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| # | Notizen | Verknüpft mit |
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| 4751 | Rufname Carl • Cynthia Liefeld: Charles George Karl Henking 11 Jan 1808 - 08 Mrz 1875 Geboren: St Gallen, Switzerland Gestorben: Gallipolis City, Gallia, Ohio | HENKING, Georg Carl (I6586)
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| 4752 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I6931)
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| 4753 | Rufname Louis Louis, der Kleine, mußte leider und nicht durch meine Schuld einer Pflegerin in St. Gallen übergeben werden und ging dort zur Schule. Lebensbilder Karl Heinrich Ferdinand Henking S. 159 | HENKING, Ludwig Louis (I2015)
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| 4754 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7377)
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| 4755 | Rufname William • Cynthia Pierce Liefeld: Charles William Henking 30 Aug 1851 - 1918 Geboren: Louisville, Jefferson, Kentucky, USA Gestorben: Gallipolis, Gallia, OH | HENKING, Carl Wilhelm (I6593)
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| 4756 | Rupert (Hruodpert), der „Apostel der Baiern“, war von hochadeliger Herkunft und stand in enger Verwandtschaft zum merowingischen Königshaus; möglicherweise stammt er aus der Familie der Robertiner. Er wirkte Ende des 7. Jahrhunderts auf Ersuchen von Herzog Theodo II. als Bischof von Worms zuerst in der damaligen bairischen Hauptstadt Regensburg und unterwies den Herzog und seine Gefolgschaft im christlichen Glauben. Rupert erhielt vom Bayernherzog Theodo in Regensburg dann die Erlaubnis, nach Gutdünken einen geeigneten Ort zu suchen, wo er Kirchen samt den für seine Arbeit notwendigen kirchlichen Bauten wiederherstellen sollte. Rupert verließ Regensburg und fuhr mit dem Schiff donauabwärts bis an die Grenze des Herrschaftsgebietes der Awaren, nämlich Lorch (Lauriacum). Hier war eine erstaunlich starke frühchristliche Siedlung vorhanden. Die dortige Laurentiuskirche geht in ihren Wurzeln sogar auf römisch-heidnische Vorgängerbauten zurück. Seinen ursprünglichen Plan, die Awarenmission – sowie die der Slawen – musste er dabei angesichts der Kriege und der vielen Zerstörungen an der Landesgrenze offensichtlich aufgeben. Danach zog er weiter, vermutlich auf der alten Römerstraße durch den Traungau und den Attergau in Richtung Salzburg, nach einem kurzen Zwischenhalt in Seekirchen ließ er sich an dem für seine Aufgaben günstigsten Ort, Salzburg, nieder, wo er noch eine romanische Restbevölkerung und vermutlich auch eine seit der Spätantike bestehende Mönchsgemeinschaft antraf. Die stattliche Kirche, die Rupert zu Ehren des heiligen Petrus errichtete, lag auf dem Platz des heutigen Domes. Mit der Errichtung der Peterskirche und des ersten Klosters erneuerte Rupert so das heute zumindest im deutschen Sprachraum älteste erhaltene Kloster, das nach der benediktinischen Regel lebt. Er verehrte seinen als Heiligen geltenden Wormser Vorgänger, Amandus von Worms, sehr und überführte den Großteil von dessen Reliquien nach Salzburg, wo er auch seinen Kult begründete.[2] Die Gebeine befinden sich hier noch heute in der Stiftskirche St. Peter, unter dem Amandusaltar;[3] der auf Rupert zurückgehende, originale Beisetzungs- und Verehrungsort wurde auf dem nahen Petersfriedhof, unter der jetzigen Margarethenkapelle lokalisiert.[4] Im Schutz der „Oberen Burg“ (castrum/castellum superius, heute Festung Hohensalzburg) gründete der heilige Rupert 711/12 das Kloster Nonnberg, heute das weltweit älteste ununterbrochen bestehende christliche Frauenkloster. Erste Schenkungen erfolgten unter Herzog Theodo (Weiler und Güter Maxglan und Piding). Im Bereich der Quellsalinen in Reichenhall erhält Rupert für das Stift St. Peter 20 Salzpfannen, ein Drittel des Salzbrunnens sowie den üblichen Herrenzins. Aber erst die späteren Schenkungen unter Herzog Theotpert ermöglichten ein auf längere Sicht überlebensfähiges Bistum. Die Maximilianszelle wurde ebenfalls von Rupert gegründet (ebenfalls 711/12). Rupert kehrte 714 kurzzeitig in seine Heimat zurück, um seine Nichte Erentrud und einige männliche Helfer zu holen. Rupert starb vermutlich am 27. März 718, wahrscheinlich in Worms. Seine Gebeine wurden vom heiligen Bischof Virgil anlässlich der Einweihung des Neubaus des Salzburger Doms am 24. September 774 nach Salzburg überführt. | VON SALZBURG, Rupert (I39259)
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| 4757 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7283)
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| 4758 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Vertraulich (I7292)
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| 4759 | rwiesener Stammvater der Churer und Berner Linie er verliess nach dem Tode seiner Frau Chur als Anhänger der Reformation nach Bern 1529 ist Ratsherr in Chur, 1530 Rechenherr und Seckelmeister daselbst Bürger zu Bern 1530 und erwirbt 1530 die Herrschaft Reichenbach um 10130 Pfund von Anton von Eulach, der als Gegner der Reformation sein Besitztum in Bern verkauft und nach Luzern zieht, verkauft Reichenbach Die urkundliche, zusammenhängende Stammreihe beginnt mit Lucius, geb. 1481, der vermutlich ein Sohn des obgenannten Simon ist. Im Jahre 1529 erscheint er als Ratsherr, und 1530 als Seckelmeister und Rechenherr zu Chur. Diese Aemter hätte er kaum erlangt, wenn er nicht ein geborener Burger gewesen wäre. Wie aus dem Briefwechsel Bullingers mit der Churer Geistlichkeit hervorgeht, war er eifriger Anhänger und Förderer der neuen Lehre. Durch Zwinglis Vermittlung lernte er auch seine zweite Gemahlin, Margaretha v. Wattenwyl, kennen. Diese zweite Ehe war es, welche ihn mit Bern in nähere Verbindung brachte und wo er sich schliesslich um das Jahr 1535 dauernd niederliess. Schon 1530 hatte er das dortige Burgerrecht erworben. Lucius Tscharner starb um 1562 in Bern. Gleichzeitig mit ihm lebte in Chur ein anderer "Lutzi" Tscharner, der in mehreren Urkunden von 1538-1550 vorkommt. Es ist dies der schon früher angeführte, welcher am 7. Februar 1538 in Chur das Burgerrecht erwarb und ausdrücklich als von Feldis und "sesshaft zu Trimons (Trimmis)" bezeichnet wird. Seine Frau hiess laut Urkunde vom 1. März 1550 Salome Schüchi. Luzius Tscharner, Ratsherr zu Chur, zog nach dem Tode seiner ersten Frau um's Jahr 1522 zum ersten Mal nach Bern, definitv 1530, wo ihm, mit Margaretha v. Wattenwyl, sein jüngerer Sohn David und fünf Töchter geboren wurden, siehe Berner-Linie. Der ältere Sohn Johann, aus erster Ehe mit Emeritha v. Salis, und die Töchter blieben in Chur zurück und von ihnen geht die Churer-Linie weiter. Luz Scharlat von Chur verlangt am 16.08.1512 Schuldexekution gegen Margaretha Hütschi, Witwe des Klaus Riechers zum Stadthof; er musste in der Folge den Stadthof übernehmen. Luzi Tscahrner ist seit 1513 der LX und wird 1525 gestrichen, am 09.06.1514 wird er, was überhaupt bei den Badwirten oft vorkommt, gebüsst. Er besitzt am 27.11.11514 Gülten ab Haus und Hof zu Oberems und Wiesn zu Chur vor demunteren Tor genannt Jkr. Stoffel Rinckenbergs von Malannd wissen, seine Frau heisst Emorata Ruptin. --> Verlangen von Schuldexecution gegen Margaretha Hütschi 16 Aug 1512 in Baden, Baden, AG, CHE | TSCHARNER, Luzius (I32733)
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| 4760 | S. trat 1879 als Kadett in die Ksl. Marine ein. 1884-90 nahm er an mehreren Expeditionen zur vollständigen Inbesitznahme der neu erworbenen Kolonien in West- und Ostafrika sowie in der Südsee teil. Als Referent in der Torpedoversuchskommission (1890–94), später als Mitarbeiter (1897–1900) und Chef der Zentralabteilung des Reichsmarineamtes (1903–07) bzw. Departementdirektor (1911–13) erwarb er sich das Vertrauen des Großadmirals →Alfred v. Tirpitz (1849–1930). Als Kommandant des Linienschiffs „Elsaß“ (1907-09), seit 1913 als Chef des II., später des III. Geschwaders bewies S. seine Fähigkeiten als militärischer Führer. Nach Ausbruch des 1. Weltkriegs galt er bald als der einzige kommandierende Admiral, der geeignet schien, die Hochseeflotte aus der strategischen Sackgasse in der Nordsee herauszuführen und wenigstens Teilerfolge zu erzielen. Im Jan. 1916 wurde er zum Nachfolger des schwer erkrankten Flottenchefs Admiral →Hugo v. Pohl (1855–1916) ernannt. Da eine große Schlacht gegen die engl. Flotte zu riskant erschien, wollte S. durch vermehrte offensive Vorstöße versuchen, Teile aus den Häfen zu locken und zu schlagen. Dieser Gedanke lag auch dem Vorstoß in den Skagerrak am 31.5.1916 zugrunde. Allein die – S. nicht bekannte – Tatsache, daß die engl. Admiralität den dt. Funkverkehr entziffert hatte und alle engl. Einheiten daher rechtzeitig ausgelaufen waren, war verantwortlich für das Zusammentreffen der Hauptstreitkräfte beider Flotten. Die Schlacht endete mit schweren Verlusten auf beiden Seiten. Ob S. dabei taktisch erfolgreicher war als sein Gegenspieler →Lord John Jellicoe (1859–1935) ist umstritten. Strategisch gesehen war die Skagerrak-Schlacht kein Erfolg, wie auch S. intern zugab. Umso mehr drängte er daher auf einen uneingeschränkten U-Boot-Krieg, der am 9.1.1917 proklamiert wurde, die erhofften Erfolge aber nicht brachte. Um das interne Chaos bei der Führung des Seekriegs zu beseitigen, setzte S. im Aug. 1918 die Bildung einer Seekriegsleitung durch, an deren Spitze er stand. Angesichts der drohenden Niederlage plante S. im Okt. 1918 einen letzten Flottenvorstoß, der, militärisch völlig unsinnig, die Ehre des ksl. Offizierkorps retten und dem Neuaufbau der Marine nach dem Krieg den Weg ebnen sollte. Die Meuterei der Matrosen in Kiel und Wilhelmshaven vereitelte diesen Plan. Anders als im Sommer 1917, als S. rücksichtslos gegen Matrosen vorgegangen war, die gegen die menschenunwürdige Behandlung durch jüngere Offiziere und schlechte Versorgung protestiert hatten, gelang es ihm dieses Mal nicht, die Unruhen im Keim zu ersticken. Innerhalb weniger Tage brach die alte Ordnung zusammen. Am 17.12.1918 schied S. aus der Marine aus. Mit seinen Erinnerungsbänden und in Vorträgen versuchte er gleichwohl in den 1920er Jahren, seine Haltung zu rechtfertigen und – versehen mit dem Nimbus des „Siegers vom Skagerrak“ – für den Wiederaufbau einer starken Flotte zu werben; er starb während einer dieser Vortragsreisen.| Er erhielt folgende Orden und Ehrenzeichen: Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern[4] Preußisches Dienstauszeichnungskreuz[4] Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse[5] Großkreuz des Roten Adlerordens[5] Kronen-Orden I. Klasse mit Schwertern[5] Großkreuz des Hausordens Albrechts des Bären[5] Großkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens[5] am 6. Juni 1916[6] Großkreuz des Bayerischen Militärverdienstordens[5] Ritterkreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens am 23. Juni 1916[7] Großkreuz des Albrechts-Ordens[5] Großkreuz des Greifenordens[5] Ehrengroßkreuz des Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig[5] Komtur des Ordens der Aufgehenden Sonne[4] Großoffizier des Ordens der Heiligen Mauritius und Lazarus[4] Orden der Eisernen Krone III. Klasse[4] Großkreuz des Franz-Joseph-Ordens[4] Russischer Sankt-Stanislaus-Orden II. Klasse[4] Ehrendoktor 15. Juli 1916: Ehrendoktorwürde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Dr. rer. pol. h. c.) 31. Mai 1917: Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität Marburg (Dr. phil. h. c.) | SCHEER, Carl Friedrich Heinrich Reinhard (I59183)
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| 4761 | S. verfolgte anfänglich eine geistl. Laufbahn und besass bereits Benefizien in England, als er 1270-71 vermutlich am Kreuzzug Ludwigs IX. teilnahm. Ab 1282 bereitete er sich auf die Nachfolge seines Onkels Philipp I. ( -> 20) vor, nahm in der Waadt zahlreiche Huldigungseide entgegen und sicherte sich die Unterstützung Rudolfs I. von Habsburg, obwohl dieser ein Gegner der Savoyer war. Er festigte die savoy. Stellung im westl. Genferseegebiet mit der Gründung von Morges (1286) und dem Sieg über die Cossonay-Prangins, deren Kastlaneien Prangins und Nyon er beschlagnahmte. Der Streit mit seinem Bruder Amadeus V. ( -> 1) um das savoy. Erbe wurde durch mehrere Schiedssprüche beigelegt, die S. die Waadt, Bugey und Valromey zuteilten. Dadurch begründete er die Linie der Herren der Waadt, eines jüngeren Zweigs der S.-Waadt, gab sich aber mit seinem niederen Rang nicht zufrieden. Er unterhielt persönl. Beziehungen zur Freigrafschaft Burgund und zu Alemannien, empfing Huldigungseide und erwarb 1297 das Burgrecht von Bern. Da S. nach der Fürstenwürde strebte, trug er wiederholt den Grafentitel und liess trotz Protesten der Bf. von Genf und Lausanne Münzen prägen. 1295-96 gründete er in Nyon ein Franziskanerkloster, wohin er sich im Fall einer Erkrankung zurückziehen wollte. S. starb aber auf einer Militärexpedition am Hof Karls II. von Anjou. | VON SAVOYEN (WAADT), Ludwig I. (I3253)
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| 4762 | S.H.Freiherr von Pallandt zu Wildenburg von Withem Eine Nachkommenverbindung von Kaiser Karl dem Großen, 800 Kaiserkrönung in Rom, bis in die Gegenwart 2013 am Beispiel der Familie Werndl von Lehenstein, Familie von Pallandt etc., erschienen In: MITTEILUNGEN DER WESTDEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR FAMILIENKUNDE, Köln, Heft 2, April/Juni 2003 Zusammengestell in Kurzform mit Quellenangaben von Erhard Werndl von Lehenstein., Leipzig Neue Fassung 2004 www.werndl-von-lehenstein.de Die Wurzel und Stammbaum derer von Pallandt Freiherren von Pallandt (Siebmachers Wappenbuch) 1605 Floris Carsilius Anne van Pallandt, Baron 1903 Genealogy Richard Remmé, The Hague, Netherlands Werner II van Pallant Persönliche Daten Werner II van Pallant Er wurde geboren rund 1375. Er ist verstorben am 18. März 1456. Vorfahren (und Nachkommen) von Werner II van Pallant Carsil I Von Pallant ± 1310-1382 Agnes Von Bachem ????-> 1384 Miles (Mules) Von Bergerhausen ????-1358 Margaretha Von Der Vorst ????- Carsil II van Pallant ????-1400 Margareta Von Bergerhausen ????- Werner II van Pallant ± 1375-1456 x ± 1400 Alveradis Von Engelsdorf ± 1380-???? Daem van Pallant ± 1400-1440 Karsil III (Carsilius) van Pallant ± 1400-1475 Johann 'der Ältere' Von Palant ± 1400-1444 Emond van Pallant ± 1410-± 1456 Johann I Von Pallant ± 1410-± 1476 Dietrich Von Pallant ± 1420-± 1481 Margareta Von Palant ????-> 1460 Alveradis Von Palant ????-1479 Familie von Werner II van Pallant Er ist verheiratet mit Alveradis Von Engelsdorf rund 1400. Kind(er): Daem van Pallant ± 1400-1440 Karsil III (Carsilius) van Pallant ± 1400-1475 Johann 'der Ältere' Von Palant ± 1400-1444 Emond van Pallant ± 1410-± 1456 Johann I Von Pallant ± 1410-± 1476 Dietrich Von Pallant ± 1420-± 1481 Margareta Von Palant ????-> 1460 Alveradis Von Palant ????-1479 Notizen bei Werner II van Pallant http://de.wikipedia.org/wiki/Nothberger_Burg Die Nothberger Burg ist eine historische Donjonburg im Eschweiler Stadtteil Nothberg , Deutschland. Sie besitzt vier runde Ecktürme, einen Erker und eine heute landwirtschaftlich genutzte Vorburg . Der früheste urkundlich bekannte Besitzer der Burg Nothberg war Edmund von Engelsdorf, der im Jahre 1361 vom Jülicher Herzog Wilhelm II. mit der Burg belehnt wurde. 1398 Die Nothberger Burg wird mit allem Zubehör für 1500 schwere rheinische Gulden von Gerhard von Engelsdorf an Werner von Palant verpfändet. Zu diesem Zeitpunkt ist sie stark sanierungsbedürftig, was aus den Modalitäten des Pfandvertrages deutlich hervorgeht. Das Geschlecht derer von Palant (auch von Pallant, von Pallandt, von Palland und von Paland) ist ein vom Niederrhein stammendes Adelsgeschlecht , dessen Namen von seinem ehemaligen Besitz Haus Palant in Eschweiler -Weisweiler herrührt. Als Reichsfreiherren gebührte den Familienmitgliedern früher die Anrede Hoheit . Der vollständige Name des Hauses lautet heute Reichsfreiherrliches Haus von Pallandt zu Wildenburg von Withem, ehemals Baron und Reichsfreiherr von Palant, Grafen von Culemborg (Gomiti de Culenborch Baroni de Pallant etc.). Die Familie gehörte aufgrund ihrer zahlreichen Besitzungen und des damit verbundenen Reichtums sowie ihrer ausgedehnten Familienbeziehungen zu den einflussreichsten Geschlechtern des Herzogtums Jülich . Die Genealogie weist z. B. Jülich'sche, Kölnische und Klevische Marschälle auf. Inhaltsverzeichnis [Verbergen ] 1 Wappen 2 Geschichte 2.1 Die Familie von Palant in Eschweiler 3 Bedeutende Familienmitglieder 4 Wichtige Besitzungen des Familie 5 Literatur 6 Weblinks Wappen Das Wappenmotiv derer von Palant ist fünfmal schwarz-golden geteilt. