Strauss Genealogie


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3551 Johann II. von Sponheim heiratete Katharina von Ochsenstein (Nichte König Rudolfs von Habsburg)[1]. Eine früher vermutete Ehe mit einer Katharina von Vianden ist mittlerweile widerlegt[2]. Johann war Parteigänger von Heinrich VII. und stand damit in Opposition zur vorderen Grafschaft Sponheim. Er nahm am Romzug teil und ist als Teilnehmer in der Bilderchronik abgebildet. Er wird durch Brief vom Jahre 1305 der Stadt Trier Bürger, die sich dagegen verpflichtet, ein Jahrgeld von 100 Pf. Pfennig an ihn zu entrichten. Graf Johann II. von Sponheim-Starkenburg erscheint in Urkunden von den Jahren 1309 und 1310 als Landvogt.[3][4] Bestätigung aller Privilegien, welche König Heinrich und andere Reichsvorfahren verliehen hatten, gewährte Kaiser Ludwig ihm 1314;[5] im gleichen Jahr wurde er von Kurfürst Balduin von Trier zum obersten Amtmann der Trierischen Lande, zwischen Mosel und Rhein gelegen, ernannt.[3][6] Johann II. wurde im Kloster Himmerod beigesetzt. (SPONHEIM-STARKENBURG), Johann II. (I54327)
 
3552 Johann III. von Sponheim war der erste Sohn des Grafen Heinrich II. von Sponheim und dessen Frau Loretta von Salm. Er hatte zwei Brüder, Heinrich und Gottfried. Er wurde 1331 mit Mechthild von der Pfalz vermählt, Ludwigs des Bayern Nichte. Wichtige Ereignisse, die in seiner Regierungszeit stattfanden, schließen die Errichtung des Heilig-Geist-Hospitals in Enkirch und einen Krieg mit dem Trierer Erzbischof Boemund II. von Saarbrücken mit großen Schäden auf beiden Seiten ein. Graf Johann III. von Sponheim hatte, gleichwie seine Mutter, häufige Zwistigkeiten mit der trierischen Kirche. Johann führte eine Fehde gegen den Erzbischof Balduin von Luxemburg; diese wurde durch Sühne vom 13. April 1347 vertragen. Erzbischof Balduin setzte ihn am 4. Januar 1351 zum obersten Amtmann der rechts der Mosel liegenden Trierer Lande ein.[1] Balduins Nachfolger, Boemund, geriet 1356 mit Johann und dessen Schwager Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz in Streit um den Zoll bei Enkirch. Diese andere Fehde wurde vielen trierischen Orten durch Raub und Brand verderblich, aber Boemund zerstörte Starkenburg, Kirchberg und trieb Sponheim so in die Enge, dass Johann 1360 den Frieden erbitten musste.[2] Die nachfolgende Fehde zwischen Johann und seinem Vetter Walram war von keiner großen Bedeutung, da sie bald wieder ausgeglichen wurde. Am 9. Mai 1368 verlieh er das durch den Tod Simons von Waldeck erledigte sponheimische Erbmarschallamt und das mit diesem Lehen verbundene Dorf Sevenich dem Herrn Friedrich von Ehrenburg. Für Winterburg, Koppenstein und Birkenfeld erwarb er 1330 Stadtrechte vom Kaiser Ludwig. In Trarbach baute er eine Kirche; in welchem Jahr ist nicht bekannt; allein früh setzte er einen Abt aus dem Himmeroder Kloster nach Traben, der täglich, und in Abwesenheit des Grafen, dreimal wöchentlich, in Trarbach Messe lesen musste. Ob er an dem Zuge, den Graf Kuno II. von Falkenstein und Graf Walram von Sponheim 1362 gegen die das linke Rheinufer verheerenden Engländer unternahmen, teilgenommen, ist ungewiss. Johann III. ist der Erbauer der Grevenburg (Grafenburg) über Trarbach, die am 3. Oktober 1357 erstmals namentlich erwähnt wird. Er wurde im Kloster Himmerod beigesetzt. (SPONHEIM-STARKENBURG), Johann III. (I54324)
 
3553 Johann Jacob Julius Möller (* 20. April 1793 in Duisburg; † 10. Juni 1877 in Elberfeld) war Kaufmann und Präsident der Handelskammer von Elberfeld und Barmen.

Leben
Möller stammt aus einer Pfarrersfamilie und war der Sohn von Anton Wilhelm Möller, Oberkonsistorialrat in Münster, er heiratete 1828 die Tochter des Kaufmanns Peter Jakob Wortmann, Anna Margarete Wortmann (* 1802). Als Inhaber einer bedeutenden Baumwoll- und Farbhandlung wurde Möller im April 1836 zum Mitglied der Kammer gewählt. Mehrfach wurde ihm die Leitung von Sonderkommissionen übertragen. Im Juni 1847 wurde zum Präsidenten der Kammer gewählt, schied aber bereits Oktober 1849 aus. Die Wiederwahl als Kammermitglied lehnte er aufgrund seiner anderen Tätigkeiten für das Gemeinwohl ab. So war er, neben seiner Arbeit im kirchlichen Leben, beispielsweise 1859 bis 1865 Stadtverordneter und als Handelsrichter war er tätig. 
MÖLLER, Johann Jakob Julius (I44209)
 
3554 Johann Kaspar Eller (* 1727 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal); † 17. April 1796 ebenda) war Bürgermeister in Elberfeld.

Eller wurde als Sohn des Kaufmanns Johannes Eller (1691–1765) und dessen Frau Sara Ida Schüll (1697–1747) geboren und am 23. Januar 1727 getauft. Er selbst heiratete am 10. Oktober 1747 in Ronsdorf die aus Düsseldorf stammende Maria Katharina Hoffstadt (1730–1809), mit der er zwei Kinder hatte, darunter den Bürgermeister des Jahres 1780 Johannes Eller (1749–1814). Er gehörte gemeinsam mit seiner Frau, genau wie seine Eltern und seine Großeltern, eine Zeit lang den Zioniten in Ronsdorf an, wo sie während dieser Zeit wohnten. Der Bruder seines Vaters, Elias Eller (1690–1750), hatte diese Sekte gegründet.

Eller selbst begann wie sein Vater ebenfalls als Kaufmann auf der Vikarie in Elberfeld und kam 1761 erstmals in den Rat der Stadt Elberfeld, dem er bis 1762 angehörte. Im Jahr 1763 wurde er zum Bürgermeister gewählt und im Jahr darauf war er Stadtrichter. Danach war er von 1765 bis 1768 erneut Ratsmitglied und anschließend ab dem 30. August 1768 Schöffe am Stadtgericht. 
ELLER, Johann Caspar (I49265)
 
3555 Johann Konrad Schragmüller (* 1605 in Grünstadt; † 10. März 1675 in Speyer) war ein deutscher evangelischer Theologe und Hochschullehrer.

Leben
Johann Konrad Schragmüller wurde als Sohn des Valentin Fabian Schragmüller (* 1580 in Ladenburg; † 6. Mai 1630 in Sausenheim), Schulmeister und Diakon in Grünstadt, 1607 Pfarrer in Albsheim, 1610 Pfarrer in Quirnheim und 1621 Pfarrer in Neuleiningen und dessen Ehefrau Anna Amalie, Tochter des Johannes Tripodius (* 1553 in Monsheim; † 1626 in Grünstadt) (eigentlich Trapp, nannte sich nach damaliger Sitte in latinisierter Form Tripodius), Pfarrer in Grünstadt, geboren.

Johann Konrad besuchte die 1621 die Höninger Lateinschule (heute: Leininger-Gymnasium) und immatrikulierte 1624 an der Universität Straßburg. 1625 wurde er Gehilfe in der Schule in Höningen und im gleichen Jahr wurde er zum Kandidaten der Philosophie an der Universität Straßburg ernannt.

Von 1627 bis 1628 war er als lutherischer Pfarrer und Rektor der Schule in Höningen tätig. 1628 immatrikulierte er erneut an der Universität Straßburg, 1632 an der Universität Jena und 1633 an der Universität Wittenberg. Später studierte er noch an der Universität Erfurt.

Nach der hessischen Stipendiatenordnung von 1560 wurde die wirtschaftliche Absicherung der späteren Hessischen Stipendiatenanstalt neu geregelt und ein Stipendiatenmajorat eingerichtet, denen 10 Theologen als stipendiarii maiores vorstanden, die als Vorbilder dienen und die Studenten in ihrem Studium unterstützen, sowie sie in ihrer Lebensführung beaufsichtigen sollten. Johann Konrad war in der Zeit von 1629 bis 1632 einer von den Stipendiatenmajores der Universität Marburg.

1633 wurde er ordentlicher Professor Fakultät für Physik und der Philosophischen Fakultät der Universität Marburg. Am 24. März 1634 promovierte er zum Dr. theol. an der Universität Gießen und wurde 1639 Rektor der Marburger Universität und Deputierter der Universität auf dem hessischen Landtag wurde. Noch im gleichen Jahr wurde er lutherischer Pfarrer der neuen Predigerkirche St. Georg (wurde 1689 beim Stadtbrand zerstört, als der Sonnenkönig Ludwig XIV. Speyer niederbrennen ließ, und als Kirche nicht wieder aufgebaut) in Speyer und war gleichzeitig Inspektor des Gymnasiums, Konsistorialassessor und Senior ministerii.

