Strauss Genealogie


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4551 Pastor (Pastoir) ist der Familienname einer traditionsreichen und bedeutenden Aachener und Burtscheider Tuch- und Nadelfabrikantenfamilie, die darüber hinaus in der freien Reichsstadt Aachen mehrfach auch die Schöffen und Bürgermeister stellte.

Ursprünge
Die genealogischen Wurzeln der Familie liegen im Aachener Ortsteil Haaren, wo der älteste anzunehmende Stammvater Johann I. Pastoir (1390–1449), damals noch mit dem Zusatz „von Haaren“ erwähnt, seine Heimat hatte. Er war zweimal verheiratet, wobei über seinen Sohn Hermann I. Pastor († vor 1440) aus erster Ehe mit einer gewissen Frau Roisblock sich die spätere Burtscheider Linie entwickelte, die sich der Tuch- und Nadelindustrie zuwandte, wohingegen die Nachkommen seines Sohnes Johann II. Pastor (1440–1510) aus der zweiten Ehe mit Griete Swane (Schwan; † 1484) als Aachener Schöffenfamilie bekannt wurde, aber ca. 1648 im Mannesstamm erloschen ist.


Wappen von Haaren mit Kleeblatt der Familie Pastor
Das dreiblättrige Kleeblatt im unteren Teil des Wappens von Haaren stellt das Wappen der Aachener Familie von Pastor in der ursprünglichen Form dar, wobei der Adler im oberen Teil des Schildes die Zugehörigkeit Haarens zur freien Reichsstadt Aachen bekundet. Die Familie von Pastor ist die älteste bekannte wappenführende Familie in Haaren.

Aachener Linie – Schöffenfamilie
Bereits benannter Sohn Johann II. Pastor (1440–1510), Kaufmann und Weinhändler in Aachen sowie Besitzer des damals bekannten Aachener Gasthauses „Zum Birnbaum“ am Markt. Er wurde 1470 in den Stadtrat und in den Jahren 1498/99 und 1502/1503 zum Bürgermeister der Reichsstadt Aachen gewählt, fast zeitgleich wie sein Vetter Hermann Pastor († 1515), der im Jahr 1500 aus den Reihen der Zünfte zum Bürger-Bürgermeister gewählt wurde. Darüber hinaus wurde er 1501 in den Schöffenstuhl aufgenommen und bekleidete ab 1506 das Ehrenamt eines weltlichen Sendschöffen. Der nächste Amtsträger der Familie war sein Enkel Jacob I. Pastor (1531–1585). Der gelernte Kaufmann war Mitglied in mehreren Zünften, ab 1561 Ratsmitglied und von 1564 bis 1585 Aachener Schöffe sowie ab 1572 Sendschöffe. Dessen Sohn Jacob II. Pastor († 1618), Mitglied des Collegium Germanicum in Rom, wurde ebenfalls zunächst in den Stadtrat gewählt und von 1604 bis 1618 zum Schöffen ernannt. Sein Bruder Georg Pastor († 1648), Jurist und Rittmeister in kaiserlichen Diensten war schließlich der letzte von 1617 bis 1648 tätige Schöffe aus der Familie Pastor, mit dem dieser Zweig auch im Mannesstamm erloschen ist.

Burtscheider Linie – Fabrikantenfamilie
Der eigentliche wirtschaftliche Aufstieg der Familie begann jedoch ab dem Sohn Hermann I. Pastor aus der ersten Ehe. Dessen Sohn Hermann II. († 1515) war Mitglied der reichsstädtischen Verwaltung, Ratsmitglied und ebenfalls 1500/01 Bürgermeister von Aachen. Als Bürgermeister setzte er sich dafür ein, dass die Schmiedemeister die Berechtigung erhielten, mit Eisen und Stahl zu handeln, was bisher nur den Krämern vorbehalten war. Sein Sohn Hermann III. (* 1485) wechselte zu Beginn der Aachener Religionsunruhen aus wirtschaftlichen Gründen in die damals unabhängige Stadt Burtscheid und begründete damit die anwachsende Burtscheider Linie. Dessen Sohn Heinrich IV. (1530–1615) schloss sich nun ebenso wie viele andere Familienmitglieder aus der Aachener Schöffenlinie dem evangelischen Glauben an und stieg erstmals in das florierende Nadelgewerbe ein.

Drei Generationen später gründete Peter Pastor (1669–1754) als erster eine familieneigene Tuchfabrik und Tuchhandlung unter dem Firmennamen „Peter Pastor, Tuchhandlung und Fabrik“. Im Jahre 1745 übernahm Gotthard II. Pastor (1704–1777) die Tuchfabrik seines Vaters Peter Pastor, die jetzt unter dem Namen „Gotthard Pastor Peters Sohn“ firmierte, und gründete darüber hinaus noch eine Nadelfabrik. Nach Gotthards Tod wurde die Tuchfabrik seinem Sohn Karl Philipp (1745–1810) überschrieben, die dann noch zwei Generationen weiter bis 1908 im Familienbesitz blieb.


Eheleute Philipp Heinrich I. Pastor und Amalie Henriette Platte
Dagegen wurde die Nadelfabrik dem Sohn Philipp Heinrich Pastor (1752–1821), dem Älteren übertragen, der für seine Produktion erstmals Dampfmaschinen einsetzte. Ein Porträt-Gemälde von ihm, gemalt von Johann Baptist Joseph Bastiné, befindet sich noch heute im Couven-Museum Aachen. Dessen Neffe und Firmenerbe Philipp Heinrich Pastor, der Jüngere (1787–1844), welcher auch zugleich Teilhaber bei „Gotthard Pastor Peters Sohn“ war, erfand den „Exhauster“, einen Saug- und Entlüftungsapparat, der die Bearbeitungsstäube, die beim Schleifen der Nadeln entstanden, absaugte, wodurch die Arbeit effektiver und erträglicher wurde. Darüber hinaus war er Gründungsmitglied der Aachener-Münchener Feuerversicherungsgesellschaft, Direktionsmitglied der Rheinischen Eisenbahngesellschaft sowie von 1841 bis 1843 Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen. Außerdem setzte er sich bei David Hansemann vehement dafür ein, dass die Bahnlinie Köln-Lüttich der Rheinischen Eisenbahngesellschaft über Aachen führte. Er war verheiratet mit Amalie Henriette Platte aus Großeledder in Wermelskirchen. Sie hatte mit den Krupp von Bohlen und Halbach in Essen gemeinsame Voreltern. Seine Nadelfabrik übernahm nach seinem Tod zunächst sein Sohn, Kommerzienrat Rudolf Arthur Pastor (1828–1892). Dessen Sohn Philipp Heinrich Arthur Pastor (1856–1931) überführte diese im Jahr 1917 in die „Rheinische Nadelfabrik AG“. Dafür stieg dessen Bruder Wilhelm Emil Pastor (1865–1925) wieder in die Tuchindustrie ein und wurde zum Vorsitzenden des Tuchfabrikantenvereins Aachen gewählt.

Zwischenzeitlich waren weitere Familienmitglieder an der Gründung einzelner Nadel- und Tuchfabriken beteiligt wie beispielsweise der Großneffe von Peter Pastor, Daniel Isaak Pastor (1749–1826), Großvater des Historikers und österreichischen Diplomaten Ludwig von Pastor (1854–1928), mit seiner Tuchfabrik „Daniel Pastor Karls Sohn“. Mit Johann Wilhelm Pastor (* 1818) wurde erstmals auch ein Familienmitglied nach Russland berufen, leitete als Direktor in Białystok und später in Choroszcz bedeutende Tuchfabriken und machte sich schließlich mit der eigenen Tuchfabrik „J. W. Pastor & Söhne“ selbständig, welche später von seinen Söhnen als Kommissions- und Agenturgeschäft weiterbetrieben wurde. Aber auch Gemeinschaftskooperationen mit befreundeten oder verschwägerten Familien wie beispielsweise der Familie von Johann Arnold von Clermont in Vaals, Scheibler in Monschau und Otto Peltzer in Aachen kamen zustande. Auch die materielle und technische Unterstützung vor allem durch modernere Arbeitsmaschinen – Grob- und Feinspinnmaschinen, mechanische Webstühle – aus der Fabrikation des in Verviers und Lüttich ansässigen englischen Unternehmers William Cockerill, Senior, führten zu dem rasanten Aufstieg der Tuchfabrikation in Aachen und damit auch der Werke der Familie Pastor, welche von Kaiser Napoléon persönlich begutachtet wurden.

Mit Konrad Gustav Pastor (1796–1890), einem Enkel von Gotthard II. Pastor, errichtete ein erstes Familienmitglied außerhalb Aachens und Burtscheids in unmittelbarer Nähe zur Maschinenfabrik von William Cockerill in Verviers eine neue Kammgarnfabrik. Wenige Jahre später berief ihn Williams Sohn John Cockerill in sein Stahlwerk nach Seraing und ernannte ihn zum Direktor der S. A. Cockerill-Sambre. Dadurch geprägt entschieden sich zwei seiner Söhne, Gustave Léon Pastor (1832–1922) und George Oktave Pastor (1835–1915), für eine Laufbahn zum Hütteningenieur, wobei beide später ihre Tätigkeit nach Duisburg verlegten und es dort zum Technischen Direktor der Rheinischen Stahlwerke brachten. Darüber hinaus kam es durch die Heirat von Charles James Cockerill (1787–1837) mit Karoline Elisabeth Pastor (1791–1836) und John Cockerill (1790–1840) mit Johanna Friederike Pastor (1795–1850), beides jeweils Söhne von William Cockerill mit Töchtern von Philipp Heinrich Pastor, dem Älteren, zu verwandtschaftlichen Verbindungen der englisch-belgischen Industriellenfamilie mit den Burtscheider Tuch- und Nadelfabrikanten.

Im 20. Jahrhundert war schließlich auch die Familie Pastor trotz eines kurzzeitigen Booms nach dem Zweiten Weltkrieg von dem allgemeinen Niedergang der Tuch- und Nadelindustrie betroffen und war wohl auch durch die Billigproduktion aus den expandierenden asiatischen Ländern dazu gezwungen, ein Werk nach dem anderen zu verkaufen oder zu schließen. 
PASTOR, Dorothee (I53440)
 
4552 Pate in Heidelberg (Klosterkirche) am 1.1.1669. HETTE(N)BACH, Johann Georg (I780)
 
4553 Pate in Heidelberg am 13.8.1651 (Heiliggeistkirche) und 23.9.1666 (Klosterkirche). Identisch mit Bartholomäus Freudenberger, geb. Höchst im Odenwald 11.1.1614 (Eltern: Leonhard F./Anna NN)? FREUDENBERGER, Bartholomäus (I12188)
 
4554 Paten: Reidemeister Johannes Kauert, in Forst Ksp. Drabenderhöhe (1786), mReidemeister Ferdinand Forst, in Oberkaltenbach Ksp. Ründeroth (1786), Jungfrau Wilhelmina Möller, in Bielstein Ksp. Wiehl (1786), Jungfrau Sybila Jost, in Siebensiefen b. Lindlar (1786), + am 17.06.1852 in Forst Ksp. Drabenderhöhe, Urk. Bielstein S. 36/1852, begr. am 20.06.1852 Drabenderhöhe, 66 Jahre, 4 Mon, 2TAge alt, Wohnort 1786 in Jenneken Ksp. Drabenderhöhe, evang.

