Treffer 4,801 bis 4,850 von 6,111
| # | Notizen | Verknüpft mit |
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| 4801 | Schlossbesitzer von Heidegg 1185 Herren von Heidegg, 1421/29 Büsinger, 1482/83 Hasfurter, 1522/28 Tammann, 1561 Kündig, 1618 Fleckenstein, 1664/65 Pfyffer von Heidegg, 1700 Luzern, 1798 Kanton Baden, 1803 Kanton Luzern, 1849 Heggli, 1875 Pfyffer von Heidegg, 1950 Kanton Luzern | VON BÜSINGEN, Lüpold (I37158)
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| 4802 | Schlösser wurde als Sohn des Elberfelder Kaufmanns Johannes Schlösser (1667–1721) und dessen Frau Anna Margareta von Carnap (1667–1737), der Tochter des Bürgermeisters von 1671 und 1684, Peter von Carnap geboren. Er selbst begann ebenfalls als Kaufmann in Elberfeld und heiratete am 21. Dezember 1735 die aus Soest stammende Antonetta Katharina Sombart (1717–1775), mit der er elf Kinder hatte. Eine davon, Charlotta Schlösser (1743–1815) heiratete in zweiter Ehe den Bürgermeister von 1773, Johann Jakob Schlösser (1742–1788). Schlösser war 1749 erstmals im Rat der Stadt Elberfeld. Das zweite Mal wurde er 1765 in den Rat gewählt. Bei der Wahl des Bürgermeisters 1768 stand er erstmals auf der Vorschlagsliste und wurde auch gleich gewählt. Im Jahr darauf wurde er Stadtrichter und 1770 nochmal Ratsmitglied. | SCHLÖSSER, Isaak (I53916)
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| 4803 | Schlösser wurde als Sohn des Kaufmanns Jakob Schlösser (1701–1770), der mehrfach zum Bürgermeister vorgeschlagen, aber nie gewählt wurde und dessen Frau Maria Gertrud Jörgens (1705–1746) geboren und am 30. März 1742 in Elberfeld getauft. Er selbst heiratete am 30. Oktober 1766 Anna Maria von Carnap (1739–1768), der Tochter des Bürgermeisters von 1751, Kaspar von Carnap, mit der er zwei Kinder hatte. Nachdem seine Frau vier Tage nach der Geburt des zweiten Kindes gestorben war, heiratete Schlösser am 29. September 1769 ein zweites Mal, dieses Mal die Witwe seines Cousins, Charlotta Schlösser (1708–1782), der Tochter des Bürgermeisters von 1768, also seinem Onkel Isaak Schlösser, mit der er nochmal zwei Kinder hatte. Schlösser war wie sein Vater Kaufmann in Elberfeld. Er wurde 1773 das erste und einzige Mal zum Bürgermeister vorgeschlagen und auch in dieses Amt gewählt. Ein Jahr später war er damit Stadtrichter und 1774 war er für ein Jahr im Rat der Stadt Elberfeld. | SCHLÖSSER, Johann Jakob (I53913)
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| 4804 | Schm[iedezunft] Erstmals erwähnt 1319, Speisetor: Sehr bedeutendes Tor vor der Stadterweiterung im 15. Jahrhundert, zumindest zeitweise mit einem Zwinger versehen. Diente lange als Kaserne. gemäss SEHUM oo am 27.04.1652 in Heidelberg, wo auch die Kinder geboren sind (mindestens bis 1663)] EM 114. Wolf Seelentag in www.geneal-forum.com zu "Billwiller von St.Gallen SG". FNB: a für Billwiller in St. Gallen SG. Bürger (1655) und Kupferschmied/Kupferschläger (1652, 1660) in Heidelberg. Pate in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 17.8.1655 und Eberbach am 14.3.1658. Nach 1663 Rückkehr nach St. Gallen SG. | BILLWILER, Jacob (I3725)
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| 4805 | Schneider-Zünfter, ab 1492 Notensteiner, Ratsherr 1521 - 1527, Bürgermeistetr 1527 - 1530, rücktritt wegen Konkurses, vermöglicher Kaufmann, von 1482 bis 1519 Vermögenszunahme von 963 auf 6538 Pfund, kaufte als äbtisches Lehen das Schlösschen Winkelbach und 1529 einen Weingarten in Haslach, wohnte 1482 in St. Mangen, 11484-1486 im Brühl, 1488-1493 und 1524 an der Spiesergass, 1494-1523 und 1535-1530an der Multergass, wurde 1512 vom Götz von Berlichingen überfallen, 1530 vollständiger finanzieller Zusammenbruch da ihn sein Bruder Jakob in Nürnberg um eine große Summe Geld betrog und Rechnungen fälschte. | MAIER \ MEYER\MAIER, Konrad Jakob (I9969)
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| 4806 | Schneiderzunft, 1541-42 Elfer Andreas Hör war ein Glaskünstler in St. Gallen | STAUDER, Jakob (I1373)
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| 4807 | Schnellenberg ist der Name eines alten westfälischen Adelsgeschlechtes des Ritterstandes, das im Sauerland begütert war. Ihr Stammsitz war die Burg Schnellenberg nahe Olpe im Sauerland. | SCHNELLENBERG, N. (I37438)
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| 4808 | Schobinger Interesse galt dem Werk Vadians, außerdem gelang es Ihm durch seine besondere Verbindung mit Johann Philipp von Hohensax, den Codex Manesse in seine Privatbibliothek aufzunehmen. Zur Unterstützung seiner wissenschaftlichen Arbeiten stellte er im Frührahr 1599 den jungen Schweizer Juristen Melchior Goldast von Haminsfeld (1578-11.08.1635 in Gießen) als Assistenten ein. Wahrscheinlich hat er vier Blätter aus der handschrift herausgenommen. Gosdast hat sich gegenüber dem Rektor des Gymansiums, Jakob Lorhard geäußert:" zu Genf und in Frankreich wann er in einer liberei in einem buch ein blat, zwei oder mehr befunden" die für ihn von Interesse waren "habe er dieselben flugks herauß gerissen und in seine hossen (Strümpfe) gestossen" Goldast hatte eine sehr starke Leidenschaft für Bücher und Handschriften. In seiner Bibliothek befanden sich viele Schriften aus der Bibliothek in St. Gallen, die er unter anderem dort auch entwendet hatte. Der Büchernarr versuchte seine Bibliothek 1624 in Bremen zu sichern. Sie wurde im Katharinenkloster von Bremen eingelagert. Nach Goldast Tod verhandelte der Rat der Stadt Bremen mit den Erben über den Verbleib und den Ankauf der Bücher für Bremen. 1646 kamen die Verhandlungen zum Abschluss und Bremen hatte den Grundstock für seine 1660 eröffnete öffentliche Stadtbibliothek, die Bibliotheka Bremensis, bestehend aus heute wertvollen Handschriften, Urkunden und Inkunabeln aus der Frühzeit des Buchdrucks. Eines der bedeutendsten Bücher ist das erhaltene im Kloster Echternach geschaffene Perikopenbuch Heinrichs III., welches sich heute in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen befindet. Einige wertvolle Bücher, unter anderem von antiken Autoren, erbat und erhielt 1650 – vermittelt durch ihren Rat Isaac Vossius (1618–1689) – Königin Christine von Schweden. Ein kleiner Teil des Nachlasses, darunter 41 Pergamenturkunden sowie 98 Humanistenbriefe, kehrte 1948 nach St. Gallen zurück. | SCHOBINGER, Dr. Dr. Bartholome (I4641)
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| 4809 | Schon 1325 übergab ihm sein Vater die Burg Champvent und das Schloss N. Von da an stand N. mit den de Montfaucon im Konflikt um seine Güter in der Freigrafschaft Burgund. In Morteau errang er die Kastvogtei über das Priorat. Nachdem er 1343 Gf. von N. geworden war, erwarb er 1344 die Herrschaft Gorgier. Die wirtschaftl. Verwaltung der Grafschaft organisierte er wohl nach savoy. Vorbild. Um seine Herrschaft zu verdichten, gestand N. 1343 Boudry und 1349 bzw. 1353 Le Landeron das Stadtrecht zu. Als Militärunternehmer trat N. zu Beginn des Hundertjährigen Kriegs in den Dienst des franz. Königs und, zusammen mit seinem Sohn Johann, in jenen des Herrn von Mailand, Giovanni Visconti (1350-51), was zu grosser Verschuldung führte. N. musste Rechte abtreten, die nicht selten zum Grundstein neuer Gemeindevermögen wurden, um das Lösegeld für Johann aufzubringen. Dieser starb jedoch 1369 in Gefangenschaft. 1372 stiftete N. die Grabstätte der Grafen in der Stiftskirche von N. Da er keinen legitimen männl. Erben hatte, setzte er seine Töchter Varenne (oder Verena) und Isabella ( -> 9) als Erbinnen der Grafschaft ein, doch es war Letztere, die sich durchsetzte. Literatur – Hist.NE 1, 286-294 – Biogr.NE 1, 193-195 Autorin/Autor: Germain Hausmann / AHB | VON NEUENBURG, Ludwig (I3241)
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| 4810 | Schon als Kind wurde Jolante 1181 mit Graf Heinrich II. von Champagne verlobt, der zuvor mit ihrer Schwester Isabella verlobt gewesen war, wobei beide Ehen letztlich nicht geschlossen wurden.[1] Im Juli 1193 wurde sie schließlich in Soissons mit Peter von Courtenay, Graf von Auxerre, als dessen zweite Ehefrau verheiratet.[2] 1212 beerbte sie den letzten ihrer vier Brüder, Philipp, als Gräfin von Namur. Die zwei ältesten Brüder Jolantes, Balduin und Heinrich, gehörten zu den Anführern des vierten Kreuzzuges und amtierten nach der Eroberung Konstantinopels nacheinander als erste Kaiser des neu errichteten lateinischen Kaisertums. Beide starben 1205 bzw. 1216 erbenlos, worauf die lateinischen Barone Peter von Courtenay als den Ehemann deren ältester Schwester zu ihrem neuen Kaiser proklamierten. Unter Zurücklassung ihrer zwei älteren Söhne brachen Peter und Jolante nach Italien auf, wo Peter am 9. April 1217 in Sankt Laurentius vor den Mauern zu Rom von Papst Honorius III. zum Kaiser gesalbt und gekrönt wurde.[3] Peter urkundete zwei Tage darauf erstmals mit kaiserlicher Titulatur, und auch Jolante wurde zu diesem Anlass erstmals als Kaiserin (Yolens, eius vxor, eadem gratia Imperatrix) tituliert.[4] Von da an getrennt weiterreisend nahm die erneut schwangere Jolante mit ihren Töchtern den direkten Seeweg von Italien nach Konstantinopel. Bei einem Zwischenstopp auf Morea verheiratete sie ihre Tochter Agnes mit dem Fürst von Achaia, Gottfried II. von Villehardouin, der zu diesem Anlass die Oberhoheit des Kaisers über sein Fürstentum anerkannte. Zur selben Zeit gelangte ihr Ehemann im Kampf gegen den griechischen Despoten von Epirus in dessen Gefangenschaft, in der er zu einem unbekannten Zeitpunkt verstarb. Nach ihrer Ankunft in Konstantinopel übernahm Jolante deshalb als Kaisergemahlin die stellvertretende Regentschaft über das Kaiserreich. Ebenfalls brachte sie hier ihr letztes Kind zur Welt, den späteren Kaiser Balduin II.[5] Als Regentin des lateinischen Konstantinopels suchte Jolante einen friedlichen Ausgleich mit dem verfeindeten griechischen Gegenkaiser von Nicäa, Theodor I. Laskaris, und verheiratete 1219 dafür ihre Tochter Maria an diesen. Kurz darauf verstarb sie. | VON FLANDERN, Jolande (I40677)