Familie
Schragmüller heiratete 1634 in Dortmund Barbara Katharina (* 13. Mai 1617 in Gießen; † unbekannt), die Tochter des Professors der Universität Gießen Christoph Scheibler (1589–1653). Gemeinsam hatten sie elf Kinder. Von den Kindern kennt man:

Christoph Schragmüller (* 25. Juni 1635 in Marburg; † 1672 in Speyer), immatrikulierte im Juni 1656 an der Universität Gießen, 23. Oktober 1657 immatrikuliert Uni. Straßburg und wurde Arzt;
Sohn Anton Schragmüller (~ 30. Januar 1637 in Marburg[1]; † 26. November 1639 in Speyer);
Elisabeth Ursula Schragmüller (~ 4. September 1638 in Marburg; † 1674 in Speyer), ⚭ Gustav Adolf Hiltebrandt (* 2. Februar 1632 in Stargard in Pommern; † 22. Februar 1695 in Frankfurt am Main), 1659 Pfarrer in Speyer und ab 1690 Pfarrer und Inspektor in Sankt Goar;
Sohn Heinrich Christmann Schragmüller (~ 14. März 1640 in Speyer; † unbekannt), Pfarrer in Mannheim;
Sohn Johann Georg Schragmüller (~ 4. Mai 1643 in Speyer; † 15. Februar 1644 ebenda);
Tochter Katharina Barbara (~ 17. Januar 1645 in Speyer; † unbekannt);
Sohn Ernst Heinrich Schragmüller (* Juni 1646; † unbekannt);
Sohn Georg Berthold Schragmüller (~ 21. Dezember 1647 in Speyer; † 16. April 1710 in Lennep), 1674–1710 Pfarrer in Lennep, verheiratet mit Maria Gertrud (* 1648 in Remscheid-Lüttringhausen; □ 3. Juli 1722 in Remscheid), Tochter von Peter Zenler (auch Zengler)(1600–1669), Pfarrer in Lüttringhausen;
Tochter Clara Martha Schragmüller (* 1651 in Speyer; † unbekannt in Northeim), ⚭ mit Christian Günther Schultz (* 1640; † unbekannt), Stadtvogt und Amtmann im Stift St. Blasii in Northeim;
Tochter Maria Catharina Schragmüller (~ 19. August 1653 in Speyer; † unbekannt)
Tochter Rosina Sophia Schragmüller (~ 4. November 1656 in Speyer; † unbekannt) 
SCHRAGMÜLLER, Johann Konrad (I25045)
 
3556 Johann Ludwig war der Sohn des Rudolf V. von Sulz und der Margaretha von Sonnenberg. Er erbaute neben dem im Schweizerkrieg zerstörten, alten Schloss, das neue Schloss Tiengen. Nach dem Bauernkrieg befestigte er mit hohen Kosten die Küssaburg neu. Er heiratete 1530 Elisabeth von Zweibrücken-Lichtenberg[1](† 8. März 1575), eine Tochter des Grafen Reinhard von Zweibrücken und Herr von Bitsch und Lichtenberg und seiner Gemahlin Anna von Dhaun; sie hatten drei Söhne:  VON SULZ, Johann Ludwig I. (I35770)
 
3557 Johann M. empfing d. d. 1555.08.03 vom König Ferdinand I (Saalbuch IV, pag. 107) einen erbländ. Oest. Wappenbrief ohne Lehenartikel. Wappen: getheilt, unten blau, oben weißgolden gespalten und in jeder der drei Feldungen ein Mohrenhaupt sammt Hals mit einem g. Ringe im linken Ohre; Stechhelm: der Rumpf eines Mohren in g. Rocke mit w. Ueberschlage, mit g. Ringe im linken Ohre und w. Stirnbinde mit abfliegenden Enden; Hd.: b. g. (Gef. Mitth. des K. K. Adels-Archivs). Siebmacher V, pag. 270, No. 5. Der Begnadete Hans M. war 1582-1603, von den Kaufleuten, des Raths in Konstanz; er siegelte mit vorigem Wappen 1583 und vergabte 1591 der Raite. Das gleiche Wappen, aber die oberen Mohrenköpfe einander zugekehrt, Hd. fl: g. führte Andreas M„ 1581 Gesell der Stube zum Gauch in Freiburg, wogegen Georg Morell zu Costentz, 1562 Geselle zum Gauch in Freiburg, in einem durch aufsteigende Spitze getheilten Schilde drei rechtsgekehrte Mohrenköpfe mit fliegenden Stirnbändern führte; H. ein g. gekl. Mohrenrumpf mit abfliegender g. Stirnbinde; Hd. Jacob 1583-1590 und Conrad 1591-1599, beide von der Gemeinde, waren des Raths in Konstanz. Conrad vergabte 1602 dem Seelhause in Konstanz 100 fi. Das Wappen 1555. 8. 3. zeigt auch das Portrait eines Johann Georg M., des inneren Rathes und Bürgermeisters (in Ravensburg?). MORELL, Stammlinie (I31628)
 
3558 Johann oder Johannes[1] war der älteste Sohn des brandenburgischen Kurfürsten Albrecht Achilles (1414–1486) aus dessen erster Ehe mit Margarete von Baden (1431–1457). Der Prinz hielt sich bis zu seinem 12. Lebensjahr auf den fränkischen Besitzungen der Familie auf und wurde als präsumtiver Erbe 1466 von seinem Onkel Friedrich II. in die Mark Brandenburg geholt. Er nahm 1468 am Krieg gegen Pommern teil und begleitete seinen Onkel zu Verhandlungen mit König Matthias von Ungarn.

Sein Vater setzte Johann bereits 1473 als Regenten der Mark Brandenburg ein. Zuvor war er 1470 nach der Abdankung Friedrichs II. bereits zu einem von elf Statthaltern der Mark Brandenburg, weitere waren beispielsweise der Lebuser Bischof Friedrich und der Brandenburger Bischof Dietrich IV., ernannt worden.[2] Albrecht selbst blieb, wie seine Vorgänger, lieber auf den südlichen Stammsitzen des kurfürstlichen Hauses in Franken. Wegen seiner Jugend wurde Johann 1476 Bischof Friedrich von Lebus als Regent beigestellt.


Johann Cicero und seine Gemahlin Margarete von Sachsen (Gemälde um 1625)
Johann Cicero heiratete am 25. August 1476 in Berlin Margarete, Tochter des Herzogs Wilhelm III. von Sachsen. Die Hochzeit hatte wegen Johanns Geldverlegenheiten verschoben werden müssen.

Nach dem Tod seines Vaters 1486 trat Johann Cicero die Nachfolge als Markgraf von Brandenburg sowie Kurfürst und Erzkämmerer des Heiligen Römischen Reiches an, die fränkischen Besitzungen waren von Albrecht Achilles durch Hausgesetz Johanns jüngeren Halbbrüdern zugesichert worden. Er bestätigte die Privilegien der Doppelstadt Berlin-Cölln und bestimmte diese zu seiner bleibenden Residenz.[3]

Johann Cicero führte 1488 die Biersteuer ein. Dies war ein Präzedenzfall für das Prinzip der indirekten Besteuerung. In der Altmark war es wegen der Steuer zu Aufständen gekommen, die Johann gewaltsam niederschlagen ließ. Schon zu seiner Zeit als Regent hatten Auseinandersetzungen mit den Herzogtümern Pommern und Glogau und den Städten der Altmark begonnen.

1492 war er am Sternberger Hostienschänderprozess beteiligt, in dessen Ergebnis 27 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden waren und alle übrigen Mecklenburg verlassen mussten.[4]

Durch kluge Diplomatie gewann der Kurfürst seinem Herrschaftsgebiet die Herrschaft Zossen hinzu und erwarb 1493 durch den Vertrag von Pyritz ein Anwartschaftsrecht auf die Sukzession in Pommern.


Tischgrab mit Liegefigur Johann Ciceros im Berliner Dom
Im Jahr 1499 starb Johann Cicero, der an Adipositas litt, an der Brustwassersucht auf der Burg von Arneburg. In der Kurfürstenwürde folgte ihm sein Sohn Joachim I. Als erster Hohenzollern-Kurfürst fand Johann seine letzte Ruhestätte in der Mark. Er wurde im Kloster Lehnin bestattet. Auf Veranlassung seines Enkels Joachim II. wurden seine sterblichen Überreste gemeinsam mit dem vom Bildhauer Hans Vischer geschaffenen Epitaph in den damaligen Dom überführt. Für den Toten wurde hier ein vom Erzgießer Peter Vischer dem Älteren geschaffenes Tischgrab aufgestellt. 1747 riss Friedrich der Große den alten Dom samt Gruft ab und errichtete auf der anderen Seite des Lustgartens einen neuen Dom am Standort des heutigen, 51 Särge wurden umgebettet, die 3 ältesten, darunter der von Cicero, gingen verloren. Warum ist bisher unklar, auch Grabungen am Schloßplatz halfen nicht.[5][1]

Sein Beiname „Cicero“, eigentlich Cicero Germanicus (lateinisch der deutsche Cicero), wurde ihm erst im 16. Jahrhundert zugeschrieben und beruht wahrscheinlich auf einer irrigen Erzählung Melanchthons.[6] Der Beiname nimmt Bezug auf seine große Beredsamkeit und Kenntnis der lateinischen Sprache.

Ein Gedicht von Börries von Münchhausen mit dem Titel „Die Wunderwirkung der Latinität“ versucht, dies zu verdeutlichen.

Standbild in der Siegesallee
In der von der Berliner Bevölkerung als Puppenallee belächelten Siegesallee errichtete der Bildhauer Albert Manthe für die Denkmalgruppe 18 eine Statue von Johann Cicero als zentrales Standbild.

