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| 4851 | Sein Bruder Arnulf wurde mit ihm und seinem Bruder Gottfried von seinem Stiefonkel Karl Martell inhaftiert. Vermutlich starb er dann während der Gefangenschaft. Ob er jedoch umgebracht wurde oder eines natürlichen Todes verstarb, ist nicht bekannt. Die Begräbnisstätte ist unbekannt. | VON FRANKEN, Pippin (I24338)
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| 4852 | Sein Bruder Sebastian (= 49572) hat schwarze Haare, weshalb dessen Nachkommen die „Schwarzen Zollikofer“ genannt werden. Ludwigs Haare waren rot, weshalb seine Nachkommen die „roten Zollikofer“ genannt wurden. Ludwig ist Ratsherr und Oberbaumeister in St. Gallen. Er hat mit Sebastian eine Leinwandhandelsgesellschaft, die vor der Reformation in der St. Laurenzkirche einen reichgeschnitzten Altar gestiftet Hut. Außerdem schenkt sie St. Katharinen / St. Gallen neue Stühle und Orgel. 1471 verleiht Kaiser Friedrich III. zu Grätz an mehrere Mitglieder der Familie ein Wappen. Dazu gehört auch Ludwig. Wappenaufbau: Goldenes Schild, oberes hinteres Viertel blau, auf dem Helm gelbgekleideter Mann ohne Arme, Gesicht / Haare blau. Notensteiner, wohnt zu den Bäuen 1501, Bauherr 1501-03, Ratsherr 1503-1514, 1514 Seckelmeister. geboren 1450, gestorben 1514, von St. Gallen. Sohn des Hans und der Fida Vogel. ∞ 1) Elisabeth Thumbacher, Tochter des Ulrich, 2) Martha Leber, 3) Ursula Blarer. Kaufmann und Teilhaber an der Zollikofer'schen Handelsgesellschaft, stand ihr 1502-14 vor. 1501-03 städt. Bauherr, 1503-14 Ratsherr und 1514 Seckelmeister von St. Gallen. Z. war vermögend und gehörte der Gesellschaft zum Notenstein an. Autorin/Autor: Rezia Krauer ; Notensteiner 1501-1501 zu den Bäuen 1501-1503 Bauherr 1503-1514 Ratsherr 1514-1514 Seckelmeister 1471 geadelt s. Nr.4 [=Josef (1398-1472)] Z. von Sonnenberg, Hectorische und Waltherische Linie Sohn des Hans und der Fida Vogel. ) 1) Elisabeth Thumbacher, Tochter des Ulrichs, 2) Martha Leber, 3) Ursula Blarer. Kaufmann und Teilhaber an der Zollikofer'schen Handelsgesellschaft, Stand ihr 1502-14 vor. 1501-03 städt. Bauherr, 1503-14 Ratsherr und 1514 Seckelmeister von St. Gallen. Z. war vermögend und gehörte der Gesellschaft zum Notenstein an. Archiv - StadtA St. Gallen, Stemmatologia Sangallensis Autorin / Autor: Rezia Krauer Stammtafel im Buch Das Fideikommiss der Zollikofer von Altenklingen/ Marie-Helene Kesslring-Zollikofer und Christoph I. Zollikofer als Geschenk von Frau Kesselring-Zollikofer erhalten am 22.06.2020 bei einem Besuch in Altenklingen Wappenbeschreibung / Blasonierung Geviertet, 1 und 4 in Gold oben links, blauer Viertel, 2 und 3 silbern geschindeltes, schwarzes Feld mit aufgerichtetem, rot bezungtem, golden gekröntem, silbernem Löwe. | ZOLLIKOFER, ´Junker` ; ´der Roth` ´Junker` ; ´der Roth` Ludwig \ Ludwig I. (I2493)
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| 4853 | Sein Bruder war Ekbert, Erzbischof von Trier. Er selbst war mit einer Liutgard, Tochter des Grafen Siegfried von Luxemburg verheiratet. Sie war eine Schwester der Kaiserin Kunigunde. Aus dieser Ehe gingen Dietrich III., Sigfried und Aleida hervor. Arnulf soll 983 Otto II. nach Italien begleitet haben. Er trat im Jahre 988 die Nachfolge seines Vaters an. Diese erwies sich aber als teilweise schwierig. Er war nicht nur einer der mächtigsten Lehnsnehmer des ottonischen Hauses im Gebiet zwischen der Rhein- und Scheldemündung, sondern hatte auch Lehen der französischen Krone inne und war zudem als Hafen- und Wikgraf von Gent von großer Bedeutung. Weil er wie sein Vater auch Anhänger der Ottonen war, kam es zum Konflikt mit Hugo Capet. Dieser verwüstete Arnulfs Gebiete und belehnte nicht ihn, sondern seinen Sohn Theoderich III. mit den französischen Besitzungen.[1] Mitte Mai 988 hielten sich Otto III. und Kaiserin Theophanu im zwischen Hugo Capet und Karl von Niederlothringen umkämpften Gebiet auf. Zum Hoflager der Kaiserin kamen auch die Großen der Region. Dies waren namentlich Markgraf Gottfried von Verdun und Arnulf von Holland, Westfriesland und Gent. Dort wurden wohl auch die nach dem Tod des Vaters durch Hugo Capet in Verwirrung geratenen lehnsrechtlichen Verhältnisse Arnulfs geklärt.[2] Er verfügte über einen großen Allodbesitz und versuchte seinen Besitz auszuweiten. Er machte auch der Abtei Egmond reiche Schenkungen. Durch die familiäre Beziehung seiner Ehefrau zu Kaiserin Theophanu kam die Abtei etwa in den Besitz von zahlreichen griechischen und lateinischen Schriften. Zu seiner Zeit kam es zu schweren Kämpfen mit den Friesen. Er fiel in einer Schlacht bei Winkel gegen die Friesen. | (HOLLAND), Arnulf (I36997)
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| 4854 | Sein gleichnamiger Vater, Friedrich Grimm der Ältere (1672–1748), war leitender Geistlicher des gleichen Bekenntnisses in der Grafschaft Hanau-Münzenberg. Friedrich Grimm der Jüngere studierte an der Hohen Landesschule in Hanau, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und dem Gymnasium Illustre in Bremen. Von März 1730 bis kurz vor seinem Tode war er 47 Jahre lang an der Katharinenkirche in Steinau an der Straße als Pfarrer tätig.[1] Er wirkte dort als „treueifriger Pfarrer und Seelsorger“.[2] Friedrich Grimm der Jüngere heiratete am 6. Oktober 1734 in Birstein Christine Elisabeth Heilmann (* 22. Oktober 1715, Birstein[3]; † 17. Februar 1754 in Steinau). Ihr Vater, Georg Heilmann, stand zunächst in den Diensten des Hauses Isenburg-Birstein und war später Hofgerichtsrat in der Grafschaft Hanau-Münzenberg und Stadtschultheiß der Altstadt Hanau.[4] Das Paar hatte sieben Söhne und drei Töchter[5], von denen allerdings acht schon als Kinder oder Jugendliche starben. Einer der Söhne, Karl Friedrich Grimm (1738–1772), wurde wiederum Pfarrer, studierte ab 1757 in Marburg und war zuletzt 1770–1772 Pfarrer an der Reformierten Kirche in Hanau.[6] Der Tod seiner Frau Christine Elisabeth Heilmann, die 1754 im Kindbett starb, traf Friedrich Grimm außerordentlich schwer. Er ließ seine Frau in der Gruft der Katharinenkirche zwischen Altar und Kanzel beisetzen. Bis zu seinem eigenen Tod 1777 besuchte er jeden Sonntag und an Feiertagen das Grab seiner Frau.[7] Die für die Grimmsche Familiengeschichte wichtigsten Nachkommen Friedrich Grimms sind Juliane Charlotte Frederike Grimm (1735–1796), verehelichte Schlemmer, „Tante Schlemmer“, und Philipp Wilhelm Grimm (1751–1796), Vater der Brüder Grimm. Juliane Charlotte Frederike Grimm übernahm nach dem Tod der Mutter auch die Erziehung der noch lebenden jüngeren Geschwister.[8] Friedrich Grimm der Jüngere wurde 1777 auf dem neuen Friedhof in Steinau außerhalb der Stadt beigesetzt, wo seine ihn überlebenden Kinder ihm einen stattlichen Grabstein setzen ließen. Der Grabstein wurde 1997 aus dringend erforderlichen restauratorischen und konservatorischen Gründen in die Katharinenkirche überführt, wo er heute zu besichtigen ist. Die Gräber der Familie Grimm sind mittlerweile sämtlich zerstört und aufgelassen.[9] | GRIMM, Friedrich ´der Jüngere` (I52634)
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| 4855 | Sein Großvater war vermutlich Guntram der Reiche, sein Vater Lanzelin und sein (wohl älterer) Bruder Radbot (* 985), der Erbauer der Habsburg; jedoch ist die Genealogie der frühen Habsburger nicht eindeutig geklärt. Rudolf I. war verheiratet mit Kunigunde; diese war eventuell die Tochter des Ezzonen Herzog Kuno von Bayern, des Neffen von Herzog Otto II.[1] Die verwitwete Kunigunde erscheint in einer Urkunde von 1049, wo König Heinrich auf ihr Ersuchen hin eine bereits zurückliegende Schenkung ihres Gatten Rudolf und ihr selbst an das Kloster Ottmarsheim bestätigte. Aktivitäten Rudolf war etwa seit 985 und bis 1063 vermutlich ein Landgraf in einem alemannischen Gebiet, möglicherweise im Klettgau oder dem Breisgau, vielleicht aber auch im Thurgau und der Grafschaft Aargau. Rudolf war möglicherweise einer der beiden Befehlshaber der päpstlichen Armee, die 1053 die Normannen von Sizilien in Civitella bekriegten. Rudolf erbaute das Kloster der Heiligen Maria in Ottmarsheim auf Eigengut und mit seinen eigenen Mitteln. Er gründete den Nonnenkonvent des Klosters, ließ die romanische Klosterkirche von Papst Leo IX. einweihen und unterstellte die Abtei der Heiligen Römischen Kirche. Die Bezeichnung «von Altenburg» bezieht sich auf die Burg Altenburg, die in den Mauern eines kleinen römischen Kastells in der Nähe der Stadt Brugg im Aargau errichtet wurde. In der Nähe liegt die Habsburg, die Altenburg bald als Sitz der frühen Habsburger ablöste. Rudolf lag mit seinem älteren Bruder Radbot im Streit, was eine Ursache für den Bau der Habsburg gewesen sein könnte. Zu Rudolfs Lebenszeit gründeten die Habsburger das Kloster Muri im Aargau als Hauskloster. | (HABSBURG), Rudolf I. (I35488)
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| 4856 | Sein Sohn Mattheis (II.) (1581–1657) übernahm zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich (1593–1645), die Ellermühle und legte 1625 die Neumühle, eine Messinghütte an, die später dann Jordanmühle genannt wurde und über fünf Generationen bis 1799 im Familienbesitz blieb. Genannter Heinrich erbaute darüber hinaus die Roderburgmühle und ließ auf dem dazugehörenden Gelände ein neues Herrenhaus errichten. | PELTZER, Matthias III. (I48425)
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| 4857 | Sein Sohn Mattheis (II.) (1581–1657) übernahm zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich (1593–1645), die Ellermühle und legte 1625 die Neumühle, eine Messinghütte an, die später dann Jordanmühle genannt wurde und über fünf Generationen bis 1799 im Familienbesitz blieb. Genannter Heinrich erbaute darüber hinaus die Roderburgmühle und ließ auf dem dazugehörenden Gelände ein neues Herrenhaus errichten. Mitte des 17. Jahrhunderts erwarb Matheis Peltzer (1610–1679), Kupfermeister auf der Ellermühle und verheiratet mit Sara Schleicher, das weitläufige Grundstück „Am Steinrutsch“ am linken Ufer des Vichtbaches vom Stolberger Burgherrn Franz Karl Freiherr Raitz von Frentz, der diese Parzelle „Im grünen Thal“ genannt hatte, und gründete dort die Galmeimühle Grünenthal. Dabei reichte das Gesamtareal bis zur späteren Parzellierung durch die Stadt Stolberg im Jahr 1887 von der heutigen Sonnentalstraße und dem Kaiserplatz bis etwa zur Rosenthalstraße. Peltzers Sohn Mathias (1632–1697), verheiratet mit Johanna Hoen und Kupfermeister auf dem Hammer, übernahm den Hof Grünenthal und vererbte diesen nunmehr seinem Sohn Matthias (* 1662), der mit Mechtildis Elisabeth Steingen verheiratet war. Dieser ließ zwischen 1699 und 1703 im Bereich der dortigen Steinfeldstraße zunächst das von zwei Turmtrakten flankierte, repräsentative Herrenhaus erbauen und richtete auf dem Gelände einen neuen Kupferhof ein. Durch spätere Um- bzw. Anbauten entstand letztlich die heutige Form einer dreiflügeligen, herrschaftlichen Hofanlage. | PELTZER, Matthias (Matheis) III. (I53116)
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| 4858 | Sein Sohn Niklaus (Bruder von Hans) wird Agent der Fugger in St.Gallen. 1508 lässte er für die Fugger (im Aufrtrag von Kaiser Maximilian) in St.Gallen Silbermünzen prägen - und verstösst dabei gegen die st.gallische Silbersatzung (er lässt mehr Münzen prägen als vom Rat bewilligt). | SCHITLIN (SCHITTLI), Nikolaus (I3018)
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| 4859 | Sein Sohn Niklaus (Bruder von Hans) wird Agent der Fugger in St.Gallen. 1508 lässte er für die Fugger (im Aufrtrag von Kaiser Maximilian) in St.Gallen Silbermünzen prägen - und verstösst dabei gegen die st.gallische Silbersatzung (er lässt mehr Münzen prägen als vom Rat bewilligt). Weitere Details siehe Alther, Band I, S. 84-94 (einsschl. Abgrenzung zur Familie Scheitlin); dabei werden Angaben in der Stemmatologia zur Verbindung Schittli/Scheitlin in Frage gestellt. | SCHITTLI, Niklaus (I13761)