Es spricht Carl Kauert (1820 – 1902) über
Johann Wilhelm Heinrich Kauert (1769 – 1833) und Wilhelmine Sibille Kauert (1786 – 1852), ihre Kinder Friedrich, Lisetta, Christian Friedrich Wilhelm, Friedrich Albrecht Ferdinand, Carl und Eduard, sowie ihre zwölf Enkel aus der Ehe des Christian Friedrich Wilhelm Kauert (1814 – 1892) und der Maria Elisabeth Witscher (1817 – 1865).
Bericht von Carl Kauert, Skript, 7 Seiten 
KAUERT, Wilhelmina Sybilla Henrietta (I112)
 
4555 Patenvertreterin in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 2.1.1678 bei einem Enkel.

Die beiden Söhne Johann und Johann Dietrich werdern beide Ärzte. 
ROTTERDAM, Elisabeth (I953)
 
4556 Patin in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 19.10.1689 gemeinsam mit Bruder Johann Jacob * 25.05.1664 in Heidelberg. HETTE(N)BACH, Anna Barbara (I786)
 
4557 Patin in Heidelberg am 15.6.1704. KELLER, Dorothea Katharina (I803)
 
4558 Patin in Heidelberg am 20.12.1654 (Klosterkirche) und 14.2.1673 (Heiliggeistkirche).
Ihr Sohn Johann Jacob übernimmt die Mühle in Ziegelhausen nach dem Tod des Vaters und ihr Sohn Georg Hieronymus baut 1719 im Siebenmühlental bei Handschuhsheim eine neue Mühle.
Stein im Lapidarium des Kurpfälzischen Museums:" … HAD … ERBAVT GEORG /HIERONIMUS HETTEBACH 1719" 
GUTENBERGER, Barbara (I779)
 
4559 Patin in Heidelberg am 26.9.1680 (Heiliggeistkirche) und 7.1.1693. Tod lt. KB Heiliggeistkirche: Anna Barbara, alt 63 Jahre und 3 Monate HETTE(N)BACH, Anna Katharina Barbara (I784)
 
4560 Patriziergeschlecht aus Konstanz, das ab dem 16. Jahrhundert teils in Zürich verbürgert war. Ein genealogischer Zusammenhang mit den bereits im 13. und 14. Jahrhundert in der Nordostschweiz auftretenden Personen, die sich von Ulm nennen, ist nicht nachweisbar. Als gesichert gilt der Stammvater der Konstanzer Linie, Heinrich von Ulm (​um 1430), Bürgermeister von Konstanz in der Zeit des Konzils, der von Kaiser Sigismund zum Ritter geschlagen wurde. Je ein Zweig der von Ulm ging von den Brüdern Hans Jakob (​spätestens 1539), Heinrich (1581) und Gregor von Ulm aus. Hans Jakob von Ulm erhielt 1519 über seine Heirat mit Barbara Zum Thor die Gerichtsherrschaft Teufen. Sein Sohn hatte keine männlichen Nachkommen und so ging die Gerichtsherrschaft 1571 an seinen Schwiegersohn Hans von Meiss. Heinrich von Ulm erwarb 1529 Burg und Herrschaft Griesenberg. Dessen Sohn Heinrich von Ulm (1537-1601) erlangte 1576 das Zürcher Bürgerrecht, das sein Sohn Marx von Ulm aber wieder verlor, nachdem er zum katholischen Glauben übergetreten war. 1612 wurde Marx von Ulm das Luzerner Bürgerrecht geschenkt. 1704 erlosch die Luzerner Nebenlinie. Gregor von Ulm erwarb die thurgauischen Herrschaften Wellenberg und Hüttlingen, die bis 1669 bzw. 1674 im Besitz der Familie blieben. Die Mitglieder dieser Linie waren ab 1674 Zürcher Bürger. Die Gerichtsherren besassen nur sporadisch das Zürcher Bürgerrecht und waren deshalb wenig an der Zürcher Politik beteiligt. Friedrich Ludwig von Ulm (1668-1729) war 1716 als Achtzehner (Vertreter der Konstaffel) Mitglied des Grossen Rats sowie Obervogt von Wellenberg und Hüttlingen. Mit seinem gleichnamigen Sohn starb der schweizerische Zweig der von Ulm 1774 aus.

Katja Hürlimann: "Ulm, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.03.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020327/2020-03-12/, konsultiert am 21.11.2024. 
VON ULM, Heinrich (I48891)
 
4561 Patriziergeschlecht der Stadt Schaffhausen, das ursprünglich aus dem Hegau stammt. Die Familie erhielt Adels- und Wappenbriefe vom deutschen Kaiser Maximilian I. (1501) und vom französischen König Franz II. (1559). Erster bekannter Vertreter der Familie ist Welti Stokker von Bartzen (Barzheim, heute Gemeinde Thayngen), der 1359 und 1374 urkundlich erwähnt ist und Lehensträger der Herren von Rosenegg, Randegg und Hohenklingen war. Sein Sohn Walter, der 1442 in Schaffhausen eingebürgert wurde, gilt als Stammvater der Stokar. Dessen Enkel Hans (1477-1500 erwähnt) hatte zwei Söhne, Alexander (->) und den Jerusalempilger Hans (->). Damals schien die Familie schon der Gesellschaft der Kaufleute angehört zu haben. Von den beiden Söhnen Alexanders, Hans Kaspar und Benedikt (->), und den beiden Söhnen von Hans, Hans Jakob und Hans Heinrich, stammen die vier Hauptlinien der Familie ab.

Der älteste Sohn Hans Kaspars, Alexander (1537-1611), erwarb 1568 das Zürcher Bürgerrecht und stand damit am Anfang der zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch bestehenden Zürcher Linie. Benedikt gründete die erste Schaffhauser Hauptlinie. Nachdem er 1554 die Gerichtsherrschaft Neunforn gekauft hatte, nannten sich er und seine Nachkommen «von Neu(n)forn». Diesen Namenszusatz nahmen auch diejenigen Schaffhauser Stokar an, die nicht direkt von Benedikt abstammten. Die Gerichtsherrschaft blieb bis 1688 bei den Nachkommen Benedikts. Sein Sohn Benedikt (1545-1597), der die Gerichtsherrlichkeiten in Neunforn von seinem Vater übernahm, verliess die Kaufleutestube und wurde mit seinen Söhnen Mitglied der Oberen Stube (Herrenstube). Von seinen 20 Kindern wurden vier Söhne, nämlich Benedikt, Franz, Hans und Hans Kaspar, die Begründer der vier Hauptäste dieser Linie. Zu seinen Nachfahren gehören unter anderem Johann Friedrich (->), Rudolf (1685-1733), Johann Caspar (->), David Christoph (->) und Franz (->). Nachkommen von Franz (1782-1847), der in Regensburg die Deutsche Cäcilie Uhlfelder heiratete, lebten noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Deutschland.

Hans Jakob, der erste Sohn des Pilgers Hans, verliess des Glaubens wegen Schaffhausen, erwarb 1562 in Solothurn das Bürgerrecht und begründete mit Christine Schwaller die katholische Solothurner Linie, die in den 1670er Jahren ausstarb. Hans Heinrich (->), der zweite Sohn des Pilgers Hans, begründete die zweite Schaffhauser Hauptlinie. Im 16. Jahrhundert waren zwei Stokar Obherr der Kaufleute, im 17. und 18. Jahrhundert wurden mindestens fünf Stokar Obherr der Herrenzunft. 
STOCKAR, Stammlinie (I46149)
 
4562 Paul Audojer Krefeld11.01.1799
Agnes Olbertz
Johann Peter Audojer
Anna von Lumm aus dem Geschlecht von Lum,
Mattheis von Lum 1650 als erster bewussst
Paul Matthias Audojer 
AUDOJER, Paul Matthias (I2812)
 
4563 Paul Friedeborn entstammte einer Stettiner Kaufmannsfamilie. Im Februar 1586 wurde Friedeborn an der Universität Rostock immatrikuliert.[1] Er besuchte ab 1589 das Stettiner Pädagogium und studierte ab 1591 an der Universität Helmstedt. 1596 wurde er Ratssekretär in der Stettiner Stadtverwaltung, 1616 Ratsherr, 1624 königlich-schwedischer Rat und 1630 fürstlicher Etatsrat und Bürgermeister der Stadt.[2] Unter Herzog Bogislaw XIV. wurde er 1634 zugleich zum Landrat für die Vorderstadt Stettin ernannt.

Sein Zugang zum Stadtarchiv ermöglichte ihm anhand von Urkunden und anderen Archivalien die Abfassung seiner „Stettinischen Geschichten“, die er 1613 als „Historische Beschreibung der Stadt Alten-Stettin“ in drei Büchern veröffentlichte. Zu dieser Arbeit hatte ihn wohl der pommersche Herzog Philipp II. angeregt, dem er das erste Buch widmete. Später gab er noch die „Descriptio urbis Stetinensis topographica et historia“ heraus, die 1654 erneut veröffentlicht wurde.

Sein Sohn Jakob Friedeborn (1607–1676) wurde kurfürstlich-brandenburgischer Geheimer Staatssekretär, sein Sohn Michael Friedeborn (1611–1672) Appellationsrat am Tribunal zu Wismar.[2] Seine Tochter Anna Friedeborn (1608–1678) heiratete den Stettiner Pastor Samuel Fuchs; aus dieser Ehe ging der brandenburgisch-preußische Staatsmann Paul von Fuchs (1640–1704) hervor.[3] 
FRIEDEBORN, Paul (I59564)
 
4564 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55736)
 
4565 Paul von Watt entstammte einer ursprünglich in St. Gallen beheimateten Kaufmannsfamilie. Sein Vater Peter von Watt hatte in Nürnberg Ursula Pirkheimer geheiratet. Nach dem Tod des Vaters bezog Paul von Watt mit etwa 14 Jahren die Universität Leipzig, wo er 1470 die Magisterwürde erlangte und 1478 Dekan der Artistenfakultät wurde. 1491 wurde er zum Doktor der Rechte promoviert. Schon seit Mitte der 1480er Jahre unterrichtete er die sächsischen Prinzen Georg, Heinrich und Friedrich. Er begleitete Friedrich auch auf dessen Studienreisen nach Italien, erhielt 1496 die niederen Weihen und verschiedene Kanonikate, folgte Friedrich jedoch, als dieser Hochmeister des Deutschen Ordens geworden war, nach Königsberg in Preußen, um ihm als Kanzler zu dienen.

Im Februar 1500 schlug er das ihm angebotene Bistum Kurland aus, ebenso im Mai 1501 das Bistum Pomesanien, nahm jedoch am 16. Juli 1503 die Wahl zum Bischof von Samland an, wobei er jedoch bis Ende 1503 noch offiziell als Kanzler, später als bestätigter Bischof weiter an der Verwaltung des Ordens Anteil hatte, obwohl er gesundheitlich schon sehr geschwächt war.

Seine seit September 1504 mehrfach verschobene Bischofsweihe erlebte Paul von Watt nicht mehr. Er verstarb am 25. April 1505 und wurde im Dom zu Königsberg bestattet.

Das Fürstbistum Samland war das weltliche Territorium der Bischöfe von Samland im Deutschordensstaat. Es lag überwiegend in der Landschaft Samland, verteilt auf mehrere Exklaven, die vom Gebiet des Deutschordensstaates umschlossen waren. Dazu kamen Besitzungen und anteilige Rechte in der Stadt Königsberg, insbesondere (ab 1322) die unmittelbare Umgebung des Königsberger Doms. Das Fürstbistum Samland wurde im Jahre 1257 begründet und im Jahre 1525 aufgelöst.  
VON WATT, Paul (I4756)
 
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4568 Peltzer (Pelzer, Pelser) ist der Name einer Familie aus dem Raum Aachen, aus deren Reihen zahlreiche Schöffen, Ratsherren und Bürgermeister gewählt wurden und deren Stolberger Zweig zu den bedeutendsten Kupfermeister-Familien der Region zählte.