Als Nebenfiguren waren dem Denkmal Büsten des Beraters Eitelwolf von Stein und des Obermarschalls Busso von Alvensleben zugeordnet. Die Denkmalgruppe wurde am 14. November 1900 enthüllt. Das Standbild zeigt den Kurfürsten „im Kostüm der Maximiliansszeit, mit langärmeligem Mantel über der Rüstung und einer barettartigen Kopfbedeckung“. Die rednerische Auffassung der Figur billigte Kaiser Wilhelm II., Auftraggeber der Monumentalallee, bei einem Besuch in Manthes Atelier persönlich.[7]

Nachkommen 
(BRANDENBURG), Johann ´Cicero` (I61270)
 
3559 JOHANN pflanzte ebenfalls sein Geschlecht fort. Seine Ehefrau ANNEN VON EIKEL, aus dem im Herzogthum Cleve und Gryafschafft Marck bekannten ritterbürtig=adeligem Geschelcht (welche am 21. Februarius 1600 geboren und am 25 Mertz 1657 zu Cleve aus dieser Zeitlichkeit in die selige Ewigkeit übergegangen und daselbst nebst ihrem Ehe-Herrn in der Minoriten-Kirche in Ihrer Erb-Gruben begraben liegt) schenkte ihm mehrere Kinder.
Er hat nebst zween Töchtern vier Söhne gezeuget als 1) FRANZ 2) JOHANN, und 3) HENRICH, Zwillinge und endlich 4) FRIEDRICH WILHELM, an welchen allen obermeldter JOHANN VON MOTZFELD weder Mühe noch Geld gesparet, sondern sie ihrem Stande gemäß erziehen lassen, da er denn die Freude genossen, daß sie alle nicht allen gelehrte, geschickte und qualifizierte Männer geworden, sondern auch insgesamt vor seinem Tode mit öffentlichen Ehren-Ämtern bekleidet worden.

aus dem im Herzogthum Cleve und Gryafschafft Marck bekannten ritterbürtig=adeligem Geschelcht (welche am 21. Februarius 1600 geboren und am 25 Mertz 1657 zu Cleve aus dieser Zeitlichkeit in die selige Ewigkeit übergegangen)
´MEHRERE NACHRICHTEN IST DROBEM TOM: v.P."=) UNTER DEM ARTICKUL MOTZFELD (FRANZ VON) ANZUTREFFEN; WIE AUCH BEY DEN HOLLÄNDISCHEN AUTHOREN ´LIEVE VAN AITZMA; FAAKEN VAN STAAT EN ORLOG p.ii.P)
HERSTELDET LEEUW; P. !"!. HISTOIRE DE GUILLAUME ROI D´ANGLETERRE; IMPRIMÉE À LA Haie, chès Pierre samson, in 8. tom. I. p. 170.

Eickel (auch: Eyckel, Eckel, Eckelo sowie in Kurland Eckeln genannt Hülsen o. ä.) ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts.

Der Stammsitz des Geschlechts war Haus Eickel, heute eine abgegangene Motte im Bereich des heutigen Brauwasserweges im Stadtteil Eickel der westfälischen Stadt Herne. Aufgrund ihrer etwas erhöhten Lage führte das Haus auch die Bezeichnung „Haus auf’m Berge“. Die Burg ist aus einem erstmals 1085 erwähnten Oberhof des Klosters St. Pantaleon in Köln entstanden, dessen Verwalter die 1225 mit Heinrich von Eickel urkundlich erstmals erwähnte Familie von Eickel war. Um 1420 verließ das Geschlecht ihren Stammsitz zugunsten des nur wenig nordwestlich neu errichteten Hauses Gosewinkel, das die Familie bis 1527 in Besitz hatte.

In Westfalen besaß die Familie ferner Haus Berghofen (urkundl. 1711), Bruchhausen (1564–1647), Haus Krawinkel, Dungelen (1485), Gahr (1454–1496), Hamm (1530–1593), Haus Horst (Herne) (1430), Hulse (1419–1463), Haus Crange (1441–1631), Rittershove (1576–1628), Haus Sevinghausen (1491), Haus Vörde (Hagen) (1560–1636) und Haus Weitmar (1585–1627). Im Rheinland kamen Haus Eyl (1590–1693), Groin (1653–1656) und Huisberden (1678) hinzu.[1]

Gotscalc de Eclo war 1304 Amtmann des Grafen von Limburg. Als weitere frühe Familienmitglieder erscheinen 1343 Arnoldus de Eclo, 1348 Rutgerus des Eycklo, 1378 Diederich von Eckelo, 1406 Dieterich von Eickel, 1419 Henrich v. Ekel genannt Hulste und 1454 Johann von Eckel zum Gahr (Gohr). 1455 besiegelten Diederich und Johann von Eickel, Söhne des verstorbenen Diederich, eine Urkunde des Schlosses Loringhof. 1456 quittierten Deithard von Elverfeld, Witwe von Diederich von Eickel, und ihre Söhne Diederich, Goswin und Everhard dem Erzbischof von Köln Gelder.[2] Im 17. Jahrhundert heiratete ein weiterer Diederich von Eickel Agnes, eine Tochter von Heinrich II. von Droste-Hülshoff.[3]

Die Familie starb im 18. Jahrhundert aus.[4]

Wappen
Blasonierung: In Silber ein roter schrägrechter Balken mit drei silbernen Wecken belegt. Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm Büffelhörner, rechts silbern, links rot, dazwischen der Schrägbalken mit den Wecken. Die Helmdecken sind rot-silbern.[5]

Aufgrund der Wappenähnlichkeit stellt Anton Fahne fest, dass die von Eickel mit den von Düngelen und den westfälischen von Essen eines Stammes sind. 
VON EICKEL, Anna (I1072)
 
3560 Johann Theodor ist identisch mit Johann Dietrich. Die Namen Dietrich und Theodor werden oft gleichwertig verwendet. (Frank Heidermanns)

1693 wurde die Hof-Apotheke (Heidelberg)von der französischen Besatzung geplündert und niedergebrannt. Die Existenz der Hof-Apotheke schien endgültig vernichtet.

1694 ging auf Bitten DANIEL NEBELS/ACHILLES II. (1664-1733) das Privileg an den Apotheker JOHANN BERNHARD HOFSTATT, den Bruder von JOHANN DIETRICH HOFSTATT über.

1727 starb HOFSTATT und seine Erben einigten sich, die Apotheke JOHANN CHRISTIAN WALSDORF zu übergeben. Dieser hatte bereits 1716 das jüngste Kind von JOHANN DIETRICH HOFSTATT, CHRISTINA KATHARINA geheiratet und leitete die Hof-Apotheke wohl schon zu Lebzeiten seines Schwiegervaters.
Geschichte der Heidelberger Apotheken

Heidelberger Geschichtsverein:
Mai 1693: das Universitätsarchiv wird über die Stationen Hanau und Frankfurt nach Marburg gebracht (1697 durch den Stadtphysicus und Leibarzt des Landgrafen von Hessen-Kassel, Dr. DANIEL NEBEL und CROLLIUS zurückgebracht).

19.-24. Mai 1693: Bei einer zweiten Eroberung wird Heidelberg von den Franzosen unter Marschall de LORGE (GUY ALDONCE DE DURFORT, duc de Lorges et de Quantin, 1638-1702) willkürlich niedergebrannt und größtenteils unbewohnbar gemacht.
Festungskommandant Generalfeldmarschalleutnant GEORG EBERHARD VON HEYDERSDORF zieht sich mit seiner Mannschaft und einem Teil der Einwohner auf das Schloß zurück, wo er schließlich kapituliert. (Heydersdorff wird 1693? wegen feigen Verhaltens zum Tode verurteilt, durch kaiserlichen Gnadenakt in lebenslängliche Verbannung umgewandelt). Die Stadtbefestigung wird stark beschädigt. Die Bewohner werden aus Heidelberg vertrieben.
Die drei Seitenkapellen am Nordrand der Heiliggeistkirche werden zerstört. Sämtliche universitären Einrichtungen (außer dem Archiv), darunter die Bibliothek, fallen den Zerstörungen zum Opfer. Außer dem „Ritter St. Georg“ bleiben halbe Straßenzüge (z.B. die Ziegelgasse) stehen, zumindest das Mauerwerk bis Erdgeschoßhöhe. Erhalten bleiben u.a. die Fachwerkhäuser Ziegelgasse 6, Haus Ecke Heiliggeiststraße/Semmelsgasse, Gasthaus zum Goldenen Anker (Untere Neckarstraße/Karpfengasse), Fischergasse 11, Untere Straße 4. Die (1689 errichtete) Schiffsbrücke über den Neckar wird zerstört (1702 neu gebaut, 1708 abgebaut). Der Lehrbetrieb an der Universität ruht bis 1703.


27. Mai 1693: der französische König Ludwig XIV. läßt eine Gedenkmünze mit der Umschrift „Heidelberga deleta“ prägen http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/km/kdm/07/01a.htm http://www.landeskunde-online.de/rhein/hd/km/kdm/07/01b.htm (Medaille auf die Zerstörung Heidelbergs)
6. September 1693: das französische Zerstörungskommando sprengt das Schloß teilweise mit Hilfe von 38 Minen und zieht mit Ausrüstung und Beute aus Heidelberg ab.

November 1693: In Heidelberg leben 153 Familien (238? Personen), vorwiegend zurückgekehrte arme Weingärtner, Fischer, Handwerker und ihre Angehörigen.
14. September 1696: Kurfürst JOHANN WILHELM ordnet die Neuvermessung und den Wiederaufbau Heidelbergs an, das er wieder zur Hauptresidenz des kurpfälzischen Territoriums machen will. Der Wiederaufbau der stark zerstörten Stadt soll aufgrund von Plänen des Architekten Domenico Martinelli aus Lucca (1650-1718) regelhaft erfolgen.
1696: Apotheker JOHANNES DIETRICH HOFSTATT aus Hanau baut die 1693 zerstörte Hofapotheke (Hauptstraße/Apothekergasse) wieder auf.

1697: Das Heidelberger Universitätsarchiv wird von den Prof. Dr. DANIEL NEBEL und CROLLIUS aus Marburg zurückgebracht.