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| 4860 | Sein Sohn Walram II. war vermutlich der erste Graf von Limburg. Walram war verheiratet mit Adelheid (Adele) von Lothringen, Tochter des Herzogs Dietrich von Lothringen. 1052 schloss er einen Prekarievertrag mit dem Trierer Erzbischof Eberhard von Trier über Besitz in der Eifel und an der unteren Mosel. | (ARLON), Walram I. (I37610)
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| 4861 | Sein Vater arrangierte 1193 seine Ehe mit Irene, der Tochter des byzantinischen Kaisers Isaak II., und ließ seinen Sohn zum Mit-König krönen, um dessen Nachfolge gegenüber den Ansprüchen Konstanzes und Heinrichs VI. abzusichern. Roger starb jedoch bereits im Jahr darauf, kurz vor seinem Vater, der am 20. Februar 1194 starb. Sein jüngerer Bruder Wilhelm III. bestieg unter der Regentschaft beider Mutter, Sibylle von Acerra, den Thron. Nachdem Kaiser Heinrich VI. am 20. November 1194 in Palermo eingezogen war und am 25. Dezember Wilhelm abgesetzt hatte, heiratete Rogers Witwe im Jahr 1197 Heinrichs Bruder Philipp von Schwaben. | (SIZILIEN), Roger III. (I40252)
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| 4862 | Sein Vater erhielt die Grafschaft Namur von seinem eigenen Onkel, Heinrich IV. der Blinde, der ihn, selbst ohne Kinder, 1165 als Erben eingesetzt hatte. Als Heinrich dann aber doch noch eine Tochter bekam, Ermesinde, zog er die Erbschaft zurück. Balduin griff zu den Waffen, schlug Heinrich und eroberte 1190 die Grafschaft Namur, die dann 1194 von Kaiser Heinrich VI. zur Markgrafschaft erhoben wurde. Namur hinterließ Balduin testamentarisch seinem Sohn Philipp unter der Bedingung, dass Namur Vasall Hennegaus sei. Graf Theobald I. von Bar, der Ehemann Ermesindes, hatte den Anspruch auf Namur nicht aufgegeben und griff Philipp an. Der Krieg dauerte drei Jahre und endete mit dem Vertrag von Dinant vom 26. Juli 1199, in dem Philipp in seinem Besitz bestätigt wurde. Als sein älterer Bruder Balduin VI. (1171–1205) am Vierten Kreuzzug teilnahm, übernahm Philipp für ihn und dann auch für dessen minderjährigen Töchter Johanna und Margarethe die Regentschaft. Während eines Kriegs mit Frankreich geriet er in Gefangenschaft, aus der er sich nur freikaufen konnte, indem er zum einen die Ehe (August 1210) mit Maria, einer Tochter des Königs Philipp II. August und der Agnes-Maria von Andechs-Meranien, einging, zum anderen seine beiden Nichten als Geiseln an den französischen Hof schickte. Die Folge dieser Übereinkunft war ein Aufstand in Flandern und Hennegau, der zu seinem Rückzug von der Regentschaft führte. In Namur zeigt er sich friedlich, fromm und als Förderer der sozialen Entwicklung, trat als Vermittler zwischen verfeindeten Herren auf. Er starb am 5. Oktober 1212 in Valenciennes an Dysenterie und wurde in Namur begraben. Da er selbst ohne Nachkommen war, hatte er seinen Neffen Philipp von Courtenay zum Nachfolger bestimmt. | (NAMUR), Philipp I. (I40676)
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| 4863 | Sein Vater erhob 987 nach dem kinderlosen Tod des französischen Königs Ludwig V. als dessen Onkel Ansprüche auf den Thron; Hugo Capet, der statt seiner gewählt wurde, gelang es 991, Karl gefangen zu nehmen, und sperrte ihn bis an sein Lebensende ein. Otto trat in diesem Jahr die Nachfolge seines Vaters in Niederlothringen an und blieb Herzog bis zu seinem Tod 1005 oder 1006. Er hielt sich von der französischen Politik fern und schloss sich stärker seinem Vetter zweiten Grades, dem Kaiser Otto III., an, den er im Jahr 1002 auf seinem Italien-Feldzug begleitete und dessen Leiche er im gleichen Jahr nach Aachen zurückbrachte. Unter Ottos Nachfolgern findet er keine Erwähnung mehr. Da Otto unverheiratet und kinderlos starb, wurde das Herzogtum Niederlothringen von König Heinrich II. neu vergeben. Seine Wahl fiel auf Gottfried von Verdun, der als Gottfried II. zum Herzog aufrückte. | (NIEDERLOTHRINGEN), Otto (I61442)
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| 4864 | Sein Vater fiel 1239 im Heiligen Land, wovon Theobald erst 1240 erfuhr. Da er noch minderjährig war, übernahm seine Mutter bis 1242 für ihn die Regentschaft. 1253 nahm Theobald an der Schlacht bei Westkapelle teil, dem militärischen Höhepunkts des flämischen Erbfolgekriegs. Theobald war mit seinem Schwager, Graf Heinrich V. von Luxemburg, verfeindet. 1266 griff er ihn an und eroberte Ligny. Anschließend siegte er am 14. September 1266 in einer Schlacht bei Prény und nahm Heinrich gefangen. Um den Konflikt zu beenden, wurde 1268 der französische König Ludwig IX. um ein Schiedsspruch ersucht. Theobald musste Ligny an den Grafen von Luxemburg zurückgeben, der ihm aber im Gegenzug für dieses Lehen huldigen musste. | VON BAR, Theobald II. (I40595)
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| 4865 | Sein Vater gab ihm 906 die Grafschaft Rouergue und das Quercy, wo er bis zu seinem Tod herrschte. Sein Bruder war Graf Raimund II. von Toulouse, mit dem gemeinsam er die umfangreichen Ländereien der Familie in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts regierte. In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 930 zugunsten der Abtei Vabres trug er den Titel eines comes (Graf), in einer ähnlichen Urkunde zwei Jahre später tituliert er als princeps (Fürst), bezogen auf Gothien, ein Titel, der in seiner Familie im 10. Jahrhundert geführt wurde. Er und sein Neffe Raimund III. huldigten gemeinsam mit dem Herzog von Gascogne dem französischen König, was aber die Einflussnahme der Krone auf den französischen Süden nicht eindämmte – König Rudolf und Ebalus, Herzog von Aquitanien kämpften gemeinsam gegen die Wikinger und wenig später gegen das Haus Toulouse im Kampf um die Oberherrschaft im Südwesten. Armengol und seine Ehefrau Adelaida hatten mindestens zwei Söhne und zwei Töchter, wobei Urkunden andeuten, dass er neben seinen beiden Erben noch weitere Söhne hatte. Der älteste Sohn war Raimund I., der Rouergue erbte, der zweite war Hugo, der Quercy erhielt. Seine Tochter Richilde heiratete Suniario, Graf von Barcelona, seine Tochter Adelais dessen Bruder Sunifred II. Graf von Urgell. | (ROUERGUE), Armengol oder Ermengaud (I39755)
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| 4866 | Sein Vater Graf Ernst Ahasver von Lehndorff (* 4. Januar 1688; † 9. Mai 1727) starb zwei Tage nach seiner Geburt. Die Mutter, Marie Louise Henriette von Wallenrodt (* 2. Oktober 1695; † 12. Februar 1773), im Alter von 28 Jahren verwitwet und Mutter von sechs Kindern, heiratete nicht noch einmal.[1] Sie Lebte auf dem Familiengut Steinort, das sie verwaltete. Ihren Sohn gab sie bis zu seinem sechsten Lebensjahr zu ihrer Mutter († 1736) auf deren Gut Landkeim (Ostpreußen). Als er vier Jahre alt war, erlitt er einen Unfall mit dem rechten Fuß, wovon das Bein lahm blieb. Zurückblickend sah er darin einen Grund, weshalb seine Mutter den älteren Bruder bevorzugt habe. Nach den ersten Lebensjahren bei seiner Großmutter blieb Ernst Ahasverus Heinrich bis zu seinem zwölften Lebensjahr bei seiner Mutter.[2] Sein Großvater war Ahasverus von Lehndorff. Werdegang Mit 19 Jahren kam er nach Berlin und wurde hier zunächst Legationsrat, dann Kammerherr der Königin Elisabeth Christine von Preußen, Gemahlin Friedrichs II. von Preußen. Fast 30 Jahre diente er am Hof – zuletzt sehr verbittert, fühlte er sich doch zu höheren Diensten fähig. 1775 verließ er den Hof und lebte auf seinem Schloss Steinort, wo er unter anderem eine enge Freundschaft zu Ignacy Krasicki, dem Fürstbischof von Ermland, pflegte. Der Franzose Dieudonné Thiébault charakterisiert den Reichsgrafen wie folgt: „Lendorf war übrigens ein so entsetzlicher Complimentenmacher, daß er den Spottnamen: 'Grand confiturier de la Cour' erhielt.“[3] Bekannt wurden seine „Aufzeichnungen“ als Kammerherr der Königin Elisabeth Christine, ursprünglich in französischer Sprache, in denen er die Ereignisse am Königshof schilderte und bissig kommentierte. Er beschrieb detailliert in 18 Folianten das Hofleben im Rokokoschloss Schönhausen im heutigen Pankower Ortsteil Niederschönhausen, der von Friedrich II. seiner Gemahlin zugewiesenen Sommerresidenz. Hier lebte sie die längste Zeit ihres Lebens und überlebte ihren Gatten um elf Jahre. Die Originale der Tagebücher, soweit erhalten, befinden sich heute im Sächsischen Staatsarchiv.[4] Im 20. Jahrhundert erschienen verschiedene Ausgaben der Tagebücher im Druck. Familie Am 7. Februar 1759 heiratete Lehndorff die 17-jährige Marie von Haeseler, Tochter des bereits verstorbenen Gottlieb von Haeseler, Unternehmer und königlich-preußischer Regierungs- und Geheimer Rat.[5] Im Januar 1760 bekommt das Paar einen Sohn, der jedoch nur wenige Wochen lebt.[6] In seinem Tagebuch berichtet Lehndorff unter dem Datum Mai 1765 dann von einem weiteren Schicksalsschlag. Innerhalb weniger Wochen sterben seine beiden anderen Kinder an „Husten und Krämpfen“.[7] Nachdem seine erste Ehefrau am 23. Juli 1766 verstorben war[8], heiratete er am 25. September 1769 in Stonsdorf in Niederschlesien Amalie Karoline Gräfin von Schmettau (* 9. April 1751; † 12. September 1830). Das Paar hatte folgende Kinder: Karl Friedrich Ludwig Christian (1770–1854) ⚭ 26. August 1823 Pauline Sophie Gräfin von Schlippenbach (1805–1871) Wilhelm (1774–1774) Pauline (* 21. Juni 1776; † 2. Mai 1813) ⚭ Steinort 17. November 1796 August Graf von Dönhoff (* 22. Mai 1763; † 7. Mai 1838), preußischer Oberst, Oberhofmarschall, Landhofmeister und Ritter des Ordens Pour le Mérite[9] Heinrich August (* 28. Juli 1777; † 1. Mai 1835) | VON LEHNDORFF, Ernst Ahasverus Heinrich (I57795)
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| 4867 | Sein Vater hatte ihn entgegen dem damals geltenden Erbrecht, das eine gleiche Verteilung der Hinterlassenschaft unter den Erben vorsah, zum Alleinerben und Nachfolger bestimmt. Als Grund für diese Auszeichnung wird angegeben, dass seine Mutter, Ragnhild die Mächtige von Jütland, ebenfalls aus königlichem Geschlecht stammte. Seine Vorrangstellung gegenüber den übrigen Brüdern wurde durch die Ehe mit Gunnhild, der Tochter des dänischen Königs Gorm des Alten, der mit dieser Ehe die dänische Königsmacht wieder zu stabilisieren hoffte, unterstrichen. Ihr Bruder war der spätere König Harald Blauzahn, der auch König von Norwegen wurde. Aus dieser Ehe stammten die Söhne Gamle Eriksson, Guttorm, Harald Graufell, Ragnfred, Erling, Gudrød und Sigurd Sleva. Die Söhne respektierten diese Entscheidung des Vaters nicht, und so kam es schon zu Lebzeiten Haralds zu Kämpfen zwischen ihnen. Nach seiner Machtübernahme begann Erik angeblich damit, seine 18 Brüder hinzurichten, ausgenommen seinen Nachfolger Haakon I., der in England lebte. Er hatte allerdings ziemlich sicher keine 18 Brüder, wie im Artikel über Harald I. (Schönhaar) näher dargelegt wird. | (NORWEGEN), Erik I. ´Blutaxt` (I37252)