Zur Blütezeit der Messingindustrie im 17. und 18. Jahrhundert waren in Stolberg etwa vierzig Kupfermeisterfamilien tätig. Die bekanntesten sind Beck, Dollart, Hansen, Lynen, Mewis, Momma, Peltzer, Prym, Schardinel, Schleicher, von Asten und Wuppermann. Auch die Hoeschs, die im Oberlauf des Vichtbaches als Reitmeister tätig waren, wirkten in Stolberg als Kupfermeister und kamen ursprünglich aus Aachen. 
PELTZER, Maria (I6072)
 
4569 Percy (ursprünglich auch Perci) war über weite Teile des Mittelalters die mächtigste Familie in Nordengland.

Die Familie geht zurück auf den normannischen Adligen William de Percy aus Percy-en-Auge in der Normandie. Dieser hatte an der normannischen Eroberung Englands teilgenommen.

Mitglieder der Familie wurden erstmals 1377 zum Earl of Northumberland und 1766 zum Duke of Northumberland erhoben und führen diese Titel bis heute. Ähnlich wie bei ihren Rivalen, dem Haus Neville, wurde der Name Percy auch dann weitergegeben, wenn er in weiblicher Linie vererbt wurde.

Die Percy stammen angeblich von einem dänischen Raubritter namens Mainfred ab, der sich im 9. Jahrhundert im Pays de Caux nordwestlich von Rouen niedergelassen hatte. Sein Nachkomme William de Percy wurde nach seiner Umsiedlung nach England spätestens im Rahmen des Harrying of the North 1072 mit der feudalen Baronie Topcliffe in North Yorkshire belehnt.

Angeblich kam Percy bereits 1067 im Gefolge von Hugh d’Avranches nach Nordengland, dies ist jedoch wohl nur eine Behauptung der Mönche von Whitby. Diese behaupteten, dass Percy ihnen damals bereits die Kirchen von Whitby und Flamborough geschenkt hätte. Spätestens als Wilhelm der Eroberer im August 1072 einen Vorstoß nach Schottland unternahm, gehörte Percy jedoch zum normannischen Heer. Anschließend überwachte er unter dem Befehl von Hugh fitz Baldric, dem Sheriff von York, den Wiederaufbau von York Castle. Kurz nach 1077 stiftete er Whitby Abbey, die kurz zuvor von dem Einsiedler Reinfrid, einem ehemaligen Mönch aus Evesham Abbey, wieder gegründet worden war, umfangreiche Besitzungen. Wenig später kam es jedoch aus nicht mehr bekannten Gründen zu einer Spaltung des Konvents. Abt Stephen († 1112) und der Großteil der Mönche zogen nach Lastingham, dass dem König gehörte, während Prior Reinfrid mit den verbliebenen Mönchen mit Zustimmung Percys nach Hackness zogen, wo sie sicherer vor Überfällen von Seeräubern waren. Vermutlich versuchte Percy die unter der Verwaltung von Abt Stephen stehenden Teile seiner Stiftung zurückzufordern, um sie wieder an Reinfrid zu übergeben. Erst um 1090, spätestens 1096, als Percy beträchtliche Besitzungen des Klosters bestätigte, kehrten die Mönche nach Whitby zurück. Später wurde Percys Bruder Serlo de Percy Prior von Whitby, während der Herrschaft von Heinrich I. wurde sein Neffe William de Percy Abt.

Nach dem Domesday Book besaß Percy 1086 als Vasall von Earl Hugh d’Avranches die Herrschaft von Whitby und Sneaton in Yorkshire, dazu besaß er als Kronvasall weitere Güter in Yorkshire, in Lindsey, in Nottinghamshire und in Hampshire. Er besaß Häuser sowie die Kirche St Mary in York. Allein aus seinen Gütern in Yorkshire bezog er jährliche Einkünfte von über £ 64. Dazu hielt er als Vasall der Bischöfe von Durham auch Güter in Scorbrough in Yorkshire sowie in weiteren Orten. Um 1086 wird er als Zeuge genannt, als die Abtei von Fécamp in der Normandie sich in einem Streit an den König wandte. Zwischen 1091 und 1095 wird er mehrfach als Zeuge von Urkunden von König Wilhelm II. genannt. In Topcliffe, Spofforth, Sneaton und Hackness in Yorkshire errichtete er Burgen.

1096 brach er im Kontingent Herzog Roberts II. von der Normandie zum Ersten Kreuzzug auf. Er starb in Palästina, angeblich in Sichtweite der Stadt Jerusalem. Sein Leichnam wurde in Antiochia begraben. Sein Herz wurde nach England zurückgebracht und in Whitby Abbey bestattet.[2] Sein Erbe wurde sein Sohn Alan de Percy. 
DE PERCHE, Guillaume \ William (I17668)
 
4570 Percy (ursprünglich auch Perci) war über weite Teile des Mittelalters die mächtigste Familie in Nordengland. Den Titel eines Barons Percy erhielt William de Percy bereits 1066, also dem Jahr der normannischen Eroberung Englands. Der Name bezieht sich auf den Stammsitz der Percy in der Normandie, die Gemeinde Percy-en-Auge. Mitglieder der Familie tragen den Titel eines Earl of Northumberland oder Duke of Northumberland bis heute. Ähnlich wie bei ihren Rivalen, dem Haus Neville, wurde der Name Percy auch dann weitergegeben, wenn er in weiblicher Linie vererbt wurde DE PERCHE, Manfred (I17698)
 
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4573 Personalien von Antoniette Mayer-Henking 1860-1921.

In Verona am 18. November 1860 im väterlichen Hause, Via San Nicolo geboren, verbrachte ich eine glückliche Kindheit, umgeben von elterlicher und meiner grössern Geschwister Liebe. Im Winter lebten wir in der Stadt, die andern Jahreszeiten auf den verschiedenen Landgütern, wo uns überall grosse Gärten zur Verfügung standen, um uns im Spiel zu tummeln.

Ich war die zweitjüngste von sieben Geschwistern und konnte mit meiner jüngsten Schwester, welche mir auch Freundin war, bei meinen Eltern verbleiben, die ältern Geschwister kamen fort, die Brüder nach St. Gallen in die Kantonsschule, die Schwestern nach Rorschach in das Institut Bäumlistorkel.

In den Sommerferien kamen wir von Italien nach Rheineck, wo mein Eltern ein Gütchen im Bauriet kauften, sodass wir Kinder einander nicht fremd wurden. Es war immer ein freudiges Ereignis für uns Kinder in die Schweiz zu dürfen, erst die Reise über den Brenner, Arlberg oder Splügen mit der Extrapost, das Uebernachten in den verschiedenen Bergdörflein noch manchmal mitten im Schnee, welcher uns etwas seltenes war. Die Wochen im Blumengarten im Bauriet waren nur Genuss für uns alle wieder vereinigt. Mit zwölf Jahren war ich das letzte Mal dort (1872). Nachher besuchten meine Schwester und ich eine Privattöchterschule in Verona und die Ferien stimmten nicht mehr überein. Als ich 15 Jahre alt war, erkrankte mein lieber Vater an einem schweren Blasenleiden. Der Arzt riet ihm den Aufenthalt am Gardasee, wo wir dann den grössten Teil des Jahres weilten, auf einem Gut das meiner Mutter gehörte. Mein Vater liess Haus und Garten umbauen; auch dort war es uns vergönnt, schöne Jahre zu verleben, obwohl sie viel verdunkelt waren durch das schwere Leiden meines Vaters. Ich besuchte oft meinen Bruder in Bergamo, auch dort verbrachte ich schöne Zeiten, war mir doch meine Schwägerin ein liebe Schwestern und die Kinder so lieb wie eigene. Nach und nach heirateten meine Schwestern und ich blieb allein als letzte bei meinen alten Eltern. Das Gut am Gardasee war zu einsam nur für drei Personen auch wurde mein Vater immer schwächer. Da kaufte er eine kleine Villa in San Martino bei Verona, wo wir dann die meiste Zeit wohnten.

Eines Tages kam wieder einmal St. Galler Besuch, nach kurzer Zeit verlobte ich mich mit Theodor Otto Mayer; nach einem Vierteljahr feierten wir in San Martino Hochzeit. Mit einem schönen Umweg über Venedig, Florenz, Pisa, Livorno, Genua, Riviera, Marseille, Lyon, Genf, Bern, Zürich, langten wir anfangs November 1887 in St. Gallen an.

Ich ward sehr liebevoll von der Familie meines Mannes aufgenommen und obwohl mir unsere grosse und kinderreiche Familie sehr fehlte, gewöhnte ich mich bald an die neuen Verhältnisse, umgeben von der rücksichtsvollen Liebe meines Mannes. Nach und nach konnte ich mich auch an den vielen Schnee gewöhnen.

Nach einem Jahr im Ekkehard am Brühl hatten wir den grossen Schmerz, dass uns ein totes Mädchen ward. Wir zogen dann in die Rosenbergstrasse, wo wir ein Haus kauften. Einstweilen starb nach langen Qualen mein lieber, guter Vater und zu gleicher Zeit mussten wir in das Gräblein unserer kleinen Helene noch Zwillinge versenken die zu früh gekommen waren, da war es des Leides fast zu viel! Das Jahr darauf schenkte uns Gott ein gesundes Töchterlein und die Freude war unglaublich gross! Leider kam dann nach 5 Monaten neues Leid über uns, durch unverschuldetes Unglück im Geschäft, sodass nach näherer Untersuchung nicht mehr viel für uns blieb. Mein Mann musste sich eine Stelle in Zürich suchen, es wurde ihm furchtbar hart von St. Gallen zu scheiden, liebte er doch seine Vaterstadt über alles. Ich hatte schwere Zeiten in Zürich, fremd, in sehr bescheidenen Verhältnissen und mit meinem lieben Mann, welcher sich nicht in das Neue finden konnte. Da war unsere liebe Mili unser einziger Sonnenstrahl und gedieh sie trotz Einfachheit sehr gut und wurde ein liebes Kind. Nach 2 Jahren kam unser erstes Bübchen (Karl Otto) und mit ihm eine kleine Erbschaft des Bruders meiner Mutter. Wir konnten ein Haus kaufen und hatten einen kleinen Garten für die Kinder. Ich hoffte nun, mein Mann könne sich besser in die Verhältnisse finden und es schien auch so, aber nur kurz. Dann kam die Häuserkrisis in Zürich und wir hatten viel Mühe, unser Haus ohne Verlust loszuschlagen. Einstweilen kam uns noch ein Büblein (Hermi) zur Welt und auch es bereitete uns grosse Freude. Am Tage meiner Geburt verlor ich meine liebe Mama im fernen Verona.

