Der Kaiser akzeptierte Lamoral, verlangte aber, dass die aufgelaufenen Schulden gegenüber den Posthaltern bezahlt würden. Diese Auflage konnte Lamoral nicht erfüllen.

In den Niederlanden bestätigte der spanische König Philipp II. Leonhard als Generalpostmeister. Damit war Lamorals Vorstoß gescheitert. Im Februar 1586 verständigte sich Leonhard mit seinem Sohn und schickte im September 1586 Jacob Henot auf eine Inspektionsreise zur Beruhigung der Posthalter. Am 15. März 1587 kam es zur Wiederaufnahme der Ordinari-Post nach Rheinhausen, Augsburg, Prag und Italien. In den folgenden Jahren bewarb sich der Kölner Postmeister Jacob Henot um das Amt des Generalpostmeisters. Er wollte eine sich selbst finanzierende Post einrichten, scheiterte aber.

Ab 1590 begannen in Brüssel Verhandlungen, Leonhard wieder, wie schon zu Zeiten Kaiser Ferdinands I, als Generalpostmeister im Reich einzusetzen. Noch zögerte Kaiser Rudolf II. In den nächsten Jahren verbesserte sich Leonhards finanzielle Situation dank spanischer Zuschüsse in den Niederlanden. Am 18. Februar 1594 begannen weitere Verhandlungen mit der Augsburger Postkommission, und am 16. Juni 1595 erhielt Leonhard einen Bestallungsbrief des Kaisers für alle Posten im Deutschen Reich, soweit sie vom spanischen König Philipp II. unterhalten wurden. Am 15. Januar 1596 wurden die Zahlungsmodalitäten für die Posthalter in Augsburg durch drei Vertreter Leonhards namens Herbais, Henot und Calepio festgelegt. In der neuen Postordnung vom 16. Oktober 1596 wurden alle Posthalter am Niederländischen Postkurs zwischen Brüssel und Augsburg auf Leonhard I. von Taxis vereidigt.

Leiter der Kaiserlichen Reichspost
Nach der Verkündigung des Reichspostregals durch Kaiser Rudolf ritt im Januar 1597 die erste Ordinari-Stafette der Kaiserlichen Reichspost. Leonhard blieb in Brüssel. Für die Poststationen im Reich war zunächst Jacob Henot zuständig und ab 1601 der Augsburger Postmeister Octavio von Taxis. Leonhards Verbindungsmann zum Kaiserhof Rudolfs II. in Prag war sein Sohn Lamoral. Dieser erreichte am 25. Oktober 1603 eine kaiserliche Verschreibung des Postamtes Köln und der Posten bis Wöllstein an Leonhard, Lamoral und dessen Sohn Leonhard II. von Taxis, nachdem er auf den jährlichen Zuschuss von 500 Gulden durch das Reichspfennigamt verzichtet hatte. Daraufhin verlor der Kölner Postmeister Jacob Henot sein Amt.

In den nächsten Jahren übernahm Leonhards Sohn Lamoral immer mehr Aufgaben seines Vaters, ohne dass es zu einer Erweiterung des Postnetzes im Reich kam.

Die Erhebung von Leonhard und Lamoral von Taxis in den erblichen Reichsfreiherrenstand durch Rudolf II. erfolgte am 16. Januar 1608.

Leonhard I. von Taxis starb am 5. Mai 1612 im Alter von 90 Jahren und wurde in der Brüsseler Kathedrale Notre Dame du Sablon beigesetzt.

Kurioses
In einer Urkunde des spanischen Königs Philipps II. vom 5. Dezember 1565 wird behauptet, dass Leonhards Vorfahren bereits seit 100 Jahren, zu Zeiten Kaiser Friedrichs ein geregeltes Post- und Kurierwesen eingeführt hätten und dass sie seitdem Postmeister in den Königreichen und Ländern waren. Dieses Dokument, das durch keine historischen Quellen gestützt wird, wurde häufig von älteren Postgeschichtlern herangezogen, um das hohe Alter der Post im deutschsprachigen Raum zu beweisen.

Nachkommen
Folgende Kinder Leonhards sind auch als Erwachsene belegt:

Christina († nach 1620), ⚭ am 15. Februar 1571 mit Jan von der Noot († 1611)
Lamoral (1557–1624), Leonhards Nachfolger als Generalpostmeister
Valeria (1573–1643), ⚭ am 12. Januar 1588 mit Augustin de Herrera, spanischer Gouverneur von Gent († 1612), später Nonne
Margareta, ⚭ am 5. Februar 1596 mit Diego Rodriguez de Olivares, Gouverneur von Nieuwpoort
Literatur
Wolfgang Behringer: Im Zeichen des Merkur. Göttingen 2003, ISBN 3-525-35187-9
Wolfgang Behringer: Thurn und Taxis. München und Zürich 1990
Martin Dallmeier: Quellen zur Geschichte des europäischen Postwesens 1501–1806. Kallmünz 1977
Engelbert Goller: Jakob Henot. Dissertation, Universität Bonn 1910
Joseph Rübsam: Johann Baptista von Taxis. Freiburg im Breisgau, 1889
Josef Rübsam: Taxis, Leonard Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 514–516. 
VON TAXIS, Leonhard I. (I61255)
 
5769 Werdegang
Nathan war das jüngste Kind des Philosophen Moses Mendelssohn und seiner Frau Fromet, geb. Gugenheim. 1809 ließ er sich evangelisch-reformiert taufen und nahm den Vornamen Carl Theodor Nathanael an. Kurz darauf heiratete er die Lederfabrikantentochter Henriette Itzig (1781–1845), die zehn Kinder gebar, von denen jedoch nur drei das Erwachsenenalter erlebten: Arnold (1817–1854), Ottilie (1819–1848) und Wilhelm (1821–1866).

Nathan war mathematisch und naturwissenschaftlich-technisch begabt. Nach dem Besuch des Joachimsthalschen Gymnasiums in Berlin ließ er sich in Deutschland, Paris und London zum Mechaniker und Instrumentenbauer ausbilden. Bereits 1805 veröffentlichte er Berichte in wissenschaftlichen Zeitschriften über seine Erfindungen. Nach seiner Rückkehr eröffnete er 1806 in Berlin eine Werkstatt, die staatlich unterstützt und gefördert wurde und in der astronomische, geodätische und physikalische Messinstrumente hergestellt wurden, die mit den besten englischen und französischen konkurrieren konnten. Auch Alexander von Humboldt, der ein Freund der Familie Mendelssohn war, benutzte bei seinen Expeditionen wissenschaftliche Instrumente, die in Nathans Werkstatt gebaut wurden. Sein Ansehen war so groß, dass er mit Humboldts Vermittlung in der Akademie der Wissenschaften über seine Erfindungen berichten durfte.

1813 gab Nathan die Werkstatt auf, meldete sich als Freiwilliger für das 4. Churmärkische Landwehr-Infanterie-Regiment und nahm an den Kämpfen gegen die napoleonischen Truppen teil. Noch während der Militärzeit wurde er zur Inspektion thüringischer Gewehrfabriken und Büchsenmacherbetriebe abkommandiert. Wegen der damit verbundenen Verdienste wurde er nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst 1814 in den Staatsdienst übernommen und in der königlichen Gewehrfabrik in Neisse/Schlesien eingesetzt. Nachdem die Fabrik 1821 privatisiert worden war, konnte er nicht weiter beschäftigt werden, erhielt jedoch bis zur Wiederanstellung 1829 ein „Inactivitätsgehalt“.