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| 4868 | Sein Vater Johann Bernhard von Romberg war Holzrichter in Sundwig.[2] Nach einigen Autoren war dieser Johann Bernhard von Romberg ein anerkannter unehelicher Sohn („bâtard“) von Freiherr Friedrich-Wienhold von Romberg zu Edelburg-Bredenol-Fronsberg († 1727 in Hemer).[3] Angeblich wurde Johann Bernhard nach zeitgenössischen Angaben 105 Jahre alt und starb am 24. Januar 1779.[4] Das Amt des Holzrichters übte auch Friedrichs Bruder Karl aus. Die Mutter war Elisabeth (geb. Habich, aus Schwerte) gestorben in Hemer den 16. Juni 1781.[5] Friedrich von Romberg selbst heiratete in erster Ehe in Brüssel am 1. Juli 1759 Sophie von Huyssen. Diese wurde am 27. Oktober 1735 in Hessen geboren und starb am 15. März 1785 in Brüssel. Sie war eine Tochter des Freiherrn Heinrich von Huyssen und seiner Ehefrau Maria-Christina (geborene von Aussem). Er heiratete in zweiter Ehe am 7. Prairial des Jahres VII. des französischen Revolutionskalenders (1799) Marie-Thérèse Buot. Der ersten Ehe entstammten fünf Kinder. Darunter war François-Frédéric Baron de Romberg. Dieser wurde in Löwen am 17. Januar 1760 geboren, heiratete am 21. Juni 1786 in Machelen Sint-Gertrudis Joanna-Maria Plasschaert und starb am 10. Juli 1809 in Enns.[6] Wirtschaftlicher Aufstieg Romberg absolvierte eine kaufmännische Ausbildung bei der Großhandelsfirma Kissing in Iserlohn und setzte diese bei der Firma Schüle in Augsburg fort. Er lebte seit 1756 in Brüssel. Zu Beginn handelte er vornehmlich mit Textilien aus Schlesien und Sachsen. Dabei arbeitete er mit seinem Bruder zusammen.[7] Später hat sich vermehrt als Transportunternehmer betätigt und war als solcher sehr erfolgreich. Er war insbesondere auch im Transportgeschäft zwischen den österreichischen Niederlanden und Wien beschäftigt. Er hatte aber auch Geschäftsbeziehungen in verschiedene Regionen des Alten Reiches, in die Schweiz und Italien. Romberg verfügte über hervorragende Beziehungen zu den in Brüssel residierenden Ministern der österreichischen Verwaltung. Daher erhielt er günstige Zolltarife für die von ihm bediente Transitstrecke zwischen Ostende und Neapel mit Filialen in Löwen, Nancy und Lindau. Um 1780 setzte sein Transportunternehmen als Zugtiere immerhin bis zu 200 Pferde ein. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges begann sich Romberg auch als Reeder zu engagieren. Er ließ seine Schiffe dabei unter der neutralen kaiserlichen Flagge von Ostende auslaufen.[8] Anlässlich eines Besuchs von Kaiser Joseph II. 1781 konnte Romberg auf eine Flotte von 94 Schiffen hinweisen. Er belieferte insbesondere die französischen Werften in Brest und Cherbourg mit 3000 Masten und zahlreichen weiteren Materialien für den Schiffbau. Im Jahr 1779 hat er erhebliche Summen für den nach einem Brand notwendigen Wiederaufbau von Hemer gespendet und in Brüssel eine Geldsammlung zu Gunsten seiner Heimatstadt veranstaltet. Wohl für diese Verdienste wurde in Hemer eine Straße nach ihm benannt. Ausweitung der Geschäftstätigkeit Er weitete daraufhin seine Geschäftstätigkeit auf verschiedene Geschäftsfelder und Standorte aus. In Ostende bestand die von seinem ältesten Sohn Frederick geführte Firma Frederick Romberg fils & Ricour. In Brügge betrieb er eine Seeversicherung. In Gent bestand das Unternehmen Romberg & Cie. Dieses war auf den Sklavenhandel von Afrika nach Santo Domingo und Kuba spezialisiert. In Brüssel bestand eine von dem jüngeren Sohn Henry betriebene Produktion von Textilien. Diese produzierte vorwiegend für das Sklavengeschäft. In seiner Heimatregion war Friedrich Romberg zusammen mit seinem Bruder und Johann Theodor Lürmann (1737–1788) maßgeblich an der Gründung und am Betrieb der Textilbleiche in Stephanopel beteiligt.[9] Romberg&Cie bezog in den 1780er Jahren Garn und Wolle von dem Iserlohner Handelshaus Rupe und war für diesen auch als Transportunternehmer tätig. Romberg mit guten Verbindungen zum Intendanten im Hennegau und dem Hof in Wien war auch als Bankier tätig. Er lieferte an die Münze in Brüssel zwischen 1782 und 1785 zahlreiche Silberpesos und -barren. Im Jahr 1784 wurde er von Joseph II. zum Reichsritter ernannt. Engagement im Sklavenhandel Relief am Türsturz am Kontor-/Herrenhaus in Stephanopel Zusammen mit den Bankhaus der Gebrüder Walckiers aus Brüssel und seinem ehemaligen Angestellten Georg Christoph Bapst gründete Friedrich Romberg 1783 die Firma Romberg, Bapts&Cie mit Sitz in Bordeaux für den Sklavenhandel. Das operative Geschäft wurde dabei im Wesentlichen von Henry Romberg und Bapst übernommen. Nach dem Tod des jungen Rombergs lag es in den Händen von Bapst. Das Anfangskapital betrug 600.000 Livres. Dies war deutlich mehr als entsprechenden Unternehmen im ebenfalls stark im Sklavengeschäft involvierten Nantes. Das Unternehmen stieg durch die Konjunktur in der westindischen Plantagenwirtschaft innerhalb weniger Jahre zur größten Sklavenhandelsfirma in Bordeaux auf. Bis 1791 schickte das Unternehmen mindestens ein Dutzend Sklavenschiffe aus. Allein zwischen 1787 und 1789 rüstete es sieben Schiffe aus und war damit die viertgrößte Reederei in Bordeaux. Die Kapitäne der Schiffe kauften vor allem an der Küste des heutigen Mosambik jeweils etwa 300 Sklaven. Diese wurden dann in der Karibik verkauft. Am Türsturz über dem Haupteingang des Kontorhauses in Stephanopel ist noch ein Relief zu sehen, das Schiffe bei der Umrundung des Kaps der guten Hoffnung auf den Weg nach Amerika zeigt. Hinzu kam ein direktes wirtschaftliches Engagement in der Karibik selbst. Die Firma Romberg, Bapts&Cie verwaltete bis 1790 in Santo Domingo etwa 20 Plantagen für Indigo und Baumwolle. Einige davon wurden auch käuflich erworben. Des Weiteren versorgte sie die Inseln mit europäischen Waren und brachte die Produkte der Plantagen nach Europa, diese wurden teilweise von den familieneigenen Textilunternehmen weiterverarbeitet. Bis zu Beginn der 1790er Jahre stieg die Zahl der Teilhaber auf 21 an. Das Kapital betrug die damals außerordentlich hohe Summe von 2,2 Millionen Livres. Die Einlage von 200.000 Livre stammte von Johann Jakob Bethmann. Das Unternehmen brach im Zuge der französischen Revolution und der Revolution in Haiti im Jahr 1793 zusammen. Es hatten aber schon zuvor wirtschaftliche Schwierigkeiten bestanden, da die Plantagenbesitzer häufig nicht die vereinbarte Menge von Gütern zur Bezahlung der Sklaven lieferten. Damit verbunden war eine Erschütterung der Finanzmärkte. Die Bankiersfamilie Bethmann etwa verlor Kapital im Wert von über eine Million Livres. Romberg konnte beim Zusammenbruch des Unternehmens ein beträchtliches Vermögen retten. Er investierte dies Kapital in den Kauf von Landgütern und Häusern in Paris, die ehemals Adeligen oder der Kirche gehört hatten. Romberg schrieb in französischer Sprache eine Autobiografie (Mémoire des faits de Frédéric de Romberg, Brüssel, Dezember 1810). Das Manuskript wird in der belgischen königlichen Bibliothek in Brüssel aufbewahrt.[10] | VON ROMBERG, Friedrich (I58787)
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| 4869 | Sein Vater machte ihn in jungen Jahren bereits zum Erzbischof von Rouen, dem wichtigsten kirchlichen Amt in der Normandie. Der Geschichtsschreiber Wilhelm von Jumièges berichtet, dass die Kleriker sich gegen die Ernennung sperrten, solange der Herzog sich weigere, seine Geliebte Gunnora zu heiraten. Richard habe schließlich nachgegeben und sei die Ehe mit Gunnora eingegangen. Einige Jahre später, im Jahr 996, dem Todesjahr seines Vaters, erhielt Robert die Grafschaft Évreux, und in dieser Doppelfunktion war er nun die mächtigste Person am normannischen Hof nach seinem Bruder Richard II., dem neuen Herzog. Als Graf von Évreux nahm er sich das Recht zu heiraten. Er nahm Herleve zur Frau, vielleicht eine Tochter von Turstin dem Reichen, von der er mehrere Kinder hatte, darunter Richard, der sein Nachfolger in Évreux wurde, und Raoul de Gacé. Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Gregorianischen Reformen den Zölibat erst später zur Pflicht machten, waren verheiratete Bischöfe zu jener Zeit bereits die Ausnahme. Der Historiker François Neveux schreibt, Robert sei ein mehr weltlicher als geistlicher Erzbischof gewesen[1]. Gegen Ende der 1020er Jahre begann Robert mit der Vergrößerung der Kathedrale von Rouen. Darüber hinaus wissen wir aus den Ausgrabungen des Archäologen Jacques Le Maho, dass er zu Beginn des 11. Jahrhunderts damit begann, seine Burg in Gravenchon zu einem Landsitz auszubauen. Als Kunstmäzen versammelte er einen literarischen Zirkel um sich. Dudo von Saint-Quentin und der Satiriker Garnier de Rouen widmeten ihm einige Werke. Im Jahr 1027 übernahm sein Neffe Robert I. der Prächtige in der Normandie die Regierung, und dieser geriet bald aus unbekannten Gründen in Streit mit Robert dem Dänen. Erzbischof Robert musste Rouen verlassen und zog sich mit einigen Rittern nach Évreux zurück, wo er vom Herzog belagert wurde. Nach einigem Widerstand ging Robert der Däne nach Frankreich, wo er die Exkommunikation des Herzogs aussprach – eine Maßnahme, die den Herzog wohl in die Knie zwang. Onkel und Neffe verständigten sich, der Erzbischof kehrte an den herzoglichen Hof zurück und wurde dort sogar einer der wichtigsten Berater im Herzogtum – eine Position, die noch verstärkt wurde, als Robert der Prächtige 1035 starb und ein Kind als Nachfolger zurückließ, Wilhelm II. Erzbischof Robert war bis zu seinem Tod 1037 nun der starke Mann der Normandie. | (ÉVREUX), Robert ´der Däne` (I39133)
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| 4870 | Sein Vater machte ihn um 697 zum Hausmeier in Neustrien. Nach dem Tod seines älteren Bruders Drogo 708 übernahm er auch Teile von dessen Herrschaft als Dux von Burgund, nach anderer Quelle als Dux der Champagne. Grimoald war mit Theudesinda, der Tochter des Friesenfürsten Radbod verheiratet. Grimoald hatte einen Sohn, Theudoald († wohl 741), dessen Mutter unbekannt ist, und der 714/715 ebenfalls Hausmeier war. Grimoald wird 723 als nepos Karl Martells bezeichnet. Beerdigt ist er in Lüttich. | VON FRANKEN, Grimoald (I18881)
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| 4871 | Sein Vater stammte ursprünglich aus Romberg bei Waldbröl, seine Mutter war Maria Elisabeth Schmidt, eine Tochter von Christian Schmidt, ein Kaufmann aus Drabenderhöhe und Erbauer des Burghauses in Bielstein. Marias Bruder Friedrich Carl Eberhard Schmidt war mit der Tochter des Pastors Christian Bellingrath verheiratet. | SCHOELER, Albert Ferdinand (I48064)
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| 4872 | Sein Vater war Calmer Joachim Hambro (1747–1806), Sohn des Nachman Joachim Levy/Lewisohn (gestorben 1783 in Hamburg, auch: Nachman Joachim Levi Rendsburg), ein jüdischer Seiden- und Textilkaufmann, der als Kalman Joachim Levy in Rendsburg geboren wurde und in Hamburg aufwuchs. Als dieser 1778 nach Kopenhagen umzog und der Registerbeamte den eigentlich gewünschten Namen Hamburg falsch erfasste, nahm er seinen neuen Nachnamen Hambro an.[1] Er heiratete ebendort im gleichen Jahr eine Cousine, Thobe (Dorothea) Levy (1756–1820), 1779 übernahm Calmer Hambro das Geschäft seines Schwiegervaters Isach Joseph Levi in Kopenhagen und wurde später der Hofbankier des dänischen Königs. Joseph Hambro kam 1780 in Kopenhagen zur Welt[1] und hatte die Geschwister Sophie Hambro, Carl Simon Hambro (1782–1831, Fabrikbesitzer in Kopenhagen) und Isaac Hambro (1782–1865, Vorfahr der Familie Hambro in Norwegen, 1810 nahm er den Namen Edvard Isach Hambro an und erwarb im selben Jahr als Kaufmann die Bürgerschaft in Bergen). Frühes Leben Seine Eltern waren zunächst verarmt, und wie es damals bei den Söhnen einer armen jüdischen Familie üblich war, begann Joseph Hambro bereits mit dreizehn Jahren, sich sein erstes Geld durch Straßenverkäufe (Geschirr und Socken) zu verdienen. Im Alter von 17 Jahren kam Joseph Hambro nach Hamburg, wo er eine gründliche kaufmännische Ausbildung in der Firma Fürst, Haller & Co des Lorenz Levin Salomon Fürst (dessen Schwiegermutter Elisabeth Levy (1753–1837)[2] wohl Tochter des Nachman Joachim Levy/Lewisohn war) und Martin Joseph Haller genoss. Drei Jahre später ließ sich Hambro als Ladenbesitzer wieder in Kopenhagen nieder, und es dauerte nicht lange, bis sein Geschäft größere Ausmaße annahm, so dass er nach und nach in verschiedene andere Geschäftsbereiche einstieg. Hambros-Platz in Christianshavn, Kopenhagen Laufbahn Joseph Hambro wurde erfolgreicher Kaufmann und Bankier.[1] Im Jahr 1800 trat er in das Bankhaus seines Vaters ein, das nun unter C. J. Hambro & Son firmierte.[1] Unter seiner Leitung gab die Bank 1821 bis 1827 Kredite an die dänische Regierung.[1] Nach der Vermittlung einer englischen Anleihe an die dänische Staatskasse wurden er und sein Geschäftspartner Georg Gerson 1821 von König Frederik VI. zum „Hofråd“ ernannt. Um 1830 kaufte er den Bodenhoffs Plads in Christianshavn, der fortan als Hambros Plads benannt war, wobei er dort sowohl eine Reismühle mit Dänemarks erster Dampfmaschine, die erste Konservenfabrik des Landes als auch eine Bäckerei gründete.[3] Außerdem verstand er es, gute Fachkräfte für seine Unternehmen zu gewinnen, etwa den Gerichtsanwalt Georg Gerson und den Kaufmann und späteren Nachfolger Andreas Nicolai Hansen. Hambro wurde auch Berater des dänischen Finanzministers Johann Sigismund von Mösting.[1] Landhaus Øregaard Er war ab 1833 für zehn Jahre Besitzer des Landhauses Øregaard in Hellerup, wo die Hambros-Allee gegenüber dem Landhaus nach ihm benannt ist. 1838 wurde er zum Ritter des Dannebrogordens erhoben. Nachdem sein Sohn Carl Joachim Hambro (1807–1877) nach London übergesiedelt war, zog er 1840 ebenfalls dorthin, wo er als Bankier den Rest seines Lebens verbrachte.[1][4] Sowohl zu Lebzeiten als auch testamentarisch spendete Joseph Hambro seiner dänischen Heimat erhebliche Geldsummen, teils an die jüdische Gemeinde in Kopenhagen, teils an notleidende Hinterbliebene von Kaufleuten. Familie Joseph Hambro war mit Marianne von Halle (1786–1838) verheiratet, der Tochter des Kopenhagener Großhändlers Wulff Levin von Halle,[5] auch Wolf bar Lejb Halle (1753–1828, Kopenhagen)[1] und der Priwche Goldschmidt (1761–1807).[6] Sie hatten den Sohn Carl Joachim Hambro, der im Glauben der Dänischen Nationalkirche erzogen wurde und nach London zog, wo er 1839 die noch heute bestehende Hambros Bank[4] gründete und später als Baron nobilitiert wurde. | HAMBRO, Joseph (I60493)