Abstammung nur vermutet. Urkunde vom 10.5.1695: Kurfürst JOHANN WILHELM genehmigt, daß DANIEL NEBEL den Hausplatz (in Heidelberg), wo das von Kurpfalz zu Lehen gehende Steinhaus stand, welches bei Zerstörung der Stadt abbrannte, an JOHANN DIETRICH HOFSTATT verkaufe (Generallandesarchiv Karlsruhe, Sign. 43 Nr. 2497). Arzt und Apotheker in Neu-Hanau.

Urkunde vom 19.9.1696: Erblehenrevers des JOHANN DIETRICH HOFSTATT, Med. Dr. und kurpfälzischer Rath, gegen Kurfürst JOHANN WILHELM von der Pfalz (1658-1716) Wittelsbacher, wegen des von DANIEL NEBEL (1664 - 1733), Med. Dr. und Professor in Marburg, erkauften Platzes zu Heidelberg, worauf das abgebrannte Erblehenhaus (das Viztums Haus) gestanden und wohin er nunmehr wieder ein Haus zu bauen und eine Apotheke zu errichten (Generallandesarchiv Karlsruhe, Sign. 43 Nr. 2498).
Baut die Hofapotheke in Heidelberg wieder auf (1696). Kurpfälz. Rat und Hofmedicus in Heidelberg (1701, 1716). Pate in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 8.4.1705 mit Ehefrau bei einem Enkel.

Der Lehrbrief wurde in Heidelberg von seinem Bruder Johann Bernhard Hofstatt (1646 - 1708) ausgestellt für Christian Burkhard Heyles (1652-1721) und unterzeichnet von Jacob Israel (1621-1674)
Die Heidelberger Hof-Apotheke war im 17. Jahrhundert ein kurpfälzisches Lehen und wurde seit 1662 von Conrad Daniel Nebel (1632-1672) geführt. Als dieser starb war sein Sohn und Lehensnachfolger Daniel Nebel (1664-1733) - später Mediziner und kurfürstlicher Leibarzt - noch unmündig. Der Düsseldorfer Apotheker Johann Bernhard Hoffstatt pachtete die Hof-Apotheke und leitete sie als "Chur Pfaltz Hoff Apotecker in Churfürstlicher Haupt und Residentz Statt Heydelberg" bis zur Zerstörung der Stadt im Jahre 1693. Dieser Lehrbrief aus dem Jahr 1673 bescheinigt dem Empfänger Christan Burkhard Heyles aus Bacharach, eine vierjährige Lehrzeit in der Hof-Apotheke absolviert zu haben. Begonnen hatte er die Lehre bei Hofapotheker Nebel. Das Zeugnis wurde beglaubigt durch die Unterschriften von Jacob Israel, Rektor der Universität Heidelberg, Friedrich Christian Winkler und Hoffstatt selbst. Der Heidelberger Lehrbrief besticht durch seinen künstlerischen Gesamteindruck, der neben der Auszeichnungsschrift der Urkunde eine besondere Gewichtigkeit verleiht.

..den Willen verheiratet, hatte den Apothekerberuf an den Nagel gehängt und saß als Kaiserl. Leutnant in Silberberg in Schlesien (Wo leider nichts über ihn zu erfahren war, da die Silberberger Kirchenbücher 1807 bei der Belagerung verbrannt sind.) Seine Kinder wurden allerdings z.T. in Hanau getauft. Im Testamen von 1716 enterbte ihn sein Vater. Der Sohn war im Begriff, "der Fortuna in Ungarn nachzuziehen"; er übertrug sämmtliche Rechte des Erbgsngs und für den Fall seines Todes die Vormundschaft über seine Kinder, die mit seiner Frau in Silberberg sich aufhielten, seinem "vielgeliebten Schwager" Dr. Faber in Heideelberg. Er selbst scheint im Krieg geblieben zu sein, denn 1728 ist sein Erbrecht erloschen.
aus Geschichte der Heidelberger Hofapotheke von Walter Donat, 1912

Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2498 Archivalieneinheit
Pfalz / 1173-1828

Spezialia badischer Orte

Heidelberg, Stadt 1696 September 19
Dr. med. Johann Dietrich Hofstatt, kurpfälzischer Rat, reversiert gegenüber Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz wegen des von Dr. med. Daniel Nebel, Professor zu Marburg, an ihn verkauften Platzes zu Heidelberg, auf dem das abgebrannte Erblehnhaus (des Vicedoms Haus) stand und auf dem er nunmehr wieder ein Haus zu bauen und eine Apotheke zu errichten beabsichtigt; dieses Haus wird er von Kurpfalz zu Erblehen empfangen. / 19. September 1696
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801450

Mediaguide Schloss Philippsruhe in Hanau

Der Theriak war ein seit der Antike immer weiter entwickeltes Universalheilmittel. Es enthielt mit bis zu 190 Zutaten beinahe alle im 17. Jahrhundert bekannten Arzneistoffe, darunter auch kuriose, wie z.B. Schlangenfleisch, Korallen, menschliche Hirnschalen oder Goldstaub. Der Theriak war von der Konsistenz her ein dicker Brei, ähnlich wie Pflaumenmus. Als Zentrum der Produktion galt Venedig. Seit 1595 wurde die Herstellung des Universalheilmittels hier als öffentliches Spektakel unter herrschaftlicher Aufsicht begangen.
Auch der Hanauer Apotheker Johann Heinrich Hof(f)stadt stellte den Theriak her. Zudem hatte er das Buch „Panacea Coelestis/Himmlischer Theriak“ publiziert. Darin sind die Zutaten verzeichnet und Wirkungen des Wundermittels beschrieben: Gegen Abfall des Gedächtnisses bis hin zu Zahnschmerz. Mit diesem Gemälde machte Hoffstadt in seiner Apotheke „Zum goldenen Schwan“ (ab 1677) am Neustädter Markt Werbung für den Theriak. Lassen Sie uns das Gemälde im Detail erkunden.
Das Gemälde stammt aus dem Jahr 1693, der Maler ist bisher nicht bekannt. Dargestellt sind insbesondere die Zutaten des Theriaks, Arbeitsgeräte für dessen Herstellung (z.B. Waagen, Mörser, Destilliergeräte) und Symbol-Gegenstände. Auffällig ist der Schachbrettboden. Er vermittelt einerseits einen räumlichen Eindruck. Denn Wände fehlen. Zum anderen wurde der Schachbrettboden seit der Antike gern für die Darstellung von Perspektive verwendet.
In der Bildmitte ist eine Überschrift zu erkennen. Übersetzt steht hier: „Herstellung des himmlischen Theriaks von Herrn Johann Dietrich Hoffstadt Doktor der Medizin, Pfälzischer Rat, Hofarzt, 1693“.
Im Hintergrund ist ein kleines Gehege mit Schafen und einem Schäfer/Hirten zu erkennen. Der
„Gute Hirte“ ist eigentlich eine christliche Symbolik. Auch die Fahne, die der Hirte trägt, erinnert an die Siegesfahne der Auferstehung und damit an Jesus Christus. Ganz eindeutig wird das aber nicht. Grund hierfür könnte das nahe calvinistische Umfeld sein: Hier waren Bilder biblischer Szenen oder Personen verboten. In der Komposition des Bildes stellt das kleine Gehege ein Gleichgewicht zwischen der senkrechten und waagerechten Bildachse her.
In der Bildmitte ist ein großer runder Tisch mit zwei goldenen Schwänen zu sehen. Die Wasservögel greifen den Namen der Apotheke auf „Zum goldenen Schwan“. Die beiden Vögel halten ein Spruchband. Darauf steht: „Sechs sind in der Arzneikunst, die des Stieres Kraft besiegen: Zucker, Bibergeil, Eisen, Kampfer, Weinstein, Gold“. Als Bibergeil bezeichnet man ein Sekret des Biebers, mit dem er sein Fell pflegt, sein Revier markiert und seine Artgenossen unterscheidet. Der Spruch stammt aus einem Abschnitt von Hoffstadts Buch, in dem es um die Dämpfung der Libido geht. Wortwörtlich im Bildzentrum steht damit die Mäßigung.
In der Tischmitte steht ein Löwe mit Lanze und Wappenschild. Das Wappen steht für die Stadt Hanau und die Grafschaft Münzenberg. Der Löwe steht für Hanau-Lichtenberg. Löwe und Wappen führte Graf Philipp Reinhard als seine Symbole.
Jeweils in der Mitte der linken und rechten großen Tischtafel ist ein dreiflügeliger Altar mit Engeln zu sehen. Links sind auf dem Schriftstück des Mittelteils berühmte Ärzte und Theriakmischer aufgelistet. Rechts sind klassische Arzneien, der Theriak an sich und seine Vorformen zu lesen. Die Engel geben diese jeweils kund. Die Figuren auf den äußeren Bildtafeln stellen vermutlich antike Tugenden dar.
Rechts des runden Tisches ist ein Tisch mit Arbeitsgeräten eines Apothekers und damit zur Herstellung des Theriaks abgebildet. Zu erkennen sind Geräte zum Destillieren, eine Waage, Mörser und Flaschen.
Links neben dem runden Tisch befindet sich ein zur Mahlzeit gedeckter Tisch. Hierbei kann es sich um eine Speisetafel für die an der Theriak-Zubereitung Beteiligten handeln. Auf zurückhaltende Weise könnte hier aber auch wieder eine christliche Symbolik untergebracht sein: Der Tisch erinnert an das Abendmahl.

