Strauss Genealogie


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4701 Richwin wird erstmals als Graf von Verdun in einer Urkunde des Königs Zwentibold von Lotharingien vom 14. August 895 genannt, welche an das Kloster Saint-Mihiel gerichtet war.[1] Als „verdienstvoller Graf“ wird er gemeinsam mit Wigerich am 23. Januar 899 an der Seite desselben Königs genannt.[2] Nach dessen Tod im Jahr darauf wandte sich Richwin offenbar dem westfränkischen König Karl III. dem Einfältigen zu, in dessen Gefolge er am 12. Februar 912 genannt wird.[3] Erneut mit dem Pfalzgrafen Wigerich und erstmals mit seinem Sohn Otto wird Richwin an der Seite des Königs am 9. Januar 916 in Herstal genannt. Kurz darauf starb Wigerich und Richwin heiratete dessen Witwe, Kunigunde. Auch tritt er seither als Laienabt von Moyenmoutier und Saint-Pierre in Metz auf, vermutlich hatte er zugleich auch das Grafenamt von Metz inne.

Im Jahr 921 beteiligte sich Richwin an der Rebellion der lotharingischen Großen gegen die Herrschaft König Karls des Einfältigen zugunsten des ostfränkischen Königs Heinrich I.[4] Am 15. November 923 wurde er in seinem Bett liegend von Boso ermordet, womöglich im Auftrag seines Stiefsohnes Adalbero, des späteren Bischofs von Metz.[5][6] Der Mord an ihm durch den Bruder des neuen westfränkischen Königs Rudolf verstärkte die Abfallbewegung des lothringischen Adels hin zum ostfränkischen Reich.

In erster Ehe war Richwin mit der Tochter eines Grafen Ingelram verheiratet, dessen Identität nicht zu bestimmen ist. Mit ihr hatte er den Sohn Otto, welcher später zum Herzog von Lothringen aufstieg. Seine zweite Frau, Kunigunde, war die Witwe des Pfalzgrafen Wigerich und mütterlicherseits eine Enkelin des westfränkischen Königs Ludwig II. des Stammlers. 
VON VERDUN, Richwin (I37602)
 
4702 Rieß konnte als Sohn des Juweliers David Jacob Rieß (1768–1849) zeitlebens seinen physikalischen Untersuchungen als Privatmann nachgehen. 1842 wurde er als erster Jude vom König durch Führsprache von Alexander von Humboldt und gegen das Votum des zuständigen Kultusministers Friedrich Eichhorn als Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften bestätigt.[2][3]


Der Verteilungsapparat von Rieß (auf Seite 486 des Buches „Die gesammten Naturwissenschaften“ (1873))
Nach einigen kleineren Arbeiten über Erdmagnetismus und Magnetismus wandte sich Rieß dem Studium der Reibungselektrizität zu, der er fast alle seine Arbeiten seit 1836 widmete. Ein Meister des Experiments auf diesem schwierigen Gebiet, baute Rieß die experimentelle Seite der Lehre von der Reibungselektrizität durch seine Arbeiten über die Verteilung der Elektrizität auf Leitern, die elektrische Influenz, über die Entladung der Elektrizität, die Wirkungen der Entladungen, speziell die Wärmewirkung, wesentlich aus. Sein zweibändiges Werk Die Lehre von der Reibungselektrizität (1853) und in weiteren Abhandlungen (Berlin 1867 und 1878) sind eine Zusammenstellung und Analyse alles bis dahin auf diesem Gebiet gesammelten experimentellen Materials.

Bereits seit 1824 gehörte Peter Theophil Rieß der Gesellschaft der Freunde an. Er war zudem korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften (1856), Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (1856) und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (1872).

1835 heiratete er Fanny Güterbock, die Tochter des Kaufmanns Levin Isaac Güterbock. Das Paar hatte mindestens eine Tochter, Rebecca Rieß (1836–1924), die 1863 den Physiker Georg Quincke heiratete.

1878: Ehrendoktorwürde der Universität Pavia

Schriften
Diss. de telluris magnetismi mutationibus diurnis et menstruis, Dissertation Universität Berlin, 1831.
P. Riess (1846). Ueber die Ablenkung der Magnetnadel durch die elektrische Batterie. Annalen der Physik 143 (4): 535-540
Die Lehre von der Reibungselektrizität, 2 Bände. Hirschwald, Berlin 1853.
Abhandlungen zur Lehre von der Reibungselectricität. Hirschwald, Berlin 1867. (Digitalisat)
Abhandlungen zur Lehre von der Reibungselectricität. 1879.
Ueber elektrische Schatten. In: Wiedemann’s Annalen Band XV, 1882.


Literatur
Karl Ernst Hermann Krause: Rieß, Peter Theophil. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 584–586.
"Streiflicht 3: Peter Theophil Riess: das erste jüdische Akademiemitglied" (PDF; 7,3 MB) in: Herbert Pieper: "Ungeheure Tiefe des Denkens, unerreichbarer Scharfblick und die seltenste Schnelligkeit der Kombination." Zur Wahl Alexander von Humboldts in die Académie Royale des Sciences et Belles-Lettres zu Berlin. (= Berliner Manuskripte zur Alexander-von-Humboldt-Forschung, Heft 17), 4. überarb. Aufl., Berlin 2009, S. 48–57. 
RIESS, Peter Theophil (I55383)
 
4703 Rikdag hatte mindestens zwei eheliche Töchter und einen Sohn. Eine Tochter namens Gerburga (* vor 985; † 30. Dezember 1022) war mutmaßlich Äbtissin von Quedlinburg, die andere Tochter unbekannten Namens (* vor 985; † ?) heiratete den polnischen Kronprinzen Bolesław. Diese Ehe wurde aus machtpolitischen Interessen von Bolesław, wohl auf Druck seines Vaters Mieszko I., aufgelöst. Rikdags Verlust der Mark Meißen an den böhmischen Herzog Boleslav II., 984, sowie sein Tod, um 985, machten die Eheverbindung für das polnische Herrscherhaus uninteressant.

Der Sohn Karl (* vor 985; † 28. April 1014) war von 992 bis 1010 Graf im Schwabengau.  
VON MEISSEN, Rikdag (I36254)
 
4704 RINGGENBERG BE
RINGGENBERG ([ˈrɪŋkənˌbɛrɡ]) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli des Kantons Bern in der Schweiz.
Als im Jahre 1230 der Ritter KUNO VON BRIENZ vom deutschen KAISER FRIEDRICH II. (HRR) zum Reichsvogt des Brienzerseegebietes ernannt wurde, liess er die Burg RINGGENBERG erbauen. Die Adelsfamilie nannte sich fortan VON RINGGENBERG. Johann VON RINGGENBERG war das bedeutendste Glied dieser Adelsfamilie. Als Spruchdichter wurde er als „Ritter, der Schwert und Leier gleich gut führt“ bezeichnet. Seine Lieder sind um 1300 in Zürich in die MANESSISCHE LIEDERSAMMLUNG aufgenommen worden.

In der Zeit von Philipp VON RINGGENBERG (1351–1374) begann der Ruin der Herrschaftshauses. 1351 mussten Teile der Herrschaft an das Kloster Interlaken verpfändet werden. 1380 wurde die Burg RINGGENBERG angezündet und geplündert, der Burgherr Freiherr Petermann gefangen genommen.  
N., Mechthild (I10497)
 
4705 Ritter (nach 1370), Freiherr , Pfandnehmer Unterseen, Unspunnen und Oberhofen, Herr Deitingen, Gutsherr Deitingen, Kirchherr Deitingen, Herr Wolhusen (1364-1370), Herr Gutenburg (1370), Gutsherr Langenthal, Sagenacker
Erscheint 1345 zu erstenmal als selbständig Handelnder (Jufer 1994: 156).
Mit einer Schuld unbekannter Herkunft des Klosters Interlaken in der Höhe von 1'325 Gulden sichert es dem Gläubiger dafür Pfandrechte auf Leute, Gut und die Burgen von Unterseen, Unspunnen und Oberhofen zu (Jufer 1994: 156).
Nennt sich in der Quittung für die Abzahlung der Schuld mit 925 Florentiner Gulden und 123 Bernpfund durch das Kloster Interlaken «Kirchherr in Deitingen», eine Würde, die er vom Onkel Heinrich V. von Grünenberg übernommen hat; da er weltlichen Standes ist, vertraut er das Amt einem Vikar an (Jufer 1994: 156); als Kirchherr zu Deitingen genannt auch bei Stromeyer (Stromeyer 1963: 1074).
Erwirbt später noch weiteren Besitz, Anteile am Kirchensatz und der Vogtei Deitingen (Jufer 1994: 156).
Verkauft seinem Vetter Petermann I. von Grünenberg um 50 Gulden einen Viertel des Kirchensatzes von Burgrain mit dem Pfarrgut und der Vogtei (Jufer 1994: 158 [163]).
Leiht Johann Ruschellin die Vogtei des Sagenackers von Langenthal gegen einen Jahreszins von 18 Pfund (Jufer 1994: 158).
Nach dem Tod von Graf Imer von Strassberg 1364 vertritt er dessen Witwe Margaretha von Wolhusen als Vogt; zum Dank dafür gibt sie ihm die Herrschaft Wolhusen, auf die aber das Haus Österreich wohlbegründete Ansprüche erhebt (Jufer 1994: 158; Käser 1855: 190).
Verzichtet im Vergleich von 1370 zusammen mit dem Miterben Graf Johann II. von Aarberg-Valangin auf Wolhusen zu Gunsten der Herzöge von Österreich, erhält dagegen Gutenburg bei Lotzwil (nach Käser 1383), die eben Habsburg von Peter von Thorberg gekauft haben (Jufer 1994: 158; Käser 1855: 190; Stromeyer 1963: 1074).
1384 als Zeuge letztmals erwähnt bei der Vergabung Burgrains an St. Urban (Jufer 1994: 158).
Abbildung: Siegel 1345, Schild mit umrandetem Sechsberg; «+S Walth[er] d[e] Gruneb[er]g r[ec]toris ecc[lesiae] i[n] Teitige [Deitingen]»; Staatsarchiv, Bern (Jufer 1994: 158).
Quellen: Käser 1855: 190  
VON GRÜNENBERG, Walter IV. (I19216)
 
4706 Ritter Emond (Edmund) von Engelsdorf (* 1330; † 1398) war ab 1384 Erbkämmerer des Herzogtums Luxemburg, unter Wenzel (HRR). Wenzel von Luxemburg aus dem Geschlecht der Luxemburger, Beiname der Faule (auch Wenzeslaus, tschechisch Václav; * 26. Februar 1361 in Nürnberg; † 16. August 1419 auf der Wenzelsburg, tschechisch Nový hrad u Kunratic, heute im Stadtgebiet von Prag), war seit seiner Krönung im Kindesalter 1363 bis zu seinem Tod 1419 als Wenzel IV. König von Böhmen und von 1376 bis zu seiner Absetzung 1400 römisch-deutscher König. Von 1373 bis 1378 war er zudem Markgraf von Brandenburg und von 1383 bis 1388 Herzog seines Stammlandes Luxemburg.