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| 4873 | Sein Vater war der wohlhabende Hofjude Elias Gomperz, der mit seiner Frau 10 Kinder hatte. Von dessen Geschäftsort Kleve verlagerte Ruben Gomperz den Mittelpunkt nach Wesel und ließ dort 1694 eine private Synagoge erbauen.[2] Er war Freund und Gönner des Prager Rabbiners David Oppenheimer (1664–1736) und des Rabbiners Judah Mehler[3] (1660–1751). Seine Kunden für Kriegslieferungen vor allem in den spanisch-niederländischen Kämpfen waren u. a. Kurbrandenburg, Kursachsen und Kurköln. Am 11. August 1697 wurde Ruben in der Weseler Zitadelle inhaftiert unter dem Verdacht, einen Mordplan gegen den Hoffaktor Samson Wertheimer auf Anstiftung seines Onkels Samuel Oppenheimer, der wenig später mit seinem Sohn ebenso festgenommen wurde, erdacht zu haben. Der Skandal löste eine kurzfristige Kreditkrise aus, von der Glückel von Hameln berichtet.[4] Nach Fürsprache der klevischen Stände, anderer Verwandter und Hofjuden wurde er nach einigen Monaten wieder freigelassen, dann erneut festgenommen und in der Festung Spandau in Haft genommen, weil in den Verhandlungen zwischen Berlin und Wien seine Auslieferung eine Forderung war. Diese betrieb insbesondere der antisemitische Kardinal Leopold Kollonitsch in Wien, wenn auch ohne Erfolg in Berlin. Darauf zog Ruben nach Berlin und wurde 1700 außer zum Vorsteher auch zum Steuereinnehmer (Oberrezeptor) der Judenschaften in Kleve und Mark ernannt. 1702 wurde er aber wegen eines angeblich aufrührerischen Pamphlets erneut verhaftet. Erst nach Zahlung einer Kaution und fast einem Jahr Haft kam er wieder frei. Sein Bruder Jakob löste ihn als Vorsteher in Kleve ab, sein weiterer Bruder Bendix Lippstadt als Vorsteher in der Grafschaft Mark. Bei seinem Tod 1705 war sein Prozess noch nicht beendet.[5] Seine Frau war Hitzel Helene Zaudic, auch Helene Herz, mit der er folgende Kinder hatte: Rabbi Baruch Bendit Wesel (* um 1690; † 1754, auch Benedix Ruben Gumpertz genannt) ließ sich um 1715 in Breslau zu Studien nieder, wurde dort zugleich Münzlieferant der kaiserlich schlesischen Kammer zu Breslau. Ab 1744 war er Landesrabbiner im nun preußischen Schlesien und betrieb weiter Geschäfte, ferner u. a. Sara Hale Hirschel Poesing (verheiratet in Breslau); Elias Ruben Gomperz († 1737 in Halle)[6]. | GOMPERZ, Ruben Elias Gomperz (I60168)
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| 4874 | Sein Vater war Mordechai Gumpel (um 1585–1664), seine Mutter Simelie Bas Moses Halevy Herz († 1665). Er heiratete Sara Mirjam Bendit (* 6. Dezember 1636 in Jülich; † 20. November 1691 in Kleve), mit der er zehn Kinder hatte. Sein Sohn Ruben Elias Gomperz (1655–1705) war wiederum Hoffaktor und geriet 1698 mit dem Kaiser und dem Kurfürsten in Konflikt.[2] Glückel von Hameln war durch Anheirat mit ihm verwandt. Aus der Cleve-Gomperz-Linie ging Stammvater Chaim Cleve († 28. September 1704) hervor, der die Hamburger Familienlinie der Gomperz gründete, welche auch in Altona ansässig war. Während in der Mark Brandenburg bis 1671 keine Juden geduldet waren, lebten im 1609 hinzugewonnenen Herzogtum Kleve einige Juden, vor allem in Emmerich. Besonders als geschäftlicher Vertrauensmann (Hoffaktor), Finanzier und Heereslieferant des Großen Kurfürsten sowie der kurbrandenburgischen Regierung in Kleve, aber auch als Vorsteher und Wohltäter der Judenschaft im Herzogtum Kleve machte Elias Gomperz sich einen Namen. Sein Vermögen soll 100 000 Reichstaler betragen haben. 1673 waren bei der Hochzeit seines Sohnes mit der Tochter von Glückel der brandenburgische (spätere) Kronprinz Friedrich I. und der Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen in Kleve anwesend.[3] Elias Gomperz gründete 1661 die jüdische Gemeinde in Kleve, er ließ unmittelbar hinter seinem palaisartigen Wohnhaus am Gerwin die erste Synagoge bauen, und auch die Anlage des Friedhofs geht wohl auf ihn zurück.[4] Er war zum Vorsteher gewählt worden.[5] Gegen den vorherigen Schtadlan und Steuereintreiber Behrend Levi, der für den Kurfürsten hohe Summen aufbringen wollte,[6] hatte er sich 1652 mit den Juden im Herzogtum und dem Statthalter unter Berufung auf Klever Ständerecht gewehrt. 1685 verlangte der Kurfürst eine Steuer von den Klever Juden, die Elias Gomperz als vom Kurfürsten ernannter Steuereintreiber einzufordern hatte. Beinahe wäre es deswegen zum Aufstand dagegen gekommen.[7] Die Abschaffung des Leibzolls im Herzogtum Kleve war ihm zu verdanken.[8] 1689 richtete er ein Lehrhaus zum Talmud in Kleve ein, für das in späterer Zeit der Grammatiker Salomon Hanau († 1746) angestellt wurde.[9] Weblinks Hohenemser Personen Jüdische Geschichte in Kleve Einzelbelege Helmut Langhoff (LVR Niederrheinmuseum): Ein gerechter Meister aus Emmerich. In: NRZ. 8. September 2018, abgerufen am 5. Februar 2020. Peter Rauscher: Der Fall der Oppenheimer und Gomperz 1697. Hofjuden und die Finanzierung des deutschen Fürstenstaats im 17. und 18. Jahrhundert. In: Schlüsselereignisse der deutschen Bankengeschichte, Stuttgart 2013, S. 51 ff. (Online) Elfi Pracht-Jörns: Jüdische Lebenswelten im Rheinland: kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Böhlau Verlag Köln Weimar, 2011, ISBN 978-3-412-20674-1 (google.de [abgerufen am 6. Februar 2020]). Jüdische Geschichte in Kleve – Mifgash. Abgerufen am 5. Februar 2020. Rudolf Vierhaus: Görres - Hittorp. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-094654-3 (google.de [abgerufen am 6. Februar 2020]). Deutsche Biographie: Levi, Behrend - Deutsche Biographie. Abgerufen am 8. Februar 2020. Selma Stern, Marina Sassenberg: Der Hofjude im Zeitalter des Absolutismus: ein Beitrag zur europäischen Geschichte im 17. und 18. Jahrhundert. Mohr Siebeck, 2001, ISBN 978-3-16-147662-4, S. 171 (google.de [abgerufen am 5. Februar 2020]). Denkwürdigkeiten der Glückel von Hameln. Aus dem Jüdisch-Deutschen übersetzt, mit Erläuterungen versehen und hrsg. von Alfred Feilchenfeld, Jüdischer Verlag Berlin, Gräfenhainichen 1920, S. 117 Selma Stern, Marina Sassenberg: Der Hofjude im Zeitalter des Absolutismus: ein Beitrag zur europäischen Geschichte im 17. und 18. Jahrhundert. Mohr Siebeck, 2001, ISBN 978-3-16-147662-4, S. 206 (google.de [abgerufen am 8. Februar 2020]). | CLEVE-GOMPERZ, Josef Elias (I60158)
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| 4875 | Sein Vater war nach den Acta Murensia der König von Helvetien und Alemannien: Theodebert. Nach den Europäischen Stammtafeln war Guntram der Reiche ein Mitglied des Hochadelsgeschlechtes der Eberharde Grafen im Nordgau (Unterelsass, heute etwa das französische Département Bas-Rhin), und zwar ein Sohn von Hugo III., 910 Graf im Nordgau, † 940 als Mönch; ∞ Hildegard, und ein Enkel von Eberhard III., 888 Graf im Nordgau, 891 Graf im oberen Aargau, 889 Vorsteher von Sankt Felix und Regula in Zürich, 896 Vorsteher von Münster in Gregoriental (heute Munster (Haut-Rhin) ); ∞ Adelinda. Die Eberharde zählen ihrerseits zur Familie der Etichonen, die auf Eticho Herzog im Elsass im 7. Jh. zurückgehen. Diese These wird auch vom Lexikon des Mittelalters und von Werner Trillmich unterstützt. Damit erscheint die Herkunft der Habsburger aus dem Haus der Etichonen einigermaßen gesichert. | (HABSBURG), Guntram ´der Reiche` (I35493)
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| 4876 | Sein Vater war vermutlich der Graf Heinrich III. von Wassenberg[2], nach anderer Ansicht Dietrich I. Flamens.[3] Gerhard wurde 1085 als Graf von Wassenberg, 1096 erstmals als „Graf von Geldern“ erwähnt. Der Titel „Landgraf“ erscheint ebenfalls 1096. Er gilt als Stammvater der Grafen von Geldern aus dem Hause Wassenberg (der Flamenses), das 1371 im Mannesstamm erlosch. Gerhard benannte sich abwechselnd nach Wassenberg (Gerhard III. von Wassenberg) und nach Geldern (Gerhard I. von Geldern), bis sich 1118 Geldern bei der Benennung durchsetzte. Als Inhaber der kaiserlichen Vogtei, als Kirchenvogt und als allodialer Grundeigentümer hat sich Gerhard veranlasst gesehen, den Schwerpunkt seines Machtbereiches zu verlagern und sich Graf von Geldern (1096) zu nennen. Infolge dieser Schwerpunktverlagerung ist vermutlich in dieser Zeit die erst 1237 nachweisbare Burg Geldern erbaut worden. Gerhard I. von Geldern war neben dem Herzog von Brabant und dem Grafen von Luxemburg-Namur größter weltlicher Territorialherr in Niederlothringen. Er blieb als einziger Landesherr dieser Region strikt kaiserlich. Der Zeitpunkt des Todes Gerhards I. ist unbekannt (nach 1129), und es ist nicht geklärt, ab wann ihm ein mündiger Nachfolger zur Verfügung stand. Nach Euler und Renn ist er 1117/1118 verstorben. Von Raumer findet 1129 nur noch den Grafen Gerhard von Geldern, Regesta Imperii (25. Dezember 1128)[4] kennt ebenfalls nur den Grafen von Geldern, sodass ein früherer Tod des Gerhard I. von Geldern vorauszusetzen ist. | VON GELDERN, Gerhard III. (I41543)
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| 4877 | Sein Vater wurde 714 ermordet. Als sein Großvater Pippin der Mittlere Ende des gleichen Jahres im Sterben lag, überredete ihn dessen Gattin Plektrud, ihren gemeinsamen jungen Enkel Theudoald anstelle eines von Pippins unehelichen Söhnen, Childebrand und Karl, zum Nachfolger als Hausmeier zu ernennen. Pippin akzeptierte, von der Krankheit geschwächt, so dass der sechsjährige Theudoald kurzfristig 714/715 das Hausmeieramt bekleidete. Plektrud unterlag im Ringen um die Macht 717 gegen ihren Stiefsohn Karl Martell. Theudoalds Verbleib ist ungewiss, möglich wäre auch, dass er nach seinem Sturz 715 umgekommen ist. Über eine Ehe oder Nachkommen ist nichts bekannt; wohl auch sehr unwahrscheinlich. | VON FRANKEN, Theudoald (I24342)
