Strauss Genealogie


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4201 Markgräfl. Kammerrat in Jägerndorf, dann Fürstl. Liechtensteinischer Forstmeister, wanderte aber infolge der politischen und konfessionellen Lage aus und erwarb am 13.11.1628 das Bürgerrecht in Brieg. Dasselbst Handelsmann, auf Ober- und Nieder-Hannsdorf, Kreis Glatz. VON SCHMETTAU, Gottfried (I1050)
 
4202 Markgräfl. Kammerrat in Jägerndorf, dann Fürstl. Liechtensteinischer Forstmeister, wanderte aber infolge der politischen und konfessionellen Lage aus und erwarb am 13.11.1628 das Bürgerrecht in Brieg. Dasselbst Handelsmann, auf Ober- und Nieder-Hannsdorf, Kreis Glatz. VON SCHMETTAU, Ernst (I57655)
 
4203 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7167)
 
4204 Marnay ist eine französische Gemeinde im Département Haute-Saône in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Kanton Marnay im Arrondissement Vesoul und ist Verwaltungssitz des Gemeindeverbandes Val Marnaysien. ROUSSEL, Emilie Rosa? (I7366)
 
4205 Marozia – der Name war eine zu ihrer Zeit gängige Verkleinerungsform von Maria – war in erster Ehe mit Alberich I., in zweiter Ehe mit Guido von Tuszien und in dritter Ehe mit Hugo von der Provence verheiratet. Außerdem war sie in jungen Jahren angeblich die Geliebte von Papst Sergius III. und hatte mit ihm einen Sohn, der gleichfalls Papst wurde, nämlich Johannes XI., wie Liutprand von Cremona berichtet.

Von etwa 914 bis 932 beherrschte sie den Kirchenstaat, die Päpste Johannes X., Leo VI., Stephan VII. und Johannes XI. waren von den von ihr geführten Familien des Stadtadels abhängig.

Um 932 wurde Marozia (vermutlich gemeinsam mit Johannes XI.) von ihrem Sohn Alberich II. gefangen genommen, der nun in Rom die Macht übernahm. Dies geschah bei ihrer versuchten Krönung Hugos zum Kaiser, womit sie selbst zur Kaiserin erhoben worden wäre. Ihr Enkel Octavian wurde als Johannes XII. ebenfalls Papst. Nach dem Jahre 932 wird sie in der Geschichtsschreibung nicht mehr erwähnt, ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Vermutlich starb sie in der Gefangenschaft. Nach einem Nekrolog starb sie am 26. Juni, aber dieses verschweigt, wie üblich, das Todesjahr.

Das Bild von Marozia als machthungrige Pornokratin ist stark durch den Mönch Liutprand von Cremona geprägt, der ein sehr negatives, von antirömischer Propaganda geprägtes Bild von ihr zeichnet. Zugleich hat er keinerlei Verständnis für die verschiedenen, zu dieser Zeit noch üblichen Eheformen, die er aus mönchischer Perspektive verurteilt. 
VON TUSCULUM, Marozia (I39720)
 
4206 Marten Mulder: Groningen-Grafzerken in de kelder van het Academiegebouw van de Rijksuniversiteit (www.dodenakkers.nl). Bruder von Johann Daniel Gottfried Andreae. Studium in Herborn 1621 (Matrikel der Hohen Schule Herborn am 9.10.1621, "Braunfelsensis Solmensis. historiarum et linguae Graecaeprofessor in acad. groningensi"), Bremen 1623 (Matrikel des Gymnasium Illustre zu Bremen am 17.4.1623, "Brunsfelsio Solmaejus"), Marburg, Köln und Groningen 1628. Professor in NL Groningen für Griechisch und Geschichte ab 1634. Pate in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 3.8.1656. Leichenpredigt in Halle (Saale), Franckesche Stiftungen Bibliothek, Signatur 87 D 2. ANDREAE, Prof. Prof. Tobias (I10177)
 
4207 Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld; † 18. Februar 1546 ebenda) war ein deutscher Augustinereremit und Theologieprofessor, der zum Urheber der Reformation wurde. Er sah in Gottes Gnadenzusage und der Rechtfertigung durch Jesus Christus die alleinige Grundlage des christlichen Glaubens. Auf dieser Basis wollte er damalige Fehlentwicklungen der Römisch-katholischen Kirche beseitigen und sie in ihrer ursprünglichen Gestalt nach dem Evangelium wiederherstellen („re-formieren“). Entgegen Luthers Absicht kam es im Lauf der Reformation zu einer Kirchenspaltung, aus der evangelisch-lutherische Kirchen und weitere Konfessionen des Protestantismus entstanden.

Die Lutherbibel, Luthers Theologie und Kirchenpolitik trugen zu tiefgreifenden Veränderungen der europäischen Gesellschaft und Kultur in der Frühen Neuzeit bei. Nicht zuletzt hat Luther die Entwicklung der neuhochdeutschen Sprache entscheidend beeinflusst. 
LUTHER, Martin (I48603)
 
4208 Martin Schlumpf heiratet in Ulm 1588 die verwitwete Tochter des Politikers Hans Krafft in Ulm, Benigna Krafft, die ihm eine Tochter schenkte. Ihre erste, 1580 geschlossene Ehe mit Leonhard Zollikofer, Schöpfer des Fideikomisses Altenklingen, war kinderlos geblieben. Martin erhielt 1604 zusammen mit seinen Neffen Kaspar und Hans die Schlumpfen und Mitverwandte von der Stadt St. Gallen ein Darlehen von 8000 Gulden. 1619 versteuerte er das Maximum von 230`000 Gulden, seine Witwe 1623 das Maximum von 55`200 fl.. Die einzige überlebende Tochter Ana heiratete 1609 Georg Zollikofer aus der Ehe Zollikofer-Seuter. SCHLUMPF, Martin (I2980)
 
4209 Mary of Lancaster entstammte einer Nebenlinie des englischen Herrscherhauses Plantagenet. Sie war die jüngste Tochter von Henry of Lancaster, 3. Earl of Lancaster, aus dessen Ehe mit Maud de Chaworth. Ihre Mutter starb um 1322, ihr Vater wurde als Erbe seines Bruders Earl of Leicester und Earl of Lancaster. Vermutlich im September 1334 heiratete Mary auf Tutbury Castle Henry Percy, den ältesten Sohn von Henry Percy, 2. Baron Percy und Idoine de Clifford. 1352 erbte ihr Mann die Besitzungen seines Vaters und den Titel Baron Percy. PLATAGENET OF LANCASTER, Mary (I57189)
 
4210 Matfrieds Abkunft ist unbekannt. Ab 815 am Hofe Kaiser Ludwigs des Frommen bekundet, spielte er dort von 817 an eine wichtige Rolle und wurde mit verschiedenen politischen und militärischen Aufgaben betraut. Er blieb ein treuer Gefolgsmann des Kaisers, bis dieser auf Betreiben seiner zweiten Gemahlin, der Kaiserin Judith, die 817 in der „Ordinatio imperii“ beschlossene Reichseinheit in Frage zu stellen begann und Judith, durch ihre offene Parteinahme gegen Ludwigs Söhne aus erster Ehe, den Hof und den fränkischen Adel in zwei verfeindete Lager spaltete. Dennoch waren er und Graf Hugo von Tours 826 die Begleiter der Kaiserin bei der Taufe des Dänenkönigs Harald Klak in Ingelheim.  VON ORLEANS, Matfriede I. (I18426)
 
4211 Matfrieds Abkunft ist unbekannt. Ab 815 am Hofe Kaiser Ludwigs des Frommen bekundet, spielte er dort von 817 an eine wichtige Rolle und wurde mit verschiedenen politischen und militärischen Aufgaben betraut. Er blieb ein treuer Gefolgsmann des Kaisers, bis dieser auf Betreiben seiner zweiten Gemahlin, der Kaiserin Judith, die 817 in der „Ordinatio imperii“ beschlossene Reichseinheit in Frage zu stellen begann und Judith, durch ihre offene Parteinahme gegen Ludwigs Söhne aus erster Ehe, den Hof und den fränkischen Adel in zwei verfeindete Lager spaltete. Dennoch waren er und Graf Hugo von Tours 826 die Begleiter der Kaiserin bei der Taufe des Dänenkönigs Harald Klak in Ingelheim. ..., Matfriede I. (I36515)
 
4212 Mathias Ludolf Schleicher († 20. Juli 1831) war ein fortschrittlicher Fabrikant und modernisierte Produktionsprozesse auf dem Untersten Hof. So setzte er als erster nicht mehr Galmei, sondern metallisches Zink für die Messinggewinnung ein, was große wirtschaftliche Vorteile brachte. Er starb mit 43 Jahren an Schwindsucht. SCHLEICHER, Matthias Ludolf (I54686)
 
4213 Mathias Peltzer oder Matthias Peltzer (* 1508 in Aachen; † um 1591 ebenda) war Bürgermeister der Reichsstadt Aachen, trat mehrfach als Gesandter in Erscheinung und galt als einer der Anführer der protestantischen Minderheit in Aachen.

Leben und Wirken
Der Sohn des Greven (Vorsitzenden) der Wollenambacht (Zunft der Wollhändler), Hermann Kremer, genannt Peltzer (1466–1537), und Neffe des Rektors der Universität Köln Matthias Aquensis wurde nach seiner Ausbildung und Übernahme der väterlichen Geschäfte selbst Mitglied und Greve in der Werkmeisterzunft, in der sich als Nachfolge der Wollenambacht die Tuch- und Wollhändler organisiert hatten. In dieser Eigenschaft wurde er gemäß dem ersten Aachener Gaffelbrief bald darauf auch in den Rat der Freien Reichsstadt Aachen gewählt. Darüber hinaus beschäftigte er sich als Erster der Familie Peltzer mit der Messingfabrikation die später durch seine Nachkommen im benachbarten Stolberg eine beachtenswerte Blüte erlangte.

Nachdem Peltzer im Auftrag der Stadt bereits 1567 in einem Streit über Hoheitsrechte mit dem Herzog von Jülich verhandeln musste, war es im Jahre 1568 Dank ihm und dem diplomatischen Geschick seiner Delegation gelungen, den Fürsten Wilhelm I. von Oranien-Nassau, der zuvor Schloss Wittem eingenommen hatte, davon abzuhalten, die Stadt Aachen im Rahmen seines Kampfes gegen Herzog Alba zu überfallen, um hier deponierte spanische Bedarfsgüter zu konfiszieren. Mittels Zahlung von 20.000 Reichstalern an Wilhelm I. war es der Delegation gelungen, sowohl zu verhindern ihm die Güter auszuhändigen zu müssen und hiermit auch gleichzeitig den Herzog Alba, der zu diesem Zeitpunkt mit seinen Truppen bei Maastricht stand, nicht zu verprellen. Dieser Vertrag wurde am 30. September 1568 von Wilhelm von Oranien und dem amtierenden Aachener Bürgermeister Johann von Lontzen unterzeichnet und bewahrte Aachen davor, ein Schlachtfeld des Achtzigjährigen Kriegs zu werden.[1]

Dieser Verhandlungserfolg führte 1570 und 1573 zu Peltzers Wahl zum Bürgermeister Aachens. In einer seiner ersten Amtshandlungen bot er der benachbarten Stadt Burtscheid vor dem Reichskammergericht in einen Vergleich an, bisherige bewaffnete Zwangsmaßnahmen seiner Vorgänger zur Eintreibung der kaiserlich angesetzten Türkensteuer, gegen die sich sowohl der Meier und der Vogt als auch die Äbtissin von Burtscheid aufgelehnt hatten, zu unterlassen und stattdessen ein gestaffeltes Ratensystem zu akzeptieren.