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ist der Wappenschild zwischen einem schwarzen Pflug wiederholt. Geschichte Eine Herleitung des Geschlechts aus einem Diplom von Kaiser Friedrich III. , das den von Palant eine königlich polnische Abstammung bescheinigte und die ordentliche Stammreihe mit einem Wilprand Germinitzki begann, stellte sich als eine Fälschung heraus (Lit.: Oidtman, 1894). Tatsächlich ist erst 1323 mit dem Ritter Reinhard von Palant ein erster Namensträger als Lehnsmann derer von Cuyak urkundlich verbürgt. In welcher verwandtschaftlichen Beziehung er zu späteren Mitgliedern der Familie steht, konnte aber bisher nicht geklärt werden. Als Stammvater derer von Palant wird heute Arnoldus Parvus angesehen, der von 1312 bis 1318 u. a. das Amt des Vogtes und des Meiers von Aachen inne hatte. Ab 1327 wird Arnoldus von Breitenbend genannt, was u. a. beweist, dass der älteste urkundlich nachweisbare Besitz der Familie ist nicht das Haus Palant, sondern das Gut Breitenbend bei Linnich war. Arnolds Sohn Karsilius ist der erste seiner Familie, der sich von Palant nennt. Durch Kauf, Erbschaft, Heirat und Pfandschaft gelangten zahlreiche Besitzungen an das Geschlecht, von denen nachfolgend nur einige Jülich'sche und Kölnische Güter und Herrschaften genannt werden: Bachem, Frechen, Weisweiler, Engelsdorf, Wildenburg, Reuland , Kinzweiler, Nothberg , Laurenzberg , Gladbach, Borschenich, Vettelhoven und Wachendorf. Detaillierte Auskunft über den großen Besitz gibt eine Teilungsurkunde der Familie aus dem Jahr 1456. Eine Linie, die durch Heirat in den Besitz der Herrschaft Alpen gekommen war, starb später aus. Auch ein mit dem Deutschen Orden nach Livland gekommener Zweig, dem Dietrich von Pallandt, Ritter des Deutschen Ordens, und Hans von Pallandt, Kommandant zu Reval , angehörten, erlosch im Laufe der Zeit. Im Heimatland aber hatte das Geschlecht Bestand, und die Aussage des Neuen Preußischen Adelslexikons, die von Palant seien im Rheinland ausgestorben und es bestünde nur noch eine Linie in den Niederlanden, ist unrichtig. Die Familie war noch 1829 in Bleialf und in Wildenburg ansässig, denn Franz Anton von Pallandt, Wilhelm Joseph, Christoph Reinhard und Marianne, Witwe des Wilhelm Ludwig von Pallandt, wurden nach entsprechenden Eingaben am 8. August 1829 in die Freiherrenklasse der Adelsmatrikel der preußischen Rheinprovinz unter Nr. 22, 61, 57 und 56 eingetragen. Mitglieder der Familie von Palant leben heute u. a. in Augsburg, Aindling im Wittelsbacher-Land, Starnberg, Schliersee, Baden-Baden, Zürich, Graubünden, Klosters, Wallau/Taunus,Frankfurt am Main, Wiesbaden,Clausthal- Zellerfeld, Am Ohmberg Haus Pallandt in den USA, Nederlands, Frankreich, Östereich, Vereinigtes Königreich Großbritannien,Luxembourg, Belgien, Dänemark, Spanien. Die Familie von Palant in Eschweiler Die Familie von Palant war bis 1509 Besitzerin der Nothberger Burg , der Burg Holzheim in Langerwehe , des aufgelassenen Hauses Bongard im Bovenberger Wald, dem Gut Bovenberg zwischen Eschweiler-Nothberg und Hücheln , dem Dadenbergshof, dem Nothberger Hof alias Meuthenshof, dem Haus Palant in Eschweiler-Weisweiler, der Burg Weisweiler und anderen Rittersitzen in und um Eschweiler. Nach ihr ist die von-Palant-Straße in Nothberg benannt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts baute Dietrich von Palant die erste Anlage der Burg Kinzweiler . Mehrere Jahrhunderte lang war die 1972 wegen des Braunkohletagebaus abgerissene Burg Laurenzberg im Besitz der Herren von Palant. Nach dem ersten Besitzer Jakob von Broich erhielt Gerhard von Palant 1563 die Belehnung von Haus Kambach in Eschweiler-Kinzweiler . Aus der Burgherrschaft der Familie von Palant stammt ferner die zweiseitig umbaute Burganlage in Nothberg aus dem 16. Jahrhundert (Jahreszahl über der Tür im südwestlichen Eckturm: 1555). Als die Burg 1398 mit allem Zubehör für 1500 schwere rheinische Gulden von Gerhard von Engelsdorf an Werner von Palant verpfändet wurde, war sie schon stark sanierungsbedürftig. Dies geht aus den Modalitäten des Pfandvertrages deutlich hervor. 1433 erhielt Johann von Palant die Burg von seinem Vater Werner als Mitgift . Im Gegenzug verpflichtete er sich zur Aussetzung der Zehnten zu Bützdorf und Metzen und musste sich des weiteren dazu verpflichten, die Anlage wieder instand zu setzen. Johann von Palant gab aus diesem Grund den Auftrag zu umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten. Für seine Pläne zur Neugestaltung der Burg konnte er den herzoglichen Landesbaumeister Alessandro Pasqualini gewinnen. Aus einer nicht mehr zeitgemäßen spätmittelalterlichen , zur Verteidigung gegen moderne Feuerwaffen ungeeigneten Burg wurde ein dem Stand des Besitzers angemessenes schlossähnliches Repräsentationsgebäude, das einen gewissen Komfort bot. Nachdem 1591 mit Johann der letzte von Palant starb, brachen lang anhaltende Erbstreitigkeiten aus, in deren Folge und durch den Dreißigjährigen Krieg Verfall und Zerstörung der Anlage in Nothberg einsetzten. Bedeutende Familienmitglieder Thonis von Palant, im 15. Jahrhundert Herr von Reuland, Monschau und Neersen Elbert von Palandt, Anfang des 16. Jahrhunderts Erbmarschall des Herzogtums Kleve Anna von Palant, deutsche Humanistin und neulateinische Dichterin Anna von Palandt, Mitbauherrin von Schloss Horst Hieronymus Pallandt, 1519 Bischof zu Bisantz. Floris van Pallandt, 1555 Graf zu Culemborg im Herzogtum Geldern Adolph Werner van Pallandt, 1651 kurbrandenburgischer Staatsminister Carl Ebert von Pallandt, Domherr zu Osnabrück Nina van Pallandt sowie ihr Ehemann und Gesangspartner Frederik van Pallandt Hans von Pallandt und Joachim von Pallandt Elbert von Palant brachte zu Anfang des 16. Jahrhunderts das Erbmarschallamt des Herzogtums Kleve an seine Familie. Floris van Pallandt wurde 1555 Graf zu Culemborg im Herzogtum Geldern . Durch seine Tochter Elisabeth kam die Herrschaft Palant nebst anderen Gütern an die Grafen von Waldeck . Adolph Werner van Pallandt war 1651 kurbrandenburgischer Staatsminister. Carl Ebert von Pallandt war Domherr zu Osnabrück. Wichtige Besitzungen des Familie Burg Wildenburg , Hellenthal-Wildenburg Schloss Wittem , Gulpen-Wittem Burg Reuland , Burg-Reuland Schloss Keppel , Laag-Keppel Gut Breitenbend bei Linnich Haus Palant , Eschweiler-Weisweiler Nothberger Burg , Eschweiler-Nothberg Literatur Alfred Blömer: Die Bastardlinie Palandt in Linnich. In: Mitteilungen der Westfälischen Gesellschaft für Familienkunde. Bd. 26, 1974, S. 201-206 Alfred Blömer: Die Familie Paland aus Güsten. In: Mitteilungen der Westfälischen Gesellschaft für Familienkunde. Bd. 27, 1976, S.155-156 Gisela Meyer: Die Familie von Palant im Mittelalter. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3525358520 Lothar Müller-Westphal: Wappen und Genealogien Dürener Familien. In: Dürener Geschichtsverein (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes. Bd. 20, Düren 1989, S. 661-664 Ernst von Oidtman : Arnoldus Parvus. Der Stammvater des Geschlechtes von Palant. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins. 16/1894, S. 38-85 Heinrich Oidtmann: Eine in der Pfarrkirche zu Linnich aufgedeckte Familiengruft von Palant. In: Mitteilungen der Westfälischen Gesellschaft für Familienkunde. Bd. II Nr. 8, 1920, S. 241-243 Weblinks Reichsfreiherrliches Haus von Pallandt Von "" ========================================== E:\E-S009\genealogy\!downloads\Freiherr von Pallandt.mht 2. Werner von PALANDT¤Alveradis v.ENGELSDORF V. Werner v.PALANDT[115] (Werner II.), * um 1365 n.Chr., † 22.4.1456 n.Chr.[116] . - Er erbte den gesamten Besitz zu PALANDT und BREITENBEND. 1424 (1426) n.Chr.Amtmann zu RANDERATH, Herr zu BREITENBEND, PALANDT und WILDENBURG, FRECHEN, BACHEM und WEISWEILER; Eheabredung am 25.6.1393 n.Chr.. Erbteilung durch die Söhne am 24.6.1456 n.Chr. Sein Siegel aus dem Jahr 1456 n.Chr. ist erhalten. Es stimmt in höchst erstaunlicher Weise dem Siegel desWerner v.BREITENBENDaus dem Jahr 1335 n.Chr. überein[117] . Neben der eigentlichen Darstellung des gleichen Wappens ist die seltsam geweihartige Struktur der späteren "Flügel" bei beiden Siegeln sehr ausgeprägt. Bei dem großen zeitlichen Abstand zwischen diesen beiden ist es eher unwahrscheinlich, daß es sich bei beiden nur um die Ungenauigkeit oder Unbeholfenheit des jeweiligen Siegelstechers handelt, eher hat sich der spätere Siegelstecher nicht ohne Grund und Auftrag des älteren Vorbildes bedient[118] . Bei beiden ist das eigentliche Wappen zwischen dieser Helmfigur noch einmal wiedergegeben. - Er ¤ am 17.7.1393 n.Chr.. Über den siebten Sohn heißt es[119] "Dirk van PALLANDT was gesproten uit een rijk geslacht, dat uitgestrekte goederen bezat in het Nederrijnse en dat een vorname plaats innam onder de edelen dezer streek." D.i.: Dietrich v.PALANDT entsproß einem reichen Geschlecht, das ausgedehnte Güter im Niederrheinischen besaß und das eine vornehme (vorrangige) Stellung unter den Adeligen dieses Bereichs einnahm. - Dies sagt genügend über Herkunft und Bedeutung: es handelt sich nicht um Emporkömmlinge! Er war u.a. Vogt der halben Abtei BRAUWEILER (Der Vogt besaß damals eine nahezu fürstengleich zu nennende Stellung). Kinder: |- 1. Daem (=Adam) I. v.PALANDT¤Maria v.BOURSCHEID, T.v.Ritter Bernart,HERR zu BURSCHEID. Er erhält von | seinem Vater am 6.5.1414 n.Chr.[120] Schloß RULANDT, jedoch wohl wegen seiner Jugend, noch unter | Beratungsvorbehalt. Da er dabei Frambachv.BIRGELL seinen Neffen nennt, wird deutlich: Es kann sich nur um | Winemar Frambach NYT v.BIRGELL handeln, den Enkelsohn des WymarFrambachv.BIRGELL ¤Alveradisv.RODE, | T.v.Balduinv.RODE zu RODE bei MECHERNICH[121] . Die Verwandtschaft dürfte bei den Großeltern dieser Alveradis | in Richtung auf die RODE/MERODE/MERÖTGEN-Vorfahren der PALANDT zu suchen sein. | Kinder: | |- 1.1. Bernart v.PALANDT, Herr zu PALANDT (Töchter:Eva und Gertrud). | |- 1.2. Daem v.PALANDTlebte mit Johanna GRYN, derer beiderTochter CatharinaVON (!)PALANDT (sic !) ¤Daem | | v.HARFF zu LINTZENICH (GotschalcksSohn), dem sie dadurch das Haus WEISWEILER einbrachte. | |- 1.3. Carselis v.PALANDT. | |- 1.4. Margarethav.PALANDT¤HeinrichHOENv.d.PESCH b.IMMERATH, Ritter. | |- 1.5. Cuyne (Kunigunde) v.PALANDT¤Hanzv.GUTTENKOYVEN (GUYKOVEN). | |- 1.6. Maria v.PALANDT, Nonne, † 31.3.1483 n.Chr., coel. | |- 1.7. Floris v.PALANDT, 1456 n.Chr. † [122] . Aus dem Jahre 1429 Altarflügel St. Martinus in Linnich Familie Werner II von Palant "Auf dem Bild wird im oberen Teil die Erlösung armer Seelen aus dem Fegefeuer dargestellt und im unteren Teil das Fegefeuer, neben dem rechts und links Angehörige der Familie von Pallant , der Stifterfamilie, stehen. Auf der linken Seite sehen wird Werner II und seine Söhne dargestellt, einer von ihnen im geistlichen Gewand [Rynart - der Verfasser] und auf der rechten Seite drei Frauen: Werners Mutter Margareta von Bergerhausen, seine Ehefrau Alveradis von Engelsdorf und seine Tochter Margareta. Als Entsthehungszeit des Marienaltars wird von den Kunsthistorikern allge-mein die Zeit um 1400/1425 angenommen. Es fällt auf, daß hinter dem in Ritterrüstung gekleideten Werner II zwölf Personen stehen, obwohl er nachweislich nur acht Söhne hatte. Eberhard Quadflieg vermuttet, daß es sich bei den vierzusätzlich dargestellten Personen männlichen Geschlechts um verstorbene Söhne Werners handelt. Man könnte aber auch denken, daß Werner seine Vorfahren hat einbe-ziehen wollen, gemeint sind sein Vater Karsilus II und die drei Söhne des Arnold Parvus: Werner von Breitenbend, Karsilius von Palant und Johannes von Trips." | VON PALAND (PALANT), Margarete (I5094)
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| 4763 | S52] Rübel-Blass, Eduard Rübel, (Helene und Cécile Rübel Familienstiftung), Blatt 204. | MEISS, Hans (I9019)
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| 4764 | Salis ist ein altes Schweizer Adelsgeschlecht aus Soglio im Bergell im Süden Graubündens. Die Familie verbreitete sich stark und zählte vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zu den führenden Geschlechtern der Drei Bünde. | VON SALIS-MARSCHLINS, Esperance (I56436)
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| 4765 | Salis ist ein altes Schweizer Adelsgeschlecht aus Soglio im Bergell im Süden Graubündens. Die Familie verbreitete sich stark und zählte vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zu den führenden Geschlechtern der Drei Bünde. | VON SALIS, Regula (I56469)
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| 4766 | Salomon Rothschild eröffnete 1821 die Privatbank S. M. v. Rothschild in Wien. Aus der Privatbank entwickelte sich 1855 unter seinem Sohn Anselm Salomon von Rothschild die Creditanstalt. Im Laufe der Zeit wurde er zum führenden Financier des Habsburgerreiches, dem er insgesamt 200 Millionen Gulden an Kredit zuführte. Staatskanzler Fürst Metternich und das Haus Habsburg waren ihm dadurch verpflichtet. Rothschild, der zunächst im Hotel Zum römischen Kaiser residierte, da er als Jude nur mit einer Ausnahmegenehmigung ein Haus erwerben durfte, wurde letztlich zu einem der größten Grundbesitzer der Donaumonarchie. Rothschild spielte auch eine bedeutende Rolle in der Industrialisierung. Er erhielt 1835 die Konzession zum Bau der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, baute in diesem Zusammenhang (um nicht von britischen Schienenlieferungen abhängig zu sein) die Witkowitzer Eisenwerke aus, organisierte ein europäisches Monopol für Quecksilber und verhinderte durch ein Darlehen von 500.000 Gulden im Jahr 1839 den Zusammenbruch des Österreichischen Lloyds, an dem er sich bereits bei seiner Gründung mit einer nennenswerten Aktienübernahme beteiligt hatte.[1] Im Oktober des Revolutionsjahres 1848 flüchtete Rothschild nach Frankreich. Zwar kehrte er 1849 kurz nach Wien zurück, lebte aber zuletzt vornehmlich bei seiner Tochter Betty in Paris und deren Ehemann James de Rothschild, seinem Bruder. | ROTHSCHILD, Salomon (I55585)
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| 4767 | Sancho Garcés wird erstmals am 7. Dezember 1057 mit seiner Frau Constanza urkundlich genannt.[2] Er war Herr von Uncastillo und Sangüesa. Einer wenig glaubwürdigen Überlieferung aus dem 12. Jahrhundert zufolge habe er seine Halbschwester Alberta vergewaltigt, welche die Ehefrau des Königs Sancho II. von Kastilien war, worauf er an den Hof seines Onkels Ramiro I. von Aragón fliehen musste, der wiederum der Rache des Königs von Kastilien in der Schlacht von Graus zum Opfer fiel.[3] Tatsächlich hatte García III. von Navarra keine Tochter namens Alberta. Mit seiner Frau wird Sancho Garcés letztmals am 29. November 1074 urkundlich genannt, als er von Sancho IV. eine Schenkung erhielt.[4] Ob er bei der Ermordung seines Halbbruders Sancho IV. 1076 noch lebte, ist also unklar. | DE NAVARRA, Sancho Garcés (I40310)
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| 4768 | Sancho war der älteste Sohn des Königs García III. von Navarra und dessen Ehefrau Stefanie (Estefania) von Foix, Tochter des Grafen Bernhard Roger von Foix. Nachdem sein Vater im Kampf gegen ein Heer seines Bruders Ferdinand I. von Kastilien-León auf dem Schlachtfeld gefallen war, wurde Sancho 14-jährig zum König gekrönt. Damit Ferdinand I. Frieden mit ihm schloss und die Krönung duldete, musste Sancho ihm den Lehnseid schwören und dessen Vasall werden. Sanchos Regierungszeit war weiterhin von heftigen Machtkämpfen zwischen den christlichen Reichen des Nordspaniens geprägt, die nach dem Tode Sanchos des Großen 1035 unter dessen Söhne aufgeteilt worden waren. Andererseits war das muslimische Herrschaftsgebiet in 25 Taifa-Reiche zersplittert, die sich gegen Zahlung von Tributen um Schutz und Waffenhilfe der christlichen Königreiche bemühten. So versprach Sancho IV. 1069 dem Hudiden-Emir von Saragossa, Ahmad I. al-Muqtadir, ihm gegen einen monatlichen Tribut von 1.000 Goldstücken gegen das feindliche Kastilien beizustehen und keine französischen Gastritter gegen ihn aufzubieten. Sancho IV. regierte selbstherrlich und überwarf sich mit den meisten führenden Adelsfamilien seines Königreiches, die sich daraufhin gegen ihn verschworen, und mit seiner eigenen Familie. 1076 wurde er in seiner Lieblingspfalz Peñalén von seinem Bruder Ramón ermordet.[1][2] Die dadurch eingetretene Lage nutzten seine Vettern Sancho I. von Aragón und Alfonso VI. von Kastilien-León und teilten das Reich unter sich auf, wobei Alfonso VI. die baskisch-kantabrischen Gebiete besetzte und Sancho I. den restlichen Großteil des Königreichs Navarra annektierte und zur Grafschaft degradierte. | (NAVARRA), Sancho IV. ´der von Peñalén` (I52414)
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| 4769 | Sancho war der Sohn von García Fernández, Graf von Kastilien und der Ava von Ribagorza, einer Tochter von Raimundo II., Graf von Ribagorza. Er folgte 995 nach dem Tod seines Vaters als Graf von Kastilien. Zu Beginn seiner Amtszeit herrschte Frieden mit dem Kalifat von Córdoba, Sancho wurde jedoch von Almansor 1000 in der Schlacht von Cervera besiegt. Nach dem Tod Almansors, 1002, war das Kalifat von stetigen Kämpfen um die Herrschaft geprägt, was es Sancho erlaubte, 1009 an der Seite der Sulaiman al-Mustain unterstützenden Berber in den Kampf um Córdoba einzugreifen. Sancho gelang es, die Grenze im Süden entlang des Duero zu stabilisieren. Sancho reorganisierte Kastilien, erließ Stadtrechte (Fueros) und gründete 1011 das Kloster San Salvador de Oña, wo er nach seinem Tod 1017 bestattet wurde. Sein Sohn García folgte ihm als Graf von Kastilien. | GARCIA, Sancho (I39192)