Ausstellungstext Schloss Philippsruhe in Hanau:
Das um 1600 vom Gold- und Juwelenhändler Cornelis van Daele errichtete „Haus zum Gulden Ring“ an der Ecke Marktplatz und Krämerstraße zählt zu den frühesten Gebäuden der Neustadt. Van Daele stammte aus Brüssel und kam mit seiner Familie über Antwerpen, Frankenthal und Frankfurt am Main nach Neu-Hanau. Das Familienwappen des Neustadtgründers und Ratsherrn ziert das sandsteinerne Eingangsportal, das trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erhalten blieb. Seit 1624 übten verschiedene Apotheker hier ihr Gewerbe aus.
Der Arzt und Apotheker Johann Dieterich Hoffstadt (Düsseldorf 1654 – 1727 Heidelberg) stellte Gärtner, Sohn einer Neuhanauer Handelsfamilie, für seine vierjährige Ausbildungszeit den Lehrbrief aus. Der aus Düsseldorf stammende Hoffstadt wurde 1691 in Wittenberg zum Arzt promoviert. Infolge verschiedener Übertretungen der Arzt- und Apothekerordnungen wurde er in seiner Wohnung inhaftiert und bewacht. Schließlich verließ er Hanau 1695, um in Heidelberg eine Stelle als kurpfälzischer Leibarzt anzutreten. Ein Jahr später übernahm er die dortige Hofapotheke. Er starb dort 1727.

"Das opulente Bildnis hing vermutlich als Werbung in Hoffstadts Apotheke am Neustädter Markt. Der Titel in lateinischer Sprache „Dispensatio Theriacae coelestis a Dno F. D. Hoffstadt M. D. Consil. Pal. M. aul. M. 1693“ bedeutete übersetzt „Herstellung des himmlischen Theriaks von Herrn Johann Dietrich Hoffstadt Doktor der Medizin, Pfälzischer Rat, Hofarzt 1693“.
Der Theriak galt seit der Antike als Wunderheilmittel. Aus den bis zu 190 Zutaten stellten Apotheker, aber auch Scharlatane, einen dicken Brei her. Er ähnelte von der Konsistenz Pflaumenmus. Sie mischten Blumen, Heilpflanzen, Rinde, Wurzeln, Harze, Balsam, Honig, Gewürze, aber auch kurioses wie wenig Heilsames wie Opiate, Edelsteine, Goldstaub, Korallen, Hirnschalen, Schlangenfleisch oder Viperngift zusammen. Das Gemälde zeigt zahlreiche der Zutaten neben Bezügen zur Hanauer Geschichte.
Dargestellt ist ein schachbrettartiger Raum mit zwei hufeisenförmig angeordneten großen Tafeln, gedeckt mit zahlreichen Zutaten. Zu sehen sind neben den Bestandteilen des Theriaks auch Arbeitsgeräte zum Destillieren und aus dem Apothekeralltag wie Waage, Mörser, Flaschen, Kannen, Krüge und Becher auf dem rechten Tisch.
In der Mitte halten zwei Hanauer Schwäne das Spruchband: „Sechs sind in der Arzneikunst, die des Stieres Kraft besiegen: Zucker, Biebergeil, Eisen, Kampfer, Weinstein, Gold“. Das Rezept stammt aus Hoffstadts „Panacea Coelestis Hoffstadiana oder Kurze Beschreibung des Himmlischen Theriaks“, gedruckt bei Aubry in Hanau, und soll die Libido dämpfen." 
HOFSTATT, Johann (Theodor) Dietrich (I765)
 
3561 Johann Theodor Möller, geb. 14.06.1705 sein Vater gab ihn in die Lehre bei dem "ansehnlichen Kaufmann" Abrahamvon Recklinghausen in Cölln, wo unter andern auch der Kupfer-Handel stark betrieben wurde. Die Kenntnisse, die er in dieser Handlung erwarb, veranlaßten, daß er zu Warstein im Cöllnischen auf dem dasigen Kupferhammer 5 Stunde von Lippstadt sich zu etablieren Gelegenheit bekam, nachdem er schon vorhero in Cölln mit andern einen Compagnie-Handel getrieben hatte. Damalen war die Retbergische Familie aus Lippstadt im Besitze dieser Fabrik. Eswohnte daselbst Frantz Anton Diederich Retberg, der sich hernach zu Gütersloh etablierte, auch Frantz Adolph Gaudens Retberg, welcher den 6ten Septbr. 1728 starb, und nach Lippstadt zu Grabe gefahren wurde..... (Qu. 102, S.5ff.) Kupferhammerbesitzer in Warstein, vorher im Kupferhammergeschäft in Cÿýolln Qu.220: Bergwerks- und Hüttenbesitzer in Warstein, Hammerherr Quellen: 203(1), 208(126), 220(217), 102(5/26),447(19) ging in die (Handels-)Lehre bei Abraham von Recklinghausen in Cölln


Johann Theodor Möller (* 14. Juni 1705 in Werdohl; † 30. Januar 1763 in Warstein) war ein deutscher vorindustrieller Unternehmer in Kupferbergbau und Kupferproduktion.

Sein Vater war der reformierte Prediger Antonius Möller (1671–1728) in Werdohl. Möller absolvierte eine kaufmännische Ausbildung in Köln. Als erste Ehefrau heiratete er Clara Catarina Zahn (1699–1732). Durch die Heirat wurde Möller Miteigentümer eines Kupferhammers bei Warstein. Insbesondere auf Basis des durch seine Frau eingebrachten Vermögens beteiligte sich Möller an einer Vielzahl von Unternehmungen. Er besaß unter anderem Kupferwerke in Niedermarsberg, in Niederense, in Hagen, Oberkaldenbach und Olpe. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Möller 1737 Anna Sibylle Gertrud Schmidt (1715–1746). Durch sie kamen der Reckhammer und das Burghaus Bielstein bei Wiehl in den Besitz Möllers.[1] Ein Jahr nach dem Tod seiner zweiten Frau heiratete Möller 1747 Elenore Hovius (1720–1788). Der letzte Erwerb Möllers war die Übernahme des Kupferhammers bei Brackwede im Jahr 1761.

Insgesamt beschäftigte Möller in vorindustrieller Zeit immerhin 250 Arbeiter und sonstige Fachkräfte. Er beherrschte die Kupferherstellung und den -handel vom Westen des Sauerlandes bis in den Nordosten Westfalens.

Vom wirtschaftlichen Erfolg zeugt sein Wohnsitz in Warstein, das „Haus Kupferhammer“. Durch seine Baumaßnahmen erhielt das heutige Stadtmuseum seinen schlossähnlichen Charakter.[2]

Teilhaber in Brackwede war Adolf Nottebohm, der den Hammer nach Möllers Tod übernahm. Dessen Erbe wurde Abraham Nottebohm, der eine Tochter Möllers geheiratet hatte. Weitere Kinder waren Johann Anton Arnold Möller (1732–1806), Bürgermeister in Lippstadt. Theodor Adolf Möller (1762–1847) war Unternehmer und Großkaufmann und an der Gründung der Gothaer Versicherung beteiligt. Friedrich Carl Hermann Möller (* 1743) übernahm den Besitz Bielstein. 
MÖLLER, Johann Theodor (I25166)
 
3562 Johann von Fries ab 1757 Ritter und Edler von Fries, ab 1762 Reichsfreiherr von Fries und ab 1783 Reichsgraf von Fries[1] (* 19. Mai 1719 in Mülhausen, Elsass; † 19. Juni 1785 in Bad Vöslau, Niederösterreich) entstammte einer Patrizier- und Bankiersfamilie seiner bis 1798 mit der Alten Eidgenossenschaft verbündeten Heimatstadt. Er war einer der bedeutendsten Bankiers und Unternehmer der Österreichischen Länder seiner Zeit. Er war Kommerzienrat, Hofrat, Direktor der kaiserlichen Seidenfabriken, Industrieller und Bankier. GONTARD, Johann Jacob (I57351)
 
3563 Johann von Hinwil († zwischen 1470 und 1481) war ein Benediktiner und Abt des Klosters Reichenau (1454–1464).

Johann von Hinwil war das vierte von fünf Geschwistern aus der Ehe von Hermann III. von Hinwil (1375–1454) und Margaretha von Breitenlandenberg (1375–1445), wohnhaft im Zürcher Oberland. Er trat vermutlich zwischen 1433 und 1436 in das Reichenauer Kloster ein und wurde ab 1436 oder 1452/53 Konventuale. Vor 1454 hat er die Priesterweihe empfangen und war vermutlich Dekan. Zu seinen Pfründen zählte die Propstei Schienen (1452–1453) und die Kapelle Mannenbach (1470).[1]

Nach dem plötzlichen Tode von Abt Friedrich von Wartenberg 1454 wurde er unmittelbar danach zu seinem Nachfolger als Abt der Reichenau gewählt. 
VON HINWIL, Johannes (I47119)
 
3564 Johann von Motzfeld hatte Catharina von Hatzfeld zur Ehe, aus welcher Johann Bertram, gleichfalls ein schwedischer Offizier, entsprossen. VON MOTZFELD, Johann (I1771)
 
3565 Johann war der Sohn des Herzogs Rudolf von Schwaben und der böhmischen Königstochter Agnes. Er wurde kurz vor oder nach dem Tode seines Vaters geboren und lebte seit 1291 wahrscheinlich zusammen mit seiner Mutter in der habsburgischen Schweiz, vorzugsweise in Brugg an der Aare. Dort ist er in einer Schenkungsurkunde vom 1. April 1294 als Herzog bezeugt.