Mein lieber Mann wurde immer düsterer, klagte viel und starb im Juli 1900, mich trostlos mit den unerzogenen Kindern und ohne Mittel zurücklassend. Nach seinem Tode kam ich zu lieben Verwandten nach St. Gallen und dann 6 Wochen an den Gardasee zu meinem Bruder, wo er und meine Schwägerin sich bemühten mich mein Leid vergessen zu machen. Sie wollten mich zu sich nach Bergamo nehmen, ich hatte aber nicht den Mut, mich von den zwei Bübchen zu trennen, hatte ich sie doch im Waisenhaus in St. Gallen lassen müssen und nur Mili behalten können. Ich hatte mir vorgenommen mein Leben meinen Kindern zu widmen und aus ihnen starke, lebenstüchtige Menschen zu machen. Ich blieb meinem Vorsatz treu. Für ein halbes Jahr kehrte ich nach Zürich zurück und siedelte dann nach St. Gallen über, in der Hoffnung an den Verwandten meines Mannes eine Stütze zu haben. Alle hatten aber schwer mit sich zu tun, sodass ich sofort einsah, dass ich mich selber durchbeissen müsse. Gott, zu dem ich immer gehalten und gebetet habe, verliess mich auch in den schwersten Zeiten von Krankheit und pekuniaren Nöten nicht. Ich habe nach 20 Jahren Arbeit an meinen Kindern und an mir die Freude erleben können, dass alle drei Kinder selbständig geworden sind und mich durch ihre Liebe und Sorgfalt manch schöne Stunde erleben liessen.

Ich möchte noch weiter meinen Kindern eine helfende Mutter sein, aber meine Gesundheit erlaubt mir keine grosse Arbeit mehr.

Ich bin sehr dankbar und froh, dass mein ältester Sohn eine treue Gefährtin an unsrer lieben Maria fand und ich es erleben konnte letzten Frühling meinen ersten Enkel zu schaukeln. (Otto Mayer)

Ich bin allen dankbar, die mir halfen mein Leben mit treuer Freundschaft zu erleichtern und füge mich in Gottes Willen, welcher sagt: bis hieher und nicht weiter. 
HENKING, Antonietta Emilia (I7501)
 
4574 Peter (1566-1629) erwarb am 22.08. 1595 in St. Gallen die Bürgerrechte ; er wohnte im Haus zum Felsen an der Webergasse und erwarb die beiden Höfe Bolbach und Freidorf mit Lehen und Gütern.
Die Familie gehörte zu den Notenstein-Geschlechtern. Der Grossteil widmete sich dem Exporthandel von Leinwand und Baumwollstoffen nach Europa und auch nach Übersee. Ein reicher Kaufmann. 
FELS, Peter II. (I12879)
 
4575 Peter de Spina entstammt einer alten Hugenottenfamilie aus Armentières in den damaligen Spanischen Niederlanden, die sich anfangs de l’Espine nannte und Mitte des 16. Jahrhunderts vor den spanischen katholischen Truppen des Herzogs Alba über Aachen und später nach Heidelberg geflüchtet war. Seine Eltern waren Peter de Spina I. aus Armentières, später Aachener Stadtphysicus und Leibarzt von König Christian III. von Dänemark und Norwegen und Agnes de Bourgeois.

Er war Student der Medicin zu Basel, Jena, Leipzig, Paris und Padua. Nach seiner 1587 vollzogenen Promotion ließ er sich als Arzt in Aachen nieder, wurde aber 1599 nach Heidelberg als Leibarzt zu Friedrich IV. von der Pfalz berufen und 1617 daselbst Professor. Er starb am 7. October 1622 und hinterließ 4 Söhne: Konrad – 1594 geboren, 1645 im Haag gestorben; Jurist – Eberhard, Friedrich und Peter III.

Die Familie de Spina stammt ursprünglich aus den Spanischen Niederlanden und stellte eine Reihe herausragender Gelehrter: Peter de Spina II. (* 26. März 1563 in Aachen; † 7. Oktober 1622 in Heidelberg), Medizinprofessor in Heidelberg und Leibarzt Friedrichs IV. von der Pfalz, Sohn von Peter de Spina I. (* 1526 in Armentières , † 1569 in Aachen), Mediziner und Leibarzt von König Christian III. von Dänemark und Norwegen sowie von Agnes Burges, war verheiratet mit Guttha (Agatha) von Palant , mit der er mehrere Kinder hatte. Der Sohn Peter de Spina III. (1592–1655) wurde ebenso ein angesehener Mediziner wie auch der Enkel Peter de Spina IV. (1630–1689) und wiederum später dessen Sohn Peter de Spina V. (1661–1741), der unter dem Namen "von Grooßenhaagen" in den Freiherrenstand erhoben wurde (Wikipedia). Studium in Basel 1578 (Matrikel der Universität Basel - siehe www.e-codices.ch - am 5.4.1578, "Aquisgranensis"). Grabmal in der St. Peterskirche. Sein Bildnis in der Universitätsbibliothek Heidelberg, Inventar-Nr. Graph. Slg. P_0419.

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_de_Spina_II.

Familie de Spina. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 39, Leipzig 1744, Sp. 13 f.

Friedrich Jännicke: de Spina. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 35, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 197 f. 
DE SPINA, Peter II. (I2256)
 
4576 Peter de Spina entstammt einer alten Hugenottenfamilie aus Armentières in den damaligen Spanischen Niederlanden, die sich anfangs de l’Espine nannte und Mitte des 16. Jahrhunderts vor den spanischen katholischen Truppen des Herzogs Alba über Aachen und später nach Heidelberg geflüchtet war. Seine Eltern waren Peter de Spina I. aus Armentières, später Aachener Stadtphysicus und Leibarzt von König Christian III. von Dänemark und Norwegen und Agnes de Bourgeois.

Er war Student der Medicin zu Basel, Jena, Leipzig, Paris und Padua. Nach seiner 1587 vollzogenen Promotion ließ er sich als Arzt in Aachen nieder, wurde aber 1599 nach Heidelberg als Leibarzt zu Friedrich IV. von der Pfalz berufen und 1617 daselbst Professor. Er starb am 7. October 1622 und hinterließ 4 Söhne: Konrad – 1594 geboren, 1645 im Haag gestorben; Jurist – Eberhard, Friedrich und Peter III.

Die Familie de Spina stammt ursprünglich aus den Spanischen Niederlanden und stellte eine Reihe herausragender Gelehrter: Peter de Spina II. (* 26. März 1563 in Aachen; † 7. Oktober 1622 in Heidelberg), Medizinprofessor in Heidelberg und Leibarzt Friedrichs IV. von der Pfalz, Sohn von Peter de Spina I. (* 1526 in Armentières , † 1569 in Aachen), Mediziner und Leibarzt von König Christian III. von Dänemark und Norwegen sowie von Agnes Burges, war verheiratet mit Guttha (Agatha) von Palant , mit der er mehrere Kinder hatte. Der Sohn Peter de Spina III. (1592–1655) wurde ebenso ein angesehener Mediziner wie auch der Enkel Peter de Spina IV. (1630–1689) und wiederum später dessen Sohn Peter de Spina V. (1661–1741), der unter dem Namen "von Grooßenhaagen" in den Freiherrenstand erhoben wurde (Wikipedia). Studium in Basel 1578 (Matrikel der Universität Basel - siehe www.e-codices.ch - am 5.4.1578, "Aquisgranensis"). Grabmal in der St. Peterskirche. Sein Bildnis in der Universitätsbibliothek Heidelberg, Inventar-Nr. Graph. Slg. P_0419.

Als die zunächst wegen vergleichbarer
Privilegien und der konfessionellen Nähe als Zufluchtsort vorgesehene Universität Basel25 eine entsprechende Anfrage des Rektors abschlägig beschied evakuierte man die Uhralten Universitet Documenta und Originalia vor der Einnahme Heidelbergs durch die von Tilly befehligten Ligatruppen wohl Ende September oder Anfang Oktober 1621 nach Heilbronn, von wo sie offenbar nach Frankfurt am Main gelangten.
Erst 1651, also 30 Jahre nach der Flüchtung, sollte das Archiv durch den ehemaligen Rektor Prof. Peter de Spina d. J. in einem feierlichen Akt wieder der Universität in Heidelberg übergeben werden2 
DE SPINA, Baron Baron Peter II. (I56768)
 
4577 Peter de Spina III., geboren am 24. Januar 1592 zu Aachen. Dieser – ebenfalls Mediciner – studirte zu Paris, Padua und Basel, promovirte 1615, kam 1620 als Professor nach Heidelberg und übernahm nach seines Vaters Tode dessen Aemter. Die Kriegsunruhen veraulaßten ihn, 1628 Heidelberg zu verlassen; er wandte sich nach Darmstadt und wurde hier Leibarzt des Landgrafen; 1633 kehrte er nach Heidelberg zurück, verließ die Universität aber 1635 schon wieder, um nach Frankfurt a. M. als Physicus Primarius überzusiedeln. Er starb daselbst am 23. März 1655. Peter de S. III war einer der berühmtesten Aerzte seiner Zeit und vielfach von fürstlichen Personen in Anspruch genommen. Als hochgeschätzter und renommierter Arzt hatte de Spina III Patienten wie Friedrich V. von Böhmen oder Georg II von Hessen-Darmstadt. 1641 erneuerte Ferdinand III. seinen Adelstand.

Studium in Heidelberg 1605 (Matrikel der Universität Heidelberg am 4.5.1605, "Aquisgranensis, doctoris Petri Spinae filius, gratis"). Studien an den Universitäten Paris, Padua und Basel 1615 (Matrikel der Universität Basel - siehe www.e-codices.ch - im Juni 1615, "Aquisgranensis"); Promotion 1615 in Basel; Matrikel der Universität Heidelberg am 9.11.1616, "Aquensis, medicinae doctor, gratis"; S. folgte 1620 in der väterlichen Tradition einem Ruf als Professor nach Heidelberg. Zusammen mit seinem Vater rettete er das Universitätsarchiv nach Heilbronn vor der Einnahme Heidelbergs durch den Feldherrn Tilly 1622 im Dreißigjährigen Krieg. Von Heilbronn aus gelangte das Archiv über Frankfurt am Main nach Frankenthal, bis Peter de Spina III. es 1651 persönlich an den Kurfürsten zurückgab. Die Festrede, die Peter de Spina darüber am 19. Juli 1651 in Heidelberg hielt, wurde noch im gleichen Jahr in Frankfurt gedruckt. Vor der Einnahme Heidelbergs durch Tilly floh Peter de Spina nach Darmstadt und wurde hier Leibarzt des Landgrafen Georg II. von Hessen-Darmstadt, war 1626 wieder in Heidelberg (Matrikel der Universität Heidelberg am 1.3.1626, Anm. 6) und ebenso während der schwedischen Besetzung 1633/35. Nach 1635 ließ er sich schließlich in Frankfurt am Main als „Physicus Primarius“ nieder (Wikipedia). Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Dienstbriefe, Sign. 983: Bestellung zum Stadtarzt am 8.1.1636 mit einer Besoldung von jährlich 60 Gulden zu 15 Batzen und 10 Achtel Korn. Stadtphysikus zu Frankfurt am Main (1655).

Haus Neukirch in Heidelberg
Das hier zu sehende Barockpalais wurde 1724 durch Johann Jakob Rischer als Wohnsitz des kurpfälzischen Hofgerichtsrats und Stadtschultheißes Burkhard Neukirch errichtet. Heute wird das Gebäude vom Soziologischen Institut der Universität und der Hochschule für Jüdische Studien genutzt. Ferner ist hier das Dekanat der Philosophisch-Historischen Fakultät untergebracht.

