Strauss Genealogie


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4303 Moritz’ Eltern waren der Graf Christian I. der Streitbare von Oldenburg (um 1123–1167) und dessen Frau Kunigunde, die vermutlich dem Haus Versfleht stammte. Er war noch unmündig, als sein Vater starb und Heinrich der Löwe Oldenburg unter seine Herrschaft zog. Von diesem wurde Moritz noch 1167 verjagt und diente dann jahrelang dem Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg, der 1178 einen erfolglosen Restitutionsversuch unternahm. Heinrich zwang ihn zudem, Rietberg an das Haus von Cuyk abzugeben. 1180 und 1181 beteiligte sich Moritz am Reichskrieg gegen Heinrich den Löwen und erhielt schließlich von Kaiser Friedrich I. Barbarossa seine Herrschaftsrechte zurück. Wie lange Oldenburg in der Folge tatsächlich noch welfisch mitbeherrscht wurde, ist nicht eindeutig geklärt, Vermutungen gehen von 1218 (Tod Kaiser Ottos IV.) oder sogar 1227 aus.

Wegen Besitz- und Lehensfragen stand Moritz gegen die von seinem Onkel Heinrich I. begründete Wildeshausener Linie des Oldenburger Grafenhauses und die Erzbischöfe von Bremen, wurde zeitweise gebannt und musste erzbischöflicher Vasall bleiben. Sein Name findet sich um 1200 mehrfach in den Zeugenreihen erzbischöflicher Urkunden.

Um Erbteilungen zu vermeiden, wurde sein Bruder Christian der Kreuzfahrer, möglicherweise auf Anstiften von Moritz, ermordet. Die Rasteder Chronik deutet zumindest eine Mitwisserschaft an. Die als Mörder entlarvten Ritter von Hatten, Döhlen und Sannum wurden laut derselben Quelle hingerichtet, sofern sie sich nicht durch Flucht der Verfolgung entziehen konnten. In Bergedorf (Kirchspiel Ganderkesee), an dem Ort, wo sein vom Kreuzzug aus dem Heiligen Land heimkehrender Bruder ermordet worden war, stiftete Moritz gemeinsam mit seiner Mutter Kunigunde zwischen 1192 und 1198 ein Kloster. Das zunächst mit einem Nonnenkonvent aus Bremen, wenig später mit Zisterziensern aus Marienthal bei Helmstedt besetzte Kloster gedieh allerdings nicht und wurde 1232 in Hude neu gegründet.

1198 unterstützte Moritz die Welfen im deutschen Thronkrieg und zeitweise Holstein gegen Dänemark. Durch Burgbauten provozierte er erste Rebellionen in Östringen und Rüstringen. 
(OLDENBURG), Moritz I. (I52339)
 
4304 Morphia war die Tochter des armenischen Adligen Gabriel (armenisch Khoril) von Melitene. Obwohl sie Armenier waren, praktizierte die Familie den griechisch-orthodoxen Glauben. Melitene (heute Malatya) grenzte an die Grafschaft Edessa, und bald wurde Gabriel ein Vasall dieses Landes. Der zukünftige König von Jerusalem, Balduin II., war nach 1100 auch Graf von Edessa und festigte seine Position im Land durch die Heirat mit Morphia um etwa 1101. Morphia bekam von ihrem Vater, der sehr reich war, eine Mitgift in Höhe von 50.000 Goldmünzen. Balduin und Morphia hatten vier Töchter: Melisende, Alice, Hodierna und Ioveta.

Als Balduin 1118 König von Jerusalem wurde, blieben Morphia und die Kinder in Edessa. Nachdem die Muslime bei der Schlacht von Ager Sanguinis 1119 gesiegt hatten, kehrte Balduin in den Norden zurück, um sich ihnen entgegenzustellen. Nachdem er seine Ländereien gesichert hatte, bezog er Jerusalem 1120 mit seiner Familie und Morphia wurde gekrönt.

Balduin wurde am 18. April 1123 während einer Patrouille an Edessas Grenzen gefangen genommen. Morphia kehrte in den Norden zurück und sicherte im Juni 1124 seine Freilassung, indem sie ihre Tochter, die vierjährige Ioveta, als Geisel anbot. Ioveta wurde 1125 gegen Kaution freigelassen.

Nach dem Melisende-Psalter starb Morphia am 1. Oktober, das Jahr ist jedoch unbekannt. Es war entweder 1126 oder 1127, wobei 1126 wahrscheinlicher ist. Ohne einen männlichen Erben war Balduin II. gezwungen, seine älteste Tochter Melisende als Erbin einzusetzen, und verheiratete sie mit Fulko V. von Anjou. Auch zwei andere seiner Töchter heirateten einflussreiche Adelige der Kreuzzüge: Alice heiratete Bohemund II. von Antiochia und Hodernia Raimund von Tripolis. Ioveta wurde Nonne in Bethanien.

Morphia ist möglicherweise teilweise für den griechischen und armenischen Einfluss auf das Lateinische Königreich verantwortlich. Die Kunst des Königreiches, wie der Melisende-Psalter, zeigen oft eine Mischung aus westlichen und östlichen Stilen, genauso wie die Kreuzfahrer auch begannen, östliche Elemente in ihre Kultur aufzunehmen. Morphia wurde in der Abtei zu St. Maria Josaphat, im Tal von Josaphat außerhalb von Jerusalem, begraben,[1] die angebliche Grablege der Jungfrau Maria, wo später auch ihre Tochter Melisende ihre letzte Ruhestätte finden sollte.[2]  
VON MELITENE, Morphia (I36456)
 
4305 Motzfeldts Eltern waren der Staatsrat Peter Motzfeldt (1777–1854) und dessen Frau Ernesta Birgitte Margrethe Stenersen (1789–1848).

Am 14. August 1860 heiratete er Hedvig Susanne Amalie Rosenvinge (* 24. Juni 1840; † 21. März 1903), die Tochter des Gutsbesitzers Eiler Schøller Rosenvinge (1813–1849) und seiner Frau Thale Abel Kjerstine Motzfeldt (1814–1847), seiner Kusine. Er war der Bruder von Ulrik Anton Motzfeldt (1807–1865) und Vetter seines Schwagers Christian Birch-Reichenwald (1814–91).

Beruflicher Werdegang
Motzfeldt wurde 1826 Seekadett in Frederikshavn und 1832 Seeoffizier. Bis 1841 war er Unterleutnant[1] in der Marine, dann Oberleutnant, bis er 1852 die Marine verließ. Als Offizier war er für die Ausrüstung der Kriegsschiffe an der Hauptwerft der Marine zuständig. 1852 wurde er im Innendepartement[2] „Expeditionssekretär“.[3] Ein Jahr später verließ er das Amt, um als Stortingsabgeordneter wählbar zu werden. 1854 wurde er auf Empfehlung Anton Martin Schweigaards für Christiania in das Storting gewählt. Er repräsentierte Christiania 1854, 1857, im außerordentlichen Storting von 1858 und 1859–1860. 1857–1860 war er auch Generalpostdirektor, der einzige, der dieses Amt innehatte. Johan Sverdrup versuchte vergeblich, die Wahl zum Storting für ungültig erklären zu lassen, weil das Amt des Generalpostdirektors nicht regierungsunabhängig sei.[4]

Seine bedeutendste Leistung war die Regelung der Fischereiinteressen in Nordnorwegen in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. Dort waren die Fischer von den Eigentümern der Fischereiplätzen[5] abhängig, so dass sie fast zu Leibeigenen geworden waren. Motzfeldt trat für die Freiheit des Meeres und des Fischfangs ein. Er brachte einen entsprechenden Antrag ins Storting ein und ließ sich für 1858 und 1859 als Direktor der Fischereiaufsicht einsetzen, als das Gesetz verkündet war.

Mit 46 Jahren zog Motzfeldt nach Rødøy und heiratete die 26 Jahre jüngere Verwandte. 1860 zog er nach Stockholm, wo er zum norwegischen Staatsrat ernannt wurde. Motzfeld kam zusammen mit seinem Vetter und Schwager Birch-Reichenwald in die Regierung. Diese beiden spielten eine entscheidende Rolle im Statthalterstreit. In diesem Streit ging es darum, das Amt des Statthalters in Norwegen abzuschaffen, um die Gleichstellung Norwegens mit Schweden in der norwegisch-schwedischen Union herzustellen. Das Storting hatte im Vertrauen auf eine entsprechende Zusage König Karls bei seiner Thronbesteigung einstimmig den Abschaffungsbeschluss gefasst. Der König konnte aber seine Zusage wegen der Proteste im schwedischen Reichstag nicht einlösen. Darauf verabschiedete die Regierung eine von Christian Birch-Reichenwald im Wesentlichen formulierte Protestnote, die Präsident Georg Sibbern in dieser scharfen Form dem König nicht vortragen wollte. Es kam zur Regierungskrise und -umbildung. Der neue Chef der Regierung Frederik Stang hatte eine Abschwächung durchgesetzt. Der König war gleichwohl empört. Christian Birch-Reichenwald, Ketil Motzfeldt und der Erste Staatsrat Hans Christian Petersen mussten zurücktreten. Der König setzte eine Übergangsregierung unter Sibbern ein. Die Folge war eine unversöhnliche Gegnerschaft innerhalb der Konservativen zwischen Birch-Reichenwald und Ketil Motzfeldt auf der einen Seite und Frederik Stang und Sibbern auf der anderen. Die allgemeine Meinung war, dass Hofintrigen, des Königs Wankelmütigkeit und die Arroganz der Schweden es Motzfeld mit seinem ausgeprägten Nationalgefühl unmöglich machten, Ratgeber des Königs in der Regierung zu sein. Die Gegnerschaft führte zu einer Spaltung der Konservativen.