Nach dem Tode seiner Mutter am 17. Mai 1296 drängte Johann seit 1306 seinen Onkel König Albrecht I. immer wieder auf Herausgabe seines väterlichen Erbes – vor allem der Entschädigung, die er nach den Bestimmungen der Rheinfeldener Hausordnung von 1283 für seinen Verzicht auf die Mitherrschaft beanspruchen konnte, aber niemals erhalten hatte – und des Wittums seiner Mutter, die kyburgischen Güter um Lenzburg und Baden, die Albrecht als sein Vormund verwaltete. Da Albrecht ihn aber immer wieder vertröstete und Johann, der deswegen auch als hertzog anlant – Herzog ohne Land – verspottet wurde, die Auslieferung seines Erbes verweigerte, verschwor sich dieser mit den oberschwäbischen Rittern Rudolf von Wart, Rudolf von Balm, Walter von Eschenbach mit Sitz auf Schloss Oberhofen und Konrad von Tegerfelden gegen den König und ermordete seinen Onkel am 1. Mai 1308 bei Windisch an der Reuss, heute in der Schweiz. Albrecht war auf dem Heimritt zu seiner Frau, als die Attentäter ihm auflauerten. Sein Neffe Johann ritt auf ihn zu und spaltete ihm den Schädel. Noch am Vorabend war Johann bei einem von Albrecht gegebenen Gastmahl in Winterthur anwesend gewesen. Zu später Stunde ließ Albrecht dort jedem seiner Gäste einen Blumenkranz überreichen, den Johann seinem Onkel ins Gesicht warf, wobei er ausrief, er sei zu alt, um weiterhin mit Blumen abgespeist zu werden, und er wolle das, was ihm zustehe. Das Fest wurde daraufhin vorzeitig beendet.

Johann und seine Mitverschwörer flohen. Im folgenden Jahr, im September 1309, wurden die Königsmörder von dem neuen König Heinrich von Luxemburg in Speyer geächtet und ihr Vermögen konfisziert. Im Gewand eines Augustinermönches bat Johann 1312 Heinrich um Gnade. In Pisa warf er sich ihm zu Füßen. Die Acht hob Heinrich daraufhin auf. Johann wurde in das Benediktinerkloster San Nicola in Pisa eingewiesen.[1] Er starb 1313 und erhielt ein würdiges Begräbnis. 
PARRICIDA, Johann (I54346)
 
3566 Johann war der Sohn des Pfalzgrafen und Herzogs Johann I. von Simmern (1459–1509) aus dessen Ehe mit Johanna (1464–1521), Tochter des Grafen Johann II. von Nassau-Saarbrücken. Gegen die Gewohnheit der Epoche lag die Ausbildung des Prinzen vermehrt auf wissenschaftlichem Gebiet als bei ritterlichen Übungen.

Johann II. genoss bei Kaiser Karl V. hohes Ansehen. Er wurde deshalb bis zu seinem Tod Richter am Reichskammergericht in Speyer und ab 1523 Statthalter (Vertreter des Kaisers bei Abwesenheit) beim Reichsregiment. Johann II. blieb, obwohl er anfangs der Reformation zuneigte, katholisch, was ihn später von den meisten Mitgliedern des pfälzischen Hauses isolierte. Jedoch setzte er dem Eindringen des Luthertums in seinen Gebieten keinen entschiedenen Widerstand entgegen. Ulrich von Hutten setzte dennoch Hoffnungen auf ihn und widmete ihm 1521 seine „Dialogi novi“. Johann setzte sich auch für die Erben Franz von Sickingens ein, jedoch eher aus moralischen als aus religiösen Gründen. Seine Standesgenossen überragte er durch seine allgemeine Bildung, mathematisch-astrologische Kenntnisse und wissenschaftliches Interesse. Er wurde Mitarbeiter und Förderer der „Cosmographey“ (Ptolomäus-Ausgabe) des Sebastian Münster. Auch betrieb er umfangreiche Quellenstudien für eine Reimchronik der bayerisch-pfälzischen Herrscher.[2]

Unter Johann erlebte das Herzogtum Pfalz-Simmern eine Blütezeit. Er war es wohl auch, der in seiner Residenzstadt eine Lateinschule errichtete, die für 1514 bezeugt ist. Aus ihr ging das später nach ihm benannte Herzog-Johann-Gymnasium hervor. 1530 richtete er im Schloss Simmern eine Druckerei ein. Als Drucker arbeitete dort Hieronymus Rhodler. Zu den bekanntesten Erzeugnissen der Druckerei gehört das Turnierbuch von Georg Rüxner. Johann von Trarbach und ein unbekannter „Simmerner Meister“ schufen bedeutende Renaissancegrabmäler, die in der Stephanskirche in Simmern zu sehen sind. 1555, kurz vor seinem Tode, hob er für die Bürger der Stadt Simmern die Leibeigenschaft auf.

Durch eine geschickte Politik sicherte Johann II. die Erbfolge der pfälzischen Kurlinie für seinen Sohn Friedrich III. Diese war 1553 in einem Vergleich mit allen Häuptern der pfälzischen Linien in Heidelberg zu Stande gekommen, nachdem die Neuburger Linie mit Kurfürst Ottheinrich vor dem Aussterben stand. In diesem Vergleich trat Johann Teile der Grafschaft Sponheim, Lützelstein, Guttenberg und weitere Güter an das Haus Pfalz-Zweibrücken ab. 
(PFALZ-SIMMERN), Johann II. (I54308)
 
3567 Johann war der Sohn und Nachfolger des Friedrich I. von Simmern (1417–1480) aus dessen Ehe mit Margarete von Egmond (1436–1486), Tochter des Herzogs Arnold von Geldern.

Johann I. kümmerte sich verstärkt um den Ausbau der Residenz Simmern. Er legte den Grundstein für die Stephanskirche (bzw. erweiterte einen Vorgängerbau), und das Rathaus.[1] Außerdem zeichnet er sich um die Fertigstellung des Franziskanerklosters St. Wolfgang (Barfüßerkloster) in Bad Kreuznach verantwortlich.

1480 erbte er von seinem Vater Simmern-Sponheim. Im Landshuter Erbfolgekrieg gelang es Johann Neutralität zu bewahren, was sein Land, im Gegensatz zur Kurpfalz, vor der Verheerung bewahrte. Er konnte zusätzlich im Ergebnis des Krieges sein Land um Teile der vorderen Grafschaft Sponheim erweitern. Herzog Johann wurde in der neu errichteten Fürstengruft in der Stephanskirche beigesetzt. 
(PFALZ-SIMMERN), Johann I. (I54314)
 
3568 Johann war der Sohn von Burggraf Friedrich IV. und Margarethe von Kärnten. Den Vater beerbte er im Jahr 1332. Seinen Namen erlangte er durch die Mehrung des fränkischen Hausbesitzes der Hohenzollern. Von entscheidender Bedeutung war die Erwerbung der Kulmbacher Plassenburg mit der Grafschaft Kulmbach aus dem Erbe der Grafen von Andechs-Meranien durch Erbvertrag, der mit dem Aussterben der bisherigen Besitzer, der Grafen von Orlamünde, 1340 wirksam wurde. Im Jahre 1345 wurde Burggraf Johann II. für kurze Zeit zum Pfleger und Hauptmann in der Mark Brandenburg bzw. zum Statthalter für den wittelsbachischen Markgrafen von Brandenburg, Ludwig I.; mit ihm beginnt die Reihe der in Brandenburg und Preußen aktiven Hohenzollern. In die Zeit der Regierung Johanns II. fiel der Ausbruch der Pest, die auch in Nürnberg zahlreiche Opfer forderte. Da die Bevölkerung die Juden für die Epidemie verantwortlich machte, wurden zahlreiche Nürnberger Juden ermordet, ohne dass der Burggraf dagegen einschritt.

Nach Johanns Tod wurde sein einziger Sohn Friedrich V. Nachfolger im Burggrafenamt. 
VON NÜRNBERG, von von Johann II. ´der Erwerber` ´der Erwerber`/ Conquæstor (I1534)
 
3569 Johann war wenig erfolgreich, und zu seinem Unglück trug vor allem seine Unterstützung der unterlegenen Partei bei der »Revolution in Zürich« bei, die ausgelöst wurde durch den Ritter und Bürgermeister von Zürich Rudolf Brun und dessen Brunsche Zunftverfassung, der er auf seinem Schloss Rapperswil Asyl gewährte, im weiteren Verlauf dieser Geschehnisse, die als Schlacht bei Grynau bekannt ist, wurde er als Anführer zusammen mit dem Toggenburger Graf Diethelm II. bei Grynau erschlagen. VON HABSBURG-LAUFENBURG, Johann I. (I37169)
 
3570 Johann Wilhelm Zanders (* 12. Januar 1795 in Düsseldorf; † 4. September 1831[1] in Bergisch Gladbach) war ein deutscher Unternehmer und Papierfabrikant. Er war der Gründer der Firma J. W. Zanders.[2]

Leben
Johann Wilhelm Zanders stammte aus der evangelischen Düsseldorfer Unternehmerfamilie Zanders, deren männliche Mitglieder seit langem akademischen Berufen angehörten. Sein Vater Johann Wilhelm Gottfried Zanders war Erster Stadtmedikus und Medizinalrat in der bergischen Residenzstadt. Er bestimmte, dass Zanders nach dem Abitur zunächst eine praktische Vorbereitung in der Forstwirtschaft bei dem Forstrat Andreae in Köln antrat. Es folgte ab 12. Mai 1816 ein Studium der Staatswissenschaften in Göttingen für drei Semester. Zum Wintersemester 1817 siedelte er für ein Studium der Forstwissenschaften nach Marburg um. Nach dessen Abschluss begann er seine praktische Tätigkeit bei der Oberförsterei Königsforst in Bensberg (zu dieser Zeit noch selbständige Gemeinde). Später heiratete er Julie Müller, die Tochter des Papierfabrikanten Gustav Müller aus der Dombacher Mühle, das heutige Papiermuseum Alte Dombach, in Bergisch Gladbach (zu dieser Zeit noch nicht mit Bensberg verbunden).[2]

Der Kunstsammler und Unternehmer
Schon während seines Studiums zeigte sich sein großes Interesse an Buchauktionen und dem Erwerb von teuren Kupferdruckwerken. Bereits in seiner Bensberger Zeit kaufte er Grundstücke und Häuser in Bergisch Gladbach an, die sein Onkel Hofrat Fauth veräußerte, um den Niedergang seiner Papiermühle zu steuern. 1822 siedelte er als freier Gewerbetreibender nach Bergisch Gladbach um, nachdem er dort zwei weitere Gütchen gekauft hatte. Am 16. Juli 1824 gründete er mit dem Sohn seines Onkels, Gottfried Fauth, die neue Firma Fauth & Zanders in der Schnabelsmühle. Seine erste Betätigung bestand darin, ein Laboratorium und ein hohes Trockenhaus nach russischem Muster zu bauen. Die Einführung einer doppelten Buchführung, eine jährliche Bestandsaufnahme und Legung der Abschlussrechnungen zeigte auch den Kaufmann in ihm. Mit dem Tod von Gottfried Fauth am 11. Februar 1829 löste sich das Unternehmen wieder auf. Rasch entschlossen übernahm Zanders den Anteil von Fauth und gründete am 28. Juli 1829 die Papierfabrik J.W. Zanders.[2] 
ZANDERS, Johann Wilhelm Adolf (I49371)
 
3571 Johann Wolfgang Goethe, ab 1782 von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), war ein deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.