Das Anwesen hatte mindestens zwei Vorgängerbauten. Über den ersten von beiden weiß man, auf Grund einer Urkunde vom 25. Juli 1564, daß er zu diesem Zeitpunkt den Erben des in kurfürstlichen Diensten stehenden Peter Engelhardt gehörte. 1588 von Balthasar Weidenkopf und dessen Familie bewohnt, ging das Anwesen zwischen 1588 und 1598 in den Besitz von Jonas Kistner über, der Ratsmitglied der Stadt und 1613 Bürgermeister war. 1614 hat Kistner an der Stelle des bisherigen Gebäudes ein neues erbauen lassen. Nachdem Kistner 1618/19 gestorben war ohne einen Sohn zu hinterlassen, kaufte der kurfürstliche Leibarzt und Professor der Medizin Peter von Spina das Haus. Nach seinem Tod ging das Anwesen auf dessen Sohn über, der es 1655 an seine beiden ältesten Töchter weitervererbte. Das Haus wurde zu diesem Zweck in zwei Hälften aufgeteilt, wobei Klaudine Elisabeth von Spina die östliche Hälfte (Hauptstraße 120) und Agathe Agnes von Spina die westliche Hälfte (Hauptstraße 118) erhielt. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde 1689 die östliche Hälfte des Hauses beschädigt. Die westliche Hälfte wurde nach dem Tod Agathe Agnes von Spina 1691 von Burkhard Neukirch und seiner Gemahlin Anna Maria geb. Cochem bewohnt. Am 15. Februar 1699 kaufte Neukirch zunächst den östlichen Teil und am 11. April 1699 auch den westlichen Teil. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts baute er auf dem Grundstück Hauptstraße 120 das bis heute stehende, links abgebildete Haus. 
DE SPINA, Prof. Dr. med. Prof. Dr. med. Peter III. (I2255)
 
4578 Peter de Spina IV., Sohn des vorigen, geboren zu Darmstadt am 11. November 1630, studirte Medicin, promovirte 1653 zu Padua und ließ sich darauf als Arzt in Frankfurt a. M. nieder. Er starb am 5. Februar 1669. Sein Bruder Johannes de Spina I., geboren am 19. Juni 1642 zu Frankfurt, studirte die Rechte zu Marburg, Leyden und Köln, promovirte 1677 zu Heidelberg und starb daselbst als Professor und Kirchenrath am 10. September 1689. – Peter de Spina IV. hatte 4 Söhne: Peter, David, Franz und Johannes.  DE SPINA, Peter IV. (I2262)
 
4579 Peter de Spina V., geboren zu Frankfurt a. M. am 22. März 1661, promovirte zu Leyden 1685 mit der Dissertation „de elephantiasi“ und ließ sich noch im gleichen Jahre in seiner Vaterstadt als Arzt nieder. Er wurde 1698 daselbst Resident der Generalstaaten und starb als solcher am 28. September 1741, nachdem er 1711 unter dem Namen von Grooßenhaagen in den Freiherrnstand erhoben worden war. – Sein nächst jüngerer Bruder David war am 4. Octbr. 1662 zu Frankfurt geboren, studirte Medicin und promovirte 1687 zu Leyden mit der Dissertation „de philtromania“. Er ließ sich 1688 zu Frankfurt als Arzt nieder, kam 1710 als Professor nach Heidelberg, woselbst er gestorben. Von seinen Schriften sind zu nennen: „Manuale sive lexicon pharmaceutico-chymicum“ (Frankfurt a. M. 1700/1), „Medicina veterum et neotericorum“ und „Medicina pauperum seu stercorologia“ (4°. Worms 1711). – Die beiden jüngsten Brüder der genannten waren Militärs: Franz, geboren 1664, war Lieutenant im Jungheim’schen Regiment, Johannes de S. II., geboren 1665, anfänglich [198] Jurist, Oberst und Commandant von Dillenburg. Der letzte wurde gleich seinem ältesten Bruder Peter 1711 in den Freiherrnstand erhoben.  DE SPINA VON GROOSSENHAAGEN, Peter V. (I2263)
 
4580 Peter de Weerth war der Sohn des Elberfelder Bürgermeisters Werner de Weerth (1741–1799) und dessen Frau Johanna Charlotta von Carnap (1744–1768), die drei Tage nach der Geburt ihres einzigen Sohnes starb. Sein Großvater Peter de Weerth (1694–1763) war ebenfalls Bürgermeister in Elberfeld. De Weerth heiratete 1796 Elisabeth Gertrud Wülfing (1774–1829), die Tochter des Elberfelder Bürgermeisters Johann Jakob Wülfing.


Grabstein Peter de Weerth
De Weerth, der als der reichste Kaufmann in Elberfeld galt, wurde 1798 erstmals Ratsverwandter in Elberfeld. In den Jahren 1803 und 1805 wurde er es erneut. In den Jahren 1799 und 1803 wurde er zwar zum Bürgermeister vorgeschlagen, aber nicht gewählt. Er war Eigentümer des Rittergutes Varresbeck und vieler weiterer Besitztümer, vor allem am Niederrhein. Wegen seiner Verdienste um das Gemeinwohl wurde ihm der Titel kurfürstlich pfälzischer Kommerzienrat verliehen.

1802 wurde von ihm der Lustgarten am Brill, heute Deweerth’scher Garten angelegt. 
DE WEERTH, Peter (I53835)
 
4581 Peter Jakob Wortmann (* 2. Februar 1768 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal); † 21. April 1814 ebenda) war Kaufmann und Ratsverwandter in Elberfeld.
Wortmann wurde als Sohn von Jakob Wortmann (1732–1802), der 1772 Bürgermeister in Elberfeld war, und der Anna Philippina vom Scheidt (1730–1797) geboren. Am 11. März 1794 heiratete er Johanna Katharina Siebel (1774–1852) in Elberfeld und hatte mit ihr vier Kinder. Seine Tochter, Anna Margarete Wortmann (* 1802), heiratete 1828 Julius Möller einem Kaufmann und späteren Handelskammerpräsidenten.[1]

Wortmann war Kaufmann auf der Vikarie an der Berliner Straße in Elberfeld. Er wurde 1803 von seinem Amtsvorgänger Abraham Peter von Carnap, mit drei weiteren Kandidaten, zur Wahl des Bürgermeisters vorgeschlagen und gewählt. Nach der einjährigen Amtszeit wurde er 1804 Stadtrichter und 1805 Ratsverwandter. 
WORTMANN, Peter Jakob (I44685)
 
4582 Peter kam 1094 auf den Thron Aragóns, nachdem sein Vater bei der erfolglosen Belagerung der maurischen Stadt Huesca gefallen war. Er setzte den Kampf fort und konnte nach dem Sieg in der Schlacht von Alcoraz am 18. November 1096 gegen den Taifakönig von Saragossa und dessen kastilische Verbündete Huesca schließlich erobern.[1] Zur Fortführung der Reconquista verbündete sich Peter 1097 mit Rodrigo Díaz „El Cid“ de Vivar und verheiratete seinen Sohn mit dessen Tochter. Nach einer Belagerung von mehr als einem Jahr konnte er am 18. Oktober 1100 auch das lang umkämpfte Barbastro endgültig erobern und damit die Grenze Aragóns zum muslimischen Al-Andalus dauerhaft an den Ebro verschieben.[2] Angeblich beabsichtigte Peter im Jahr 1101 eine bewaffnete Pilgerfahrt nach Jerusalem, um den Rittern des ersten Kreuzzugs nachzueifern, was ihm aber von Papst Paschalis II. untersagt worden sei, der ihn stattdessen zur Fortsetzung des Heidenkampfs in der Heimat ermutigt habe. Die Glaubwürdigkeit dieser Erzählung wird allerdings als gering eingestuft.[3] Im Herbst 1102 begann Peter die Belagerung von Saragossa, des mächtigsten maurischen Taifakönigsreichs und Hauptrivalen von Aragón. Doch eine massive Gegenoffensive der Mauren unter der Führung der Almoraviden, bei der sein Vetter Ermengol V. von Urgell getötet wurde, nötigte ihn zum Abbruch der Belagerung.

Peter starb am 27. oder 28. September 1104 im Alter von etwa 35 Jahren, kurz nachdem auch seine Kinder gestorben waren; er wurde mit ihnen im Kloster San Juan de la Peña bestattet.[4] Seine Expansionspolitik gegen Saragossa wurde von seinem Halbbruder Alfons I. „dem Kämpfer“ erfolgreich fortgeführt, der damit die Etablierung Aragóns als zweiter christlicher Macht auf der iberischen Halbinsel neben León-Kastilien vollendete. 
(ARAGÓN), Peter I. (I52407)
 
4583 Peter Kewssel: Historisches Familienlexikon der Schweiz
http://www.hfls.ch/humo-gen/family/1/F112428?main_person=I298310 
OCHSNER, Katharina (I1362)
 
4584 Peter von Carnap war Sohn des Kaufmanns und Landgerichtsschöffen Johannes von Carnap (1643–1679) und dessen Frau Anna Margareta Bredt (1647–1730). Peter erwarb am 27. Februar 1694 das Bürgerrecht. Im Jahr 1698 war er erstmals Ratsmitglied, im Jahr darauf Gemeinsmann. In den Jahren 1704, 1710, 1724 und 1730 war er ebenfalls Ratsmitglied. Bei der Bürgermeisterwahl 1717 wurde er erstmals vorgeschlagen, unterlag aber Peter Wichelhausen. Fünf Jahre später, 1722, wurde er ein zweites Mal vorgeschlagen und ins Amt gewählt. Im Jahr darauf war er folglich Stadtrichter von Elberfeld.

Peter von Carnap heiratete 1694 Susanna Teschemacher (1694–1744), mit der er sieben Kinder hatte. Zwei seiner Söhne wurden ebenfalls Bürgermeister von Elberfeld. Johannes von Carnap wurde 1737 gewählt, sein zwei Jahre älterer Bruder Peter von Carnap wurde zwei Jahre später ebenfalls Bürgermeister von Elberfeld.

Peter von Carnap starb 1736 und wurde am 9. Juni in Elberfeld beerdigt. Der gleichnamige Peter von Carnap, Bürgermeister 1671 und 1681, war ein Onkel von ihm. 
VON CARNAP, Peter (I53899)
 
4585 Peter war der erstgeborene Sohn des Grafen Roger I. von Carcassonne und seiner Frau Adelaida de Gavaldà. Er war Bruder des Grafen Ramon I. von Carcassonne, von Graf Bernat I. von Foix und von Ermessenda von Carcassonne. Durch Heirat seiner Schwester Ermessenda wurde er Schwager des Grafen von Barcelona Ramon Borrell.[1]

Zu Lebzeiten seines Vaters war er zusammen mit seinem Bruder Ramon I. von Carcassonne mit Leitungsaufgaben der Grafschaft betraut. Sein Vater hinterließ ihm Anteile an den Grafschaften und einer Reihe von Abteien und kirchlichen Gütern in Carcassonne, Rasès, Foix und Coserans. Als um 1010 sein Bruder Ramon I. starb, gab er die (Teil-)Leitung der Grafschaft ab und wurde auf Geheiß seiner Schwester Ermessenda zum Bischof von Girona gewählt. In dieser Position verblieb er bis zu seinem Tod im Jahr 1051. Während seines Pontifikates profitierte das Bistum Girona von Spenden seiner Schwester. Peter von Carcassonne ließ ab 1010 die neue, romanische Kathedrale von Girona, einen Bischofspalast und eine Residenz für die Domherren bauen. 
VON CARCASSONNE, Peter I. (I52432)
 
4586 Petworth House ist ein Herrenhaus in der Grafschaft West Sussex in Großbritannien. Das als Kulturdenkmal der Kategorie Grade I klassifizierte Herrenhaus liegt in der Kleinstadt Petworth und ist berühmt wegen seines Landschaftsparks, seiner umfangreichen Gemälde- und Skulpturensammlung und wegen seiner reichen Innenausstattung
Er erwarb Alnwick Castle und baute damit die Stellung der Familie Percy in Nordengland entscheidend aus.