Motzfeld zog sich vorübergehend aus der Politik nach seinem Hof Vestmanrød in Borre, heute Ortsteil von Horten zurück. 1870–1885 war er zum Stortingsdelegierten für Jarlsberg (heute Teil von Tønsberg) und Laurvig gewählt. Diese Funktion hatte er von 1870 bis 1885 inne. Er schloss sich den Abgeordneten an, die später die rechte Partei Høyre gründeten, lehnte aber selbst das Parteiwesen in der Demokratie ab.

Als zum zweiten Mal ins Storting entsandt wurde, war dies zum großen Teil der Unterstützung von außen zu verdanken, zum Beispiel von Bjørnstjerne Bjørnson. Im letzten Jahr seiner Abgeordnetentätigkeit 1858 hielt sich Motzfeldt zurück und war relativ loyal gegenüber den Konservativen. In den letzten Lebensjahren befasste er sich dann mit der Herausgabe der Erinnerungen seines Vaters Peter Motzfeldt Breve og optegnelser (1888). Die etwas gekürzten Dagbøger 1854-89, die 1908 von seinem Neffen Ernst Motzfeldt herausgegeben wurden, sind eine wichtige zeitgeschichtliche Quelle.

Würdigung
Ketil Motzfeldt war Individualist und verursachte die Spaltung der Konservativen. Er war nicht in der Lage, für Ausgleich zu sorgen und die Flügels zusammenzuführen. Sein größtes Verdienst war die Neuregelung der Fischereirechte in Nordnorwegen. Er war ein kundiger und erfolgreicher Vertreter für Jarlsberg und Laurvik. Aber in Christiania war er inmitten der Juristen ohne Rückhalt. Lange unverheiratet und in einer kleinen Mietwohnung war er politisch isoliert. Auch waren ihm Parteibildungen zuwider, und er verachtete den Parlamentarismus. Obgleich er keineswegs schwedenfeindlich war, so fürchtete er doch dauernd, dass Norwegen vom stärkeren Nachbarn einverleibt würde. Sein familiärer Hintergrund war mehr dänisch-norwegisch geprägt.

Ehrungen
1857 erhielt Motzfeldt den St. Olavs-Orden und 1860 dessen Kommandeurskreuz. Er war auch Kommandeur des schwedischen Nordstjärneordens und Ritter des Dannebrogordens. 
MOTZFELD, Ketil Johnsen Melsted (I58033)
 
4306 Mstislaw Wladimirowitsch (* um 983; † 1034/36) war Fürst von Tmutarakan (um 988–1034/36) und Tschernigow (1024–1034/36).

Mstislaw war ein Sohn von Wladimir dem Großen. Seine Mutter war wahrscheinlich Tschechin. Das Geburtsjahr ist unbekannt, wahrscheinlich um 983. Um 988 wurde er als Fürst von Tmutarakan von seinem Vater eingesetzt.

1024 griff er Kiew an, konnte es aber nicht erobern. Er machte sich die Gebiete östlich des Dnepr untertan und errichtete seinen Sitz in Tschernigow. Seinen Bruder Jaroslaw der Weise von Kiew besiegte er in der Schlacht bei Sern und regierte danach als unabhängiger Fürst von Tschernigow und Tmutarakan. Zwischen 1034 und 1036 starb er auf der Jagd. Sein Fürstentum fiel an Jaroslaw den Weisen. 
SWJATOSLAWITSCH, Mstislaw (I39695)
 
4307 Müllensiefen wuchs auf als Sohn des Landrats von Iserlohn und Fabrikanten Peter Eberhard Müllensiefen (1766–1847) und der Wilhelmina Franziska Lina Luisa (Minna) geb. Riedel (1777–1814). Er war das jüngste von sieben Kindern, die Mutter starb frühzeitig. Seine Brüder waren Gustav Müllensiefen (1799–1874) und Theodor Müllensiefen (1802–1879)[1].

Er studierte Theologie in Halle (Saale), danach war er Hauslehrer bei General Heinrich von Diest. Ab 1836 war er 16 Jahre lang Pfarrer in Köthen (Märkisch Buchholz). 1852 wurde er als Archidiakon an St. Marien zu Berlin berufen[2], wo er bis 1885 tätig war.

Julius Müllensiefen ist nach Aussagen von Zeitzeugen ein außergewöhnlicher Seelsorger gewesen: „Sein besonderes Charisma war die Seelsorge, die er in persönlichem Verkehr ebenso wie in einer vielseitigen Korrespondenz mit Menschen verschiedener Gegenden übte. Seelsorgerlichen Charakter trugen auch seine Predigten, von denen umfangreiche Sammlungen im Druck erschienen sind. Während die ersten Wahlen für eine Gemeindevertretung in Berlin die Gräben zwischen den Parteien vertieften, vollzogen sie sich in der Mariengemeinde ohne schroffe Gegensätze.“[3] Er galt als „Seelenkenner ersten Ranges, und der Besitz dieser praktischen Psychologie war auch ein Geheimnis seines Erfolges, Seelen dem Herrn zu gewinnen, um dessen Besitz ihn viele Geistliche mit Recht beneidet haben“.[4]

Aufgrund seines Talents als Seelsorger war Müllensiefen eine wichtige Persönlichkeit für verschiedene Menschen in seinem Umfeld: Er war Vertrauter, Berater und Beichtvater von Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, als Ehefrau Wilhelms I. von 1871 bis 1888 die erste deutsche Kaiserin.

Auch Theodor Fontane schätzte Müllensiefen. Trotz skeptischer Distanz zum christlichen Dogma und einer überwiegend kritischen Haltung zur Amtskirche hatte Fontane große Hochachtung vor einzelnen Geistlichen, die ihn als Mensch und Persönlichkeit beeindruckten. Zu diesen zählte, neben Carl Büchsel[5], auch Julius Müllensiefen. In seinen Jugenderinnerungen Von Zwanzig bis Dreißig erwähnt ihn Fontane als „der von mir hochverehrte Pastor Müllensiefen, der mir immer als das Ideal eines evangelischen Geistlichen erschienen ist“;[6] und im Briefwechsel mit Georg Friedlaender schreibt er: „Nur ganz wenigen ist es gegeben – ich habe nur einen gekannt: Müllensiefen – einem den Himmel aufzuschließen“.[7] In den Vorarbeiten zu der nicht ausgeführten Novelle Storch von Adebar skizziert Fontane einen im Roman auftretenden Geistlichen als „eine Mischung von Büchsel und Müllensiefen“ und schreibt ihm die Eigenschaften „humoristisch, milde, versöhnend, suaviter in modo“ zu.[8][9]
„Der Glaube verleiht dem Menschen einen bleibenden Inhalt, er verleiht der Sehnsucht eine volle Befriedigung, dem Streben die Richtung auf ein Ziel; er ist es, der die feindlichen Gegensätze versöhnt, das Dunkel lichtet und alle schneidenden Mißklänge trostloser Menschengeschicke in einer höheren Harmonie ausklingen läßt.“

– Julius Müllensiefen[10] 
MÜLLENSIEFEN, Julius (I58831)
 
4308 Müller, U&H_Mail 4.6.2011: Von Karl Schmidt zu Karl dem Großen;.  VON ARAGON, König König Peter III. (I15390)
 
4309 Munia war die älteste Tochter von Sancho García, Graf von Kastilien und seiner Gattin Urraca. Sie heiratete Sancho III. den Großen, König von Navarra. Im Jahr 1024 nahm sie den Namen Mayor an. Nach der Ermordung ihres Bruders García Sánchez, des Grafen von Kastilien, folgte sie 1029 in Kastilien. Ihr Gatte Sancho besetzte die Grafschaft Kastilien und die angrenzenden Gebiete um Cea und Pisuerga in León. Nach dem Tode Sanchos wurde sein Besitz geteilt, der älteste illegitime Sohn Ramiro wurde König von Aragón. Von Munias überlebenden Söhnen erhielt García Navarra, Ferdinand Kastilien, das Königreich wurde und Gonzalo das neu geschaffene Königreich Sobrarbe-Ribagorza. Nach dem Tod ihres Gatten zog sich Munia ins Kloster zurück. Letztmals erwähnt wurde sie am 13. Juni 1066 in einer Urkunde, in der sie ein Begräbnis im von ihr gegründeten Kloster San Martín de Frómista wünschte. MAYOR DE LUTRY, Munia (I39191)
 
4310 Münster, auch Mönster oder Monster, ist ein altes hochfreies westfälisches Adelsgeschlecht. Die von bzw. zu Münster gehören zu den ältesten noch blühenden deutschen Adelsfamilien.

Keine Stammesverwandtschaft besteht zu dem gleichnamigen fränkischen reichsritterschaftlichen Adelsgeschlecht von Münster, das auch ein anderes Wappen führt, in Blau ein offener von Rot und Silber über Eck geteilter Flug, sowie einer weiteren westfälischen Adelsfamilie von Münster, deren Wappen zwei blaue Balken auf silbernem Feld zeigt. Das gelegentlich auch Blaue Münster genannte Geschlecht erlosch um 1820 in Litauen. Ebenfalls besteht keine Verwandtschaft zu der briefadeligen Familie Münster, die mit Christoph Münsterer, kaiserlicher Offizier, am 12. März 1660 in den Reichsadelsstand erhoben wurde.