Goethe stammte aus einer wohlhabenden und angesehenen bürgerlichen Familie; sein Großvater mütterlicherseits war als Stadtschultheiß höchster Justizbeamter der Stadt Frankfurt am Main, sein Vater Doktor der Rechte und Kaiserlicher Rat. Er und seine Schwester Cornelia erfuhren eine aufwendige Ausbildung durch Hauslehrer. Dem Wunsch seines Vaters folgend, studierte Goethe in Leipzig und Straßburg Rechtswissenschaft und war danach als Advokat in Wetzlar und Frankfurt tätig. Gleichzeitig folgte er seiner Neigung zur Dichtkunst. Die ersten Anerkennungen in der Welt der Literatur erzielte er 1773 mit dem Drama Götz von Berlichingen, das ihm nationalen Erfolg eintrug, und 1774 mit dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, mit dem er sogar europäischen Erfolg erreichte. Beide Werke sind der literarischen Strömung des Sturm und Drang (1765 bis 1785) zuzuordnen.

Der jugendliche Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach berief den 26-jährigen Goethe 1775 an seinen Hof in Weimar, wo er schließlich für den Rest seines Lebens blieb. Er bekleidete dort als Freund und Minister des Herzogs politische und administrative Ämter und leitete ein Vierteljahrhundert das Weimarer Hoftheater. Die aus seiner amtlichen Tätigkeit resultierende Vernachlässigung seiner schöpferischen Fähigkeiten löste nach dem ersten Weimarer Jahrzehnt eine persönliche Krise aus, der sich Goethe durch die Flucht nach Italien entzog. Die Italienreise von September 1786 bis Mai 1788 empfand er als eine „Wiedergeburt“. Ihr verdankte er die Vollendung wichtiger Werke wie Iphigenie auf Tauris (1787), Egmont (1788) und Torquato Tasso (1790).

Nach seiner Rückkehr wurden seine Amtspflichten weitgehend auf repräsentative Aufgaben beschränkt. Der in Italien erlebte Reichtum an kulturellem Erbe stimulierte seine dichterische Produktion, und die erotischen Erlebnisse mit einer jungen Römerin ließen ihn unmittelbar nach seiner Rückkehr eine dauerhafte, „unstandesgemäße“ Liebesbeziehung zu Christiane Vulpius aufnehmen, die er erst achtzehn Jahre später mit einer Eheschließung legalisierte.

Goethes literarisches Werk umfasst Lyrik, Dramen, Epik, autobiografische, kunst- und literaturtheoretische sowie naturwissenschaftliche Schriften. Daneben ist sein umfangreicher Briefwechsel von literarischer Bedeutung. Selbst Napoleon bat ihn zu einer Audienz anlässlich des Erfurter Fürstenkongresses. Im Bunde mit Schiller und gemeinsam mit Herder und Wieland verkörperte er die Weimarer Klassik. Die Wilhelm-Meister-Romane wurden zu beispielgebenden Vorläufern deutschsprachiger Künstler- und Bildungsromane. Sein Drama Faust (1808) errang den Ruf als die bedeutendste Schöpfung der deutschsprachigen Literatur. Im Alter wurde er auch im Ausland als Repräsentant des geistigen Deutschlands angesehen.

Im Deutschen Kaiserreich wurde er zum deutschen Nationaldichter und Künder des „deutschen Wesens“ verklärt und als solcher für den deutschen Nationalismus vereinnahmt. Es setzte damit eine Verehrung nicht nur des Werkes, sondern auch der Persönlichkeit des Dichters ein, dessen Lebensführung als vorbildlich empfunden wurde. Goethes Lyrik, der Faust und der Roman Die Leiden des jungen Werthers gehören zur Weltliteratur. 
GOETHE, Johann Wolfgang (I23423)
 
3572 Johanna Henriette Louise ist das 17. Kind aus 1. Ehe von Carl Heinrich Ferdinand Henking mit Adriane Wilhelmine Hettenbach. Sie war um die drrei jahre alt, als die Scheidung ihrer Eltern im Oktober 1840 erfolgte. Sie ist eine Enkelin des Familienlegatstifters Johann Georg Hettenbach / St. Gallen / Schweiz und heiratete in der reformierten Kirche Linsebühl in St. Gallen / Schweiz den aus Düsseldorf stammenden Dr. med Carl Wilhelm Emil Asteroth. Sie lebten mit ihrem Mann in der Königstraße 1 in Düsseldorf und bekamen zwei Kinder, Wilhelmine Helene Elisabeth Asteroth und Friedrich Emil Oscar Asteroth die Begründer des in Deutschland ansässigen Zweigs von Hettenbachnachfahren.

Chronik der Kirchgemeinde St. Gallen:
Unsere Kirchgemeinde St. Gallen kann historisch als eine Rechtsnachfolgerin der bis 1798 souveränen Stadtrepublik betrachtet werden. Deren Territorium reichte zwar nur von St. Fiden bis zur Kreuzbleiche. Aber sie hatte es verstanden, sich von der einstigen Oberhoheit des Gallusklosters zu befreien und vollendete diese Loslösung mit der Einführung der Reformation.

Vadianus und die Reformation
Denn vom April 1524 an durfte in St. Laurenzen nur noch auf biblischer Grundlage gepredigt werden und am 21. April 1527 wurde dort erstmals so Abendmahl gefeiert, wie es seit zwei Jahren in Zürich üblich war.
St. Gallen entschied sich also als zweite Stadt der Eidgenossenschaft für die Reformation. Um diese Entscheidung hatte sich hauptsächlich Stadtarzt Dr. med. Joachim von Watt verdient gemacht, als Humanist "Vadianus" genannt. Von seinen Mitbürgern immer wieder als Bürgermeister bestätigt, war er jahrzehntelang die geistig und politisch führende Persönlichkeit seiner Vaterstadt.
Neben ihm sei auf Pfarrer Dominik Zili verwiesen, dem man das erste deutschsprachige Kirchengesangbuch der reformierten Schweiz verdankt, sowie auf den Schulmeister und Chronisten Johannes Kessler. Dieser verwaltete als erster die Bücherei, welche Vadian seiner Stadt hinterlassen hatte, als Grundstock zu einer öffentlichen Bibliothek, die noch heute den Zunamen "Vadiana" führt. aus: https://www.ref-sgc.ch/chronik 
HENKING, Johanna Henriette Louise (I58)
 
3573 Johanna ist eine der wenigen Frauen in der Geschichte, die militärisch eine Rolle spielten. Als ihr Mann im Bretonischen Erbfolgekriegs 1341 bis 1343 in französischer Gefangenschaft war, übernahm sie 1342 die Verteidigung der belagerten Stadt Hennebont. Während der Belagerung trug sie Waffen und Rüstung, kommandierte die Verteidiger der Stadt und forderte die Frauen auf, ihre Röcke abzuschneiden und ihre Sicherheit in die eigenen Hände zu nehmen. Sie führte sogar einen Ausfall der Ritter, bei dem erfolgreich eines der gegnerischen Feldlager zerstört wurde.[1]

Als ihr Ehemann 1345 starb, führte sie seinen Kampf gegen die Partei Karls von Blois und Johannas von Dreux fort, um die Rechte ihres Sohnes Johann V. zu wahren. Sie organisierte den Widerstand und nutzte diplomatische Mittel, um ihre Familie zu schützen. 1364 endete der Bretonische Erbfolgekrieg mit ihrem Sieg, der die Ansprüche ihres Sohnes endgültig bestätigte.

Ab 1347 lebte sie im englischen Exil auf Tickhill Castle in Yorkshire. Dort starb sie im Jahr 1374. 
VON FLANDERN, Johanna (I40584)
 
3574 Johanna wurde als älteste Tochter des Grafen Ulrich III. (1281–1324) von Pfirt und seiner Ehefrau Prinzessin Johanna von Mömpelgard (1284–1349), Tochter des Grafen Reinald von Chalon-sur-Saône und Enkelin Herzog Hugos IV. von Burgund, geboren.