Leben
Emond von Engelsdorf stammte von der gleichnamigen Burg Engelsdorf im heutigen Ortsteil Engelsdorf, der Gemeinde Aldenhoven, Kreis Düren im Rheinland. Noch unmündig erbte er 1348 diese sowie die Burg Gripekoven. Gripekoven wurde als "Raubritterburg" 1354 geschleift.

1361 übergab Herzog Wilhelm von Jülich-Geldern (* 5. März 1364; † 16. Februar 1402 in Arnheim), Graf von Falkenburg-Montjoie, dem Engelsdorfer die als Haus Berge auf der Inde bezeichnete Nothberger Burg mit Vorburgen und anderen Zubehör als Offenhaus mit Vorbehalt aller Herrlichkeit als Lehen.Die Nothberger Burg ist eine historische Donjonburg im Eschweiler Stadtteil Nothberg. König Wenzel von Luxemburg (HRR) (1361-1419) aus dem Geschlecht der Luxemburger, Beiname der Faule (auch Wenzeslaus, tschechisch Václav; * 26. Februar 1361 in Nürnberg; † 16. August 1419 auf der Wenzelsburg, tschechisch Nový hrad u Kunratic, heute im Stadtgebiet von Prag),
verlieh von Engelsdorf 1384 die Erbkämmerwürde und macht ihn zum Herrn über Burg Reuland. Die Buirg Reuland gehört zu den größten Burgruinen der Eifel, im deutschsprachigen Teil Osatbelgiens.
Die Herren von Reuland behielten diese Würde bis zur Auflösung des Ancien Regimes (1795). Dazu erhielt er von Wenzel Hof und Meierei zu Hoffelt sowie die Dörfer Ober- und Niederbesslang.

Herzog Wilhelm von Jülich-Geldern (1364-1402) gab ihm am 1. August 1385 Schloss und Herrschaft Wildenburg (Eifel) zum Lehen. Nach der Verwaltung Wildenburgs durch den Markgrafen von Jülich selber tritt als erster Unterherr Edmund von Engelsdorf in Erscheinung. Er erhält 1380 die Erlaubnis, in der Burgkapelle das Sakrament der Eucharistie aufzubewahren.

Nachkommen
Aus der Ehe mit Gertrud von Binsfeld stammen zwei Kinder:

Dietrich von Engelsdorf († 1415) ⚭ Beatrix von Harzee
Alveradis (Afra) von Engelsdorf (* 1370; † 1429) ⚭ Werner von Pallandt
Da die Ehe von Dietrich kinderlos blieb, erbte Alveradis und damit das Adelsgeschlecht Pallandt den Familienbesitz.

Besitzungen
Burg Engelsdorf
Burg Gripekoven
Nothberger Burg
Burg Reuland
Burg Untermaubach
Burg Wildenburg (Eifel)



Motte Gripekoven
Die Motte Gripekoven ist als Motte Alt-Gripekoven der im Sumpf des Alsbaches beziehungsweise „Mühlenbaches“ gelegene Überrest einer befestigten Holz-Erde-Burg der ritterlichen Herren von Gripekoven/Gripinghoven im Wegberger Ortsteil Beeck im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Keramikfunde und die urkundliche Erwähnung lassen vermuten, dass die (zweiteilige) Motte (Turmhügelburg) – wie andere in dieser Region – um das Jahr 1200 angelegt wurde. Da die Motte und ihr Zugang unmittelbar hinter dem dazu gehörenden Hof „In Gripekoven 9“ liegt, kann sie nur mit Erlaubnis des Eigentümers besichtigt werden.

Neu-Gripekoven
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts versuchte der einflussreiche Ritter Gerhard von Engelsdorf, hier mit dem Bau einer weitläufigen steinernen Wasserburg („Neu-Gripekoven“) und der Gerichtsbarkeit über das nahe gelegene Dalen eine Herrschaft zu etablieren, was schließlich den territorialen Interessen des Markgrafen von Jülich zuwiderlief. Nachdem Neu-Gripekoven kurzzeitig von einem Bündnis unter dem Ritter Goswin von Zievel besetzt worden war und von hier aus „unberechtigte Fehde“ beziehungsweise räuberische Erpressungen gegen durchziehende Kaufleute stattfanden – wobei vermutet wird, dass dies ein abgesprochenes Komplott des Markgrafen gegen den Standort der Burg des von Engelsdorf war – wurde die Anlage unter Aufbietung von 1500 bis 2500 Mann (Ritter, Schanzer, Knechte) im Juni 1354 wochenlang belagert und nach Aufgabe der Belagerten bis auf Grundmauerreste komplett abgetragen, während die vorgeblichen „Raubritter“ nicht etwa abgeurteilt wurden, sondern mit ihrer Habe frei ziehen durften – und Emond von Engelsdorf, der Sohn Gerhards, mit Burg Nothberg bei Eschweiler, sowie ein weiteres Mal mit der Wildenburg in der Eifel für die Zerstörung Gripekovens entschädigt wurde.

Auf den Äckern im Umkreis von 500 Metern fanden sich in den letzten Jahrzehnten rund 30 eindrucksvoll schwere Blidenkugeln, mit denen sich die Belagerten zur Wehr gesetzt hatten. Bis in die frühen 1950er Jahre waren noch Grundmauern der ehemals vorhandenen Türme mit etwa 100 Zentimetern Wandstärke zu sehen. Die Anlage von „Neu-Gripekoven“ ist heute weitläufig überwuchert oder in landwirtschaftlicher Nutzung, aber die Ausmaße ihrer Gräben und Stausysteme sind noch immer beeindruckend. 
VON ENGELSDORF, Edmond (I5043)
 
4707 Ritteradliges Geschlecht (13.-15. Jh.). Vertreter der Fam. traten Mitte des 13. Jh. unter den Namen von F. und von Wiesendangen auf. Die F. gehörten wohl ursprünglich mit den von Adlikon, den von Strass und den von Neuburg zu einer Adelsgruppe im Umfeld des Bf. von Konstanz. Nach dem Aussterben ihrer Dienstherren, den Gf. von Kyburg, machten sie eine glänzende Karriere im Dienste des Hauses Habsburg-Österreich. Sie übernahmen versch. Pfandschaften - etwa die Vogtei über die Freien in Uzwil, jene im oberen Thurgau und über Schwarzenbach - und Ämter, so als Vögte von F. und Kyburg. Jakob (1270-1315) wurde 1301 Hofmeister Hzg. Leopolds. Seine Nachkommen führten den Titel ab 1308 als Familiennamen. Jakobs Sohn Nikolaus (->) wurde 1334 zum Bf. von Konstanz gewählt. Unter wirtschaftl. Druck mussten die F. ihren Besitz ab der 2. Hälfte des 14. Jh. veräussern, u.a. auch ihren Turm in F. Daselbst und im süddt. Raum kann die Fam. noch im 15. Jh. nachgewiesen werden. N., N. (I40525)
 
4708 Ritteradliges Geschlecht (belegt 1248-1569), dessen Name auf die Burg G. oberhalb der Gem. Dorf im Zürcher Weinland zurückgeführt wird. Indizien weisen jedoch auch auf eine Winterthurer Herkunft hin, nicht zuletzt der früh belegte Besitz zu Töss. Jakob, 1248 mit 86 weiteren Adligen Bürge für Hartmann von Kyburg, ist vermutlich identisch mit dem 1239-48 in kyburg. Gefolge auftretenden Jakob von Winterthur. Nach dem Aussterben der Kyburger 1263 wechselte die Fam. in den österr. Dienst. So sassen im 14. Jh. vermutlich Egbrecht (belegt 1301-23) und sein gleichnamiger Sohn (1328-63) als Vögte zu Kyburg. Im Gegenzug übergab die Landesherrschaft der Fam. Pfandschaften und Lehen v.a. in und um Winterthur, so 1363 das Dorf Ellikon an der Thur mit Twing und Bann an den jüngeren Egbrecht. Dieser erbte im selben Jahr von der Fam. seiner Frau Anna Meier von Mörsberg in Oberwinterthur als österr. Lehen die Burg Mörsberg - fortan Stammsitz der Fam. -, das Meieramt der Bf. von Konstanz daselbst und die Vogtei der Herren von Klingen. Damals beendete die Fam. die Liquidation ihrer wahrscheinlich Anfang des 14. Jh. vom Rittergeschlecht von Altikon ererbten Reichenauer Lehen in der Gegend von Altikon. Egbrecht, der Sohn des oben genannten jüngeren Egbrecht, trat 1407 als Erster ins Winterthurer Burgrecht, was der Fam. zu einer relativen Unabhängigkeit gegenüber Zürich verhalf. Nach der Ewigen Richtung (1474) zwischen Österreich und den Eidgenossen empfing Hans, ein Enkel des letztgenannten Egbrecht, 1478 die Mörsberg neu vom Rat von Zürich. Nach der Reformation blieb dessen Sohn Hans weiterhin beim alten Glauben, was wiederholt zu Spannungen mit Zürich führte. Als Letzte ihres Geschlechts starben 1569 Hans' Söhne Jos und Eglolf. Erben waren deren Schwäger Hans Ulrich Stockar und Marx Blarer von Wartensee. VON GOLDENBERG, Margaretha (I20495)
 