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| 4811 | Schon vor rund 12'000 Jahren wurde das Hochtal von nomadisierenden Jägern besucht. Zahlreiche Funde aus der Steinzeit und aus der Bronzezeit wurden in den vergangenen Jahren aufgefunden. Doch bestanden damals vermutlich keine festen Siedlungen in dieser Gegend. Der Wallfahrtsort MARIA EINSIEDELN (im Finstern Wald) ist eng mit dem Leben des HEILIGEN MEINRAD verbunden. Im Jahre 835 soll dieser an der Stelle, wo heute die Gnadenkapelle in der Klosterkirche steht, eine Klause und eine Kapelle errichtet haben, um in der Einsiedelei Gott zu dienen (daher der Ortsname Einsiedeln). Der Sage nach wurde MEINRAD 861 von zwei Landstreichern erschlagen. Daraufhin sollen zwei Raben die Mörder verfolgt und vor Gericht geführt haben. Aus diesem Grund sind auf dem Einsiedler Wappen zwei Raben abgebildet. 250 Jahre lang dauerte der MARCHSTREIT mit den Schwyzern, der zur SCHLACHT AM MORGARTEN (1315) führte. Das Kloster verlor rund die Hälfte seiner Gebiete an die Schwyzer. Verschiedene Brände verwüsteten mehrmals Kloster und Dorf. 1798 plünderten die Franzosen das Kloster und zerstörten wertvolle Einrichtungen. Die Gründung der BENEDIKTINERABTEI geht auf das Jahr 934 zurück. Aus der Anfangszeit der Abtei gibt es eine Vielzahl erhaltener und gut dokumentierter Neumenhandschriften, die eine grosse Bedeutung für die Restitution des GREGORIANISCHEN CHORALS haben (Codex Einsidlensis 121). 1065 begründeten zwölf Mönche aus Einsiedeln ein Filial-Kloster in Hirsau. Das barocke Kloster entstand von 1674 bis 1735 in drei Etappen nach den Plänen von CASPAR MOOSBRUGGER. Die Fresken und die Stuckarbeit im Inneren sind das Werk der BRÜDER ASAM. Das Deckenfresko ist das grösste der Schweiz. Persönlichkeiten: MEINRAD VON EINSIEDELN (um 797–861), Einsiedler und Heiliger der katholischen Kirche (Patron von Einsiedeln) HUDRYCH ZWINGLI (1484–1531), Reformator, Pfarrer und Pilgerbetreuer in Einsiedeln von 1516 bis 1519 THEOPRAS VON HOHENHEIM (1493–1541), PARACELSUS, Arzt und Alchemist Das KLOSTER EINSIEDELN (lateinisch Abbatia territorialis Sanctissimae Virginis Mariae Einsiedlensis) mit seiner Abtei- und Kathedralkirche Maria Himmelfahrt und St. Mauritius ist eine exemte BENEDIKTINERABTEI in der Gemeinde Einsiedeln im Kanton Schwyz. Die Abtei ist der grösste Wallfahrtsort der Schweiz und eine bedeutende Station auf dem JAKOBSWEG. Von der Meinradszelle zur Reichsabtei Im Jahr 828 zog sich der Benediktiner MEINRAD vom KLOSTER REICHENAU als Einsiedler auf den Etzelpass zurück. An einem abgelegenen Ort baute er sich 835 eine neue Klause mit einer kleinen Kapelle. Dieser Ort lag etwas südlicher, mitten im Finstern Wald. Der Legende nach wurde MEINRAD dort von Menschen aufgesucht, welche seinen Rat und Trost erbaten und ihm dafür Gaben überliessen. Am 21. Januar 861 soll er von Landstreichern überfallen und ermordet worden sein. Seine Leiche wurde auf der REICHENAU bestattet, das Herz auf dem ETZEL begraben. Über 40 Jahre später wurde die Meinradszelle wieder zum Anziehungspunkt für Einsiedler. Unter ihnen war auch BENNO, der kurze Zeit Bischof von Metz war. Sie liessen sich 906 bei der Zelle nieder und machten die Gegend urbar. 934 wurden die Einsiedler durch EBERHARD, einen Dompropst aus Strassburg, zu einem Benediktinerkloster zusammengefasst. EBERHARD, der erste Abt, verfügte über Eigenleute, welche die erste Bevölkerung des Hochtals bildeten. Die Gründung des Stifts wurde am 27. Oktober 947 durch KÖNIG OTTO I. bestätigt und ging mit einer üblichen Schenkung von Land einher. Zur Schenkung OTTTOS I. gehörte auch die Insel Ufenau, die zu diesem Zeitpunkt dem DAMENSTIFT SÄCKINGEN gehörte. Das DAMENSTIFT SÄCKINGEN wurde dafür mit anderen Besitzungen entschädigt. Das Stift Einsiedeln erhielt ausserdem die freie Abtwahl und Immunität. Im Jahr 948 wurde die erste Abteikirche zu Ehren Marias und des heiligen Mauritius geweiht. Einsiedeln Benediktinerabtei Männerkloster in der polit. Gem. E. SZ. Das 934 gegr. Kloster gehörte ursprünglich zur Diözese Konstanz, kam 1819 provisorisch, 1824 definitiv zur Diözese Chur und ist seit 1907 abbatia nullius (papstunmittelbare Abtei). 947 Mehinratescella, 961 Eberhartescella, 1073 Einsidelen, 1433 monasterium Beatae Mariae loci Heremitarum. Patrone: Maria und Mauritius, Meinrad. Die wirtschaftl. Grundlagen des Klosters schafften Schenkungen und Stiftungen des schwäb. Herzogshauses und der Ottonen im 10. Jh., in den folgenden zwei Jahrhunderten ergänzt durch Güterschenkungen regionaler Hochadliger (u.a. Nellenburger, Frh. von Wolhusen [?], Regensberger). Der älteste Besitz lag v.a. am Zürichsee: die Insel Ufenau, die Höfe Pfäffikon und Wollerau (965), Güter in Stäfa und Männedorf (959), Meilen und Uerikon (965). Dazu kamen entferntere Güter, etwa im St. Galler Rheintal, Elsass, Breisgau und Vorarlberg. Das eigentl. Klostergebiet (Einzugsgebiet der Flüsse Alp, Sihl und Biber) schenkte Ks. Heinrich II. 1018 dem Stift. Streubesitz verteilte sich auch auf die Kt. Aargau, Zug, Schwyz, Luzern, Bern und Solothurn. Die rechtl. und wirtschaftl. Strukturen der klösterl. Grundherrschaft sind für das HochMA nur dürftig rekonstruierbar und erst ab dem ausgehenden 13. Jh. fassbarer. Hofoffnungen schrieben das Gewohnheitsrecht in den Beziehungen zwischen E. und seinen Gotteshausleuten fest. Da die rechtl. Gewalt über die Hofleute unterschiedlich, im Ganzen aber eher gering war, konzentrierte sich das Kloster mehr und mehr auf den wirtschaftl. Ertrag seines Gebiets. Eine eigentl. Nutzungsstrategie ist vor dem 13. Jh. nicht belegbar und auch nicht anzunehmen. Eine erste Güteraufzeichnung erfolgte um 1220 (Abt Konrad von Thun). Unter Abt Anselm von Schwanden (1233-66) wurden zur Verbesserung der Güterverwaltung der Turm in Pfäffikon und der Einsiedlerhof beim Fraumünster in Zürich gebaut. Mit Zürich stand E. vom 13. Jh. an in einem Burgrecht, das aus polit. Gründen allerdings zeitweise gelockert werden musste. Abt Johannes von Hasenburg veranlasste die erste Gesamtaufzeichnung fast aller Güter (sog. Grosses Urbar von 1331). In der Bildung von Ämtern und im Einsatz absetzbarer Ammänner (älter war ein erbl. Meieramt) widerspiegelt sich die ertragsorientierte Güternutzung. Die Naturalabgaben der Gotteshausleute dokumentieren eine vielfältige landwirtschaftl. Produktion. Die im SpätMA zunehmende Bedeutung der Viehwirtschaft zeichnet sich an der Entstehung sog. Schweigen ab: Auf Eigenland des Klosters oder auf ehem. Allmendgebiet wurden eigentl. Viehhöfe errichtet oder vielleicht (bis ins 15. Jh. nicht klar unterscheidbar) ledigl. Weideland mit Hütten und Ställen versehen. Die Reformation brachte keine Besitzverluste. Im 17. Jh. erwarb E. Herrschaftsrechte im Thurgau (Freudenfels, Gachnang und Sonnenberg). Nach der Helvetik wurde der Grundbesitz zwar zurückgegeben; die Zehntablösungen verursachten jedoch Einkommensverluste. Eine Mitverpflichtung zur Tilgung der Sonderbundskriegsschulden zwang zum Verkauf von Gachnang. Der heutige Landbesitz ist grösstenteils verpachtet oder wird von den Propsteien St. Gerold (Vorarlberg) und Fahr sowie von den Statthaltereien verwaltet. Namentlich die Bewirtschaftung des Waldes und die traditionelle Pferdezucht (erst nach 1200 eindeutiger nachweisbar) liegen in den Händen des Klosters. | VON SCHWANDEN, N. (I8041)
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| 4812 | Schönau-Wehr Aus der Linie sind bedeutende Angehörige hervorgegangen, die vor allem in badischen Diensten standen. Joseph Anton Xaver Freiherr von Schönau (1773–1839), Sohn von Franz Anton Fidel Freiherr von Schönau aus seiner Ehe mit Sophie von Baden zu Zell, wurde großherzoglich-badischer Kämmerer. Er heiratete am 9. Oktober 1803 Josepha Freiin von Gemmingen-Hagenschieß (1783–1840) und konnte die Linie fortsetzen. Ihr ältester Sohn Adolph Freiherr von Schönau, Herr auf Wehr, Stein, Ober- und Niederschwörstadt, Niederdossenbach, Oeschgen und Weilbach, heiratete 1832 Thecla Gräfin von Thurn-Valsassina. Aus der Ehe kam unter anderem Freiherr Roderich von Schönau, der großherzoglich badischer Leutnant im 2. Dragonerregiment wurde. Sein Onkel, Rudolph Freiherr von Schönau (1809–1880), war großherzoglich badischer Kammerherr und Hofjägermeister. Er heiratete 1846 Sophie Gulat von Wellenburg (1826–1896), Präsidentin der Abteilung III des Badischen Frauenvereins. | VON SCHÖNAU-WEHR, Hans Hyrus (I46769)