Auf der Suche nach einer neuen Existenz übersiedelte Nathan Mendelssohn 1822 mit seiner Familie in das niederschlesische Reinerz in der früheren Grafschaft Glatz und pachtete im nahe liegenden Schmelzetal (auch Weißtritztal oder Grunwalder Tal genannt) ein 24 Morgen großes Gelände. Dort errichtete er mit Unterstützung seines Bruders Joseph Mendelssohn eine Eisenhütte. Die Eisenlager in der Reinerzer Umgebung waren seit Anfang des 15. Jahrhunderts bekannt, und das Unternehmen war erfolgversprechend. Am 18. August 1823 wurde der Grundstein für einen neuen Schmelzofen gelegt und durch einen Geistlichen eingesegnet. Anwesend waren auch Nathans Bruder Abraham Mendelssohn Bartholdy und dessen Söhne Paul und Felix. Nachdem die erforderlichen Gebäude errichtet waren, konnte die Eisenhütte in Betrieb genommen werden. Geschürft wurden die Eisenerze in der näheren Umgebung (Vorgebirge der Hohen Mense, Ratschenberg, Hallatsch und Andere). Schon 1829 gab Nathan den Betrieb, der unmittelbar an den Ufern der Weistritz lag, aus nicht näher bekannten Gründen auf und verkaufte sie an den Berliner Maschinenbauer Franz Anton Egells. Es wird vermutet, dass die Eisenhütte durch die Hochwasserschäden von 1827 und 1829 stark beschädigt wurde und erneut größere Investitionen für die Instandsetzung erforderlich gewesen wären.

Ab Dezember 1829 wohnte Nathan mit seiner Familie in der 20 Kilometer entfernten Kreisstadt Glatz, wo er beim Steueramt eine Wiederanstellung im Staatsdienst erhielt und seine Söhne das Gymnasium besuchen konnten. 1834 folgte eine Beförderung zum „Haupt Amtskontrolleur“ in Liegnitz. Erst 1836 gelang ihm die Rückkehr nach Berlin, wo er als Revisor in der Haupt-Stempel- und Magazin-Verwaltung beschäftigt wurde. Diese Tätigkeit übte er bis an sein Lebensende aus.

Die Bekanntheit seiner Geschwister Dorothea, Joseph und Abraham konnte Nathan nicht erreichen. Obwohl er 1839 Mitbegründer der Polytechnischen Gesellschaft und deren Vorsitzender wurde und sein Interesse und seine Begabung für technische Entwicklungen und Neuerungen bestehen blieben, gelang es ihm nicht, die durch den Kriegsdienst unterbrochene erfolgreiche technische Laufbahn wiederaufzunehmen.

Wie seine beiden Brüder gehörte Nathan Mendelssohn der Gesellschaft der Freunde an.

Veröffentlichungen
Nathan Mendelssohn: Beschreibung einer verbesserten Einrichtung der Luftpumpe. In: Annalen der Physik, 1806, St. 1, S. 96–101
Literatur
Thomas Lackmann: Das Glück der Mendelssohns – Geschichte einer deutschen Familie. Berlin 2005, S. 116, ISBN 3-351-02600-5
Ilse Rabien: Die Mendelssohns in Bad Reinerz. In: Mendelssohn Studien. Band 7, ISBN 3-428-06975-7
Anzeige von Herrn von Humboldt über die astronomischen, geodetischen und physikalischen Instrumente, welche verfertigt werden, bei N. Mendelssohn, in der Behrensstr. No. 60 in Berlin. In: Annalen der Physik, 1806, S. 7 
MENDELSSOHN, Nathan (I60845)
 
5770 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I45471)
 
5771 Werdegang vor dem Antritt der Herrschaft
Herzog Carl Alexander war der älteste Sohn von Friedrich Carl von Württemberg-Winnental (Haus Württemberg) und Eleonore Juliane von Brandenburg-Ansbach. Friedrich Carl war von 1677 bis 1693 Vormund des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg und damit auch Regent in Württemberg.

Als Eberhard Ludwig 1733 starb, war dessen einziger Sohn Friedrich Ludwig bereits 1731 gestorben. So ging der württembergische Thron nach Eberhard Ludwigs Tod auf seinen Cousin Carl Alexander über, der als erfolgreicher Heerführer in kaiserlichen Diensten 1712 zur katholischen Konfession übergetreten war. Militärische Erfolge errang er an der Seite Prinz Eugens im Spanischen Erbfolgekrieg sowie in den Feldzügen gegen die Türken 1717/1718. Ab 1719 war er kaiserlicher Generalgubernator von Belgrad und dem besetzten serbischen Gebiet.

1728 erwarb er das Herrenhaus Buchenbachhof in Birkmannsweiler bei Winnenden von dem österreichischen General Wilhelm Reinhard Reichsgraf von Neipperg für 24.000 Gulden.

Herrschaft und Tod
Nach dem Antritt der Herrschaft in Württemberg richtete Herzog Carl Alexander die von Eberhard Ludwig nach Ludwigsburg verlegte Residenz wieder in Stuttgart ein. Als Herzog beteiligte er sich weiter an kaiserlichen Militärmaßnahmen wie dem Polnischen Thronfolgekrieg, in dessen Verlauf er im Januar 1734 zum Generalfeldmarschall des Schwäbischen Reichskreises und im Mai zum kaiserlichen Generalfeldmarschall ernannt wurde. Carl Alexander war der erste katholische württembergische Herzog seit der Reformation.[1]


Herzog Carl Alexander zu Pferd
(Gemälde von August Querfurt, zwischen 1733 und 1737)
Kriege und aufwändige Hofhaltung führten zu einem hohen Finanzbedarf des Herzogtums Württemberg, woraufhin Carl Alexander Joseph Süß Oppenheimer, einen jüdischen Finanzmakler und Bankier, zu seinem Geheimen Finanzrat berief. Die evangelischen Landstände fühlten sich durch die vom katholischen Herzog mithilfe Oppenheimers durchgesetzten finanz- und fiskaltechnischen Maßnahmen in ihrer finanziellen Selbstverwaltung beeinträchtigt. Aus diesen Spannungen entwickelte sich ein Konflikt zwischen dem katholischen Herzog in Stuttgart und der protestantischen Bevölkerung, vertreten durch die württembergischen Landstände, die Vorgänger des Landtages.

Carl Alexander starb unerwartet am 12. März 1737 an einem Lungenödem. Sein Tod führte zu einer Intrige der Landstände gegen Oppenheimer, der schließlich Opfer eines antijüdischen Justizmordes wurde.

Nachfolger Carl Alexanders wurde sein Sohn Carl Eugen. Bis dieser im Jahr 1744 vorzeitig für volljährig erklärt wurde, führte Herzog Carl Rudolf von Neuenstadt als nächster Agnat Carl Alexanders die Regierungsgeschäfte.

Nachkommen
Carl Alexander war seit 1727 mit Maria Augusta von Thurn und Taxis (1706–1756), einer Tochter des Fürsten Anselm Franz von Thurn und Taxis und der Maria Ludowika Anna Franziska geb. von Lobkowitz, verheiratet. Sie hatten folgende Kinder:

Carl Eugen (1728–1793)
Eugen Ludwig (*/† 1729)
Ludwig Eugen (1731–1795)
Friedrich Eugen (1732–1797)
Alexander (1733–1734)
Auguste Elisabeth (1734–1787) ⚭ Karl Anselm von Thurn und Taxis
Alle drei überlebenden Söhne folgten Karl Alexander nacheinander auf den Thron.