4709 Ritteradliges Geschlecht in den Kt. Luzern und Aargau, von dem bis ins 17. Jh. über hundert Mitglieder der sich in versch. Zweige aufspaltenden Fam. bekannt sind. Die H. waren kyburg. und habsburg. Ministerialen, ab 1245 Reichsministerialen. Als Stammsitz gilt die Burg H., ein Lehensbesitz zwischen dem Lindenberg und Baldeggersee. Erstmals belegt ist das Geschlecht 1185 mit Heinrich I. Im 14. Jh. erwarb Hartmann I. die habsburg. Herrschaften Wagenburg (ZH) und Kienberg. 1351 kaufte die Fam. die Burg Aristau. Nach 1400 ging der luzern. Besitz der Fam. durch Erbgang verloren. Verwandtschaftl. Beziehungen bestanden mit den Frh. von Rüssegg und Bechburg sowie den Ritteradligen von Hünenberg und Landenberg-Greifensee. Ab dem 15. Jh. standen Mitglieder der H. im Dienst Österreichs und verburgrechteten sich mit mehreren Schweizer Städten (u.a. Solothurn). N., N. (I46167)
 
4710 Rittergeschlecht des 13.-16. Jahrhunderts, dessen Stammsitz wahrscheinlich in Steinhof (heute Gemeinde Heinrichswil-Winistorf) in der Herrschaft Aeschi (SO) lag. Als Erster der Familie wird Heinrich de Lapide (vom S.) 1201 als Lehensempfänger von Herzog Berchtold V. von Zähringen erwähnt. In der Folge waren die Stein Vasallen der Grafen von Kyburg. Im 14. Jahrhundert bürgerten sich Angehörige der Familie in den Städten Solothurn, Thun, Burgdorf und Bern ein. Sie verfügten über ausgedehnten Gerichts- und Grundbesitz im Oberaargau sowie im Raum Bern und Thun, z.B. ab 1386 die Twingherrschaft Utzigen, ab 1439 die Herrschaft Blumenstein und ab 1464 die Herrschaft Strättligen. Dazu kam im 15. Jahrhundert auch beachtlicher Besitz in der Stadt Bern. Dieser bildete die Basis des Aufstiegs der Stein zu einer der führenden, am Stadtregiment beteiligten Familien. Die Nachkommen Hartmanns ( 1399), dem Begründer des Berner Zweigs, führten den Junkertitel und gehörten der Adelsgesellschaft zum Narren und Distelzwang an.
Ihre Herrschaftsausübung setzten die Stein ab der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts in kommunalen Ämtern sowie in der städtischen und eidgenössischen Territorialverwaltung fort, z.B. als Schultheissen von Bern und Thun, als Landvögte von Nidau und Lenzburg sowie ab dem Ende des 15. Jahrhunderts als Gubernatoren von Aigle und als Landvögte von Echallens und Grandson. Sebastian war 1514 der erste eidgenössiche Landvogt in Locarno. Sie vertraten die Interessen Berns gegenüber Savoyen, Frankreich und Mailand sowie an den eidg. Tagsatzungen. Kaspar ( ca. 1507), Albrecht und Sebastian ( 1551) traten mehrfach als Gesandte in Erscheinung. In den kriegerischen Auseinandersetzungen Berns und seiner Verbündeten waren Angehörige des Berner Zweigs Hauptleute und Söldnerführer. Mit dem Tod von Sebastian 1585 erlosch die Familie. (Info: HLS). 
VOM STEIN, Stammlinie (I21287)
 
4711 Ritterliches Ratsgeschlecht der Stadt Zürich, Dienstleute der Fraumünsterabtei. Als ältester Besitz sind Fraumünster Lehensgüter und Rechte in Stadelhofen und Fällanden sowie verschiedene Reichslehen im stadtnahen Gebiet überliefert. Im 13. Jahrhundert bestanden Lehens- und Gefolgschaftsbeziehungen zu den Grafen von Kyburg, den Freiherren von Eschenbach, Schnabelburg, Regensberg, Klingen, Wädenswil sowie den Grafen von Habsburg-Laufenburg und Habsburg-Österreich. Eine Intensivierung auswärtiger Heiratsbeziehungen lässt sich bereits nach 1250 erkennen, so unter anderem mit den Rittern von Hünenberg, später mit den Herren von Hallwyl; Konnubien bestanden auch mit den Stadtrittern von Schönenwerd, Brun, von Hottingen und Maness-Manegg. Die Konstruktion einer durchgehenden Genealogie ist bis ins 14. Jahrhundert wegen gleich lautender Vornamen unsicher.

Erstmals bezeugt ist die Familie 1159 mit zwei Brüdern gleichen Namens (Rudolf). Jakob, erwähnt 1242 (​nach 1287), Ratsmitglied und 1271 Reichsvogt in Zürich, war eine führende Figur in der Zürcher Politik. Unter seinen Söhnen Rudolf dem Älteren (erwähnt 1259-1317) und Rudolf dem Jüngeren (erwähnt 1270-1323) kam es zu einer Aufspaltung in zwei Linien, die sich sowohl hinsichtlich ihrer ökonomischen Basis als auch aufgrund ihrer politischen Ausrichtung unterschieden. Rudolf der Jüngere und seine Nachkommen konzentrierten sich auf die innerstädtische Politik und waren über vier Generationen fast ausnahmslos im Rat vertreten. Die Brüder Johannes I. und Eberhard I., Söhne Rudolfs des Jüngeren, hatten zwischen 1330 und 1382 mehrmals das Schultheissenamt inne. Das Erbe dieses Zweigs fiel nach dem Tod von Johannes' I. Enkel Eberhard II. an den von Rudolf dem Älteren gegründeten Zweig.

In den Jahren vor der Brun'schen Revolution kam es zu Interessenkonflikten zwischen Gottfried I., Sohn Rudolfs des Älteren, und der Stadt Zürich, die ihre Gerichtsbarkeit auf das Territorium auszudehnen suchte. Gottfried I. wurde wegen diesen Auseinandersetzungen 1321 aus dem Bürgerrecht ausgeschlossen, kehrte aber in die Stadt zurück und ist ab 1325 im Rat bezeugt. Er wird in der Historiografie zu den Anstiftern und Geldgebern des Umsturzes von 1336 gerechnet. Sein Sohn Gottfried II. (erwähnt 1343-1383) verfolgte zunächst ebenfalls eine politische Karriere in der Stadt, wandte sich aber gegen 1360 vermehrt der habsburgisch-österreichischen Landesherrschaft zu, in deren Diensten ihm ein steiler politischer Aufstieg gelang; unter anderem war er zeitweilig Inhaber der Herrschaft Rapperswil, österreichischer Vogt in Glarus, Landvogt im Aargau, Thurgau und Schwarzwald. Mit seinem Sohn Gottfried III., Burggraf im Tirol (1386), und dem bis 1406 erwähnten Johanniter Rudolf starb die Familie aus. Ein in der älteren Historiografie behauptetes Weiterbestehen des Geschlechts in Österreich beruht auf Fehlinterpretationen. 
MÜLNER, Mechtild (I14116)
 
4712 Robert galt als Lieblingssohn seiner Mutter, die ihn deshalb nach dem Tod des Vaters 1031 als Nachfolger auf dem Thron favorisierte. In dem daraus resultierenden Machtkampf gegen den älteren Bruder Heinrich verbündeten sie sich mit dem Grafen Odo II. von Blois. Robert unterlag 1032; als Ausgleich erhielt Robert von Heinrich die Herrschaft über das Herzogtum Burgund.

Robert galt als gewalttätiger Regent, der Fehden gegen Nachbarn und religiöse Einrichtungen führte. Angeblich ließ er seinen ersten Schwiegervater ermorden. Gegen den Schwager Rainald von Nevers kämpfte er um die Herrschaft über Auxerre, das er 1040 eroberte, 1060 wieder an den Grafen von Nevers abtreten musste. 
(BURGUND), Robert I. ´der Alte` (I42990)
 
4713 Robert Nef am 29.12.24
Die Bilder sind m.E nicht richtig zugeordnet. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um den Vater von Georges Reich- Mayer, der allerdings von Mogelsberg und nicht von Herisau stammte.
Mein Grossvater Reich-Mayer hiess Georg Ambrosius, und die alten Photos stammen möglicherweise von seinem Vater, der auch Georg hiess aber mit Wilhelmine (genannt Mina) Dinser verheiratet war, Beruf Stickereizeichner.
Sie hatten 2 Söhne, meinen Opapa Georges Reich, und Wilhelm Reich, Willy genannt, der ebenfalls eine Meyer mit Vornamen Lilly heiratete, die ihrerseits zwei Söhne hatten. Die Familie Reich ist aber bezüglich Hettenbach-Verwandtschaft natürlich "angeheiratet" und die Hettenbach-Linie führt über Oma Reich-Mayer, Tochter des Ehepaars Mayer-Rheiner zurück.
Ich schicke Dir gern ein echtes Bild von Georges und Hedwig, und ich habe eine ganze Holzschachtel voll von alten Photos der Familien Mayer und Reich, auch Jugendbilder (in Kadettenuniform!) der beiden Brüder Georges und Willy Reich. Die haben aber eigentlich mit dem Hettenbach-Legat genetisch nichts zu tun. 
REICH, Georg (I55987)
 
4714 Robert war der Sohn und Nachfolger von Wilhelm I., Graf von Eu, und seiner Frau Lesceline. Es ist umstritten, ob er unmittelbar auf seinen Vater folgte, oder seinem Bruder Wilhelm Busac nach dessen Aufstand gegen Herzog Richard II., der mit Wilhelms Enteignung und Exilierung endete. VON DER NORMANDIE, Robert (I37627)
 
4715 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55093)
 
4716 Rodrigo (Kurzform Ruy) wurde als Sohn des kastilischen Kleinadligen (Infanzón) Diego Laínez und der Teresa Rodríguez geboren. Weder Jahr noch Ort der Geburt sind belegt. Die Vermutungen der Historiker zum Geburtsjahr schwanken zwischen 1041 und 1057, als wahrscheinlichste Hypothese gilt heute seine Geburt in der Zeit zwischen 1045 und 1050. Der Name Rodrigo Díaz bedeutet „Rodrigo, Sohn des Diego“, was der damaligen Konvention im Königreich Kastilien entsprach, als Nachnamen das vom Vornamen des Vaters abgeleitete Patronym zu verwenden. Der Zusatz „de Vivar“ und damit die Verknüpfung zu dem traditionell als Geburtsort genannten Dorf Vivar del Cid[1] in der Nähe von Burgos taucht erstmals um 1200 im Cantar de Mio Cid auf. In zeitgenössischen Urkunden ist Vivar als Geburtsort nicht belegt.