Um das Jahr 1575 trat Peltzer dem Protestantismus bei und setzte sich alsbald mit an die Spitze der Bewegung. 1581 gehörte er zu den Protestanten, die sich im Rahmen der Aachener Religionsunruhen gewaltsam des Rathauses bemächtigten, um sich von dem diskriminierenden Verhalten des überwiegend streng katholischen Rates zu befreien. Dabei wurden diese Ratsmitglieder und andere katholische Amtsträger aus der Stadt Aachen vertrieben. Ein Jahr später gehörte Peltzer der Delegation zum Reichstag in Augsburg an, wo dieses Aachener Problem auf der Tagesordnung stand. Dies wurde jedoch zu Ungunsten für die Protestanten entschieden, die den vertriebenen katholischen Ratsherren und Bürgern wieder Einlass gewähren sollten. Unter diesen Umständen und trotz des jetzt amtierenden toleranten Bürgermeisters Bonifacius Colyn lehnte Peltzer nach seiner Rückkehr jede weitere Mitarbeit im Rat ab und wurde ein Jahr später sogar noch zu Schadensersatzzahlungen verpflichtet. Einsam und fast vergessen verstarb Peltzer um das Jahr 1591, da dessen Kinder wie viele andere reformierte Handwerker- und Händlerfamilien wie beispielsweise Pastor, Schleicher, Hoesch, Lynen oder Prym, aus wirtschaftlichen und religiösen Gründen Aachen verließen.

Familie
Matthias Peltzer war vor 1546 in erster Ehe verheiratet mit Gertrud von Valentzin, Tochter eines Goldschmiedes. Um das Jahr 1550 vermählte er sich in zweiter Ehe mit Katharina von Ginge, genannt Joist (ca. 1515–1576), Tochter des Kupfermeisters und Ratsherrn Peter von Gienge. Mit ihr hatte er drei Söhne und zwei Töchter.

Sein ältester Sohn Matthis Peltzer (1555–1602) zog als Erster der Familie aus den Querelen der Religionsunruhen seine Konsequenz und wechselte um 1575 nach Stolberg, wo er als Kupfermeister die Ravensmühle, Hammermühle und Ellermühle erwarb und der Stammvater der erfolgreichen und weitverzweigten Kupfermeister-Familie wurde, die sich ab Ende des 18. Jahrhunderts vor allem als Tuchfabrikanten international etablierten. Der jüngste Sohn, Heinrich Peltzer (1556–1591), zog in das evangelisch freie Burtscheid und wurde Stammvater der Burtscheider Linie, die mehrere Generationen später wieder zum Katholizismus konvertierte und der der Aachener Syndikus Matthias Goswin Pelzer sowie die beiden Aachener Oberbürgermeister Arnold Edmund Pelzer und Ludwig Pelzer entstammen. 
PELTZER, Matthias I. (I48427)
 
4214 Mathilda spielte im Bürgerkrieg in England 1135–1154 zwischen Stephan und seiner Gegnerin Kaiserin Maud eine große Rolle; sie unterstützte den Thronanspruch ihres Mannes mit diplomatischen und militärischen Aktivitäten. Bemerkenswert ist ihr Eingreifen nach Stephans Gefangennahme durch die gegnerische Bürgerkriegspartei. Sie reiste selbst nach London, um die Gefolgschaft des Adels zu gewinnen, führte ein Heer von Getreuen an, erreichte die Festnahme Roberts of Gloucester und im Austausch mit diesem die Freilassung ihres Mannes. Die Vereinbarungen, die den Bürgerkrieg beendeten, führten jedoch dazu, dass nicht Stephans und Mathildas Kinder den Thron von England erbten, sondern Heinrich, Sohn der Kaiserin Mathilda und späterer König Heinrich II. von England.

Familie
Mathilda wurde als Tochter von Eustace III., Graf von Boulogne (Haus Boulogne), und dessen Ehefrau, Maria von Schottland, einer Tochter von König Malcolm III. und Margareta von Schottland geboren. Zu ihren Vorfahren konnte Mathilda nicht nur die heilige Margareta von Schottland zählen, sondern sie war auch eine Nachfahrin von Karl dem Großen, und Eduard der Bekenner, König von England 1004–1066, war ihr Urgroßonkel.[2]

1125 wurde Mathilda unter der Vermittlung von Heinrich I., König von England, mit Stephan, dem Grafen von Mortain verheiratet. Stephan war dank der Zuwendungen seines Onkels Heinrich einer der größten Landbesitzer in England und in der Normandie und hatte als Neffe Heinrichs Aussichten, ihm auf den Thron zu folgen. Mathilda selbst war eine attraktive Wahl als Braut für Stephan, denn sie brachte die Grafschaft Boulogne sowie zugehörige Ländereien in England in die Ehe. Mathildas Vater Eustace war ein religiöser Mann und wollte sich für den Rest seines Lebens in ein Kloster zurückziehen, weshalb er Stephan nach der Heirat mit Mathilda seine englischen Ländereien und die Grafschaft Boulogne übertrug.[3] 
VON BOULOGNE, Mathilda (I57226)
 
4215 Mathilde ging als einzige Tochter aus der Ehe von Kaiser Otto I. und der Kaiserin Adelheid, die die Tochter des burgundischen Königs Rudolf II. war, hervor.

Bereits mit elf Jahren übernahm sie das Amt ihrer Großmutter, der Heiligen Mathilde, und wurde 966 im Beisein ihres Vaters und aller Bischöfe und Erzbischöfe des Reiches zur Äbtissin geweiht. Durch diese Weihe hob sich Mathilde stark von dem gewöhnlichen Weihezeremoniell ab, das üblicherweise nur von einem Bischof vollzogen wurde. Papst Johannes XIII. bestätigte die Weihe im April 967. Vom Tod ihrer Großmutter am 14. März 968, die nicht nur zur Namensgebung, sondern auch zur Erziehung der jungen Mathilde beitrug, bis zur Rückkehr ihres Vaters aus Italien Ende 972 war sie für fast vier Jahre die einzige Repräsentantin des Kaiserhauses nördlich der Alpen. Nach dem Tod der Königin Mathilde kann die Äbtissin zum engsten Kreis der politischen Berater ihres Bruders Otto II. und ihres Neffen Otto III. gezählt werden. Mathilde übernahm damit schon als junges Mädchen die Führung des Damenstifts zu Quedlinburg und war für Frauen jeden Alters verantwortlich.

Zur Vorbereitung auf die damit verbundenen Aufgaben und als eine Art Handbuch zum Herrschen widmete Widukind von Corvey der dreizehnjährigen Mathilde seine Sachsengeschichte. In dieser lobt er die Weisheit der Äbtissin und nennt sie Gebieterin von ganz Europa.

Die politische Rolle der Äbtissin war vor allem zu den Zeiten ihres Bruders und ihres Neffen stark ausgeprägt. Die Begleitung ihres Bruders nach Rom im Jahre 981 zeigt, für wie bedeutend ihre Anwesenheit zur Repräsentation der Herrschaft des ottonischen Hauses gehalten wurde. Otto III. vertraute ihr während seines zweiten Italienzugs im Jahre 997 sogar die Stellvertretung im Reich an. Ebendieser hatte der Äbtissin zuvor im Jahr 994 das Markt-, Münz- und Zollprivileg für Quedlinburg zugesichert. Dadurch machte Mathilde nicht nur mehr Einnahmen, sondern es zog auch mehr Pilger zum Marktplatz unterhalb des Stiftbergs an, sodass Quedlinburg einen wirtschaftlichen Aufstieg erfuhr.

Im Jahre 998 kam die Äbtissin mit den einflussreichsten Männern des Reiches auf dem Hoftag in Derensburg zusammen, auf dem sie als Vertreterin des ottonischen Königs die Leitung der Versammlung übernahm, Ämter neu besetzte und Recht sprach. Im Hinblick auf diese Repräsentationsaufgaben, durch die Mathilde der Stadt Quedlinburg dazu verhalf, eine der bedeutendsten Städte des Reiches zu werden, wurde sie auch als domina imperialis bezeichnet. Otto III. gab seiner Tante – in Anlehnung an den Patricius-Titel – den Titel matricia, der auf ihrer Grabinschrift gefunden werden kann.

Mathilde verstarb im Februar 999 mit 44 Jahren auf dem Gipfel ihrer Macht. Nach ihrem Tod wurde sie an der Seite ihrer Großmutter in der Stiftskirche zu Quedlinburg beigesetzt.

Mathilde von Quedlinburg zeichnete sich nicht nur durch ihre Fähigkeiten als Herrscherin des Reiches aus, sondern ihr wird auch die Fürsorge für die Toten-Memoria der Ottonen nachgesagt.  
(HRR), Mathilde (I35579)
 
4216 Mathilde hatte seit 1830 als sogenannte Grisette in Paris gelebt, das heißt: als alleinstehende, berufstätige, junge Frau, die nach den Maßstäben der Zeit nicht als „ehrbar“ galt.[85] Sie war attraktiv, hatte große dunkle Augen, dunkelbraunes Haar, ein volles Gesicht und eine viel bewunderte Figur. Charakteristisch war ihre hohe „Grasmückenstimme“, die auf viele einen infantilen Eindruck machte, auf Heine aber wohl faszinierend wirkte. Er scheint sich spontan in Mathilde verliebt zu haben.[86] Viele seiner Freunde dagegen, unter ihnen Marx und Engels, lehnten seine Verbindung mit der einfachen und lebenslustigen Frau ab. Heine aber scheint sie auch deshalb geliebt zu haben, weil sie ihm ein Kontrastprogramm zu seiner intellektuellen Umgebung bot. Zu Beginn ihrer Beziehung hatte er versucht, der Bildung seiner vom Lande stammenden Freundin ein wenig aufzuhelfen. Auf sein Betreiben lernte sie lesen und schreiben, und er finanzierte mehrere Aufenthalte in Bildungsanstalten für junge Frauen.

Ihr gemeinsames Leben verlief mitunter turbulent: Heftigen Ehekrächen, oft ausgelöst durch Mathildes freigiebigen Umgang mit Geld, folgte die Versöhnung meist auf dem Fuß. Neben liebevollen Schilderungen seiner Frau finden sich bei Heine auch boshafte Verse, wie die aus dem Gedicht Celimene:[87]

Deine Nücken, deine Tücken,
Hab ich freylich still ertragen
Andre Leut' an meinem Platze
Hätten längst dich todt geschlagen.

Heine schätzte sie, obwohl – oder gerade weil – Mathilde kein Deutsch sprach und deshalb auch keine wirkliche Vorstellung von seiner Bedeutung als Dichter besaß. Überliefert ist ihr Ausspruch: „Mein Mann machte dauernd Gedichte; aber ich glaube nicht, daß dies besonders viel wert war, denn er war nie damit zufrieden.“[88] Gerade diese Unkenntnis deutete Heine als Zeichen dafür, dass Mathilde ihn als Menschen und nicht als prominenten Dichter liebte. 
MIRAT, Augustine Crescence gen. ´Mathilde` (I61096)
 
4217 Mathilde von Courtenay steht im Zentrum eines Jahrhunderts, in dem sich Nevers (1181–1280), Auxerre (1181–1290) und Tonnerre (1181–1309) ohne Unterbrechung in weiblicher Hand befanden.