Literatur
Wissenschaftlich
Joachim Brüser: Herzog Karl Alexander von Württemberg und die Landschaft (1733 bis 1737). Katholische Konfession, Kaisertreue und Absolutismus. Kohlhammer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-17-021272-5.
Gabriele Haug-Moritz: Carl Alexander. In: Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 254–256.
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 4: Das Haus Württemberg von Herzog Eberhard Ludwig bis Herzog Carl Alexander. Mit den Linien Stuttgart und Winnental. Landhege, Schwaigern 2015, ISBN 978-3-943066-39-5, S. 381–480.
Paul Sauer: Ein kaiserlicher General auf dem württembergischen Herzogsthron. Herzog Carl Alexander von Württemberg 1684–1737. Markstein, Filderstadt 2006, ISBN 3-935129-25-4.
Paul Friedrich von Stälin: Karl Alexander. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 366–372.
Bernd Wunder: Karl Alexander. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 266–267 (deutsche-biographie.de).
Constantin von Wurzbach: Württemberg, Karl Alexander Herzog. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 58. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1889, S. 241–243 (Digitalisat).
Belletristisch
In Lion Feuchtwangers Roman Jud Süß tritt auch Carl Alexander auf. 
VON WÜRTTEMBERG-WINNENTAL, Carl Alexander (I61219)
 
5772 Werdegang:
• Dozent der deutschen Sprache in Breda
• 1826 Vikar in Köngernheim
• 1828 Vikar in Jugenheim (Rheinhessen)
• 1831 Pfarrverwalter in Bechtolsheim
• 1835 Pfarrverwalter in Bornheim
• 1836 Pfarrer in Groß-Winternheim
• 1838 Pfarrer in Bornheim
• 1847 Pfarrer in Bosenheim
• 1858 Pfarrer in Fürfeld
• 16.12.1865 Dekan des evangelischen Dekanats Wöllstein
• 1866 Pfarrer in Stein-Bockenheim
 
WEIFFENBACH, Wilhelm (I59362)
 
5773 Werdegang:
• Theologie-Studium
• Professor für praktische Theologie in Gießen
• Direktor des Predigerseminars Friedberg in Hessen
Werke:
• Exegetisch-theologische Studie über Jacobus Cap. II. v 14-26, Gießen 1871.
• Der Wiederkunftsgedanke Jesu, Leipzig 1873.
• zs. mit Jacob Isaak Bordes, Der Angriff eines Materialisten auf den Glauben an Gott, 1875.
• Die Papiasfragmente über Marcus und Matthäus eingehend exegetisch untersucht und kritisch gewürdigt, Berlin 1878.
• Gedächtnisrede auf Geh. Kirchenrat Dr. Schwabe, gehalten bei der Entlassung am 15. September 1884, Friedberg: Bindernagel 1885.
• zs. mit J. Gustav Diegel: Denkschrift des evangelischen Prediger-Seminars zu Friedberg für das Jahr 1886 und bis Frühjahr 1887. Als Einladung zu der am 26. und 27. Juli 1887 stattfindenden Gedächtnis-Feier des 50jährigen Bestehens dieser am 21. Mai 1837 gegründeten Anstalt, Friedberg: Evangelisches Predigerseminar, 1887.
• Predigt über Ev. Johannis 11, v. 3-4, gehalten bei der Sedan-Feier am 3. September 1893 in der Stadtkirche Friedberg in Hessen, Friedberg: Bindernagel 1893. 
WEIFFENBACH, Wilhelm (I59360)
 
5774 Werdegg
Gerichtsherrschaft und abgegangene Burg bei Hittnau. Die 1229-1313 erw. Herren von W. liessen die Burg um 1200 erstellen und sicherten sich in der Umgebung diverse Rechte. Deren Nachfolger, die Ritter von Landenberg-W., festigten W. im SpätMA zur Gerichtsherrschaft, die das weitläufige Gebiet von Hittnau sowie spätestens ab 1434 auch Gündisau (Gem. Russikon) umfasste. Sie ging 1413 mit der Burg an Heinrich Göldli, 1434 an Kaspar von Bonstetten und um 1437 an Herdegen von Hinwil. Hochgerichtlich gelangte die Herrschaft 1424 pfandweise und 1452 definitiv an die Stadt Zürich und war bis 1798 der Landvogtei Kyburg unterstellt. Gemäss Johannes Stumpf zerstörten eidg. Truppen 1444 die Burg. 1473 wurden die Rechtsverhältnisse der Herrschaft W. in einer Offnung festgehalten. Ab 1477 erfolgte die Verleihung des Burgplatzes und der Herrschaft getrennt. Letztere kam nach versch. Besitzwechseln von der Fam. Meiss um 1510 an die Blarer von Wartensee, die W. mit der Herrschaft Kempten verbanden. 1567 wurde auch die Herrschaft Greifenberg angeschlossen. Für den Werdegger Teil hielten die Gerichtsherren das Maien- und Herbstgericht bis 1798 in Oberhittnau ab. 
VON WERDEGG, Rüdiger (I40519)
 
5775 Werdegg - Burghügel
Blick von Norden auf das Plateau der Vorburg.

Der langgezogene, heute bewaldete Burghügel von Werdegg wird durch drei Gräben unterteilt. Auf den beiden Plateaus verteilten sich einst Haupt- und Vorburg, von denen keine Mauerspuren mehr erkennbar sind. Die Anlage war Wohnsitz der von 1229 bis 1312 erwähnten Ritter von Werdegg, gehörte später den Landenbergern und schliesslich den Herren von Hinwil. Im Mai 1444 wurde die Burg durch die Eidgenossen zerstört.

Bild und Zitat: Burgenwelt - http://www.burgenwelt.org/schweiz/werdegg/object.php 
VON LANDENBERG-WERDEGG, Rüdiger (I40504)
 
5776 Werdegg - Burghügel
Blick von Norden auf das Plateau der Vorburg.

Der langgezogene, heute bewaldete Burghügel von Werdegg wird durch drei Gräben unterteilt. Auf den beiden Plateaus verteilten sich einst Haupt- und Vorburg, von denen keine Mauerspuren mehr erkennbar sind. Die Anlage war Wohnsitz der von 1229 bis 1312 erwähnten Ritter von Werdegg, gehörte später den Landenbergern und schliesslich den Herren von Hinwil. Im Mai 1444 wurde die Burg durch die Eidgenossen zerstört. 
VON WERDEGG, Rüdiger (I40520)
 
5777 Werdegg, von
Zürcher Ritteradel, 13.-14. Jh., benannt nach der Burg W. bei Hittnau, wo auch der Besitzschwerpunkt der Fam. lag. Erste bekannte Vertreter waren Heinrich und Rüdiger, die 1229 für Rudolf von Rapperswil als Zeugen auftraten. Mitte des 13. Jh. gehörte die Fam. zum Dienstadel des Klosters St. Gallen. Unter Rüdiger (erw. 1276-1313), dem letzten männl. Nachkommen der Fam., wurde diese Verbindung jedoch gelöst. Verheiratet mit der Zürcher Stadtadligen Anna Biber gelangte er als einer von wenigen Landadligen ab 1306 in den Zürcher Rat. Sein Erbe ging über seine mit Beringer von Landenberg verheiratete Tochter Katharina an deren Sohn Rüdiger, der sich ab 1322 sowohl nach Landenberg wie nach W. nannte.


Literatur
– H. Kläui, «Neues zur ältesten Genealogie und Gesch. der Herren von Landenberg», in ZTb 1959, 1958, 24-61
– Sablonier, Adel
– P. Niederhäuser, «Adel und Adelsherrschaft: Die Burgherren von W.», in Hittnau, hg. von M. Leonhard et al., 2005, 15-30

Autorin/Autor: Martin Leonhard 
VON WERDEGG, Rüdiger (I40508)
 
5778 Werke (Erstdrucke)

Propositiones […] de servitutibus, Basel 1579 (online)
Idea juris logica, de causis juris constituentibus, Frankfurt 1586
Disceptationum scholasticarum juris liber unus, Marburg 1588
Jurisprudentiae Romanae a Justiniano compositae libri duo, Marburg 1590
De feudis eorundemque iure libri duo, Marburg 1595
Commentarius in Institutiones juris civilis a Justiniano compositas, Marburg 1598
Commentarius ad titulos codicis, qui sunt de jurisdictione et foro competente, Frankfurt 1599
Consiliorum et responsorum doctorum et professorum facultatis juridicae in academia Marburgensi, Marburg 1606
Tractatus de judiciis, Kassel 1654 (posthum) 
VON VULTEJUS, Hermann (I6330)
 
5779 Werner ab der Matten vermacht seine liegenden Güter bei Steffisburg teils seiner Tochter Adelheid, Gattin des Peter von Wichtrach, teils dem Kloster Interlaken. DER MATTEN, Peter (I51946)
 
5780 Werner II. erscheint schon 1135 im Besitz der Landgrafschaft Ober-Elsass, wo das Geschlecht schon früher ausgedehnte Güter hatte, und der Schirmvogtei über das Kloster Muri, dem auch Luzern mit den übrigen Ortschaften gehörte.