Den Beinamen Campeador (bzw. lat. Campidoctor) führte Rodrigo – urkundlich belegt – schon zu Lebzeiten. Dabei handelt es sich um einen von campio (lat. Kämpe, Duellkämpfer) hergeleiteten Titel, der auf das siegreiche Bestehen von Zweikämpfen als Kampfesstellvertreter eines Kriegsherrn oder einer Streitpartei verweist. Im Deutschen wird dieser Beiname meist mit „der Kämpfer“ übersetzt, man könnte auch „Recke“ oder ganz wörtlich „der Champion“ sagen. Die Bezeichnung Rodrigos als mein Cid („Meo Çidi“) taucht hingegen urkundlich erst 50 Jahre nach seinem Tod in einem Gedicht erstmals auf. Sie leitet sich aus dem Arabischen ab und bedeutet so viel wie „mein Herr“. Es handelt sich um eine auch sonst belegte Anrede militärischer Führer oder Herren, die durchaus schon zu der Zeit gebraucht worden sein könnte, in der Rodrigo Díaz als Söldnerführer in der spanischen Levante operierte oder Valencia beherrschte; zeitgenössische Belege dafür gibt es aber nicht.

Rodrigos Vater hatte sich als Soldat im Krieg gegen Navarra Verdienste erworben, und dessen Vater Laín Núñez taucht als Zeuge in Urkunden König Ferdinand des Großen von Kastilien und León auf. Der Legende nach geht seine väterliche Linie bis auf Laín Calvo zurück, einen der sagenhaften „Richter“ Kastiliens.[2] Auch sein Großvater mütterlicherseits, Rodrigo Álvarez, war Anhänger Ferdinands und verwaltete im Auftrag des Königs mehrere Burgen im Grenzgebiet. Nach dem Tod seines Vaters (um das Jahr 1058) kam Rodrigo als Halbwaise an den Hof König Ferdinands und wurde dort zusammen mit dessen Sohn Sancho erzogen.

Nach dem Tod des Königs 1065 und der Aufteilung des Reiches unter seinen drei Söhnen blieb er im Gefolge Sanchos, der als Sancho II. König von Kastilien wurde und die Herrschaft über die anderen beiden Teilreiche Galicien und León anstrebte. Rodrigo bekleidete das Amt eines königlichen Bannerträgers (Alférez Real oder Armiger Regis) und errang in dieser Funktion erste militärische Erfolge als Truppenführer. Bereits in seiner Zeit am kastilischen Hof erhielt er den Beinamen el Campeador.

Während der Belagerung von Zamora wurde Sancho 1072 ermordet. Als sein Bruder und Kontrahent Alfons VI. die Königreiche León und Kastilien wieder vereinigte, soll ihm Rodrigo Díaz als Alférez der Legende nach einen von den kastilischen Ständen (Cortes) angeblich verlangten Reinigungseid abgenommen haben, mit dem Alfons beteuerte, nichts mit dem Tod seines Bruders zu tun zu haben. Die Historizität dieser Eidesleistung wird jedoch heute von der Mehrzahl der Autoren stark angezweifelt oder bestritten.[3] Jedenfalls blieb Rodrigo wie viele andere Gefolgsleute Sanchos im Dienste des neuen Königs, musste das Amt des Bannerträgers jedoch abgeben. Es wurde kurze Zeit darauf von einem zum Grafen von Nájera avancierten kastilischen Ritter namens García Ordóñez bekleidet, der in der Legende eine Rolle als höfischer Widersacher Rodrigos spielt (was vermutlich der Wirklichkeit entspricht). Um 1075 heiratete Rodrigo Díaz die in frühen Quellen als „Verwandte des Königs“ bezeichnete Jimena Díaz, deren tatsächliche Herkunft jedoch ungeklärt ist. Nach traditioneller Auffassung gilt sie als Tochter eines (nicht belegten) Grafen Diego von Oviedo, und es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass sie tatsächlich einer adligen asturischen Familie entstammte. Für den Ritter war mit dieser offenbar vom König arrangierten Heirat jedenfalls ein gesellschaftlicher Aufstieg verbunden, was sich besonders an dem urkundlich belegten großen Landbesitz des Paares zeigt. Auch trat Rodrigo bei mehreren Gelegenheiten als Mitglied von königlichen Schiedsgerichten in Erscheinung, die Streitigkeiten unter Adligen schlichteten. 
DE VIVAR, Rodrigo ´EL CID` (I40313)
 
4717 Rohzuschauer 1570-1572, Weber-Elfer und Eherichter 1571 - 1579, Stadtrichter 1572 - 1579, Bauzahler 1573 - 1578, zu den Bäuen und Hausgeldeinzieher 1576-1580, Vogteiherrenbeisitzer 1578 und 1579, Ratsherr 1580 - 1591 und 1596 - 1598, Bauherr 1581 - 1584 und 1588 - 1591, Bussner 1585und 1598, Leinwandmesser 1586 - 1591, Stockmeister 1586 - 1588, Spitalmeister 1591 - 1596 und 1598-1599, Schulrat 1598,
16. Kinder aus drei Ehen 
GSELL, Columban \ Kolumban (I4433)
 
4718 Rollwagen in Gernsbach WEYLER\WEILER, Anna Maria (I874)
 
4719 Romanos entstammte einer angesehenen anatolischen Adelsfamilie und war Gouverneur von Serdica (heute: Sofia). Seine militärische Laufbahn begann unter Kaiser Konstantin X., wobei er sich im Kampf gegen die Petschenegen auszeichnete. Im Jahre 1067 wurde er angeklagt, an einer Verschwörung gegen Konstantin X. teilgenommen zu haben, nach Konstantinopel berufen und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in Verbannung umgewandelt und nach Konstantins Tod am 21. Mai 1067 aufgehoben.

In erster Ehe war er mit Anna, Tochter von Alusian, Zar der Bulgaren aus dem Haus Komitopuli, verheiratet. Mit ihr hatte er einen Sohn, Konstantin Diogenes, der 1074 in einer Schlacht bei Antiochia gegen die Seldschuken fiel. Nach dem Tod Konstantins X. heiratete er 1068 dessen Witwe Eudokia und wurde zum Mit-Kaiser erhoben. Die drei Söhne Konstantins, Michael, Andronikos und Konstantios, wurden formal an der Regierung beteiligt, während die einflussreiche Familie der Dukas mit dem Kaisar Johannes Dukas an der Spitze in Opposition zu ihm stand. Zwei weitere Söhne des Kaiserpaars, Leon und Nikephoros Diogenes, die 1069 und 1070 zur Welt kamen, avancierten ebenfalls zu Mitkaisern.

Romanos kämpfte anfangs siegreich gegen die Seldschuken in Kleinasien, wurde aber 1071 in der Schlacht von Mantzikert von Sultan Alp Arslan besiegt und gefangen genommen (nach Valerian war er der zweite Kaiser der römisch-byzantinischen Geschichte, dem dies widerfuhr).[1] Gegen die Zahlung von Lösegeld und einen Friedensvertrag wurde er freigelassen. Überliefert ist folgender Dialog zwischen beiden Herrschern:
Alp Arslan: „Was würdest du tun, wenn ich als Gefangener zu dir gebracht würde?“
Romanos: „Vielleicht hätte ich dich getötet oder dich in den Straßen Konstantinopels ausgestellt.“
Alp Arslan: „Meine Strafe ist weitaus härter. Ich vergebe dir und lasse dich frei.“
In der Zwischenzeit hatten seine politischen Gegner den Sohn Konstantins X., Michael VII., auf den Thron gehoben. Romanos versuchte, gegen ihn vorzugehen, wurde aber besiegt und gefangen genommen. Er wurde gefoltert und Ende Juni 1072 geblendet; dabei wurde ihm dreimal ein glühendes Eisen in die Augenhöhle gestoßen. Laut einem Bericht von Michael Attaleiates entzündete sich die Wunde und war von Maden befallen, die ihm „vom Gesicht fielen“. Romanos wurde auf die Insel Proti, die viertgrößte der Prinzeninseln vor Konstantinopel/Istanbul, verbannt, wo er wenige Tage später an den Folgen der Verletzung starb.

Der von Romanos abgeschlossene Vertrag wurde nach seinem Sturz von den Seldschuken nicht mehr anerkannt. In der Folge eroberten die Seldschuken unter Sultan Malik Schah I., dem Sohn Alp Arslans, weite Teile des byzantinischen Anatolien. 
DIOGENES, Romanos IV. (I39112)
 
4720 Romanos folgte später seinem Vater Konstantin VII. als byzantinischer Kaiser im Jahr 959 im Alter von 21 Jahren auf den Thron. Er war schon 944 mit Bertha verheiratet, der illegitimen Tochter des Königs von Italien Hugo von Arles und einer Konkubine, und seit 945 Mitkaiser. Nach dem Tod Berthas (die den Namen Eudokia annahm) heiratete Romanos 956 Anastaso, die angeblich aus sehr einfachen Verhältnissen stammte und als Kaiserin den Namen Theophanu trug.

Die früher vertretene These, die byzantinische Prinzessin Theophanu, die Otto II. heiratete, sei die Tochter Romanos’ gewesen, wird heute nicht mehr als haltbar angesehen.

Romanos soll ein genusssüchtiger Herrscher gewesen sein, der sich kaum um die Regierung gekümmert hat, aber bei der Auswahl seiner Berater richtig lag (vor allem Joseph Bringas, dem die Leitung der Staatsgeschäfte faktisch zufiel). Das bedeutendste Ereignis seiner Regierungszeit war die Rückeroberung Kretas im Jahre 960/61 durch den erfolgreichen General Nikephoros Phokas, den Nachfolger des Romanos als Kaiser. Daneben führte Nikephoros auch erfolgreich Feldzüge in Syrien durch. 961 scheiterte Basileios Peteinos mit einem Usurpationsversuch.