Herkunft

Der Name leitet sich wahrscheinlich vom in Münster gelegenen Brockhof und dem damit verbundenen Schultheißamt ab, der zum münsterischen Domkapitel gehörte und dessen Ursprung in spät karolingischer Zeit angenommen wird. Als frühe Leitnamen wurden Hermann und Rolof an Angehörige der Familie vergeben. Wahrscheinlich bestand eine Stammesverwandtschaft mit denen von Bevern, von Steinfurt und den Edelherren von Meinhövel (die ein ähnliches Wappen führen) und weiteren westfälischen Dynastengeschlechtern.[1], z. B. mit den Deckenbrock /Droste zu Hülshoff.

Nach Kneschke werden bereits im 10. Jahrhundert die von Münster als angesehene Ritter genannt. In älterer Literatur wird als Stammvater der vermutete Erbauer von Burg Meinhövel unweit von Nordkirchen, Hermann I., Sohn von Ethelhard und Bruder von Albion, genannt. Er soll als Heerführer der Sachsen gegen Karl den Großen 789 bei Harstatt gefallen und mit Asta, der Schwester des norwegischen Königs, verheiratet gewesen sein.[2]

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht im Jahr 1170 mit Ernestus de Monasterio.[3]

Die Stammgüter lagen in Westfalen, vor allem im Hochstift Münster. Im Familienbesitz waren neben Lehn- auch Allodialgüter. Die Bischofskirche zu Münster wurde auf den Besitzungen des Geschlechts errichtet, weshalb sie auch bis 1268 das Patronatsrecht ausübten. Im selben Jahr mussten sie nach langen Streitigkeiten dieses Recht an das Bistum Münster für 800 Mark abtreten.[2] Frühe Lehnsverhältnisse bestanden auch zur Abtei Werden. Mitglieder der Familie zählten zu den Förderern des 1142 gegründeten Klosters St. Martin und Georg in Hohenholte und traten als Ministeriale, Burgmannen und Drosten der Bischöfe von Münster, Osnabrück und der Grafen von Bentheim auf. 
VON MÜNSTER, N. (I37412)
 
4311 Murgschifferschaft
Die Murgschifferschaft ist eine seit dem späten Mittelalter bestehende Holzhandelsgesellschaft im Nordschwarzwald auf genossenschaftlicher Basis. Sie hat ihren Sitz in Forbach (ursprünglich in Gernsbach) und bewirtschaftet Wälder im Einzugsbereich der oberen Murg. Ihre erste überlieferte Ordnung stammt aus dem Jahr 1488. Der Namensbestandteil Schiffer verweist auf die ehemals wichtigste Transportart des Holzes, die Flößerei.
Aufgrund des Bestrebens der Obrigkeit, ihren Einfluss auf das Wirtschaftsleben auszuweiten, wurde ab Mitte des 16. Jahrhunderts die Murgschifferschaft nicht mehr durch vier, sondern nur noch durch einen einzigen Hauptschiffer vertreten. Von 1587 bis zu seinem Tod 1615 hatte Jakob Kast dieses Amt inne. Er übte über Jahrzehnte ein staatliches Handelsmonopol aus, den Reingewinn teilte er zur Hälfte mit den Markgrafen. Er ließ bis nach Holland flößen. Die Erlöse aus diesem Geschäft machten ihn sehr reich. Seine Zeitgenossen warfen ihm vor, er würde die anderen Murgschiffer ausbeuten. Durch Kreditgeschäfte vermehrte er sein Vermögen weiter, er hinterließ ca. 500.000 Gulden. Sein ältester Sohn Johann Jakob Kast ließ das Alte Rathaus 1617-18 in Gernsbach bauen, sein zweitältester Sohn Philip Kast wurde Jakobs Nachfolger als Hauptschiffer. In seiner Amtszeit beschlossen die Murgschiffer 1626 eine neue Schifferordnung, die unter anderem Lohnerhöhungen für die Waldarbeiter mit sich brachte.  
WEYLER, Hans Bechthold (I1141)
 
4312 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55956)
 
4313 Müßnershütten (auch Müsnershütten oder Müsenershütten) war eine von sieben Hüttensiedlungen Weidenaus und später Teil dieser Gemeinde im nördlichen Siegener Stadtgebiet im Kreis Siegen.

1444 wurden eine Hütte und ein Hammer in Müßnershütten erstmals erwähnt. Im Jahr 1518 wurde ein Hans Spiess vom Grafen von Nassau mit dem halben Hammer zu Müsenershütten erblich belehnt.

Müßnershütten ist überwiegend evangelisch geprägt, zwischen 1711 und 1743 jedoch katholisch.[1] Zum 1. Dezember 1885 hatte Müßnershütten 493 Einwohner. Durch „Allerhöchsten Erlaß“ des deutschen Kaisers Wilhelm II. wurde 1888 festgelegt, „daß die die Gemeinde Weidenau, im Kreis Siegen, bildenden Ortstheile Haardt, Fickenhütten, Schneppenkauten, Münkershütten, Müßnershütten, Meinhardt und Weidenau unter Wegfall der bisherigen Bezeichnung für die einzelnen Ortstheile fortan einheitlich den Namen ‘Weidenau’ führen“ sollten. 
N., N. (I37443)
 
4314 Muss am 23. Januar 1343 zu Zofingen in Anwesenheit des Abtes von St. Urban, Nikolaus Bischof, als Witwe aus Geldnot die Güter in Madiswil und Ried (vermutlich Buttenried) dem Kloster St. Urban um stolze 276 Pfund alter Pfennige Solothurner Währung veräussern; die Güter in Madiswil umfassen 6 ½Schupposen, einen Acker, eine Hofstatt und eine Matte; Zeugen sind für ihre beiden Söhne Johann I.und Walter IV. von Grünenbergderen Vetter Ulrich VI. Schnabel von Grünenbergund für sie selber ihr Vater Johann von Sumiswald( Jufer1994: 156; Plüss1900: 60).
Quellen: Käser 1855: 192. 
VON SUMISWALD, Katharina (I25954)
 
4315 Mutter evtl Billa von Asbeck? VON LANGEN, Gräfin Gräfin Gertrud (I1356)
 
4316 Mutter von David, Michael, Andreas, Johannes GLINZ, Kleophea (I23987)
 
4317 Mutter von Heinrich
Alteingesessenes Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen. Auch Schalgk oder Schalk geschrieben. Die Fam. wird 1475 erstmals erwähnt mit Heinrich, der das Haus zur Kleinen Kante am Fronwagplatz kaufte. 1498 erwarb Hans Schalgk der Jüngere einen Hof und eine Scheune in der oberen Neustadt. 1507 wird Ulrich Schalgk und 1525-30 Hans Schalgk als Ratsherr genannt. Die verwandtschaftl. Beziehungen zu den späteren S. der Stadt Schaffhausen lassen sich nicht belegen. Es können drei Stämme unterschieden werden, die auf Beat, Hans und Ulrich zurückgehen, die alle drei im 16. Jh. lebten. Einige S. bekleideten städt. Ämter. So findet man in der Zunft der Schmiede zwischen 1520 und 1730 elf S. als Zunftmeister, ferner waren Vertreter der Fam. Landvögte. Matthäus (->) und Christoph (->) wurden Bürgermeister. Im 19. Jh. stellte die Fam. mit Franz Adolf (->) einen Nationalrat. Versch. Familienmitglieder zeichneten sich als Militärpersonen aus, wissenschaftl. und künstler. Berufe wurden oft ergriffen. Neben einigen Theologen, so Dekan Johann Georg (->) und Pfarrer Johann Jakob (1797-1837), stellte die Fam. auch Mediziner, Apotheker, Lehrer und Rechtsgelehrte. Als Wissenschaftler am bekanntesten wurde der Geologe Ferdinand (->). Im Kunstgewerbe werden Baumeister, Techniker, Kunstmaler (so Johann Jakob ->), Kupferstecher, Porzellan- und Glasmaler, Wachskünstler (Johann Heinrich ->), Zeichner, Gold- und Silberschmiede (Goldschmied Hans Georg, 1700-84) genannt. Tobias (1661-1738) begründete eine Glocken- und Stückgiesserfamilie, die sieben weitere Glocken- und Stückgiesser hervorbrachte. Der Glockengiesser Andreas (1692-1776), der 1716 die Kanonengiesserei Woolwich in England aufbaute und sie bis 1776 leitete, war allerdings kein Nachkomme von Tobias. 
N., N. (I23012)
 
4318 Mutter von Louis Steingraber;
Wilhelm Steingraber;
Samuel Steingraber;
Sigmund, Ritter von Steingraber;
Katharina Ohrnheim;
und Simon Steingraber der Anna " Channa" Henking heiratet; 
STEINGRABER, Amalie (I1608)
 
4319 N. führte mit seinem Bruder Hartmann, Propst in Solothurn und Basel, das Geschlecht zu hohem Ansehen: 1312 begleitete er Kg. Heinrich VII. nach Rom und erhielt als Pfand Rheinfelden, 1330 scheint ihm Papst Johannes XXII. eine Goldene Rose geschenkt zu haben, 1333 beteiligte er sich am bern.-habsburg. Landfrieden, 1337 nannte ihn Kg. Edward III. von England einen Blutsverwandten. Gleichzeitig erwarb N. u.a. Güter des verwandten Gf. Imer von Strassberg (1317 bzw. 1327 Büren) und 1314 Alt-Falkenstein. Trotz seiner Nähe zu Bern schloss sich N. der gegner. Koalition an und fand in der Schlacht von Laupen den Tod.