Er starb in Italien, als nach der Schlacht von Tusculum im kaiserlichen Heer eine Seuche ausbrach.
Der ruhmlose Abzug 1164 und die mangelnde Unterstützung in Italien machten einen vierten Italienzug notwendig. Dorthin brach Barbarossa im November 1166 erneut auf, auch um das Schisma zu beenden. Alexander III. sollte besiegt und Papst Paschalis III. in Rom inthronisiert werden. Da die fürstliche Unterstützung zur Heerfolge nachließ, wurden aus den niederrheinischen Gebieten Brabanzonen genannte Söldner angeheuert. Die kaiserlichen Legaten sollten außerdem die Ressourcen für den Italienzug gründlich ausschöpfen. In Mailand wurde die Eintreibung von Steuern und Abgaben durch eine neue Steuerliste systematisiert. Ungeachtet der Klagen der lombardischen Großen in Lodi wurde die strenge Reichsverwaltung beibehalten. Infolge der materiellen Belastungen und der Missachtung bisheriger Rechtsgewohnheiten formierte sich im März 1167 mit Cremona, Bergamo, Brescia, Mantua und Ferrara der lombardische Städtebund. Die bislang miteinander verfeindeten Kommunen fanden durch die kaiserliche Willkürherrschaft schnell zusammen. Mailand gelang durch zahlreiche Zugeständnisse die Aufnahme in den Bund. Durch den Schutz des Stadtbundes konnten die Mailänder im April in ihre verwüstete Stadt zurückkehren.

Barbarossa zog währenddessen weiter nach Süden. Ancona, das alle Abgaben verweigerte, wurde von Barbarossa unterworfen. Die Erzbischöfe von Köln und Mainz, Rainald und Christian, hatten Ende Mai 1167 die Römer in der Schlacht von Tusculum vernichtend geschlagen. Die Nachricht von dem Sieg über die Römer erreichte Barbarossa am Ende der Belagerung von Ancona. Auf Betreiben einiger normannischer Adliger in seinem Heer wurde jedoch noch ein kurzer Streifzug an die nördliche Grenze Siziliens unternommen. Es blieb die einzige Expedition des vielgeplanten und immer wieder verschobenen Zuges gegen den normannischen König.

Der Belastung durch die große Sommerhitze ausgesetzt, erreichte Barbarossa am 20. Juli 1167 Rom. Es gelang, St. Peter zu erobern und Paschalis III. am 30. Juli in Rom einzusetzen. Der zunächst in der Stadt Rom von kaiserlichen Truppen eingeschlossene Alexander konnte nach Benevent fliehen. Wenige Tage später brach im kaiserlichen Heer eine durch die Augusthitze geförderte Ruhrepidemie aus. Sie hatte mit dem Tod zahlreicher Erbsöhne tiefgreifende dynastische Folgen für den Laienadel. Der Seuche erlagen die Bischöfe Konrad von Augsburg, Alexander von Lüttich, Daniel von Prag, Eberhard von Regensburg, Gottfried von Speyer und Hermann von Verden, der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, die Herzöge Friedrich von Rothenburg und Welf VII., Theobald von Böhmen, Berthold von Pfullendorf, mehrere Konsuln aus den verbündeten Kommunen, darunter der Lodeser Chronist Acerbus Morena sowie 2000 Ritter. Das Scheitern von Barbarossas Italienpolitik zeichnete sich ab. Am 1. Dezember 1167 erfolgte der Zusammenschluss des Lombardenbundes mit dem Veroneser Bund. Die kaiserliche Verwaltung brach bis auf die Verbündeten Novara, Vercelli und Pavia zusammen. Das Vorgehen des Lombardenbundes zwang Barbarossa zum überstürzten Rückzug nach Pavia. Aus Angst um sein Leben floh Barbarossa mitten in der Nacht als Pferdeknecht verkleidet aus Susa über den einzigen freien Alpenpass. 
VON HABSBURG, Graf von Habsburg Graf von Habsburg Werner II. (I35463)
 
5781 Werner II. von Homberg gehörte dem Geschlecht der Grafen von Frohburg unweit von Olten an. Seine Eltern waren Graf Ludwig I. von Homberg (erw. ab 1268; † 1289) aus der Linie Frohburg-Homberg und Elisabeth von Rapperswil.[1]

Ab 1314 gehörte er zur Gefolgschaft König Friedrichs des Schönen (* 1289 in Wien; † 13. Januar 1330 in Gutenstein), Habsburger, und heiratete im Jahr 1315 Maria von Oettingen († 10. Juni 1369), die Witwe seines Stiefvaters Rudolf von Habsburg-Laufenburg.

Zwischen 1317 und 1320 stiftete Werner von Homberg die Liebfrauenkapelle des Klosters Oetenbach, in dem seine Schwester Cäcilia zur Priorin ernannt worden war.[2] 
VON HOMBERG, Ludwig I. (I37171)
 
5782 Werner II. von Homberg gehörte dem Geschlecht der Grafen von Frohburg unweit von Olten an. Seine Eltern waren Graf Ludwig I. von Homberg (erw. ab 1268; † 1289) aus der Linie Frohburg-Homberg und Elisabeth von Rapperswil.[1]

Ab 1314 gehörte er zur Gefolgschaft König Friedrichs des Schönen und heiratete im Jahr 1315 Maria von Oettingen († 10. Juni 1369), die Witwe seines Stiefvaters Rudolf von Habsburg-Laufenburg.

Zwischen 1317 und 1320 stiftete Werner von Homberg die Liebfrauenkapelle des Klosters Oetenbach, in dem seine Schwester Cäcilia zur Priorin ernannt worden war.[2] 
VON HOMBERG, Wernherr (I37172)
 
5783 Werner III. war der einzige Sohn des Grafen Werner II. von Maden und im Neckargau, der am 18. Juni 1053 in der Normannenschlacht von Civitate zusammen mit seinem Bruder Adalbert II. von Winterthur und ihrem Vetter Burkhard II. von Nellenburg für den mit ihnen verwandten Papst Leo IX. gefallen war. Da Werner beim Tode seines Vaters noch minderjährig war, verwaltete vermutlich seine unbekannte Mutter das hessische Erbe, während ein Vetter seines Vaters, Eberhard der Selige von Nellenburg, in Schwaben die Rolle des Vormunds übernommen haben soll und zeitweise als Graf im Neckargau amtierte.

Werner III. nannte sich auch Werner von Grüningen, wohl um zu betonen, dass er ein Spross der Grafenfamilie war, die das Vorstreitrecht und Erbamt des Reichssturmfähnrichs innehatte, welches mit dem Reichslehen von Burg und Stadt Grüningen (heute Markgröningen) verbunden war.

Gefährte des jungen Königs
Von 1061 an, inzwischen volljährig geworden, war Werner offiziell Inhaber der Grafschaft Maden im Hessengau, welche die Gebiete um Fritzlar, Rotenburg, Spangenberg, Melsungen und Homberg an der Efze umfasste. Dazu kamen ab 1062 bzw. 1065 zumindest Teile der Ohm-Lahn-Grafschaft (Weilburg), Großen-Linden südwestlich von Gießen, und Homberg an der Ohm. Von seinem Großvater Werner I. von Winterthur stammten außerdem Eigengüter und Lehen bei der Kyburg im Thurgau, im Neckargau, im Rheingau und in Worms.