Darstellung von Romanos II. auf dem Totenbett
Romanos starb 963, wobei die Todesumstände – durch Vergiftung oder aufgrund übermäßigen Genusses – im Unklaren bleiben. Die wichtigste erzählende Quelle zu seiner Regierungszeit stellen die Historien des Leon Diakonos dar. Daneben ist die Kaisergeschichte des Johannes Skylitzes von Bedeutung. 
VON BYZANZ, Romanos II. (I36028)
 
4721 Romanos hatte in der byzantinischen Flotte Karriere gemacht und war 917 zum Befehlshaber der gesamten Flotte aufgestiegen. Um 919 soll sich der minderjährige Kaiser Konstantin VII. an ihn gewandt und um Beistand gebeten haben, da er eine Machtübernahme durch den Domestikos Leon Phokas befürchtete. Romanos verheiratete seine Tochter Helena Lakapene am 9. Mai 919 mit Konstantin und wurde zum Basileopator („Vater des Kaisers“) ernannt, der Kaisermutter Zoe Karbonopsina wurde die Regentschaft entzogen und ihm übertragen.

Kurz darauf kam es zu einer Rebellion durch Leon Phokas, der Romanos als Usurpator bezeichnete und vorgab, den jungen Kaiser gegen eine Machtübernahme durch diesen unterstützen zu wollen. Romanos gelang es jedoch, die Anhänger von Leon Phokas von seiner Legitimität zu überzeugen, und konnte den Aufstand rasch niederschlagen. 
LAKAPENOS, Romanos I. (I37380)
 
4722 Romanos war der vermutlich älteste Sohn des Christophoros Lakapenos und dessen Frau Sophia.[2] Seine Geschwister waren Michael, Maria-Irene (die spätere Ehefrau des bulgarischen Zaren Peter I.) und eine weitere, früh verstorbene Schwester. Von seinem Großvater Romanos I. Lakapenos wurde der junge Romanos noch als Kleinkind zum Mitkaiser (Symbasileus) erhoben, und zwar entweder gleichzeitig oder kurz nach seinen etwa gleichaltrigen Onkeln Stephanos und Konstantin.[3] Diese waren am 25. Dezember 923 (oder 924) ins Kaiserkollegium aufgerückt, dem zu diesem Zeitpunkt neben ihrem Großvater und Vater auch der 921 als Hauptkaiser zurückgesetzte Konstantin VII. angehörte. Romanos starb bald darauf noch im Kindesalter, denn nach April 927 wird er in keiner kaiserlichen Urkunde oder Akklamationsliste mehr erwähnt LAKAPENOS, Romanos (I37384)
 
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4727 Rotberg (Adelsgeschlecht)

Das Geschlecht derer von Rotberg ist ein aus der Schweiz stammendes Adelsgeschlecht, das zum Uradel zählt und vor allem im Raum Basel zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert bedeutende Persönlichkeiten hervorbrachte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rotberg_(Adelsgeschlecht)
Walter Sick: Die Familie von Rotberg. In: Das Markgräflerland, Heft 1/1963, S. 23–31 Digitalisat der UB Freiburg
Eugen Dietschi-Kunz: Die Freiherren von Rotberg. Ein Beitrag zur solothurnischen Heimatgeschichte. Olten 1951
Fritz Schülin: Die Familie Rotberg. In: Das Markgräflerland, Heft 1/2-1977, S. 128–131 Digitalisat der UB Freiburg
Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XII, Band 125 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2001, S. 50–51, ISSN 0435-2408
Edmund von der Becke-Klüchtzner: Stamm-Tafeln des Adels des Großherzogthums Baden: ein neu bearbeitetes Adelsbuch. Baden-Baden 1886, S. 378, Stammtafel der Freiherren von Rotberg online 
VON ROTBERG, Susanna (I114)
 
4728 Roth von Schreckenstein, auch Rot von Schreckenstein, ist der Name eines alten, ursprünglich aus Ulm stammenden Patriziergeschlechts.

Die Roth gehörten zu den bedeutendsten Stadtadelsgeschlechtern in der freien Reichsstadt Ulm. Als einer der ersten nachweisbaren Angehörigen erscheint im Jahre 1237 Bertholdus Rufus minister (Ammann) als Ministeriale der Grafen von Dillingen urkundlich. 1287 wird erstmals Otto der Roete mit der deutschen Namensform in einer Urkunde erwähnt. Mitglieder der Familie wurden Bürgermeister, Richter und saßen im Rat der Stadt. Sie besaßen großen Grundbesitz in und um Ulm und betrieben unter anderen erfolgreich Handel mit Augsburg und Ravensburg, wo sich auch einzelne Zweige der Familie niederließen. Der Ulmer Johann Roth war von 1482 bis 1506 Fürstbischof von Breslau.

Die verschiedenen Linien benannten sich nach ihren Besitzungen, so unter anderem Roth von Holzschwang, Roth von Hüttichsheim, Roth von Reutti und Roth von Schreckenstein. Allerdings konnten nur die Roth von Schreckenstein mit einem Zweig in Baden und Preußen bis in das 20. Jahrhundert überdauern. Ihr Stammsitz Schreckenstein erhielten die Rothen in Ulm von den Grafen von Helfenstein als Lehen. Die Burg Schreckenstein, die ab 1352 als Beiname geführt wird, ist heute noch in Bollingen lokalisierbar. 
ROTH VON SCHRECKENSTEIN, Regina (I56525)
 
4729 Rothschild war der dritte von vier Söhnen von Carl Mayer von Rothschild, dem vierten der fünf Söhne des Familiengründers Mayer Amschel Rothschild, und seiner Frau Adelheid geb. Hertz.

Wilhelm von Rothschild machte nach Rosch ha-Schana 1837 die Bekanntschaft Rabbi Lazarus Bergmanns, der als Meschullach für den Kolel Holland weDeutschland (Ho"D) seinen Onkel Amschel als Spender zu gewinnen suchte.

Entsprechend der Familientradition war Rothschild ein frommer und gesetzestreuer Jude; er lehnte die von dem liberalen Rabbiner Leopold Stein repräsentierte Jüdische Reformbewegung ab und unterstützte die Orthodoxen in der Frankfurter Israelitischen Gemeinde. Während sich ein Teil der Orthodoxen 1851 als Israelitische Religionsgesellschaft abspaltete, blieb er zwar der Gemeinde treu, unterstützte aber die Berufung des orthodoxen Rabbiners Samson Raphael Hirsch und den Bau einer eigenen Synagoge für die Religionsgesellschaft durch großzügige Spenden.


Blick über den Kikkar Batthej Machasseh zum Bejth Rothschild im Jüdischen Viertel Jerusalems, 2015
Zusammen mit seinem ältesten Bruder Mayer Carl übernahm er nach dem Tod seines Onkels Amschel Mayer 1855 die Leitung des Frankfurter Stammhauses M. A. von Rothschild & Söhne in der Fahrgasse.

1857 stiftete er den nach ihm benannten Bejth Rothschild (hebräisch בֵּית רוֹטְשִׁילְד; 1860 erbaut[3]) als Teil der vom Kolel Ho"D verwalteten Armen- und Pilgerwohnungen auf dem Berge Zion in Jerusalem (בָּתֵּי מַחֲסֶה וְהַכְנָסַת אוֹרְחִים עַל מָכוֹן הַר צִיּוֹן בִּירוּשְׁלִים). Der Kunsthistoriker und Architekt David Kroyanker hält den Bejth Rotschild für den architekturhistorisch bedeutendsten Bau jüdischer Bauherrn im Jerusalem des 19. Jahrhunderts.[4]


Die Fotografie zeigt Wilhelm Carl von Rothschild um 1900 vor seinem Bankhaus in der Fahrgasse
Nach dem Tode seines Bruders 1886 war Wilhelm Carl von Rothschild alleiniger Inhaber des Frankfurter Stammhauses. Er hatte schon Mitte der 1860er Jahre die wachsende Bedeutung des jungen Bankiers Adolph von Hansemann (1826–1903) und der von ihm geführten Disconto-Gesellschaft (Berlin) in der preußischen und deutschen Finanzwelt erkannt.[5] Dementsprechend baute er zwischen M. A. von Rothschild & Söhne und Hansemanns Disconto-Gesellschaft eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit auf, deren Geschäftsvolumen bald größer war als das mit den anderen Rothschildbanken in London und Paris. Auch wenn dies Wilhelm Carl von Rothschild von seinen Verwandten den Vorwurf einbrachte, nur noch ein „Satellit“ Hansemanns zu sein, so hielt er doch bis an sein Lebensende an dieser engen Geschäftsverbindung fest.[6]

Da Wilhelm Carl von Rothschild keine männlichen Nachkommen hatte, konnte sein Schwiegersohn Maximilian von Goldschmidt-Rothschild entsprechend der Familientradition das Bankhaus nach Wilhelm Carls Tod 1901 nicht fortführen. Stattdessen wurde M. A. von Rothschild & Söhne liquidiert und die laufenden Geschäfte von der Disconto-Gesellschaft übernommen. Diese fusionierte wiederum 1929 mit der Deutschen Bank.

Paul Arnsberg würdigte Rothschild als denjenigen der Frankfurter Rothschilds, der es „verdient – auch formell – eine Würdigung über den Normalrahmen herausragend (zu bekommen). Er war ein Stück Frankfurter Geschichte, ein fast eremitenhafter Mystiker und eine Säule der altkonservativen Observanz

Liegenschaften in Frankfurt und Umgebung

Gedenkplatte an das 1831 erbaute Palais Rothschild im heutigen Rothschildpark

Ehemaliges Palais Grüneburg im Grüneburgpark

Gedenkstele im Grüneburgpark

Villa Rothschild, Königstein

Grab von Wilhelm Carl von Rothschild (links)
Rothschild war Eigentümer oder Bauherr verschiedener Liegenschaften in Frankfurt und Umgebung, die teilweise heute noch existieren. 1869/70 ließ er ein bereits bestehende Landhaus in der Bockenheimer Landstraße 10 zu einem repräsentativen Palais umgestalten und einen Park anlegen. Das Palais und der Rothschildpark gehörten später seinem Schwiegersohn Maximilian, der sie 1937/38 für einen Bruchteil des Marktwertes an die nationalsozialistische Stadtverwaltung verkaufen musste.