Literatur
– P. Aeschbacher, Die Gf. von N. und ihre Erben, 1924, 94-151

Autorin/Autor: Peter Niederhäuser 
(VON NEUENBURG) NIDAU, Rudolf III. (I3234)
 
4320 nach 1200, nach 1281, ​vielleicht in der ehem. Kirche Rüeggeringen (Gem. Rothenburg). Sohn des Frh. Arnold II. von Rotenburg-W. und der Adelheid. Erbe der Herrschaft W.-Wiggern samt der dortigen äusseren Burg. Im Konflikt zwischen Kaiser und Papst neigte W. zuerst dem Papst zu, nahm dann aber eine neutrale Haltung ein. Wohl deshalb ernannte ihn Ks. Friedrich II. gegen 1249 zum Reichsprokurator im burgundischen Rektorat sowie über die Städte Bern, Murten, Solothurn, Basel, Rheinfelden, Zürich und Schaffhausen. Im Interregnum schloss sich W. Gf. Rudolf von Habsburg an, der 1273 dt. König wurde. Dieser machte W. 1274/75 zum Vizelandgraf bzw. zum Richter im Aargau und im Zürichgau. Letztmals erwähnt wird W. 1281 in Rechtsgeschäften seines Schwiegersohns Hartmann von Frohburg. VON WOLHUSEN, Marquart (I36099)
 
4321 nach 1460, 12.2.1527 Basel, ​Basler Münster. Sohn des Walter (->). Neffe des Hans (->), Cousin des Hartmann III. (->). 1476 Wartner, 1484 Domherr, 1504-10 Dompropst von Basel, 1510 durch Tausch der Propstei Domkustos. 1500-27 Propst von Saint-Ursanne. Im Jan. 1527 vom Domkapitel zum Koadjutor von Christoph von Utenheim bestimmt. H. starb, bevor er sein Amt antreten konnte.

Johann Rudolf von Hallwyl (* nach 1460; † 12. Februar 1527 in Basel) aus dem Aargauer Adelsgeschlecht Hallwyl gehörte von 1484 bis zu seinem Tode dem Basler Domkapitel an, dem er 1504–1510 als Dompropst vorstand. 1510 vertauschte er dieses Amt mit dem des Domkustos. 1500–1527 war er zudem Propst des Chorherrenstifts Saint-Ursanne. Im Januar 1527 bestimmte ihn das Basler Domkapitel als Koadjutor des Bischofs Christoph von Utenheim (* um 1450; † 16. März 1527 in Pruntrut)doch starb er, bevor er in sein neues Amt eingesetzt wurde. 
VON HALLWIL, Johann Rudolf (I31998)
 
4322 nach 1482 Basel, 6.6.1548 Basel, ab 1529 ref., von Basel. Sohn des Niclaus, Ratsschreibers. Bruder des Bernhard (->). ​1) Catharina Hütschi, Tochter des Melchior, Zunftmeisters, 2) Margret Trutmann, Tochter des Hans, Oberstzunftmeisters, 3) Catharina Bischoff, Tochter des Andres, Ratsherrn. M. war gelernter Tuchhändler und von Ks. Ferdinand I. erblich geadelter Junker. Er amtierte ab 1518 als Stadtwechsler, was sein bedeutendes Vermögen noch vergrösserte. 1504 trat er in die Herrenzünfte Safran und Schlüssel sowie in die Webernzunft ein. Seine polit. Karriere begann M. 1511 als Safran-Zunftvorstand. Ab 1509 Gerichtsherr, wurde er 1514 Ratsherr und bekleidete bis 1548 die Ämter eines Siebners (Finanzen), Neuners (Kriegsausschuss), Fünfers (Gericht), Dreiers (oberste Finanzaufsicht), des Bau- und Kaufhausherrn, eines Ehebruchherrn (Ratsvertreter im Ehegericht) und eines Appellationsherrn (zweite und höchste Gerichtsinstanz). Ausserdem versah er das Pflegamt des Klostergutes Steinen. Ab 1518 lenkte er die Basler Politik als Dreizehner. 1522 wurde er zum Bürgermeister gewählt, was er bis zu seinem Tod blieb. 1524-46 hatte er die militär. Ämter des Zeug- und des Bannerherrn im Rang eines Hauptmanns inne. M. war einer der bedeutendsten Basler Diplomaten der Reformationszeit, sowohl wegen seiner Gesandtschaften in die Eidgenossenschaft als auch an den Oberrhein. Als Führer der Mittelpartei zwischen den konfessionspolit. Positionen Basels der 1520er Jahre machte sich M. innenpolitisch unentbehrlich. Als erster nicht vom Bischof eingesetzter, sondern vom Rat gewählter Bürgermeister des Basler Zunftregiments wurde er einer der mächtigsten Politiker Basels seiner Zeit. MEYER, Adelbert (I19182)
 
4323 nach 1491, 1566 Twann, ref., von Biel, ab 1511 von Freiburg und ab 1548 von Bern. Sohn des Stefan und der Gabellina Guarri oder Gabrielina Carelli aus dem Piemont (oder von Freiburg). ​1) 1515 Anna May, Tochter des Glado May, 2) Adelheid Jöuwli (Schneuwly?). 1503 an der Univ. Tübingen immatrikuliert, 1505 an der Univ. Basel. 1518-20 Mitglied des Bieler Gr. Rats, 1520-48 des Kl. Rats, 1523-25 und 1541-48 Venner, 1525 Tagsatzungsgesandter, 1529 Burgermeister von Biel. W. siedelte 1548 nach Bern über, wurde Burger und war 1560-66 Mitglied des Berner Gr. Rats. Danach kehrte er nach Biel zurück. W. förderte die Reformation und stiftete 1559 den Unterhalt für einen dt. Schulmeister in Biel. WYTTENBACH, Niklaus (I32966)
 
4324 Nach 719 wurde er Bischof von Lisieux, Bischof von Avranches, Abt von Fontenelle, Abt von Saint-Denis, nach 720 wurde er Erzbischof von Rouen und leitete gleichzeitig Diözesen von Paris und Bayeux, sowie die Abteien Fontenelle und Jumièges.

Im Jahr 715 wird er neben seinen Geschwistern, seinem älteren Bruder, dem dux Arnulf († nach 723), und den beiden jüngeren, Pippin und Gottfried, als sacerdos, Priester, bezeugt. Wenig später ist er Abt von Jumièges am Unterlauf der Seine, und schließlich nach 719 Bischof von Paris, Bischof von Rouen und Bischof von Bayeux.

Hugo ist im Zusammenspiel der Machtübernahme der Arnulfinger (der späteren Karolinger) im Frankenreich derjenige, der die kirchliche Seite abdeckt.

Er starb am 9. April 730 in der Abtei zu Jumièges mit etwa 40 Jahren als Abt von Jumièges in Jumièges und wurde dort auch beigesetzt. 
VON FRANKEN, Hugo (I24336)
 
4325 Nach Adalberts II. Tod bemühte sich Dietrich, Herzog von Oberlothringen, seinen noch unmündigen Sohn Adalbert auf den Bischofssitz von Metz zu bringen. Die Vormundschaft wurde Dietrich, dem Sohn des Grafen Siegfried von Luxemburg, einem nahen Verwandten, übertragen. Kaum war Dietrich in Metz eingetroffen, da verjagte er den jungen Adalbert und bemächtigte sich des bischöflichen Stuhles.

Dietrichs Bruder Heinrich, Graf von Luxemburg, war 1004 vom König Heinrich mit dem Herzogtum Bayern belehnt worden. Bald jedoch entstanden Mißhelligkeiten zwischen dem Kaiser und den Prinzen des Luxemburger Hauses. Diese sahen nämlich ungern, dass der Kaiser das von ihm gestiftete Bistum Bamberg mit der Mitgift seiner Gemahlin Kunigunde, ihrer Schwester, ausstatten wollte. Die Unzufriedenheit artete bald in Empörung aus. Dietrich, Bischof von Metz, sagte sich vom Kaiser los. Darauf vertrieb der Kaiser den Herzog von Bayern und zog mit einem Heer vor Metz, wo der Herzog bei seinem Bruder eine Zufluchtsstätte gefunden hatte. Trotz der dreijährigen Belagerung wurde Metz nicht genommen. Doch die ganze Moselgegend von Trier bis Metz litt hart an den Folgen dieser Streitigkeiten. Erst nach neun Jahren eines schrecklichen Krieges kam durch die Vermittlung des Erzbischofs von Köln eine Aussöhnung zustande. Graf Heinrich wurde wieder feierlich zu Bamberg in das Herzogtum Bayern eingesetzt. Der Kaiser selbst kam 1023 nach Metz und zeigte sich sehr gnädig gegen Dietrich, der als unumschränkter Gebieter sein Bistum bis zu seinem Tod mit starker Hand verwaltete.