Ihr Vater geriet 1198 in eine Auseinandersetzung mit Hervé IV. de Donzy aus dem Haus Semur, bei der es um den Besitz der Burg von Gien ging. Hervé gelang es dabei, seinen Gegner bei Cosne zu besiegen und gefangen zu nehmen. Durch Vermittlung des Königs Philippe Auguste kam es 1199 zu einer Verständigung. Peter von Courtenay wurde freigelassen, musste dafür aber seine Tochter Mathilde Hervé zur Frau geben. Hervé erhielt die Grafschaft Nevers zur Verwaltung, Peter selbst trug seitdem die Titel eines Grafen von Auxerre und Tonnerre. Die Ehe wurde im Oktober 1199, wohl am 20., geschlossen.

Nachdem Mathildes Vater 1216 den Titel eines Kaisers von Konstantinopel erhalten hatte und im Verlauf der Kämpfe in Epirus im Jahr 1219 gestorben war, bemühte sich Hervé, der sich auf dem Kreuzzug von Damiette befand und bei der Nachricht sofort nach Europa zurückkehrte, erfolgreich darum, nun auch Peters Grafschaften unter seine Kontrolle zu bekommen. Zwei Jahre darauf wurde ihre gemeinsame Tochter Agnes mit Guy IV. de Châtillon, Graf von Saint-Pol, verheiratet.

Hervé de Donzy starb am 22. Januar 1223; angeblich wurde er vergiftet. Im Jahr 1226 schloss Mathilde eine zweite Ehe mit Guigues IV. d’Albon, Graf von Forez. Er starb am 29. Oktober 1241. Mathildes zweite Ehe blieb kinderlos.

Nach einigen Quellen wurde Mathildes Ehe am 20. Dezember 1213 geschieden,[1] allerdings fällt auf, dass sie ihre zweite Ehe erst schloss, nachdem Hervé de Donzy gestorben war.

Mathilde war 65 Jahre lang Gräfin von Nevers, Auxerre und Tonnerre, und die Liste derjenigen, die in dieser Zeit für sie oder mit ihr die Grafschaften regierten, ist umfangreich: Ihr Vater Peter von Courtenay, ihre Ehemänner Hervé de Donzy und Guigues d’Albon, ihre Tochter Agnès und ihr Schwiegersohn Guy de Châtillon, deren Kinder Gaucher de Châtillon und Yolande, und deren Ehemann Archambault IX. de Bourbon werden mit den Grafentiteln in Verbindung gebracht.

Mathilde von Courtenay starb am 12. Oktober 1257 in der Abtei Fontevrault, wo sie auch bestattet wurde. Ihre Nachfolgerin als Gräfin von Nevers, Auxerre und Tonnerre wurde ihre Urenkelin Mathilde II., die Tochter Yolandes und Archambaults. 
VON COURTENAY, Mathilde (I52481)
 
4218 Mathilde von Schwaben (* 988 oder 989; † 29. Juli 1032) war durch Heirat Herzogin von Kärnten und Oberlothringen und möglicherweise auch Gräfin von Ballenstedt. Sie spielte als Gegnerin Konrads II. („Konrad der Ältere“) zeitweise selbst eine aktive politische Rolle. Der Grund war, dass ihr Sohn Konrad II. von Kärnten (zur Unterscheidung vom Kaiser „Konrad der Jüngere“ genannt) bei der Königswahl von 1024 unterlegen war. Bekannt ist sie auch wegen ihres Schreibens an den polnischen König Mieszko II. („Epistola Mathildis Suevae ad Misegonem II. Poloniae Regem“) mit ihrem Bild. (SCHWABEN), Mathilde (I17252)
 
4219 Mathilde wurde als älteste Tochter von Graf Rudolf IV. von Habsburg, später römisch-deutscher König, und seiner ersten Frau Gertrud (Anna) von Hohenberg geboren. Sie hatte fünf Schwestern und vier Brüder, von denen sie die Älteste war. Ihr Bruder Albrecht I. folgte 1298 dem Vater als römisch-deutscher König nach. Der Bruder Hartmann ertrank 1281, sein Bruder Rudolf wurde Herzog von Schwaben, starb aber 1290.

Wahl ihres Vaters und Heirat
Bis zur Königswahl ihres Vaters am 1. Oktober 1273, waren die Habsburger ein relativ unbedeutendes Geschlecht im Reich. Nach der Phase des Interregnums (1250–1273) wurde Rudolf einmütig von den Wahlfürsten gewählt. Damit Rudolf seine Königswahl und –Herrschaft sichern konnte, wendete er eine kluge Heiratspolitik an.[2] Er verheiratete seine Tochter Mathilde mit dem Reichsvikar Ludwig II. Er war derjenige unter den Wahlfürsten, der die einmütige Wahl öffentlich verkündete, sodass es von Rudolfs Interesse war, sich die Stimme des Pfalzgrafen zu sichern. Am 24. Oktober 1273, dem Tag der Krönung Rudolfs I., fand in Aachen die Hochzeit von Mathilde und Ludwig statt, womit sie seine dritte Ehefrau wurde. Ihre Schwester Agnes heiratete am gleichen Tag den sächsischen Wahlfürsten Albrecht II. von Sachsen. Von nun an gehörte das Habsburger Geschlecht zu den großen Fürsten im Reich.[3][4] Drei Tage nach Mathildes Hochzeit verpfändete Rudolf für die 10.000 Mark Mitgift seinem Schwiegersohn die Burgen und Städte Nürnberg, Ravensburg, Altdorf, Memmingen und Kaufbeuren.[5]

Später heiratete Mathildes Schwester Katharina Otto III. von Niederbayern, ihre Schwester Hedwig Otto VI., Markgraf von Brandenburg-Salzwedel, Klementia Karl Martell, Titularkönig von Ungarn und Guta König Wenzel II. von Böhmen.[6] So sicherte Rudolf I. sich die Unterstützung der mächtigen Fürsten im Reich. 
VON HABSBURG, Mathilde (I54333)
 
4220 Matrikel der Hohen Schule Herborn 1632, ohne genaues Datum, "Mülheimensis Montanus". Gewesener kurbrandenburgischer Amtskammersekretär in Kleve (1660). HAESBAERT, Martin Abraham (I18680)
 
4221 Matrikel der Universität Utrecht im Okt. 1653, "Genevensis". Promotion in Leiden am 27.4.1655. Professor an der theolog. Fakultät der Universität Heidelberg 1655/70 und Prorektor 1659/60. Ab 1670 Professor für Theologie und Kirchengeschichte in Leiden (Herbert Jaumann, Handbuch Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit, 2004, S. 623). Von Jacob Triglandius gehaltene Leichenpredigt in der Universitätsbibliothek Leipzig, Signatur Vit.N.2197. SPANHEIM, Prof. Dr. theol. Prof. Dr. theol. Friedrich (I16997)
 
4222 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7185)
 
4223 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7688)
 
4224 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7686)
 
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4226 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7689)
 
4227 Mauregato war ein unehelicher Sohn des Königs Alfons I. und einer Sklavin. An seinen Namen anknüpfende Spekulationen, wonach seine Mutter aus dem muslimischen (maurischen) Machtbereich stammte, und Berichte von späten, unglaubwürdigen Quellen, wonach er selbst mit muslimischer Unterstützung an die Macht kam, werden von der modernen Forschung abgelehnt.[2]

Nach dem Tod von Mauregatos kinderlosem Vorgänger Silo wollte dessen Witwe Adosinda ihren Neffen Alfons II., den Sohn des Königs Fruela I., auf den Thron setzen. Alfons II. war früher wegen seiner Minderjährigkeit bei der Thronfolge übergangen worden. Dieser Plan scheiterte daran, dass Mauregato die Macht übernahm. Über Mauregatos Regierungstätigkeit berichten die asturischen Chronisten nichts; ebenso unbekannt ist, ob er verheiratet war und Nachkommen hatte.

Legende vom Tribut der hundert Jungfrauen
Die Legende, wonach Mauregato sich der Oberherrschaft des Emirs Abd ar-Rahman I. unterwarf und ihm Tribut zahlte, ist Erfindung und hat mit dem historischen Mauregato nichts zu tun. Zwei Chronisten des 13. Jahrhunderts, Lucas von Tui und Rodrigo Jiménez de Rada, behaupten, Mauregato habe den Muslimen, um sie bei Laune zu halten, christliche Jungfrauen ausgeliefert. Diese Beschuldigung tauchte schon um die Mitte des 12. Jahrhunderts in einer gefälschten Königsurkunde, dem Privilegio de los Votos, auf, damals aber noch ohne namentliche Nennung Mauregatos; die Urkunde unterstellt mehreren ungenannten Königen, die Jungfrauen als alljährlichen Tribut den Muslimen übergeben zu haben. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde der Stoff im Poema de Fernán González literarisch bearbeitet. Dort ist wie schon im Privilegio de los Votos von hundert Jungfrauen die Rede. So entstand die Legende vom Tribut der Hundert Jungfrauen (El tributo de las cien doncellas).[3] 
(ASTURIEN), Mauregato (I52584)
 
4228 Maurergeselle, Maurer, Gütler in Großhaslach AMMON, Johann (I45)
 
4229 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I56849)
 
4230 Max wanderte in jungen Jahren nach England aus, hatte die Generalvertretung der Fa. Bechstein (Flügel und Klaviere der absoluten Spitzenklasse seit 1853),
Haus in London und die über 300 Jahre alte Park-Farm in Maidenhead https://de.wikipedia.org/wiki/Maidenhead; mit den Zimmern "Queen Elizabeth" und "Graf von Leicester", einer Stadt in Berkshire 
LINDLAR, Max Heinrich Otto (I2000)
 
4231 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55661)
 
4232 Maximilian soll mindestens 14 uneheliche Kinder gezeugt haben.[30] (Auswahl):

Georg von Österreich (1504–1557), Bischof von Lüttich
Dorothea von Österreich ⚭ Graf Johann I. (Ostfriesland)[31] 
VON HABSBURG (HRR), Maximilian I. (I28561)
 
4233 Maximiliane („Maxe“) war eine Tochter des Dichterehepaares Achim (1781–1831) und Bettina von Arnim (1785–1859). Sie wuchs auf Schloss Wiepersdorf in der Mark Brandenburg sowie in Berlin auf. In den 1840er-Jahren spielte sie eine gesellschaftliche Rolle am Hof König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen, mit dessen Cousin Prinz Waldemar von Preußen sie eng befreundet war. Auch mit dem Staatsmann Fürst Felix von Lichnowsky stand sie in Verbindung.