1877 erbte Wilhelm Carl den Grüneburgpark mit der Villa Grüneburg von seinem Cousin und Schwiegervater Anselm Salomon. Wilhelm Carl vererbte diese Immobilie seiner Tochter Minna Karoline (Minka). 1935 zwang die nationalsozialistische Stadtverwaltung den damaligen Erben Albert von Goldschmidt-Rothschild, das Palais und den Park der Stadt zu übereignen. Die Familie Goldschmidt-Rothschild konnte gerade noch ins Ausland emigrieren. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben die Villa Grüneburg. Eine Gedenkstele und eine Gedenkplatte erinnern heute an das Gebäude, ohne auf das Schicksal der früheren Eigentümer einzugehen.[7]

Wilhelm Carl ließ von 1888 bis 1894 einen Sommersitz in Königstein im Taunus erbauen, die Villa Rothschild. Die besondere Verbundenheit zu Kaiserin Friedrich, die zeitgleich im nahegelegenen Kronberg-Schönberg ihren Witwensitz, das Schloss Friedrichshof, erbaut hatte, zeigt sich dadurch, dass das Ehepaar Rothschild eigens einen Weg als bequemere Zufahrt für die hochgestellte Freundin bauen ließ – den heutigen 'Sonnenhofweg'.[8] Die Villa Rothschild wurde beschlagnahmt, der damalige Eigentümer ins Exil getrieben. 1945 fiel die Villa zunächst an das Land Hessen und war 1947 bis 1949 ein Tagungsort des Wirtschaftsrates der Bizone. Während dieser Zeit wurde es auch Haus der Länder genannt und galt als „Wiege des deutschen Grundgesetzes und der Bundesrepublik“. Heute befindet sich in der Villa Rothschild ein Luxushotel und auf dem ehemals weitläufigen Rothschildschen Gelände das Königsteiner Taunusgymnasium. 
VON ROTHSCHILD, Wilhelm Carl (I55654)
 
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4731 Roucy war eine Familie der nordfranzösischen Adels normannischer Abstammung. Es tritt erstmals mit Ragenold auf, dem Erbauer der Burg Roucy, Hauts-de-France, Frankreich das zum Zentrum der Grafschaft Roucy wurde. Die Familie starb bereits nach vier Generationen aus, die Grafschaft Roucy ging an die Grafen von Montdidier über. (ROUCY), Stammliste (I52215)
 
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4733 Rozala kam als eines von sieben[3] Kindern des italienischen Königs Berengar II. und seiner Frau Willa zur Welt und war damit eine Enkelin Bosos, des Markgrafen von Tuscien.[4] Nachdem sich ihr Vater im Kampf um sein Königreich 964 Otto dem Großen endgültig ergeben musste, wurde er von ihm mit seiner Familie nach Bamberg geschickt. Dort verbrachte Rozala ihre Jugend in einem von Ottos Mannen bewachten Stadtturm.[5] Nach der Weltchronik Reginos von Prüm wuchs sie allerdings in der Obhut der Kaiserin Adelheid von Burgund auf.[1]

Kaiser Otto arrangierte für sie eine Hochzeit mit dem flandrischen Grafen Arnulf II., die nicht vor 968 stattfand[6]. Aus dieser mehr als 20 Jahre dauernden Ehe gingen zwei Kinder hervor:[7]

Mathilde († spätestens 995)
Balduin IV. (* um 980[8]; † 30. Mai 1035), Graf von Flandern
Beim Tod ihres Mannes wohl zwischen 987 und 988[6] war ihr Sohn noch minderjährig, und so übernahm sie als sein Vormund die Regierungsgeschäfte in der Grafschaft. Da sich Nachfolgestreitigkeiten in Flandern anbahnten, entschied sich Rozala-Susanna nicht lange, nachdem sie Witwe geworden war, zu einer erneuten Heirat. Um die Macht für die regierende Dynastie in Flandern zu erhalten, suchte sie Beistand beim französischen König Hugo Capet und ehelichte vor dem 1. April 988[1] dessen Sohn Robert, der später als Robert II. den französischen Thron besteigen sollte. Die Ehe war auch für die Seite der Kapetinger eine politisch lohnende Verbindung, denn auf diese Weise wurde Flandern nicht nur dem karolingischen Einflussbereich entzogen, sondern auch das Territorium Karls von Niederlothringen, einem Unterstützer der Karolinger, eingekreist und isoliert. In einigen Publikationen ist die Information zu finden, Rozala habe sich anlässlich ihrer zweiten Hochzeit in Susanna umbenannt, überlieferte Urkunden aus der Zeit davor zeugen jedoch davon, dass sie auch schon zuvor bei diesem Namen genannt wurde.[1]

Die Braut war zum Zeitpunkt der Hochzeit mindestens zwölf Jahre älter als der Bräutigam.[9] Die Ehe war nicht glücklich, was der Chronist Richer von Reims in seiner Historiae darauf zurückführte, dass Rozala-Susanna so viel älter war als ihr Mann.[10] Gemäß Richers Angaben verstieß Robert seine Frau, als er 19 Jahre alt war. Als Grund führte der Thronfolger an, dass ihm seine Frau keine Kinder geboren hatte. Sollte das angeführte Alter korrekt sein, müsste die Verstoßung um 990 anzusetzen sein, andere Literatur datiert sie jedoch in die Jahre 991 und 992. Im Anschluss an ihre Verstoßung verweigerte Robert seiner Frau die Nutznießung ihres Wittums Montreuil, das von einigen Publikationen fälschlicherweise als ihre Mitgift bezeichnet wird. Rozala versuchte zwar zunächst noch, ihre Rechte durchzusetzen, war im Streit um die Hafenstadt aber schlussendlich unterlegen. Sie ging daraufhin an den Hof ihres Sohnes aus erste Ehe nach Flandern zurück und soll ihn bei seiner Regierung unterstützt haben.[9] Sie starb im Jahr 1003 in Flandern und wurde neben ihrem ersten Mann in der Klosterkirche der Genter Sankt-Peters-Abtei auf dem Blandinberg beerdigt. Ihr Grabmal ist heutzutage nicht mehr erhalten, denn es wurde 1578 im Zuge des reformatorischen Bildersturms – ebenso wie die Grabmäler aller anderen in der Kirche bestatteten Mitglieder der flandrischen Grafenfamilie – zerstört 
VON ITALIEN, Rozala-Susanna (I15327)
 
4734 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55777)
 
4735 Rübel-Blass, Eduard Rübel, (Helene und Cécile Rübel Familienstiftung), Blatt 197.  VON BREITEN-LANDENBERG, Beatrix (I11075)
 
4736 Rudolf besass seine Rechte und Pflichten vor allem auf der linken Seite von Zürichsee und Limmat. Von 1304 bis 1322 sass er im Rat der Stadt Zürich, 1318 war er Schulheiss. In erster Ehe war er mit Anna von Dättnau verheiratet, seine zweite Frau hiess Guta. MÜLNER, Rudolf ´der Jüngere` (I37056)
 
4737 Rudolf entstammt dem burgundischen Zweig der Welfen und war der Sohn des Grafen Konrad von Auxerre.

Nach der Absetzung des Ostfränkischen Königs Karl des Dicken zerfiel dessen Reich, und auf dem Boden seiner burgundischen Landesteile ließ sich Rudolf, der seit 872 hier als Markgraf von Transjuranien regierte, 888 in Saint-Maurice-d'Agaune von den Großen zum König von Burgund ausrufen und wurde auch von Kaiser Arnulf von Kärnten anerkannt. Er starb nach einer friedlichen Regierungszeit.

Das von ihm begründete Hochburgund umfasste die spätere Freigrafschaft Burgund, die Westschweiz, Basel, das Wallis, Aosta und Teile der Zentralschweiz.

Er war verheiratet mit Willa von Burgund, wohl einer Tochter des Boso von Vienne, des Königs von Niederburgund (Cisjuranien), mit der er vier Kinder hatte:

Rudolf II. († 11. Juli 937) 912 König von Burgund, 912/925 König von Italien, begraben in Saint-Maurice, ⚭ wohl 922 Bertha von Schwaben († nach 2. Januar 966) Tochter des Burchard II. Herzog von Schwaben (Burchardinger)
Ludwig,. 920/929 Graf im Thurgau, ⚭ Edgifa, Tochter des Königs Eduard der Ältere von England
Waldrada, ⚭ zwischen 921 und 17. Juli 923 Bonifacius Herzog und Markgraf von Spoleto († Juli/Dezember 953)
Judith, 929
Willa heiratete 912 in zweiter Ehe den Grafen Hugo von Vienne, der 924 König von Niederburgund und 926 als Hugo I. König von Italien wurde. 
(BURGUND), Rudolf I. (I39154)
 
4738 Rudolf Hirzel war der zweite Sohn des Leipziger Verlegers Salomon Hirzel und besuchte die Thomasschule in Leipzig. Er studierte Klassische Philologie in Heidelberg, Göttingen (besonders bei Hermann Sauppe) und Berlin, wo er 1868 bei Moriz Haupt promovierte. Nach Militärdienst und Kriegsdienst erfolgte 1871 seine Habilitation an der Universität Leipzig mit einer Studie Über das Rhetorische und seine Bedeutung bei Plato. Hirzel war von 1877 bis 1886 außerordentlicher Professor in Leipzig. 1886 ging er als außerordentlicher Professor nach Jena. 1888 wurde er dort ordentlicher Professor. Im Wintersemester 1895/96 war er Rektor der Universität Jena.