Bischof Dietrich hat sich durch die Grundsteinlegung der Kathedrale von Metz ein großartiges Denkmal errichtet. Der Bau wurde 1014 begonnen, aber erst 1546 vollendet. Dietrich verehrte der Kathedrale eine hochgeschätzte Reliquie, den Arm des hl. Stephan, der auch zum Schutzpatron derselben erwählt wurde. Dietrich wurde 1047 in der Kathedrale beigesetzt. Sein Grabmal verschwand im Strudel der französischen Revolution. 
VON LUXEMBURG, Dietrich (I36994)
 
4326 Nach Alfons Zettler zog Bezelin von Villingen mit Otto III. in den Jahren 998 bis 1000 nach Italien. Für seine Dienste, zu denen die Gefangennahme des Gegenpapstes Johann XVI. zählen sollen, erhielt er 999 für seine Besitzungen in der Baar um Villingen Markt-, Münz- und Zollrechte.[1] VON VILLINGEN, Bezelin auch Berthold (I1640)
 
4327 Nach Christian Settipani[12] ergibt sich (z. T. ergänzt nach Charles Chawley „Medieval Lands“)folgende Stammreihe, in die auch die wichtigsten Verwandten eingefügt wurden: Phokas (* um 830; † n. 873), byzantinischer Offizier aus Kappadokien, 872 Turmarch (Kommandant einer Turme, Teil einer byzantinischen Militärprovinz), später Strategos (Militärgouverneur) des Themas der Anatoliken

Phokas (mittelgriechisch Φωκᾶς, weibliche Form: Phokaina, mittelgriechisch Φώκαινα) ist eine Familie, deren Mitglieder generell als „Phokadai“ bezeichnet werden, die gegen Ende des 9. Jahrhunderts urkundlich auftritt, verfügte über umfangreichen Landbesitz in Kappadokien, war im 10. Jahrhundert die mächtigste Adelsfamilie im Byzantinischen Reich, monopolisierte geradezu die Funktion des Domestikos ton scholon (Oberkommandierender der byzantinischen Truppen) und erreichte mit Nikephoros II. Phokas (* 912; † 969), Kaiser des Byzantinischen Reiches (963–969) den Höhepunkt ihrer Macht. Mit dessen Ableben trat ein Machtverlust ein, dem sich die Familie durch Aufstände und Ausrufung von Mitgliedern zu Gegenkaisern entgegenstemmte, der jedoch durch Enteignungen während der Herrschaft von Kaiser Basileios II. (976–1025) endgültig war. Die Familie verschwand nach 1025 aus den byzantinischen Chroniken. Ihr Prestige war jedoch so groß, dass spätere Herrscher gerne auf ihre Verwandtschaft mit den Phokadai verwiesen. Träger des Namens Phokas treten ab dem 12. Jahrhundert in Kreta und im 13. Jahrhundert im Kaiserreich Nikaia in führenden Positionen auf. Der genealogische Zusammenhang mit dem Stammhaus ist ungeklärt. Nachkommen in weiblicher Linie existieren jedoch bis heute.  
PHOKAS, Nikephoros (I24262)
 
4328 Nach dem Ableben seines Vaters fiel Rapoto III. die Pfalzgrafenwürde Bayerns zu, welche er von 1231 bis zu seinem Tode innehatte. Unter seiner Regierungszeit stand das Ortenburger Adelsgeschlecht am Gipfel seiner Macht. Nie mehr sollte es so einflussreich und mächtig sein wie zu seinen Lebzeiten. Sein alleiniger Besitz erstreckte sich von der Donau bis hinab ins Brixental in Tirol.

Der bevorzugte Sitz der Pfalzgrafschaft war Kraiburg, Hauptsitz der Grafschaft Kraiburg. Die Verwaltung seiner Rottaler Besitzungen lag in Griesbach. Diese profitierte wirtschaftlich enorm und führte zu großem Wohlstand in der Stadt.

Zwischen 1234 und 1236 zog er zusammen mit seinem Onkel Graf Heinrich I. von Ortenburg und Herzog Otto II. von Bayern gegen Herzog Friedrich II. von Österreich in den Krieg. Friedrich erhob nach seiner Heirat mit Agnes von Andechs Ansprüche auf Gebiete westlich des Inns, besonders auf Gebiete der bayerischen Herzöge. Der Krieg verlief mit wechselseitigem Erfolg, jedoch konnte sich keine Partei einen entscheidenden Vorteil erkämpfen. Eine Wendung gab es erst durch das Eingreifen Kaiser Friedrichs II. Der Kaiser verhängte die Reichsacht über den österreichischen Herzog, da dieser auf Seiten des abtrünnigen Kaisersohnes kämpfte. Die Ausführung der Reichsacht übertrug der Kaiser Herzog Otto von Bayern und Herzog Bernhard von Kärnten. 1237 zogen die beiden Herzöge, zusammen mit dem Kaiser, mit einer gewaltigen Heeresmacht nach Österreich. Darunter Rapoto III. und sein Onkel Graf Heinrich. Wien wurde Anfang des Jahres 1237 von den kaiserlichen Truppen eingenommen, nachdem Herzog Friedrich in seine starke Festung Wiener Neustadt geflohen war.

1239 kam es zwischen dem Bischof Siegfried von Regensburg und Rapoto zu einer blutigen Fehde. Es ging dabei um Streitigkeiten wegen der pfalzgräflichen Zollstätten an der Donau bei Burg Hilgartsberg und Vilshofen. Ein Jahr später wurde Rapoto III. von Siegfried gefangen genommen. Seine Freiheit kostete Rapoto enorme Gebiete und Einfluss, unter anderem musste er viele seiner Burgen und Gebiete in Tirol und im Ramsauer Land an den Bischof abtreten. Darunter waren auch die Besitzungen im Brixner Tal.

Im Jahre 1244 reiste Rapoto nach Salzburg, um dort mit Erzbischof Eberhard II. über seine Rechte im Chiemgau zu verhandeln, welche sein Vater Rapoto II. nach dem Tod des Grafen Bernhard von Lebenau im Jahre 1229 und dem damit verbundenen Aussterben des Spanheimer-Zweiges der Grafen von Lebenau erhalten hatte. Rapoto erhielt diese Besitzungen von Eberhard als unveräußerliches und nicht weiterzugebendes Lehen.

Mit seinem Tod im Jahre 1248 erlosch der Ortenburger Zweig der Pfalzgrafen. Rapotos Besitzungen gingen an die Familie der Werdenberger über, da er nur eine Tochter hatte. Die Besitzungen fielen später, durch Verkauf, an die bayrischen Herzöge. Für das Ortenburger Haus stellte dies einen bedeutenden Verlust dar.

In Kraiburg am Inn ist heute die Graf-Rapoto-Straße nach ihm, seinem Großvater Rapoto I. und seinem Vater benannt 
VON ORTENBURG, Rapoto III. (I1818)
 
4329 Nach dem Aussterben der Zähringer 1218 trat Egino IV. von Urach, verheiratet mit der Schwester Bertolds V., Agnes, den rechtsrheinischen Teil des Erbes an, während die zähringischen Besitzungen in der Schweiz und Burgund an seinen Schwager Ulrich von Kyburg fielen. Da schaltete sich der Stauferkönig Friedrich II ein und schmälerte die Uracher und Kyburger Erbansprüche, indem er die Reichslehen der Zähringer einzog. Neben Zürich, Rheinfelden, Bern, Breisach, Neuenburg, Solothurn, Freiburg im Üchtland und Villingen fiel auch die Stammburg Zähringen an das Reich zurück. Der zähringische Herzogtitel fiel nicht an die Grafen von Urach und so nannte sich Egino V. nach dem Tode seines Vaters Egino IV. im Jahre 1230 Egino I. (1230–1236) Graf von Freiburg.  VON URACH, Graf Graf Egino V. der Jüngere (I10312)
 
4330 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55017)
 
4331 Nach dem Ende der Nationalversammlung beteiligte Gagern sich widerwillig am preußischen Versuch, eine deutsche Einheit als Erfurter Union zu realisieren, und war 1850 Mitglied im Volkshaus des Erfurter Unionsparlaments. Danach diente er 1850/1851 als Major in der Schleswig-Holsteinischen Armee. Er blieb politisch interessiert und aktiv, übernahm aber bis in die 1860er Jahre kein Amt mehr.

Von 1862 bis 1864 amtierte Gagern im Ausschuss des Deutschen Reformvereins, einer großdeutschen Einigungsbewegung, denn zwischenzeitlich war Gagern abermals von Preußen enttäuscht worden. Von 1864 bis 1872 diente er als hessischer Gesandter in Wien und war auch wieder Abgeordneter in Hessen-Darmstadt. Die Reichsgründung durch Bismarck begrüßte er ebenso wie viele andere Abgeordnete von 1848/1849.

Familie und Kindheit
Heinrich von Gagern entstammte dem Adelsgeschlecht von Gagern und war einer von sechs Söhnen des Politikers, Diplomaten und Kulturhistorikers Hans Christoph Ernst Freiherr von Gagern. Dieser entstammte einer adligen Familie, deren Vorfahren beispielsweise für Venedig oder Frankreich in Kriegen gedient hatten. Er dachte national, konservativ und föderalistisch, war schon jung Regierungsrat im Fürstentum Nassau-Weilburg und diente später als Bundestagsgesandter. Die katholische Mutter Karoline, genannt Charlotte, war Hoffräulein in Mannheim und heiratete mit 17 Jahren ihren protestantischen Mann. Das Paar bekam zehn Kinder.[1]

Die Familie floh aus dem hessischen Weilburg mit dem Hofstaat des Fürsten Friedrich Wilhelm vor den französischen Revolutionstruppen in das preußische Verwaltungsgebiet Ansbach-Bayreuth. Zunächst wurde sie in der Eremitage bei Bayreuth untergebracht, wo 1798 die Tochter Amalie geboren wurde. Bald darauf ließ der preußische König Friedrich Wilhelm III. dem Weilburger Hof Räume im Neuen Schloss in der Innenstadt anweisen, in dessen nördlichem Querflügel Heinrich von Gagern am 20. August 1799 zur Welt kam. Am 29. August jenes Jahres wurde er nach reformiertem Bekenntnis getauft, Taufzeugen waren der Erbprinz von Weilburg und die Herzogin Henriette von Württemberg.[2][3] Ein Jahr später ging die Familie zurück nach Weilburg, wo sie erst eine Wohnung im Weilburger Schloss und dann bis 1809 in der Stadt Weilburg hatte.[4]

Von 1812 bis 1814 besuchte Heinrich von Gagern die Kadettenschule in München, die er später als nutzlos beurteilte, weil sie dem Bildungsniveau der Familie nicht entsprach. Am 2. April 1815 wurde er Unterleutnant und zog, 15-jährig, in einem nassauischen Regiment in den Krieg gegen Napoleons Herrschaft der hundert Tage. Bei Waterloo wurde er leicht am Fuß verwundet, bevor die anrückenden Preußen den Sieg brachten. Vorher und beim Einmarsch in Paris traf er seinen Vater, der Abgesandter bei den Verhandlungen war, und seine Brüder Friedrich (in der niederländischen Armee) und Karl (in der bayerischen). Diese Teilnahme an den Befreiungskriegen wurde für Heinrich von Gagern prägend; einige Autoren wie auch der Vater machten daraus eine Heldengeschichte.[5] 
VON GAGERN, Heinrich Wilhelm August (I61011)
 
4332 Nach dem frühen Tod der Mutter wuchsen die Geschwister getrennt voneinander auf. 1794 kam Gunda als 14-Jährige mit drei ihrer Schwestern – Bettina, Lulu und Meline – in das Kloster der Ursulinen nach Fritzlar. Bereits zwei Jahre später kehrte Gunda aus dem Kloster nach Frankfurt zurück. Ein Jahr später starb ihr Vater Peter Anton Brentano.