Er scheint, trotz seiner Jugend, erheblichen Einfluss auf den noch jüngeren, erst 1050 geborenen und vermutlich mit ihm verwandten König Heinrich IV. gehabt zu haben. Jedenfalls spricht ihm Lambert von Hersfeld neben Kaiserin Agnes und Erzbischof Adalbert von Bremen entscheidenden Einfluss auf die Reichspolitik dieser Jahre zu. Allerdings war der Chronist ein entschiedener Gegner des Erzbischofs und des „mächtigen“ und ob seiner „Wildheit“ offenbar gefürchteten Grafen Werner, der 1064 Lamberts Kloster, der Reichsabtei Hersfeld, mit Unterstützung des Königs ein Gut in Kirchberg bei Gudensberg entwendet hatte.[3]

Werner war mit Willebirg von Achalm verheiratet, durch die er und in der Folge sein Sohn weiteren schwäbischen Besitz erlangte. Im Januar 1065 erhob König Heinrich IV. Werners minderjährigen Schwager Werner II. von Achalm zum Bischof von Straßburg – eine Kirchenrecht ignorierende Gefälligkeit, mit der sich die Beteiligten den Vorwurf der Simonie einhandelten und die zum Investiturstreit beitragen sollte.
Ende
Am 24. Februar 1065[4] mischte sich Graf Werner in Ingelheim in ein Handgemenge ein, in das seine Vasallen wegen Plünderei geraten sein sollen. Dabei wurde er durch den Keulenhieb eines „der niedrigsten Leibeigenen unseres Klosters oder, wie andere sagen, einer Tänzerin“ aufs Haupt niedergestreckt. Laut Lambert von Hersfeld wurde der Schwerverletzte sodann zum Königshof getragen, wo ihm die dort anwesenden Bischöfe zusetzten, den unrechtmäßig angeeigneten Meierhof in Kirchberg dem Kloster Hersfeld zurückzugeben: „Er aber fügte sich auf keine Weise, bis die Bischöfe einstimmig drohten, dem Sterbenden das heilige Abendmahl nicht reichen zu wollen, wenn er nicht vorher von einer so großen Sünde sich entlastet hätte.“ Als er schließlich nachgegeben hatte, „verschied er gleich darauf“.[5]

Werner III. hinterließ einen etwa fünfjährigen Sohn, Werner IV., der als letzter Vertreter seines Hauses ebenfalls an der Seite Heinrichs IV. und schließlich dessen Sohnes Heinrich V. zu finden war. 
(MADEN), Werner III. (I40752)
 
5784 Werner IV. war der einzige Sohn des am Hofe des jugendlichen Königs Heinrich IV. einflussreichen Grafen Werner III. von Maden und im Neckargau, der 1065 in Ingelheim im Alter von noch nicht einmal 25 Jahren in einem Handgemenge erschlagen wurde. Er war mit dem salischen Königshaus verwandt. Da Werner IV. beim Tode seines Vaters erst etwa fünf Jahre alt war, verwaltete vorerst seine Mutter Willibirg (oder Willebirg) von Achalm aus Schwaben sein Erbe für ihn, während ein Vetter seines Großvaters Werner II., Graf Eberhard der Selige von Nellenburg, wie einst bei seinem Vater die Vormundschaft übernommen haben soll.[1] Kurz vor dem Tode von Werners Vater war dessen minderjähriger Schwager Werner II. von Achalm von Heinrich IV. zum Bischof von Straßburg ernannt worden. Der Papst beschuldigte die Beteiligten deshalb der Simonie. Dass der junge königstreue Bischof zudem dazu aufrief, den Zölibat zu ignorieren, machte ihn zum Exponenten des Investiturstreits, in den auch sein Neffe Werner IV. verwickelt werden sollte.

Werner heiratete eine hessisch-thüringische Grafentochter namens Gisela, deren Herkunft nicht gesichert ist. Die Ehe blieb ohne männlichen Erbfolger. Eine Tochter unbekannten Namens heiratete 1116 Adalbert von Kislau. 
(MADEN), Werner IV. (I40945)
 
5785 Werner war Graf, königlicher Sendbote und Präfekt des bairischen Ostlandes von Karl dem Großen. Die Gründung des Awarischen Fürstentums im Jahr 805, dem er als Präfekt vorstand, dürfte in die Amtszeit Werners fallen.[2]

Er hatte Besitz im Lobdengau, Oberrheingau und im Wormsgau. Folgende Schenkungen an das Kloster Lorsch sind aus dem Lorscher Codex bekannt:[3]

Urkunde 801 vom 2. April 767 in Dielheim bei Wiesloch, Heidelberg (Lobdengau)
Urkunde 214 vom 18. Mai 785 in Pfungstadt bei Darmstadt (Oberrheingau)
Urkunde 472 vom 8. Juli 792 in Ilvesheim bei Mannheim und Neuenheim bei Heidelberg (Lobdengau)
Urkunde 1003 vom 21. Oktober 812 in Rheindürkheim bei Worms (Wormsgau)
Seine Gattin hieß Engiltrut und war die Tochter von Graf Eberhard (Sieghardinger) und Adeltrut, die viermal Ibersheimer Güter dem Kloster Lorsch schenkte:

Urkunde 1403 vom 1. Juni 770, ein Weinberg
Urkunde 1489 von 770/771, zwei Weinberge und einen Morgen Land
Urkunde 1478 vom 12. Juni 772, fünf Rebpflanzungen
Urkunde 1488 vom 8. Juni 778, drei Weinberge
Werner I. und Engiltrut hatten die Kinder: Herard, Willigard, Werner II.[4] und Nanther.[5]

Nach dem Tode von Karl dem Großen wurde Werner I. mit seinem Neffen Lantpert nach Aachen vorausgeschickt, um die Kaiserpfalz für Ludwig den Frommen von unlauteren Elementen zu säubern. Es kam zu einer blutigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf Werner getötet/erschlagen wurde 
VON LOTHRINGEN, Werner I. (Warnharius) (I40133)
 
5786 Werners Abstammung ist nicht unstrittig, aber er war wohl ein Sohn oder Neffe des Grafen Adalbert I. von Winterthur aus dem Hause der Udalrichinger und wird daher auch als Werner I. von Winterthur bezeichnet.[2] Er heiratete Irmgard von Nellenburg, eine Tochter oder Schwester des benachbarten Grafen Eberhard V. (Eppo) von Nellenburg. Dieser Ehe entstammten vier namentlich bekannte Söhne:

Werner II., Graf im Hessengau und im Neckargau (gefallen am 18. Juni 1053 in der Normannenschlacht bei Civitate)
Adalbert II., Graf von Winterthur (gefallen am 18. Juni 1053 in der Normannenschlacht bei Civitate)
Liutfrid (mit seinem Vater am 22. August 1040 am Neumarker Pass in Böhmen gefallen)
Hermann, 1051–1065 Abt von Einsiedeln († 1065)
Gaugraf in Hessen und Graf von Winterthur
Werner war offenkundig ein getreuer Gefolgsmann von Konrad II., der 1024 in Kamba zum König gewählt worden war und danach seine Parteigänger mit Ämtern, Lehen und Privilegien belohnte.[3] Von 1024 an sind Werner und seine Nachfahren zunächst als Vögte der Reichsabtei Kaufungen und ab 1027 als Inhaber der Gaugrafschaft Maden im fränkischen Hessengau dokumentiert. Werner I. und seine Nachfolger wurden daraufhin auch Grafen von Maden oder, nach ihrem Sitz auf der Obernburg in Gudensberg, Grafen von Gudensberg genannt. Die Grafschaft war seit der Zeit von Kaiser Otto I. ein Lehen der Erzbischöfe von Mainz gewesen.

Bis zu seinem Tod erwarb Werner in Niederhessen, in Oberhessen und im Neckargau weitere ansehnliche Besitztümer und Rechte, die an Bedeutung seinem ererbten Besitz in Schwaben überlegen waren. Damit und mit weiteren Erwerbungen unter seinen Nachkommen wurde sein Geschlecht schließlich fast so mächtig und einflussreich in Hessen, wie es die Konradiner vor ihnen gewesen waren.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1030 wurde er als dessen Erbe und Nachfolger auch Graf von Winterthur.