Herkunft
Percy war ein jüngerer Sohn von Sir Henry de Percy und von seiner Frau Eleanor, einer Tochter von John de Warenne, 6. Earl of Surrey. Sein Vater war im August 1272 gestorben, Percy wurde als postumer Sohn geboren. Nach dem Tod seines älteren Bruders John, der vor dem 11. Juni 1294 starb, wurde er Erbe der Besitzungen seines Vaters in Yorkshire und Südengland.

Militärische Karriere
Nachdem Percy an der Niederschlagung des walisischen Aufstands von 1294 teilgenommen hatte, nahm er in den folgenden Jahren an den Feldzügen des Ersten Schottischen Unabhängigkeitskriegs teil. Er war an der Eroberung und Plünderung von Berwick beteiligt und wurde von König Eduard I. am 30. März 1296 zum Ritter geschlagen. Am 27. April 1296 kämpfte er in der Schlacht bei Dunbar, in der er sich so bewährte, dass er von nun an zu den führenden Kommandeuren des Königs gehörte. Im September 1296 wurde er Verwalter von Galloway und Ayrshire sowie Justiciar von Dumfries, in den nächsten Jahren nahm er diese und andere Ämter wiederholt wahr. Im Juli 1297 gehörte er zu den englischen Baronen, die die Unterwerfung der schottischen Prälaten und Adligen entgegennahmen. Nach der Schlacht von Stirling Bridge im September 1297 stellte er eine neue Armee auf, um nach dieser Niederlage die englische Vormachtstellung zurückzugewinnen. Zusammen mit fünf anderen englischen Magnaten bot er ein Heer von 500 Rittern und schweren Reitern für den Kampf in Schottland auf, davon stellte er 50 schwere Reiter. 1300 nahm er an der Belagerung von Caerlaverock Castle teil. Zur Niederschlagung der schottischen Erhebung unter Robert the Bruce wurde er am 5. April 1306 zum Stellvertreter des Königs und Kommandeur der englischen Truppen in Lancaster, Westmorland, Cumberland, Ayr, Wigtown, Dumfries und Galloway ernannt. Auch am Feldzug, während dessen Eduard I. im Juli 1307 starb, nahm Percy teil.

Für seine Dienste als einer der führenden Kommandeure des Königs erhielt er stattliche Belohnungen vom König, die sich mit der Dauer seines Dienstes steigerten. Durch Writ of Summons war er am 6. Februar 1299 als Baron Percy in das Parlament berufen worden. Am 20. Februar 1299 erhielt er von seinem Cousin Ingelram de Balliol dessen Besitzungen in England und Schottland, nachdem dessen Erbe anscheinend gegen den König rebelliert hatte. Neben zwei Gütern in England brachte dies Percy die schottische Baronie von Urr sowie Red Castle in Angus. 1304 erhielt er das Earldom Buchan, das er jedoch bald wieder verlor, nachdem sich John Comyn, der schottische Titelinhaber wieder König Eduard I. unterwarf. Percy wurde dafür reich entschädigt. Vermutlich im April 1306 erhielt er nach der Rebellion von Robert the Bruce das Earldom Carrick. Im Februar 1307 belagerte Robert the Bruce Percy in Turnberry Castle, bis Eduard I. ein Entsatzheer zu der Burg führte. Zumindest zeitweise konnte Percy Teile von Carrick beherrschen.

Durch die Kriege in Schottland war Percy wohl mit Bischof Antony Bek von Durham in Kontakt gekommen. Der Bischof des nordenglischen Bistums übergab ihm Alnwick Castle, was für die weitere Entwicklung der Familie Percy entscheidende Bedeutung hatte. Durch den Erwerb von Alnwick wurden die Percys die wichtigsten Grundbesitzern in Nordostengland. Percy hatte wohl noch die Hoffnung, seine schottischen Besitzungen zurückerobern zu können, so dass Alnwick eine Verbindung zwischen seinen Besitzungen in Yorkshire und den beanspruchten Besitzungen in Schottland gebildet hätte. Die Urkunde der Übertragung ist auf den 19. November 1309 datiert, doch die Übertragung war ein komplizierter rechtlicher Vorgang, denn nach einer Vereinbarung vom 1. April 1310 behielt sich der Bischof bis Ende September des Jahres ein Rückkaufrecht vor. Angeblich verwaltete Antony Bek die Burg für William, einen unehelichen Sohn von William de Vescy († 1297), dem letzten Vesci von Alnwick. Vermutlich musste Percy dem Bischof für die Burg eine stattliche Summe zahlen, wofür er bei den italienischen Bankiers Bellardi aus Lucca einen Kredit aufnahm.


Das 1309 von Percy erworbene Alnwick Castle ist bis heute Sitz der Familie Percy. Fotografie von 2011
Angehöriger der Adelsopposition gegen Eduard II.
Als einer der mächtigsten englischen Barone und wichtigsten Heerführer spielte Percy auch während der Herrschaft von König Eduard II. eine große Rolle. Zu Beginn von dessen Herrschaft hatte er noch ein gutes Verhältnis zum König und zu dessen Günstling Piers Gaveston. Im Gegensatz zu vielen anderen Magnaten war er noch im August 1310 dem Aufruf des Königs gefolgt und nahm an der Ratsversammlung in Northampton teil, auf der das weitere Vorgehen in Schottland diskutiert wurde. Der anschließende Feldzug nach Schottland im Herbst 1310 wurde ein Fehlschlag. Nach dem Zusammenbruch der englischen Vorherrschaft über Schottland hatte Percy wohl erkannt, dass England keine weiteren Kriege mehr führen konnte und dringend einen Frieden benötigte. Er schloss sich schließlich der Adelsopposition gegen den König und seinen Günstling Gaveston an. Zwar gehörte er nicht zu den Lords Ordainer, die ein Konzept zur Reform der königlichen Herrschaft ausarbeiteten, doch war er einer der Ratgeber des Königs, die am 5. Oktober 1311 die von den Lords Ordainer ausgearbeiteten Ordinances im Kirchhof von St Paul’s Cathedral in London verkündeten. Die Lords Ordainer, die faktisch die Regentschaft übernommen hatten, belohnten Percy bereits am 20. März 1311 durch die Übertragung der Verwaltung der Temporalien des nach dem Tod von Bischof Antony Bek vakanten Bistums Durham, dazu wurde er am 2. Dezember 1311 Richter für die Forests beyond Trent und am 18. Dezember 1311 Verwalter von Bamburgh Castle.

Als König Eduard II. 1312 offen die Ordinances missachtete und Gaveston entgegen dem Verbot der Lords Ordainer aus seinem Exil zurückkehrte, gehörte Percy zu den Adligen, die nun militärisch gegen Gaveston vorgingen. Zwar setzte der König Percy als Richter für die Forests beyond Trent ab und vergab dieses Amt an Gaveston, doch Percy überwachte zusammen mit Roger de Clifford den nördlichen Teil Englands. Zusammen mit Clifford konnte Percy Anfang April beinahe den König und Gaveston bei Newcastle gefangen nehmen. Schließlich belagerte er zusammen mit den Earls of Pembroke und Surrey Gaveston in Scarborough Castle. Gaveston ergab sich am 19. Mai 1312 und wurde Pembroke übergeben. An der Hinrichtung Gavestons war Percy jedoch nicht beteiligt. Danach nahm der König mit seinen oppositionellen Adligen wieder Verhandlungen auf, die zu einem oberflächlichen Ausgleich führten. Der gedemütigte König musste Percy am 16. Oktober 1313 seine Beteiligung an der Gefangennahme Gavestons verzeihen.

Vermutlich war Percy im Sommer 1314 bereits krank, denn er nahm in diesem Jahr wahrscheinlich nicht an dem Feldzug gegen Schottland teil und wurde deshalb auch nicht in die Niederlage von Bannockburn verwickelt. Er wurde in Fountains Abbey begraben. 
1ST BARON DE PERCYOF ALNWICK 8TH BBARON OF PERCY, Henry (I17643)
 
4587 Peyermit den Wecken
Version vom: 27.11.2009
Autorin/Autor: Peter Scheck

Einflussreiches Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen, das sich dort seit der 2. Hälfte des 15. Jh. nachweisen lässt. Ihren Namen führt die Fam. vermutlich auf ihre Herkunft aus Bayern zurück. Zur Unterscheidung von den P. im Hof, wurde die Fam. aufgrund ihres Wappens P. mit den Wecken benannt. Obwohl der Name bereits im 14. Jh. auftaucht, gilt Hans (1478), Hufschmied, als Stammvater des Geschlechts. Er verzichtete auf das Amt des Zunftmeisters der Schmiede und des Rats. Sein Sohn Hans (->) wurde in der Reformationszeit Bürgermeister. Dessen ältester Sohn Alexander (->) amtierte ebenfalls als Bürgermeister. Dessen Brüder Heinrich (1510-53), Hans (1513-56) und Martinus (->) kauften sich in die Gesellschaft der Kaufleute ein, wo die Fam. zu Beginn des 21. Jh. noch vertreten war. Die vier Brüder begründeten je eine genealog. Linie. Diejenige von Hans erlosch bereits Mitte des 17. Jh., jene von Heinrich und Martinus zu Beginn des 19. Jh. Die Linie von Alexander, die Anfang des 21. Jh. noch existierte, führte etwa mit Hans Jacob (->) das Schmiedehandwerk weiter. Eine in England ansässige Abspaltung, der sog. Postmaster-Zweig, geht auf Johann Conrad (->) zurück. Als erster P. hatte Johann Conrad (->) das Amt des Reichspostmeisters zugesprochen erhalten.

Die P. errichteten stattl. Häuser, erwarben Adelsbrief, Landgüter und Gerichtsherrschaften in der nahen Umgebung und vermehrten ihr Vermögen durch geschickte Heiratspolitik. Manche unter ihnen gehörten zu den reichsten Bürger der Stadt, so etwa Heinrich (->), Hans Conrad (->) oder David (->), während Jeremias (->) wegen Konkurs die Stadt verlassen musste. Stets bekleideten die P. hohe Ämter in Schaffhausen, so Johann Conrad (->), Johann Ludwig (->), Johann Jacob (->) oder Ferdinand Ludwig (->). Vom 16. bis ins 18. Jh. standen einige Männer der Fam. P. in militär. Diensten, u.a. in Frankreich, den Niederlanden und Grossbritannien. Besonders um die Wende vom 17. zum 18. Jh. brachte die Fam. neben erfolgreichen Kaufleuten auch einige wissenschaftlich und kulturell hervorragende Persönlichkeiten hervor, darunter den Mediziner Johann Conrad (->), den Kartografen Heinrich (->) oder den Dichter Johann Conrad (->). Die Position als führendes Geschlecht vermochte die Fam. bis Ende des Ancien Régime zu halten. Im 20. Jh. taten sich die P. in der Wissenschaft hervor, so Bernhard (->) und Hans Conrad (->). Els (->) setzte sich während beider Weltkriege für Flüchtlinge ein. Mit der 1643 errichteten Peyer'schen Familienlegate oder der Peyer'schen Tobias-Stimmer-Stiftung von 1946 engagierten sich die P. kulturell und gemeinnützig. 
N., N. (I27781)
 
4588 Pfarrer in Bacharach 1617/25, Vertreibung, Pfarrer in Rumpenheim 1629/32 und wieder in Bacharach (auch Inspector) 1632/56. Empfänger eines Geldbetrages lt. Liste über die Unterstützung "Kurpfälzischer Pfarrer und Schulmeister und Hinterbliebene von solchen im Jahre 1636" (Kuby in Blätter für Pfälzische Kirchengeschichte und Religiöse Volkskunde, Band 51 (1984), S. 5, 15). WILHELMI, Johann (I2533)
 
4589 Pfarrer in Waltrop
J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland I, Bonn 2011, Nr. 1553  
BRINKMANN, Heinrich (I25219)
 
4590 Philipp entstammt der Familie Orth, die ursprünglich aus Langenselbold in der Nähe von Hanau kam, sich in Frankfurt am Main zu einer Kaufmannsfamilie entwickelt hatte und 1533 mit Philipps gleichnamigem Vater Philipp Orth (1509–1555) nach Heilbronn eingewandert ist. Das Wappen des langenselboldischen Zweigs der Familie Orth stellt einen goldenen Löwen dar, der aufspringt und einen Pfeil hält. Der 1534 geborene Philipp war der älteste von sechs Söhnen des Vaters und der erste in Heilbronn geborene Orth.