Am 17. April 1804 heiratete Gunda in Meerholz den bekannten und vermögenden Juristen Friedrich Karl von Savigny. Das Paar hatte fünf Söhne, von denen zwei früh verstarben, sowie eine Tochter. Das Kindesalter überlebten Bet(t)ina (1805–1835), Franz (1808–1852; preußischer Kammergerichtsreferendar in Berlin), Carl Friedrich (1814–1875) und Leo (1820–1886; preußischer Kammerherr).

Von Gundas Mitarbeit an den wissenschaftlichen Werken Savignys zeugen die Materialsammlungen und Abschriften im handschriftlichen Nachlass.


Kapelle des Hof Trages
Begraben ist sie mit ihrem Mann in der Kapelle des Hof Trages im hessischen Freigericht, gelegen zwischen dem Ortsteil Somborn und dem bayerischen Alzenau. 
BRENTANO, Kunigunde, ´Gunda` (I52657)
 
4333 Nach dem geschäftlichen Rückzug seines Vaters und dessen Umzug von Frankfurt am Main nach Koblenz, in die Residenzstadt des Kurfürsten von Trier, wurde er Finanzchef des Bank- und Handelshauses Brentano und leitete es gemeinsam mit seinem Halbbruder Franz Dominicus Brentano. 1808 wurde er Börsenvorsteher in Frankfurt. Von 1808 bis 1819 war er Mitglied der neu gegründeten Frankfurter Handelskammer. Auf Georgs Initiative hin konzentrierte sich das Handelshaus ab 1830 ganz auf das Bankgeschäft. Zur Unterscheidung von Franz nannte er sich Brentano-Laroche. Von 1817 bis 1821, 1823, 1828 und 1830 gehörte er dem Gesetzgebenden Körper der Freien Stadt Frankfurt an.

Brentano war verheiratet mit Maria Schröder, Tochter eines Rentmeisters aus Bergen bei Frankfurt. Seine Ehefrau starb bereits 1815 und hinterließ vier Kinder: Claudine (1804–1876); sie heiratete Georg Firnhaber von Eberstein gen. Jordis, Sophie (1806–1856). Franz (1809–1830) und Ludwig auch Louis genannt (1811–1895).

Nach dem Tod der Ehefrau unternahm er 1816 eine dreimonatige Reise nach Italien, begleitet von Ludwig Emil Grimm. Von dieser Reise, die ihn bis nach Neapel führte, sind zahlreiche Skizzen erhalten.


Brentanos Grab auf dem Frankfurter Hauptfriedhof
Sein eigentliches Lebensziel scheint die Schaffung eines Landschaftsparks gewesen zu sein. 1808 kaufte er dem preußischen Hofrat Friedrich Wilhelm Basse einen Privatgarten nebst Landhaus ab. In 40 Jahren erweiterte Georg diesen Garten in Rödelheim bei Frankfurt durch etwa 40 Zukäufe auf eine Fläche von ca. 13 Hektar. Er ließ einen griechischen Badetempel und ein künstliches Labyrinth errichten, sowie Granat-, Orangen- und andere Edelbäume pflanzen. Lange versuchte er vergebens, einem Rödelheimer Bäcker namens Petri dessen Fachwerkhaus an der Nidda abzukaufen. Erst 1819 konnte er mit viel Geld dieses später Petrihaus genannte Gebäude in seinen Besitz bringen und zu einem Refugium für sich umbauen lassen.

Seine Nachfahren verkauften das Anwesen 1926 an die Stadt Frankfurt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Landhaus zerstört und die Ruine 1957 beseitigt. Auf einem Teil entstand das Brentanobad, das größte Freiluftschwimmbad Hessens. Ein kleiner Teil (ca. 3 Hektar von ehemals 13) dient seitdem als öffentliches Naherholungsgebiet (Brentanopark). 
BRENTANO, Georg Michael Anton Josef (I52654)
 
4334 Nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders am 10. Juli 1086 in der Kirche von St. Alban in Odense folgte Olaf diesem auf dem Thron nach, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch in der Verbannung in Flandern lebte. In den Überlieferungen wird er als habgierig und ungerecht beschrieben. Seine Regierungszeit wurde von Missernten überschattet, die Bauernunruhen hervorriefen und ihm den Beinamen „Hunger“ eintrugen.

Er starb im August 1095 unter etwas mysteriösen Umständen. Anhänger seines ermordeten Vorgängers Knut IV. behaupteten, dass die Hungersnot eine Strafe Gottes sei. Olaf und seine Brüder Ubbe, Harald und Niels waren ursprünglich Alliierte gegen König Knut IV. Einige seiner Gegner verwendeten dies gegen ihn und machten den König für die Hungersnot verantwortlich. Es wird spekuliert, dass er sich selbst getötet hat.

Er war verheiratet mit Ingegerd von Norwegen, Tochter des Königs Harald III. Hardråde von Norwegen. 
(DÄNEMARK), Olaf I. (I40845)
 
4335 Nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters 524 kam der noch minderjährige Chlodoald mit seinen beiden gleichfalls minderjährigen Brüdern Theodoald und Gunthar zu Chrodechilde, seiner Großmutter. Ihre Onkel Chlothar und Childebert wollten das Erbe ihres Bruders unter sich aufteilen und erstachen deshalb Theodoald und Gunthar. Sie fürchteten offensichtlich deren berechtigten Erbanspruch auf das Teilreich des Vaters. Chlodoald aber wurde gerade noch rechtzeitig von Getreuen seines Vaters befreit, entkam und rettete sein Leben, indem er sich den Auseinandersetzungen entzog und Priester wurde.

Chlodoald rettete sein Leben durch Verzicht auf seinen Herrschaftsanspruch, der dadurch augenfällig gemacht wurde, dass er sich selbst die langen Haare, die ihn als regierungsfähigen Merowingerprinzen auswiesen, abschnitt. Er wurde später zum Gründer des dann nach ihm als Schutzpatron benannten Klosters Saint-Cloud bei Paris. 
VON FRANKEN, Heiliger Heiliger Chlodoald (I36782)
 
4336 nach dem GHdA, Grafen B, Bd. 1, S. 426 heißt ihre Mutter Marie Ruyting DE LA FONTAINE DIT. WICART, Marie (I57664)
 
4337 Nach dem Schulbesuch in Pforzheim, wo er Freundschaft mit Philipp Melanchthon schloss, studierte er ab 1510 in Köln Theologie, wurde daraufhin Lehrer in Rottweil und um 1513 in Bern, wo er 1520 auch Chorherr und Leutpriester am Münster wurde. 1521 besuchte er Ulrich Zwingli in Zürich, der sein Freund und Berater wurde und seitdem in lebhaftem Briefwechsel mit ihm stand.  HALLER, Berthold \ Berchthold (I6458)
 
4338 Nach dem Tod Chlodomers brachen seine Brüder den burgundischen Feldzug ab. Wohl um den Erbanspruch geltend zu machen, nahm Chlothar, entgegen dem Kirchenrecht, Chlodomers Witwe Guntheuca zur Frau, die drei Söhne Chlodomers kamen in die Obhut ihrer Großmutter Chrodechild, die sich ebenfalls den Erbanspruch sichern wollte. Chlothar I. nahm die Söhne unter dem Vorwand, sie zu Königen erheben zu wollen, in seine Obhut und tötete die beiden älteren, den zehnjährigen Theudoald und den siebenjährigen Gunthar, um ihre Erbansprüche auszuschalten; der jüngste, Chlodoald (Chlodowald), wurde vermöncht. Childebert I. und Clothar I. teilten, vermutlich erst im Frühjahr 532, das Erbe unter sich auf. Childebert I. erhielt Orléans, Chartres, Angers, Nantes und Bourges; Clothar I. Tours, Poitiers und den Königsschatz. An den am Kindermord unbeteiligten Theuderich I. gingen Troyes, Sens und Auxerre. VON FRANKEN, Chlodomer (I22709)
 
4339 Nach dem Tod des Erzbischofs Sewin von Sens 999 beabsichtigte Fromond einen seiner Söhne als Erzbischof zu installieren. Der Klerus des Erzbistums wählte allerdings den bisherigen Erzdiakon der Stadt, Léotheric, zum neuen Erzbischof. Als Fromond ihm den Zugang zur Stadt verwehrte, wandte sich Léotheric an Papst Silvester II., der sein ehemaliger Lehrer war, und erwirkte somit Fromonds Exkommunikation. Um diese aufzuheben, war Fromond genötigt den Erzbischof anzuerkennen. Fromond starb 1012. Er war mit einer Tochter des Grafen Rainald von Roucy aus dem Haus Roucy verheiratet. Ihre Kinder waren: (SENS), Fromond II. (I52220)
 