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| 4878 | Sein Vater, der 379 überraschend von Gratian zum Mitkaiser ernannt worden war, hatte ihn bereits im Januar 383 zum Augustus erheben lassen, gab ihm jedoch faktisch keinen Spielraum. Theodosius, der seit 379 für den Osten des Reiches zuständig war, ließ zwar Arcadius am Hof in Konstantinopel zurück, als er 387/88 in den Westen zog, um einen Bürgerkrieg gegen Magnus Maximus zu führen. Federführend war aber der Prätorianerpräfekt (der höchste zivile Verwaltungsbeamte) Flavius Eutolmius Tatianus. Als sein Vater 394 erneut in den Westen zog, blieb Arcadius im Unterschied zu Honorius erneut am Bosporus zurück. Nach dem überraschenden Tod des Theodosius und der faktischen Reichsteilung im Januar 395 übernahm Arcadius mit knapp 18 Jahren nicht nur die Herrschaft über den Osten, sondern rückte zugleich zum senior Augustus mit dem Anspruch auf die Oberhoheit im Gesamtreich auf. Herrschaft Flavius Arcadius auf einem Solidus Als Kaiser nannte Arcadius sich Imperator Caesar Flavius Arcadius Augustus und versuchte offenbar, einen eigenen Kurs gegen seinen mächtigsten Berater Rufinus durchzusetzen. Er erließ mehrere Gesetze gegen die Häresie und präsentierte sich als christlicher Kaiser, obwohl er seine Ausbildung auch von paganen Lehrern erhalten hatte. Anstatt die Tochter des Rufinus zur Frau zu nehmen, heiratete er am 27. April 395 Aelia Eudoxia, die Tochter des Bauto, eines ehemaligen magister militum unter Gratian. Dennoch behielt Rufinus zunächst die Macht in den Händen und befand sich in einer ähnlichen Position wie im Westreich Stilicho. Stilicho behauptete, er sei vom sterbenden Theodosius zum Vormund beider Söhne ernannt worden, und begründete damit einen Anspruch auf die Oberhoheit des westlichen Hofes, an dem er sich aufhielt, über den östlichen. Dies lehnten sowohl der senior Augustus Arcadius als auch Rufinus empört ab. Zwischen beiden Höfen kam es daher schon 395 zu Spannungen, die sich unter anderem in Hinblick auf einige Provinzen im Illyricum äußerten, die Stilicho für das Westreich forderte. Umgekehrt verlangte Arcadius die Überstellung starker Heeresverbände, die 394 mit Theodosius nach Westen gezogen waren. Stilicho musste nachgeben und die Truppen unter dem comes Gainas nach Konstantinopel schicken. Rufinus war allerdings bei der Armee unbeliebt und wurde schließlich im Herbst 395 in Anwesenheit des Kaisers bei einer Parade der aus dem Westen zurückgekehrten Soldaten getötet; dahinter stand angeblich Stilicho, dessen Gefolgsmann Gainas war. Rufinus’ Platz nahm der Eunuch Eutropios ein, der oberste Kammerherr (praepositus sacri cubiculi) des Arcadius. Auch dieser wurde jedoch 399 unter Beteiligung des Gainas gestürzt und anschließend hingerichtet. Der anschließende Versuch des Gainas, den östlichen Hof so zu dominieren, wie es Stilicho im Westen tat, wurde 400 durch den Heermeister Fravitta und einen Aufstand der Bevölkerung niedergeschlagen. Zahlreiche gotische foederati fanden dabei den Tod, was dazu beitrug, dass hohe Militärs (römischer wie nichtrömischer Herkunft) im Osten in der Folge nicht die entscheidende Rolle spielten, die ihnen im Westen zufallen sollte. Vielmehr behielt der Hof die Kontrolle. In diesen Jahren stand das Ostreich zudem unter dem Druck mehrerer Barbareneinfälle. Von 395 bis 397 plünderten Hunnen die Ostprovinzen. Meuternde westgotische foederati unter Alarich drangen seit 395 mehrmals tief in oströmisches Territorium ein, während es gleichzeitig zu Revolten unter den germanischen Hilfstruppen kam. 399 bestieg mit Yazdegerd I. ein neuer König den persischen Thron, der gegenüber den Römern zunächst feindselig auftrat. Dennoch konnte Arcadius in den Jahren ab 400 wohl ungehindert vom Einfluss seiner Berater selbst regieren. Kirchengeschichtlich von großer Bedeutung ist die Verbannung Johannes Chrysostomos’, die Arcadius 403 auf Betreiben von Eudoxia erwirkte. Johannes hatte den angeblich ausschweifenden Lebensstil der jungen Kaiserin angeprangert und damit ihre Ungunst erregt. Er wurde das Opfer einer Hofintrige: Johannes, einer der wichtigsten Theologen des Christentums, starb am 14. September 407 in der Verbannung. Papst Innozenz I. und Honorius hatten zuvor vergeblich versucht, eine Aufhebung des Bannes zu erwirken. Nach dem Tod der Eudoxia 404 trat der tatkräftige Prätorianerpräfekt Anthemius als wichtigster Berater des Kaisers hervor, in dessen Schatten Arcadius nun nach außen völlig verschwand. Seinen Pflichten kam Anthemius mit großer Sorgfalt und Kompetenz nach; insbesondere gelang es ihm, nach Beilegung der anfänglichen Spannungen mit Yazdegerd sehr gute Beziehungen mit dem persischen Sassanidenreich herzustellen, was die außenpolitische Lage Ostroms sehr verbesserte. Der Perserkönig soll laut Prokopios von Caesarea sogar vom sterbenden Arcadius 408 zum Vormund seines Sohnes bestellt worden sein. Ob dies stimmt ist in der Forschung sehr umstritten. 407 brach ein Bürgerkrieg mit Westrom aus, als Alarich im Auftrag Stilichos in oströmisches Gebiet einfiel, doch wurden die Kämpfe abgebrochen, als Westrom an anderen Fronten bedroht wurde. Für 408 einigten sich die beiden Kaiserhöfe zum Zeichen der Versöhnung auf ein gemeinsames Paar Konsuln. Arcadius hatte vier Kinder: Drei Töchter (Pulcheria, Arcadia und Marina) und den 401 geborenen Sohn und Mitkaiser (seit 402) Theodosius II., der nach dem frühen Tod des Kaisers im Jahr 408 noch im Kindesalter als Augustus den oströmischen Thron bestieg. Porträtkopf eines jungen theodosianischen Kaisers, häufig mit Arcadius identifiziert. Archäologisches Museum Istanbul, Inventarnummer 5028[3] Bewertung Die Regierungszeit des Arcadius war eine Krisenzeit für die Entwicklung Ostroms. An den Grenzen war es bedroht (im Norden und Nordwesten von den Germanen, im Illyricum anfangs sogar von Westrom, in Kleinasien von den Hunnen, im Osten zunächst von den Sassaniden), im Inneren kam es zu Aufständen, und das West- und Ostreich entfernten sich aufgrund von Konflikten im Balkanraum immer mehr voneinander (ohne dass dies zur Aufgabe der Vorstellung von einer grundsätzlichen Reichseinheit geführt hätte). Arcadius und seine Berater reagierten oft nur, statt zu agieren. Ihm selbst wird in mehreren Quellen ein wohlwollender Charakter bescheinigt, doch wird er auch als schwache Persönlichkeit und schwacher Kaiser beschrieben, der dieser Situation nicht gewachsen war. Allerdings muss dabei auch der Tatsache Rechnung getragen werden, dass er etwa seit seinem sechsten Lebensjahr unter der Bevormundung seiner Berater gestanden hatte. Dennoch überstand Ostrom diese Zeit relativ gut, während das Westreich unter Honorius nach 408 bereits erste Auflösungserscheinungen zeigte. Dies ist nicht zuletzt dem äußerst fähigen Anthemius zu verdanken, der noch bis 414 die Geschicke Ostroms bestimmte und ganz wesentlich dazu beitrug, die äußere Lage des Reiches zu verbessern. | FLAVIUS, Arcadius (I47214)
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| 4879 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I55476)
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| 4880 | Sein Vermögen stieg 1622 auf 74`000 Gulden an, daraufhin stagnierte es und bis 1643 sank es auf 40`000 Gulden. Seine erste Ehefrau war Anna Zili | SCHOBINGER, Kaspar (I4188)
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| 4881 | Sein Weg zur Macht begann im Jahr 613, als er zusammen mit Bischof Arnulf von Metz und anderen austrasischen Adligen in einen inneren Machtkampf der Merowinger eingriff, indem er den neustrischen König Chlothar II. gegen die in Austrasien und Burgund herrschende Witwe Königs Sigiberts I., Brunichild, zu Hilfe rief. Nach ihrem Sturz herrschte Chlothar im ganzen Frankenreich, musste aber im Edictum Chlotharii die Machtpositionen des austrasischen Adels anerkennen. Ein weiteres Zugeständnis war im Jahr 623 die Ernennung von Chlothars 15-jährigem Sohn Dagobert I. zum Unterkönig in Austrasien. Dadurch erhielt das Teilreich, das von Pippin und Arnulf mit ihren Klienten dominiert wurde, eine gewisse Eigenständigkeit innerhalb des Merowingerreiches. Pippin erhielt gleichzeitig eine wichtige Beraterposition und übernahm spätestens 625 auch formal den Titel eines Hausmeiers, des wichtigsten Amtsträgers im Königreich. Da Chlothar II. jedoch 629 starb und sein Sohn Dagobert I. nach Neustrien zog, um die Herrschaft im Gesamtreich zu übernehmen, konnte Pippin diese einflussreiche Position nicht auf Dauer behaupten, obwohl er den Titel eines austrasischen Hausmeiers behielt. Das Bündnis mit Arnulf stärkte Pippin, indem er um 635 seine Tochter Begga mit Arnulfs Sohn Ansegisel verheiratete. Erst als auch Dagobert I. 638 oder 639 starb, ohne Söhne im regierungsfähigen Alter zu hinterlassen, konnte Pippin mit Unterstützung des austrasischen Adels seine Führungsansprüche wieder geltend machen. Pippin der Ältere starb allerdings selbst bereits im Jahr 640. | VON HERISTAL, Pippin der Ältere (I10776)
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| 4882 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I55213)
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| 4883 | Seine Abstammung ist umstritten. Wenig wahrscheinlich ist, dass er ein Sohn von Herzog Burchard III. von Schwaben war, da dessen einzig sicher bezeugte Ehe mit Hadwig kinderlos blieb und Kaiser Otto II. das Herzogtum Schwaben nach Burchards Tod 973 an seinen Neffen, den Liudolfinger Otto I. von Schwaben vergab. Hätte es einen legitimen Nachkommen Burchards III. gegeben, hätte Kaiser Otto II. diesen schwerlich in der Herzogsnachfolge übergehen können. Möglicherweise war Burchard ein Sohn des Grafen Dedi I. im Hassegau. Burchard ist 950, als er in Worms einen Zweikampf zugunsten einer Liudolfinger-Prinzessin austrug, und 968, als er eine Schenkung an das Kloster Corvey machte, beurkundet. Als Kaiser Otto II. im Jahre 981 zusätzliche Panzerreiter aus Deutschland nach Italien rief, folgten Burchard und sein Bruder Dedi diesem Ruf. Beide fielen am 13. Juli 982 in der Schlacht bei Cotrone gegen die Sarazenen. Ein möglicher zweiter Bruder von ihm war Dietrich I. (Thiedrico), der Stammvater der Wettiner. | VON SCHWABEN, Burchard IV. (I54367)
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| 4884 | Seine drei Enkel Johann, Hans Albrecht und Hans Friedrich kämpften für Bern bei Héricourt, Grandson und Murten und erhielten dafür die Ritterwürde. Die jüngere, von Hans Albrecht (gestorben 1517) ausgehende Linie im Aargau besass Kasteln, Wildenstein, Auenstein und Ruchenstein und starb 1624 aus. Durch Erbgang in der weibl. Linie gelangte Auenstein und Wildenstein teilweise an die Fam. von Erlach. Eingebürgert 1467 in Bern, Bern, BE, CHE | VON MÜLINEN, Hans Albrecht (I20384)
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| 4885 | Seine Ehefrau Brendle (Brendlin) „Zur Kante“ konvertierte nicht, die gemeinsamen Kinder wurden jedoch getauft. Sie forderte von ihm die Scheidung, er verweigerte ihr diese und die Auseinandersetzungen dauerten bis nach 1620, da Lichtenstein aus dem gemeinsamen Vermögen mit seiner Ehefrau, es handelte sich um eine Summe von 18.000 Gulden, einen Anteil von 13.500 Gulden für sich forderte. Dieser wurde ihm jedoch verweigert und nur 5000 Gulden zugestanden. Im Mai 1609 beklagte sich ein Syndikus der Stadt über Lichtenstein, da dieser begann, angesehene jüdische Bürger zu verleumden, und auch seine Frau nicht verschonte, daraufhin musste er im Jahre 1609 eine Strafe von sechs Wochen „auf dem Katharinen Turm bei Wasser und Brot“ verbüßen. Kurz darauf wurde bekannt, dass er einen Juden öffentlich im Römer vor der Audienz geschlagen hatte; so erlegte man ihm eine Strafe von 50 Gulden auf und entließ ihn unter der Bedingung, sein „liederliches Wesen“ abzustellen. Im November 1609 erklärte er, er wolle das Bürgerrecht in Speyer annehmen und bitte um Beurkundungen durch die Stadt. Da die Scheidung immer noch nicht vollzogen war, reichte Brendle am 19. April 1610 Klage beim Rat ein. Mangels rechtlicher Grundlagen wurden vier nichtjüdische Advokaten als Berater herangezogen, diese sollten gleichfalls entscheiden, wem die nunmehr 5500 Gulden zur Absicherung ihrer Familie übergeben werden sollte. Brendle drohte nun, sich an die Richter in Mainz zu wenden. Lichtenstein fürchtete, seine Forderung nicht umsetzen zu können; so verklagte er im November 1610, seine „gewesene jüdische Hausfrau“ und ihre Verwandten ebenfalls, der Streit führte auch in den Folgejahren zu keiner Einigung, da die Stadtherren weder die Handelsbeziehungen zu den finanzkräftigen jüdischen Familien stören noch die christliche Gemeinde verärgern wollten.[6] Meir Oppenheimer/Johann Daniel Lichtenstein fiel nach der Taufe jedoch wieder vom christlichen Glauben ab, wurde erneut jüdisch und floh nach Polen. Seinen Brüdern Mosche „Zum Schwert“ und Juda Löb „Zum weißen Löwen“ unterstellte man, die Fluchthelfer gewesen zu sein. Sie flohen vor der Androhung, mittels Folter ein Geständnis zu erzwingen, und wandten sich an das Kammergericht, daraufhin erließ der Rat ein Urteil, das Mosche zu einer Zahlung von 9000 Gulden und Löb zu 3000 Gulden zwang. Nach diesem Urteil ließ sich Meir 1626 erneut taufen.[7] → weiter bei Lichtenstein Sara Oppenheim wurde Ursula Lichtenstein[6] Joseph Oppenheim wurde Hieronimus Achilles Lichtenstein[6] Süßkind Meyer (* 26. März 1606 in Frankfurt am Main; † 6. Februar 1682) erhält den Namen Georg Philipp Josef Lichtenstein (Lichtstein), lutherischer Pastor[8] | OPPENHEIM(ER), Meir (I60149)