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| 4770 | Sancho war ein Sohn des Königs García II. und der Jimena Fernández. Er folgte seinem um die Jahreswende von 999 auf 1000 gestorbenen Vater nach und stand bis 1004 unter einer Vormundschaftsregentschaft. In seinen frühen und kaum dokumentierten Herrscherjahren hatte er sein Königreich von den Folgen der verheerenden Überfälle der Mauren von Al-Andalus unter Almansor († 1002) zu erholen. Ab dem Jahr 1017 begann Sancho eine drangvolle Expansionspolitik, die ihn und seine Dynastie die Hegemonie über die christlichen Reiche Spaniens verschaffte. Zuerst annektierte er in jenem Jahr die östlich an Navarra angrenzenden Pyrenäengrafschaften Sobrarbe und Ribagorza, nachdem dort das regierende und weitläufig mit ihm verwandte Grafenhaus ausgestorben war.[1] Beide Grafschaften hatten ursprünglich zur Spanischen Mark des Frankenreichs gehört, genauso wie das schon zu einem früheren Zeitpunkt annektierte Aragón. Im selben Jahr starb sein Schwiegervater, Graf Sancho García, worauf er als Vormund seines jungen Schwagers García Sánchez einen dominierenden Einfluss auf das westlich von Navarra gelegene Kastilien ausüben konnte. | (NAVARRA), Sancho III. (I37748)
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| 4771 | Sancho war ein Sohn eines García (II.) Jiménez und dessen zweiter Frau Dadildis von Pallars.[1] Der Vater war vermutlich ein Angehöriger des baskischen Hauses des Íñigo Arista und war vielleicht mit einem gleichnamigen König aus der Mitte des 9. Jahrhunderts identisch. Im Jahr 905 hatte Sancho seinen entfernten Vetter Fortún Garcés entmachtet, ihn in das Kloster San Salvador de Leire verbannt und sich so der Herrschaft über Pamplona bemächtigt.[2] Sancho beendete die traditionelle Allianz Pamplonas mit den Banu Qasi und begann im Bund mit König Ordoño II. von León eine Expansionspolitik gegen das Kalifat von Córdoba (Al-Andalus). Bis zum Jahr 918 unterwarf er das Umland von Logroño, Nájera und Tudela.[3] Am 26. Juli 920 wurden die Verbündeten in der Schlacht von Valdejunquera von dem Kalif Abd ar-Rahman III. geschlagen, aber Sancho konnte nach dessen Rückzug nach Córdoba im Jahr 921 die Burg Viguera erobern, damit das Tal des Río Iregua sichern und einen Brückenkopf südlich des Ebro gewinnen. Ordoño II. hatte zwar 923 Nájera erobert, provozierte damit allerdings eine erneute Strafexpedition des Kalifen, der 924 Nájera zurückeroberte und anschließend Pamplona brandschatzte. Sancho wartete den Rückzug des Kalifen in den Bergen ab, um im Frühjahr des Jahres 925 nun seinerseits Nájera zu erobern, das er dauerhaft sichern konnte. Das so für Navarra neu gewonnene Land entsprach damit den Gebieten der oberen (Alta) und mittleren (Media) Rioja. In den eroberten Gebieten siedelte er christliche Bevölkerungsgruppen und Mönche an, um dort seine Herrschaft zu stabilisieren. So gründete er am 5. Januar 924 die Abtei San Martín de Albelda.[4] Am 11. Dezember 925 starb Sancho; bestattet wurde er in der Kapelle der Burg San Estebán bei Villamayor de Monjardín.[5] Weil sein Sohn García zu diesem Zeitpunkt noch unmündig war, folgte ihm zunächst sein Bruder Jimeno in der Herrschaft nach. | (NAVARRA), Sancho I. (I37757)
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| 4772 | Savigny stammte aus einem lothringischen Geschlecht, das 1630 in Richtung Deutschlands Südwesten abwanderte, um sich in die Dienste dort ansässiger Landesherren zu stellen.[1] Der Name Savigny soll sich von einer gleichnamigen Burg bei Charmes im Moseltal ableiten. Sein Vater Christian Karl Ludwig von Savigny (1726–1791)[2] – ab 1766 Reichsritter – war geheimer Regierungsrat des Fürsten von Isenburg bzw. des Fürsten von Nassau-Usingen sowie Gesandter beim Oberrheinischen Reichskreis in Frankfurt am Main. Bereits der Großvater Ludwig von Savigny (1684–1740) war Geheimer Rat und Kabinettsminister von Pfalz-Zweibrücken gewesen, auch die Urgroßväter Johann Hieronymus Felix von Cranz (1659–1731) und Johann Georg von Plönnies (1666–1733) hatten Justiz- bzw. Verwaltungsämter in hessischen und nassauischen Fürstentümern. Die Mutter Henriette Philippine Groos (1743–1792) war eine Tochter des Geheimen Rates Groos aus Zweibrücken. Friedrich Carl von Savigny wurde im reformierten Bekenntnis seiner Mutter erzogen. Er hatte zwölf Geschwister, die alle früh verstarben.[3] Nachdem Savigny im Alter von 13 Jahren zum Waisen geworden war, zog ihn sein Vormund Constantin von Neurath in Wetzlar auf, wo er das Gymnasium absolvierte. 1795 schrieb er sich an der Universität Marburg zum Studium der Rechtswissenschaften ein und hörte Vorlesungen von Anton Bauer und Philipp Friedrich Weis. Dieser versuchte Savigny auch auf die Altertumswissenschaften zu lenken und äußerte sich am 1. September 1797 über Savigny: „Er hat so viele Beweise seiner ausgezeichneten Talente, scharfen Beurteilungskraft und gründlichen Kenntnisse im Römischen Recht gegeben, daß ich ihn für den vorzüglichsten unter allen meinen Zuhörern während meines akademischen Lehramts zu erklären kein Bedenken trage.“ – Philipp Friedrich Weis[4] Im Sommer 1799 lebte Friedrich Carl von Savigny einige Zeit auf einem der Familie von Leonhardi gehörenden Gut in Lengfeld (Odenwald). Friedrich von Leonhardi war ein Studienfreund aus Marburg. Dort traf er die 19 Jahre alte Karoline von Günderrode, die sich in ihn verliebte.[5] Nach Studien in Jena, Leipzig, Göttingen und Halle kehrte er 1800 nach Marburg zurück. Da er finanziell unabhängig war, konnte er seine Studienwanderjahre dazu nutzen, viele persönliche Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Handschriften sowie Exzerpte zu studieren.[1] Nach Marburg zurückgekehrt, wurde er im selben Jahr promoviert. Seine Dissertation behandelte das Thema: De concursu delictorum formali. Unmittelbar anschließend ging er auf Reisen und lernte in Jena, vermittelt durch seinen Schulkameraden Hans von Bostel aus Wetzlar, Clemens Brentano kennen. Im Frühjahr 1801 führte Brentano Savigny in seine Familie ein und reiste anschließend mit ihm den Rhein entlang. In Marburg unterrichtete er als Privatdozent Strafrecht und die justinianischen Pandekten. Zu seinen Schülern gehörten die Brüder Grimm. Bereits 1803 habilitierte Savigny. Er veröffentlichte seine berühmte Untersuchung Das Recht des Besitzes und wurde schnell ein gefeierter Lehrmeister. Im Mai 1803 verlobte er sich mit Clemens’ älterer Schwester Kunigunde Brentano (genannt Gundel) und heiratete sie im April 1804. Sie war Tochter des Kaufherren, kurtrierischen Geheimen Rats und Residenten in Frankfurt Peter Anton Brentano (1735–1797) und dessen Ehefrau Maximiliane von La Roche (1756–1793). Die Hochzeit fand in der protestantischen Kirche zu Meerholz statt, obwohl seine Braut katholisch war.[6] Clemens und Bettina Brentano (spätere von Arnim) waren folglich mit Savigny verschwägert. Das Paar hatte fünf Söhne, von denen zwei früh verstarben, sowie eine Tochter. Das Kindesalter überlebten Bet(t)ina (1805–1835), Franz (1808–1852; preußischer Kammergerichtsreferendar in Berlin), Carl Friedrich (1814–1875) und Leo (1820–1886; preußischer Kammerherr). 1808 wurde Savigny auf eine ordentliche Professur für römisches Zivilrecht an die Universität Landshut berufen, wo er aber nur drei Semester lehrte. Wilhelm von Humboldt empfahl Savigny dem König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als einen der vorzüglichsten deutschen Juristen für die zu gründende Berliner Universität und sandte jenem gleichzeitig die Nachricht: „Sie müssen noch eher da sein als die Universität.“[7] Auch Clemens Brentano legte Savigny die preußische Hauptstadt nahe, doch band sich Savigny, nach einem Intermezzo ab 1808 in Landshut, erst ab April 1810 an eine Anstellung in Berlin.[8] Die Universität nahm im Oktober 1810 ihren Betrieb auf und Savigny lehrte die „Institutionen“ und „Rechtsgeschichte“ täglich sowie in wöchentlicher Wiederkehr „Pfandrecht“. Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit übte er in den Jahren 1812/13 das Rektorenamt aus und führte den von der juristischen Fakultät geschaffenen Spruchkörper des Spruch-Collegiums. Es handelte sich dabei um ein außerordentliches Gericht, das ordentlichen Gerichten auf deren Anfrage hin, seine Einschätzung abgab. Daneben unterrichtete Savigny als Privatlehrer den preußischen Kronprinzen in den Fächern Römisches Recht, Preußisches Recht und Strafrecht. 1814 erschien als Erwiderung auf Thibauts Thesen Über die Notwendigkeit eines allgemeinen bürgerlichen Rechts für Deutschland seine Streitschrift Vom Beruf unserer Zeit für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft. Im gleichen Jahr kam sein Sohn Karl Friedrich von Savigny auf die Welt, der später als Diplomat von sich reden machen sollte. 1815 gründete er gemeinsam mit Karl Friedrich Eichhorn und Johann Friedrich Ludwig Göschen die Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissenschaft als Organ der Historischen Rechtsschule. 1815 erschien der erste Band seiner Geschichte des römischen Rechts im Mittelalter, die er erst 1831 abschließen konnte. 1817 wurde er als Staatsrat Mitglied des preußischen Justizministeriums, 1819 Mitglied des Obertribunals für die Rheinprovinzen und 1820 Mitglied der Kommission für die Gesetzgebungsrevision des Allgemeinen preußischen Landrechts. 1829 wurde er in den Preußischen Staatsrat berufen.[9] Savigny begann 1835 mit der Erarbeitung seines Werks System des heutigen römischen Rechts. Er gilt zugleich als Begründer des modernen Internationalen Privatrechts, für das er im VIII. Band seines Systems des heutigen Römischen Rechts das Leitprinzip entwickelte, für die Bestimmung des auf ein Rechtsverhältnis anwendbaren Rechts sei darauf abzustellen, wo es „seiner eigentümlichen Natur nach seinen Sitz“ habe. Seine akademische Tätigkeit endete 1842 mit der Ernennung zum Großkanzler durch Friedrich Wilhelm IV. Gleichzeitig wurde er damit preußischer „Minister für Revision der Gesetzgebung“ im Gesetzgebungsministerium. Sein besonderes Verdienst ist in dieser Funktion die Vorbereitung der Gesetzgebung für das Wechselrecht sowie des zukünftigen Oblligationen- und Handelsrechts.[10] Bei Ausbruch der Revolution von 1848 trat er zurück. 1850 erschien das Werk Vermischte Schriften und 1853 als Ergänzung zum System des heutigen römischen Rechts das Obligationenrecht. Im November 1854 berief der König Savigny aus „allerhöchstem Vertrauen“ in das Preußische Herrenhaus und ernannte ihn zum Kronsyndikus. Diese Ämter übte er tatsächlich aber nie aus.[11] Kapelle des Hof Trages Savigny verstarb am 25. Oktober 1861 in Berlin. Zu seiner Totenfeier erschien – so wird berichtet – König Wilhelm I. mit sämtlichen Prinzen. Sein Grab befand sich in Berlin-Mitte in der St.-Hedwigs-Kathedrale. 1875 wurde der Sarg auf das Familiengut Hof Trages im heutigen Freigericht bei Hanau überführt und ist dort in der Gruft der Kapelle des Anwesens neben dem seiner Frau beigesetzt. Zu seinem Gedenken wird die einst von Savigny und seinen Kollegen herausgegebene „Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissenschaft“ im Rahmen einer nach ihm benannten Stiftung in drei Kategorien fortgeführt: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Abteilung GA, RA und KA. | VON SAVIGNY, Friedrich Carl (I52658)
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| 4773 | Savigny war der Sohn des bedeutenden preußischen Rechtsgelehrten und Staatsmanns Friedrich Carl von Savigny und der Kunigunde Brentano, einer Schwester der schriftstellerisch bekannt gewordenen Clemens Brentano und Elisabeth Brentano, die sich nach ihrer Heirat Bettina von Arnim nannte. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in München und Berlin trat Savigny in den preußischen Staatsdienst ein und lernte während seiner Tätigkeit im Regierungspräsidium Aachen Otto von Bismarck näher kennen. 1840 trat er in den diplomatischen Dienst Preußens ein und war in den Gesandtschaften in Dresden (1840), Lissabon (1842), Kassel (1844) und Den Haag (1845) tätig. Im Revolutionsjahr 1848 war Savigny in diplomatischer Mission in London, Paris und Frankfurt tätig. Im Juni desselben Jahres wurde Savigny zum Wirklichen Legationsrat und Vortragenden Rat in der politischen Abteilung des Außenministeriums und war im November 1849 in der engeren Umgebung des späteren Kaisers Wilhelm tätig. Politik Es folgten 20 Jahre, in denen er als preußischer Gesandter in verschiedenen deutschen und europäischen Hauptstädten war. Von 1849 bis 1859 in Karlsruhe, dann bis 1862 in Dresden und den anderen sächsischen Herzogtümern und von 1862 bis 1864 in Brüssel. Im Jahr 1864 wurde er Gesandter Preußens beim Bundestag des Deutschen Bundes in Frankfurt am Main. In seine Amtszeit fallen die beiden ersten Einigungskriege gegen Dänemark und Österreich. Seine Tätigkeit endete im Sommer 1866: Nach dem Bundesbeschluss vom 14. Juni (gegen Preußen) erklärte Savigny, dieser rechtswidrige Beschluss habe den Bund aufgelöst. Anerkannt wurde dies von Österreich und den anderen Mittelstaaten freilich erst nach ihrer Niederlage im Deutschen Krieg. Nach dem Sieg über Österreich und seine Verbündeten war Savigny Bismarcks Beauftragter für Verhandlungen zur Gründung des Norddeutschen Bundes und anschließend Vorsitzender einer Regierungskonferenz, die die Verfassung des Norddeutschen Bundes ausarbeitete. Savigny erarbeitete einen der Entwürfe. Bismarck hatte ursprünglich das Amt des Bundeskanzlers als eine mehr ausführende Tätigkeit gedacht, vergleichbar dem Präsidialgesandten im alten Bundestag. Für diese Position hatte er Savigny ausgewählt. Als der konstituierende Reichstag jedoch die lex Bennigsen angenommen hatte, wodurch der Bundeskanzler die Bundesexekutive wurde, übernahm Bismarck selbst das Amt. Savigny ging daraufhin 1868 in den einstweiligen Ruhestand und schied nach einer kurzen Tätigkeit während des Deutsch-Französischen Kriegs 1871 endgültig aus dem Staatsdienst aus. Bereits seit 1867 saß Savigny für die Freikonservativen im Norddeutschen Reichstag.[1] Dem Preußischen Abgeordnetenhaus gehörte er 1867 und 1868 sowie erneut von 1870 bis 1875 an.[2] Von 1871 bis zu seinem Tode vertrat von Savigny für die Zentrumspartei den Wahlkreis Regierungsbezirk Koblenz 3 (Koblenz – St. Goar) im Reichstag.[3] Dort setzte er sich sowohl für die Hegemonie Preußens in Deutschland als auch für die Belange der katholischen Bevölkerungsteile im neuen Reich ein. Er war maßgeblich an der Gründung der Zentrumspartei beteiligt, deren Fraktionsvorsitzender er sowohl im Reichstag, als auch im preußischen Abgeordnetenhaus wurde. Mit dem von Savigny vorgeschlagenen Namen „Zentrum“ sollte auch Protestanten der Eintritt in die neue Fraktion erleichtert werden. Zusammen mit Ludwig Windthorst, den Brüdern Peter und August Reichensperger und Hermann von Mallinckrodt war er eine der wichtigsten Personen in der frühen Phase des Zentrums. Als Fraktionsvorsitzender hatte er maßgeblichen Anteil daran, die verschiedenen Positionen innerhalb des Zentrums zu einem Ausgleich zu bringen. | VON SAVIGNY, Karl Friedrich (I54276)
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| 4774 | Schaffhauser Ritterfam., die vom 13. bis 15. Jh. bestand. Die Fam. wurde erstmals nach 1251 in Zusammenhang mit dem Streit der Gf. von Kyburg und der Herren von Lupfen um das Erbe der Gf. von Küssenberg erwähnt. Sie gehörte zu einer Gruppe von Adligen, welche nach 1241 die Küssenberger Güter im Reiat, in Lohn (SH) und in Schwarzach als Lehen der Herren von Lupfen übernommen hatten. Die R. waren zudem vom Kloster Reichenau mit Gütern und Rechten belehnt, so in Beggingen, Siblingen, Merishausen und Schleitheim, wo die Burg R. stand. Der in Schaffhausen lebende Egbert gab 1253 dem Druck der Kyburger nach und verkaufte seinen Besitz in Lohn dem Kloster Paradies. Nach langem Widerstand verkaufte auch Friedrich 1257 seine Güter in Schwarzach, nachdem sich das Kloster Paradies verpflichtet hatte, dorthin zu ziehen. Die Brüder Egbert und Egbert der Jüngere (1278-96) gründeten in der nächsten Generation die Zweige der Schultheissen von R. und der Rot von R. Egbert, der 1289 erstmals als Schultheiss von Schaffhausen belegt ist, bewegte sich im Umfeld der Habsburger. Von den verwandten Meyer von Schaffhausen erwarb er 1291 das Lindauer Lehen zu Neuhausen (u.a. mit dem Schlösschen Wörth), und begründete 1295 mit der Stiftung einer Altarpfrund die engen Beziehungen der Fam. zum Heiliggeistspital in Schaffhausen. Die Fam. stellte bis 1376 den Schultheissen und verlor ihre einflussreiche Position in der Schaffhauser Politik erst 1415, als Götz als österr. Vogt der Stadt abgesetzt wurde. Die R. starben im 15. Jh. aus. | VON RANDENBURG, N. (I23720)