4340 Nach dem Tod des Königs Athanagild folgte eine monatelange königslose Zeit. Schließlich wählten Adlige in Narbonne in der westgotischen Provinz Septimanien nördlich der Pyrenäen Liuva zum König. Diese Wahl in einem entlegenen Reichsteil ist ungewöhnlich; vermutlich wurde sie nur von einem Teil des westgotischen Adels unterstützt.[1] Liuva blieb in Septimanien. Er machte 568 seinen Bruder Leovigild zum Mitregenten, überließ ihm die Herrschaft über die Iberische Halbinsel und behielt nur den kleinen Reichsteil Septimanien für sich. Nach Liuvas Tod regierte Leovigild im gesamten Westgotenreich. N., Liuca I. (I52555)
 
4341 Nach dem Tod des Königs Cunincpert im Jahr 700 wurde Ansprand Regent für dessen minderjährigen Sohn und Thronfolger Liutpert.[1] Dagegen erhob sich acht Monate nach dem Tod Cunincperts Raginpert, der Herzog von Turin, der sich gegen Ansprand in der Schlacht von Novara durchsetzen konnte. Zwar starb Raginpert bereits 701, doch wurde daraufhin dessen Sohn Aripert II. König.[2]

In der Schlacht bei Ticinum (Pavia) besiegte Aripert II. das Heer König Liutperts unter Ansprand, Ato, Tatzo, Rotharit und Farao, nahm Liutpert gefangen.[2] Ansprand floh zunächst auf die Isola Comacina, eine Insel im Comersee, wo er sich verschanzte. Als Ariperts Heer anrückte floh Ansprand über Clavenna (Chiavenna), den Splügenpass[3] und Curia (Chur) zu Theudebert[4] an den bairischen Hof.[5] Der junge Liutpert wurde 703 von Aripert als potenzieller Thronrivalen ermordet.[6] Ansprands Familie wurde verstümmelt: Seinem Sohn Sigiprand wurden die Augen ausgestochen, seiner Frau Theodora und seiner Tochter Aurona wurden Nase und Ohren abgeschnitten, lediglich Ansprands kleiner Sohn Liutprand durfte zu seinem Vater ins Exil.[7]

Der bairische Herzog Theudebert, wie die langobardischen Könige ein Agilolfinger, beherbergte Ansprand neun Jahre im Exil und unterstützte ihn nach Kräften. 712 stellte er ihm ein Heer zur Verfügung, mit dem Ansprand über die Alpen zog.[8] Bei Pavia kam es zur Schlacht mit Ariperts Heer. Diese war offenbar noch nicht entschieden, da setzte sich Aripert abends von seinem Heer ab, um die Nacht im Palast zu verbringen. Das Heer fühlte sich verraten und meuterte. Aripert floh aus Pavia und ertrank im Ticinus, den er mit Schätzen beladen durchschwimmen wollte. Ansprand konnte seine Nachfolge unangefochten antreten.[9] Er überlebte seinen Sieg über Aripert aber nur um drei Monate. In einigen Manuscripten der Origo Gentis Langobardorum wurde eine Herrschaftsdauer von drei Jahren überliefert.[10]

Nachfolger wurde sein Sohn Liutprand. 
..., Ansprand (I36755)
 
4342 nach dem Tod des Mannes übernimmt sein Bruder Dietrich die Vormundschaft über die Kinder VON NEUENBURG, Ursula (I3200)
 
4343 Nach dem Tod des Vaters (1284) erfolgte eine Erbteilung, bei der sein jüngerer Bruder Egon die Stadt Haslach im Kinzigtal erhielt und die Seitenlinie Fürstenberg-Haslach begründete.

Durch seine Heirat mit der einzigen Erbin der Herren von Wolfach, Udelhild, konnte Friedrich 1290 seine Besitztümer in das Tal der Wolf und der Kinzig ausdehnen. Die Stadt Wolfach mit der Burg Wolfach und zahlreichen Höfen im Umland blieben dann bis 1806 im Besitz der Fürstenberger.  
VON FÜRSTENBERG, Friedrich (I10308)
 
4344 Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1076 regierte er die Grafschaft Barcelona nach dem Willen des Verstorbenen zunächst gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Raimund Berengar II. Zwischen den Brüdern kam es, was die gemeinschaftliche Herrschaft betraf, immer wieder zu Streitigkeiten. Dies blieb auch Papst Gregor VII. nicht verborgen, der zu ihrem Vater ein freundschaftliches Verhältnis pflegte. Er richtet am 2. Januar 1079 ein Schreiben an den Bischof Berenguer Guifré von Girona, in dem er diesen aufforderte, gemeinsam mit den Äbten von Thomières, Ripoll und S. Cugat del Vallés zwischen diesen zu vermitteln. Sollte dies nicht gelingen und sie ihren Zwist nicht beilegen, so werde er sie als „membrum diaboli“ aus der Kirche ausschließen. Sollten sie sich hingegen als gehorsam erweisen, stünde er ihnen mit allen Mitteln bei. Als Zeichen ihres guten Willens und des Gehorsams erschienen die Brüder am 20. Juni 1079 gemeinsam vor dem Abt Frotard von Thomières, dem sie eine Schenkung machten.[1] Schließlich teilten sie ihren Besitz untereinander auf.

Als sein Bruder am 5. Dezember 1082 bei einem Jagdausflug umkam, wurde Berengar als alleiniger Regent der Grafschaft anerkannt. Es wurde jedoch die Bedingung aufgestellt, dass er für den Landesteil seines Bruders von seinen Ämtern zurücktreten müsse, sobald sein Neffe das Alter von fünfzehn Jahren erreicht habe und die Regierung selbst führen könne. Gerüchte und Anschuldigungen führten dazu, dass Berengar bezichtigt wurde, er habe seinen Bruder töten lassen, um die Alleinherrschaft zu erlangen.

Um das Jahr 1086 misslang der Versuch, das unter der Schutzherrschaft von Rodrigo Díaz (El Cid) stehende maurische Fürstentum Valencia zu erobern. Auslöser für die Streitigkeiten mit Rodrigo war ein Vorfall bei seinem Aufenthalt in Barcelona 1076/1077, bei dem er die Gastfreundschaft der Brüder verletzt haben soll und einen Verwandten Berenguers verletzte, ohne Genugtuung zu leisten.

Im Frühjahr 1089 unternahm Berengar Raimund einen Feldzug, der sehr erfolgreich verlief und bei dem er Tarragona eroberte. Er ließ den Staudamm restaurieren und die Wege zu den Städten Tortosa und Lérida pflastern. Im Jahr 1090/1091 übertrug er Papst Urban II., „sein ganzes Erbland, besonders die Stadt Tarragona, mit entsprechender Lehnszinsverpflichtung, [… damit …] wurde die Grafschaft Barcelona, in den päpstlichen Lehnsverband einbezogen.“[2]

Als sich der Verdacht erhärtete, dass er an der Ermordung seines Bruders beteiligt war, wurde Berengar Raimund seines Throns enthoben. Er schloss sich Gottfried von Bouillon an, der damals zum Ersten Kreuzzug aufbrach, und zog ins Heilige Land, wo er noch vor der Eroberung Jerusalems etwa 1097 starb. Seine Nachfolge trat sein Neffe Raimund Berengar III. an.[3]

Der ungeklärte Brudermord
Das Testament des Vaters hatte festgelegt, dass im Falle des Todes eines seiner beiden Söhne demjenigen die alleinige Herrschaft zufallen solle, der übrig sei. Der gewaltsame Tod des Grafen Raimund Berengar löste Betroffenheit aus, zumal zunächst kein Täter überführt werden konnte, sodass Berengar Raimund unangefochten den Grafenthron übernahm. Es gab jedoch schnell den Verdacht, dass er etwas mit dieser Tat zu tun hatte. Seine Schwägerin Mathilde (Mahalta) befand sich zum Zeitpunkt der Ermordung ihres Ehemanns in Rodez, wo sie erst einen Monat zuvor ihren Sohn Raimund Berengar (III.) zur Welt gebracht hatte. Als sie von seinem Tod erfuhr, wandte sie sich am 21. Januar 1083 hilfesuchend an die Raimundiner-Brüder Wilhelm und Albert, die ihr 1.000 Mancusos liehen, damit sie sich und ihre Kinder versorgen konnte. Weitere katalanische Adlige und Barone boten dem Erben des Grafen Raimund Berengar ihre Unterstützung an. Sie schlossen sich zusammen und versprachen, den Mörder des Grafen zu suchen und seinen Tod an allen zu rächen, die daran beteiligt waren. Am 19. Mai 1085 wurde eine Versammlung der Edelleute einberufen, um dem Waisenkind einen Vormund zu geben. Die Vormundschaft wurde Wilhelm Raimund I., Graf von Cerdanya, für einen Zeitraum von zehn Jahren anvertraut und die Witwe und ihr Sohn worden unter seinen Schutz gestellt und in die Obhut seiner Frau gegeben.

Berengar Raimund II. gelang es jedoch, im Juni 1086 die Vormundschaft für seinen Neffen an sich zu bringen und die Vereinbarung, die den Grafen von Cerdanya zu dessen Beschützer bestimmte, aufheben zu lassen. Er erhielt die Vormundschaft für elf Jahre. Seine Schwägerin Mathilde heiratete etwa zu dieser Zeit Aymerich I. von Narbonne, mit dem sie weitere Kinder bekam.