Am 28. Juni 1853 heiratete sie in Wiepersdorf den preußischen Offizier Eduard von Oriola (1809–1862), mit dem sie 1853 bis 1856 in Bonn lebte. Ende Oktober 1856 wurde Oriola Kommandeur der 5. Kavallerie-Brigade in Frankfurt/Oder, so dass die Familie in den folgenden Jahren in Berlin wohnte. Weitere Stationen waren 1859/60 Koblenz und 1860 bis 1866 Breslau, wo ihr Gatte jeweils ein militärisches Kommando führte. Bereits in dieser Zeit führte sie ein salonartiges Haus, ebenso in den Jahren 1866 bis 1894, die sie wieder in Berlin verbrachte.

Nach dem Tod Eduards 1862 nicht wieder verheiratet, trat sie während der deutschen Einigungskriege in der Krankenfürsorge hervor und gründete die Stiftung „Invalidendank“.[2] Später trat sie dem Vorstand des „Vereins für Frauen und Jungfrauen“ bei und wurde 1866 und 1873/74 mit dem Luisenorden (erst Kriegs-, dann Friedensklasse) ausgezeichnet. Mit vielen anderen Salonnièren der Zeit verband sie eine Freundschaft, so mit Hedwig von Olfers.

Am Silvestertag 1894 starb sie in ihrer Schöneberger Wohnung in der Bülowstraße 2[1] und wurde auf dem katholischen St. Hedwig-Dom-Friedhof an der Liesenstraße 8 beigesetzt. Die Grabstätte mit zwei monumentalen Liegeplatten besteht noch. 
VON ARNIM, Maximiliane Marie ´Maxe`Catharine (I54270)
 
4234 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7696)
 
4235 Mechthild war eins von mindestens acht Kindern, von denen vier weitere Geschwister das Erwachsenenalter erreichten: Gerlach I. von Nassau-Wiesbaden, Walram III. von Nassau-Wiesbaden, Ruprecht VI. und Adelheid, Äbtissin des Klosters Klarenthal.

Ihr Mann, Rudolf I., trat 1294 die Nachfolge seines Vaters an und unterstützte seinen Schwiegervater, König Adolf von Nassau, im Kampf um den Thron gegen seinen Onkel, Albrecht von Habsburg. Nach Adolfs Tod schloss sich Rudolf der Partei Albrechts an, aber die starke dynastische Politik des neuen Königs verursachte einen neuen Konflikt. Rudolfs Mutter, Mathilde von Habsburg, fungierte als Regentin für ihren Sohn Rudolf sowie für ihren anderen Sohn, den zukünftigen Kaiser Ludwig IV. Ein Bürgerkrieg gegen Ludwig aufgrund neuer Streitigkeiten über die Teilung Bayerns wurde 1313 mit dem Friedensschluss in München beendet. Rudolf starb 1319 in England.


Zeichnung vom Grab Mechthild von Nassaus im Kloster Klarenthal
Ludwig nahm auch die Rheinpfalz auf Grund des mit seinem Bruder Rudolf am 26. Februar 1317 abgeschlossenen Vertrags mit Waffengewalt in Besitz. Nach dem Vertrag sollte Ludwig solange alleine regieren wie der Thronstreit mit den Habsburgern andauerte. Dieser Krieg endete aber erst Jahre nach Rudolfs Tod, im August 1322. Erst nachdem auch Mechthild im Juni 1323 starb, deren Hass gegen Ludwig eine dauerhafte Versöhnung unmöglich gemacht hatte, kam es zwischen diesem und den drei Söhnen Rudolfs zu einer Aussöhnung. 1329 gab Ludwig im Hausvertrag von Pavia die Pfalz den Nachkommen Rudolfs zurück.

Mechthild starb am 19. Juni 1323 in Heidelberg. Sie wurde in der Abtei Klarenthal beigesetzt. 
VON NASSAU, Mechtild (I54331)
 
4236 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7222)
 
4237 Meinhard II. entstammt dem Geschlecht der Meinhardiner. Seine Eltern waren Graf Engelbert II. von Görz und Adelheid von (Dachau)-Valley, Tochter des Grafen Otto I. von Dachau-Valley. Die Grafen von Valley waren eine Seitenlinie der Grafen von Scheyern-Wittelsbach. Nach Urkunden vom 18. Januar 1206 und 1211 war Meinhard II. mit der Tochter Adelheid von Graf Heinrich I. von Tirol verheiratet, er war also der Schwager von Graf Albert III. von Tirol. Kinder des Paares sind aus Quellen nicht bekannt. Urkundliche Nachweise für eine weitere Ehe von Meinhard II. liegen nicht vor. Überregional bekannt wurde Meinhard II. als er versuchte, den nach einem Kreuzzug nahe Aquileia gestrandeten englischen König Richard Löwenherz gefangen zu nehmen. Dieser flüchtete nach Österreich und wurde dort von Herzog Leopold V. festgesetzt. Im Thronstreit zwischen König Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. von Braunschweig standen die Görzer mit ihrem Verwandten Graf Albert III. von Tirol auf Seiten des Staufers, der 1208 ermordet wurde. Die Urkunden weisen auf häufige Streitigkeiten zwischen der Kirche von Aquileia und Vogt Meinhard wegen Entfremdung von Kirchengut und unterschiedlichen Ansichten zu den Vogteirechten hin. Um die Jahreswende 1215/1216 eskalierten diese Auseinandersetzungen so weit, dass über Graf Meinhard II. vorübergehend der Kirchenbann verhängt wurde. Nach dem Tod seines Bruders Graf Engelbert III. von Görz (1220) führt er die Herrschaft alleine weiter. In den Urkunden erscheint er dann häufig mit dem Sohn von Engelbert III., seinem Neffen Meinhard III. von Görz (dem späteren Grafen Meinhard I. von Tirol und Görz (III.). Graf Meinhard II. von Görz erscheint urkundlich letztmals am 14. Juli 1231 als Vogt von Aquileia. Er verstarb 1232, nach dem Totenbuch des Klosters Rosazzo wahrscheinlich am 9. März. Sein Nachfolger in der Herrschaft war Graf Meinhard III. von Görz. (GÖRZ), Meinhard II. (I58305)
 
4238 Meinhard war Angehöriger der preußischen Adelsfamilie Lehndorff auf Steinort. Seine Eltern waren der Amtshauptmann zu Oletzko Sebastian von Lehndorff (1564–1610) und Judith von Kannacher (1566–1647).

Er war Erbherr zu Steinort und Taberlack, sowie seit 1620 auch zu Rogow, Lanewo, Jakuszowa etc. In brandenburgischen Diensten avancierte Lehndorff bis in den Rang eines Obristleutnants und bekleidete schließlich in Preußen die Stelle eines Amtshauptmanns und Landrats zu Rastenburg.

Auch wenn Meinhard nicht als Erster seines Geschlechts dort begütert war, so gilt er doch als Stammvater bzw. Stifter der Linie Lehndorff-Steinort, da alle Nachgeboren Lehndorff zu Steinort auf ihn zurückzuführen sind. Er war seit 1623 mit Freiin Elisabeth von Eulenburg (1605–1675) verheiratet. Aus der Ehe sind 14 Kinder hervorgegangen, darunter:
Margarethe von Lehndorff, ⚭ Johann von Klingsporn († 1685), kurbrandenburgischer Oberst und Regimentskommandeur des Infanterie-Regiments zu Fuß (Nr. 1)

Graf Gerhard Ahasverus von Lehndorff (1637–1688), polnischer Kammerherr, dänischer Generalleutnant, Oberburggraf im Herzogtum Preußen, ⚭I 1669 Anne Dorothea von Podewils († 1676), Tochter des Otto Wilhelm von Podewils (1595–1657); ⚭II 1678 Friederike Luise Wilhelmina von Schwerin (1660–1681); ⚭III 1682 Maria Eleonore von Dönhoff (1664–1723) 
VON LEHNDORFF, Meinhard (I57891)
 
4239 Meinhard war der Sohn des Grafen Meinhard I. von Görz und dessen Frau Adelheid, Tochter von Graf Albert III. von Tirol. Diese Ehe war mit entscheidend für den Erwerb der Grafschaft Tirol (im damaligen Umfang) durch die Görzer, da Graf Albert III. keinen männlichen Nachfolger hatte und Adelheids Schwester Elisabeth ca. 1256 kinderlos verstarb.

Ab 1253 war Meinhard zusammen mit seinem jüngeren Bruder Albert (I.) auf der Burg Hohenwerfen in Geiselhaft des Salzburger Erzbischofs Philipp von Spanheim. In diese missliche Lage waren die Brüder im Austausch für ihren gefangenen Großvater Albert III. gekommen, nachdem dieser und ihr Vater eine Auseinandersetzung gegen den Erzbischof verloren hatten. 1259 kam Meinhard frei und konnte das Erbe des im Jahr davor gestorbenen Vaters antreten. Zwischenzeitlich hatte die Mutter Adelheid von Tirol die Geschäfte geführt, die ein eigenes Siegel hatte. Graf Albert I. kam erst im Jahr 1261 frei. Am 4. März 1271 teilten die Brüder auf Schloss Tirol die weitverstreuten Besitzungen und Rechte auf: Meinhard übernahm die Grafschaft Tirol, die sich seinerzeit noch im Vinschgau und Engadin erstreckte, sein Bruder erhielt die Besitzungen in Friaul, Istrien, Kärnten und im Pustertal.[1] 1276–1279 übernahm Meinhard die Landeshauptmannschaft in Kärnten.

Meinhard hatte am 6. Oktober 1259 Elisabeth von Bayern geehelicht, die zehn Jahre ältere Witwe des römisch-deutschen Königs Konrad IV. Diese war die Mutter des letzten legitimen Staufers, Konradin. Jener galt als aussichtsreicher Prätendent auf den Kaiserthron. Als Konradin 1267 nach Italien zog, um das staufische Erbe in Süditalien anzutreten, unterstützte Meinhard seinen Stiefsohn lediglich mit Weggeleit und Geld. Konradin wurde bei seinem Italienzug am 23. August 1268 in der Schlacht bei Tagliacozzo von Karl von Anjou entscheidend geschlagen und im Oktober 1268 in Neapel hingerichtet.

Meinhard unterstützte in der Folge Rudolf I. von Habsburg, dem er seit dem Italienzug freundschaftlich eng verbunden war, in der Auseinandersetzung mit König Ottokar II. von Böhmen und wurde dafür 1286 zum Reichsfürsten erhoben und mit dem Herzogtum Kärnten belehnt. Zuvor war zur Festigung des Bündnisses die Verehelichung ihrer beiden Kinder beschlossen worden: Meinhards Tochter Elisabeth heiratete Albrecht I., den deutschen König von 1298 bis 1308, und wurde zur Stammmutter aller späteren Habsburger. Durch diesen Ehebund fiel späterhin Tirol an Habsburg.