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| 4886 | seine eheschliessung ermöglichte die Bindung an den Hochadel, mit der Ulrich Eberhards Erhebung zum Freiherren begründet wurde. Er wurde durch König Sigismund am 15.01.1414 in Cremona wieder in den Adelststand erhoben, den dieser Zweig durch eine nicht standesgemässe Heirat Ulrichs III. mit anna von Schellenberg ? verlohren hatte | VON SAX, Ulrich Eberhard der Jüngere (I26930)
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| 4887 | Seine Eltern waren der hessische Minister Ludwig Hassenpflug und dessen Ehefrau Charlotte Grimm, die einzige Schwester von Jacob und Wilhelm Grimm. Er hatte drei ihn überlebende, jüngere Geschwister, Friedrich (1827–1892), Ludwig Werner genannt Louis (1831–1878) und Dorothea Hassenpflug (1833–1898). Karl Hassenpflug war seit 1870 mit Christine Wolff von Todenwarth (1837–1894) verheiratet. Karl Hassenpflug kam nach Berlin in das Atelier von Ludwig Wilhelm Wichmann und war 1844 bis 1847 Schüler von Ludwig Schaller in München. Von 1848 bis 1850 war er in Rom und modellierte dort die Gruppe Simson und Delila. Mit dem Maler Karl Christian Andreae teilte er in Rom eine Wohnung.[1] Nach Deutschland zurückgekehrt, arbeitete er in Hannover für das neue Theater, machte eine Reise nach England und hielt sich dann in Kassel auf, wo er mehrere plastische Arbeiten für die Elisabethkirche in Marburg und die Michaelskirche in Fulda ausführte. 1856 ging er zum zweiten Mal nach Rom und schuf dort aus dem Mythenkreis seine schönsten Arbeiten von großer Lieblichkeit der Formen, namentlich die Marmorgruppe Amor und Psyche (für König Friedrich Wilhelm IV.), Eros und Anteros (Museum in Köln), Ariadne, Galatea von Amorinen umgeben. 1868 wurde er Professor für Bildhauerkunst an der Kasseler Kunstakademie und schuf für das Orangeriegebäude in Kassel mehrere Medaillons hessischer Fürsten und für das Galeriegebäude die Gruppen der Giebelfelder sowie Genregruppen und Reliefs. Hassenpflug erhielt ein Ehrengrab der Stadt Kassel auf dem Kasseler Hauptfriedhof.[2] Werke (Auswahl) Universität Marburg, Medizinische Klinik, Porträtbüste Carl Friedrich Heusinger, 1879 in der Deutschen Digitalen Bibliothek Attika des Kunstvereins für Kurhessen Reliefmedaillon der Märchenfrau von Niederzwehren am Haus der Gebrüder Grimm in der Marktgasse in Kassel (nach einer Radierung Ludwig Emil Grimms, 1885)[3][4] | HASSENPFLUG, Karl (I58084)
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| 4888 | Seine Eltern waren der Kölner Konsistorialrat Johann Gottlob Krafft und seine zweite Frau Louise, geb. Vorster (1797–1864). Von den sieben Geschwistern erreichten außer seinem Halbbruder Karl Johann Friedrich Wilhelm Krafft nur seine beiden Schwestern Maria (1828–1911) und Elise Bernhardine Christine Anna (1829–1901) das Erwachsenenalter.[1] Er besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Köln und machte dort 1839 das Abitur. Von 1839 bis 1844 studierte er anschließend Theologie in Bonn und Berlin. In Bonn schloss er sich dem Corps Rhenania an.[2] Nach dem Studium unternahm er eine Studienreise durch verschiedene Regionen Deutschlands und Griechenlands, wobei er unterwegs das Grab des 1767 ermordeten Winckelmann im italienischen Triest besuchte, und per Schiff auf den afrikanischen Kontinent fuhr. Der fünfte und letzte Brief an seine Mutter kam aus „Kairo, Egypten“. 1846 habilitierte er sich mit einer Arbeit zur Topografie (Kartografie) Jerusalems. Ab 1850 war er in Bonn als außerordentlicher und ab 1860 als ordentlicher Professor der Theologie tätig, wo er vor allem für sein Wirken als Leiter des evangelisch-theologischen Seminars in Bonn bekannt war. 1866/67 amtierte er als Rektor der Universität. 1881 wurde er zum Konsistorialrat der Rheinprovinz ernannt. Aufgrund seiner außerordentlichen Verdienste um das evangelisch-theologische Seminar in Bonn wurde er Ehrenphilister des Bonner Wingolf.[3] In der Bonner Südstadt ließ sich Krafft nach Plänen des Stadtbaumeisters Paul Richard Thomann eine Villa (Weberstraße 57) erbauen.[4] | KRAFFT, Wilhelm Ludwiog (I53437)
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| 4889 | Seine Eltern waren der Pfalzgraf Johann II. von Pfalz-Simmern (1492–1557) und Beatrix von Baden (1492–1535). Seine Erziehung erfolgte an katholischen Höfen, unter anderem dem von Karl V.[1] Er folgte dem kinderlosen Kurfürsten Ottheinrich (1556–1559), dem Stiefvater seiner Frau Marie, in der pfälzischen Kurwürde. Bereits 1528 zusammen mit seinen Brüdern Georg und Reichard an der Alten Universität Köln (Universitas Studii Coloniensis) immatrikuliert, wurde Friedrich seit 1546 ein eifriger, überzeugter Anhänger der Reformation. Vermählt mit der protestantischen Maria, der Tochter des Markgrafen Kasimir von Brandenburg-Kulmbach 1537, hatte er eine zahlreiche Familie; er war ein armer, mit materieller Not vielfach kämpfender Fürst, als er am 12. Februar 1559 die Kur erhielt. Als Kurfürst stand er im Reich in großem Ansehen wegen der Energie, mit der er die protestantische Sache vertrat. Der reformierten Auffassung sich zuneigend, trat er bei der seit 1560 immer schroffer werdenden Parteiung zwischen Lutheranern und Reformierten immer entschiedener für die Sache der Reformierten auf. Auf seine Initiative geht dann auch der Heidelberger Katechismus von 1563 zurück, auf dessen Redaktion er bis in Einzelheiten hinein großen Einfluss ausgeübt hat; er setzte durch, dass die Pfalz diesem, den Katechismus Luthers ersetzenden Bekenntnis anhing. Die Lutheraner verließen das Land. Diese pfälzische Religionsveränderung wurde von den deutschen Protestanten nicht gern gesehen. Man bestritt den Calvinisten, denen auch Friedrich III. angehörte, die „Zugehörigkeit zu den Augsburger Konfessionsverwandten“, denen der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden von 1555 Duldung zuerkannt hatte; man wollte die Reformierten als außerhalb des Friedens stehende Sektierer bezeichnen. Auf dem Augsburger Reichstag von 1566 hatte Kurfürst Friedrich deshalb heftige Anfechtungen zu bestehen. Der Zwiespalt und Gegensatz der beiden protestantischen Richtungen wurden vornehmlich durch Kursachsen und Kurpfalz repräsentiert. Auch im eignen Haus hatte Friedrich Ärger: Der älteste Sohn, Ludwig, war Lutheraner, der zweite, Johann Kasimir, Anhänger der väterlichen Religion und Politik. Mit allen Gegnern der habsburgisch-katholischen Partei in Europa stand Friedrich in Verbindung: In England, in Frankreich und in den Niederlanden reichte er den kämpfenden Protestanten die Hand. Besonders die französischen Hugenotten erfreuten sich wiederholt seines Rats und seiner Hilfe, so 1562 und 1567. Im Jahr 1568 nahm Johann Kasimir im Auftrag des Vaters am Hugenottenkrieg teil, und der niederländische Aufstand wurde von einem pfälzischen Heer unterstützt. Der dritte Sohn Friedrichs, Christoph, fand in der Schlacht auf der Mooker Heide (April 1574) den Tod. Im Innern suchte der Kurfürst auf jede Weise die Blüte der Heidelberger Universität zu heben und sorgte unablässig für das Kirchen- und Schulwesen seines Landes. Unmittelbar nach dem Erscheinen des Buches De praestigiis daemonum des Kritikers der Hexenverfolgung Johann Weyer (1515/16–1588) im Jahr 1563 lehnte Kurfürst Friedrich III. die weitere Tortur und Anwendung der Todesstrafe für angebliche Hexen ab.[2] Christoph Prob († 1579), sein Kanzler, verteidigte Weyers Auffassung noch im selben Jahr auf dem Rheinischen Kurfürstentag in Bingen.[3] 1568 wies Friedrich reformierte wallonische Glaubensflüchtlinge in das aufgelassene Kloster Lambrecht ein. Viele der Wallonen waren Tuchmacher und begründeten eine lange währende Tradition im Neustadter Tal. Im Bemühen, auch die reformatorischen Täufer für die neue reformierte Landeskirche zu gewinnen, initiierte Friedrich im Frühjahr 1571 das Frankenthaler Religionsgespräch zwischen Vertretern täuferischer Gemeinden und der Reformierten Kirche. Friedrich wurde in der Heiliggeistkirche in Heidelberg begraben. | (PFALZ), Friedrich III. (I54306)
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| 4890 | Seine Eltern waren der promovierte Jurist und Stadtsyndikus von Speyer, Marcus zum Lamm IV. (1509–1574), und die aus Worms stammende Ottilie Staud (1526–1592). Sein Großvater väterlicherseits, Hieronymus zum Lamm, war Advokat am Reichskammergericht. Die Familie Lamm gehörte in Speyer zur städtischen Oberschicht, wie mehrere um 1590 angefertigte Miniaturen in Öl zeigen. Den Auftrag zu dieser Serie gab höchstwahrscheinlich Marcus zum Lamm selbst.[3] 1564 bis 1567 studierte er in Poitiers Rechtswissenschaft und beschäftigte sich dort mit Vogelkunde, welche er akribisch betrieb. Er konvertierte zum reformierten Bekenntnis. Den Rest seines Lebens verbrachte er in Heidelberg.[4] Marcus zum Lamm 1587 Marcus zum Lamm 1587 Elisabeth Heuring, verh. zum Lamm, 1587 Elisabeth Heuring, verh. zum Lamm, 1587 Er war mit Elisabeth, geborene Heuring, verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder[5]: Maria Elisabeth (1574–1626), verheiratet mit dem Jura-Professor Daniel Nebel und Rektor der Universität Heidelberg, und Marcus Christian (1580–ca. 1625). Sein Sohn studierte an der Universität Heidelberg. Marcus Christian arbeitete als kurfürstlicher Kanzlist, Drucker und Verleger von politischen Flugblättern und beteiligte sich maßgeblich am Thesaurus Picturarum.[6] Leben Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz (1515 - 1576) berief ihn 1576 zum Kirchenrat, starb allerdings noch im selben Jahr. Sein Nachfolger, Ludwig VI. von der Pfalz (1539 - 1583) , war strenger Lutheraner und entließ alle calvinistischen Beamten. Marcus zum Lamm blieb im Gegensatz zu vielen anderen Reformierten, die während dieser Jahre nach Neustadt an der Weinstraße auswichen, in der kurpfälzischen Residenzstadt. In der Universität Fuß zu fassen, gelang ihm nicht. 1579 wurde er aber Rat und Diener des (reformierten) Herzogs Johann Kasimir und dessen Agent in Heidelberg. Dort fielen er und seine Frau als „halsstarrige Calvinisten“ auf, da sie weiterhin außerhalb Heidelbergs die reformierte Messe besuchten. Als Friedrich IV. von der Pfalz 1584 Kurfürst, Johann Kasimir wegen der Minderjährigkeit seines Neffen Regent und damit die Kurpfalz wieder reformiert wurde, erhielt Marcus zum Lamm seine Stelle als Kirchenrat sofort zurück.[7] Um 1600 galt er als hochangesehener Bürger in der Gunst des Kurfürsten. Marcus zum Lamm trat nun mit Streitschriften gegen das Luthertum hervor. Bekannt geworden ist seine Auseinandersetzung um das protestantische Abendmahl mit dem jesuitischen Propst Johannes Magirus (* 15. September 1559 in Koblenz; † 8. September 1609 in Speyer) war ein deutscher Jesuit, Prediger und Kontroverstheologe. Marcus zum Lamm starb am 13. Februar 1606. Er wurde am 26. Februar 1606 im Chorraum der Peterskirche in Heidelberg begraben. Von Johann Philipp Mylaeus gehaltene Leichenpredigt, Die Leichenpredigt wurde gedruckt.[8] Thesaurus Picturarum → Hauptartikel: Thesaurus Picturarum Im Thesaurus Picturarum („Bilderschatz“) sammelte Marcus zum Lamm eine sehr umfangreiche, frühe enzyklopädische Sammlung des Wissens seiner Zeit mit einem hohen Anteil an bildlichen Darstellungen. Schwerpunkte sind Ereignisse seiner Zeit, seine Auseinandersetzung mit den Lutheranern und mit der römisch-katholischen Kirche, die Ornithologie[9] und Kostümstudien unterschiedlicher Völker und sozialer Gruppen. Durch seine Naturbeobachtungen registrierte er früh den sich um 1580 verstärkenden Umschwung des Klimas, der in die Kleine Eiszeit führte. Dadurch konnte er seinem Landesherrn den Rat erteilen, Nahrungsvorräte für die Bevölkerung anzulegen. Den Thesaurus Picturarum ergänzte er ständig bis zu seinem Tod.[10] | ZUM LAMM, Marcus ´der Jüngere` (I56682)