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| 4813 | Schönbruch war eine Gemeinde im Landkreis Bartenstein in Ostpreußen. Der Ort ist seit 1945 in das polnische Szczurkowo (Powiat Bartoszycki in der Woiwodschaft Ermland-Masuren) und das russische Schirokoje (Rajon Prawdinsk in der Oblast Kaliningrad) geteilt. Leben Emanuel von Korff war der Sohn von Friedrich Wilhelm von Korff (1797–1871) und dessen Ehefrau Agnes zu Eulenburg (1803–1890). Nach seiner Ausbildung in den Kadettenanstalten von Culm und Berlin kam er in das Königliche Preußische Kadettenkorps (→Kadettenhaus). Korff konnte sich bald schon auszeichnen und wechselte 1844 im Rang eines Fähnrichs in den aktiven Dienst. 1847 wurde er zum Offizier befördert. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg erreichte er den Höhepunkt seiner Karriere mit der Ernennung zum Kommandeur des Ulanen-Regiments Nr. 15 in Straßburg. Korff heiratete Blanca Meyerbeer (1832–1896), eine Tochter des Komponisten Giacomo Meyerbeer und dessen Ehefrau Minna Mosson. Sie hatten einen Sohn, Friedrich von Korff (1858–1898). Der Geologe Ferdinand Leopold von Andrian-Werburg und der Maler Gustav Richter waren seine Schwager. Im Februar 1880 wurde er zur Disposition gestellt. Dabei erhielt er neben einer Pension von Kaiser Friedrich III. auch die Erlaubnis, weiterhin in der Regimentsuniform aufzutreten. Im Mai 1894 wurde Korff im Rang eines Generalmajors in den Ruhestand verabschiedet. Im Alter von nahezu 77 Jahren starb Emanuel von Korff am 5. Februar 1903 auf dem Gut einer befreundeten Familie und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof von Rönnebeck. Ehrungen Orden Danilos I. für die Unabhängigkeit[1] Werke (Auswahl) Korff's Weltreise. Deutsches Druck- und Verlagshaus, Berlin 1895/1901. Amerika. 1895. Japan. China. 1896. Indien. 1896. Aegypten. Griechenland. 1896. Afrika, Bd. 1. 1896. Afrika, Bd. 2. 1896. Australien. Neu-Seeland. Süd-Amerika. 1896. Im hohen Norden. 1897. Wieder nach Amerika. 1900. Rußland. 1901. Literatur Gisela Rüß: Emanuel von Korff. Ein preußischer Offizier auf Reisen; Weltreisetagebuch 1893–1901. In: Reisen und Leben. Fachzeitschrift zu aktuellen Tourismusfragen und zur Geschichte des Reisens, Bd. 17 (1988), S. 12–15, ISSN 0936-627X Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 15 (1865), Seite 511. | VON KORFF, Emanuel Karl Heinrich (I60839)
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| 4814 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I6978)
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| 4815 | Schönefeld wurde 1375 das erste Mal als Schonenvelde und Schonenvelt im Landbuch Karls IV. urkundlich erwähnt. Das Angerdorf war in diesem Jahr 55 Hufen groß, davon entfielen drei abgabenfreie Hufen auf den Pfarrer. Eine Familie H. Schönefeld besaß vier freie und zwei Pachthufen. Eine Familie Matheus, die als Bauer in Schönefeld geführt wurde, war für vier Hufen von Bede und Wagendienst befreit. Es gab ein Lehnschulzengut mit vier weiteren freien Hufen sowie sieben Kötterhöfe, eine Mühle und einen wüst gefallenen Krug. Der Ort gehörte zu dieser Zeit um 1375 der Familie von Selchow, die das Ober- und Untergericht hielt, denen Wagendienste und Krugzinsen sowie ein Anteil an der Bede sowie an der Mühle zustanden. Außerdem hatten sie das Kirchenpatronat inne. Weitere Eigentümer war die Familie Schönefeld sowie ein Bürger T. Glase aus Cölln, dem Pacht und Zins von vier Hufen und Bede von zwei Hufen zustanden. Die Brüder Hönow aus Cölln erhielten Pacht und Zins auf elfeinhalb Hufen. Im Jahr 1450 bestand der Ort aus 52 Hufen, wobei erneut zwei dem Pfarrer zustanden und eine nach wie vor wüst lag. Für die verbleibenden 40 Hufen mussten Zinsen bezahlt werden. Der Krug schien mittlerweile wieder besetzt zu sein. 1454 erschien ein U. Zeuschel in den Unterlagen, dem die Hebungen des T. Glasow aus einem Hof zustanden. Um 1450 erschien weiterhin die Familie Mußlow im Ort. Die Besitzanteile gestalteten sich in den folgenden Jahrzehnten ausgesprochen komplex. Ein erster Anteil ging vor 1466 an die Familie Hoppenrade zu Zepernick und von dort bis 1872 zum Kollegiatstift Cölln. Es erhielt 1466 die Renten, ab 1514 die Rechte der Familie Mußlow und ab 1533 die Hebungen der Hönows. Ab 1590 kamen die Rechte und Hebungen der Familien Trebow, Göde und Bardnick hinzu, ab 1608 auch deren Gerichte. 1693 erhielt das Kollegiatstift insgesamt sieben Achtel des Dorfes als Anteil, der 1704 nochmals bestätigt wurde. Darunter fielen ab 1745 auch die Gerichtsbarkeiten, Pächte, Zinsen sowie der Zehnt von elf Bauern, drei Köttern und dem Krug. Ein weiterer Anteil kam vor 1472 an die Familie von Diricke, die ihn 1472 an den Bürger Krewitz aus Berlin weitergaben. Er erhielt ein halbes Dorf mit Ober- und Untergerichtsbarkeit, Kirchenpatronat sowie Hebungen von neun Höfen und einem wüsten Hof mit zwei wüsten Hufen. Dieser Anteil ging vor 1536 bis 1580 an den Bürger Mittelstraß aus Bernau bei Berlin, der das halbe Dorf, die halbe Ober- und Untergerichtsbarkeit, das Kirchenpatronat, die Straßengerechtigkeit sowie die halben Einnahmen aus dem Lehnschulzengut mit vier Hufen erhielt. Dem Bürger standen weiterhin die Einkünfte von drei Kötter, Hebungen von einem Vierhufner, fünf Zweihufern, einen Halbhufnern und im Jahr 1536 von anderthalb Hufen des Krügers zu. Dieser Anteil ging bis 1590 an die Familie Guden (Göde), die es zusammen mit den Anteilen der Familien Trebbow und Bardnick an das Kollegialstift weitergaben. Ein dritter Anteil kam vor 1375 an den Bürger Hönow aus Cölln, der Pacht und Zins aus elfeinhalb Hufen erhielt. 1472 standen ihm Einnahmen von drei Höfen und 22 Hufen und Hebungen zu. Diese Hebungen kamen 1533 an das Kollegialstift. Ein vierter Anteil lag vor 1450 bis nach 1514 bei der Familie Mußlow. Sie erwarben weitere kurfürstliche Rechte und übertrugen sie an den Amtmann zu Köpenick G. Flans. Die Familie von Flans erhielt vor 1539 bis 1675 ein Achtel der Ober- und Untergerichtsbarkeit sowie 1539 Hebungen von vier Hufen; 1571 zusätzlich von drei Köttern. 1609 kamen von Rüdigers Witwe weitere Einkünfte aus einem Hof mit vier freien Hufen sowie sieben Anteile an der Fischerei und der Zaungerichtsbarkeit hinzu. Dieser Anteil fiel 1675 bis 1736 an das Amt Köpenick, die ein Achtel der Ober- und Untergerichtsbarkeit erhielten, das Kirchenpatronat, einen freien Hof mit vier Hufen, einen Bauernhof mit einem Hufen, den nach wie vor wüsten Krug mit drei Hufen und ab 1729 auch die Hebungen aus dem Gut Großmachnow von vier Höfen. 1736 übernahm die Herrschaft Königs Wusterhausen diesen Anteil, der im 19. Jahrhundert verpachtet wurde. Ein letzter Anteil war vor 1608 bis nach 1745 in kurfürstlichem Besitz und wurde 1745 vom Amt Mühlenhof über die Dienste der Untertanen des Kollegiatstifts verwaltet. 16. und 17. Jahrhundert Im Jahr 1541 bestand die Gemarkung nach wie vor aus 52 Hufen und drei Pfarrhufen. Vor 1571 kaufte die Familie Mittelstraß einen Vierhufner aus und machte ihn zum Wohnhof. Vor dem Dreißigjährigen Krieg lebten 1624 im Ort zwölf Hufner, drei Kötter und ein Hirte. Es gab noch keine eigene Schmiede – bei Bedarf kam ein Laufschmied vorbei. Nach dem Krieg waren es noch sechs Bauern mit einem Stiefsohn sowie fünf Knechten. Hinzu kamen drei Kötterhöfe mit einem Knecht. Die Funktion des Lehnschulzen hatte der Pfarrer aus Berlin-Bohnsdorf übernommen. 1690 waren von den elf Bauernhöfen noch drei wüst. Die drei Kötter waren ebenfalls noch im Ort, doch die Umstände waren offenbar schwierig. Die Statistik verzeichnet, dass die „ein hohes und mageres Feld, wenige Wiese“ haben. 18. Jahrhundert Im Jahr 1704 gab es einen freien Hof des Amtes Köpenick der drei freie Hufen im Dorf sowie dreieinhalb wüste Hufen auf der Feldmark Diepensee umfasste. Ein Hufen kam aus der mittlerweile offenbar wieder wüst gefallenen Krugstelle in Schönefeld hinzu. 1711 gab es mittlerweile eine eigene Schmiede, neun Hufner, drei Kötter und einen Hirten. Sie zahlten für 48 Hufen je acht Groschen. 1745 war eine Meierei der Herrschaft Königs Wusterhausen mit vier freien Hufen entstanden. Es gab weiterhin elf Bauern, drei Kötter und erneut einen Krug. Im Jahr 1771 bestand Schönefeld aus 15 Giebeln (=Wohnhäusern), einem Schmied und einem Hirten. Die Abgaben lagen konstant bei acht Groschen je Hufen. 19. Jahrhundert Im Jahr 1801 gab es elf Ganzbauern, zwei Ganzkötter, sechs Einlieger, eine Schmiede und einen Krug. Das Vorwerk wurde in Erbpacht betrieben; es gab insgesamt 22 Feuerstellen (=Haushalte). Schönefeld und seine im 21. Jahrhundert vorhandenen Ortsteile kamen 1817 zum Kreis Teltow in der preußischen Provinz Brandenburg. 1840 berichtete die Statistik lediglich von 22 Wohnhäusern in Dorf und Vorwerk. 1858 gab es das Dorf mit dem Etablissement Adlermühle. Dort gab es 16 Hofeigentümer, die 39 Knechte und Mägde sowie 47 Tagelöhner beschäftigten. Es gab einen nebengewerblichen Landwirt und zwei Arbeiter sowie zwei Personen „Gesinde“. Im Dorf bestanden 17 Besitzungen. Zwölf von ihnen waren zwischen 30 und 300 Morgen groß (zusammen 2470 Morgen), vier zwischen fünf und 30 Morgen (zusammen 55 Morgen) und eine weitere drei Morgen groß. In Schönefeld hatten sich zahlreiche Gewerke angesiedelt. Es gab einen Schuhmachermeister, zwei Schneidermeister mit sechs Gesellen und einem Lehrling, einen Zimmergesellen, einen Grobschmeidemeister mit einem Gesellen und einem Lehrling, einen Verfertiger von Produkten aus Getreide mit zwei Gehilfen sowie zwei Kaufleute und den Krüger. Die Statistik erwähnt jedoch auch drei als „Arme“ bezeichnete Personen. Im Rittergut gab es den Gutseigentümer mit zwölf Knechten und Mägden sowie 26 Tagelöhnern. Sie bewirtschafteten 1306 Morgen Fläche. 1860 bestanden im Dorf vier öffentliche, 30 Wohn- und 60 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Getreidemühle. Es wurden 2528 Morgen Acker bewirtschaftet. Im Gut gab es vier Wohn- und zehn Wirtschaftsgebäude; bewirtschaftet wurden 1201 Morgen Macker, 88 Morgen Wald, elf Morgen Wiese und sechs Morgen Gartenland. | JAHN, Maria Elisabeth (I64)