Meinhard erwarb, teils durch politische, teils durch kriegerische Aktion, etliche weitere Territorien. So kaufte er am 17. Mai 1284 (Murnau) dem Grafen Gebhard VII. von Hirschberg[2], Sohn von Gebhard VI. aus dessen zweiter Ehe mit Sophia von Bayern, alle Besitzungen im Inntal ab.[3] Diese waren aus der ersten kinderlosen Ehe von Gebhard VI. mit der Tochter Elisabeth von Graf Albert III. von Tirol an die Hirschberger gekommen. Später besiegte er die Herren von Enn und kaufte auch den Grafen von Eschenlohe-Hertenberg und den Herren von Salurn ihre Güter ab. Meinhard war ein Machtmensch, der seine Interessen häufig rücksichtslos durchsetzte. Die Fürstbistümer Trient und Brixen unterstellte er seiner Gerichtsbarkeit, daher gilt er als der eigentliche Begründer des Landes Tirol (formal kamen diese Territorien erst 1803 an Tirol). Er führte eine moderne, auf bezahltem Beamtentum (den Familiaren, oft nichtadligen Leuten) – anstatt Lehensherrschaft – gegründete Verwaltung ein. Er schuf Gerichtsbezirke und ein straffes Steuerwesen. Ab 1286 ist auch die Abfassung eines eigenen deutschsprachigen, wenngleich nur fragmentarisch überlieferten Tiroler Landrechts bezeugt, was als Hinweis auf die abgeschlossene Territorialisierung des meinhardinischen Herrschaftsbereichs zu werten ist.[4]


Adlergroschen Meinhards II.
Weite Verbreitung fand der von Meinhard in Meran geprägte Adlergroschen (Grosso aquilino auch Aquilini grossi) im oberitalienischen Wirtschaftsraum mit einer Reihe von Nachahmungen. Noch bedeutender wurde der ab ca. 1271 in Meran gefertigte Kreuzer oder Zwainziger (entsprach wertmäßig zwanzig Bernern), der später nach Einführung durch Kaiser Friedrich III. in Österreich die dortige Entwicklung des Münzwesens mit prägte. Die seit 1280 geführten Tiroler Raitbücher (Rechnungsbücher) gehören zu den bedeutendsten Dokumenten der Landesgeschichte.

Gemeinsam mit seiner Gemahlin hatte Meinhard 1272 das Zisterzienserkloster Stams in Tirol gestiftet, wo er 1295 beigesetzt wurde. Seine bereits am 9./10. Oktober 1273 verstorbene Frau Elisabeth wurde nach Einweihung der Stiftskirche im November 1284 in diese überführt. Eine weitere Ehe Meinhards ist nicht bekannt. 
VON GÖRTZ UND TIROL, Meinhard II. (I42979)
 
4240 Meiss (auch Meiß) ist der Name eines alten Adelsgeschlechts.
Die Herren von Meiss gehörten zu den ältesten Patrizierfamilien in der ehemaligen freien Reichsstadt Zürich. 
MEISS VON TEUFEN, Hans (I32352)
 
4241 Meiss (auch Meiß) ist der Name eines alten schweizerischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Meiss gehörten zu den ältesten Patrizierfamilien in der ehemaligen freien Reichsstadt Zürich.
Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht im Jahre 1225 mit Waltherus Meisa in Zürich.[1] Seine Nachkommen gehörten schon bald zum Stadtrat und den exklusiven Gesellschaften der „Schildner zum Schneggen“ und der „Adeligen Stube zum Rüden“ in der alten Reichsstadt.

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts führten Angehörige den Junkertitel, zum Beispiel 1366 der „[...] fromb Man Jungher Heinrich Meiss“. Der Titel wurde über viele Generationen hindurch verwendet und erst im 19. Jahrhundert durch das Prädikat von ersetzt. Im Jahre 1675 wird ihnen ausdrücklich bestätigt, dass ihr Geschlecht zum ältesten Patriziat der Stadt und seit mehreren Jahrhunderten im Heiligen Römischen Reich wie in Zürich als von wahrem Adel angesehen wird. Zahlreiche Mitglieder der Familie haben sich im Dienste der Stadt Zürich ausgezeichnet, so dass ihr Geschlecht zu dem am häufigsten vertretenen im Stadtregiment gehörte. Das bedeutendste Ratsmitglied war der spätere Bürgermeister Heinrich Meiss (Amtszeit von 1393 bis 1427).

Einige seiner Nachkommen wurden Zürcher Landvögte, die am Ende des 16. Jahrhunderts auch ausgedehnten Landbesitz in der Umgebung von Zürich erwarben. 1600 gelangte die Herrschaft Teufen (bis 1836), 1606 Wetzikon (bis 1755) und 1634 Wülflingen (bis 1734) in Familienbesitz. Sie verwalteten ihre Güter ähnlich dem Landadel, verloren aber nie den Kontakt zu ihrer Heimatstadt.

Das bis zum 17. Jahrhundert sehr verbreitete Geschlecht besteht in Zweiglinien bis heute. 
MEISS, N. (I9299)
 
4242 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55968)
 
4243 Mentmore Towers ist ein Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, das im Dorf Mentmore in der englischen Grafschaft Buckinghamshire liegt. Das Haus wurde von Joseph Paxton und seinem Schwiegersohn George Henry Stokes[1][2] im jakobethanischen Stil für den Banker und Kunstsammler Amschel Mayer de Rothschild (1818–1874) als Landhaus und Ausstellungsraum für seine Sammlung entworfen.[3][4] Das Herrenhaus gilt als eines der großartigsten Häuser der viktorianischen Ära.[5][6] Da die Innenräume in Art und Niveau der darin ausgestellten Sammlung entsprechen sollten, orientieren sie sich an der italienischen Renaissance. Das Haus enthält aber auch Salons und Zimmer im vergoldeten Stil des späten 18. Jahrhunderts in Frankreich.[7] Ursprünglich hieß das Herrenhaus einfach „Mentmore“. Der Baustil ist eng mit der von Robert Smythson gestalteten Wollaton Hall verwandt.[8] Mentmore Towers wurde von English Heritage als historisches Gebäude I. Grades gelistet. Park und Gärten gelten als historisches Denkmal II. Grades.[9]

Mentmore war das erste Haus einer regelrechten „Rothschild-Enklave“ im Aylesbury Vale, da später andere Mitglieder der Familie Rothschild ihre Landhäuser in Tring in Hertfordshire sowie in Ascott, Aston Clinton und Halton in Buckinghamshire bauten.[10] Seit 1846 hatte Baron Mayer de Rothschild in der Region Land gekauft. 
DE ROTHSCHILD, Mayer Amschel (I55611)
 
4244 Mereau studierte Rechtswissenschaft und Philosophie an der Universität Jena und schloss als Magister der Philosophie und Dr. jur. ab. Er wurde zunächst Advokat am Gesamthofgericht in Jena und Bibliothekar der Universitätsbibliothek.

1795 wurde er ao. Professor der Rechte und erhielt 1800 eine ordentliche Professur in Jena. 1803 wurde Mereau Commissionsrath und Amtmann in Themar, 1806 Oberamtmann in Saalfeld.

Von dort berichtete er während der Franzosenzeit dem Landesherrn Herzog Ernst I. schriftlich über französische Truppenbewegungen. Diese Nachrichten wurden abgefangen und Mereau durch ein französisches Kriegsgericht als Spion zum Tode verurteilt. Es gelang ihm jedoch, über eine Darstellung als Logenbruder gegenüber den wohl auch Logen angehörenden französischen Militärrichtern, die Wiederaufnahme des Verfahrens und den Freispruch zu erreichen.

Er starb nach längerer richterlicher Tätigkeit an einer Lungenentzündung. 
MEREAU, Friedrich Ernst Carl (I52666)
 
4245 Merode
ist der Name eines katholischen rheinischen, zum Hochadel zählenden Uradelsgeschlechts mit dem Stammhaus Kerpen an der Erft, das mit dem Reichsministerialen Warnerus de Kerpene aus dem Geschlecht der Herren von Kerpen zwischen 1065 und 1071 zum ersten Mal Erwähnung findet.[1] Der Name entstammte dem ersten Besitz in Rode bei Langerwehe im Kreis Düren. Die Adelsbezeichnung des Reichsministerialen Wernherus de Rode tritt erstmals am 11. April 1174 urkundlich in Maastricht auf. Ab 1262 liegen im Stadtarchiv Köln urkundliche Siegel des Warnerus de Rode vor. Seit dem 14. Jahrhundert wird die Schreibweise „Merode“ gebraucht.

Geschichte des Hauses Merode
Im Jahr 1473 kamen Kaiser Friedrich III. und Herzog Karl der Kühne von Burgund in Trier zusammen und am 1. Oktober 1473 erhielten folgende Familienmitglieder die Erhebung in den Stand der Freiherren bzw. Freifrau: Johann auf Merode, Rikalt auf Frenz und Hohenfels (Houffalize), Wilhelm auf Veulen, Arnold, Domherr zu Lüttich, und Margarete von Merode.

In Wien wurde am 19. Juni 1622 Freiherr Rikalt von Merode auf Waroux, kurfürstlicher-kölnischer Geheimrat und Oberverweser des Fürstbistum Lüttich sowie dessen Sohn Johann Freiherr von Merode auf Osogne, zum Reichsgrafen nobilitiert.

Das Stammwappen zeigt in Gold vier rote Pfähle. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken der Schild zwischen einem rechts roten, links goldenen offenen Flug.

Das ursprüngliche Stammhaus aus dem 12. Jahrhundert, das jetzige Schloss Merode in Merode (Langerwehe), befindet sich im Privatbesitz von Charles-Louis Prinz von Merode und dessen Familie. Prince Charles-Louis ist Präsident der Europäischen Gemeinschaft historischer Schützenbruderschaften und Prior des Ritterordens vom Heiligen Sebastian in Europa.



Die Herrschaft Merode: über 840 Jahre Geschichte
Kaiser Friedrich Barbarossa (1152 – 1190) betraute um 1170 den aus Kerpen stammenden königlichen Ministerialen Werner mit der Belehnung des königlichen Hofgutes zu Echtz (bei Düren). Über die Lage dieses Hofgutes in Echtz – der Ortsname war ursprünglich Aix – gibt es keine Angaben. Vermutlich lag dieser Hof aber im Bereich der alten Michaelskirche.

Von Echtz aus ließ er in der Nachbarschaft, am Fuße der Eifel, zwischen der von der Rur durchflossenen fruchtbaren Lößplatte und den bewaldeten Eifelausläufern, an der Stelle des heutigen Wasserschlosses, auf einer Rodung einen Sitz anlegen. Dies gab ihm und seinen Nachfolgern den Namen: Aus dem lateinischen «de Rode» und dem mittelhochdeutschen «van dem Rode» bzw. «van me Rode» leitet sich der heutige Name «Merode» ab.

Die «Herrschaft Merode» entwickelte sich bis zum 13. Jh. und umfasste damals die Dörfer Echtz, Geich, Obergeich, Konzendorf, Schlich, D´horn und Merode.

Werner I. (um 1170) und seine Nachfolger Werner II. (um 1220) und Werner III. (gest. 1278) stellten im engeren Kreis mit weiteren Aachener Reichsdienstmannen eine starke Präsenz der Reichsgewalt um die «königliche Villa» in Düren und «der Pfalz» in Aachen. Doch mit der immer schwächer werdenden Stellung des Kaisers verselbständigten sich die Merode noch im selben Jahrhundert.

Werner III. trat oft in der Umgebung des Grafen von Jülich auf. Er fühlte sich zeitlebens eng mit ihm verbunden, offen bleibt, ob er dabei mehr seine eigene politische Rolle spielte oder nur Parteigänger Wilhelms IV. (1219-1278) war. 1348 entließ Kaiser Karl IV. (1316-1387) die Meroder Herrschaft aus der Lehnshoheit des Reiches und unterstellte sie den Herzögen von Jülich. Den Verlust der Reichsunmittelbarkeit haben die Meroder den Herzögen von Jülich gegenüber immer nur partiell anerkannt, und sie verstanden es, mehr als 400 Jahre lang (bis zum Untergang des alten Reiches) innerhalb des Jülicher Staatenverbandes eine Sonderstellung zu bewahren.