Tod als Reichsbannerträger
Werner I. fiel am 22. August 1040 als „Vorstreiter und Bannerträger“ (lateinisch primicerius et signifer regis) Heinrichs III. in dessen Feldzug gegen Herzog Břetislav I. von Böhmen. Bei einem Erkundungsritt am Neumarker Pass ließ er sich zu einem Vorstoß verleiten und geriet dabei in einen Hinterhalt, in dem er, sein Sohn Liutfrid (oder Lütfrid) und die meisten der ihm anvertrauten Leute in der Schlacht bei Biwanka den Tod fanden.[4]

Sein Sohn Werner II. folgte dem Vater als Graf im Hessengau und im Neckargau sowie als königlicher Bannerträger, während Adalbert den Vater als Graf Adalbert II. von Winterthur im Thurgau beerbte. Beide fielen zusammen mit ihrem Vetter Burkhard II. von Nellenburg am 18. Juni 1053 in der Normannenschlacht von Civitate, wo sie mit 600 schwäbischen Fußsoldaten das einzige nicht-italienische Kontingent des vernichtend geschlagenen Heeres von Papst Leo IX. stellten, mit dem sie verwandt waren.[5] Der dritte noch lebende Sohn, Hermann, wurde im Jahre 1051 Abt von Einsiedeln und starb 1065. 
VON MADEN, Werner I. (I40754)
 
5787 Wernherus, dictus Segenser, + IV. 28. (ca 1250?), schenkte dem Leut­priester zu Mellirigen nebst Einkünften sin hus und hofstatt, gelegen by dem Kilchtürlin (Deutsches Jahrztb., Mellingen). Im heute verschollenen ältesten latei­nischen Anniversarium soll er Waltherus genannt gewesen sein und das Haus:
que contigua est bi ohren türlin (Segesser 1, 1). Im lat. Jahrzeitbuch von 1429 heisst er auch Wernherus (+ IV. 27.), aber offenbar falsch gelesen oder ver­schrieben statt „dictus“ de (!) Segenser (Arg XIV 201).
Vielleicht war dieser Werriher der Vater der Geschwister Peter 1., Rudolf 1. (II.), Johann 1. und Katharina Segenser, deren Mutter eine Schwester des Schultheissen Hugo v. Schennis (1288 - + 1315 XI. 16.) war. Die Geschwister erscheinen als Schennis‘ „öheime“, d.h. Neffen. Wie eingangs bemerkt, neigen wir eher zur Annahme, der Ammann Rudolf von 1265 sei ein Segesser und der Vater der vier Geschwister gewesen, was mit der Tradition stimmen würde. 
N., Ulrich (I18538)
 
5788 Westerholt ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Westerholt gehörten zum Uradel im Vest Recklinghausen.

Herkunft
Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht im Jahre 1225 mit dem Ritter Henricus de Westerholte.[1] Der namensgebende Stammsitz der Familie, die Burg Westerholt, liegt im heutigen Ortsteil Westerholt der Stadt Herten im Kreis Recklinghausen.

Ausbreitung und Linien
Das Geschlecht hat sich schon früh in mehreren großen Linien ausgebreitet und auch im Münsterland und in den Niederlanden großen und reichen Besitz erworben. Bernhard von Westerholt starb 1540 als Abt des Klosters Iburg bei Osnabrück. Heinrich von Westerholt erwarb durch Heirat 1565 mit Agnes von Raesfeld die Herrschaft Raesfeld.

Zu der Hinzufügung Gysenberg zu dem Adelsgeschlechtsnamen von Westerholt kam es durch eine kaiserliche Verfügung vom 27. März 1744. In seinem Testament vom 30. März 1725 hatte der Geistliche Domherr zu Hildesheim Adolph Arnold Freiherr von Gysenberg sein Gut Henrichenburg dem Joseph Clemens August Maria Freiherr von Westerholt unter der Bedingung zugedacht, dass dieser und seine Erbnachfolger den Namen Gysenberg ihrem Namen Westerholt hinzufügen. So entstand der Geschlechtsname von Westerholt-Gysenberg.

Die Erbtochter der Linie Westerholt-Alst heiratete um 1770 Ludolf Friedrich Adolf von Boenen, aus einem schon 1152 erwähnten mittelwestfälischen Adelsgeschlechts, das unter dem Namen von Boenen 1816 im Mannesstamm erlosch. Denn Ludolf Friedrich Adolf von Boenen wurde unter Beseitigung seines eigenen Namens mit dem Namen seiner Frau von Westerholt und Gysenberg, 1779 in den Reichsfreiherrenstand und 1790 in den Reichsgrafenstand erhoben. Unter diesem Namen bestand später eine rheinische und eine westfälische Linie.

Der letzte in männlicher Linie Westerholt war Dr. jur. Adriaan Jan Alexander baron van Westerholt, geboren in Warnsveld am 3. Oktober 1894, gestorben in Lochem am 17. Dezember 1972 (Niederlande).

Standeserhebungen
Am 15. Juli 1372 wurden Reiner und Adolf von Westerholt durch Kaiser Karl IV. mit der Vestischen Reichsvogtei und dem kaiserlichen Bann über die Reichshöfe dortselbst ausgestattet.[2] Aus dem Stamm und der Linie Hackfort wurde Heinrich von Westerholt am 18. Januar 1650 zu Wien in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Ein Diplom wurde nicht ausgelöst. Borchard Frederik Willem von Westerholt erhielt am 27. Januar 1813 das kaiserlich-französische Baronat. Eine niederländische Anerkennung des Baronstitels für sich und seine Geschwister erfolgte am 19. Februar 1820.

Johann Jacob Freiherr von Westerholt aus dem Stamm Westerholt, kurfürstlich-kölnischer und Trierer Kammerherr und fürstlich-thurn und taxischer Geheimrat und Oberhofmarschall, wurde am 22. September 1790 zu München von Kurfürst Karl Theodor von Pfalzbayern als Reichsvikar in den Reichsgrafenstand erhoben.

Im Königreich Bayern wurde am 6. September 1813 Alexander Graf von und zu Westerholt, fürstlich-thurn und taxischer Geheimrat in Regensburg und Sohn von Johann Jacob Graf von Westerholt, bei der Grafenklasse der Adelsmatrikel eingetragen.

Wappen
Das Stammwappen ist gespalten. Rechts in Schwarz mit einem silbernen und links in Silber mit einem schwarzen Balken. Auf dem Helm steht ein wachsender silberner Schwan, bei dem die ausgebreiteten Flügel wie der Schild bezeichnet sind. Die Helmdecke ist schwarz-silbern.[3] 
VON WESTERHOLD, Joseph Clemens (I45781)
 
5789 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7455)
 
5790 Wichfrid war Sohn des Grafen Gerhard im Metzgau und der Oda von Sachsen. Diese war eine Tochter von Otto dem Erlauchten, Herzog von Sachsen aus der Familie der Liudolfinger. Somit war er ein Neffe des Königs Heinrich I. Sein jüngerer Bruder war Pfalzgraf Gottfried von Jülich. Wichfrid war Erzkaplan und Erzkanzler unter Otto dem Großen.[1]

Erzbischof Wichfrid gehörte vor seiner Wahl 924 dem Kölner Domstift an. Möglicherweise war er bei seiner Wahl erst 25 Jahre alt.[1] Am 29. Juli 927 schenkte Erzbischof Wichfrid dem Ursulastift Köln die naheliegende Marienkirche mit allen Einkünften.[2] Er wirkte an der Königskrönung Ottos I. 936 in Aachen mit, konnte aber sein Krönungsrecht als Metropolit nicht durchsetzen, so dass die drei deutschen Erzbischöfe die Krönung gemeinsam vornahmen.[3] Wichfrid stellte als erster Kölner Bischof förmliche Pergamenturkunden nach königlichem Vorbild aus.[4]

In einer Urkunde Wichfrids wird mit den Grenzen des Sprengels St. Severin der Bayenturm erstmals erwähnt.[5] 935 schenkte Erzbischof Wichfrid dem Kölner Stift St. Ursula das Landgut Rurdorf. Erzbischof Wichfrid schenkte am 9. September 941 dem Kölner Stift St. Cäcilien den Zehnten vom Herrenhof in Cantenich und Hufen zu Rondorf, Hünningen, Bocklemündt, Frechen, die Kirche mit dem Zehnten zu Brenig in Bonn und Wein sowie Rebstöcke zu Rhens.[6] Wichfrid stiftete noch weitere weltliche Güter an Klöster, Stifte und Abteien. Das Ursulastift wurde 941 mit Schenkungen bedacht. Am 29. Mai 950 folgte ein Ort namens Hubbelrath, der zur Hälfte an das Ursulastift ging.[7]

Er starb nach langer Krankheit am 9. Juli 953 und wurde in St. Gereon beigesetzt. Sein Nachfolger wurde Brun, der Bruder des Königs Otto I.