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| 4816 | Schöneweide (Nuthe-Urstromtal) Schöneweide ist ein Ortsteil der Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Schöneweide liegt im Baruther Urstromtal etwa zehn Kilometer östlich des Stadtzentrums von Luckenwalde. Umliegende Ortschaften sind der zur Stadt Trebbin gehörende Ortsteil Lüdersdorf im Norden, die zur Gemeinde Am Mellensee gehörenden Ortsteile Sperenberg im Nordosten und Kummersdorf-Gut im Osten, Schönefeld im Südosten, Gottow im Süden, Woltersdorf im Westen sowie Scharfenbrück im Nordwesten. Durch Schöneweide verläuft die Kreisstraße 7223. Die Bundesstraße 101 von Ludwigsfelde nach Jüterbog ist etwa sieben Kilometer entfernt. Durch den Ort fließt das Hammerfließ. Im Nordosten und im Südwesten ist Schöneweide von Waldgebiet des Forst Kummersdorf umgeben. Im südöstlichen Teil quert der Flotte Graben die Gemarkung. Geschichte 14. bis 16. Jahrhundert Schöneweide wurde 1375 erstmals als Schoneweide, Schonweide und Schoneweyde im Landbuch Karls IV. lediglich als Kirchdorf ohne weitere Größenangabe urkundlich erwähnt. Damals gehörte der Ort zur Herrschaft Zossen bzw. ab 1492 zum daraus gebildeten Amt Zossen. 1541 wurde Schonewede als „Dorf im Bereich der früheren Herrschaft Zossen“ erneut erwähnt. Dort lebten 1583 ein Lehnschulze mit zwei Hufen, ein Lehnmann mit ebenfalls zwei Hufen sowie zehn Einhufner einschließlich eines Krügers. Weiter gab es acht Kötterhöfe mit Acker von einem bis zu 14 Morgen Fläche. Schöneweide hatte „seit alters her“ 14 Hufen. 17. Jahrhundert Vor dem Dreißigjährigen Krieg lebten im Ort zwölf Hufner, acht Kötter, ein Kostknecht sowie zwei Paar Hausleute. Nach dem Krieg waren der Schulze, drei Bauern mit einem Stiefsohn sowie sechs Kötter mit zwei Knechten im Ort ansässig. 1692 erwarb M. Valtin Lamprecht aus Görzke das Recht, auf der „Schöneweidischen Heide“ einen mittlerweile verfallenen Teerofen wiederaufzubauen, der unter dem Namen „Zur neuen Wohlfarth“ geführt wurde. 18. Jahrhundert Im Jahr 1711 gab es in Schöneweide 12 Hufner, sechs Kötter, einen Hirten und einen Knecht sowie zweieinhalb Paar Hausleute. Sie zahlten für die 14 Hufen je acht Groschen an Abgaben. 1716 schien der Teerofen schon in Betrieb zu sein, denn er sollte zum Pechkochen eingerichtet werden. 1744 erschien der Ofen erneut, dieses Mal als „Teerschschwelerei zu Schöneweide“. Der Besitzer war ein Picher namens Andreas Köppen, der 1735 fünf Scheffel Saat, und Wiese zu fünf Fuder Heu bezahlen musste. 1745 lebten in Schöneweide 12 Bauern, acht Kötter sowie der Krüger. Es gab Einnahmen aus dem Landnebenzoll nach Zossen sowie ein weiteres Forsthaus, dass von einem Kötter bewohnt wurde. Außerhalb des Ortes bestand der Teerofen mit sieben Familienhäusern. 1753 entstand die Dorfkirche. 1755 bewirtschaftete der Lehnschulze zwei Hufen, ebenso der Lehnbauer. Es gab zehn Einhufner, die Kötterdienste leisten mussten, fünf Kötter, zwei Halbkötter und 14 Büdner. Hinzu kamen zwei Leineweber, ein Stellmacher, ein Zimmermann, ein Schenkkrug, ein Hirte, ein Teerbrenner sowie zwei einzelne Einlieger. Die Pechhütte „in der Heide“ bestand ebenfalls nach wie vor. 1771 bestand Schöneweide aus 20 Giebeln (=Wohnhäuser). Dort lebten unter anderem der Hirte und sechs Paar Hausleute. Sie leisteten nach wie vor acht Groschen Abgaben je Hufe. | SCHRAMM, Hanß \ Johann (I293)
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| 4817 | Schreiber war Kaufmann und Partikulier in Sontheim. Dort war er Eigentümer des sogenannten A. Schreiberischen Landhauses und weiterer, in den 1760er Jahren von Franz Bianchi als Tabakfabrik errichteter Gebäude, die zuletzt der Schuhfabrik Wolko gehörten. Im ausgehenden 18. Jahrhundert vertrat Schreiber mehrmals die städtischen Interessen, weil Heilbronn den Reichsstadt-Status bewahren wollte. Als Dank für seine Verdienste um die Stadt Heilbronn erhielt er ein Silberservice, bestehend aus zwei Kannen, Zuckerdose und Tablett, das ihm von der Stadt Heilbronn für seine Verdienste überreicht wurde. Auf dem Tablett ist eine Inschrift auf Latein eingraviert: AUGUSTO SCHREIBER CIVI HEILBRONNENSI PRO BENE MERITIS HAECCE VASA DONO OBTULIT PATRIA GRATA 1799 Der Schöpfer des Services war der Gold- und Silberarbeiter Brand.[2] Nachdem Benjamin Friedrich Haakh das Mandat niedergelegt hatte, wurde Schreiber 1821 in einer Ersatzwahl für die Stadt Heilbronn in die Abgeordnetenkammer der Württembergischen Landstände gewählt. 1823 legte er seinerseits das Mandat nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Gottlieb Link gewählt. Familie Schreibers Eltern waren der Heilbronner Rechtskonsulent und Stadtschreiber Christof Johann Schreiber und Friederike Wagner. 1830 heiratete Schreiber in zweiter Ehe Ernestine Pauline Orth (1809–1877). Nach August Schreiber ist seit 1922 der August-Schreiber-Weg in Heilbronn benannt | SCHREIBER, August (I57548)
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| 4818 | Schreibweise des Namens Beide Namensvarianten, sowohl Carl Eugen als auch Karl Eugen, sind gebräuchliche Bezeichnungen für den Herzog von Württemberg. Von daher können beide Schreibweisen verwendet werden. Die Schreibweise mit C ist die ältere und von württembergischen Landeshistorikern bevorzugte Schreibweise, während die Schreibweise mit K seit dem 19. Jahrhundert zunehmend häufiger in der Literatur anzutreffen ist. In der Allgemeinen Deutschen Biographie und somit in vielen darauf Bezug nehmenden Werken dominiert die Schreibweise mit K. Hier wird der ursprünglichen und landeshistorisch etablierten Schreibweise Vorrang gewährt. Kindheit und Erziehung Herzog Carl Eugen, der sich selbst immer nur Carl nannte, war der älteste Sohn von Herzog Carl Alexander und seiner Gemahlin Maria Augusta, geborene Prinzessin von Thurn und Taxis. Sein Vater war als Heerführer in kaiserlichen Diensten 1712 zur katholischen Konfession übergetreten und damit der erste katholische Herrscher von Württemberg seit der Reformation. Die frühen Kindheitsjahre erlebte Carl Eugen am Hof seines Großvaters, Fürst Anselm Franz von Thurn und Taxis, in Brüssel.[1] Dort stand er unter der Obhut seiner Großmutter,[2] der Fürstin Maria Ludovika Anna, geborene Prinzessin von Lobkowicz (1683–1750). Nach dem frühen Tod seines Vaters Carl Alexander bestieg Carl Eugen bereits 1737 neunjährig den Thron, bis zu seiner Volljährigkeit jedoch unter der Administration der Herzöge Carl Rudolf von Württemberg-Neuenstadt und Karl Friedrich von Württemberg-Oels. Da man geargwöhnt hatte, dass sein Vater Württemberg rekatholisieren wolle, schickte die vormundschaftliche Regierung Karl und seine Brüder zur weiteren Ausbildung nach Berlin an den Hof König Friedrichs II. von Preußen, auch um ihn und seine Brüder dem Einflussbereich der Habsburger möglichst fernzuhalten. Carl Eugen erhielt eine sorgfältige Erziehung, sein Musiklehrer war Carl Philipp Emanuel Bach. Sein „Informator“, das heißt Erzieher und Lehrer, in Württemberg war der Philosoph, Mathematiker und Theologe Georg Bilfinger.[3] Im Jahr 1744 wurde Carl Eugen im Alter von 16 Jahren für mündig erklärt und trat die Regierung des Herzogtums Württemberg an. | VON WÜRTTEMBERG, Carl Eugen (I61217)
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| 4819 | Schreibweisen Otto Příbram, 1864, mit í Es gibt verschiedene Schreibweisen. Die älteste bekannte ist Pribram in Geburts- und Sterbeeinträgen im 18. Jahrhundert, selten auch Przibram. Im 19. Jahrhundert findet sich meist Přibram, nur sehr selten die korrekte tschechische Schreibweise Příbram. Die in die USA und andere Länder ausgewanderten Nachkommen schrieben sich Pribram, was eine andere Aussprache zur Folge hat. Der Name leitete sich wahrscheinlich vom slawischen Vornamen Pribram oder von der Stadt Příbram her.Geschichte Die ältesten Familienmitglieder mit diesem Namen (also väterliche Linie) sind seit dem späten 16. Jahrhundert in Prag bekannt. Sie waren jüdisch und trugen Vornamen wie Jacob, Loeb Chaim oder Rachel. Emanuel Pribram, Todesanzeige 1872 Die erste Person, über die auch weitere biographische Angaben bekannt sind, ist Emanuel Pribram (1812–1872), der Vorsitzender des Vereins praktischer Ärzte in Prag.[1] Zwei seiner Söhne und fünf Enkel wurden Universitätsprofessoren in Prag, Deutschland, Österreich und den USA, ein Enkel war ein Klassenkamerad von Franz Kafka. Nachkommen leben jetzt in den USA und weiteren Ländern. | PRIPRAM, Emanuel (I55482)