Hirzel war Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (1896) und korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (1911). 1913 wurde ihm der Ehrendoktor der Universität Leipzig verliehen.[1] Der Klassisch-Philologische Verein zu Jena im Naumburger Kartellverband ernannte ihn zum Ehrenmitglied.[2]

Sein wissenschaftliches Werk ist mehr von philosophischen Fragen als von philologischen Fragen bestimmt. In seiner Dissertation und Habilitationsschrift beschäftigte er sich mit Platons Güterlehre und seiner Stellung zur Rhetorik. In seinem Werk Plutarch werden Leben, Werk und Nachleben des Autors dargestellt. Eines seiner wichtigsten Bücher ist Themis, Dike und Verwandtes. Werner Jaeger schrieb über dieses Werk 1934: „Das für seine Zeit sehr verdienstliche, aber zu wenig historische Buch R. Hirzels Themis, Dike und Verwandtes (Leipzig 1907) ist in mancher Hinsicht veraltet, aber immer noch eine Fundgrube des Materials.“[3]

Schriften
Untersuchungen zu Cicero’s philosophischen Schriften. 3 Bde. Hirzel, Leipzig 1877–1883.
Der Dialog. Ein literarhistorischer Versuch. 2 Teile, Hirzel Leipzig 1895.
Der Eid. Ein Beitrag zu seiner Geschichte. Hirzel Leipzig 1902.
Themis, Dike und Verwandtes. Ein Beitrag zur Geschichte der Rechtsidee bei den Griechen . Hirzel, Leipzig 1907. (Digitalisat)
Plutarch (= Das Erbe der Alten. Schriften über Wesen und Wirkung der Antike. 4). Dieterich, Leipzig 1912. (Digitalisat)
Die Person. Begriff und Name derselben im Altertum (= Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Philologische und Historische Klasse. 1914,10). Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 1914.
Der Name. Ein Beitrag zu seiner Geschichte im Altertum und besonders bei den Griechen (= Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Philologisch-Historische Klasse / Sächsische Akademie der Wissenschaften Leipzig Philologisch-Historische Klasse. 36,2). Teubner, Leipzig 1918
Literatur
Carl Becker: Hirzel, Rudolf. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 9. Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 246–247 (deutsche-biographie.de).
Christian Tornau: Rudolf Hirzel (1846–1917), o. Professor für Klassische Philologie in Jena 1888–1914. In: Meinolf Vielberg (Hrsg.): Die klassische Altertumswissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (= Altertumswissenschaftliches Kolloquium. 23). Steiner, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-515-09865-6, S. 189–224.
Benno von Hagen: Rudolf Hirzel. In: Conrad Bursian, A. Körte: Biographisches Jahrbuch für die Altertumswissenschaft. O. R. Reisland, Leipzig, 1920, 39. Bd. Jg. 1919, S. 56 (Online) 
HIRZEL, Rudolf (I59846)
 
4739 RUDOLF III. folgte gemeinsam mit seinem Bruder ALBRECHT IV. seinem Vater als GRAF VON HABSBURG nach und wurde nach der Teilung Graf zu Laufenburg, Landgraf im südlichen Zürichgau und in der Grafschaft Zug (Zug), Graf in Schwyz, Unterwalden und Sempach, Landgraf im Elsass, zu Ottmarsheim und Willisau und Vogt von Muri und Murbach. Nach dem Regierungssitz hieß diese Linie die Laufenburgische.

Er folgte im Heerbann FRIEDRICH II. in Italien zwischen 1237 und 1245, wandte sich aber nach dem Konzil von Lyon von diesem ab. Er stritt bis zuletzt erbittert mit seinem Neffen, RUDOLF I., der staufer-treu blieb, während er päpstlich gesinnt war. Er förderte die Johanniter durch Zollbefreiungen und Schenkungen, förderte Laufenburg, das durch den Vater als Konkurrenz zu Schaffhausen und Nellenburg zur Stadt erhoben worden war, und führte viele Fehden mit den Eidgenossen.  
VON HABSBURG-LAUFENBURG, Rudolf III. ´der Schweigsame` (I22287)
 
4740 Rudolf III. und Verena hatten vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter.
- Rodolphe IV.
- Jacques, co-seigneur de Nidau,
- Varenne, (? - 1376) elle épouse Simon de Tierstein
- Anne, (? - 1347/1400), elle épouse Hartmann III de Kibourg. 
VON NEUENBURG-NIDAU, Rudolf III. (I11173)
 
4741 Rudolf Mülner der Ältere (1259–1317) und seine Nachkommen
Der Chronist Johannes von Winterthur berichtet, dass Rudolf der Ältere Rudolf von Habsburg in einer Auseinandersetzung während der Regensberger Fehde (Die Regensberger Fehde war ein Krieg zwischen Rudolf von Habsburg und der mit Habsburg verbündeten Stadt Zürich gegen die Freiherren von Regensberg. Ablauf, Gründe und gesicherte historische Fakten des vermutlich 1267/1268 eskalierenden Kleinkriegs sind heute kaum mehr zu eruieren.) das Leben gerettet haben soll. Das Neujahrsblatt der Stadt Zürich von 1776 berichtet darüber und zeigt, wie er von König Rudolf 1275 in Mainz empfangen wurde.

Von 1288 bis 1317 sass er für die Constaffel im Rat, wurde 1276 Ritter und war 1293/94 Reichsvogt. Beim dreijährigen Schutzbündnis von Uri und Schwyz mit Zürich vom 16. Oktober 1291 war er Vertrauensmann der Innerschweizer. Seine Frau Agnes entstammte dem Geschlecht der Hünenberger. Rudolf der Ältere starb am 6. Februar 1317.

Götz I. Mülner (1291–1336)
Der Name Gottfried (Götz) kam durch die Hünenberger in die Familie: Gottfried von Hünenberg war der Pate von Götz I. 1291 wird er erstmals bezeugt als Chorherr am Grossmünster, wo er jedoch austrat, denn 1320 wird er als Herr der Burg Friedberg bei Meilen genannt und verheiratete sich mit Anna von Fridingen. 1321 wurde der streitbare Götz aus dem Zürcher Bürgerrecht ausgeschlossen, schien sich offenbar wieder mit den Zürchern geeinigt zu haben, denn von 1325 bis 1335 sass er im Rat. Nach und nach war er in den Besitz zahlreicher Vogteien gekommen, die zuvor jedoch bereits im Besitz seiner Vorfahren gewesen waren. Einige waren zuvor Lehen der Abtei, andere erschienen jetzt als Reichslehen, die er aus Dankbarkeit für dem Kaiser und dem Reich geleistete Dienste empfangen hatte: zwischen 1320 und 1333 waren dies Wiedikon, Stadelhofen, Witikon, Zumikon mit Waltikon und Gössikon sowie Zollikon und Küsnacht und Goldbach.
Dadurch entstand am unteren Zürichsee ein fast zusammenhängendes Territorium. Zur Verwaltung seiner Güter und zur Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit scheint Götz I. einen Ammann eingesetzt zu haben, in mehreren Urkunden ist von Berchtold des Mülners Ammann die Rede oder wie am 5. April 1322 von Berchtolde, minem ammann, der an miner statt ze gerichte sass. Sitz des Ammanns und Raum für die Abgaben aus der Vogteil war vermutlich das «Höchhus» in Küsnacht. Ob die Mülners das Haus zu diesem Zweck gebaut haben, ist unklar. Es ist aber durchaus denkbar, dass das «Höchhus» an der Stelle der in der Regensberger Fehde zerstörten Burg Wulp errichtet worden ist und die Mülners die Vogteien der Regensberger erhalten haben.[3]
Götz I. Mülner wird auch eine wichtige, wenn nicht gar federführende Rolle in den Vorbereitungen zum Brunschen Umsturz zugeschrieben, den er allerdings nicht mehr erlebte; er starb am 3. August 1336. Verheiratet war er mit Anna von Friedingen. Von seinen sechs Kindern traten Jakob, Rudolf und Heinrich in den geistlichen Stand, zwei Töchter heirateten die Herren von Goldenberg und Tettingen. Über den Nachlass von Götz I. Mülner wurde ein Urbar erstellt.

Götz II. Mülner (1342–1383)
Mit Götz II., seit 1342 verheiratet mit Margareta von Hallwyl, vollzog sich bei den Mülnern der Übergang von Zürich zu den Habsburgern. Zwischen 1364 und 1356 war er noch im Zürcher Rat vertreten. Neben dem mächtigen Rudolf Brun sah er vermutlich keine weiteren Aufstiegsmöglichkeiten; diese sah er vielmehr beim Hause Habsburg. 1359 empfing er vom Herzog von Österreich die Burghut über Rapperswil und wurde Landvogt über Glarus, das wieder an Habsburg gefallen war. 1362 schloss er mit dem Herzog einen Dienstvertrag, 1370 übernahm er Pfäffikon und Wollerau, 1377 erscheint er als österreichischer Vogt im Aargau, Thurgau und im Schwarzwald. Vermutlich erhielt er einige von diesen Aufgaben anstelle einer Bezahlung und ihn deshalb anderweitig entschädigte – oder weil ihm Mülner mit Darlehen aushalf. Das galt am ehesten für die Lehen des Schlosses Andreas bei Cham, den Zoll bei Brugg und das Freiamt. Es scheint, als wolle der Herzog ihm das Gebiet überlassen, welches zwischen Zugersee und Albis einen Keil zwischen die Eidgenossen und Zürich trieb, obwohl Zürich schon seit 1351 zur Eidgenossenschaft gehörte.

1379 wurde er Hofmeister bei Herzog Leopold, gleichzeitig war seine Tochter Anna in Zürich mit Rüdiger Manesse verheiratet. 1377/78 war Götz II. am Hof von Burgund, um in einer geplanten Ehe zwischen Burgund und Habsburg zu vermitteln, die da doch nicht zustande kam.

Götz II. führte ein aufwändiges Leben, für das immer neue Mittel bereitgestellt werden mussten. Davon profitierte auch die Stadt Zürich, der Götz 1357 Zollikon, Trichtenhausen und Stadelhofen verkaufte. Die Rechte an Burg und Stadt Rapperswil verkaufte Götz dem Grafen von Toggenburg. Götz II. starb am 30. November 1383.

Götz III. Mülner (1383–1386)

Götz III. hatte zu Zürich praktisch keine Verbindungen, da er wohl am Hof von Herzog Leopold aufwuchs. Schon kurz nach dem Tod seines Vaters erhielt er von Leopold alle Lehen überschrieben. Am 1. Juni 1384 verkaufte er der Stadt Zürich die 1372 seinem Vater von Kaiser Karl IV. verliehenen und vom römisch-deutschen König Wenzel 1379 bestätigten Reichslehen Küsnacht und Goldbach, womit er Zürich zu dessen Entwicklung zum Territorialstaat einen Beitrag lieferte. Götz III. fiel auf der Seite der Habsburger in der Schlacht von Sempach am 9. Juli 1386. Sein Name und Wappen sind in der Schlachtkapelle abgebildet. Begraben wurde er zusammen mit dem ebenfalls gefallenen Herzog Leopold und anderen Rittern in Königsfelden, wo in der Klosterkirche seine steinerne Grabtafel erhalten geblieben ist; auch ist er unter den an der Kirchenwand gemalten Rittern zu finden. Seine Erbinnen waren seine Tanten Anna Manesse-Mülner, die Witwe des Bürgermeisters Rüdiger Manesse und Verena Schellenberg-Mülner. 
MÜLNER, Ritter Ritter Rudolf ´der Ältere` (I31969)
 
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4743 Rudolf war der einzige Sohn von Albrecht III. und Ita von Pfullendorf-Bregenz, der Tochter von Rudolf von Pfullendorf. Nach dem Tod seines Vaters 1199 wurde er Graf von Habsburg. Er war der Großvater Rudolfs I., des ersten habsburgischen Königs des Heiligen Römischen Reiches.