Philipp Orth besuchte die Heilbronner Lateinschule und absolvierte danach eine Ausbildung zum Kaufmann, um in das elterliche Unternehmen einzutreten, wo er für den Wareneinkauf in Italien, den Niederlanden sowie in Norddeutschland verantwortlich war. Nach dem frühen Tod des Vaters führte er ab 1555 mit 21 Jahren die Geschäfte des elterlichen Unternehmens fort. Er gab den Edelmetall- und Seidenhandel auf, dessen Produkte er aus Italien bezogen hatte, und konzentrierte sich auf den Handel mit Fischen, Blei und Leder. Die Mutter und später noch ein Bruder waren zunächst noch Teilhaber des Unternehmens, ab 1585 war es im Alleinbesitz von Philipp Orth.

Nach seiner Heirat 1559, in deren Absprache er sich ursprünglich verpflichtet hatte, seinen Wohnsitz in Frankfurt zu nehmen, wurde er mit Rücksicht auf seine Mutter und seine noch unmündigen Geschwister 1560 Heilbronner Bürger. Als solcher wurde er noch im selben Jahr zum Mitglied des Gerichts gewählt. 1564 wurde Mitglied des kleinen Rates. Ab 1571 war er Vogt des reichsstädtischen Dorfes Flein. 1572 war er Schultheiß und von 1574 bis 1603 Bürgermeister von Heilbronn. In diesem Amt folgten ihm bis 1795 mehrere seiner Nachfahren, darunter 1614 sein Sohn Philipp Orth der Jüngere. Zu seinen Leistungen als Bürgermeister zählt der Bau der Heilbronner Wasserversorgung durch die Einleitung von Wasser des Cäcilienbrunnens, der Bau der Befestigung beim Bollwerksturm und die Einrichtung einer städtischen Bücherei in den Gebäuden des ehemaligen Franziskanerklosters am Hafenmarkt.

Die Orth besaßen in Heilbronn den Maulbronner Hof und ließen darin 1551 das Orth’sche Haus in der damaligen Kramstraße (später: Kaiserstraße) bauen.[1] Philipp Orth unternahm zahlreiche Reisen, die ihn u. a. nach 1575 Rom und 1576 nach London führten. Angeregt von den römischen Villen errichtete er im Heilbronner Osten ein Landgut mit See, Fischzucht und Seehaus, das spätere Trappenseeschlösschen.[2] 1578 gehörte Orth zu der Heilbronner Delegation, die in Wien von Kaiser Rudolf II. das Reichslehen neu empfing, auf dem Rückweg besuchte er noch einige ungarische Festungen.

Als er 1603 starb, wurde sein Vermögen auf 40.500 Gulden beziffert, er war damit der höchstbesteuerte Bürger in Heilbronn.

Ein Epitaph für Philipp Orth und seine Frau befand sich einst in der Heilbronner Kilianskirche. Noch heute ist die Heilbronner Orthstraße nach der Familie benannt. 
ORTH, Philipp II. (I57460)
 
4591 Philipp erhielt 1240 von seinem Vater die französischen Besitzungen der Familie übertragen, nachdem der Vater in das Heilige Land gezogen war. Im Jahr 1258 gründete er bei Castres das Kloster Saint-Vincent der Predigerbrüder. Er begleitete ab 1266 Karl von Anjou nach Italien zur Eroberung des Königreichs Sizilien. Für seine Verdienste wurde er zum Grafen von Squillace ernannt. Nach seiner Rückkehr nach Castres 1268 baute er die Burgen Roquecourbe und Técou. 1270 schloss sich Philipp dem Siebten Kreuzzug unter König Ludwig IX. von Frankreich an und starb während der Belagerung von Tunis an der dort um sich greifenden Ruhr, bestattet wurde er in Saint-Vincent bei Castres. VON MONTFORT, Philipp II. (I41519)
 
4592 Philipp Groß wurde um 1290 in Nürnberg als Sohn von Heinrich Groß (genannt Heinz der Reiche, ca. 1250–1314/17) aus der Nürnberger Ratsfamilie Groß und der Gisela Esler geboren.[1] Er heiratete um 1320 Elsa Pfinzing und hatte mit ihr den Sohn Philipp d. J. († um 1382), der Anna Groland heiratete. Sein älterer Halbbruder war der Ratsherr Konrad Groß, der Stifter des Heilig-Geist-Spitals.

Philipp Groß war Stadtbaumeister von Nürnberg und baute dort zwischen 1332 und 1340 das Alte Rathaus bzw. dessen ältesten Teil, den gotischen Saalbau.[2]

Groß wird letztmals 1355 gesichert erwähnt und starb wahrscheinlich um 1377. 
GROSS, Philipp (I51412)
 
4593 Philipp Heinrich Cockerill war der Sohn des Unternehmers Charles James Cockerill und dessen Ehefrau Caroline Elisa Cockerill geb. Pastor, einer Tochter des Burtscheider Tuchfabrikanten Philipp Heinrich Pastor, nach dem der Enkel seine Vornamen erhielt. Als neunjähriger Schüler erlebte er den Aachener Aufruhr vom 30. August 1830 vor der elterlichen Stadtvilla am Friedrich-Wilhelm-Platz in Aachen mit, der sich gegen die Unternehmungen seines Vaters richtete, und wurde durch dieses Ereignis in Hinblick auf seine spätere soziale Einstellung maßgeblich geprägt.

Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1837 und der Umstrukturierung der belgischen Cockerill-Werke seines 1840 verstorbenen kinderlosen Onkels John Cockerill durch Philipp Heinrichs Schwager Barthold Suermondt wurde er Teilhaber am belgischen Familienunternehmen. Im Jahr 1849 trat er dem Club Aachener Casino bei und heiratete 1853 Thusnelda Emilie geb. Haniel (1830–1903), einzige Tochter des Unternehmers Franz Haniel aus Duisburg und dessen Ehefrau Friederike Christine Haniel geb. Huyssen. Durch sie erwarb er zudem Anteile an den Zechen Zollverein, Rheinpreussen, Neumühl und an der Gutehoffnungshütte sowie an der Holdinggesellschaft Franz Haniel & Cie. in Ruhrort.

Dadurch wurde Cockerill zu einem der wohlhabendsten Männer Aachens. Er gründete mehrere Stiftungen mit dem Ziel, vor allem kommunale Einrichtungen und Schulen wie beispielsweise die Aachener Viktoriaschule, sowie Krankenhäuser zu fördern, darunter das Marianneninstitut und das Aachener Luisenhospital. Darüber hinaus erwarb er im Jahr 1883 Schloss Allner bei Hennef an der Sieg, das er seiner Tochter Lucy (1860–1913) und deren erstem Ehemann, dem Schriftsteller Graf Alfred Adelmann von Adelmannsfelden (1848–1887), übertrug. Am 23. Januar 1903 starb Cockerill in Frankfurt am Main an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde zusammen mit seiner Frau, die nur vier Tage später starb, in der Familiengruft auf dem Aachener Westfriedhof beigesetzt. Das Ehepaar hinterließ die Tochter Lucy; die drei weiteren Kinder waren bereits in jungen Jahren gestorben.

Noch vor seinem Tod hatte Cockerill testamentarisch verfügt, dass die Holding Franz Haniel & Cie., die Cockerills Vermögen posthum verwaltete, anhand einer von ihm aufgestellten Liste weitere bedeutende Spenden insbesondere an Krankenhäuser, Schulen und Stiftungen übergeben sollte, darunter sowohl an Einrichtungen im Aachener Raum als auch an die Cockerill-Stiftung in Seraing in Belgien, an die Haniel-Zechen im Ruhrgebiet sowie an den Pensionsfonds der Franz Haniel & Cie. Schloss Allner blieb weiterhin im Besitz der Tochter Lucy, die seit 1889 in zweiter Ehe mit dem jüdischen Schriftsteller Richard Fleischer (1849–1937) aus Wiesbaden verheiratet war. Sie galt als eine der reichsten Deutschen ihrer Zeit.[1] Nach ihrem Tod ging das Schloss auf die Familien Pagenstecher und später Horstmann über, die es als Kinderheim dem Deutschen Caritasverband zur Nutzung überließen.[2]

Philipp Heinrich Cockerill zu Ehren wurde später an der Ecke Wilhelmstraße / Zollernstraße in Aachen ein Gebäudekomplex als Cockerill-Haus benannt, der 1957 von der Erbengemeinschaft Cockerill auf dem Grundstück seiner ehemaligen, im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadtvilla erbaut worden war und in Teilen unter Denkmalschutz gestellt wurde.[3] Des Weiteren wurde im Luisenhospital ein Versammlungsraum Cockerillsaal benannt. 
COCKERILL, Philipp Heinrich (I58896)
 
4594 Philipp I. heiratete Anna von Württemberg (1408–1471), Tochter von Eberhard IV. von Württemberg, genannt der Jüngere, am 24. Februar 1422 in Darmstadt. 1456 erwirkte Philipp I. beim Papst eine Scheidung von Tisch und Bett.[1]

In zweiter Ehe war er ab 1474 mit Anna von Nassau verheiratet.  
VON KATZENELBOGEN, Graf Graf Philipp I. ´der Ältere` (I1668)
 
4595 Philipp V. war der zweite Sohn von König Philipp IV. dem Schönen von Frankreich († 1314) und dessen Gemahlin Königin Johanna I. von Navarra († 1305). Sein Geburtsdatum ist jedoch umstritten. So gibt Bernhard Töpfer beispielsweise 1291 als Geburtsjahr an[1], während Elisabeth Lalou das Jahr 1294 nennt[2]. Er wurde 1307 mit der Pfalzgräfin Johanna II. von Burgund verheiratet, womit er als deren Ehemann die Regentschaft in der Franche-Comté übernahm. 1311 erhielt er die Grafschaft Poitou als eigene Apanage verliehen. Philipps Frau wurde 1314 von seiner Schwester Isabella des Ehebruchs beschuldigt und in der Burg Dourdan eingesperrt, doch konnte sie das Parlament von ihrer Unschuld überzeugen und wieder zu ihrem Mann zurückkehren. (FRANKREICH), Philipp V. der Lange (I40587)
 
4596 Philipp war der älteste Sohn des Königs Heinrich I. und dessen zweiter Ehefrau Anna von Kiew, die aus der russischen Fürstenfamilie der Rurikiden stammte. Da diese über ihre byzantinischen Verwandten eine Nachkommenschaft vom antiken makedonischen König Philipp II. beanspruchten, wurde Philipp nach ihm benannt. Somit fand dieser Name Eingang in die kapetingische Dynastie und den westeuropäischen Adel insgesamt. Er sollte noch vom letzten französischen König getragen werden.