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| 4820 | Schuhmacher aus „Dabkraft“ (wohl Topcroft), Grafschaft Norfolk/ England, kam während des 30-jährigen Krieges in die Kurpfalz. 14.10.1650 Bürgerannahme in Weinheim; 1653-57 Pförtner am Obertor; seit 1658 Glöckner; ab 1667 Glöckner bei der Stadtkirche in Weinheim. Elisabeth Stuart (1596-1662), Prinzessin von England und Schottland heiratete 1632 Friedrich V. aus der Pfalz (1596-1632); 13 Kinder; Für Friedrich bot sich eine Heirat mit Elisabeth Stuart, der einzigen Tochter des englischen, schottischen und irischen Königs Jakob I. und somit einer der zu jener Zeit höchstgestellten Bräute Europas, an. Am 26. April 1613 verließ Friedrich V. mit seiner frischangetrauten Gattin England per Schiff und wurde auf seiner Heimreise zunächst in den Niederlanden festlich empfangen. Er traf u. a. in Den Haag seinen Onkel Moritz von Oranien, reiste dann mit Elisabeth nach Deutschland und wurde mit ihr gemeinsam bei der Ankunft in Heidelberg (17. Juni 1613) von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Die Markgrafschaft Baden-Baden (katholisch) entstand 1535 zusammen mit der Markgrafschaft Baden-Durlach (evangelisch) durch Erbteilung aus der Markgrafschaft Baden " Pfälzer Pfarrer-, Schul- und Meßnerei-Competenzbuch" von 1671 i, GLA Karlsruhe: Benedict Randoll, Glöckner in Weinheim bei der Stadtkirche: "Mein alter seit Johannestag 70 Jahre, bin gebohren in Engeland zu Dabkraft in Norvolk, habe nuhmer in Churpfalz gedienet vor Glockner in der alten Stadt Weinheim in das 13. Jahr bey der Stadt nuhmer 4 Jahre" Anmerkung: Der familienname hieß ursprünglich vielleicht Randolt. Varianten wie Randolpf, Randol u.a. sind willkürliche Schreibweisen der Scribenten. | RANDOLL\RANDOLT, Benedict (I845)
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| 4821 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I2975)
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| 4825 | Schutzverwandter (Einwohner einer Stadt) Im engeren Sinne ist damit ein (legitimer) Einwohner einer Stadt gemeint, der nicht das Bürgerrecht innehatte, aber nach Ableistung eines Schutzverwandteneides dennoch einen gewissen Schutz durch das Gemeinwesen genoss. Schutzverwandte unterstanden der Polizei und der Gerichtsbarkeit der Stadt. Umfasst waren regelmäßig das Wohnrecht und die Erlaubnis, die allgemeinen Anstalten der Gemeinde zu benutzen. Nicht erlaubt war einem Schutzverwandten, selbstständig ein bürgerliches Gewerbe zu betreiben oder den Zünften beizutreten. Dies wurde teilweise sogar als Vorteil aufgefasst, da der Stand des Schutzverwandten nicht die (insbesondere finanziellen) Verpflichtungen des Bürgerrechts und die Reglementierungen der Zünfte mit sich brachte. Auch durfte ein Schutzverwandter kein öffentliches Amt bekleiden. Rechte bei den Gemeindeweiden und Holzrechte standen Schutzverwandten meist in eingeschränkter Form zur Verfügung; in der Regel mussten sie eine Zahlung in Geld leisten, um diese Vorteile nutzen zu dürfen. Da wegen der damit verbundenen Kosten nicht jeder das Bürgerrecht anstrebte, wurden Schutzverwandte oft nach spätestens drei Monaten aufgefordert, das volle Bürgerrecht zu erwerben und insbesondere die dazu nötigen Geldzahlungen zu leisten. Teilweise wurden dazu Repressalien angewandt, wie etwa das Androhen der Ausweisung, Pfändung, Arrest oder Gefängnis. Diesbezügliche Tendenzen gab es vor allem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und zwar als Folge der Lockerung der Zunftverfassungen und als Vorbote künftiger Gewerbefreiheit. Es stand den Schutzverwandten aber frei, eine jährliche Schutzgeldzahlung zu leisten. Wer dies getan hatte, durfte nicht genötigt werden. Eine solche Regelung konnte günstig sein, etwa wenn jemand keine Meisterstelle anstrebte, aber trotz einer Ehe als Geselle bei einer zum Gewerbe berechtigten Meisterwitwe arbeitete. Im Erbfall waren seine Rechte dann denen eines Bürgers gleichgestellt. Von der Nötigung ausgenommen war auch, wer vor der Pest, Kriegsgefahr oder Verfolgung in der Stadt Zuflucht gefunden hatte, solange die Ursache andauerte. In der Regel rekrutierten sich Schutzverwandte aus den Reihen der Gesellen, Lehrlinge, Arbeiter, Tagelöhner und Juden. Von den Schutzverwandten abzugrenzen waren die sogenannten „Ankömmlinge“ (advenae), die nur vorübergehenden Aufenthalt in der Stadt hatten. Diese konnten zwar vor den einheimischen Gerichten verklagt werden, hatten selbst aber kein Klagerecht oder Anspruch auf städtische Leistungen. Der Begriff des Schutzverwandten fand bis ins 19. Jahrhundert, teils bis nach 1918 Gebrauch. Er wurde schließlich nicht mehr verwendet, weil ab dem 19. Jahrhundert die Schutzverwandten im Allgemeinen die gleichen Lasten zu tragen hatten wie die Vollbürger, so dass die Unterscheidung schließlich keinen Sinn mehr hatte. | BAIER, Philipp Peter (I2383)
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| 4826 | Schwager des Kaisers Johannes Tzimiskes | SKLEROS, Konstantin (I16150)
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| 4827 | Schwarzburg-Rudolstadt ist der Name eines ehemaligen Fürstentums in Thüringen. Es wurde 1599 zunächst als Grafschaft Schwarzburg-Rudolstadt gebildet und war von 1710 bis 1918 ein Fürstentum. Nach dem Sturz der Monarchie wurde das Land 1918 zum Freistaat Schwarzburg-Rudolstadt und ging 1920 im Land Thüringen auf. | VON WOLFRAMSDORF, Adam Heinrich (I45789)
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| 4828 | Schwarzenberg (im tschechischen Sprachgebrauch Schwarzenbergové (pl.), früher auch Švarcenberkové) ist der Name eines aus Seinsheim in Franken stammenden Uradelsgeschlechts, das der Familie von Seinsheim entstammt und sich nach dem 1405 erworbenen Schloss Schwarzenberg im Steigerwald benannte, welches sich noch im Familienbesitz befindet. Seit dem 15. Jahrhundert erwarb die Familie Güter in Böhmen, wo sie bis 1946 zu den größten Grundbesitzern gehörte. Ferner erbte sie Ländereien in Österreich sowie in Süd- und Westdeutschland. Die Familie stellte viele einflussreiche Staatsmänner am kaiserlichen Hof der Habsburger in Wien, stieg 1599 zu Reichsgrafen und 1670 zu Reichsfürsten auf und zählt daher zum Hochadel. Sie ist bis heute in Böhmen und Österreich ansässig. Ein freiherrlicher Zweig wanderte im 16. Jahrhundert von Franken in die Niederlande aus, wo er in den dortigen Adel aufgenommen wurde und ebenfalls bis heute existiert. | VON SCHWARZENBERG, Helena (I46858)
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| 4829 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7154)
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| 4830 | Schwester der Glasmacher Ulrich & Jakob Funk ZU ULRICH FUNK: um 1480 Zürich, 11.10.1531 Kappel am Albis, von Zürich. Sohn des Hans, Glasers und Glasmalers. Bruder des Hans (->). Regula Ziegler, Tochter des Kleinhans, Ziegelhüttenbesitzers und Grossrats. Glasmaler. Lehre bei seinem Onkel Ludwig F. sowie bei Vater und Sohn Hans Leu, 1511 Meister. F. erhielt zahlreiche öffentl. Aufträge, doch kann ihm kein Werk mit Sicherheit zugeschrieben werden. 1523 Vertreter der Meisen im Gr. Rat von Zürich, 1531 Ratsherr. 1521 eidg. Gesandter zu den Friedensverhandlungen zwischen dem Papst und dem Kg. von Frankreich. 1523 Augustineramtmann, 1525 Eherichter. Teilnehmer an den Disputationen in Zürich 1523, in Baden und Bern 1528 und in Marburg 1529. Enger Vertrauter Huldrych Zwinglis. F.s polit. Karriere war an den Erfolg der Reformation in Zürich gekoppelt, als deren Verfechter er in Kappel am Albis fiel. Mitverfasser der Streitschrift "Das Gyrenrupfen" (1523). ZU HANS FUNK um 1470 Zürich, Ende 1539 Zürich, von Zürich. Sohn des Hans, Glasers und Glasmalers. Bruder des Ulrich (->). 1) Madlen Gasser, 2) Anna Lustorfer. Ab ca. 1500 als Glasmaler in Bern ansässig. Hier ab 1512 Grossweibel und ab 1519 Grossrat. 1539 wegen Totschlags eines Berufskollegen aus Bern verbannt. Das dokumentierte Œuvre F.s weist diesen als einen der bedeutendsten Schweizer Glasmaler seiner Zeit aus. Zu seiner Kundschaft in Bern, wo er im Einflussbereich Niklaus Manuels stand und vermutlich mehrere Mitarbeiter beschäftigte, zählten u.a. der Berner, Freiburger und Basler Rat, geistl. Würdenträger sowie Patrizierfam. aus dem In- und Ausland. Mehrere Glasgemälde sind erhalten geblieben, u.a. die Berner Ämterscheibe im Rathaus Mülhausen (1512), Scheiben im Kloster Wettingen (1522) und Wappen- und Bannerträgerscheiben im Rathaus Lausanne (um 1528). | FUNK, Regula (I1361)
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| 4831 | Schwester des Johannes Baptista Jacob Enoch | RU(TH)LAND, Johanna Augusta (I1172)
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| 4832 | Schwester des Salomon Rütiner 1528-1586, siehe Alther Spalte 5 | RÜTINER \ REUTINER, Barbara (I4434)
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| 4833 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I16)
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| 4834 | Schwester von Johanne Rosina Lorenz | LORENZ\LEHMANN, Johanne Sophie (I143)
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| 4835 | Schwiegereltern waren Isaak Buirette (1638–1708) und Esther Blommart († 1672). Sein Schwiegervater Isaak Buirette (1638–1708) war preußischer geheimer Kriegsrat und gründete 1690 die später als „Erlanger Reifbräu“ firmierende Brauerei, dessen Cousin Leonhardt Weynand Buirette von Oehlefeld gründete 1712 zusammen mit Christoph Bever die spätere Kitzmann-Bräu Brauerei. | D`ORVILLE, Peter Friedrich (I57406)