Die getreuen Edelleute, die 1085 die Versammlung abgehalten hatten, zitierten Berengar Raimund 1095 vor das Tribunal von Alfons VI. von León und I. von Kastilien, wo sie ihn der Ermordung seines Bruders beschuldigten. Sie zwangen ihn, seine Ehre zu verteidigen. Dies geschah vermutlich nach den zu dieser Zeit noch üblichen Gepflogenheiten in einem Palenque (Gerichtskampf), einen Zweikampf zur Klärung der Schuldfrage, den er verlor. Er wurde zum Verräter und Brudermörder erklärt und war damit unwürdig, die Grafschaft zu regieren, sodass er seinen Thron räumen musste.[4] 
(BARCELONA), Berengar Raimund II. ´der Brudermörder` (I61525)
 
4345 Nach dem Tod Georgs war wieder einmal die Situation eingetreten, daß der Fortbestand der Familie von vaerst von nur einer Person abhing, nämlich seinem einzigen legitimen Sohn Henrich. Er, der etwa 1628 geboren sein dürfte und 1637 erstmals erwähnt wird, vereinigte den gesamten Vaert`schen Güterbesitz, soweit er nicht damals bereits entfremdet worden war, in seinen Händen: Die rittersitze Callenberg, Göckinghoff und Heve mit ihren Pertinentien und zusätzlich die kleineren Lehngüter, etwa vom Stift Essen oder von der Familie von der Recke.

Haus Göckinghof
Schwelm
Kirchspiel Schwelm
Kreis Hagen (Westfalen)

Vermutlich von den Rittern von Schwelm um 1300 zu einer Burg ausgebaut, gelangte Göckinghof wohl im 14. Jhdt. an die von Wickede, von denen es durch Heirat um 1480 an die von Büren zu Davensberg kam.

Familie von Büren
Balthasar von Bueren zu Davensberg (+ 1518) oo Elisabeth von Wickede (E: Evert v. Wickede 1.oo vor 1450 Irmgard von Kemnade (1453+), 2.oo Elisabeth von der Recke(1451-1462)
Familie von Vaerst
1627 trat als Besitzer Georg von Vaerst auf, der eine Erbtochter von Büren geheiratet hatte. Ihm folgte Konrad von Vaerst zu Heven vor 1642. Dessen Sohn Heinrich von Vaerst war Herr zu Heven und Göckinghof und 1666/67 Besitzer des Schultenhofs zu Herbede.

1747 kaufte Wilhelm Ludolf von Boenen das Gut, das seine Söhne um 1770 an den Barmer Kaufmann Johann Kaspar Sehlhoff veräußerten, dessen Erben das Gut parzellenweise zersplitterten.

Landtagsfähigkeit
Das Haus Göckinghof gehörte um 1855 zu landtagsfähigen Rittergütern im damaligen Kreis Hagen.

Archive
Schwelm/Stadtarchiv, Depositum Familie Bölling: 2 lfm Urkunden und Akten (1438-18. Jhdt.), darin Lehnssachen; Guts Verwaltung.
Stadt- und Vestisches Archiv Recklinghausen, Herrschafts- und Familienarchive, Hofesarchive, Bestand Archiv Westerholt-Arenfels, Haus Berge. 
VON VAERST, Henrich (I45026)
 
4346 Nach dem Tod Hartmanns V. 1263 und Hartmanns IV. 1264 war die einzige Erbtochter, Anna von Kyburg, noch minderjährig. Rudolf I. von Habsburg, dessen Mutter Heilwig von Kyburg eine Tochter Ulrichs III. war, übernahm die Vormundschaft und damit auch die Verwaltung des Herrschaftsgebiets. Bis 1273 konnte Rudolf I. sich sogar gegen die Ansprüche der Savoyer durchsetzen, die über die Witwe Hartmanns V., Margarethe von Sayoyen, über gut begründete Ansprüche verfügten.

Durch die Ehe Annas mit Eberhard I. von Habsburg-Laufenburg entstand 1273 aus einem Teil des Besitzes Hartmanns IV. die neue Dynastie der Grafen von Kyburg-Burgdorf bzw. Neu-Kyburg.

H. erscheint meist in Zusammenwirken mit seinem Oheim Hartmann IV. Er übernahm bei der Güterteilung 1250 die Besitzungen westlich der Reuss (zum Teil zähringisches Erbgut) und in der Innerschweiz. Er versuchte, sich in der Folge im Westen reichsfreie Gebiete anzueignen, wobei es ihm gelang, die Reichsburg Laupen an sich zu bringen. Seine Politik brachte ihn in Gegensatz zu Bern und in Auseinandersetzungen mit den Grafen von Savoyen. Nach seinem Tode gingen seine Besitzungen über die Tochter Anna an das Haus Habsburg-Laufenburg über, von dem die Linie Kyburg-Burgdorf ausging. 
VON KIBURG, Hartmann V. der Jüngere (I23908)
 
4347 Nach dem Tod Hartmanns V. 1263 und Hartmanns IV. 1264 war die einzige Erbtochter, Anna von Kyburg, noch minderjährig. Rudolf I. von Habsburg, dessen Mutter Heilwig von Kyburg eine Tochter Ulrichs III. war, übernahm die Vormundschaft und damit auch die Verwaltung des Herrschaftsgebiets. Bis 1273 konnte Rudolf I. sich sogar gegen die Ansprüche der Savoyer durchsetzen, die über die Witwe Hartmanns V., Margarethe von Sayoyen, über gut begründete Ansprüche verfügten.

Durch die Ehe Annas mit Eberhard I. von Habsburg-Laufenburg entstand 1273 aus einem Teil des Besitzes Hartmanns IV. die neue Dynastie der Grafen von Kyburg-Burgdorf bzw. Neu-Kyburg.

H. erscheint meist in Zusammenwirken mit seinem Oheim Hartmann IV. Er übernahm bei der Güterteilung 1250 die Besitzungen westlich der Reuss (zum Teil zähringisches Erbgut) und in der Innerschweiz. Er versuchte, sich in der Folge im Westen reichsfreie Gebiete anzueignen, wobei es ihm gelang, die Reichsburg Laupen an sich zu bringen. Seine Politik brachte ihn in Gegensatz zu Bern und in Auseinandersetzungen mit den Grafen von Savoyen. Nach seinem Tode gingen seine Besitzungen über die Tochter Anna an das Haus Habsburg-Laufenburg über, von dem die Linie Kyburg-Burgdorf ausging. 
VON KYBURG, Hartmann V. ´der Jüngere` (I17766)
 
4348 Nach dem Tod ihres Ehemannes 640 stiftete Iduberga die Abtei Nivelles, wo sie seitdem als Nonne lebte. Sie ließ Reliquien und Bücher aus Rom und „von jenseits des Meeres“ kommen. Wenig später gründete sie ein zweites Kloster in Fosses (heute: Fosses-la-Ville), das ausschließlich von Iren besiedelt wurde. Nach ihrem Tod wurde ihre Tochter Gertrud von Nivelles Äbtissin in Nivelles und schenkte das Kloster dem Heiligen Foillan.
Der Festtag der Heiligen Iduberga ist der 8. Mai.  
VON NIVELLES, Iduberga oder Itta (I10777)
 
4349 Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie zur Regentin für ihren dreijährigen Sohn Michael III. ernannt. Zusammen mit dem Eunuchen Theoktistos führte sie die Regierung mit fester Hand, sie füllte die Staatskasse wieder auf und hielt die Bulgaren von einer Invasion ab.

Um ihre Macht zu sichern, überließ sie die Erziehung ihres Sohnes ihrem Bruder Bardas. Theodora bemühte sich vergebens, Bardas Autorität zu bekämpfen; 856 wurde sie abgesetzt und in ein Kloster geschickt, als sie in der Folgezeit der Intrigen gegen ihn überführt wurde.

Am 11. Februar 867 starb sie in Konstantinopel. 
..., Heilige der orthodoxen Kirche Heilige der orthodoxen Kirche Theodora II. (I36550)
 
4350 Nach dem Tod Kaiser Heinrichs VII. wurden im römisch-deutschen Reich im Jahre 1314 mit dem Wittelsbacher Ludwig und dem Habsburger Friedrich zwei Könige gewählt und gekrönt. Der Thronstreit dauerte mehrere Jahre an und fand in der Schlacht bei Mühldorf 1322 eine Vorentscheidung für die wittelsbachische Seite. Durch den Münchner Vertrag von 1325 wurde für kurze Zeit ein für das mittelalterliche Reich bislang völlig unbekanntes Doppelkönigtum festgelegt und der Thronstreit beigelegt. Ludwigs Eingreifen in Norditalien entfachte einen Konflikt mit dem Papsttum, der von 1323/24 bis zu seinem Tod 1347, fast seine gesamte Herrschaftszeit, andauerte. Der Wittelsbacher verfiel 1324 der Exkommunikation und blieb bis zu seinem Tod im Kirchenbann. Während des Konfliktes mit der Kurie entwickelte sich die Reichsverfassung in eine säkulare Richtung. Im Jahre 1328 fand eine „papstfreie“ Kaiserkrönung statt, indem Ludwig die Kaiserkrone vom römischen Volk empfing. Ludwig war der erste Wittelsbacher als römisch-deutscher Kaiser. Im 14. Jahrhundert wurde er von kurialen und papstnahen Quellen in gezielter Herabsetzung mit dem Beinamen „der Bayer“ (Bavarus) belegt. Seit den 1330er Jahren verfolgte Ludwig eine intensivere Hausmachtpolitik und erwarb mit Niederbayern und Tirol große Gebiete. Der Herrschaftsausbau gefährdete aber auch die Konsensherrschaft mit den Fürsten als wesentliches Herrschaftsmuster des 14. Jahrhunderts. Diese Spannungen im Gleichgewicht zwischen Fürsten und Kaiser führten 1346 zur Wahl Karls IV. als Gegenkönig. Ludwig starb 1347 im Kirchenbann.  DER BAYER, Kaiser Kaiser Ludwig (I1533)
 

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