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| 4775 | Schaper wurde geboren als vierter Sohn des Pastors Friedrich Gottfried Peter Schaper und dessen Frau Antonie Schaper geb. Heiligenstädt. Am 6. Januar 1848, als Fritz noch keine 7 Jahre alt war, starb sein Vater, und seine Mutter zog mit ihren sieben Kindern nach Halle (Saale). Bereits im darauffolgenden Jahr am 14. Juli 1849 verstarb auch sie, und die Kinder wurden bei verschiedenen Familien untergebracht. Fritz Schaper wuchs bei Graf Kielmannsegg auf, zuerst auf dem Land, dann wieder in Halle. Dort besuchte er die Realschule der Franckeschen Stiftungen. Mit 15 Jahren ging er ab und absolvierte eine Steinmetzlehre bei C. A. Merckel. Dabei zeigte sich sein Talent, und der Wunsch entstand, Bildhauer zu werden.[4] Zur weiteren Ausbildung ging Schaper 1859 nach Berlin und besuchte dort zwei Jahre die Berliner Kunstakademie. Dort übte er sich unter anderem im anatomischen Zeichnen und Zeichnen nach der Antike. Gleichzeitig wurde er 1860 ein Schüler des Bildhauers Albert Wolff. Ebenso wie Wolff, der ein Freund und Schüler des kurz zuvor verstorbenen Christian Daniel Rauch gewesen war, nahm Schaper sich Rauch zum Vorbild für sein weiteres künstlerisches Schaffen. Zu seinem 23. Geburtstag bekam Schaper sein elterliches Erbteil ausgezahlt, was ihm mehr finanzielle Unabhängigkeit einbrachte. 1865/1866 schuf er sein erstes eigenständiges Werk, die Gipsgruppe Bacchus und Ariadne. 1867 reiste er zur Weltausstellung in Paris. Anschließend gründete er sein erstes eigenes Atelier an der Großen Präsidentenstraße, übersiedelte aber bald in die Albrechtstraße. Er bekam noch im gleichen Jahr einen Auftrag für eine Borussia und zwei Löwen am Kriegerdenkmal in Halle, das 1872 enthüllt wurde. Zunächst blieben jedoch große Aufträge noch aus. In den 1870er Jahren beteiligte sich Schaper häufig an Künstlerwettbewerben. Ein wichtiger Erfolg war der 1. Preis bei dem Wettbewerb um das Berliner Goethe-Denkmal 1871, mit dessen Ausführung er zwei Jahre später beauftragt wurde, und das 1880 im Tiergarten enthüllt wurde. 1875 wurde er Leiter des Aktsaals für Bildhauerei unter Anton von Werner. Diese Position verschaffte ihm ein sicheres Einkommen und höheres Ansehen. Es folgten weitere bedeutende Aufträge, unter anderem für das Kölner Bismarck-Denkmal, das Braunschweiger Gauß-Denkmal und Hamburger Lessing-Denkmal. Auch schuf Schaper in dieser Zeit erste Büsten. Im Januar 1880 wurde Schaper Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, und im Juni des gleichen Jahres, am Tag der Enthüllung des Goethe-Denkmals, bekam er den Titel als Professor verliehen. Im Folgejahr wurde er Mitglied des Senats der Akademie der Künste sowie Ehrenmitglied der Dresdner Kunstakademie. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen wie das Ritterkreuz des Hausordens vom Weißen Falken (1881), das Kommandeurkreuz des Ordens der Eichenkrone (1882), und wurde Ritter des preußischen Ordens Pour le Mérite (1884). Schapers Popularität als Bildhauer wuchs, und er bekam zunehmend direkte Aufträge, ohne sich vorher gegen Konkurrenten durchsetzen zu müssen. Er fertigte zahlreiche Büsten für Privatpersonen und Institutionen. 1884 wurde sein Denkmal für August von Goeben in Koblenz enthüllt, 1889 sein erstes Unternehmerdenkmal, das Alfred-Krupp-Denkmal an der Marktkirche in Essen.[4] 1890 gab Schaper sein Lehramt auf und zog in ein eigenes Haus mit Atelier an der Buchenstraße. Im Jahr darauf heiratete er Helene Rittershaus, eine Tochter des Dichters Emil Rittershaus. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Hedwig (1892–1925), Eva (1893–1977), Wolfgang (1895–1930) und Dorothea (1897–1985). Letztere beide waren später ebenfalls als Bildhauer tätig. In den 1890er Jahren erhielt Schaper neben vielen anderen Aufträgen erstmals auch solche, die kaiserlicher Zustimmung bedurften. Er schuf unter anderem acht Denkmäler, die fürstliche Personen darstellten. Das Giebelrelief aus Sandstein an der Hauptfassade des Reichstagsgebäudes (1891–1893) ist ebenfalls ein wichtiges Werk dieser Schaffensperiode. Das 20. Jahrhundert begann für Schaper mit einer schweren psychischen Krise und Depressionen, die ihn 1900 zu einem Aufenthalt im Sanatorium Bellevue zwangen. In den folgenden Jahren kamen gesundheitliche Probleme hinzu und seine künstlerische Aktivität nahm ab. 1901 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine große Goldmedaille. Er bereiste Italien (1901), Sizilien (1906) und Amerika (1907). 1903 erhielt er einen letzten kaiserlichen Auftrag, die Altgermanische Wisentjagd für den Berliner Tiergarten. 1905 wurde er erneut zum Senator der Akademie der Künste gewählt und erhielt zwei Auszeichnungen, den Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub für das Denkmal des Großen Kurfürsten und den Kronen-Orden II. Klasse mit Stern für Johann von Küstrin. In der Zeit danach schuf er vorwiegend Büsten, weniger Denkmale.[4] In den 1910er Jahren wandte sich Schaper vermehrt der Grabmalsplastik zu. Wenige Wochen nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde sein Sohn Wolfgang an der Westfront schwer verletzt, was eine Beinamputation nötig machte. Dies belastete Schaper in der Folgezeit, hinzu kamen motorische Störungen der rechten Hand, unter denen er ab 1915 litt und eine beginnende Erblindung. Zumeist leitete er nur noch seine Gehilfen bei der Bildhauerei an und nahm letzte Korrekturen vor. 1919 starb er mit 78 Jahren. Schaper gehörte zu den Unterzeichnern des Aufrufs An die Kulturwelt vom 4. Oktober 1914. Der Hofjuwelier Hugo Schaper, der unter anderem die Krone von Kaiser Wilhelm II. anfertigte,[5] war ein Bruder von Fritz Schaper.[6] Die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann war eine Enkelin von Fritz Schaper. Schaper bekam ein Berliner Ehrengrab auf dem Friedhof IV der Gemeinde Jerusalems- und Neue Kirche an der Bergmannstraße in Kreuzberg.[7] | SCHAPER, Fritz (I54252)
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| 4776 | Schatzverordnete van de graaf van Tecklenburg, van wie zij het goed Bringenburg erfde | METTING, von von Anna Margarethe (I1076)
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| 4777 | Schauenburg (südwestdeutsches Adelsgeschlecht) Schauenburg nannte sich ein Burgmannengeschlecht der Grafen von Eberstein, das zum Uradel der Ortenau gehört und seinen Stammsitz auf der Schauenburg bei Oberkirch im Renchtal hat. Die Familie seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar und bis heute im Besitz der 1689 zerstörten Stammburg sowie des unterhalb gelegenen Gaisbacher Schlosses aus dem 17. Jahrhundert. Der Name des Geschlechts wird mehrfach in Urkunden der Zähringer genannt, woraus sich eine gewisse Bedeutung zu dieser Zeit ablesen lässt. Es erscheint erstmals urkundlich am 26. September 1108 mit Henricus de Scovenburg[1] und beginnt seine ununterbrochene Stammreihe mit Ercenboldus de Scovenburg, der 1274 eine Urkunde siegelt.[2] Die Ritter von Schauenburg stellten als Ministeriale und Burgmannen der Grafen von Eberstein die Besatzung der Schauenburg. Das Schweizer Adelsgeschlecht "von Schauenburg", in Liestal beheimatet, starb bereits spätestens 1385 aus. ms Schauenburg, Gaisbach Die Schauenburg ist die Ruine einer Spornburg auf einer 367 m ü. NN hohen Spornterrasse im Renchtal oberhalb von Gaisbach, einem Ortsteil der Stadt Oberkirch, im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Mit Uta von Schauenburg besitzt die Burg eine berühmte Persönlichkeit. Utas Bruder Eberhard von Eberstein war Mitstifter des Klosters Allerheiligen, daher vererbte sie ihm die Schauenburg, wie es die Sindelfinger Chronik berichtet. Eigentümer waren nun die Herren von Eberstein, bis sie Wolf von Eberstein 1386 zusammen mit seiner Hälfte der Grafschaft Eberstein an Rudolf VII. von Baden verkaufen musste. Bild: Wikipedia; Stefan Karl - Eigenes Werk | VON SCHAUENBURG, Eva Veronika (I46783)
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| 4778 | Scheibler ist der Name einer aus dem hessischen Gemünden an der Wohra abstammenden ehemaligen Kaufmannsfamilie. Ab Ende des 16. Jahrhunderts wirkte sie besonders im Rheinland als lutherische Theologenfamilie und erwarb sich ab dem 18. Jahrhundert vor allem als Tuchfabrikantenfamilie speziell im Raum Monschau, Eupen, Iserlohn und Krefeld sowie in Łódź und Mailand einen anerkannten und internationalen Ruf. Darüber hinaus wurden einige Mitglieder der Familie in den Adelsstand erhoben. Nachdem die Familie anfangs unter anderem als Grundbesitzer, Schafzüchter, Bierbrauer und Wollhändler tätig gewesen war, entschloss sich erstmals mit Johann III. Scheibler (1553–1597), dem Sohn des Gemündener Bürgermeisters Johann II. Scheibler (1529–1594), ein Mitglied der Familie, eine theologische Laufbahn anzustreben. Dessen Sohn Christoph Scheibler wurde Professor der Theologie und Rektor an der Universität Gießen und folgte 1625 einem Ruf nach Dortmund, wo er zum Superintendenten und zum Leiter des Archigymnasiums ernannt wurde. Damit war auch zugleich der Schritt ins Rheinland vollzogen, in die Region, in der in den folgenden Jahrzehnten circa 24 Mitglieder der Familie als Theologen tätig und bekannt wurden. | SCHEIBLER, Johannes II. ´der Ältere` (I25051)
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| 4779 | Scheint auf Burg Hohenklingen ob Stein am Rhein gewohnt zu haben, ist an verschiedenen Fehden seiner unruhigen Zeit beteiligt; das kostete viel Geld, so musste er, wie so viele Adlige seiner Zeit, zuerst Geld aufnehmen und später für die Rückzahlung Gut veräussern; die Stadt Stein am Rhein kaufte von ihm und seinen Brudersöhnen die ganze Herrschaft Hohenklingen mit der Burg und Rechtsamen zu Stein; aber von dem Kaufpreis von 24'500 Gulden erhielten die Klingenberger nur etwas 3000 Gulden, das andere ging an Gläubiger; Stein am Rhein aber musste das Geld bei den Juden mit 50 und 60 Prozent Zinsen aufnehmen; Hans war 1445 Vogt zu Frauenfeld, 1452 österreichischer Landvogt im Thurgau. | VON KLINGENBERG, Hans (I11129)
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| 4780 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7765)
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| 4781 | Schellenberg (auch Herren von Schellenberg) ist der Name eines alten Adelsgeschlechts mit Ursprung in Schellenberg (heutiges Liechtenstein), das in den Ritterstand sowie später in den Freiherrenstand aufgenommen wurde und Anfang des 19. Jahrhunderts erlosch. Die Schellenbergs wurden in Quellen aus den Jahren 1137 bis 1157 als Vasallen des Otto von Freising, Babenberger (* um 1112 vermutlich in Klosterneuburg bei Wien; † 22. September 1158 im Zisterzienserkloster Morimond in Frankreich; war seit 1138 Bischof von Freising und einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters.) erstmals erwähnt. Sie hatten ihren Stammsitz im oberen Isartal, dienten den Staufern ebenso wie Rudolf von Habsburg und gewannen damit politischen Einfluss und Reichtum. In der Stauferzeit ließen sich die Herren von Schellenberg auf dem Eschnerberg (bei Feldkirch) im heutigen Gebiet Liechtensteins nieder. Hier erbauten sie in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Burg Neu-Schellenberg und einige Jahrzehnte später die Burg Alt-Schellenberg.[1] Es ist wahrscheinlich, dass die Stauferkönige die Schellenberg hier ansässig machten, um die Reichsstraße nach Italien zu sichern. Diesen Besitz im heutigen Fürstentum Liechtenstein verkauften die Herren von Schellenberg 1317 an die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg. Dennoch trägt der Berg bei Eschen bis heute ihren Namen. Im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war das Geschlecht vor allem im Allgäu, in der Baar und im Hegau begütert. Einzelne Vertreter des Hauses finden sich in Diensten der Äbte von St. Gallen und Kempten. Weibliche Familienangehörige waren Mitglieder des Klosters Lindau. Als reichsritterliches Geschlecht gehörten die Schellenberg dem Ritterkanton Hegau-Allgäu-Bodensee im Schwäbischen Ritterkreis an. | VON SCHELLENBERG, N. (I7950)
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| 4782 | Schellenberg (auch Herren von Schellenberg) ist der Name eines alten Adelsgeschlechts mit Ursprung in Schellenberg (heutiges Liechtenstein), das in den Ritterstand sowie später in den Freiherrenstand aufgenommen wurde und Anfang des 19. Jahrhunderts erlosch. Es ist nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen sächsischen Uradelsgeschlecht aus Schellenberg (Leubsdorf) mit Stammsitz auf Burg Schellenberg und auch nicht mit den westfälischen Freiherren von Vittinghoff genannt Schell zu Schellenberg. | VON SCHELLENBERG, N. (I7845)
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| 4783 | Schellenberg (auch Herren von Schellenberg) ist der Name eines alten Adelsgeschlechts mit Ursprung in Schellenberg (heutiges Liechtenstein), das in den Ritterstand sowie später in den Freiherrenstand aufgenommen wurde und Anfang des 19. Jahrhunderts erlosch. Es ist nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen sächsischen Uradelsgeschlecht aus Schellenberg (Leubsdorf) mit Stammsitz auf Burg Schellenberg und auch nicht mit den westfälischen Freiherren von Vittinghoff genannt Schell zu Schellenberg. | VON SCHELLENBERG, Anna (I8075)
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| 4784 | schenkte 1476/86 mit ihrem Ehemann der Kirche St. Martin in Oberrohrdorf AG eine Kasel aus Damast, 1486 gestorben, 1490 Gotthard von Landenberg, Ritter, bittet seinen Schwager Hartmann Rordorf, Ritter, um Bezeugung des Heiratsbriefs seiner Tochter Ita von Landenberg mit Conrad Heggenzi dem Jüngeren; 1476 Bischof Otto von Konstanz erklärt, dem Gotthard von Landenberg 600 rhein. Gulden zu schulden, herrührend von dessen Schweher (Schwiegervater) Hans Muntprat zu Lommis und aus einem Schuldbrief, den der 1462-66 amtierende Bischof Burkhard II. dessen seligem Vater (Junker) Albrecht von Landenberg gegeben hatte (u. a. hieraus folgt, dass Nr. 234 der Vater der Geschwister von Landenberg war) | VON BREITEN-LANDENBERG, Magdalena (I29123)
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| 4785 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7136)
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| 4786 | SchlatterSG Version vom: 09.08.2011 Autorin/Autor: Marcel Mayer Fam. der Stadt St. Gallen, deren ursprüngl. Herkunft unbekannt ist. Als erster in St. Gallen nachgewiesener S. erscheint Starch-Hans ab 1446 in den Steuerbüchern. Vom 15. bis ins 18. Jh. gehörten die S. grösstenteils der einflussreichen Weberzunft an und waren zuerst als Bleichermeister, dann als Weber oft im Leinwandgewerbe tätig. Obwohl sie vom 15. Jh. bis 1798 als Zunftmeister oder Elfer mehrfach in den Räten sassen und zwei Unterbürgermeister stellten, stiegen sie nie in die höchsten Ämter der Stadtrepublik auf. Seit dem 18. Jh. gingen die Familienmitglieder zunehmend versch. Berufen nach, wobei sich viele als Kaufleute, u.a. in Italien, betätigten. Im 19. und frühen 20. Jh. gewannen mehrere S. in der Theologie, v.a. aber in der prakt. Volksfrömmigkeit und im Missionswesen erhebl. Einfluss wie Adolf (->), Anna (->), Daniel (->), Stephan (->) und Wilhelm (->). Die Nähe zum Pietismus bzw. zum positiven (orthodoxen) Protestantismus war in der Fam. als Reaktion auf die rationalistisch und später mehrheitlich liberal geprägte offizielle ref. Kirche der Stadt verbreitet. Verdient machten sich die S. im 19. und 20. Jh. zudem im Bauwesen. Nach der Übernahme des grossen Zimmereigeschäfts Wartmann durch Kaspar Theodor (1830-1911) erbaute dessen Sohn Hektor (1863-1931) in den 1920er Jahren stilistisch im Sinne seines Bruders Salomon (->) innovative, an die Ostschweizer Holzbautradition anknüpfende Häuser am östl. Rosenberg in St. Gallen, die trotz der damaligen Stickereikrise erschwingl. Eigenheime darstellten. Theodor (1847-1918) arbeitete als St. Galler Gemeinderat an der Verbesserung der im 19. Jh. desolaten Wasserversorgung der Stadt mit. Zur Erhaltung des Vermögens bzw. zur Unterstützung von Familienmitgliedern stifteten Paulus (1675-1762) ein Fideikommiss und Caspar (1700-61) ein Familienlegat. | SCHLATTER, N. (I46164)