Literatur
Geschichte des Erzbistums Köln. Band 1: Eduard Hegel (Hrsg.): Das Bistum Köln von den Anfängen bis zum Ende des 12. Jahrhunderts. 2. Auflage neu bearbeitet v. Friedrich Wilhelm Oediger. Bachem, Köln 1971, S. 97–99.
Ekkart Sauser: Wigfrid. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 22, Bautz, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2, Sp. 1520–1521. 
VON METZ, Wigfried (I39313)
 
5791 Wichmann war, obwohl in Lothringen begütert, von vornehmer sächsischer Abstammung. Seine familiäre Abstammung ist nicht gesichert, ein Graf Wichmann aus Hamaland, der als Vorfahre angesehen wird, erscheint erstmals 855 in einer Urkunde für das Kloster Werden. Weitere Familienmitglieder traten in karolingischer Zeit in Abwehrkämpfen gegen die Normannen in führenden Positionen auf. Wichmann selbst erscheint erstmals 952 in einer Urkunde, in der Otto I. dem Moritzkloster in Magdeburg Besitz in Deventer in der Grafschaft des Wichmann übertrug. Vermutlich war Wichmann zu dieser Zeit bereits verheiratet, da eine seiner Töchter um 1015 etwa 65 Jahre alt gewesen ist.

Wichmanns Ehefrau war Liutgard, Tochter des Grafen Arnulf I. von Flandern. Diese Ehe steigerte die Bedeutung und das Ansehen Wichmanns beträchtlich, da die Grafen von Flandern mehrfach mit den Karolingern verwandt waren. Noch Wichmanns Enkel, Bischof Meinwerk von Paderborn, wurde in seiner Vita als „von königlichem Stamm“ bezeichnet. Aus der Ehe gingen drei, möglicherweise auch vier Kinder hervor. 
VON HAMALAND, Wichmann II. (I36217)
 
5792 Wichmanns III. Witwe und ihre Tochter stifteten im Münsterland in der Zeit zwischen 1022 und 1032 sieben Kirchen:

Bentlage (Rheine)
Ichter (Nordkirchen-Capelle)
Handorf
Uentrop
Coerde
Appelhülsen
Varlar 
VON METZ, Reinmed (I22529)
 
5793 Wickrathberg ist ein Stadtteil von Mönchengladbach im Stadtbezirk West. Er liegt im Süden der Stadt, südlich von Wickrath und nördlich von Wanlo. Der Ort wird von der Niers durchflossen. KAMP, Sophia \Feigen (I988)
 
5794 Widekind stammte aus der einflussreichen Familie der Grafen von Schwalenberg, die erstmals 1031 mit einem Grafen Widekind im Wetigau als Lehensmann der Billunger erschien, ohne dass eine genaue genealogische Folge zurück bis Herzog Widukind nachweisbar ist. Sein Vater war Heinrich oder Hermann I. von Schwalenberg. Sein Bruder war Graf Volkwin I. († ca. 1110). Der Paderborner Bischof Bernhard I. von Oesede (1127–1160) war wohl sein Cousin oder Schwager. Stammburg der Grafen des Wetigaus war die Burg Oldenburg bei Marienmünster.
Widekind wird in einer Urkunde, die sich auf die Zeit zwischen 1115 und 1119 datieren lässt, als Gerichtsherr in Linden im Marstemgau genannt. In dieser Zeit nahm er in Gegenwart von Zeugen, darunter Herzog Lothar III., Schenkungen an das Bistum Minden vor, die Vorwerke und Eigenhörige in den heute nicht mehr nachweisbaren Dörfern Liusen, Batmere und Wallenthorpe betrafen.[1][2] Allerdings hatten die Grafen von Schwalenberg die Gerichtsbarkeit schon seit 954 in dem Ort inne.

Widekind war Graf im Tilithigau (Raum Pyrmont-Sternberg), Wetigau (Raum Schwalenberg) und Marstemgau (Raum Hannover) und Vogt von Barsinghausen. Den Marstemgau gab er 1124 wohl zugunsten der bedeutenden Stiftsvogtei Paderborn auf. Er besaß viele Lehen, Allodien und gräfliche Rechte in diesen Gauen, im Sauerland und im Alme- und Diemelgebiet und war Lehnsherr der Herren von Homburg und Gehrden. Außerdem war er Vogt der Klöster Abdinghof, Möllenbeck, Herford und Korbach sowie (1116) Vizevogt von Corvey unter den Grafen von Northeim. Besonders die Vogteien bildeten die Grundlage der Territorialisierung der Herrschaft seines Hauses. Seine Gattin brachte als Mitgift die alte Itterburg bei Thalitter in die Ehe. Widukind erbte dadurch von seinem Schwiegervater auch Grafenrechte im Ittergau und die Vogtei über das von Bischof Meinwerk 1036 gegründete Stift Busdorf in Paderborn. Als Vogt war er in viele Streitigkeiten mit Geistlichen verwickelt, denen seine Amtsführung zu einseitig auf eigenen Machtausbau ausgerichtet war.

1123 trat er als Hochvogt von Paderborn in Erwähnung, als Nachfolger der Grafen von Arnsberg-Werl, und übte damit im Auftrag des Bischofs die hohe Gerichtsbarkeit aus. Damit war er im Einflussbereich des Paderborner Bischofs der mächtigste Graf. Da er keine Reichslehen besaß, zählte er jedoch nicht zum damaligen Reichsfürstenstand.
Widekind war getreuer Gefolgsmann von Herzog (ab 1125 König) Lothar von Sachsen und wurde 1127 erstmals Graf von Schwalenberg genannt.

Auf Anraten von Bischof Bernhard I. stifteten er und seine Frau als Sühne- und Familienkloster die Abtei Marienmünster in unmittelbarer Nähe der Oldenburg. Am 15. August 1128 weihte Bischof Bernhard I. Kloster und Kirche.

1136, auf dem Reichstag von Würzburg, wurde Widekind letztmals genannt. Er zog mit Kaiser Lothar nach Italien und starb wohl dort. 
(SCHWALENBERG), Widekind I. (I40731)
 
5795 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7683)
 
5796 Wido von Spoleto (später auch Guido bzw. Wido II(I).; * 855; † November 894) war das wichtigste Mitglied der Familie der Widonen, die in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts das im Jahre 571 gegründete langobardische Herzogtum Spoleto in Mittelitalien beherrschten.Wido war der Sohn des Markgrafen und Herzogs Wido I. von Spoleto und seiner Ehefrau Itana, vermutlich einer Tochter des Herzogs Siko von Benevent. Sein älterer Bruder Lambert I. war Herzog von Spoleto 850–871 und 875–879 und kämpfte gegen Kaiser Ludwig II., unterhielt aber ein gutes Verhältnis zu dessen Nachfolger Karl II. dem Kahlen. Der Vater Wido I. war mit Kaiser Lothar I. im Jahre 842 nach Italien gekommen und von diesem zum Herzog von Spoleto ernannt worden.


Die Markgrafschaft Ivrea mit dem Hauptort Ivrea spielte in nachkarolingischer Zeit in der italienischen Politik eine herausragende Rolle. Die Familie der Anskarier, später Haus Burgund-Ivrea genannt, stellte als Markgrafen von Ivrea drei Könige Italiens: Berengar II. und dessen Sohn Adalbert II. sowie dessen Neffen Arduin.

Arduin von Ivrea übernahm um 990 die Macht und führte mehrere Kriege gegen seine Nachbarn, besonders gegen Bischof Leo von Vercelli, der seinerseits vom ottonischen Kaiserhaus unterstützt wurde.