Um 1455 stellten sie klar: «dat slot von Merode met den lande en de hoeger heerlichheit is een keyser leen» und unterstehen nur zur Hälfte der Lehnshoheit von Jülich.

Bis Anfang des 18. Jahrhunderts gab es mit den Herzögen Streit um die Steuerhoheit, Titel und Gerichtsbarkeit. Die Familie widersetzte sich unter Berufung auf ihre Unabhängigkeit den Zentralisierungsbestrebungen. 1712 bemühte sich der berühmte Johann Philip Eugen Reichsgraf von Merode und Marquis von Westerloo (heutiges Belgien) (1674 – 1732) um die Erhebung der Herrschaft in ein Reichsfürstentum.

Er machte als kaiserlicher Feldmarschall seinen Einfluss geltend, und obwohl Kaiser Karl VI. (1685-1740) dem Gesuch nicht ablehnend gegenüberstand, scheiterte es an der Haltung des Herzogs von Jülich und den Kurfürsten von der Pfalz. Auch wenn die Merode nur einen Teil ihres Hoheitsrechts von ihrem Ursprungsgebiet zurückbekommen haben, erweiterte sich ihre Lehnsmacht noch im Mittelalter im ganzen Rheinland und entlang der Maas. Zusätzlich vergrößerte sich dabei ihr internationaler Einfluss.

Ab dem 15. Jahrhundert erlangte die Familie u.a. die Herrschaften von Petersheim, Leefdaal, Westerloo, Oolen, Trélon, Deynze und Houffalise. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts dehnten sich ihre Besitztümer auf 400 Gebiete aus, welche sich in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg befanden. Darunter gab es drei Marquisate (Westerloo, Trélon, Deynze), vier Grafschaften (Middlebourg, Thiant, Ongnies und Oolen), 69 Herrschaften und mehr als 50 Schlösser. Noch im 18. Jahrhundert erbten die Merode etliche Grafschaften, u.a. die Fürstentümer Rubempré und Everberg und im frühen 19. Jahrhundert das Fürstentum Grimbergen.

Im Oktober 1794, nach dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen, hob man die Verfassung von Merode auf und ersetzte sie durch ein Behördensystem nach französischem Vorbild. Die unterste Verwaltungseinheit war die Mairie. Sie wurde in Echtz eingerichtet und umfasste genau den alten Herrschaftsbereich. Nach 1815 fiel das Rheinland an Preußen.

Man übernahm die von den Franzosen geschaffene Verwaltung mit dem kleinen sprachlichen Unterschied, dass die Mairie die Bürgermeisterei wurde.

Als dann 1972 die Neugliederung der Verwaltung in Kraft trat, ließen die Entscheidungsträger leider die historischen Gesetzmäßigkeiten unberücksichtigt.

Durch die erfolgreiche Heiratspolitik der Familie stammen die meisten berühmten deutschen, belgischen oder französischen Familien dem Geschlecht derer von Merode ab.

Gleichzeitig zählen berühmte historische Persönlichkeiten zu den Vorfahren der Familie; in ihren Stammtafeln befinden sich u.a. Karl der Große, Wilhelm der Eroberer, Heiliger Ludwig IX von Frankreich, Ludwig IV von Bayern, Montezuma, Cortès, mehrere Kaiser von Konstantinopel, Könige von Polen und Herzöge von Burgund.

Aus der Familie sind auch ein Erzbischof und Minister am Heiligen Stuhl, viele Domherren, mehrere Generäle, zwei Feldmarschälle, mehrere Minister, Senatoren, Gouverneure und Bürgermeister hervorgegangen.

Viele der Vorfahren mussten jedoch ihr Leben auf den Kriegsfeldern lassen. Der berühmteste unter ihnen ist Frédéric von Merode, (Bruder von Félix) der Held der belgischen Unabhängigkeit.

Dem direkten Vorfahren der jetzigen Schlossbesitzer, Felix von Merode, wurde 1830 der belgische Thron angeboten: diesen wies er jedoch ab, da er jemanden aus dem Hause Sachsen-Coburg-Gotha bevorzugte, um so Anerkennung von England zu bekommen. Demnach wurde Leopold von Sachsen-Coburg-Gotha der erste belgische König.

Baugeschichte
Wie die erste Niederlassung Werners im 12. Jahrhundert aussah, ist leider nicht bekannt. Sicher war es ein kleines befestigtes Gutshaus. Die Bezeichnung «Castrum de Rode» (Burg Merode) wird 1263 erstmals erwähnt. In der Zeit des 13. und 14. Jahrhunderts bekam die heutige Anlage ihren Charakter als imposante Festung.

Dem 15. Jahrhundert gehören noch die Außenmauern der Ostpartie und vielleicht auch noch der schwere Unterbau des Bastionsturmes (Kapellenturm) an. Aus dem 17. Jahrhundert entstammen die Türme mit der für die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts charakteristischen Gliederung durch Horizontalbänder aus Haustein, die den Geschossabsätzen, Fensterbänken, Quersprossen und Stürzen der Fenster folgen.

Das heutige Aussehen des Stammschlosses geht weitgehend auf die Bautätigkeit des Feldmarschalls Johann Philipp Eugen (1674-1732) zurück. Typisch sind der Einbau von 1.700 größeren Stichbogenfenstern mit kräftiger Überdachung aus Keilsteinen. Aber auch zu Beginn des 20. Jh. verändern noch größere Umgestaltungen den ehrwürdigen Bau.

Im letzten Krieg wird Merode durch einen Bombenangriff von alliierten Flugzeugen am 17.11.1944 stark beschädigt.

Doch trotz dieser Zerstörungen konnte das Schloss weiter als Schutz für die Bevölkerung während der Angriffe dienen. Der Fürst von Merode, damals belgischer Staatsbürger, ließ in dieser Zeit Medikamente und Nahrung von Belgien nach Deutschland überbringen.

Nach Kriegsende hat er trotz erheblicher Behinderungen von Seiten der englischen Besatzung umgehend mit den Wiederaufbauarbeiten begonnen. So konnte die Bausubstanz vor der Verwitterung bewahrt werden.

Die Arbeiten am Schloss sicherten der Dorfbevölkerung Arbeitsplätze und verstärkte die über Jahrhunderte alte Verbundenheit der Bevölkerung mit dem Schloss und seiner Familie. Der Nordwestturm und Teile des Renaissanceflügels wurden nicht wieder aufgebaut.

Bis weit in die 90er Jahre hinein dauerten die Wiederaufbauarbeiten, bis Merodes Wahrzeichen sich wieder stolz und prächtig dem Betrachter präsentieren konnte.

Ein großer Brand am 19. Juni 2000 beschädigte 80% der restaurierten Teile des Schlosses. Großteile des Dachstuhls und ein Eckturm aus dem 17. Jahrhundert mit seiner unter flämischen Einfluss entstandenen Barockhaube sind völlig ausgebrannt.

Die Wohnräume wurden bis in den Keller durch die Löschwassermengen (15.000 Liter pro Minute) zerstört oder beschädigt. Fast alle Möbel, Bilder und Bücher wurden vernichtet oder schwer beschädigt. Die überaus hilfsbereite Bevölkerung und Freunde haben geholfen, die zu rettende Inneneinrichtung aus dem feuchten Schloss in Sicherheit zu bringen. Der abgebrannte Dachstuhl wurde mit Hilfe von Kränen und Containern abgenommen und schließlich das Gebäude mit Planen vor Regen geschützt.

Mit Unterstützung der Bevölkerung und dem Enthusiasmus einzelner Menschen haben sich die Prinzen von Merode sofort entschlossen, alles Mögliche zu unternehmen, um dieses bedeutende Denkmal zu restaurieren.

Noch im selben Jahr wurde auf Initiative der Bevölkerung der «Förderverein Schloss Merode» gegründet.

Trotz der Zerstörung wurde alles unternommen, um die geplanten Veranstaltungen, wie beispielsweise die Konzerte für die Kreiskulturtage im September 2000, zu ermöglichen.

Die Fertigstellung der Zimmererarbeiten wurde am 11 September 2004 mit einem Richtfest im Schloss gefeiert. So konnte man mit den Innenarbeiten und den Fassadensanierungen beginnen.

Das Verhältnis der «Herrschaft» zur Bevölkerung
Pastor Josef Ossemann 1924-1941 – Pfarrer in D’horn – hat als erster die Geschichte der Pfarre und damit auch die Beziehung der Herrschaft Merode zur Bevölkerung beschrieben («die Herrschaft unserer Heimat 1931»).

Die Bewohner der «Herrschaft» waren «Hörige» oder Heuerleute, die zwar im Dienst der «Herrschaft» standen, aber berechtigt waren, Eigentum zu erwerben.

Wenn die Herren in den Krieg zogen, oder Stammesfehden hatten, mussten die Männer mitziehen. Zur Zeit des Friedens bebauten sie ihr eigenes Stück Land, mussten aber an bestimmten Tagen – besonders z. Zt. der Ernte – auf dem Schloss mitarbeiten.

Kühe und Schweine durften sie allerdings nach einer festgesetzten Ordnung auf die Gemeindewiese und in den Wald treiben. Holz holen für den Hausbedarf war erlaubt.

Infolge der Französischen Revolution wird die Abhängigkeit der Bevölkerung von der Schlossherrschaft aufgelöst. Das Schloss gibt die Eigenwirtschaft auf, verpachtet die Ländereien und bietet so den bäuerlichen Bewohnern die Gelegenheit, den eigenen Betrieb zu vergrößern.

Schloss und Dörfer waren oft Herberge fremder Truppen; im spanischen Erbfolgekrieg – darüber gibt es einen Kartographischen Bericht – zur Zeit Napoleons und auch nach dem 1. Weltkrieg.
Pastor Herman Kaiser (November 2006)

Die Armenpflege in der Herrschaft Merode
Durch das Gebiet der Herrschaft führte mutmaßlich schon in der Römerzeit – auf jeden Fall im Mittelalter – die Heerstraße Frankfurt – Köln – Aachen. Daran gelegen war eine Kapelle, deren Bauteile aus dem 11./12. Jahrhundert stammen. Seit dem 15. Jahrhundert ist an dieser Kapelle ein «Hospital» nachgewiesen, eine Merodische Stiftung. Von diesem Hospital, worüber es umfangreiche Urkunden gibt, ging die Versorgung der Armen in der «Herrschaft» aus.

Den in den Listen oft namentlich aufgeführten «Hausarmen» – darunter waren viele Witwen – wurde Brot, Bier, Kleidung, Schuhe, Kohle, Geld und auch Totenladen geschenkt.

Sogar der «Wundarzt» wurde vom Hospital zu den kranken Hausarmen geschickt. Das Hospital wurde um 1870 abgebrochen. Was aus der Armenstiftung der Merode wurde, ist nicht genau nachzuweisen. Sicher ist aber, dass im Bereich der Pfarrdörfer das sogenannte «Grafenbrot» bis in die Zeit nach dem Krieg beim Bäcker in Schlich ausgegeben wurde.