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| 4787 | Schlegel gilt als Pionier der Sprachtypologie und bahnbrechender Indologe, ohne dass er jemals in Indien war. Seine Monographie Über die Sprache und Weisheit der Indier lenkte große Aufmerksamkeit auf Indien.[1] Der Aphoristiker Schlegel, „gemeinhin als ein genialischer Chaot mit sprunghaften Einfällen betrachtet“,[2] inspirierte unter anderen den Historiker Leopold von Ranke.[3] Sein essayistisches Werk wurde von Marcel Reich-Ranicki in dessen Kanon aufgenommen.[4] Leben Friedrich Schlegel um 1790, Kreidezeichnung von Caroline Rehberg Kindheit, Jugend, Studium Friedrich Schlegel kam am 10. März 1772 als zehntes Kind des lutherischen Pastors und Dichters Johann Adolf Schlegel in Hannover zur Welt. Sein Vater war Pfarrer an der Marktkirche; in der Familie bestand ein künstlerisch und intellektuell aufgeschlossenes Umfeld. Einer seiner Ahnen, Christoph Schlegel (1613–1678), war wegen seiner Verdienste als Prediger in Leutschau 1651 von Kaiser Ferdinand III. mit dem Beinamen „von Gottleben“ geadelt worden.[5] Die Erziehung Friedrichs bereitete der Familie Kummer: „[…] in sich zurückgezogen erschien das Kind schwer erziehbar und zudem von labiler Gesundheit.“[6] Die Erziehung wurde zuerst seinem Onkel Johann August in Pattensen[7] und danach seinem Bruder Moritz in Bothfeld[8] anvertraut. 1789 starb sein Bruder Karl August in Madras.[9] „Auf sein flehentliches Bitten“ (nach Wilhelm Dilthey) brach er eine Kaufmannslehre bei dem Bankier Schlemm in Leipzig ab, und ihm wurde die Vorbereitung auf das Universitätsstudium gestattet. Er zog zu seinem älteren Bruder August Wilhelm nach Göttingen. Er immatrikulierte sich 1790 an der Universität Göttingen, um Rechtswissenschaften zu studieren, wandte sich aber der Klassischen Philologie zu, die er bei Christian Gottlob Heyne hörte. Als sein Bruder im Mai 1791 als Hauslehrer nach Amsterdam übersiedelte, setzte er das Jura-Studium nach einem Jahr an der Universität Leipzig fort. Aus Lesewut beschäftigte er sich in den nächsten Jahren mit Hellenismus (griechischen Dichtern wie Aristophanes, griechischem Drama, Komödien und Poesie), römischer Zivilisation, Geschichtsphilosophie, zeitgenössischer deutscher Literatur (Weimarer Klassik) und Jean-Jacques Rousseau. Leipzig, Dresden Caroline Böhmer-Schlegel-Schelling: „Über ein Gedicht von Schiller, das Lied von der Glocke, sind wir gestern Mittag fast von den Stühlen gefallen vor Lachen, es ist à la Voss, à la Tieck, à la Teufel, wenigstens um des Teufels zu werden.“[10] Im Januar 1792 lernte er Friedrich von Hardenberg (der sich später Novalis nennen sollte) kennen, mit dem ihn viele gemeinsame Interessen, wie Philosophie, Geschichte und Literaturtheorie, verbanden. In das Jahr 1792 fällt auch Schlegels erste Begegnung mit Schiller (14. Mai 1792). Im Sommer 1793 gab Schlegel sein Studium wegen Schulden auf und wurde freier Schriftsteller. Im August 1793 freundete er sich mit der geistreichen schwangeren Witwe Caroline Böhmer an, der Tochter eines Göttinger Theologen und Orientalisten.[11] Diese Freundschaften prägten seinen weiteren Lebensweg entscheidend, da sie ihn bei seiner literarischen Tätigkeit unterstützten. Im Januar 1794 zog er nach Dresden zu seiner Schwester Charlotte. Dort lebte er zurückgezogen, lernte aber Christian Gottfried Körner kennen und veröffentlichte sein erstes Werk Von den Schulen der griechischen Poesie. Dabei beschäftigte er sich vor allem mit „Betrachtungen der Metrik“ der klassischen Antike. Schlegel verfasste 1795 einen Aufsatz Über die Diotima, in dem er die literarische Figur als Priesterin und als Pythagoreerin darstellte und als „Bild vollendeter Menschheit“ beschrieb, als eine Frau, „in welcher sich die Anmut einer Aspasia, die Seele einer Sappho, mit hoher Selbständigkeit vermählt“.[12] 1795 machte er Bekanntschaft mit Johann Friedrich Reichardt, der – wie Caroline – ein begeisterter Anhänger der Französischen Revolution, des Republikanismus und des Demokratismus war.[13] Die Mitarbeit an dessen Zeitschrift Deutschland sicherte seit 1796 seinen Lebensunterhalt. Neben dem politischen Artikel Versuch über den Begriff des Republikanismus erschien darin Schlegels scharfe Kritik an den Gedichten Friedrich Schillers (Rezension des Schillerschen Musenalmanachs auf das Jahr 1796). Jena, Berlin Im Juli 1796 war Schlegel seinem Bruder August Wilhelm und dessen Frau Caroline nach Jena gefolgt. Zunehmend beschäftigte er sich mit Philosophie (Kant, Spinoza). Hier prägte ihn stark die Philosophie von Johann Gottlieb Fichte (vgl. dessen Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre), mit dem ihn eine Freundschaft verband. Der junge Schlegel machte bei seinem ersten Jenaer Aufenthalt zudem fruchtbare Bekanntschaften mit Schriftstellern der „älteren Generation“: Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland und Johann Wolfgang von Goethe. In Auseinandersetzung mit deren Werken entwickelte er seine berühmte Literaturtheorie. August Wilhelm Schlegel um 1800 Ende 1797 hat der Begriff Romantik für Schlegel schon vielfältige Facetten gewonnen. In einem Brief an seinen Bruder August Wilhelm schreibt er: „Meine Erklärung des Worts Romantisch kann ich Dir nicht gut schicken, weil sie – 125 Bogen lang ist.“[14] In der Literatur sollten nun nicht mehr wie in der Klassik bestimmte Schemata für die Erschaffung eines literarischen Werkes vorgegeben sein, sondern man betrachtete den Künstler als freischaffendes Genie. Die Regelpoetik und die Forderungen der drei aristotelischen Einheiten von Raum, Zeit und Handlung verloren an Bedeutung, vielmehr wurde der Roman zum subjektiven Spielfeld des Autors. Ziel war es – nach Schlegel –, Philosophie, Prosa, Poesie, Genialität und Kritik miteinander verbindend darzustellen. Aus diesen neuen Konstellationen ergab sich ein fragmentarischer Charakter mit unfertigen Handlungssträngen. Schlegel wollte damit den Werdensprozess der Dichtung betonen und meinte, dass der unvollendete Zustand einer Dichtung der Willkür und Freiheit des Dichters folge. „Die weiblichen Charaktere und die Liebe im Drama müßen nicht so äußerlich angehängt sein, sondern nothwendig verknüpft, selbst allegorisch für die Verklärung, d[en] Untergang – die Versöhnung; d[en] Kampf und Sieg wie diese im Ganzen herrschen. Sie müssen dasselbe gleichsam personificirt sein. Doch scheinen weibliche Charaktere des Untergangs (wie Lady Macbeth) bedenklich. Besser alle im guten Princip. […] (KFSA XVII: 160; xvii, 202, 1808)“[15] „Weiterhin betont Schlegel den ‚indirekten religiösen Charakter der dramatischen Poesie‘ (KFSA XVII: 204; xviii,138, 1823), schreibt aber an anderer Stelle, daß die Poesie sowohl heidnisch als auch christlich sein muß, und merkt kritisch an, daß Calderón diesem Ideal nicht entspricht (vgl. KFSA XVII: 258; xix,115, 1811). Ausgeglichen soll das Drama auch insofern sein, als ‚Gott und Teufel, gutes und böses Princip‘ (KFSA XVI: 264; ix,126, 1799–1801) gleichermaßen darzustellen sind.“[16] In Deutschland taucht der Begriff „Historismus“ erstmals 1797 bei Schlegel auf, der sich auf „Winckelmanns Historismus“ bezieht, um den „unermeßlichen Unterschied“ zwischen der Antike und der gegenwärtigen Kultur des 18. Jahrhunderts deutlich zu machen. Er plädiert dafür, die Antike nicht durch die philosophische Brille zu betrachten, sondern in ihrer Eigenständigkeit zu akzeptieren.[17] Schlegel schrieb in Bezug auf die Dichtung der Spätantike von „entarteter Kunst“.[18] 1797 lernte er Friedrich Schleiermacher, den Prediger an der Charité Berlin, kennen. Schleiermacher und Schlegel lebten in einer kleinen Wohnung, lasen gemeinsam Fichtes Wissenschaftslehre und Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre, übersetzten Platon und diskutierten hitzig über Lebenskunst. Überdies machte er im literarischen Salon der Henriette Herz Bekanntschaft mit Rahel Varnhagen von Ense, Ludwig Tieck und Dorothea Veit, der Tochter Moses Mendelssohns, mit der er nach ihrer Scheidung 1798 zusammenlebte. Diese Zeit findet eine programmatisch überhöhte Darstellung in seinem Roman Lucinde (1799). 1798 gründeten die Gebrüder Schlegel die ästhetisch-kritische Zeitschrift Athenäum. Sie gilt als das Sprachorgan der Jenaer Frühromantik. Zusammen mit Novalis entwickelte Friedrich Schlegel in dieser Zeitschrift das Fragment zu einer spezifisch romantischen literarischen Kunstform. Schlegel kritisierte Wilhelm Meisters Lehrjahre. Die „Romantiker-Wohngemeinschaft“ in Jena Novalis um 1799, Porträt von Franz Gareis Friedrich Wilhelm Schelling, nach einem Ölgemälde von Christian Friedrich Tieck, um 1800 1799 lebten die beiden Brüder, August Wilhelms Ehefrau Caroline sowie Dorothea Veit für ein halbes Jahr zu viert zusammen – im Hinterhaus des Hauses An der Leutra 5 in Jena. Diese „Romantiker-Wohngemeinschaft“ bildete das Kernstück der Jenaer Romantik. Die Autoren brachen mit vielen Konventionen: Beispielsweise mischten sie in ihre Romane Gedichte und Balladen, kleine Märchen etc.; dabei bezogen sie sich oft auf Goethes Werke (Werther, Wilhelm Meisters Lehrjahre). Dem entspricht Friedrich Schlegels Konzept einer „progressiven Universalpoesie“, die nicht nur unterschiedlichste Gattungen und Wissensgebiete miteinander verbindet, sondern auch über sich selbst nachdenkt und ihre eigene Kritik enthält. In der Romantik wurde mit Friedrich Schlegel der Begriff der Ironie um eine literarische Haltung erweitert, die später als romantische Ironie bezeichnet wurde. Die Gruppe, deren Ziel ein enges Verweben von Leben und Literatur war, erhielt in dieser Zeit häufig Besuch: Mit Friedrich von Hardenberg (Novalis) und Tieck – dieser erschien mit seinem Schwager August Ferdinand Bernhardi – verband Schlegel eine enge Freundschaft und die gemeinsame Arbeit am Athenaeum. Mit Novalis entwickelte Friedrich Schlegel den Begriff der progressiven Universalpoesie. Auch sein Mitbewohner aus Berliner Tagen, Friedrich Schleiermacher, die in Jena lebende Schriftstellerin Sophie Mereau (wenngleich diese eher dem „Schiller-Kreis“ zuzuordnen ist), deren Geliebter und späterer Ehemann Clemens Brentano sowie die Philosophen Schelling und Fichte frequentierten die Wohngemeinschaft. In den Nächten diskutierten sie über Literatur, Kunsttheorie und Philosophie, tagsüber arbeiteten sie an ihren Texten: Friedrich Schlegel unter anderem an der Lucinde, August Wilhelm und Caroline an den Shakespeare-Übersetzungen.[19] Philipp Otto Runge: Selbstbildnis um 1802 Doch dieses Leben dauerte nur einen „Wimpernschlag der Weltgeschichte“[20] an. Im August 1800 habilitierte sich Friedrich Schlegel an der Universität Jena und lehrte als Privatdozent. Ein Höhepunkt der Studentenzahlen in Jena zeigte sich im 18. Jahrhundert, als der Ruf der Universität unter Herzog Carl August Lehrende wie Fichte, Schelling, Schiller, Hegel und Friedrich von Schlegel nach Jena zog. Schlegel veröffentlichte seine Ideen (1800), in denen es heißt: „Nur durch Beziehung aufs Unendliche entsteht Gehalt und Nutzen; was sich nicht darauf bezieht, ist schlechthin leer und unnütz.“[21] Schlegel übertrug in seinem Gespräch über die Poesie den Begriff Arabeske als erster auf die Literatur, in der sie eine durch scheinbar chaotische, naturähnliche Strukturen gekennzeichnete Form bezeichnet. An der Universität hielt er die Vorlesung über Transzendentalphilosophie (1801). Als sich die Wohngemeinschaft auflöste, verließ er im Dezember 1801 Jena. Schlegel nahm mit Tieck seinen Wohnsitz in Dresden und beide beschäftigten sich mit der Herausgabe von Novalis’ Werken Die Lehrlinge zu Sais und Heinrich von Ofterdingen. Schlegel begab sich nach einem Aufenthalt zusammen mit Dorothea, die ihn während dieser Zeit durch schriftstellerische Tätigkeit finanziell unterhielt (vgl. Florentin (Roman)), nach Weimar. Goethe hielt die Beziehungen auch nach dem Bruch der Schlegels mit Schiller (1797) aufrecht. Er führte Wilhelms Jon (Anfang 1802) und Friedrichs Alarcos (Mitte 1802) auf, wobei es zum Eklat kam, als die Kotzebue-Partei, die sowohl in Dissens zu Goethe als auch zu den Schlegel-Brüdern stand, mit einhellig schallendem Gelächter reagierte. Das „Man lache nicht!“ Goethes half wenig.[22] Aufgrund einer fehlenden psychologischen Motivierung schien der Alarcos von vornherein zum Scheitern verurteilt.[23] Paris und Köln Albrecht Altdorfer: Die Alexanderschlacht (1529; Alte Pinakothek, München). Schlegel bewunderte dieses Gemälde der Schlacht bei Issos; er beschrieb die untergehende Sonne als eine kosmische Vision von urweltlicher Großartigkeit.[24] Nach dem Frieden von Amiens befand sich Schlegel in Paris zum Studium der Kunstsammlungen, in der Hoffnung, eine neue Stelle oder eine verlorengegangene Ur-Einheit zu finden, das Goldene Zeitalter.[25] Dort lebte er in einer ehemaligen Wohnung des Baron d'Holbach, zusammen mit den Brüdern Boisserée und Alexander Hamilton, der als Gefangener der napoleonischen Kriege in Paris festsaß und einer der wenigen Sanskrit-Kenner seiner Zeit war. Er beschäftigte sich mit dem Studium der Indologie, der persischen Sprache als Schüler von Antoine-Léonard de Chézy und der vergleichenden Sprachwissenschaft, weil er wissen wollte, welche Sprachen miteinander verbunden sind; die Ergebnisse seines Nachdenkens betrafen die erste Lautverschiebung und die morphologische Sprachtypologie. Schlegel interessierte sich für die in Paris versammelten Gemälde der alten Meister und gründete die Zeitschrift Europa; Heinrich Christoph Kolbe wurde sein Mitarbeiter. Schlegel wurde „eine bedeutende Mittler- und Vermittlerrolle zwischen deutscher und französischer Kultur zugeschrieben“. Er verfolgte damit vielleicht auch ein nur dialektisch zu erreichendes Ziel: „Durch die bessere Kenntnis der französischen Kultur und ihrer Voraussetzungen soll ihre europäische Vorherrschaft und Vorbildhaftigkeit gebrochen werden.“[26] Am 6. April 1804 heiratete er in der schwedischen Botschaft in Paris Dorothea, die, da sie aus jüdischem Elternhaus stammte, vorher zum Protestantismus konvertieren musste. Kurz darauf ging er nach Köln (wegen der mittelalterlichen Kunstschätze), wo er Vorlesungen an der École Centrale (Nachfolgerin der alten Universität Köln) hielt. Er traf Ferdinand Franz Wallraf, einen besessenen Sammler von allem, was mit der Geschichte Kölns verbunden war. Die Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte in Deutschland zu einer Begeisterung für die mittelalterlichen Bauwerke, insbesondere für die großen Dome der Gotik und die Burgen. Schlegel lobte 1804/05 in seiner Abhandlung Grundzüge der gotischen Baukunst die gotische Stilepoche und sprach dabei wie Goethe von der „deutschen Baukunst“: „Es fand eine Umorientierung statt vom philosophischen Pantheismus der Goethezeit zur christlichen Spätromantik, von Baruch Spinoza zu Jakob Böhme und dem Geist des Christentums […]“. 1804 besuchte Schlegel auf Schloss Coppet seinen Bruder und Madame de Staël. Von dort ging er nach Paris, wurde aber krank und kehrte zurück nach Köln. Ende 1806 war er ein halbes Jahr zu Gast auf Schloss Acosta in Aubergenville bei Benjamin Constant und Germaine de Staël; seine Frau Dorothea übersetzte de Staëls Roman Corinne ins Deutsche. 1808 erschien Über die Sprache und Weisheit der Indier, eine Frucht seiner Pariser Studien, worin er seine romantischen Ideen über Sprache, Religion und Kultur darlegte.[27] Es heißt, Friedrich Schlegel habe den Begriff „Vergleichende Grammatik“ eingeführt.[28] Schlegel verglich Sanskrit mit Latein, Griechisch, Persisch und Deutsch und wies viele Gemeinsamkeiten in Vokabular und Grammatik nach. Die Behauptung der Gemeinsamkeiten dieser Sprachen ist, nach einigen Bearbeitungen und Umformulierungen, heute allgemein anerkannt. Weniger einig ist man sich darüber, in welcher geografischen Region diese Vorläufersprache anzusiedeln sei (siehe auch Out-of-India-Theorie). Schlegel war auch der Erste, der Sanskrit bei der Etymologie des Schamanismus-Begriffs mit einbezog.[29] Als Konvertierter in Wien Friedrich Schlegel um 1810, Zeichnung von Philipp Veit (hier gespiegelt) Friedrich von Schlegel um 1829, gezeichnet von Josef Axmann oder Auguste von Buttlar, seiner Nichte, die ihn nach Dresden begleitete. Schlegel beschäftigte sich nicht länger mit Sanskrit,[30] aber mit provençalischer Poesie und mit dem habsburgischen Kaiser Karl V. Sein Interesse für den Katholizismus wuchs in der Kölner Zeit immer mehr, so dass er 1808 mit seiner Ehefrau im Kölner Dom konvertierte. Anschließend zog er im Juni nach Prag und Wien, traf zwischendurch Johanna Schopenhauer und suchte einen Verleger, der sein Gesamtwerk herausgeben sollte. Mit einer Anstellung bei Karl von Österreich-Teschen, in dessen Hauptquartier er 1809 die Oesterreichische Zeitung herausgab,[31] und der Wiener Armeehofkommission trat er schließlich in den Staatsdienst ein. 1810 wurde er Journalist bei der Zeitschrift Österreichischer Beobachter[32] (die Wiener Zeitung war in Händen Napoleons).[33] Er machte Bekanntschaft mit dem Historiker Joseph von Hormayr, mit Klemens Maria Hofbauer, der sich mit der religiösen Erneuerung in Wien befasste, mit dem Maler Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, dem Politiker Friedrich von Gentz und dem Schriftsteller Theodor Körner. Während des 5. Koalitionskriegs lebte er kurze Zeit in Pest und lernte Ungarisch. Nach dem Frieden von Schönbrunn ging er zurück nach Wien. Im Jahr 1810 hielt er Vorlesungen „Über die neuere Geschichte“ und 1812 Vorlesungen zur „Geschichte der alten und neuen Literatur“, die er im Tanzsaal eines Gasthofs dozierte. Joseph von Eichendorff war anwesend und schrieb „Die erste Vorlesung Schlegels (Geschichte der Literatur, 12 Gulden Einlösscheine das Billet) im Tanzsaale des römischen Kaisers. Schlegel, ganz schwarz in Schuhen auf einer Erhöhung hinter einem Tischchen lesend. Mit wohlriechendem Holz geheizt. Großes Publikum. Vorn Kreis von Damen, Fürstin Liechtenstein mit ihren Prinzessinnen, Lichnowsky, etc. 29 Fürsten. Unten großes Gedränge von Equipagen, wie auf einem Ball. Sehr brillant.“[34] 1812 gründete er die Zeitschrift Deutsches Museum und berichtete über Burg Karlstein und rudolfinische Kunst. Im Jahr 1813 machte er Bekanntschaft mit dem Staatsmann Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein. 1814 ernannte Pius VII. ihn zum „Ritter des päpstlichen Christusordens“. Seit dieser Zeit benutzte er seinen adligen Titel, den die Familie ein Jahrhundert nicht verwendet hatte. Schon vor dem Wiener Kongress (1815) beschäftigte er sich mit der Verfassung Deutschlands und Österreichs nach Napoleon. Schon nach Jakob Bleyer war seine Rolle dabei bedeutender und weitreichender, als gemeinhin angenommen wurde. Ernst Behler meinte: „Vor allem war es ihm darum zu tun, zwei Lieblingsideen in die künftige deutsche Verfassung einzufügen, die er das Bürgerrecht der Israeliten und die Wiederherstellung der katholischen Kirche in Deutschland nannte.