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| 4891 | Seine Eltern waren der Staatsrat Peter Motzfeldt (1777–1854) und dessen Frau Ernesta Birgitte Margrethe Stenersen (1789–1848). Er war ein hochangesehener Jurist und gehörte einer politisch einflussreichen Familie an, deren Politik als „hart und stur“ (stri og sta politisk familie) charakterisiert zu werden pflegt.[1] Er besuchte die Kathedralschule in Christiania, die 1823 verließ. In seiner Studienzeit gehörte er zum Kreis um Welhaven und Schweigaard, der sich „Intelligensen“ nannte und sich vom allgemeinen Studentenverband getrennt hatte. Er war Mitredakteur von deren Zeitung Vidar und später der Zeitung Den Constitutionelle.[1] 1826 legte er das juristische Staatsexamen ab. Er schlug eine Anstellung als Universitätslehrer auf Zeit aus und wurde Gerichtsreferendar, bis er 1829 nach einer Probevorlesung Lektor an der Universität wurde. Bei der Besetzung eines ordentlichen Lehrstuhls an der Universität wurde er übergangen, weil der König Karl Johann meinte, er sei noch zu jung, was dazu beitrug, dass sein Vater vom Amt eines Staatsrats zurücktrat. Außerdem hatte Motzfeld in der Zeitung Artikel veröffentlicht, die nicht im Sinne des Königs waren.[1] Er heiratete in erster Ehe am 3. Juli 1830 Fredrikke Julie Nielsen (28. April 1809 – 4. Februar 1837), Tochter des Agenten Jacob Nielsen (1768–1822) und der Johanne Sophie Christiane Berg (1777–1866).[1] 1834 habilitierte er sich und wurde 1839 Professor. Im gleichen Jahr wurde er außerordentlicher Assessor am Obersten Gerichtshof und 1842 ordentlicher Assessor.[1] Er und Frederik Stang haben die eigenständige norwegische Rechtswissenschaft grundgelegt. In zweiter Ehe heiratete er am 6. Mai 1841 Anna Pauline Georgine Birch (28. Juni 1822 – 2. November 1891), Tochter des Generalmajors Paul Hansen Birch (wahrscheinlich Birch-Reichenwald) (1788–1863) und der Anna Cathrine Hoffmann Stenersen (1791–1840).[1] 1842 und von 1853 bis 1860 war er Bürgermeister von Christiania. Nach einer Unterbrechung von 1847 bis 1852 als Bezirksrichter (sorenskriver) in Rakkestad wurde er wieder Assessor am Obersten Gericht bis zu seinem Tod. Er war Mitglied in einer Reihe von königlichen Kommissionen und beauftragt, wichtige Gesetzesvorhaben vorzubereiten: Religionsfreiheit (Dissenterloven; 1843), Kreditwesengesetz (1844 und 1846), Häuslergesetz (Husmandsloven; 1850), Kommission zur Prüfung der Vereinbarkeit des Jurygesetzes mit der Verfassung (1859), die große Kirchenkommission (1859).[2] Obgleich er gegen das angelsächsische Modell der Jury im Strafprozess war, welches von Ole Gabriel Ueland besonders gefordert wurde, ließ er sich 1854 doch zum Vorsitzenden des parlamentarischen Ausschusses für ein entsprechendes Gesetz wählen. Die Einrichtung des Ausschusses hatte nicht die Zustimmung der Regierung. Im Lagting sprach er gegen den erarbeiteten Vorschlag.[1] 1860 saß er königlichen Jury-Gesetz-Kommission vor. Die Jury wurde dann 1887 eingeführt. Er war 1848 Stortingsvertreter für Christiania und Lillehammer,[2] 1851 Vertreter für Christiania und Smaalenene (heutiges Østfold). Er war dafür auch 1862 bis 1863 ausersehen, aber das überforderte ihn gesundheitlich, und er lehnte ab.[2] Er war 1857 und 1858 Präsident des Stortings und 1859 bis 1860 Präsident des Lagtings.[3] Er war ein überzeugter konservativer Politiker mit einem distanzierten Verhältnis zu Schweden und der Union. Er hing dem Modell des Skandinavismus von „Intelligensen“ an: Gemeinsam nach außen, aber freie nationale Entwicklung im Innern. So brachte er 1851 in das Storting den Antrag auf Aufhebung des schwedischen Statthalteramtes in der Verfassung Norwegens ein. Der Antrag fand 1854 die notwendige Mehrheit im Storting, erhielt aber nicht die notwendige Zustimmung der Regierung. Das führte letztendlich dazu, dass sein Bruder Ketil Motzfeld und sein Vetter und Schwager Christian Birch-Reichenwald ihren Rücktritt erklärten und Frederik Stang die Regierungsgeschäfte übernahm. Obgleich er gegen das angelsächsische Modell der Jury im Strafprozess war, ließ er sich doch zum Vorsitzenden des parlamentarischen Ausschusses für ein entsprechendes Gesetz wählen. Die Einrichtung des Ausschusses hatte nicht die Zustimmung der Regierung. Im Lagting sprach er gegen den erarbeiteten Vorschlag.[1] Ulrik Motzfeldt war ab 1843 Mitglied von „Det Kongelige Norske Videnskabers Selskab“ und der „Videnskabs-Selskabet“ (Wissenschaftsgesellschaft) in Christiania seit der Gründung 1857. Er wurde 1849 zum Ritter des St. Olavs Ordens und 1857 zu dessen Kommandeur ernannt.[1] | MOTZFELD, Ulrik Anton (I58035)
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| 4892 | Seine Eltern waren der Wollwarenhändler Juda(h) Veit (Singer) (geb. 1719 in Witzenhausen, gest. 8. Januar 1786 in Berlin), Sohn des Rabbiners Veit Singer, und dessen Ehefrau seit 1740, Beylle David, Tochter von Hirsch David (1700–1773), Inhaber einer Textil-Manufaktur in Potsdam. Unter Salomon Veits vier Brüdern waren David Veit (1753–1835) und Simon Veit (1754–1819). Mit diesen beiden Brüdern zusammen gründete Salomon Veit im Jahr 1780[1] das Berliner Bankhaus Gebrüder Veit. Die Firma wurde Ende 1823 geschlossen und Anfang 1824 von Salomons Neffen Uhde David Veit (1794‒1837) und Uhde Philipp Veit (1799‒1863) als Gebrüder Veit & Co. neu gegründet;[2] sie bestand bis 1931 und war auf Börsengeschäfte spezialisiert. Salomon Veit war Ältester der jüdischen Gemeinde Berlins und von 1809 bis 1822 das erste jüdische Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Er war auch Mitglied der Börsenkorporation in Berlin. Er war verheiratete mit Male Marcus (1751–1820). Ihre gemeinsame Tochter Caroline Veit (1774–1857) heiratete ihren Onkel Philipp Veit (1758–1838), einen jüngeren Bruder ihres Vaters. Aus dieser Ehe ging unter anderem der Autor, Verleger und Politiker Moritz Veit (1808–1864) hervor.[3] Siehe auch Veit (Berliner Familie) Literatur Hanns G. Reissner: Gebrüder Veit · Berlin (1780‒1931). In: Gegenwart im Rückblick. Festgabe für die Jüdische Gemeinde zu Berlin 25 Jahre nach dem Neubeginn. Heidelberg 1970, S. 274‒295, mit Abridged genealogical table VEIT als loser Beilage. Andrea Sorgenfrei: Veit, Salomon. In: Juden in Berlin. Biografien, hrsg. von Elke-Vera Kotowski. (Band 2 der Reihe Juden in Berlin.) Berlin 2005, ISBN 3-89487-461-9, S. 271. | VEIT, Salomon (I60746)
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| 4893 | Seine Eltern waren Infanterikaptein Ulrik Anton Motzfeldt (1738–1783) und dessen Ehefrau Birgitte Andrea Bull (1738–1815). Am 24. September 1804 heiratete er Erneste Birgitte Margrethe Stenersen (19. Juni 1789–13. Januar 1848), Tochter des Byfogdes[1] Bent Christian Stenersen (1748–1828) und seiner Frau Margrete Birgitte Aarøe (1768–1826). Da sein Vater früh verstorben war, wurde er bei seinem Onkel Major Jacob Motzfeldt in Skaun aufgezogen. Mit 15 Jahren kam er an die Artillerie-Akademie in Kopenhagen. 1796 wurde er Unterleutnant und kam nach Fredrikstad. 1802 wurde er als Leutnant in der dänisch-norwegischen Kolonie St. Thomas stationiert. Die Insel wurde 1807 von den Briten besetzt und Motzfeldt, der inzwischen zum Captain aufgestiegen war, als Kriegsgefangener nach Reading verbracht. Danach wurde er Artilleriechef in Bergen. Dort wurde er Mitglied des Intellektuellenclubs „Quodlibet“, zu dem auch Wilhelm Frimann Koren Christie, Jonas Rein, beide später Abgeordnete in der Reichsversammlung in Eidsvoll, und der Dichter-Pfarrer Lyder Sagen gehörten, und tat sich besonders mit seinen humorvollen Beiträgen hervor. Zusammen mit Freunden von „Quodlibet“ wurde Motzfeldt für Bergen in die Reichsversammlung von Eidsvoll delegiert, wo er eine besondere Rolle als Leiter der Selbständigkeitspartei[2] spielte. Er lehnte jegliche Annäherung an Schweden als „Erz-Erbfeind“ ab, aber hatte gleichwohl ein gutes Verhältnis zu seinen Hauptgegnern Graf Wedel und Jacob Aall. Als Mitglied des Konstitutionsausschusses war er ein Wächter über die Rechte des Volkes und trug auch mit seiner Kenntnis der britischen Verfassung zu der Ausgestaltung der Verfassung bei. Mit zwei Stimmen unterlag er mit seinem Plan, Odelsting und Lagting als ein Zweikammersystem zu gestalten. In der letzten Woche war er Vizepräsident der Reichsversammlung, und er war am 17. Mai 1814 einer der drei Unterzeichner des Grundgesetzbeschlusses. Nach Bergen zurückgekehrt musste er feststellen, dass dort die Entwicklung der Dinge noch nicht bekannt war. Die Bevölkerung glaubte unter den Aufrufen des Bischofs Johan Nordahl Brun, den Prinzen Christian Frederik als König von Norwegen halten zu können und hatte, als sie die Wahrheit erfuhr, kein Verständnis für den Frieden von Moss, der den norwegisch-schwedischen Krieg beendet hatte.[3] Motzfeldt wurde dann in das außerordentliche Storting Oktober 1814 gewählt, und ihm war sofort klar, dass die Union mit Schweden nicht zu verhindern war. Aber er setzte durch, dass die Wahl des schwedischen Königs zum norwegischen König bis zum Ende der Unionsverhandlungen verschoben werde, und er wurde Mitglied der Verhandlungsdelegation. Ihm glückte es, dass das Grundgesetz weitestgehend unverändert blieb. Gleichwohl musste er gemäß dem imperativen Mandat von Bergen gegen die Union stimmen. Als der König auf Vorschlag Graf Wedels die neue Regierung einsetzte, wurde Motzfeld zum Staatsrat[4] ernannt und zunächst zusammen mit seinem Kollegen Christian Krohg[3] in die Staatsratsabteilung in Stockholm[5] berufen. Danach war er für 11 Monate freigestellt, um den Zollhaushalt in Bergen zu reorganisieren, möglicherweise aber in Wirklichkeit aus Gesundheitsgründen.[6] Danach wurde er am 4. Mai 1816[6] Chef des Armeedepartementes[7]. In dieser Eigenschaft hatte er das Gesetz zur Verkleinerung der Streitkräfte von 1816 durchzuführen, was wegen der Entlassung von Soldaten und Offizieren zu innenpolitischen Spannungen führte. Gegen innenpolitischen Widerstand ließ er aus finanziellen und unionspolitischen Gründen die Festungswerke an der schwedischen Grenze niederlegen. Andererseits gelang ihm 1817, eine neue Heeresordnung gegen den Widerstand des Königs durchzusetzen. Er pflegte ein gutes Verhältnis zum schwedischen Statthalter Graf Carl Carlsson Mørner.[6] Er kümmerte sich auch um den Binnenhandel zwischen den beiden Unionsstaaten. 1818 bis 1819 war er abermals Mitglied der Staatsratsabteilung in Stockholm.[6] Als 1822 der Rechnungshof[8] gegründet wurde, wurde er dessen Chef[6] und legte den Grundstein für das Rechnungswesen für die Folgezeit. Das wichtigste war aber sein entschlossener Widerstand gegen alles, was eine schwedische Einmischung in innernorwegische Angelegenheiten sein konnte. Er bewunderte Graf Wedel sehr und empfand dessen Abschied 1822 als großen Verlust. Motzfeldt blieb bis 1837 in der Regierung. Aber sein Verhältnis zum König wurde so gespannt, dass dieser den Sohn Motzfeldts Ulrik Anton bei der Besetzung des juristischen Lehrstuhls in Universität Christiania überging. Daraufhin nahm er seinen Abschied. 1840 war er der Leiter der norwegischen Delegation im ersten Unionsausschuss.[6] Diesen verließ er aber bald, teils aus Gesundheitsgründen, teils, weil er an einem tragbaren Ergebnis zweifelte.[6] Danach nahm er an der Politik nicht mehr teil. Aber seine Nachkommen wurden ebenfalls in der norwegischen Politik des 19. Jahrhunderts in seinem Sinne einflussreich. Er erhielt den Serafimerorden, Schwedens höchste Auszeichnung. | MOTZFELD, Peter (I58028)
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| 4894 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I48825)