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| 4836 | Sebastian hat schwarze Haare, weshalb dessen Nachkommen die „Schwarzen Zollikofer“ genannt werden. Ludwigs Haare waren rot, weshalb seine Nachkommen die „roten Zollikofer“ genannt wurden. Notensteiner, Stadtrichter 1474-76, Ratsherr 1485-1502, Bussner und Steuermeister 1502, jedem seine Kinder gab er 1000 Gulden Heiratsgut, 1471 geadelt von Kaiser Friedrich. Die Söhne von Hans, Sebastian (1444-1502), Erster der schwarzen Linie, deren spätere Angehörige sich Z. von Nengensberg nannten, und Ludwig ( -> 20), Erster der roten Linie, gründeten die Zollikofer'sche Handelsgesellschaft. - der unehelich in Spanien geborene Sohn aus zweiter Beziehung OHNE EHE Thomas heiratete 1510 Katharina Montfort, mit der er drei in St. Gallen geborene Kinder hat: Thomas, Christoph und Wolfgang | ZOLLIKOFER, Sebastian (I4729)
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| 4837 | Sebastian Leimbach übernahm 1862 die Verwaltung der Hofapotheke, bis sein Sohn Karl Leimbach sein badisches Staatsexamen bestanden hatte. | LEIMBACH, Sebastian (I56211)
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| 4838 | Seengen im Aargau Archäologische Funde weisen auf die nachfolgende Besiedlung durch die Alamannen hin. Die erste urkundliche Erwähnung von Seynga erfolgte im Jahr 893 in einem Zinsrodel des Fraumünsters in Zürich. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Seingun, was «bei den Siedlern am See(ufer)» bedeutet.[6] Im späten 12. Jahrhundert liessen die Hallwyler am Aabach einen Wohnturm errichten, aus dem sich das Schloss Hallwyl entwickelte. Die Hallwyler waren damals ein einflussreiches Ministerialengeschlecht im Dienste der Grafen von Lenzburg, ab 1173 der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, übernahmen die Habsburger im Jahr 1273 die Landesherrschaft und die Blutgerichtsbarkeit. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau. Seengen gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Das Dorf war der Hauptort eines Gerichtsbezirks im Amt Lenzburg, in welchem die Herren von Hallwyl die niedere Gerichtsbarkeit und weitere Rechte ausübten. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Der 1346 erstmals erwähnte Eichhof, ein ehemaliger Steckhof, wurde vermutlich 1751 in das Gemeinwesen integriert. Die erste überlieferte Offnung stammt aus dem Jahr 1462, das erste Schulhaus entstand 1686. Dominierend war die Landwirtschaft, auch Weinbau spielte eine grössere Rolle. Die Verarbeitung von Baumwolle in Heimarbeit brachte ab der Mitte des 18. Jahrhunderts zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Das Schloss Hallwyl [halˈviːl] ist eines der bedeutendsten Wasserschlösser der Schweiz und befindet sich auf zwei Inseln im Aabach, nahe dem nördlichen Ende des Hallwilersees auf dem Gebiet der Gemeinde Seengen. Seit 1925 ist es öffentlich zugänglich und seit 1994 im Besitz des Kantons Aargau und ist Teil des Museums Aargau. | VON SEENGEN, Magdalena (I10235)
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| 4839 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I55952)
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| 4840 | Sehenswerte Burganlage an der Strasse zwischen den Dörfern Herblingen und Stetten. Die Ritter von Herblingen werden bereits 1181 erwähnt, doch gehen alle wesentlichen Bauteile der Burg – Bergfried, Palas und Bering – auf die erste Hälfte des 13. Jhdts. zurück. Im frühen 14. Jhdt. kam Herblingen an die Habsburger und wurde verschiedentlich verpfändet, später gehörte es Schaffhauser Patrizierfamilien und war von 1566 bis 1733 Sitz der Obervogtei Reiat. Heute befindet sich die Anlage in Privatbesitz. Die Autobahn A4 (E41) nördlich von Schaffhausen bei der Ausfahrt Herblingen verlassen. Dann links in die Gennersbrunnerstrasse abbiegen und dieser nach Norden über die Hauptstrasse 15 folgen. Nun auf der Schlossstrasse in Richtung Stetten nach Norden fahren – diese führt noch vor dem Dorf unmittelbar an der Burg vorbei. Wenige Parkmöglichkeiten in Burgnähe. | VON HERBLINGEN, Heinrich (I8091)
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| 4841 | sehr vermögend, hinterließ er vier Häuser in Frankfurt am Main um Wert von 16.750 Rtlr., einen Garten vor dem Eschenheimer Tor, eine Mühle in Niederursel, 79 Ohm Wein, viele Juwelen, eine Barschaft in Höhe von 74.000 Rtlr., eine Aktie der Ostindischen Companie und rund 80.000 Rtlr. Ausstände, meist börsenmäßige Meßdarlehn an bekannte Kaufleute, den Landgrafen Georg von Hessen-Darmstadt, die Stadt Groß-Gerau | DU FAY, Johann Martin (I3420)
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| 4842 | SEHUM Tochter Elisabeth ist in Heidelberg geboren; alle anderen Kinder kommen in St. Gallen zur Welt | WEBER, Anna Rosina (I3748)
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| 4843 | Seidensticker, Zwölfer zur Schmieden 1531 | HEIDEGGER, Erhard (I3672)
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| 4844 | Sein älterer Bruder war der oströmische Kaiser Arcadius, seine jüngere Halbschwester Galla Placidia. Honorius war zweimal verheiratet, blieb aber ohne Erben. Zuerst heiratete er im Jahre 398 Maria, die Tochter seiner Cousine Serena und des magister militum (Heermeister) Stilicho. Nach deren Tod heiratete er ihre jüngere Schwester Thermantia. Thermantia wurde nach dem Sturz ihres Vaters verstoßen und starb 415. Noch zu Lebzeiten seines Vaters war Honorius am 23. Januar 393 in Reaktion auf die Usurpation des Eugenius in Konstantinopel zum Mitkaiser (Augustus) erhoben worden. Nach der siegreichen Schlacht am Frigidus am 5./6. September 394 berief ihn Theodosius zu sich an den Hof nach Mailand, und nach dem überraschenden Tod seines Vaters im Januar 395 wurde der Zehnjährige als iunior Augustus Kaiser der westlichen Reichshälfte, während der senior Augustus Arcadius weiter am Bosporus residierte (im Nachhinein als „Reichsteilung von 395“ bezeichnet). Formal teilten sich die beiden Brüder die Herrschaft im ungeteilten Reich; sie erließen gemeinsame Gesetze. Zugleich aber war das Verhältnis zwischen den beiden Kaiserhöfen von einer permanenten Rivalität gekennzeichnet, die wiederholt beinahe zum Bürgerkrieg geführt hätte. Honorius’ 28-jährige Regierungszeit war eine der ereignisreichsten der römischen Geschichte. Als die kaiserliche Regierung den westgotischen foederati unter Alarich 395 Soldzahlungen und Versorgung verweigerte, plünderten sie jahrelang mehrere oströmische Provinzen, wobei sie auch in Griechenland einfielen. Dabei profitierten sie von den Rivalitäten zwischen den beiden Kaiserhöfen: Honorius forderte um diese Zeit, dass das Illyricum und Griechenland seinem Reichsteil zugeschlagen werden sollten; daher verstand der östliche Hof den Einsatz westlicher Armeen in Griechenland als Affront und suchte die Annäherung an die Goten. Nachdem es zu mehreren Schlachten zwischen Alarich und dem einflussreichen Heermeister Stilicho (s. u.) gekommen war und Ostrom sich mit Alarich verständigt hatte, konzentrierten die Goten 401 ihre Feldzüge auf Italien. Da außerdem zu diesem Zeitpunkt der militärische Druck gegen die Römer in Gallien und Britannien zunahm, überdehnten sich die weströmischen Ressourcen. Um 400 verlegte man die gallische Präfektur (eine der beiden obersten Verwaltungsbehörden des Westreichs) von Trier nach Arles. Während Alarich Oberitalien plünderte, zog der Hof mit Honorius Ende 402 von Mailand in die Festung Ravenna um. 402 gelang es Stilicho, Alarich zurückzuschlagen, doch bereits 405 fiel eine große Gruppe Goten aus Gallien unter Radagaisus in Italien ein, wurde aber von Stilicho mit Hilfe hunnischer foederati unter Uldin zurückgeschlagen. Als Ende 406 zeitweilig die Rheingrenze zusammenbrach (Rheinübergang von 406), strömten mehrere Gruppen Barbaren ins Reich und plünderten die Provinzen Galliens und Hispaniens, die dem Reich dadurch und durch Usurpationen lokaler Herrscher teilweise verloren gingen. Britannien wurde vollständig aufgegeben. 407 war in Britannien Konstantin III. zum Gegenkaiser erhoben worden, der kurz darauf nach Gallien übersetzte. 411 wurde er besiegt und hingerichtet; doch die Römer in Britannien erkannten Honorius nun wohl nicht mehr als Kaiser an. Die Usurpationen des Jovinus in Gallien und des Maximus in Hispanien waren ebenfalls nur von kurzer Dauer. Stilichos Pläne, zusammen mit Alarich Ostrom anzugreifen, wurden jedoch durch den neuen militärischen Brennpunkt in Gallien vereitelt (siehe Völkerwanderung). Honorius als Feldherr; Elfenbeindiptychon von 406 n. Chr. Großen Einfluss übte in den ersten Regierungsjahren des Honorius, wie bereits gesagt, der Heermeister Flavius Stilicho aus, der halb-vandalischer Abstammung war. Ihm gelang es, seine Machtstellung im Heer und am Kaiserhof auszubauen, später auch in Kirche und Senat. 