“[35] Er verwies darauf, dass Juden alle bürgerlichen Pflichten, besonders den Kriegsdienst, erfüllt hätten und man ihnen deshalb nicht länger die Bürgerrechte verwehren könne. 1815 bis 1818 wirkte er als österreichischer Legationsrat am Bundestag in Frankfurt. 1818 machte er eine Rheinreise zusammen mit August Wilhelm, der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Indologie in Deutschland an der Universität Bonn geworden war. Dieser hatte sich in Paris Buchstaben für den Satz des indischen Devanagari-Alphabets herstellen lassen, um damit die ersten Sanskrit-Texte in Europa zu drucken. Das erste Buch war 1823 die Bhagavad Gita mit einer lateinischen Übersetzung von August Wilhelm.[36] 1819 begleitete er den Kaiser Franz I. und Klemens Wenzel Lothar von Metternich nach Rom, wo seine Frau und ihre beiden Söhne, Philip und Johannes Veit lebten. Grab des Dichters auf dem Alten Katholischen Friedhof Dresden Mit der Concordia begründete Friedrich 1820 eine weitere Zeitschrift. Mitarbeiter wurden Adam Müller von Nitterdorf, Franz Baader, Joseph Görres und Zacharias Werner; der katholische Aspekt stand dabei deutlich im Vordergrund. Er verurteilte die Neuzeit insgesamt und plädierte für die Wiederherstellung der mittelalterlichen Ständeordnung. „Zu Lebzeiten wurde Schlegel von den Zeitgenossen mehr und mehr nur noch als Repräsentant der katholischen Partei und der päpstlichen Interessen in Deutschland gesehen.“[37] Die Concordia stieß auf Ablehnung, nicht nur bei Protestanten und Liberalen, sondern auch bei August Wilhelm und dessen Umfeld. 1823 kam das sechste und letzte Heft heraus. Schlegel machte mehrere Reisen nach Schloss Feistritz (Ilz). Der Zwiespalt, der sich zwischen den Brüdern auftat, wurde nicht mehr überbrückt und führte 1828 zur öffentlichen Distanzierung August Wilhelms von Friedrich. So beschränkte sich die Wirkung Schlegels mehr und mehr auf einen engen Kreis Gleichgesinnter.[38] Er wurde Mystiker und beschäftigte sich mit Telepathie.[39] Nachdem er in Wien seine Vorlesungen zur Philosophie des Lebens[40] (1827) und zur Philosophie der Geschichte (1828)[41] gehalten hatte, reiste er 1828 nach Dresden, wo er Vorlesungen über die Philosophie der Sprache und des Wortes vorbereitete.[42] Friedrich von Schlegel starb völlig unerwartet an einem schweren Schlaganfall in seinem Gasthof und wurde am 14. Januar 1829 auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden beerdigt. Schlegels Philosophie „Es ist gleich tödlich für den Geist, ein System zu haben, und keins zu haben. Er wird sich also wohl entschließen müssen, beides zu verbinden.“[43] „Man kann nur Philosoph werden, nicht es sein. So bald man es zu sein glaubt, hört man auf es zu werden.“[44] (unter Bezug auf Fichte:) „Die Welt ist kein System, sondern eine Geschichte, aus der nachher freilich Gesetze folgen können.“ Wahrheit sei die „Indifferenz […] zweyer sich entgegengesetzter Irrthümer“.[45] „Unser Wissen ist nichts, wir horchen allein dem Gerüchte.“[46] Wissen ist nicht alles – so die Kurzformel der romantischen Kritik an der Aufklärung. Vernunft ist eine Dimension, die die Ganzheitlichkeit der Welt alleine nicht beschreiben kann. Die Geschichte kann man nicht richtig erfassen, wenn man ihr nicht auch poetisch und intuitiv begegnet und versucht, auch die Gefühlswelt der betrachteten Zeit nachzuempfinden. Die Konzentration auf das Rationale verpasst das Organische, das Werden und Vergehen in einer geschichtlichen Kultur. Diese von Hamann (Sokratische Denkwürdigkeiten) und Herder (Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit) in die Debatte eingebrachten Gedanken wurden in der Romantik aufgenommen und, neben anderen, von Novalis (Blüthenstaub) und Schlegel erneut formuliert.[47] In den Kölner „Philosophischen Vorlesungen“ (1804–1806) formulierte Schlegel die in der Philosophie Indiens gegründete Idee des „Gesetzes vom ewigen Kreislauf“, mit der er den linearen Fortschrittsgedanken der Aufklärer kritisierte: „Philosophisch kann man als allgemeines Gesetz für die Geschichte aufstellen, daß die einzelnen Entwicklungen gemäß dem für sie geltenden Gesetze des Ueberspringens in das Gegentheil Gegensätze bilden, in Epochen, Perioden zerfallen, das Ganze der Entwicklung aber einen Kreislauf bildet, in den Anfang zurückkehrt; ein Gesetz, welches allein auf Totalitäten anwendbar ist.“[48] Für Schlegel gibt es keine endgültigen Wahrheiten, die sich, wie es sich die Aufklärung vorstellte, im Licht der Vernunft herauskristallisierten. Die Geschichte ist ein unendlicher Prozess des Werdens und Vergehens. Die Welt kann deshalb nicht statisch betrachtet werden, sondern die Wissenschaft muss sich mit dem Werden auseinandersetzen. Die primäre Wissenschaft ist deshalb die Geschichte und nicht die Philosophie. „Wenn die Geschichte die einzige Wissenschaft ist, könnte man fragen, wie verhält sich den die Philosophie zu derselben? Die Philosophie selbst muß dem Geiste nach historisch, ihre Denk- und Vorstellungsart überall genetisch und synthetisch seyn; dies ist auch das Ziel, welches wir uns bei unserer Untersuchung vorgesetzt haben.“[49] Er lehnte die Vorstellung einer Wahrheit als Korrespondenz der Dinge mit den Vorstellungen im Verstande ab, denn dann müssten ja die Vorstellungen ebenso fixiert sein wie die Dinge und würden die Freiheit des Denkens verlieren. „Es gibt keine wahre Aussage, denn die Position des Menschen ist die Unsicherheit des Schwebens. Wahrheit wird nicht gefunden, sondern produziert. Sie ist relativ.“[50] Deshalb lehnt er auch Fichtes subjektive Identität des Ich in sich selbst ab. Es geht nicht um die Beziehung von erkennendem Ich und einem diesem gegenüberstehenden Nicht-Ich, sondern um einen Sinnzusammenhang, in dem die Beziehung des endlichen Ich mit dem Unendlichen, an dem es teilhat, hergestellt wird. Freiheit entsteht gerade dadurch, dass die Einbildungskraft nicht an einen materiellen kausalen Zusammenhang gebunden ist. Diese Freiheit kommt in der Poesie am stärksten zum Ausdruck. „Der eigene Zweck der Einbildungskraft ist das innere, freie, willkürliche Denken und Dichten. Im Dichten ist sie auch wirklich am freiesten.“[51] Angesichts der Grenzen menschlicher Erkenntnis, die das Absolute nicht fassen kann, sah Schlegel einen Ausweg in der poetischen Literatur, die einen Weg erschließt, sich dem transzendenten, nicht konkret fassbaren Göttlichen so weit wie möglich zu nähern. „Weil aber alle Erkenntnis des Unendlichen wie ihr Gegenstand immer unendlich und unergründlich, also nur indirekt sein kann, wird sinnbildliche Darstellung nötig, um das, was nicht im ganzen erkannt werden kann, doch teilweise erkennen zu können. Was nicht in einen Begriff zusammengefaßt werden kann, läßt sich vielleicht durch ein Bild darstellen; und so führt dann das Bedürfnis der Erkenntnis zur Darstellung, die Philosophie zur Poesie.“[52] Philosophie und Poesie sind keine Gegensätze, sondern bedürfen der gegenseitigen Ergänzung: „Sie sind unzertrennlich verbunden, ein Baum, dessen Wurzel die Philosophie, dessen schönste Frucht die Poesie ist. Poesie ohne Philosophie wird leer und oberflächlich, Philosophie ohne Poesie bleibt ohne Einfluß und wird barbarisch.“[53] Siehe auch: Transzendentalpoesie Politische Philosophie In der frühen Phase seines Philosophierens stand Schlegel wie andere Romantiker unter dem Eindruck der Französischen Revolution. In seinem Versuch über den Begriff des Republikanismus kritisiert er die Definition des Republikanismus in Kants Schrift Zum ewigen Frieden und geht weit über diese Definition hinaus. Der Republikanismus müsse notwendig demokratisch sein. Schlegel fordert, dass der „empirische Wille“, also der „Wille der Mehrheit als Surrogat des allgemeinen Willens gelten“ solle, da der a priori gedachte „absolut allgemeine Wille […] im Gebiete der Erfahrung nicht vorkommen kann“.[54] Er legitimiert in besonderen Fällen auch die Insurrektion, also den Aufstand oder die Revolution: Es ließe sich denken, dass in bestimmten Situationen die „konstituierte Macht für de facto annulliert geachtet werden und die Insurrektion also jedem Individuum erlaubt sein soll“, zum Beispiel wenn ein Diktator die Macht auf Dauer usurpiert oder wenn die Verfassung vernichtet wird.[55] Damit wendet er sich implizit auch gegen die nur kurze Zeit später von Kant (in der Metaphysik der Sitten 1797) entwickelten Vorstellung, dass es ein Verbrechen sei, vom allgemeinen Volkswillen legitimierte Gesetze auch nur vorübergehend außer Kraft zu setzen. Nach der Restauration von 1815 nimmt Schlegel in seiner Funktion am österreichischen Hof eine wesentlich konservativere Position ein: In seinem Essay Signatur des Zeitalters (1820) kritisiert er das doppelte Übel des Idealismus und des britisch-amerikanischen Parlamentarismus. Er fordert einen organisch-korporatistischen christlichen Staat mit der Familie als Zentrum, wie es Hegel in seiner Philosophie des Rechts vorschwebt. Hegel selbst greift er indessen von rechts an und wirft ihm im Jahr 1817 vor, mit seinem System „eine eigentliche Vergötterung des verneinenden Geistes“ geschaffen zu haben, „also in der That philosophische[n] Satanismus“.[56] Werke Titelblatt der Erstausgabe von Lucinde Vom ästhetischen Werte der griechischen Komödie. 1794. Über die Diotima. 1795. Versuch über den Begriff des Republikanismus. 1796. Georg Forster. 1797. (Volltext) Über das Studium der griechischen Poesie. 1797. (Volltext) Über Lessing. 1797. (Volltext) Kritische Fragmente. („Lyceums“-Fragmente), 1797. (Volltext) Fragmente. („Athenaeums“-Fragmente), 1798. (Volltext) Geschichte der Poesie der Griechen und Römer 1798.[57] Ueber Goethe’s Meister. 1798. (Volltext) Lucinde. 1799. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv) Über die Philosophie. An Dorothea. 1799. (Volltext) Ideen. 1800. (Volltext) Gespräch über die Poesie. 1800. (Volltext) Über die Unverständlichkeit. 1800. (Volltext) Charakteristiken und Kritiken. 1801. Transcendentalphilosophie. 1801. Alarkos. 1802. Reise nach Frankreich. 1803. (Volltext) Beiträge zur Geschichte der europäischen Literatur. 1803. (Volltext) Pariser Neuigkeiten. 1803. (Volltext) Grundzüge der gotischen Baukunst. 1804/1805. Über die Sprache und Weisheit der Indier. 1808. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv) als Herausgeber: Deutsches Museum, 4 Bände. Wien 1812–1813, Camesina > Zeitschriften Literatur. Geschichte der alten und neueren Literatur. Vorlesungen, 1815. Werkausgaben: Sämmtliche Werke. 10 Bände. Mayer, Wien 1822–1825. Sämmtliche Werke. 2. Original-Ausgabe, 15 Bände, 4 Supplementbände. Klang, Wien & Bonn 1846 (Digitalisat). Jakob Minor (Hrsg.): Friedrich Schlegel. Seine prosaischen Jugendschriften 1794–1802. 2 Bände. Konegen, Wien 1882. Ausgewählte Werke. Hrsg. von Eberhard Sauer. Dom-Verlag, Berlin 1922. Ernst Behler, Jean-Jacques Anstett, Hans Eichner (Hrsg.): Friedrich Schlegel. Kritische Ausgabe seiner Werke. 35 Bände. Schöningh, München u. a. 1958 ff. (noch nicht abgeschlossen; Website). Abt. 1: Kritische Neuausgabe Abt. 2: Schriften aus dem Nachlaß Abt. 3: Briefe Abt. 4: Editionen, Übersetzungen, Berichte Vom romantischen Geist. Ausgewählte Aufsätze. Hrsg. von Renate Riemeck. Wedel 1946 (= Meister der kleinen Form. Band 1). Ernst Behler (Hrsg.): Friedrich Schlegel. Kritische Schriften und Fragmente. Studienausgabe. 6 Bde. Schöningh, Paderborn/München/Wien 1988. Wolfgang Hecht (Hrsg.): Friedrich Schlegel. Werke. 2 Bände. Aufbau, Berlin/Weimar 1980. Schriften zur Kritischen Philosophie 1795–1805. Mit einer Einleitung und Anmerkungen hrsg. von Andreas Arndt und Jure Zovko. Meiner, Hamburg 2007, ISBN 978-3-7873-1848-3 (Inhalt und Einleitung (PDF; 389 kB), Rezension; PDF; 94 kB) „Athenaeum“-Fragmente und andere frühromantische Schriften. Edition, Kommentar und Nachwort von Johannes Endres. Philipp Reclam jun., Ditzingen 2018, ISBN 978-3-15-019525-3. Nachlass Von 1822 bis 1825 hat sich Schlegel der Edition seiner Sämtlichen Werke gewidmet. Windischmann gab die „Philosophischen Vorlesungen“ seines verstorbenen Freundes Schlegel heraus. Ein Teil des Nachlasses wurde 2009 dem Historischen Archiv des Erzbistums Köln übergeben, darunter Manuskripte, Texte und Entwürfe mit handschriftlichen Ergänzungen. Der Teilnachlass ist Eigentum der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft und umfasst 3.321 Seiten. | SCHLEGEL, Karl Wilhelm Friedrich (I60821)
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| 4788 | Schleicher (Variation: Slicher) ist die älteste und eine der bedeutendsten Kupfermeisterfamilien in Stolberg und im Aachener Raum. Vor allem durch die ehelichen und geschäftlichen Verbindungen der Familie Schleicher mit den im Raum Stolberg ebenfalls erfolgreichen Fabrikantenfamilien Hoesch, Peltzer, Prym, Lynen, von Asten und Anderen gehörte Stolberg über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Kupferindustrie Europas. Am 30. Oktober 1617 erwarb die Kupfermeisterfamilie Schleicher den Bernardshammer. Leonhard II., der selbst im Kupferhof Schardt wohnte, hatte drei Söhne und eine Tochter. Der älteste Sohn Leonhard III. (* 1590, † 28. September 1660) sollte den Bernardshammer erhalten. Er war mit Gertrud Beck (* 1606, † 28. Juli 1669) verheiratet. Die Hochzeit fiel in die ersten Jahre des Dreißigjährigen Krieges. Das Paar lebte während des kompletten Krieges auf dem exponierten Hof, was sicherlich nicht ungefährlich war, denn speziell lothringische Truppen verwüsteten mehrfach das Vicht-Tal. Der Erstgeborene Leonhard Schleichers III. war Leonhard Schleicher IV. (* 1624, † 8. August 1680). Er übernahm den Kupferhof und heiratete Sibilla Peltzer. Aus dieser Ehe gingen sechs Söhne und drei Töchter hervor. Leonhard IV. wirtschaftete so erfolgreich, dass er am 26. Januar 1679 als Kreditgeber für den Ort Gressenich auftrat, der Finanzhilfe aufgrund einquartierter französischer Truppen benötigte. | SCHLEICHER, Leonhard III. (I47585)
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| 4789 | Schleicher (Variation: Slicher) ist die älteste und eine der bedeutendsten Kupfermeisterfamilien in Stolberg und im Aachener Raum. Vor allem durch die ehelichen und geschäftlichen Verbindungen der Familie Schleicher mit den im Raum Stolberg ebenfalls erfolgreichen Fabrikantenfamilien Hoesch, Peltzer, Prym, Lynen, von Asten und Anderen gehörte Stolberg über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Kupferindustrie Europas. | SCHLEICHER, Sara (I47592)
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| 4790 | Schleicher (Variation: Slicher) ist die älteste und eine der bedeutendsten Kupfermeisterfamilien in Stolberg und im Aachener Raum. Vor allem durch die ehelichen und geschäftlichen Verbindungen der Familie Schleicher mit den im Raum Stolberg ebenfalls erfolgreichen Fabrikantenfamilien Hoesch, Peltzer, Prym, Lynen, von Asten und Anderen gehörte Stolberg über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Kupferindustrie Europas. | SCHLEICHER, Leonhard (I48746)