Nach Arduins Tod im Jahr 1015 zerfiel die Markgrafschaft und die Bischöfe von Ivrea wurden zusammen mit den kommunalen Einrichtungen die bestimmende Kraft; im 12. Jahrhundert ging man gegen Friedrich Barbarossa vor. Der Blüte Anfang des 12. Jahrhunderts folgte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die formelle Eingliederung in die Markgrafschaft Montferrat. Im 14. Jahrhundert fiel die Markgrafschaft an Savoyen. 
VON IVERA, Anskar II. (I11466)
 
5797 Widów (Rudziniec)

Widów (deutsch Wydow, 1936–1945 Widdenau) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Administrativ liegt sie in der Gemeinde Rudziniec (Rudzinitz) im Powiat Gliwicki (Landkreis Gleiwitz) in der Woiwodschaft Schlesien. 
VON WIDDENAU\V. MERÖDGEN, N.\Elisabeth (I5052)
 
5798 Wie einst sein Vater musste auch Herbert die Oberhoheit des Grafen von Anjou über Maine akzeptieren. Herbert versuchte aber nach dem Zerfall der königlichen Zentralmacht unter König Robert II. dem Frommen sich dieser Dominanz zu entziehen, indem er sich königliche Rechte anmaßte, wie zum Beispiel das schlagen eigener Münzen mit eigenen Monogramm. Weiterhin vergab er an seine Getreuen Lehen, welche er Burgen bauen ließ. Noch zu seinen Lebzeiten entstanden Sablé, Château-du-Loir, Mayenne, später Laval, La Ferté-Bernard, St. Calais, sowie nach 1050 Sillé, La Suze, Malicorne, La Milesse, Montfort, Sourches usw.

Das offensive Auftreten des Grafen Odo II. von Blois führte Herbert zunächst in ein Bündnis mit dem Grafen Fulko III. Nerra von Anjou. Nachdem Odo 1016 die Festung Montrichard angegriffen hatte, kam es zur Schlacht bei Pontlevoy zwischen Fulko und Odo, das rechtzeitige Eingreifen Herberts zugunsten Fulkos führte zu einem Sieg über Odo. Die Schlacht führte, obwohl nicht entscheidend, zu einem Gleichgewicht der Kräfte in der Region und einem relativen Frieden für die nächsten Jahre.

Das Verhältnis zu Anjou sollte sich danach aber verschlechtern, nachdem Fulko versuchte seine Autorität wieder im Maine geltend zu machen. Herbert wechselte auf die Seite Odos und stellte sich damit gegen Anjou und auch dem König. Seine Position im eigenen Haus stärkte er, indem er Avesgaud de Bellême, Bischof von Le Mans, aus seinem Bistum vertrieb, weil dieser Anjou unterstützte. Ihn ersetzte Herbert mit dessen eigenen Neffen Gervais de Château-du-Loir (auch Gervis de Bellême genannt), der ein Feind der Anjous war. Am 7. März 1025 wurde Herbert bei einer Unterredung in Saintes von Fulko Nerra festgenommen, der ihn zwei Jahre lang gefangen hielt. Erst eine Koalition von Fulkos Feinden führt zu seiner Freilassung.

Der normannische Geschichtsschreiber Ordericus Vitalis bietet zwei Erklärungen für Herberts Beinamen. Einerseits soll er auf seine ständige Wachsamkeit gegenüber feindlichen Nachbarn, insbesondere den Grafen von Anjou, zurückgehen, andererseits aber führt Ordericus den Beinamen auf die gefürchteten nächtlichen Überfälle des Grafen selbst zurück[2]. 
(MAINE), Herbert I. (I40429)
 
5799 Wie Funde beim Gehöft Höchweid (südöstlich des Dorfes; Reste einer römischen Siedlung) und 1978 beim Gehöft Bälletz (nordöstlich von Eschenbach; römische Ziegel) belegen, waren Teile der Gemeinde bereits früh besiedelt. Germanische Namen geben einen Hinweis auf alemannische Besiedelung. Erstmals unter dem heutigen Namen, in der Form Paldiwilare, wird der Ort im Jahr 893 unter den Besitztümern der Fraumünsterabtei Zürich erwähnt.
Im Jahr 1210 wird ein adliger Dienstmann namens HARTMANN VON BALLWIL (Baldewile) genannt. Dieses Geschlecht erbaute eine Burg und war als lokale Verwalter vorerst für die Grafen von Kyburg und nach deren Aussterben für die Habsburger tätig.
Ein BRUNO VON BALLWIL kam 1315 in der Schlacht bei Morgarten auf österreichischer Seite ums Leben. Das Geschlecht starb im Jahr 1381 aus. Teile der Gemeinde gehörten zum habsburgischen Amt Richensee – Andere zum ebenfalls habsburgischen Amt Rothenburg. Zwischen 1385 und 1413 gerieten alle Ortsteile unter die Herrschaft der Stadt Luzern – und wurden bis 1798 der Landvogtei Rothenburg angeschlossen. Danach gehörten sie bis 1803 zum Distrikt Hochdorf. Anschliessend wurde Mettenwil (wie die Gemeinde bis zu ihrer Umbenennung auf den heutigen Namen bis 1814 hiess) dem damals neu geschaffenen Amt Hochdorf zugeschlagen.
In BALLWIL wurde im Jahr 2006 ein Mammutzahn gefunden, der ungefähr 45000 Jahre alt ist. Es kam vier Jahre später zu einem Quarzfund im Quartier Schönfeld (Oberdorf). Darauf folgte eine kurzzeitig Diskussion über den kommerziellen Quarzabbau. Dieser wurde jedoch an einer Abstimmung im Jahre 2012, aufgrund des siedlungsbaulichen Aspektes, von der Gemeinde verworfen.  
N., N. (I21874)
 
5800 Wie schon sein Vater und sein Bruder war er ein bekannter Förderer der Künste und Wissenschaften. So holte er, wohl auf Tizians Rat, dessen Schüler Antonio Ponzano († 1602) nach Augsburg. Dort malte dieser die Fresken der inneren Räume des Fuggerpalastes. Die Außenwände und der innere Hof waren bereits von Hans Burgkmair dem Jüngeren (1500–1562) und Albrecht Altdorfer mit herrlichen Fresken geschmückt worden. Ein anderer Maler, Jacopo Strada, war als Agent für ihn in Italien tätig. Er erbte von seinem Onkel Anton Fugger das Geschäft, aber er war nicht von Glück begünstigt und kam durch den Staatsbankrott von Spanien in große Bedrängnis, da die Fugger Karl V. viel Geld geliehen hatten. So verließ er das Geschäft, nachdem er bis auf seine Bibliothek alles verkaufen musste, und übergab es seinem Vetter Marcus (1529–1597). Dieser konnte das Unternehmen wieder konsolidieren.

Johann Jakob trat 1565 in die Dienste des Herzogs Albrecht V. von Bayern und wurde später dessen Kammerpräsident.

Er hatte eine bedeutende Bibliothek, die von 1551 bis 1557 von Hieronymus Wolf als Bibliothekar betreut wurde.[1] 1571 verkaufte er sie an Albrecht V. von Bayern, der daraus die Münchener Hofbibliothek[2] und damit den Grundstock für die Bayerische Staatsbibliothek schuf.

Seinem Andenken ist das von König Ludwig I. von Bayern errichtete Fuggerdenkmal, ein Standbild in der Augsburger Altstadt gewidmet. Das Denkmal steht auf einer verbreiterten Knickstelle in der Philippine-Welser-Straße vor dem Maximilianmuseum. Der Platz erhielt 2009 den Namen Fuggerplatz. Zuvor galt er als Teil der Philippine-Welser-Straße.

Johann Jakob Fugger gilt auch als Autor der „Wahrhaftigen Beschreibung des österreichischen und habsburgischen Rahmens, Herkommens, Geschlechte, Fortpflanzung“; Sigmund von Birken[3] lieferte 1668 eine Kopie davon unter dem Namen: „Spiegel der Ehren des höchstlöblichen Kayser- und Königlichen Ertzhauses Oesterreich“. 
FUGGER, Johann Jakob (I46342)
 

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