405 bekleidete er das Consulat. Seine umfangreiche hunnische Leibwache stellte zudem einen militärischen Machtfaktor dar. Der Fall Stilichos begann mit dem Scheitern der Feldzugspläne gegen Ostrom 407. Alarich verlangte Schadensersatz für die Kosten, die er zur Vorbereitung dieses Feldzugs gehabt hatte. Als Stilicho zahlte, verlor er in Rom massiv an Ansehen, zugleich fürchtete Honorius ihn. Stilichos Machtstellung beruhte insbesondere auf dem Anspruch, von Theodosius I. zum Vormund beider Kaiser ernannt worden zu sein; dies ermöglichte es dem Kaiserhof in Ravenna, den Vorrang im Gesamtreich zu beanspruchen, obwohl der dienstältere Kaiser Arcadius ja im Osten residierte. Diese Konstellation hatte seit 395 immer wieder zu Konflikten zwischen den beiden Reichshälften geführt. Als aber Arcadius im Sommer 408 starb, wurde Stilicho am westlichen Hof nicht mehr gebraucht, und man begann, gegen ihn zu intrigieren. Als er 408 einen Feldzug in Gallien anführen wollte, meuterten die Truppen, und Stilicho wurde auf Befehl des Honorius erschlagen. Seine oft germanischen Anhänger in Rom wurden verbannt oder getötet. Anders als früher betrachtet man Stilicho dabei heute trotz seiner „barbarischen“ Wurzeln oft als Römer und als loyalen Diener des Imperiums, der einer Intrige erlag – zugleich kann allerdings nicht bestritten werden, dass der Heermeister zum eigentlichen Machthaber aufgestiegen war und so die Position des Honorius bedroht hatte. Wie aktiv der Kaiser selbst in den Sturz Stilichos verwickelt war, ist schwer zu sagen. Nach Stilicho Honorius hätte nun selbst die Regierung übernehmen müssen, um die Lücke zu schließen, die Stilicho hinterlassen hatte. Doch in dieser entscheidenden Phase versagte er. Am Hof des Kaisers entbrannten Machtkämpfe um die Nachfolge Stilichos. Nach dessen Sturz und Ermordung im Jahr 408 gelangte zunächst der magister officiorum Olympius, der Stilichos Sturz selbst mit herbeigeführt hatte, in eine einflussreiche, den Kaiser dominierende Stellung. Dieser wurde jedoch seinerseits bereits 409 von den kaiserlichen Kämmerern (cubicularii) gestürzt.[1] Der Oberkämmerer Terentius, der Olympius mit gestürzt hatte, musste aber seinerseits weichen, als eine Revolte der Soldaten in der kaiserlichen Residenz Ravenna ausbrach. Diese Revolte war laut dem Historiker Zosimos von dem Prätorianerpräfekten Iovius und dem Kommandeur der Leibgarde (comes domesticorum) Allobichus instigiert worden. Auf Druck der Soldaten wurden die Heermeister Turpilio und Vigilantius ermordet und der Oberkämmerer Terentius in den Osten geschickt.[2] An seiner Stelle wurde Eusebius Oberkämmerer (praepositus sacri cubiculi); Allobichus übernahm die Position des Vigilantius als Heermeister der Kavallerie (magister equitum).[3] Wenig später ließ Allobichus den Oberkämmerer Eusebius in einer Machtdemonstration gegenüber dem Kaiser vor dessen Augen hinrichten. Als er 410 jedoch gemeinsame Sache mit dem Usurpator Konstantin III. machte und Honorius vermutlich durch diesen ersetzen wollte, wurde er als Hochverräter hingerichtet.[4] Die Schwäche des Kaisers und die Plünderungszüge der Westgoten und Vandalen förderten den raschen Zerfall des Westreiches. 408 lehnte Honorius ein Friedensangebot Alarichs ab. Dieser belagerte daraufhin Rom, zog aber nach umfangreichen Tributzahlungen wieder ab. Ende 409 begann eine erneute westgotische Belagerung Roms, während der Senat auf Drängen Alarichs Priscus Attalus zum Gegenkaiser ernannte. Dieser machte Alarich zum Heermeister, woraufhin der Gote die Provinz Africa für sich verlangte, deren Befehlshaber Heraclianus sich aber gegen ihn stellte, so dass eine Invasion erforderlich gewesen wäre. Als weitere Verhandlungen gescheitert waren, plünderten Alarichs Truppen 410 Rom. Die dreitägige Plünderung erregte großes Aufsehen in der gesamten bekannten Welt und wurde als deutliches Zeichen für den Niedergang des Reiches interpretiert, wobei die Heiden als Grund für die Katastrophe den Abfall vom alten Götterglauben anführten. Die christliche Gegenreaktion führte zur Entstehung des Werkes De civitate Dei, verfasst von Augustinus von Hippo.[5] Dass Honorius diese Katastrophe nicht verhindert hatte, beschädigte sein Ansehen irreparabel. Trotz der Plünderung der Stadt Rom verweigerte Honorius weiterhin Verhandlungen mit Alarich. Daraufhin zog dieser nach Süditalien weiter, wobei er Galla Placidia, die Halbschwester des Honorius, mit sich führte. Die beabsichtigte Überfahrt nach Nordafrika scheiterte aber am schlechten Wetter und logistischen Problemen. Auf dem Rückweg nach Norditalien starb Alarich schließlich. Unter Alarichs Nachfolger Athaulf zogen die Westgoten von Norditalien nach Südfrankreich und versuchten, innerhalb des Weströmischen Reiches einen rechtlich gesicherten Status zu gewinnen, was jedoch scheiterte. Nachdem Athaulf, der zuvor Placidia geheiratet hatte, 415 gestorben war, wurden sie 418 als foederati in Gallien angesiedelt und kämpften nun längere Zeit auf Seiten des Kaisers. Nach Stilichos Tod zog Honorius einen Feldherrn aus römischer Familie als Oberbefehlshaber heran: Flavius Constantius, einen früheren Gefolgsmann Stilichos, der ab 411 sehr erfolgreich gegen Usurpatoren wie Konstantin (III.) und Jovinus Feldzüge führte und überdies die Westgoten und andere Gruppen besiegen und als foederati ansiedeln konnte. Der Preis für diese Erfolge war, dass Constantius nun zum eigentlichen Machthaber aufstieg. Der zunehmend dominante Mann schaltete 413 Heraclianus aus, heiratete 417 gegen ihren Willen Galla Placidia, wurde dreimal Konsul und schließlich im Februar 421 als Constantius III. sogar Mitkaiser des Honorius. Da dessen Neffe, der Ostkaiser Theodosius II., die Erhebung eines Dynastiefremden nicht anerkennen wollte, rüstete Westrom zum Bürgerkrieg gegen Konstantinopel. Doch zu einem Bruderkrieg kam es nicht, denn Constantius III. starb noch im selben Jahr. Daraufhin kam es zu Wirren in Ravenna, in deren Verlauf Galla Placidia mit ihrem kleinen Sohn Valentinian und ihrer Tochter Honoria nach Konstantinopel floh. Im Inneren war die Regierungszeit des Honorius von einer ganzen Reihe von Revolten gekennzeichnet, so z. B. in Gallien, Britannien und Africa. Die weströmische Armee löste sich immer mehr auf bzw. wurde durch den verstärkten Rückgriff auf Germanen als foederati „barbarisiert“. Die Steuereinnahmen gingen ebenso zurück wie die Wirtschaftskraft des weströmischen Reiches. Kulturell von Bedeutung war das Wirken Claudians, des bedeutendsten spätrömischen Dichters, am Hof des Honorius. Honorius, der insgesamt betrachtet als eher schwacher und unfähiger Kaiser gilt, starb am 15. August 423 in Ravenna. Da es ihm nie gelungen war, selbst die Regierung zu übernehmen, war er entscheidend mitverantwortlich für die Machtkämpfe und Bürgerkriege, die Westrom während seiner Herrschaftszeit erschütterten. Sein Nachfolger wurde – nach einem Zwischenspiel des Usurpators Johannes – sein Neffe Valentinian III., Sohn von Galla Placidia und Constantius III. Theodosius II. setzte Valentinian im Oktober 424 als Caesar ein und schickte ihn mit einer Armee nach Italien, wo er ein Jahr später den Thron bestieg. Rezeption John William Waterhouse, The Favorites of the Emperor Honorius (1883) Honorius ist der Nachwelt besonders bekannt aufgrund einer berühmten, bei Prokopios von Caesarea überlieferten Anekdote, der zufolge der Kaiser sich eher für die Zucht seiner Hühner und das Wohlbefinden seines Lieblingshuhns Roma interessiert habe als für die Meldung vom Fall Roms.[6] Hieraus entstand dann die Legende vom hühnerzüchtenden Kaiser, die in einem bekannten Bild von John William Waterhouse verewigt wurde und auch ein Hauptmotiv der Komödie Romulus der Große von Friedrich Dürrenmatt wurde (dort wird sie allerdings auf Romulus Augustulus übertragen). | FLAVIUS, Honorius (I47212)
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| 4845 | Sein älterer Bruder war Heinrich VIII. († 10. September 1347), der mit Jutta (Judith) von Brandenburg zu Salzwedel (1298/1300–1353) einen früh verstorbenen Sohn und vier Töchter hatte. Sein jüngerer Bruder Berthold wurde Ritter des Johanniterordens und Komtur in Kühndorf. Der jüngste Bruder, Ludwig, trat in den geistlichen Stand und wurde schließlich Domherr in Magdeburg. Seine Schwester Elisabeth (1318–1377) heiratete Johann II., den Burggrafen von Nürnberg. Johann verbrachte seine jüngeren Jahre meist im Gefolge seines Vaters Berthold, der von 1323 bis 1330 Vormund des minderjährigen Markgrafen von Brandenburg Ludwig, dem ältesten Sohn des Kaisers Ludwig IV., und Statthalter der Mark Brandenburg war, und dadurch hatte er vielerlei und enge Kontakte am brandenburgischen Hof und – auf Grund der lange geplanten Vermählung Ludwigs mit der dänischen Königstochter Margarethe – am dänischen Hof. Nachdem deren Bruder, Prinz Otto Christoffersen, zweiter Sohn des 1332 verstorbenen Königs Christoph II., bei seinem vergeblichen Versuch, die Herrschaft in Jütland zu erlangen, von dem faktischen Regenten, Graf Gerhard III. von Holstein-Rendsburg, am 7. Oktober 1334 in der Schlacht bei Viborg geschlagen und dann auf der Burg Segeberg als Gefangener gehalten wurde, gelang es Johann, durch Verhandlungen dessen Freilassung zu bewirken, allerdings gegen sehr schwere Auflagen, was ihm die Dänen verübelten.[1] Johann kehrte 1339 in die heimische Grafschaft zurück und erhielt dort von seinem Vater Einkünfte aus Besitz in Fuchsstadt, Kissingen, Nüdlingen und Behrungen, wobei er – angesichts der Tatsache, dass sein älterer Bruder Heinrich VIII. nur überlebende Töchter hatte – jedoch ausdrücklich nicht auf sein Erbrecht an der Grafschaft Henneberg verzichtete. Als sein Vater im folgenden Jahr starb, erhielt Johann von Kaiser Ludwig IV. die Bestätigung des Reichslehens der Grafschaft und seines Erbfolgerechts und von der Abtei Hersfeld die für die hersfeldischen Lehen der Henneberger. Auf Fürstgraf Berthold folgte 1340 Johanns Bruder Heinrich VIII. als regierender Graf. Kurz vor seinem Tod 1347 verfügte er, dass seiner Witwe Jutta und seinen drei noch nicht versorgten Töchtern[2] der Südteil der Grafschaft, die sogenannte „Neue Herrschaft“, die Jutta zu einem erheblichen Teil als Mitgift in ihre Ehe eingebracht hatte, zugewiesen werden sollte,[3] der Nordteil – die althennebergischen Lande – dagegen seinem jüngeren Bruder Johann I. | VON HENNEBERG-SCHLEUSINGEN, Johann I. (I39564)