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| 4791 | Schleicher (Variation: Slicher) ist die älteste und eine der bedeutendsten Kupfermeisterfamilien in Stolberg und im Aachener Raum. Vor allem durch die ehelichen und geschäftlichen Verbindungen der Familie Schleicher mit den im Raum Stolberg ebenfalls erfolgreichen Fabrikantenfamilien Hoesch, Peltzer, Prym, Lynen, von Asten und Anderen gehörte Stolberg über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Kupferindustrie Europas. Ursprünge Nachdem ab Mitte des 16. Jahrhunderts sich allmählich auch in Aachen die Lutheraner vorübergehend durchgesetzt hatten, schlossen sich viele Familien dieser neuen Religionsrichtung an, so unter anderem auch die ehemals Aachener Familie Schleicher. Aber auf Grund der hiermit verbundenen Benachteiligungen und Nachstellungen sah sie sich in der Zeit der Aachener Religionsunruhen (ca. 1530 - 1614) dazu gezwungen, unter dem Aspekt der Religions- und Arbeitsfreiheit frühzeitig ihre Zukunft in anderen Regionen aufzubauen, erst recht nach der erfolgten Reichsacht gegen reformierte Bürger und Amtsinhaber im Jahre 1598. In diesem Zusammenhang wanderte ein gewisser „Anthoin Slicher“ nach Den Haag aus, wo er Stammvater eines erfolgreichen und später geadelten Familienzweiges wurde, der unter dem Namen Slicher bekannt wurde. Um 1571 zog ebenso der Aachener Kupfermeister und Gerichtsschöffe Leonhard Schleicher (ca. 1535–1606), Sohn des zum evangelischen Glauben übergetretenen Kupfermeisters Leonhard Schleicher (1495–1560) und einer Tochter des Kaufmanns Servatius von Cölln, rechtzeitig nach Stolberg, ebenso wie nach ihm im Jahr 1785 die Angehörigen der Familie Peltzer. Damit wurde er zum Begründer der bis zum heutigen Tage weit verzweigten und über viele Jahrhunderte hinweg überaus erfolgreichen Unternehmerfamilie. Kupferhöfe in Familienbesitz Den ersten Schritt zur Unternehmensgründung unternahm Leonhard Schleicher im Jahr 1571, indem er ein Grundstück an der heutigen Burgstraße erwarb und 1575 dort den ersten Kupferhof, die heutige Adler-Apotheke, baute. Gemeinsam mit seinen Söhnen und Enkeln errichtete die Familie später die Kupferhöfe Schart, Knautzenhof, Rose, Vogelsang und im Jahre 1724 der Kupferhof Rosenthal, wo Johannes Schleicher (1676–1750) eine repräsentative barocke Hofanlage erbauen ließ. Darüber hinaus hielten Mitglieder der Familie durch Erbfolgen oder Ankäufe – sogar zum Teil alleinige – Anteile an einer Vielzahl weiterer Kupferhöfe wie beispielsweise die Ellermühle oder die Krautlade. Ein Teil der erworbenen Kupferhöfe und Produkte wurden dabei branchenüblich mit einem Mirck gekennzeichnet. Von besonderem wirtschaftlichem Erfolg gekrönt war im Jahr 1617 der Erwerb des Kupferhofs Bernardshammer von den Brüdern Mondenschein durch Leonhard Schleicher (1561–1617), Sohn des nach Stolberg ausgewanderten Leonhards, sowie im Jahre 1718 des Kupferhofs Unterster Hof durch Guillaume Schleicher (1673–1731) von der Familie Peltzer. Der Bernardshammer wurde erst sieben Generationen später von Johann Adam Schleicher (1776–1854), der 1794 auch zum Maire von Stolberg ernannt worden war, um 1830 verkauft, nach dem Tod seiner zweiten Frau Maria Gertrud Lynen, die ebenfalls aus altem Aachener und Stolberger Patriziergeschlecht stammte.[2] Dagegen überstand der Unterste Hof alle wirtschaftlichen Beeinträchtigungen und acht Generationen später, erst zwischen den Weltkriegen, erfolgte durch den Kommerzienrat Emil Schleicher (1850–1933) die Zusammenlegung dieses Hofes mit anderen Erbengemeinschaften zu einer Kommanditgesellschaft und nach dessen Tod die Verpachtung an die Stolberger Metallwerke. Dieser Standorttreue wegen benannte Emil Schleicher diesen Hof seit jener Zeit „Hof Bleibtreu“. Die Familie Schleicher bewohnt derzeit immer noch den Hof Bleibtreu an der Eisenbahnstraße in Stolberg, in dessen Nähe sich auch der dazugehörende „Schleicherpark“ befindet. Auch die frühneuzeitlichen Kupfermeister in Aachen und später im benachbarten Stolberg, die in Aachen in einer Ambacht (Zunft) organisiert waren, verwendeten Mircken zur Kennzeichnung ihrer Erzeugnisse, zumeist auf Messingplatten. In Aachen durften nur Messingerzeugnisse aus Altenberger Galmei und Mansfelder Kupfer, zwei als besonders qualitativ hochwertig erachteten Grundstoffen, mit dem Aachener Stadtadler gestempelt werden. In Stolberg prozessierte Leonhard Schleicher der Alte von 1591 bis zu seinem Tode 1606 mit wechselndem Erfolg durch mehrere Instanzen bis zum Reichskammergericht in Speyer auf Schadenersatz gegen seinen ehemaligen Diener und Arbeitsknecht Matthias Mompart, der sich selbständig gemacht hatte, wegen Verwendung des Mirck seines ehemaligen Herrn. | SCHLEICHER, Leonhard (I48750)
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| 4792 | Schleicher (Variation: Slicher) ist die älteste und eine der bedeutendsten Kupfermeisterfamilien in Stolberg und im Aachener Raum. Vor allem durch die ehelichen und geschäftlichen Verbindungen der Familie Schleicher mit den im Raum Stolberg ebenfalls erfolgreichen Fabrikantenfamilien Hoesch, Peltzer, Prym, Lynen, von Asten und Anderen gehörte Stolberg über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Kupferindustrie Europas. Ursprünge Nachdem ab Mitte des 16. Jahrhunderts sich allmählich auch in Aachen die Lutheraner vorübergehend durchgesetzt hatten, schlossen sich viele Familien dieser neuen Religionsrichtung an, so unter anderem auch die ehemals Aachener Familie Schleicher. Aber auf Grund der hiermit verbundenen Benachteiligungen und Nachstellungen sah sie sich in der Zeit der Aachener Religionsunruhen (ca. 1530 - 1614) dazu gezwungen, unter dem Aspekt der Religions- und Arbeitsfreiheit frühzeitig ihre Zukunft in anderen Regionen aufzubauen, erst recht nach der erfolgten Reichsacht gegen reformierte Bürger und Amtsinhaber im Jahre 1598. In diesem Zusammenhang wanderte ein gewisser „Anthoin Slicher“ nach Den Haag aus, wo er Stammvater eines erfolgreichen und später geadelten Familienzweiges wurde, der unter dem Namen Slicher bekannt wurde. Um 1571 zog ebenso der Aachener Kupfermeister und Gerichtsschöffe Leonhard Schleicher (ca. 1535–1606), Sohn des zum evangelischen Glauben übergetretenen Kupfermeisters Leonhard Schleicher (1495–1560) und einer Tochter des Kaufmanns Servatius von Cölln, rechtzeitig nach Stolberg, ebenso wie nach ihm im Jahr 1785 die Angehörigen der Familie Peltzer. Damit wurde er zum Begründer der bis zum heutigen Tage weit verzweigten und über viele Jahrhunderte hinweg überaus erfolgreichen Unternehmerfamilie. Zur Blütezeit der Messingindustrie im 17. und 18. Jahrhundert waren in Stolberg etwa vierzig Kupfermeisterfamilien tätig. Die bekanntesten sind Beck, Dollart, Hansen, Lynen, Mewis, Momma, Peltzer, Prym, Schardinel, Schleicher, von Asten und Wuppermann. Auch die Hoeschs, die im Oberlauf des Vichtbaches als Reitmeister tätig waren, wirkten in Stolberg als Kupfermeister und kamen ursprünglich aus Aachen. | SCHLEICHER, Leonhard (I48754)
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| 4793 | Schlieben ist der Name eines alten deutschen Adelsgeschlechts aus dem Untergau Zlivin (jetzt Amt Schlieben). Der Name wechselte zwischen Sleben, Zlewin, Zliw, Zlivn, Zlywine, Sliwen, Slieben, Schleyben, Slyben, Zlowin und Schlieben. Älteste Vertreter Das Geschlecht leitete sich von der Burg Schlieben, damals zur Niederlausitz gehörig, her. Der älteste heute bekannte Angehörige der Familie war ein Otto de Sleben, der 1144 auf dem Kreuzzug ins Heilige Land erwähnt wurde.[1] Häuser im Mittelalter Liebschützer Linie Die älteste heute bekannte Stammreihe beginnt mit Gumprecht von Schlieben auf Dobnoslo (bei Senftenberg, 1269 genannt, † 1279), Burgvogt auf Liebschütz an der Mulde im askanischen Herzogtum Sachsen. Dessen Nachkommen bildeten die Liebschützer Linie des Geschlechts. Mühlberger Linie Ein Hans von Schlieben auf Mühlberg und Prettin, Hauptmann in Jüterbog († 1458) war der älteste heute bekannte Vertreter der Mühlberger Linie. Baruth und Stülpe (damals auch Herzogtum Sachsen) gehörten im 15. Jahrhundert ebenfalls Angehörigen der Familie. Zwei Balthasare von Schlieben waren im 15. Jahrhundert kurfürstliche Räte im benachbarten Brandenburg. Preußische Linie Georg von Schlieben aus der Liebschützer oder Mühlberger Linie kämpfte seit 1454 in Preußen für den Deutschen Orden und begründete die dortige preußische Linie mit den Burgen Nordenburg und Gerdauen. Sächsische Linie Dessen ältester Sohn Georg († 1521) begründete die sächsische Linie, dessen Sohn Eustachius († 1568) war der wichtigste Rat des brandenburgischen Kurfürsten Joachims II. und Vertrauter von Luther. Adelserhebungen Haus Birkenfeld: Erhebung in den Reichsgrafenstand mit „Hoch- und Wohlgeboren“ und Wappenvereinigung mit dem der Grafen Truchseß von Wetzhausen am 11. Januar 1660 in Wien für den königlich polnischen Kämmerer und Oberst der Leibgarde Johann Dietrich von Schlieben (1638–1695), Erbhauptmann zu Birkenfeld, Gerdauen, Nordenburg und anderen in Ostpreußen. Die brandenburgische Anerkennung folgte am 20. Dezember 1662. Die Linie ist 1816 mit Friedrich Wilhelm von Schlieben ausgestorben. Haus Tucheband: Erhebung in den preußischen Grafenstand am 12. Juli 1704 für Adam Georg von Schlieben (1629–1709), Gutsherr auf Alt Tucheband bei Küstrin. Schloss Sanditten um 1860/61, Sammlung Alexander Duncker Haus Sanditten: Erhebung in den preußischen Grafenstand am 9. August 1718 in Berlin für den königlich preußischen Landjägermeister Georg Adam von Schlieben (1649–1720), Gutsherr auf Sanditten, Erbhauptmann zu Gerdauen, Nordenburg und Klingbeck im Landkreis Heiligenbeil. Haus Adamshaide: Erhebung in den preußischen Grafenstand am 19. September 1786 in Berlin mit Diplom vom 10. Januar 1787 für den königlich preußischen Major der Infanterie Gottlieb von Schlieben, Gutsherr auf Kurkenfeld und Erbhauptmann zu Gerdauen und Nordenburg. Haus Nieder-Friedersdorf: Eintragung in das königlich sächsische Adelsbuch am 30. Juli 1904 für den königlich sächsischen Staats- und Kultusminister Richard von Schlieben (1848–1908), Gutsherr auf Nieder-Taubenheim an der Spree, sowie für dessen Bruder, den königlich sächsischen Oberst Egon von Schlieben, Kommandeur des 2. Grenadier-Regiments Nr. 101. Wappen Das Stammwappen zeigt in Gold einen von Blau und Silber geschachten Balken. Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken zwei wie der Schild bezeichnete Büffelhörner. | VON SCHLIEBEN, Gertrud Elisabeth (I45886)
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| 4794 | Schloss Bernau Die Bernau sind die Ruinenreste einer Höhenburg im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Leibstadt im Schweizer Kanton Aargau. Nach einem verheerenden Brand im Juli 1844 sind heute nur noch wenige Mauerreste vorhanden Geschichte Vermutlich entstand die zuvor an gleicher Stelle stehende Burg Bernau im 11. Jahrhundert als Sitz der Freien von Bernau; die erste urkundliche Erwähnung von „Bernowa“ erfolgte 1157. Die Edlen Ulrich und Berchthold von Bernau sind 1299 urkundlich belegt.[1] Durch Erbschaft gelangte die Burg Bernau Anfang des 14. Jahrhunderts an die Herren von Gutenburg und 1379 an die Herren von Rinach. Die kleine Herrschaft Bernau umfasste die hohe und die niedere Gerichtsbarkeit über Unterleibstadt, Gansingen und Schwaderloch. Nachdem die Eidgenossen im Jahr 1415 den Aargau erobert hatten, verlief die Grenze zwischen der Grafschaft Baden und Vorderösterreich mitten durch den Burgturm, weshalb die Besitzer der Bernau zwei Herren dienten. 1499 wurde die Burg im Schwabenkrieg zerstört. Die Herren von Reinach verkauften die Herrschaft Bernau im 16. Jahrhundert an die Familie von Rotberg. Die Rotberger verkauften sie 1632 an die Familie von Roll aus dem Kanton Uri, was Franz Ludwig von Roll später die Aufnahme in den breisgauischen Ritterstand ermöglichte.[2] Franz Ludwig von Roll[3] errichtete auf dem Burgfelsen von Bernau ein neues viergeschossiges einflügeliges Schlossgebäude mit Treppenturm. Franz Ludwig von Roll heiratete 1642 Maria Agnes von Schönau, die Tochter des Statthalters der vorderösterreichischen Waldstädte.[4] Im Januar 1646 bewirtete Maria Agnes von Roll den durchreisenden Florentiner Geographen Giovanni Battista Nicolosi auf Schloss Bernau: „Etwas weniger als eine Stunde später mussten wir im Kastell eines Neffen des besagten Kommandeurs bleiben, der eine Schwester meines Duzbruders geheiratet hat: die geistreichste Dame, die ich bis jetzt in Deutschland sah. Und, um keine unverzeihliche Schande zu begehen, war es nötig, auf deutsche Art zu frühstücken: drei Stunden lang.“ 1764 verlegte sich der Freiherr Joseph Leopold von Roll von Bernau auf die Produktion von Barchent, konnte sich aber gegen seine Konkurrenten – Kilian aus Waldshut und die Brüder Montfort aus dem Wiesental – nicht behaupten und geriet in die Zahlungsunfähigkeit. Die Klagen der Gläubiger vor dem Waldvogt in Waldshut sollen zunächst dadurch verschleppt worden sein, dass der Waldvogt sich nicht zuständig sah. Er erklärte, das Wohnzimmer des Barons im Schloss Bernau liege auf Schweizer Territorium. Die Gläubiger sollten sich daher an den Landvogt in Baden AG wenden. 1814 wurde Schloss Bernau während der grossen Typhusepidemie als Militärlazarett genutzt. Danach wechselte das Schloss mehrmals in kurzen Abständen den Eigentümer und sollte zuletzt in Wohnungen aufgeteilt werden. Am 15. Juli 1844 brannte das Schloss, dessen Versicherungswert 6000 Franken betrug, vollständig nieder. Erhalten sind lediglich Mauerreste des Hauptturms und des Schlossgebäudes. Die 1672 errichtete Doppelkapelle des Schlosses mit der Familiengruft der von Roll und einem abgetrennten Teil für die Ortsbewohner wird heute als Friedhofskapelle von Leibstadt genutzt. | VON ROLL, Maria Secunda Theresia Agnes (I46938)
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| 4795 | Schloss Hardenberg (Velbert) Das Schloss Hardenberg ist ein barockes ehemaliges Wasserschloss im Ortsteil Neviges der Stadt Velbert. Es liegt im Tal des Hardenberger Bachs etwas nördlich des Nevigeser Ortskerns an der engsten Stelle des Bachtals und geht auf eine Neugründung der Familie von Gevertshagen Ende des 15. Jahrhunderts zurück. Es ersetzte die wohl baufällig gewordene Burg Hardenberg, deren Überreste etwa 630 Meter südwestlich des Schlosses zu finden sind. Ende des 17. Jahrhunderts zu seiner heutigen Form umgebaut, musste es aus Sicherheitsgründen 2003 vorläufig geräumt und für die Öffentlichkeit geschlossen werden. Sanierungsarbeiten, die 2005 begannen, dauern zurzeit (Stand: 2016) noch an. Die Vorburggebäude werden zu kulturellen Zwecken genutzt. Das Schloss wurde von der Familie von Gevertshagen (auch Gevertshain und Gebhardtshain geschrieben) als Wehrbau mit zugleich repräsentativen Aufgaben errichtet. Lange Zeit wurde dieses spätmittelalterliche Burghaus mit dem im Dezember 1354 urkundlich erwähnten „huis ind wohnunghe zue Hardenberg“[1] der Herren von Hardenberg gleichgesetzt, das Heinrich von Hardenberg samt seiner unabhängigen Herrschaft für 6000 Mark in brabantischer Währung[2] an Gerhard I. Berg verkaufte, sodass Hardenberg fortan ein bergisches Amt war. Ab 2005 erfolgte Bauforschungen zeigten jedoch, dass der Kern des heutige Schlossbaus erst vom Ende des 15. Jahrhunderts stammt und mit der 1354 erwähnten Anlage somit nur der Stammsitz der Herren von Hardenberg, die südwestlich gelegene Höhenburg Hardenberg, gemeint gewesen sein kann.[3] In der Folgezeit wurde das Amt Hardenberg häufig verpfändet und besaß deshalb viele wechselnde Besitzer. Seit 1491 war Bertram von Gevertshagen, genannt Lützenrade (auch Lutzenrode), Amtmann und besaß Burg und Herrschaft für 4000 Schilling als Pfand.[4][5] Er war zugleich Rat und Stallmeister des bergischen Herzogs Wilhelm von Jülich-Berg und erhielt den Besitz von diesem am 24. Juni 1496 im Austausch für die Burg und Herrschaft Stolberg als erbliches Lehen.[6] Hardenberg wurde damit zur Unterherrschaft im Herzogtum Berg. Schon zuvor hatte Bertram von Gevertshagen dort eine zweiteilige Wasserburganlage erbaut, für die er die stattliche Summe von 800 Gulden ausgegeben hatte.[3] Sie ersetzte die offenbar baufällige Höhenburg.[3] Die neue Anlage bestand aus einem dreigeschossigen gotischen Burggebäude und einer fast zeitgleich entstandenen turmbewehrten Artilleriebefestigung, die das Burghaus samt einem Wassergraben allseitig umgab. Dieses besaß wohl ein steiles Satteldach und Querstockfenster.[7][8] Eine geschossübergreifende Abortanlage und zahlreiche Kamine zeugen davon, dass dieses neue Gebäude nicht nur wehrhaft, sondern auch komfortabel war. An der Ostseite erschloss ein runder Treppenturm mit steinerner Wendeltreppe die verschiedenen Stockwerke, wurde aber wohl im Zuge späterer Ausbauten abgebrochen.[9] Ebenfalls an der Ostfassade stand ein Vierecksturm mit ein Meter dicken Mauern, die außen sechs und fünf Meter lang waren.[9] Sein Unterbau ist heute noch erhalten, welche Funktion der Turm erfüllte, ist bisher aber nicht geklärt. Nach dem Tod Betrams von Gevertshagen im Jahr 1525, dem der seines unmündigen Sohnes rasch folgte, kam die Burg durch Erbschaft 1529 an die Familie von Bernsau. Bis zu jenem Jahr war die Kernburg zu einer Zweiflügelanlage ausgebaut und der dadurch entstandene Burghof mit traufhohen zwei Meter[10] dicken Mauern eingefasst worden. Der Grundriss maß nach dem Ausbau 19 × 23 Meter.[11] Die Familie von Bernsau ließ Teile der Hofmauern im zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts abtragen, um Platz für den Neubau eines dritten Gebäudeflügels zu machen. Mit der 9 × 9 Meter messenden Erweiterung erfolgte der Ausbau zu einem fast gleichschenkligen, barocken Schloss. Die Umgestaltung ist nicht genau datierbar, geschah aber vermutlich unter Wilhelm V. von Bernsau (1514–1572).[10] Sie wurde mit relativ geringem Aufwand betrieben, denn das Baumaterial gewann der Bauherr mehrheitlich durch den Abriss der Hofmauern. Aus einem Inventar des Jahres 1634 ist überliefert, wie das Schloss nach den Veränderungen im Inneren ausgesehen hat: In den beiden Obergeschossen des Hauptgebäudes sind ein Saal, acht Kammern, ein Schulzimmer und eine Kapelle verbürgt. Im Dachgeschoss befanden sich die Räume für die Dienerschaft, eine Rüstkammer und das Getreidelager. Zum Wirtschaftshof gehörten ein Kuh- und Pferdestall, ein Kuhhaus sowie ein Back- und Brauhaus. Eine Zugbrücke, die von einem Torbau bewacht wurde, verband das Hauptgebäude und den Wirtschaftshof. Vermutlich war es auch Wilhelm V. von Bernsau, der die bisherige Artilleriebefestigung zu einer Kleinfestung umbauen ließ.