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| 4895 | Seine Eltern waren Sunyer I. Graf von Barcelona und Richilde von Rouergue.[2] Nachdem sich sein Vater 947 ins Kloster zurückgezogen hatte, erbte er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Miro († 968) die Grafschaften Barcelona, Gerona und Ausona, im darauffolgenden Jahr, nach dem Tod seines Onkels Sunifred II., auch die Grafschaft Urgell. Da die Macht der westfränkischen Könige in der Spanischen Mark im Schwinden war, suchte Borrell sich durch Verträge mit dem Kalifen von Córdoba abzusichern, was jedoch 985 nicht die Zerstörung Barcelonas durch al-Mansur verhinderte. Gegen die Bedrohung durch die Mauren hatte Borrell im Jahr 985 die militärische Hilfe seines Lehnsherren, König Lothar, angerufen, der sich zwar zu einem Feldzug in die spanische Mark bereit erklärte, aber noch vor den Vorbereitungen dazu im Frühjahr 986 verstarb. Dessen Nachfolger Ludwig V. blieb in dieser Angelegenheit untätig.[3] Offenbar hatte Borrell auch an den 987 gewählten König Hugo Capet ein Hilfsgesuch gerichtet, der jedenfalls in einem Antwortschreiben aus dem Spätjahr 987, das Erzbischof Gerbert von Reims verfasste, einen Feldzug in den Süden versprochen hatte, sofern ihm Borrell bis zum Osterfest 988 eine Gesandtschaft an seinen Hof schicken werde, die ihm seine Lehnstreue beschwöre.[4] Von einer Gesandtschaft oder einem Treuebekenntnis Borrells zum neuen König ist nichts bekannt, genauso wenig wie dieser nie einen Feldzug in die spanische Mark angetreten hatte. Dies war das letzte Mal, dass ein katalanischer Graf die Unterstützung eines fränkischen Königs angerufen hatte. Borrell und seine Nachfolger hatten in ihren Territorien fortan losgelöst von der königlichen Autorität geherrscht, die von der jungen Kapetingerdynastie überhaupt kaum noch über die Loire hinaus in den Süden zur Geltung gebracht werden konnte. Damit wird besonders von der nationalen Warte aus betrachtet häufig in dem Jahr 986 das Datum zur faktischen Unabhängigkeit Kataloniens vom (west)fränkischen Reich erkannt, die allerdings für fast 300 Jahre nur eine einseitige Angelegenheit blieb. Die fränkisch-französischen Könige hatten erst im Vertrag von Corbeil von 1258 ihren Verzicht auf jede gebieterische Autorität über Katalonien geleistet. 967 besichtigte Borrel II. das Kloster St. Gerald von Aurillac, und der Abt bat ihn, Gerbert d’Aurillac (den zukünftigen Papst Silvester II.) mit sich zu nehmen, damit der junge Mann Mathematik in Spanien studieren könne. In den folgenden Jahren studierte Gerbert in der von Christen gehaltenen Stadt Barcelona und vielleicht in den islamischen Städten Córdoba und Sevilla. 969 machte Borrel eine Pilgerreise nach Rom und nahm Gerbert mit. Gerbert traf dort Papst Johannes XIII. und Kaiser Otto I. Der Papst überzeugte Otto, Gerbert als Tutor für seinen jungen Sohn, den zukünftigen Kaiser Otto II. einzusetzen.[5] Nach seinem Tod folgte ihm sein ältester Sohn Raimund Borrell in Barcelona, die Grafschaft Urgell fiel an den zweiten Sohn Ermengol. | (BARCELONA), Borell II. (I39789)
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| 4896 | Seine Eltern waren Sven der Kreuzfahrer und dessen Frau Florine von Burgund, Tochter des Herzogs Odo I. von Burgund und dessen Frau Sibylle. Er wird als einer geschildert, den seine Verkrüppelung verbittert hat und der sich immer benachteiligt fühlte. Margarethe Fredkulla, die Frau von König Nils, versuchte, durch Heiratspolitik den Frieden zu sichern, und so auch Henrik einzubinden. Sie verheiratete ihn mit ihrer Nichte Ingrid Ragnvaldsdatter und gleichzeitig ihre Nichte Ingeborg mit Knud Lavard. Sie legte großes Gewicht auf diese Verbindungen und steuerte die beiden Bräute mit einem Viertel ihrer schwedischen Besitzungen, die sie von ihrem Vater hatte, aus. So kam Henrik zu Besitzungen in Schweden. Sie wurden für seinen Sohn Magnus Henriksson zum Ausgangspunkt seines Strebens nach der schwedischen Krone. Auch in Dänemark verfügte Henrik über umfangreiche Ländereien. Er war ein Feind seines Vetters Knud Lavard, dem er dessen Macht und Ansehen missgönnte. Seine Frau flüchtete mit einem Liebhaber, und er musste sie in Ålborg aufgreifen und zurückholen. An dieser Kränkung gab er Knud die Schuld. Er bestimmte König Nils, Knud zu einem Treffen nach Ribe zu laden, damit dieser dort zum Vorwurf, er schade dem König und dem Reich, Stellung nehmen solle. Das lehnte Knud ab. So versuchte Henrik weiterhin, den König gegen Knud einzunehmen. Henrik war der eigentliche Urheber einer Verschwörung gegen Knud und war auch die treibende Kraft bei den Beratungen. Er bestimmte Magnus Nilsson zum Meuchelmord. Dieser fand am 7. Januar 1131 im Wald von Haraldsted statt, nachdem Knud mit List und unter einem Vorwand dorthin gelockt worden war. Nun war der König gezwungen, seinen Sohn wegen des Meuchelmordes des Landes zu verweisen. Doch Henrik und viele andere konnten den König dazu bewegen, seinen Sohn zurückzuholen. Die Folge davon war ein heftiger Bürgerkrieg, in dem Erik II. gegen König Nils und dessen Sohn Magnus Partei ergriff. Während dieser Gewaltausbrüche hoffte Henrik, den Königsnamen erringen zu können. Aber in der Entscheidungsschlacht bei Fodevig am 4. Juni 1134, eine der großen Schlachten des frühen Mittelalters, fielen sowohl er als auch Magnus und eine große Zahl ihrer Anhänger. König Nils floh nach Schleswig, wo die Einwohner den Tod Knud Lavards an ihm rächten und ihn töteten. | SKADELAR, Henrik (I40890)
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| 4897 | Seine Existenz ist lediglich aus einer Chronik der Abtei Saint-Riquier belegt, laut der er ein Ritter (militem) und Schwiegersohn des dux und späteren Königs Hugo Capet war, dessen Tochter Gisela seine Frau war. Von seinem Schwiegervater erhielt er wohl um 981 die Burg Abbeville und die dauernde Kontrolle über die Klosterzelle Forestmontier als Lehen, außerdem wurde er zum erblichen advocatus der Abtei, also zu deren Beschützer ernannt. Zusammengefasst entsprach das ihm anvertraute Land in seinem Umfang dem alten karolingischen pagus pontivus. Er selbst führte nicht den Grafentitel, den nahm erst sein Sohn Enguerrand I. an. Ein zweiter Sohn hieß Guido, der als Abt von Saint-Riquier amtierte. Inwiefern er mit den im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert in Montreuil ansässigen Grafen verwandt gewesen war, ist nicht festzustellen. | (PONTHIEU), Hugo I. (I37621)
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| 4898 | Seine familiäre Herkunft ist nicht dokumentiert, wenngleich er allgemein als Sohn des Maasgaugrafen Giselbert und einer Tochter Kaiser Lothars I. angenommen wird[1]. Alternativ wird allerdings auch ein Reginar als Vater in Betracht gezogen, der zwischen 864 und 870 als Laienabt von Echternach genannt wird und der vermutlich mit dem comes Reginar identisch war, der 876 in der Schlacht von Andernach getötet wurde. Reginar I. wird in einer Liste der Laienäbte von Echternach als „junior“ bezeichnet.[2] Bereits in mittelalterlichen Chroniken wird Reginar I. der Beiname „Langhals“ (Collo-longus, Longum-collum) beigegeben, wohl irrtümlich in Verwechslung mit seinem Enkel Reginar III., dem dieser Beiname schon früher zugesprochen wurde.[3] Reginar tritt bereits in den vom westfränkischen König Karl dem Kahlen 877 in Quierzy erlassenen Kapitularien urkundlich in Erscheinung, einschließlich des Maasgaugrafen Giselbert, der vermutlich sein Vater war.[4] Zusammen mit Bischof Franco von Lüttich wurde er vom König um das Jahr 880 in das nördliche Lotharingien entsandt, um dort die Normannen unter Gottfried zu bekämpfen.[5] Zusammen mit Graf Balduin II. von Flandern und dessen Bruder Rodulfus paktierte Reginar 895 gegen König Karl III. den Einfältigen mit König Zwentibold von Lotharingien.[6] Aber schon 898 brach er mit Zwentibold, von dem er eine Zwölftagesfrist zum Verlassen Lotharingiens erhalten hatte, und kehrte in das Gefolge Karls III. des Einfältigen zurück. Diesem riet er zu einem Angriff auf das Königreich Lotharingien.[7] Reginar hatte sich während seiner Zeit in Lotharingien eine regionale Machtbasis aufgebaut, die ihm trotz des Verweises von König Zwentibold über dessen Tod 900 hinaus erhalten blieb. Seit 897 amtierte er als Laienabt von Echternach, später brachte er auch Stablo und Malmedy an sich. Inwieweit er mit dem Amt eines Grafen (comes) betraut war, ist nicht aus zeitgenössischen Chroniken zu entnehmen, erst ab dem 11. Jahrhundert werden ihm der Maasgau und Hesbaye zugeschrieben. Angenommen wird auch, dass Reginar schon den Hennegau innegehabt hatte, bevor er 898 des Landes verwiesen und durch Sigehard ersetzt wurde.[8] In einer Urkunde vom 21. Juli 905 nannte er sich selbst dux. Nach dem Tod des ostfränkischen Königs Ludwig dem Kind († 911) hatte der lotharingische Adel, darunter auch Reginar, dessen Nachfolger Konrad I. die Gefolgschaft verweigert und sich stattdessen dem westfränkischen Regnum zugewandt. Dessen König, Karl III. der Einfältige, hatte die herausragende Machtstellung Reginars in Lotharingien anerkannt, weshalb er folglich in königlichen Urkunden auch als missus dominicus, demarcus und marchio auftrat. Reginar wird letztmals in einer Urkunde König Karls des Einfältigen vom 25. August 915 genannt. Seine beiden Söhne Giselbert und Reginar II. werden am 19. Januar 916 an der Seite des Königs in Herstal genannt, Reginar selbst dürfte zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben sein. In der Liste der Laienäbte von Echternach wird er bis 915 geführt. Sein Sterbeort war Meerssen | (LOTHRINGEN), Reginar I. (I43008)
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| 4899 | Seine Familie war seit vielen Generationen im Rheingau ansässig. Wahrscheinlich waren seine Eltern bei seiner Geburt für Kurmainz in der Exklave Eichsfeld tätig. Der Sohn des kaiserlichen Generalfiskals Johann Konrad Birkenstock († 1780) studierte in Göttingen und Erfurt und trat 1763 in österreichische Staatsdienste. Im Jahre 1766 kam er zur Gesandtschaft nach Paris, wurde zwei Jahre später nach Wien berufen und in der Staatskanzlei angestellt. Kaiserin Maria Theresia erteilte ihm den Auftrag, einen Plan zur Verbesserung des Erziehungs- und Schulwesens in Österreich auszuarbeiten. Nach Vollendung der Arbeit unternahm er eine Reise durch Deutschland, um die bekanntesten Lehr- und Erziehungsanstalten zu besuchen und geeignete Mitarbeiter anzuwerben. In Wien wurde Birkenstock zum Regierungsrat, dann zum Hofrat ernannt. Ab den 1780ern war Birkenstock für die Zensur der politischen Schriften für 25 Jahre verantwortlich. Sowohl Kaiserin Maria Theresia als auch Kaiser Joseph II. schenkten ihm das vollste Vertrauen. Nachdem Kaiser Leopold II. die Studien-Hofkommission unter Gottfried van Swieten aufgelöst hatte, wurde er am 1. Januar 1792 als van Swietens Nachfolger zum Direktor des Schul- und Erziehungsdepartements ernannt, welchem er bis zum Eintritt in den Ruhestand 1803 vorstand. In seiner Zeit als Direktor beschäftigte er sich ausführlich mit der Frage, wie der aufkommende revolutionäre Zeitgeist, der durch die Französische Revolution angefacht wurde, zu bekämpfen sei. Birkenstock setzte dabei auf einen Literaturkanon für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, Karikaturen und Broschüren sowie Volksredner, die revolutionäre Bestrebungen unterdrücken bzw. zerstreuen sollten.[1] Seit 1792 war er auswärtiges Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.[2] Birkenstock stand unter anderem mit Ludwig van Beethoven in Kontakt.[3] Er starb 1809 und wurde auf dem Sankt Marxer Friedhof in Wien beerdigt. Nachleben Durch seine Heirat wurde er zum Schwager von Joseph von Sonnenfels. Beider Ehefrauen waren Schwestern des berühmten Reformbischofs von Königgrätz/Hradec Králové Jan Leopold Ritter von Hay (1735–1794). Birkenstock baute sich eine heute nicht mehr vorhandene palastartige Villa mit 40 Zimmern in der Vorstadt Landstraße, Erdberggasse Nr. 98 (heute Erdbergstraße 19), die über eine umfangreiche und wertvolle Bibliothek sowie über eine reiche Kunstsammlung verfügte. Zu seinen Ehren wurde 1894 in Wien-Simmering die Untere Wintergasse in Birkenstockgasse nach ihm umbenannt | VON BIRKENSTOCK, Johann Melchior (I52684)
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| 4900 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I55748)
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