Dach dem Krieg 1944/45 herrschte in den stark zerstörten Dörfern große Not. Besonders an Medikamenten und Kindernahrung fehlte es.

Bei den ständigen Fahrten der Fürstin von Westerloo nach Merode war das Auto oft vollgeladen mit Spenden an Kinderkleidung, Nahrung und Medikamenten, so dass in mancher Not geholfen werden konnte.

Pastor Herman Kaiser (November 2006)

Bildnachweis: Archivphotos

Text, Gestaltung und ©: Carl-Ludwig Prinz von Merode

Literaturverzeichnis:
DOMSTA, H.J.: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, 1974
MARTIN, G.: Histoire et Généalogie de la Maison de Merode, 1999

Schloss Merode
D-52379 Langerwehe-Merode info@schlossmerode.de
 
VON MERODE, N. (I37436)
 
4246 Merode ist der Name eines katholischen, zum europäischen Hochadel zählenden rheinischen Uradelsgeschlechts mit dem Stammhaus Kerpen an der Erft, das mit dem Reichsministerialen Warnerus de Kerpene aus dem Geschlecht der Herren von Kerpen zwischen 1065 und 1071 zum ersten Mal Erwähnung findet.[1] Aus dem erstmals 1174 genannten, lateinischen „de Rode“ und dem mittelhochdeutschen „van dem Rode“ bzw. „van me Rode“ leitet sich der Name Merode ab, der auf den Stammsitz der Familie, das Schloss Merode, zurückgeht. Es wurde auf einer Rodung im heutigen Merode bei Langerwehe im Kreis Düren errichtet und befindet sich im Besitz des Fürstenhauses Merode.



Haus Schwansbell in Horstmar (Stadt Lünen) gelangte nach dem Aussterben der gleichnamigen Familie 1727 durch Heirat und Kauf an die von Merode zu Merfeld

Vikarienstiftung
1515 Stiftung und Ausstattung der Vikarie St. Johannes Baptistae et Evangelistae in der Kirche St. Mariae zu Lünen durch die Eheleute Heinrich von Schwansbell und Ida von Beesten zu Haus Sythen (E: Johann von Beesten oo 1481 Cunigunde von Westerholt)
Familie
1699 Heinrich Wennemar von Merode zu Schwansbell
1715 Heinrich Wennemar von Merode zu Schwansbell und Merfeld
Ritterzettel, Präsentlisten zum Landtag 1666-97
von Schwansbell zu Schwansbell und zum Oberfelde.
Schwansbell, 25.06.1700: Die Eheleute Heinrich Adolf von Schwansbell zu Schwansbell und Maria Ursula Frau von Schwansbell schreiben dem Kurfürsten von Brandenburg, dass sie den Rittersitz Schwansbell dem Freiherrn von Merode aus Altersgründen überlassen haben, aber auch, weil die Schwansbellschen Güter durch die Voreltern, durch Auszahlungen an die Schwestern und Brüder und anderes hoch verschuldet sind. Sie können weder die Zinsen aufbringen, noch die Baulichkeiten wie Mühlenkästen, Schleusen, Einzäunungen der Lippeweiden, des Hauses Schwansbell und die dazugehörigen Gebäude, die alle baufällig sind, instand halten. Auch haben sie sehr unter dem Herrn von Syberg zu leiden gehabt, der alle 8 oder 14 Tage mit 20 oder 30 Schützen vor das Haus Schwansbell kam und alles, was abzutransportieren war, wie Pferde, Milchkühe, Schweine, Schafe, Gänse, Hühner, Fische, Räder der Mühlenkarren, Winden und Hebeeisen mitnahm sowie die Kornmühle und Lebensmittel gewaltsam wegnahm. Dies geschah, da der Herr von Syberg die älteste Tochter ohne väterliche Zustimmung heiratete. Die Eheleute überließen das Haus Schwansbell dem Freiherrn von Merode, um in ihrem Alter die notdürftigen Lebensmittel zu sichern. Sie bitten den Kurfürsten, seinen Beamten zu befehlen, den Freiherrn von Merode in seinem Besitz zu schützen und anzuerkennen.
Familie v. Merode zu Schwansbell
Dezember 1699: Wilhelm Wever, Richter zu Lünen, beurkundet, dass Heinrich Adolf von Schwansbell und seine Ehefrau Maria Ursula Frau von Merfeld zu Westerwinkel, Frau von Schwansbell, dem Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode und dessen Erben ihr adeliges Haus Schwansbell überlassen mit allem Zubehör dies- und jenseits der Lippe. Auf Bitten der Eheleute setzt der Richter in Anwesenheit des Fronen Heinrich Trimbusch Merode in den Besitz ein.

14.12.1726 Henrich Wennemar Freiherr v. Merode zu Schwansbell und Merfeld
Warhaffte Facti Species In Sachen Herrn von Merode zu Schwansbell contra Herrn Graffen von Plettenberg zu Nordtkirchen Münster in Westphalen: Nagel, 1730. Digitalisat der ULB Münster
1756 Aufstellung eines Güterverzeichnisses des Schwachsinnigen von Merode zu Schwansbell durch den Curator von Merode zu Merfeld. [1]
Besitzwechsel
Maximilian Friederich von Westerholt-Gysenberg zu Haus Berge und Haus Oberhausen wurde Erbe seines Vetters Maximilian und erhielt außer Haus Löringhof auch noch Haus Schwansbell, welches dessen Vater Gisbert 1780 durch Heirat erhalten hatte. Er ist Begründer der Linie von Westerholt-Arenfels.

Archiv
1952 wurde das Archiv vom Stadtarchiv Dortmund gekauft und 1998 dem Stadtarchiv Lünen als Depositum übergeben.
Bestand: 240 Urkunden, 400 Akten (1463-1923), darin Familien von Schwansbell, Merode, Hövel, Adelsheim, Wrede, Diepenbrock; Landessachen; Gutsverwaltung; Stadt Lünen.
Findbuch im Westfälischen Archivamt
 
VON MERODE ZU SCHWANSBELL, Gottfriede Benedikta (I45745)
 
4247 Merveldt (auch Meerveldt oder Merfeld) ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts, welches dem Uradel angehört. Die Herren von Merveldt gehören zu den ältesten Geschlechtern im Münsterland. Merfeld, der namensgebende Stammsitz der Familie, ist heute ein Ortsteil der Stadt Dülmen im Kreis Coesfeld.

Geschichte
Herkunft
Als erster nachweisbarer Angehöriger der Familie erscheint im Jahre 1169 der Ministeriale Henricus de Merevelde urkundlich.[1] Die gesicherte Stammreihe beginnt mit dem in Urkunden „ministerialis beati Pauli“ genannten Hermannus de Mervelde ab 1227, Ministerialer der Bischöfe von Münster.[2] Bernd und Hermann von Merveldt, ab 1251 urkundlich erwähnt, waren bischöflich-münsterische Burgmannen zu Dülmen.

Ausbreitung und Linien
Die Enkel des Stammvaters Hermann begründeten drei Linien. Die erste von Johannes, Ritter und Schenk des Bischofs von Münster, abstammende Linie nannte sich später nur Schenk und war noch bis 1400 um Dülmen ansässig. Hermann, Burgmann auf der Burg Stromberg, begründete die zweite Linie, die 1691 erlosch (ansässig auf dem namensgebenden Stammsitz Merfeld). Die dritte, noch heute blühende Linie, begründet Heinrich, Ritter und, wie sein Bruder, Burgmann zu Stromberg (später ansässig auf Schloss Westerwinkel). Ein aus dieser Linie abstammender Zweig wurde später auch in Kurland ansässig.

Zahlreiche Mitglieder der Familie blieben in bischöflich-münsterischen Diensten und wurden Domherren im Hochstift Münster. Später gelangten sie aber auch in die Domkapitel von Hildesheim, Osnabrück und Paderborn. In St. Mauritz und Xanten waren sie Stiftsherren. Weibliche Mitglieder der Familie traten als Stiftsdamen im Kanonissenstift Überwasser in Münster, Borghorst und im St.-Bonifatius-Stift in Freckenhorst auf.

Linie zu Merfeld

Haus Merfeld bei Dülmen
Während die Linie zu Westerwinkel stets in engem Kontakt zum bischöflichen Landesherrn stand, suchte die Linie zu Merfeld im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert ihre Herrschaft gegen alle landesherrlichen Einflüsse abzugrenzen. Die Behauptung einer eigenen Gerichtsbarkeit inklusive Richtstätte und der Aufbau eines reformierten Kirchenwesens in Merfeld waren für Adolf III. von Merveldt (1546–1604) und Johann Adolf von Merveldt (~1580–1619) die geeigneten Instrumente zur Verteidigung ihres lokalen Herrschaftsanspruchs. Die konfessionelle Opposition zum Fürstbischof war typisch für viele Familien des westfälischen Adels zu dieser Zeit. 1691 ist die Linie zu Merfeld erloschen, und das Haus Merfeld fiel im Erbwege an die Familie von Merode.

Linie zu Westerwinkel

Schloss Westerwinkel, seit ca. 1430 bis heute im Besitz der Familie

Der Drostenhof (Wolbeck) in Münster, 1557 errichtet, ist bis heute im Besitz der Familie.

Schloss Lembeck, seit 1708 im Besitz der Familie

Schloss Freckenhorst (ehemalige Neue Abtei, unterhalb der Stiftskirche), seit 1841 im Besitz der Familie
Bischof Heidenreich von Münster belehnte den Marschall Heinrich von Merveldt 1389 mit Wolbeck. Dort besaßen die Herren von Merveldt bis zur Säkularisation das Amt des Drosten. Ab 1545 errichteten sie sich als Wohnsitz den Drostenhof Wolbeck, der bis heute im Besitz der Familie blieb.

Um 1430 wurde Hermann von Merveldt (1399–1450), Marschall des Fürstbischofs von Münster und Droste des Amtes Stromberg, von den Grafen von Limburg mit dem Besitz Schloss Westerwinkel belehnt. Durch sein mäßigendes Auftreten war Hermann von Merveldt am Abschluss des Kranenburger Vertrages (23. Oktober 1457) zur Beendigung der münsterischen Stiftsfehde (von 1450 bis 1457) beteiligt. Im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts musste die Familie das Gut zweimal verkaufen, gelangte jedoch einmal durch Rückkauf und einmal durch Heirat wieder in den Besitz von Westerwinkel, der ihnen bis heute geblieben ist.

Während der Täuferunruhen in Münster traten die Herren von Merveldt auf die Seite des Bischofs von Münster. Dietrich von Merveldt († 1564), Drost zu Wolbeck, unternahm 1532 einen vergeblichen Versuch, mit einem Bauernaufgebot die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen. Als Dirk von Merveldt eine wichtige Rolle bei der Eroberung Münsters aus den Händen der Münsteraner Täufer spielte und selbst den Täuferkönig Jan van Leyden gefangen nahm, überwanden die Merveldts durch Kriegsbeute ihre finanziellen Engpässe. So konnte Dirk von Merveldt den Drostenhof in Wolbeck errichten, ein Meisterwerk der Renaissance. Durch seine Ehe mit Ursula von Diepenbrock gelangte er 1567 auch wieder in den Besitz von Westerwinkel. Im Jahre 1589 kaufte Theodor Hermann von Merveldt zu Westerwinkel außerdem die Burg Geinegge in Bockum-Hövel.