[10] Danach besaß Schloss Hardenberg einen inneren und einen äußeren Wassergraben, sodass der Erdwall der Artilleriebefestigung mit seinen darin liegenden Wehrgängen komplett im Wasser stand. Schloss Hardenberg auf einer Lithografie von etwa 1883 Die Erbtochter Isabella Margaretha von Bernsau heiratete 1655 den Freiherrn Friedrich Arnold von Schaesberg und brachte den Besitz vorübergehend an die Familie ihres Mannes. In der Zeit von 1682 bis 1696[12] ließ die seit 1667 verwitwete Frau das Schloss noch einmal grundlegend umgestalten, indem der bisherige Schlossbau zu einem geschlossenen verputzten Kubus erweitert wurde. Dazu wurden Teile des Ostflügels, der möglicherweise 1680 durch Brand beschädigt worden war,[13] niedergelegt und der bis dahin bestehende Schlosshof vollständig überbaut. Dieser wurde dadurch zum Vestibül. Nach Isabella Margarethas Tod gab ihr Sohn Friedrich Sigismund Theodor von Schaesberg das Haus am 17. Dezember 1697[14] gegen eine Rente an seinen Onkel mütterlicherseits, den Freiherrn Jobst Dietrich von Wendt. Dessen Familie blieb fast 200 Jahre lang Besitzerin. Nach einem Brand am 13. Mai 1785[13] musste sie 11.000 Taler[13] aufwenden, um das Haupthaus wiederaufzubauen. Die Arbeiten, bei dem das Gebäude mit dem abgewalmten Dach seine heutige Gestalt erhielt, benötigten das gesamte Jahr. Das Anwesen ging schließlich in das Eigentum der Familie Wendt über, nachdem Hardenberg − seit 1806 dem französisch regierten Großherzogtum Berg zugehörig − nach dem Wiener Kongress 1815 Preußen zugeschlagen worden war. Doch schon seit 1811 wurde das Schloss nur noch sporadisch genutzt, denn Friedrich Wilhelm von Wendt hatte in jenem Jahr den ständigen Wohnsitz der Familie nach Schloss Crassenstein im Münsterland verlegt. Einzelnen Mitgliedern der Familie diente Hardenberg aber noch bis 1877 ab und zu als Wohnsitz. 1818 mietete der in Barmen im Exil lebende französische Marschall Nicolas Jean-de-Dieu Soult das Schloss an und verbrachte dort einen Sommer mit seiner Familie. Er hatte den Hinweis auf das leerstehende Haus von seiner Schwägerin Diergardt erhalten.[15] Mit dem Tod Oswald von Wendts 1877 erbte seine Schwester Leonie den Besitz und brachte ihn an die Familie ihres Mannes, den niederländischen Grafen Wladimir von Marchant-Ansembourg. Bereits 1842 war die Kurtine im Süden niedergelegt worden, um Baumaterial für den Umbau der Schlossmühle zu erhalten. Bis 1848 folgte ein sukzessiver Abbruch weiterer Teile der Umwehrung, darunter der Torbau zur Vorburg samt Zugbrücke. Stattdessen bot seitdem eine feste Brücke Zugang zum Portal des Hauptschlosses. Mit dem gewonnenen Abbruchmaterial wurde die äußere sowie ein Teil der inneren Gräfte verfüllt. 1849/1857 folgten erste Sanierungen an den Rundtürmen der Artilleriebefestigung. Ab 1908 war das Hauptgebäude an einen Wirt verpachtet, der dort bis etwa 1945 eine Gastwirtschaft mit Biergarten und Bootsverleih betrieb.[2] Die damalige Stadt Neviges erwarb das Schlossareal 1939 von den Grafen von Marchant-Ansembourg, sodass sich die Gebäude seit der kommunalen Neugliederung, bei der Neviges ein Teil der Stadt Velbert wurde, im städtischen Besitz Velberts befinden. Nachdem das Hauptschloss ab 1949 als Wohnheim für vertriebene Jugendliche und ab 1957 für Lehrlinge gedient hatte, wurde es von 1965 bis 1975[16] restauriert und anschließend als Museum und Kulturzentrum genutzt. Neben der Dauerausstellung der Steinschen Gemäldesammlung wurden regelmäßig Werke zeitgenössischer Künstler ausgestellt. Daneben waren Räume wechselnden Aspekten der Velberter Stadtgeschichte, unter anderem auch der Nevigeser Wallfahrt, gewidmet. Im Rittersaal fanden regelmäßig Konzerte und Theateraufführungen statt. Außerdem war im Hauptgebäude von 1977 bis 2001 das Archiv von Velbert, Neviges und Langenberg untergebracht.[7] Die Vorburg wurde noch bis 1958 landwirtschaftlich genutzt.[2] 1973 brannten die Wirtschaftsgebäude teilweise ab und wurden ab den 1980er Jahren restauriert.[16] Die Arbeiten dazu sind seit dem Jahr 2006 abgeschlossen. | VON BERNSAU ZU HARDENBERG, Darlipe Wilhelm (I45897)
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| 4796 | SCHLOSS HEIDEGG Das SCHLOSS HEIDEGG liegt in Gelfingen im Luzerner Seetal in der Schweiz, hoch über dem Baldeggersee, inmitten einer weitgehend erhaltenen Park- und Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung. Die erste erhaltene Urkunde, die das Geschlecht der HERREN VON HEIDEGG erwähnt, datiert von 1185. Als Ministerialen standen die HEIDEGGER im Dienst der Landesherren im Seetal, wohl anfänglich der GRAFEN VON LENZBURG, dann der KYBURGER und der HABSBURGER. Burg und Herrschaft entstanden im Sog der Städte- und Burgengründungswelle des 12./13. Jahrhunderts. Diese erfasste auch das Seetal, das im 13. Jahrhundert für kurze Zeit zur besten überregionalen Landverbindung zwischen Gotthard, Luzern und Basel aufstieg. Die HERRSCHAFT HEIDEGG umfasste grundherrliche Rechte, die niedere Gerichtsbarkeit über Gelfingen und Altwis, die Vogtei über den grössten Teil des Baldeggersees, Reben und Waldungen. 1431/37 erwarb die neue Besitzerfamilie BÜSINGER durch Kauf die Herrschaft Lieli mit den Twingen Lieli, Sulz und Mosen hinzu. SCHLOSS HEIDEGG inmitten von Wald und Weinberg Ab 1482/83 lösten einflussreiche Stadtluzerner Ratsfamilien die adligen Besitzer ab. JOHANN HEINRICH FRANZ PFYFFER VON ALTISHOFEN baute ab 1678 den im Wesentlichen noch mittelalterlichen Wohnturm zum barocken Schloss aus. Der Familienzweig nannte sich nun PFYFFER VON HEIDEGG. 1700 erwarb die Stadt Luzern Schloss und Herrschaft und vollendete den Innenausbau. 1798 endete die Gerichtsherrschaft. HEIDEGG wurde zu einer Staatsdomäne des Kantons Baden und 1803 bis 1848 des Kantons Luzern, der sie nach dem verlorenen Sonderbundskrieg an den liberalen Gelfinger Bauern JOSEPH HEGGLI versteigerte. LOUIS und CAROLINE PFYFFER VON HEIDEGG-SLIDELL, Besitzer von SCHLOSS HEIDEGG ab 1875 1875 erwarb das vermögende luzernisch-amerikanische Paar LUDWIG und CAROLINE PFYFFER VON HEIDEG-SLIDELL das Schloss zurück, versah das Äussere der Anlage im burgenromantischen Sinne mit Zinnen und Portalen, legte einen Schlosspark mit einer Kastanienallee an und machte 1912 den Schlossturm wieder bewohnbar. 1950 schenkten die letzten Nachfahren, die kinderlosen Witwen MATHILDE VON GLUTZ und MARIE-LOUISE DE CHAMBRIER, das Schloss dem Kanton Luzern, der es öffentlich zugänglich machte. Den Betrieb samt Museum führt seither die Vereinigung PRO HEIDEGG. Anfangs der 1950er Jahre verhalfen der von GOTTFRIED BOESCH auf Anregung des DEUTSCHEN BUNDESKANZLER KONRAD ADENAUER ( 1876 - 1967) angelegte Rosengarten, der wieder mit Reben bepflanzte Burghügel, an dem der LUZERNER STAATSWEIN wuchs, und das neu gegründete Schweizerische Jagdmuseum SCHLOSS HEIDEGG zu überregionaler Ausstrahlung. Von 1995 bis 1998 unterzog der Kanton Luzern das Schloss einer Gesamtrenovation. Schloss Heidegg 1 6284 Gelfingen Tel.: 041 917 13 25 | N., Elisabeth (I7870)
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| 4797 | Schloss Hugenpoet (sprich: „Hugenpoot“ – siehe Dehnungs-e) ist ein dreiteiliges, von Gräften umgebenes Wasserschloss im Essener Stadtteil Kettwig in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss Landsberg. Sein Name kann als „Krötenpfuhl“ gedeutet werden, was einen Hinweis auf die dortigen sumpfigen Auenlandschaften im Ruhrtal gibt. Seit Februar 1985[1] steht die Anlage unter Denkmalschutz und dient heute als Hotel-Restaurant. Ein weiterer Johann von Nesselrode wurde 1508 mit Hugenpoet belehnt. Seine Nachkommen Johann und Wilhelm begründeten die Linie Nesselrode-Hugenpoēt, die noch heute in Bayern und den Niederlanden besteht. Aus der Linie kamen u. a. eine Ur-Ur-Urgroßmutter der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, Johanna, die 1670 Bernhard III. von Droste-Hülshoff (1634–1700) heiratete[6]. Deren Enkelin wiederum, Richmod von Droste zu Hülshoff (1704–1750), heiratete Christian von Nesselrode-Hugenpoet, General in österreichischen Diensten[7]. Ebenfalls aus diesem Zweig kam unter anderen Johann Leopold Freiherr von Nesselrode-Hugenpoēt († 1768), Generalvikar zu Speyer und der bayerische General Maximilian Freiherr von Nesselrode-Hugenpoēt (* 1804; † 1886). | VON HUGENPOET, Elisabeth Wilhelmine Marie (I45686)
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| 4798 | Schloss Landsberg (Ratingen) aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Zur Navigation springenZur Suche springen Schloss Landsberg von Südosten, 1904/1905 Das Schloss auf einer Lithografie 1860/1861 Bergfried und Herrenhaus des Schlosses (2002) Das Schloss Landsberg ist eine Schlossanlage im Ruhrtal auf dem Stadtgebiet von Ratingen in unmittelbarer Nähe des Schlosses Hugenpoet. Es steht nahe dem Kettwiger Ortsteil Vor der Brücke etwa einen Kilometer südwestlich des Zentrums von Kettwig an der Straße nach Mülheim an der Ruhr-Mintard inmitten eines englischen Landschaftsparks mit ausgedehntem Waldgebiet. Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Höhenburg vom Ende des 13. Jahrhunderts zurück, die durch den Grafen Adolf V. von Berg erbaut wurde. Sie diente in jener Zeit vornehmlich zur Sicherung der nahe gelegenen wichtigen Brücke über die Ruhr, die Kettwig mit Ratingen verband. Seit spätestens1288 gehörte die Burg den Herren von Landsberg, die ihren Stammsitz – mit einer Unterbrechung von 120 Jahren – bis 1903 besaßen. (...) Herren von Landsberg[Bearbeiten | VON LANDSBERG, Reinhard (I17419)
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| 4799 | Schloss Schwandegg liegt auf einem 30 Meter hohen Hügel nordwestlich des Dorfes Waltalingen im Kanton Zürich. Das Geschlecht derer von Schwandegg baute die Burg. Die Burg kam nach deren Aussterben an Hans von Münchwil, 1470 an die Familie von Schönau, 1502 an Gregorius von Roggwil, Obervogt zu Konstanz, 1537 an den Bauern Anton Hermann, unter dem die Anlage mehr und mehr verfiel. 1553 kaufte sie der Konstanzer Bürgermeister Thomas Blarer. Danach wechselte die Burg mehrfach ihren Besitzer. 1677 gehörte sie Hans Caspar Escher, 1770 dem Zürcher Rittmeister Hans Konrad Bürkli. Wiederum folgten einige Besitzerwechsel. 1933 brannte der Nordwestflügel nieder. 1974 kaufte der Kanton Zürich Schwandegg und restaurierte das Schloss. Heute befindet sich darin ein Restaurant mit einigen Zimmern zum Übernachten sowie ein Rittersaal, der gemietet werden kann. Das Geschlecht derer von Schwandegg wird 1288 erstmals erwähnt. Ritter Heinrich von Schwandegg wird als Gefolgsmann des Hauses Habsburg bezeugt. 1413 starb die Familie im Mannesstamm aus. Adelheid IV. von Schwandegg war 1402–1420 Äbtissin des adligen Damenstifts Schänis und damit Fürstin des Heiligen Römischen Reiches Hotel & Restaurant Schloss Schwandegg 8468 Waltalingen +41 71 671 17 71 restaurant@schloss-schwandegg.ch | VON SCHWANDEGG, N. (I37149)
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| 4800 | Schloss Steinort (polnisch Pałac w Sztynorcie) ist ein Schloss auf einer Landzunge zwischen Dargeinen- und Mauersee in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es war bis 1945 der ostpreußische Stammsitz derer von Lehndorff. Das Gutsdorf Steinort heißt heute Sztynort. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Familie von Lehndorff, die in der Gegend von Königsberg ansässig war, mit einem großen Stück Land belehnt, welches „Steinorter Wildnis“ hieß. Viele angrenzende Orte gehörten dazu. Die ersten Besitzer hießen mit Vornamen Casper, Fabian und Sebastian. Sie waren Amtshauptmänner von Preußisch Eylau bzw. von Oletzko, gefolgt von Meinhard (Landrat von Rastenburg, Oberstleutnant, geboren 1590). Er legte den Steinorter Park, die Eichenallee sowie den Kreuzgang aus ionischen Säulen an. Ein Teil der Eichen steht für jedes auf Steinort geborene Kind der Familie von Lehndorff. Der Ort mit dem zugehörigen Gutshof ist auch der Stammsitz der Familie von Lehndorff. Der 1637 geborene Ahasverus war Nachfolger auf Steinort. Seine dritte Frau Eleonore ließ das Herrenhaus errichten. Sein Sohn Ernst Ahasverus übernahm die Nachfolge. Von 1758 führte dessen Sohn Ernst Ahasverus Heinrich (geboren 1727) die Linie weiter. 1770 wurde sein Sohn Carl Ludwig geboren, er übernahm dann Steinort. Er hatte fünf Kinder, und sein ältester Sohn Carl Meinhard übernahm 1854 Steinort. Carl Meinhard heiratete seine Cousine Anna, geborene Gräfin Hahn-Basedow, die nach seinem Tod 1883 die Leitung des Besitzes bis zur Mündigkeit ihres Sohnes Carl Meinhard übernahm. Dieser Carl Meinhard („Caroll“) blieb Junggeselle.[1] Da er somit kinderlos war, ging der Besitz nach seinem Tode im Jahr 1936 auf die Linie Preyl seines Onkels Heinrich über. Von dessen beiden Söhnen erbte der jüngere, Manfred. Der ältere, Heinrich, war im Ersten Weltkrieg gefallen. Manfred verzichtete und übergab an seinen Sohn Heinrich Graf von Lehndorff, der wegen seiner Beteiligung am Attentat auf Hitler 1944 ermordet wurde. Da Heinrichs Bruder, Ahasverus, im Krieg gefallen war, hätte Hans von Lehndorff (Vetter von Heinrich) die Linie weiterführen können. Unter Leitung des erfahrensten Restaurators der Königlichen Schlösser in Berlin wurde das Schloss Ende der 1930er Jahre einer grundhaften Sanierung unterzogen,[2] nachdem es zuvor seit dem Ersten Weltkrieg vernachlässigt und durchfeuchtet gewesen war. Es war bis zum Einzug der Roten Armee im Januar 1945 in tadellosem Zustand. Heinrich Graf von Lehndorff bewohnte mit seiner Familie einen Flügel des Schlosses, in der anderen Hälfte wurde 1941 das Feldquartier von Reichsaußenminister Ribbentrop eingerichtet. Sein Stab bewohnte das nahe Gästeheim „Jägerhöhe“ am Schwenzaitsee. Sechs Kilometer nördlich von Steinort hatte das Oberkommando des Heeres sein Feldlager „Mauerwald“ mit ausgedehntem Bunkersystem gebaut. Elf Kilometer östlich des Ortes befand sich Himmlers Feldkommandostelle „Hegewald“, 25 km südwestlich lag das „Führerhauptquartier Wolfsschanze“, wo am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler stattfand. Nach längerer Besetzung durch die Rote Armee seit 1945 war im Schloss ab den 1950er Jahren eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (PGR) untergebracht. In den 1990er Jahren kam die gesamte Anlage mit Wirtschaftsbereich in die Hände eines Österreichers, dann, 1995, an einen Warschauer Yachtbetreiber. Derzeit kann das Schloss nur von außen besichtigt werden, da es mit der Zeit stark verfiel und mit den Renovierungsarbeiten erst kürzlich begonnen wurde. Die größte Kostbarkeit des maroden Baus waren die bemalten und geschnitzten barocken Holzdecken im Mittelteil. Im November 2009 erwarb die „Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz“ das Schloss. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen soll es als Begegnungsstätte genutzt werden.[3] Es wird, zusammen mit der deutschen Schwesterstiftung, um ein Nutzungskonzept gerungen, um Fördermittel zu erhalten. Bisher wurde mit Geld privater deutscher Spender und Mitteln aus dem polnischen Kulturministerium geholfen. Dringende Notsicherungsmaßnahmen erfolgten bis Herbst 2013. Eingebrachte Hilfskonstruktionen stabilisieren den Bau statisch, insbesondere auch die Unterkellerung. Die Mauerkronen des Mittelteils wurden gefestigt, die Fensteröffnungen provisorisch mit durchsichtigen Folien geschlossen und das Ziegeldach durch eine Pappdeckung auf Holzschalung provisorisch ersetzt. Bisher hatte es hereingeregnet und der Schwamm hatte sich ausgebreitet. Die wertvollen, teilweise bereits zerstörten Deckenbretter (1.500 m²) wurden vor Jahren herausgenommen und sind inzwischen sachgerecht an anderer Stelle gelagert. Sie wurden desinfiziert und imprägniert.[4] Die Grabkapelle der Lehndorffs wurde ab 1945 mehrfach geplündert und wäre 2015 fast zur Ruine geworden. Durch eine private Spendeninitiative und mit Unterstützung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien konnten Mittel bereitgestellt werden, um dieses Kleinod der Architektur des Berliner Architekten Friedrich August Stüler zu retten. Für die Wiederherrichtung des Innenraumes mit seinem Netzgewölbe und seiner Akustik sind weitere Mittel notwendig. Am 22. Juni 2009 wurde am Schloss zum 100. Geburtstag von Heinrich Graf von Lehndorff ein Gedenkstein eingeweiht. Der Schlosspark war völlig verwildert. Er wurde im Sommer 2012 als Projekt „Rückschnitt des Wildwuchses im historischen Schlosspark“ der Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durch 40 deutsche Jugendliche in zweiwöchigem Einsatz gärtnerisch und landschaftspflegerisch bearbeitet. Insbesondere die historischen Parkwege und Sichtachsen wurden wieder freigelegt.[4] Im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Modellprojektes wurden 2014/2015 der Nord-West-Turm gesichert, die eingestürzten und verschütteten Keller gesichert und wieder zugänglich gemacht und eine Flächendrainage eingebaut. Begrenzte Teile des Schlosses können seitdem wieder besichtigt werden. Seit Mai 2019 unterstützt der Deutsche Bundestag die Fortführung der Notsicherung. Im November 2019 konnte im Ostflügel des Schlosses ein Informationspunkt eingerichtet werden, in dem sich Besucher über die Geschichte, das Doppelleben von Heinrich und Gottliebe Lehndorff und die laufenden Arbeiten informieren können. Die Gestaltung des Info-Points wurde von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert. Die aktuellen Arbeiten konzentrieren sich auf die Sicherung und Ertüchtigung der Fundamente, die Komplettierung der Drainage und Regenwasserkanalisation und die statisch-konstruktive Wiederherstellung der Decken im Kernbau. | N., Eleonore (I57890)
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