Rudolf war um 1200 zunächst an der Seite von Otto IV. am Deutscher Thronstreit beteiligt, lief aber später ins staufische Lager über und hatte ein persönliches Verhältnis zu Kaiser Friedrich II. Dieser überließ 1218 Rudolf dafür die Reichsvogtei Uri.[1] 
(HABSBURG), Rudolf II. der Gütige (I35451)
 
4744 Rudolf war der einzige Sohn von Albrecht III. und Ita von Pfullendorf-Bregenz, der Tochter von Rudolf von Pfullendorf. Nach dem Tod seines Vaters 1199 wurde er Graf von Habsburg. Er war der Großvater Rudolfs I., des ersten habsburgischen Königs des Heiligen Römischen Reiches.

Rudolf war um 1200 zunächst an der Seite von Otto IV. von Braunschweig (HRR), Welfe, am Deutscher Thronstreit beteiligt, lief aber später ins staufische Lager über und hatte ein persönliches Verhältnis zu Kaiser Friedrich II. (Staufer) Dieser überließ 1218 Rudolf dafür die Reichsvogtei Uri. 
(HABSBURG), Rudolf II. der Gütige (I35451)
 
4745 Rudolf war der Sohn von Gottfried I. Graf Habsburg-Laufenburg und der Adelheid von Freiburg, Tochter des Egino (Egon) V. Graf von Urach zu Freiburg und Schwester des Konrad. Er war noch minderjährig, als der Vater 1271 vom Feldzug Ottokar Přemysls gegen Ungarn heimkehrte und bald darauf seinen Verletzungen erlag. Der jüngere Bruder Gottfried starb kurz nach dem Vater, im selben Jahr. Anfangs waren noch seine beiden Onkel Rudolf II und Eberhard I. seine Vormünder, wobei besonders Rudolf, Propst in Basel und dann 1274 Bischof von Konstanz, sich für sein Mündel starkmachte, während Eberhard sich ab 1273 mehr um seine durch Heirat erworbenen Kyburgischen Besitzungen kümmerte. 1288 trat er seine Regentschaft an.

Rudolf hielt sich mit Vorliebe im Schloss Rapperswil auf, zeigte sich aber öfters in Laufenburg. Im Jahr 1310 wurde ihm die Vogtei im Urserental (Gotthard) übertragen.

Bald danach entglitt ihm die Reichsvogtei über die Waldstätte in der Innerschweiz, über Zürich und Konstanz, auch der Versuch die Vogtherrschaft über das Kloster St. Blasien zu erlangen missriet ihm.

Er war ein Anhänger des Nassauers König Adolf – zu der Zeit waren die Laufenburger meist erbitterte Gegner der österreichischen Habsburgerlinie – und zog im Herbst 1297 nach Frankfurt. In der Schlacht bei Göllheim kämpfte er für König Adolf gegen seinen Cousin Herzog Albrecht, dort geriet er jedoch in Gefangenschaft. Er musste dem neuen König huldigen und wurde in die Heimat entlassen, wo er 1305 den Titel eines Landgrafen im Zürichgau führte. Nach Albrechts Tod schloss er sich König Heinrich VII. an. Dieser ernannte ihn im Frühjahr 1310 zum Reichslandvogt im Thurgau und Zürichgau. Ende 1310 oder Anfang 1311 begab er sich zu dem Heer Heinrichs in der Lombardei,[1] kehrte aber schon im Sommer 1311 wieder in die Heimat zurück und stand nun, wie auch der König selbst, in freundschaftlichem Verhältnisse mit den Herzögen von Österreich. Befand sich Herzog Leopold in den oberen Landen, war er oft in dessen Nähe. Zwei 1313 von Rudolf verfasste und an König Johann von Böhmen und Polen und dessen Rat, den Grafen Bertold von Henneberg gerichtete Briefe[2] gehören zu den ältesten deutschsprachigen Briefen.[3] Nach der Doppelwahl Friedrichs des Schönen und Ludwigs des Bayern im Oktober 1314 war Graf Rudolf dann kaum mehr in seiner Heimat. Zur Genesung von einer Krankheit begab er sich 1314 in das südliche Frankreich. Er starb am 22. Januar 1315 in Montpellier. 
VON HABSBURG-LAUFENBURG, Rudolf III. (I35527)
 
4746 Rudolf war Gefolgsmann des Hauses Habsburg und fiel 1386 im Sempacherkrieg. Seine Nachkommen dienten häufig in der Verwaltung Vorderösterreichs, z.B. als Vögte der vier Waldstädte VON SCHÖNAU, Rudolf (Hans Rudolf) (I11399)
 
4747 Rudolf war seiner Zeit einer der mächtigsten Fürsten im Norden Frankreichs. Er unterstützte zunächst den Grafen Odo II. von Blois gegen König Heinrich I., wechselte aber 1041 auf die Seite des Königs. Für ihn kämpfte er 1054 in der Schlacht von Mortemer gegen die Normannen, wurde aber von diesen gefangen genommen. Unstimmigkeiten zwischen seinem Kerkermeister Roger de Mortemer und Herzog Wilhelm ermöglichten ihm aber die Flucht. Nach dem Tod des Königs 1060 verfolgte Rudolf eigene Ziele. Er usurpierte die Herrschaft in Montdidier, indem er deren rechtmäßige Erben vertrieb. Der Tod seines Cousins Walter 1063 ermöglichte ihm im Jahr darauf die Übernahme der Grafschaften Vexin und Amiens.

Durch seine erste Ehe mit der dreifach verwitweten Adele († 1053), Tochter des Grafen Nocher III. von Bar, konnte er die Grafschaft Bar-sur-Aube seinem Besitz hinzufügen. Adele ist die Mutter seiner Kinder. In zweiter Ehe heiratete er Eleonore (Aliénore), die er nach 1061 verstieß, um eine dritte Ehe eingehen zu können.

Bekannt ist Rudolf vor allem für diese dritte Ehe: Die Ehefrau war Anna von Kiew, Tochter des Großfürsten Jaroslaw dem Weisen von Kiew und Witwe des Königs Heinrich I. von Frankreich. Seit dem Tod des Königs 1060 führte Anna die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn, König Philipp I. Als Rudolf und Anna heirateten, sorgte dies am Hof für einen Skandal und zum Bruch zwischen dem König und seiner Mutter. Um Anna ehelichen zu können, hatte Rudolf IV. seine zweite Ehefrau des Ehebruchs bezichtigt und verstoßen. Doch diese wandte sich mit Bitte um Intervention an Papst Alexander II. Nach einer offiziellen Untersuchung wurde die Ehe zwischen Rudolf und Anna für ungültig erklärt und die Trennung befohlen. Die Eheleute zeigten sich aber unbeeindruckt vom kirchlichen Entscheid und lebten weiterhin zusammen, was die Exkommunizierung Rudolfs zur Folge hatte.

Zwischen 1071 und 1072 belagerte Rudolf die Stadt Péronne, die er schließlich einnahm. Er starb noch immer im Bann stehend 1074, dennoch wurde er in der Kirche Saint-Pierre in Montdidier bestattet. Nachdem sein Sohn Simon die Stadt an ihre rechtmäßigen Erben zurückgegeben hatte, ließ er am 22. März 1076 die Leiche seines Vaters in die Abtei Saint-Arnoul bei Crépy überführen. Der Anblick des Leichnams soll Simon so sehr schockiert haben, dass er den Entschluss gefasst habe, ein geistlichen Leben zu beginnen. 
(VEXIN), Rudolf IV. (I37694)
 
4748 Rudolfs Schwiegervater, Gegenkönig Robert I., ein Bruder des Königs Odo von Paris, war am 15. Juni 923 in der Schlacht von Soissons gegen seinen Rivalen, den Karolinger Karl III. den Einfältigen, gefallen. Die Truppen Roberts besiegten jedoch das Heer Karls; daher konnten seine Anhänger nach seinem Tod sogleich einen Nachfolger wählen. Nachdem Roberts Sohn Hugo der Große den Thron abgelehnt hatte, wurde Rudolf zum König von Frankreich erhoben. Am 13. Juli 923 wurde er in Soissons gekrönt.

Bald danach wurde Karl III. vom Grafen Heribert II. von Vermandois, einem Karolinger und gleichzeitig angeheirateten Verwandten und Parteigänger Rudolfs, in eine Falle gelockt. Heribert lud Karl zu Verhandlungen ein und nahm ihn dann gefangen. Karl blieb bis zu seinem Tode 929 in Haft. Damit war Rudolf fortan alleiniger König, aber Heribert lieferte ihm den gefangenen Karl nicht aus, sondern behielt den Karolinger in seinem Gewahrsam, um über ein Druckmittel gegen Rudolf zu verfügen. Als Heribert 927 mit Rudolf in Streit geriet, holte er Karl hervor und erkannte ihn als rechtmäßigen König an, behielt ihn aber zugleich weiterhin in Gefangenschaft, bis Karl 929 starb.

Nach Karls Gefangennahme sah sich der ostfränkische König Heinrich I. nicht mehr an eine Vereinbarung gebunden, in der er Karl Lothringen zugestanden hatte. 925 unterwarf sich Herzog Giselbert dem Ostfrankenkönig, der sich damit in Lothringen durchsetzen konnte. Rudolf konnte den Verlust Lothringens nicht verhindern. Damit fiel eine folgenreiche Entscheidung über den künftigen Verlauf der französischen Ostgrenze.

Rudolf von Burgund wurde in der Abtei Sainte-Colombe in Sens begraben.

Er war seit 910/914 mit Emma († 935), einer Tochter Roberts I., verheiratet, mit der er einen Sohn hatte, der wohl 934 starb. Da Rudolf somit keinen männlichen Erben hatte, wurde nach seinem Tod Ludwig IV., ein Sohn Karls des Einfältigen, sein Nachfolger. 
VON BURGUND, Rudolf (I39631)
 
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