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| 4846 | Sein Beiname lautete „der Wohlwollende“, was aber nicht immer als Kompliment gemeint war. Seine unbarmherzige Art der Staatsführung machte ihn sowohl beim Volk als auch beim Adel unbeliebt. Seine Herrschaft war geprägt durch den Konflikt mit seinem Cousin Macbeth (Mac Bethad mac Findláich), der dank William Shakespeare Teil der Weltliteratur geworden ist. Die genauen Umstände des Konfliktes sind nicht bekannt. Es ist lediglich bekannt, dass Duncan in der Schlacht nahe Elgin von Macbeth getötet wurde. Duncan war mit einer Prinzessin von Northumberland verheiratet, die ihm vier Söhne schenkte. Malcolm III. (Máel Coluim mac Donnchada) und Donald III. (Domnall Bán) wurden später ebenfalls Könige von Schottland. Ein möglicher dritter Sohn (nicht gesichert) war Máel Muire, Earl of Atholl, dessen Enkel Harald Maddadson über Orkney herrschen sollte. In einer frühen Version der Chronik der Könige von Alba wird der Name seiner Frau als Suthen angegeben, so dass darüber spekuliert werden kann, ob es sich vielleicht um die gälische Bezeichnung für Sybil, die Schwester des Sigurd von Northumberland, gehandelt haben könnte. Häufig werden dessen Herkunft auf Styrbjörn den Starken und Tyra Haraldsdotter zurückgeführt. Die Basis dafür ist allerdings sehr dürftig, da die Annahme einzig darauf beruht, dass Sigurd ein Sohn des Wikingers Björn gewesen sein soll. Aufgrund der Häufigkeit des Namens zu dieser Zeit kämen andere Jarls mit dem Namen Björn ebenso in Betracht. | VON SCHOTTLAND, Duncan I. (I40540)
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| 4847 | Sein Beiname Okajanny, der Verfluchte, rührt daher, dass sein (Adoptiv-)Vater Wladimir I. seine Mutter zur Frau genommen hatte, nachdem er ihren Mann, seinen Halbbruder Jaropolk I., hatte ermorden lassen. Swjatopolk wurde wahrscheinlich 978 oder 979 geboren. Es ist unklar, wer sein Vater war. Wahrscheinlich war er ein Sohn von Jaropolk I. und einer tschechischen Mutter. Nach dessen Tod nahm Wladimir die wahrscheinlich schwangere Witwe zur Frau und akzeptierte das Kind als legitimen Erben. Um 990 wurde ihm von Wladimir das neu gegründete Fürstentum Turow übergeben. Er heiratete eine Tochter des polnischen Herrschers Bolesław I. | VON RUSSLAND, Swjatopolk der Verfluchte (I36250)
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| 4848 | Sein besonderes Interesse galt der deutschen Literatur, namentlich Friedrich Schiller. Er gab von 1892 bis 1896 Schillers Briefe in einer kritischen, sieben Bände umfassenden Gesamtausgabe heraus. Außerdem war er Mitbegründer der Gesellschaft für deutsche Literatur und des Literaturarchivs in Berlin sowie des Marbacher Schillervereins. Leben Fritz Jonas war der jüngste Sohn des Theologen und Schleiermacher-Schülers Ludwig Jonas und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Gräfin von Schwerin-Putzar sowie Bruder des Bankiers Paul Jonas. Er besuchte in Berlin von 1854 bis 1863 das Gymnasium zum Grauen Kloster und ab 1863 bis zum Abitur 1866 das Königliche Wilhelmgymnasium. Anschließend studierte er im ersten Semester in Zürich Literaturwissenschaft. Auf den nachhaltigen Rat seines Vormunds und Schwagers, des Bankiers Adelbert Delbrück sowie des mit Delbrück befreundeten Historikers Theodor Mommsen wechselte er das Studienfach und studierte ab dem zweiten Semester in Berlin Altphilologie. Nach der Promotion im November 1870 – mit einer Dissertation über den Philosophen Seneca – schloss er ein Jahr später das Studium der Altphilologie mit dem Staatsexamen ab. Auf Vermittlung von Theodor Mommsen arbeitete Fritz Jonas nach dem Examen bis 1875 als Erzieher des Erbprinzen Friedrich von Waldeck und seiner vier älteren Schwestern in Arolsen. Danach wirkte er bis 1882 als Lehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin. 1882 wurde er auf seine Bewerbung hin vom Magistrat als Schulrat in Berlin gewählt. Diese Aufgabe nahm er bis 1912 wahr. 1878 heiratete Fritz Jonas Anna Franz, die zweitälteste Tochter des Oberlehrers am Gymnasium zum Grauen Kloster, Professor Rudolph Franz. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, unter anderem die Berliner Malerin Ilse Jonas. Der Germanist Fritz Behrend war sein Schwiegersohn. Literarisches Wirken Seit seinem Studium in Zürich galt das persönliche Interesse von Fritz Jonas der deutschen Literatur. Er gab 1880 bisher ungedruckte Briefe von Wilhelm von Humboldt an Christian Gottfried Körner heraus. Wenig später – 1882 – erschien sein Buch „Christian Gottfried Körner und sein Haus“. Im Verlauf dieser Arbeiten wuchs Jonas’ Interesse für Friedrich Schiller und seine Zeit. So gab er von 1892 bis 1896 in einer siebenbändigen, kritischen Gesamtausgabe sämtliche Briefe Schillers heraus. Daneben erschienen weitere kleinere Arbeiten über Schiller, insbesondere die später gedruckte Ansprache „Zu Schillers Gedächtnis“ in der Novembersitzung 1909 der Gesellschaft für Deutsche Literatur in Berlin. Fritz Jonas hat darüber hinaus einige pädagogische Bücher veröffentlicht. Dazu zählen „Rochows Briefe, Volksschriften zum Gebrauch in Fortbildungsschulen“, „Friedrich Eberhard von Rochows sämtliche pädagogische Schriften“ (zusammen mit Friedrich Wienecke) und eine Schrift „200 Jahre Preußischer Geschichte“, die der Berliner Magistrat in 18.000 Exemplaren an Schüler der städtischen Schulen verteilen ließ. Als Schüler von Theodor Mommsen entwickelte sich zwischen Fritz Jonas und Mommsen im Laufe der Jahre eine enge freundschaftliche Verbindung mit regelmäßigen Begegnungen. Zum 80. Geburtstag von Theodor Mommsen schrieb Fritz Jonas eine Würdigung, die in der Deutschen Rundschau im Dezemberheft 1897 veröffentlicht wurde. Wie freundschaftlich Mommsen und Jonas miteinander verkehrten, belegen insbesondere die 1917 von Fritz Jonas herausgegebenen „Erinnerungen an Theodor Mommsen“. Sie geben auch Einblick in die Entstehungsgeschichte der Gesellschaft für deutsche Literatur in Berlin (unter Leitung von Erich Schmidt) und in die Gründungsgeschichte des Berliner Literaturarchivs sowie des Marbacher Schillervereins. Als Mitgründer hat sich Fritz Jonas in diesen Gesellschaften persönlich engagiert. | JONAS, Fritz (I60093)
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| 4849 | Sein Bruder Adalbert wurde 1047 von Kaiser Heinrich III. zum Herzog von Lothringen ernannt, nachdem dieser das Herzogtum Gottfried III. abgenommen hatte. Gottfried akzeptierte die Entscheidung nicht, rebellierte und tötete Adalbert. Heinrich III. gab das Herzogtum an Adalberts Bruder Gerhard weiter. Gottfried setzte seinen Kampf mit Unterstützung des lothringischen Adels fort, und es gelang ihm bald, Gerhard gefangen zu nehmen. Gerhard hatte jedoch die Unterstützung von Papst Leo IX. (Bruno von Egisheim-Dagsburg und ehemaliger Bischof von Toul), der – auf der Durchreise in Lothringen – 1049 die Freilassung Gerhards erreichte. Je mehr der Kaiser ihn nun mit Soldaten unterstützte, umso stärker wurde Gerhard, bis es ihm gelang, seinen Gegner zu überwinden. Der lothringische Adel jedoch setzte seinen Widerstand fort. Gerhards Herrschaft wurde somit durch seine Treue zu Heinrich III. und später Heinrich IV. geprägt. Durch seine Zusammenarbeit mit der Kirche wurde er Vogt von Moyenmoutier (Mittelmünster), Saint-Mihiel und Remiremont. Er ließ das Château de Prény bauen sowie eine Stadt im Zentrum des Herzogtums an einer Stelle, die Nancy genannt wurde, und die sich bald zur Metropole Lothringens entwickelte. Er starb in Remiremont während er eine weitere Revolte des lothringischen Adels bekämpfte, eine Vergiftung ist nicht ausgeschlossen. Er wurde in der Abtei Remiremont bestattet. | (LOTHRINGEN), Gerhard (I40409)
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| 4850 | Sein Bruder Adalbert, der wohl vor 1080 geboren wurde, vergrößerte den Besitz in der heutigen Nordschweiz durch seine Heirat mit Mathilde oder Mechthilt von Mörsberg und beteiligte sich an der Auseinandersetzung zwischen Welfen und Staufern. Vermutlich war ihm die Verwaltung der kyburgischen Güter übertragen worden, da er in Urkunden stets als Graf von Kyburg bezeichnet wird. Nach dem Tod seines Bruders Hartmann vereinigte er das väterliche Erbe und residierte wohl auch in Dillingen. Er starb 1151 und wurde zum Ahnherren zweier Linien des Dillinger Grafengeschlechts, der Grafen von Dillingen (jüngerer Stamm ab 1180) und der Grafen von Kyburg aus dem Hause Dillingen (jüngerer Stamm ab 1180). Seine Gemahlin beendete ihr Leben als Nonne in Neresheim. Sein Erbe fiel an die beiden Söhne Adalbert II. und Hartmann III. | VON DILLINGEN, Adalbert I. (I47142)
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