Aus der Linie zu Westerwinkel war Dietrich Hermann I. von Merveldt zu Westerwinkel (1598–1658) kurkölnischer Oberhofmarschall und Gesandter auf den Reichstagen in Regensburg. Beginnend mit seinem Sohn Dietrich Hermann II. (1624–1688) waren alle Stammherren der Familie münsterische (Obrist-)Hofmarschälle, (Geheime) Räte und Drosten zu Wolbeck. 1667 gelang es durch Zahlung einer Geldsumme, Westerwinkel aus dem Hohenlimburger Lehens­verhältnis herauszulösen und so ins persönliche Eigentum der Familie zu bringen. Nur ein Jahr später, am 17. Februar 1668, wurde Theodor Hermann von Merveldt (1624–1696) von Kaiser Leopold I. in den erblichen Freiherren­stand erhoben. Diese Standeserhöhung zog ein gehobenes Repräsentationsbedürfnis nach sich. Deshalb ist das zu dieser Zeit errichtete Schloss Westerwinkel eines der frühesten Barockschlösser Westfalens. Am 20. Dezember 1726 wurden die Reichsfreiherren von Kaiser Karl VI. in den erblichen Reichsgrafen­stand erhoben. Eine angestrebte Reichsstandschaft wurde wegen Streitigkeiten in der Familie und durch Eingriffe des bischöflichen Landesherren jedoch verhindert.

Der Wolbecker Drost Ferdinand Dietrich Freiherr von Merveldt zu Westerwinkel heiratete 1708 Maria Josepha Anna Gräfin von Westerholt, die Erbtochter des 1702 verstorbenen Grafen Dietrich Conrad Adolf von Westerholt. Dieser hatte von 1670 bis 1692 Schloss Lembeck zu einem der größten Wasserschlösser des Münsterlandes aus- und umbauen lassen. Lembeck sowie das zugehörige Haus Empte bei Dülmen befinden sich bis heute im Besitz der Grafen von Merveldt. August Ferdinand Graf von Merveldt erwarb 1825 Haus Ostendorf hinzu. Graf Karl von Merveldt auf Lembeck erwarb 1841 die ehemalige Neue Abtei des aufgelassenen St.-Bonifatius-Stifts Freckenhorst, die sich ebenfalls bis heute im Familienbesitz befindet. Ferdinand Graf von Merveldt heiratete Maria-Anna Freiin Droste zu Hülshoff (1866–1947), als deren Erbe die Güter Welpe und Füchtel in Vechta bis heute in Familienbesitz kamen.

Besitzungen
Während des 19. Jahrhunderts gehörten zum Besitz der Familie die Rittergüter Lembeck, Ostendorf und Hagenbeck im Kreis Recklinghausen, Steinhaus in Werne, Burg Geinegge (in Bockum-Hövel) und Schloss Westerwinkel (bei Herbern) im Kreis Coesfeld, Drostenhof Wolbeck bei Münster (Wolbeck ist heute Ortsteil von Münster), Huxdiek und Seppenhagen im Altkreis Beckum, Freckenhorst im Kreis Warendorf, Haus Empte bei Dülmen im Kreis Coesfeld und – aufgrund Einheirat in die Familie Droste zu Hülshoff – das Gut Füchtel in Vechta (Niedersachsen). Von 1717 bis 1923 bestand ein Familienfideikommiss.

Standeserhebungen
Dietrich Hermann von Merveldt (1624–1688), fürstbischöflich münsterischer Geheimrat, Hofmarschall und Drost zu Wolbeck, wurde am 17. Februar 1668 von Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Goswin Hermann Otto von Merveldt (1661–1727) war von 1721 bis 1727 Großprior des Johanniterordens in deutschen Landen und als solcher Reichsfürst von Heitersheim. Am 20. Dezember 1726 wurden Dietrich Burchard Reichsfreiherr von Merveldt, kurfürstlich kölnischer und fürstbischöflich münsterischer Geheimrat und Oberhofmarschall, und alle seine Nachkommen, von Kaiser Karl VI. in den Reichsgrafenstand mit der Anrede Hoch- und Wohlgeboren und einer Wappenbesserung erhoben. Des Weiteren wurde den Herren von Merveldt das Erbmarschallsamt im Fürstentum Münster, durch preußische Verleihung am 15. Oktober 1840 zu Berlin, Diplom ausgestellt am 28. Dezember 1846 in primogenitur (für den Erstgeborenen des Gesamtgeschlechts) verliehen. Das Böhmische Inkolat im Herrenstand erhielt Maximilian Graf von Merveldt, k.u.k. Kämmerer und Geheimrat sowie Generalmajor und Oberhofmeister des Erzherzogs Franz Karl am 26. Februar 1848 zu Wien.

Wappen
Das Stammwappen zeigt in Blau ein goldenes Gitter, bestehend aus zwei aufgerichteten und einem gestürzten Sparren. Auf dem Helm ein wie der Schild bezeichnetes Schildchen vor zwei mit drei schrägrechten bzw. schräglinken goldenen Balken belegten blauen Straußenfedern. Die Helmdecken sind blau-golden. (Die Linie von und zu Merfeld führte ein rotes Gitter auf goldenem Grund.)

Namensträger

Grab der Grafen von Merveldt auf dem Friedhof Bad Ischl

Merveldtstraßen, wie hier in Marl, erinnern an das Geschlecht
Hermann von Merveldt, 1397 Domherr zu Münster
Johann von Merveldt, 1413 Domherr zu Münster
Bernhard von Merveldt, † 1510, Domherr zu Münster
Johann von Merveldt, 1525 Domherr zu Münster
Dietrich Hermann I. von Merveldt zu Westerwinkel (1598–1658), Hofmarschall und Kanzler im Hochstift Münster
Adolf Dietrich Hermann von Merveldt (1623–1639), Domherr in Münster und Paderborn
Dietrich Hermann II. von Merveldt zu Westerwinkel (1624–1688), Amtsdroste in Wolbeck
Dietrich Burchard von Merveldt (1652–1729, Sohn von Dietrich Hermann II.), Amtsdroste in Wolbeck
Ferdinand Dietrich von Merveldt (1681–1765), Amtsdroste in Wolbeck und kurkölnischer Kämmerer
Franz Arnold von Merveldt (1713–1765), Domherr in Münster und Amtsdroste in Wolbeck
Burchard Alexander von Merveldt (1714–1775), kurkölnischer Kämmerer
Clemens August von Merveldt (1722–1781), Obristmarschall und Amtsdroste in Wolbeck
August von Merveldt (1759–1834), deutscher Politiker und Amtsdroste in Wolbeck
Maximilian Ferdinand von Merveldt (1727–1790), Domherr in Hildesheim und Münster
Maximilian Heinrich Burchard von Merveldt (1684–1732), Domherr in Osnabrück und Münster
Adolf Bernhard von Merveldt (1657–1737), Präsident der Landschaftspfennigkammer
Goswin Hermann Otto von Merveldt (1661–1727), Großprior des deutschen Malteserordens
Felix Friedrich Graf von Merveldt (1862–1926), deutscher Beamter und Politiker (DNVP)
Ferdinand von Merveldt (Politiker, 1840) (1840–1905), Gutsbesitzer und Mitglied im preußischen Herrenhaus
Hanns Hubertus Graf von Merveldt (1901–1969), Maler
Karl von Merveldt (1790–1859), Landrat und Mitglied im preußischen Herrenhaus
Maximilian Friedrich von Merveldt (1764–1815), deutscher Militär und Diplomat in habsburgischen Diensten
Paul von Merveldt (1871–1929), deutscher Landschafts- und Porträtmaler der Düsseldorfer Schule
Literatur
Rudolfine von Oer: Merveldt, von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 191–193 (Digitalisat).
Otto Hupp: Münchener Kalender 1910. Buch u. Kunstdruckerei AG, München/Regensburg 1910.
Bastian Gillner: Freie Herren – Freie Religion. Der Adel des Oberstifts Münster zwischen konfessionellem Konflikt und staatlicher Verdichtung 1500–1700 (= Westfalen in der Vormoderne, 8). Münster 2011, ISBN 978-3-402-15050-4.
Bastian Gillner: Schloß und Kirche. Zur adeligen Nutzung des dörflichen Kirchenraumes im frühneuzeitlichen Stift Münster. In: Heike Düselder et al. (Hrsg.): Adel und Umwelt: Horizonte adeliger Existenz in der frühen Neuzeit. Köln 2008, ISBN 978-3-412-20131-9, S. 181 ff.
Heinrich Glasmeier: Das Geschlecht von Merveldt zu Merfeld. Ein Beitrag zur Familien- und Standesgeschichte der Münsterschen Ritterschaft. In: Heinrich Glasmeier (Hrsg.): Stand und Land in Westfalen, Heft 6. Verlag F&A Temming, Bocholt 1931.
Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VIII, Band 113 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1997, ISSN 0435-2408
Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XVIII, Band 139 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2006, ISSN 0435-2408
Arnold Robens: Der ritterbürtige landständische Adel des Großherzogthums Niederrhein : dargestellt in Wapen und Abstammungen. Weiß, Aachen 1818, Band 2, S. 322–326 (online bei der Heinrich Heine Universität Düsseldorf); Neudr. im LTR-Verl., Wiesbaden, ISBN 3-88706-054-7. 
VON MERFELDT, Elseke (I45668)
 
4248 METTLEN ist eine ehemalige Ortsgemeinde und eine Ortschaft in der Gemeinde Bussnang im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau.
METTLEN wurde 845 (?) erstmals als Mittalono urkundlich erwähnt. Im Frühmittelalter war das Kloster St. Gallen in METTLEN begütert. 1155 überliess EBERHARD VON METTLEN dem Domstift Konstanz seine Güter. Die Vogtei über METTELN kam 1221 von den Toggenburgern an die FREIHERREN VON BÜRGLEN. Bis 1798 teilte METTELN nun das Schicksal der Herrschaft Bürglen.  
N., N. (I23902)
 
4249 Meyer BS, zum Pfeil
Fam. aus Basel. Einige Mitglieder waren Meier von Büren (SO) und gehörten zum Adelsstand. Im MA waren die M. primär in herrenzünft. Berufen (Münzwesen, Handel) tätig, vom 17. bis 19. Jh. vermehrt als Handwerker. In dieser Zeit absolvierten einige von ihnen akadem. Karrieren. Mit dem Ratsschreiber Niclaus etablierte sich das Geschlecht in der polit. Führung Basels. Niclaus Söhne, die Bürgermeister Adelberg (->) und Bernhard (->), festigten die Stellung der M. in der Ober- und Führungsschicht Basels. Adelbergs Sohn Hans Ludwig war Dreizehner. Die elfjährige Fehde zwischen Adelbergs gleichnamigem Enkel und der Fam. Eckenstein zu Beginn des 17. Jh. verursachte den soziopolit. Abstieg des Geschlechts. Hans Conrad war im 17. Jh. der letzte Regimentsvertreter der Fam., die zu Beginn des 20. Jh. in Basel nicht mehr ansässig war. Adelberg und Bernhard verfassten den Beginn einer Familienchronik, welche die Blüte der M. dokumentiert. 
MEYER, Henmann (I41725)
 
4250 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55475)
 

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