Über Philipps Kindheit ist nichts bekannt. Erstmals erscheint er am 23. Mai 1059 in den Chroniken, als sein Vater ihn von den Großen des Reiches wählen und anschließend von Erzbischof Gervais von Reims unter Anwesenheit zweier päpstlicher Legaten zum König weihen ließ. Dies geschah deshalb noch zu Lebzeiten des Vaters, da die junge kapetingische Dynastie noch nicht selbstverständlich als Königshaus anerkannt war. Philipps Vater, der bereits von Krankheiten gezeichnet war, konnte auf diese Weise aber gewiss sein, dass sein Sohn nach seinem Tod reibungslos als Herrscher nachfolgen konnte.

Der Erzbischof von Reims erhob anlässlich Philipps Krönung erstmals den Anspruch, dass es allein ihm als Nachfolger des heiligen Remigius zustehe, die Weihe vorzunehmen. Philipp sollte dies später in mehreren Festkrönungen (1071, 1098, 1100, 1104) unterstreichen 
(FRANKREICH), Philipp I. (I35547)
 
4597 Philipp war der Lieblingssohn seines Vaters und wurde darum am 14. April 1129 als erst 12-Jähriger zu dessen Mitregenten gekrönt. Als König handelte er jedoch ungehorsam gegenüber seinem Vater und folgte nicht dessen Ratschlägen oder strengen Vorgaben. Philipps Regentschaft war jedoch kurz. Im Alter von 15 Jahren ritt er mit seinen Gefolgsleuten in Paris entlang der Seine, als sein Pferd plötzlich vor einem Schwein scheute. Philipp wurde über den Kopf seines Pferdes geschleudert und zog sich so starke Verletzungen zu, dass er am Tag darauf verstarb, ohne vorher das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Er wurde in der Basilika Saint-Denis begraben.

Sein Bruder Ludwig VII. folgte ihm als Thronerbe und Mitregent seines Vaters. Ludwig löste als Alleinregent das Gelübde seines Bruders ein, Jerusalem und das Grab Christi zu besuchen.

Da Philipp nur als Mitregent seines Vaters herrschte, trägt er keine Ordinalzahl, obwohl er bereits der zweite französische König mit dem Namen Philipp war. Als Philipp II. wird erst sein Neffe Philipp, der Sohn seines Bruders, bezeichnet. 
(FRANKREICH), Philipp (I40681)
 
4598 Philipp war verheiratet mit Ingegerd, Tochter des norwegischen Königs Harald Hardråde und seiner Frau Elisabet, einer russischen Prinzessin, Enkelin von König Olof Skötkonung und Witwe von Olaf Hunger. Aus dieser Ehe sind keine Kinder bekannt.

Manchmal ist angenommen worden, dass Philipp von seinem Bruder Inge ermordet wurde.

Nach der Västgötalagen war Philipp ein guter und gesetzestreuer König. Er liegt angeblich zusammen mit seinem Bruder im Kloster Vreta begraben, wo man zwei Skelette von sehr groß gewachsenen Personen gefunden hatte. Dies stimmt zumindest mit Angaben überein, dass die Mitglieder des Stenkil-Geschlechts groß gewachsen waren. 
(SCHWEDEN), Philipp (I40846)
 
4599 Philipp Wilhelm Grimm studierte Rechtswissenschaften an der Hohen Landesschule in Hanau, der Hohen Schule Herborn und an der Philipps-Universität Marburg.

1778 war er Hofgerichtsadvokat in Hanau. 1782 wurde er Stadtschreiber der Altstadt Hanau, wo er 1787 den Titel eines Stadtsekretärs erhielt. Ebenfalls 1782 wurde er zugleich Landschreiber des Amtes Büchertal der Grafschaft Hanau im Reichsfürstentum Landgrafschaft Hessen-Kassel.

1791 wurde er zum Amtmann der hanauischen Ämter Schlüchtern und Steinau bestellt, was den Umzug der Familie nach Steinau an der Straße in das dortige Amtshaus zur Folge hatte. Philipp Wilhelm Grimm war nicht nur oberster Verwaltungsbeamter, sondern gleichzeitig auch Richter und Notar der Ämter Schlüchtern und Steinau, deren räumliches Gebiet etwa dem Großteil des späteren, bis 1974 bestehenden Landkreises Schlüchtern entspricht, der dann in dem heutigen Main-Kinzig-Kreis aufging.

Fünf Jahre nach seinem Dienstantritt starb Philipp Wilhelm Grimm – erst 44 Jahre alt – in Steinau an einer Lungenentzündung.

Erziehung von Jacob und Wilhelm Grimm
Während der Kinderzeit von Jacob und Wilhelm Grimm in Hanau (1785–1791) waren besonders der Vater Philipp Wilhelm Grimm und die verwitwete Tante Juliane Charlotte Friederike Grimm für die kulturelle Bildung und spätere berufliche Entwicklung der Brüder von großer Bedeutung. Die Mutter der Brüder, Dorothea Zimmer, war dagegen zuständig für eine geregelte Haushaltsführung und vermittelte den Söhnen das Gefühl von Wärme, Geborgenheit und menschlicher Nähe. Bereits früh nahm Philipp Wilhelm Grimm seinen Sohn Jacob zu seinen Amtsgeschäften und zu beruflichen Auswärtsterminen mit. So fuhr er um die Jahreswende 1790/1791 mit dem kleinen Jacob Grimm in ein Dorf hinaus aufs Land, wo er beruflich zu tun hatte. Jacob Grimm schrieb später, wenn er im Winter reise, denke er manchmal noch immer, dass er beim Vater sitze und alles andere ein Traum sei.[2]

Jacob Grimm lernte somit aus eigener Anschauung kennen, wie der Vater seine Amtsgeschäfte erledigte und Aufgaben der Gerichtsbarkeit als Richter und Notar ausführte. Für Jacob Grimm war dies von entscheidendem Einfluss auf seine eigene Entscheidung, später einmal Jura zu studieren. Als er 1802 in Marburg das Jura-Studium aufnahm, tat er dies, weil er sich den beruflichen Plänen des Vaters stets verpflichtet fühlte. Philipp Wilhelm Grimm bereitete seinen Sohn Jacob ganz gezielt auf das für den Sohn später einmal vorgesehene Jura-Studium vor. Er gab Jacob Rechtskundeunterricht, besprach Paragraphen mit ihm und schrieb ihm Fälle aus seiner eigenen Praxis zum späteren Gebrauch auf.[3]

Jacob Grimm war fasziniert davon, wie der Vater richterliche und verwaltungsmäßige Aufgaben wahrnahm.[4] Jacob Grimm schrieb später einmal: „Er war ein höchst arbeitsamer, ordentlicher, liebevoller Mann; seine Stube, sein Schreibtisch und vor allem seine Schränke mit ihren sauber gehaltenen Büchern…sind mir leibhaft vor Augen.“[5]

Die juristischen Grundkenntnisse, die Jacob Grimm bei seinem Vater lernte, wandte er wenige Jahre später bereits in Praxis an, als er nach dem Tod des Vaters in seiner Eigenschaft als „männliches Familienoberhaupt“ die geschäftlichen Interessen der Tante Henriette Philippine Zimmer aus Kassel vertrat und mit Leuten verhandelte, die seiner Tante Geld schuldeten.[6]

Philipp Wilhelm Grimm war auch für Wilhelm Grimm ein liebevoller und fürsorglicher Vater. Mit Wilhelm unternahm er viele gemeinsame Spaziergänge in der Umgebung von Steinau. Wilhelm Grimm schrieb über diese Kinderzeit später einmal: „Die Gegend von Steinau hat etwas Angenehmes. Oft sind wir zusammen in den Wiesentälern und auf den Anhöhen umhergegangen.“[7] Mit großem Einfühlungsvermögen und Liebe übernahm er die elterliche Sorge auch für Wilhelm Grimm. Wilhelm Grimm schrieb später über die großfamiliäre Lebensgemeinschaft in Steinau: „Ich weiß noch die Zeit genau, wie der Vater sprach: Die Kinder werden immer größer, wir müssen eine Schüssel machen lassen, wo mehr hineingeht; da ward hernach eine neue blinkende Zinkschüssel angeschafft und ich freute mich, was da für grüne Erbsen hingehen würden.“[8]

Während der Jahre in Steinau nahm Philipp Wilhelm Grimm seine Söhne Jacob und Wilhelm gerne mit in den Hof, in den Stall und in den Hausgarten. Während sie ihm bei der Arbeit halfen, lehrte er sie Grundlagen der Botanik und Zoologie.[9] Gemäß der Familientradition erzog er Jacob und Wilhelm Grimm streng im reformierten Glauben.[9]

Philipp Wilhelm Grimm weckte in seinen Söhnen auch die Liebe zur hessischen Heimat und zum Vaterland.[10] Im Zeitalter der aufkommenden Revolutionskriege war es für ihn nicht immer leicht, die Amtsgeschäfte besonnen zu führen. Steinau, an einer Heeresstraße gelegen, wurde oft von gegnerischen Truppen durchquert. Philipp Wilhelm Grimm vermittelte seinen Söhnen auch in den Zeiten politischen Umbruchs stets ein Gefühl von persönlicher Sicherheit für die Familie.[

Vater und Tante als Erzieher
→ Siehe Hauptartikel: Juliane Charlotte Friederike Grimm

Eine kinderlose Schwester von Philipp Wilhelm Grimm, Juliane Charlotte Friederike Grimm (1735–1796), verehelichte Schlemmer, wohnte in Hanau und später in Steinau mit im Familienverband im Amtshaus. „Tante Schlemmer“ spielte gemeinsam mit dem Vater für die kindliche Erziehung von Jacob und Wilhelm eine wesentliche Rolle. Sie starb im gleichen Jahr wie ihr Bruder; bis zu ihrem Tod führte sie die Erziehung der Brüder Grimm fort und trug auch zur finanziellen Absicherung der Familie Grimm bei. Für Jacob und Wilhelm Grimm war sie eine wichtige Bezugsperson.

Nachleben
→ Siehe Hauptartikel: Henriette Philippine Zimmer

Der frühe Tod von Philipp Wilhelm Grimm traf seine Witwe Dorothea Grimm, geborene Zimmer, und ihre sechs überlebenden Kinder auch wirtschaftlich hart. Sie mussten das Amtshaus verlassen und zogen in das Huttische Spital in Steinau um. Fortan sorgte Dorotheas ältere Schwester, Henriette Philippine Zimmer (1748–1815), für eine finanzielle Absicherung der Familie Grimm und ermöglichte später insbesondere Jacob und Wilhelm Grimm deren Schulausbildung und Studium. „Tante Zimmer“ holte die Brüder Grimm 1798, zwei Jahre nach dem Tod des Vaters, in ihre Obhut nach Kassel, um ihnen den Besuch des dortigen Lyzeums zu ermöglichen.



 
GRIMM, Philipp Wilhelm (I52624)
 
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