Mit dem Tod des letzten Grafen von Pfirt, Ulrich III., im März 1324 in Basel brach in der Geschichte des Elsass eine wichtige Epoche an. Das Erbe, das er seinen beiden Töchtern, Johanna und Ursula, hinterließ, umfasste den Sundgau, die südlichen Vogesen, die Burgunderpforte und den Nordrand des Juras. Auf seinen Vorteil bedacht, reagierte Leopold I. auf die Nachricht vom Tode Ulrichs III. rasch. Er schickte seinen jüngeren, noch unverheirateten Bruder Albrecht zur Witwe, Johanna von Mömpelgard (Jeannette de Montbéliard), damit er um die Hand der ältesten Tochter Johanna anhalte. Die Witwe entschädigte ihre jüngste Tochter Ursula (1315–1367) mit einer statthaften Summe für den Erbverzicht. Die Verhandlungen verliefen erfolgreich, und am 17. März besiegelte sie in Thann den Vertrag mit Albrecht. So verschaffte er den Habsburgern die einzige kompakte politische Einheit im Elsass.

Am 26. März 1324 fand in Wien die Hochzeit zwischen Erbgräfin Johanna von Pfirt und Herzog Albrecht II. von Habsburg (1298–1358), Sohn des römisch-deutschen Königs Albrecht I. und seiner Ehefrau Elisabeth von Kärnten, Görz und Tirol, statt. Im Jahr 1330 traten bei Herzog Albrecht Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen auf (Polyarthritis). Das war auch deshalb ein Unglück, weil trotz sechsjähriger Ehe Johanna noch nicht schwanger geworden war. 1337 begab sich der Herzog deshalb auf eine Wallfahrt zu den Reliquien der rheinischen Heiligen in Köln und Aachen. Das vom Himmel erbetene Wunder trat ein: Ende 1339 brachte die 39-jährige Herzogin ihr erstes Kind Rudolf zur Welt. 
VON PFIRT, Johanna (I28551)
 
3575 Johannes Auer Family Information:
Bina Elsa Auer; Hermine Katharina Auer; Johanna Maria Auer; Johannes Auer; Karl Auer; Marie Helene Cartharina Auer; Mathilde Auer; Max Adolf Auer; Werner Auer; Imanuel Richard Robert Foster; Agatha Maria Heidenreich; Mart. Ed. Keller; Fredrieke Eleanore Regine Otille Bertha Lehmann or Lohmann; Philippine Katherine Bina Malsch; Vorname Rieker; Johannes Schulthess; Friederich Wilhelm Teutsch; Hans Walther Teutsch 
AUER, Werner (I56158)
 
3576 Johannes de Spina war verheiratet mit Anna Maria Metzler (1652– nach 1714), einer Tochter des Rechenrats und Kammermeisteradjunkts Tobias Metzler, und bekam mit ihr zwei Töchter und sechs Söhne.
Von seinen Kindern heiratete die Tochter Loysa Sara Catharina de Spina (1678–1742) den Kurfürstlichen Leibarzt und Hofapotheker Daniel Nebel und sein Sohn Friedrich Peter de Spina (1688–1721) wurde ebenfalls Jurist und Professor an der Hohen Landesschule in Hanau.
 
METZLER, Anna Maria (I2264)
 
3577 Johannes Dukas Komnenos stammte aus dem byzantinischen Herrscherhaus der Komnenen. Er war der älteste Sohn des Sebastokrators („Ehrwürdiger Regent“) Andronikos Komnenos († 1142) und der Eirene Aineiadissa, († 1150/51) und ein Enkel des Johannes II., Kaiser von Byzanz (1118–1142) und dessen Gemahlin, Piroska Prinzessin von Ungarn (als Kaiserin „Irene“). Der zusätzliche Name Dukas beruht auf der byzantinischen Tradition, den eigenen Familiennamen mit dem berühmterer Familien zu verbinden, die unter den Vorfahren auftreten, um das eigene Prestige zu erhöhen. Bereits sein Großvater, Kaiser Johannes II., wurde Johannes Komnenos Dukas genannt, um an dessen Mutter, Irene Dukaina († 1123) zu erinnern, die aus dem älteren Kaiserhaus der Dukas stammte.

Leben
Dass diese Tradition für Johannes Dukas Komnenos wieder aufgenommen wurde, zeigt, dass sich seine Eltern gute Chancen ausrechneten, dass ihr Sohn eines Tages die Kaiserkrone tragen würde: Sein Vater Andronikos Komnenos war zwar nur der zweitälteste Sohn des Kaisers Johannes II., jedoch hatte sein älterer Bruder Alexios, der 1122 zum Mitkaiser gekrönt worden war, keine männlichen Erben, sondern nur eine Tochter. Alexios, der älteste Onkel von Johannes, starb jedoch vorzeitig im Sommer 1142. Sein eigener Vater, Andronikos Komnenos, rückte dadurch zum Kronprinzen auf, starb jedoch bereits wenige Monate später, im Herbst 1142, gleichfalls noch vor seinem Vater, Kaiser Johannes II. Johannes war damit 14-jährig Kronprinz, wurde jedoch von seinem Großvater Kaiser Johannes II. bei der Wahl seines Nachfolgers übergangen, da dieser noch zwei erwachsene Söhne hatte: Isaak und Manuel. Da der Kaiser der Überzeugung war, Isaak wäre „von schwankender Gemütsart“, beschloss er, Manuel, den jüngsten seiner Söhne, zum Nachfolger zu bestimmen. Um sicherzugehen, setzte er ihm persönlich die Krone aufs Haupt und verpflichtete seine Feldherren, ihn als neuen Kaiser anzuerkennen.[1]

Johannes wuchs zusammen mit seinem jüngeren Bruder Alexios am kaiserlichen Hof in Konstantinopel auf, erhielt mehrere Titel, die den Angehörigen der Kaiserfamilie vorbehalten waren, wie „Protosebastos“, „Protobestiarios“ (1148), und wurde zum Strategos (Militärkommandant) von Serdica (Sofia) ernannt. Im Jahr 1155 erhielt er seine wichtigste Funktion als „Dux“ („Herzog“) und kaiserlicher Statthalter der Insel Zypern.[2]

Da Zypern während des vergangenen Jahrhunderts von Kriegen verschont geblieben war, lebte nicht nur der Statthalter, sondern auch die Bevölkerung in Zufriedenheit und Wohlstand.

Der Kreuzfahrer Rainald von Chatillon, ursprünglich ein unbemittelter Ritter und jüngerer Sohn aus guter Familie, war 1153 durch seine Ehe mit Konstanze Fürstin von Antiochia (1130–1163), der Erbtochter des Bohemund II. Fürst von Antiochia (1126–1130) aus dem normannischen Haus Hauteville und dessen Gemahlin, Alice von Rethel, Prinzessin von Jerusalem, Fürst von Antiochia geworden. Um seine Anerkennung durch Kaiser Manuel I. von Byzanz als Fürst zu erhalten, hatte er einen Kriegszug gegen das Fürstentum Kleinarmenien unternommen und versprochen, Fürst Thoros II. (1140–1169) aus dem Haus der Rubeniden an Manuel auszuliefern. Nach einem Gefecht bei Alexandrette (heute İskenderun in der Südtürkei), aus dem er die Armenier vertrieb, verlangte er von Manuel Geldzahlungen, die dieser verweigerte, da die Aufgabe noch nicht erfüllt war. Rainald wechselte daraufhin die Seiten, verbündete sich mit dem Templerorden und König Thoros II. und beschloss, gemeinsam mit diesem Zypern zu überfallen und zu plündern.[3] Zypern hatte in der Vergangenheit immer wieder eine wichtige Rolle bei der Unterstützung und Versorgung der Kreuzfahrer gespielt, es bestanden daher gute Beziehungen zu den Kreuzfahrerstaaten. Sobald König Balduin von Jerusalem daher von dem geplanten Angriff erfuhr, sandte er Eilboten zur Insel, um sie zu warnen. Aber es war nicht möglich, noch rechtzeitig Verstärkungen hinzuschicken.

Im Frühjahr 1156 landeten die vereinigten Truppen von Fürst Raimund und Thoros II. von Armenien auf Zypern. Johannes sandte seinen Militärkommandanten, Michael Branas, zur Küste. Dessen Truppen wurden nach Anfangserfolgen besiegt und er selbst gefangen genommen. Johannes eilte ihm mit dem Rest seiner Truppen zu Hilfe, wurde aber gleichfalls besiegt und gefangen genommen.[4] Die siegreichen Franken und Armenier schwärmten dann auf der ganzen Insel aus, um zu rauben, zu plündern, zu brennen und zu vergewaltigen.[5]

Als nach drei Wochen Gerüchte über das Herannahen einer kaiserlichen Flotte auftauchten, wurden die Schiffe mit der von allen Seiten herbeigeschafften Beute beladen. Was mangels Platz nicht mitgenommen werden konnte – etwa die großen von der Insel zusammengetriebenen Schafherden –, wurde zu hohen Preisen den beraubten Besitzern verkauft. Jeder Zypriot wurde gezwungen, sich selbst mit Lösegeld freizukaufen. Da hierfür auf der ganzen Insel nicht genug Geld vorhanden war, wurde der Statthalter Johannes’, der Militärkommandant Michael Branas, gemeinsam mit den wichtigsten Geistlichen, Grundbesitzern und Kaufleuten – samt deren Familien – auf die Schiffe gebracht, nach Antiochia verfrachtet und dort eingesperrt, bis das erforderliche Lösegeld bezahlt war. Einige wurden sogar verstümmelt und zum Spott nach Konstantinopel gesandt. Der lateinische Geschichtsschreiber Wilhelm von Tyrus bedauerte diese Kriegshandlung von Christen gegen Christen und beschrieb die Grausamkeiten Rainalds im Detail.[6] Die Verwüstungen, die Rainald und dessen armenische Verbündete angerichtet hatten, wurden durch ein Erdbeben im Jahre 1157 verstärkt.

Kurz darauf unternahmen die Ägypter, deren Flotte sich seit Jahrzehnten nicht mehr in zypriotische Gewässer gewagt hatte, mehrere Überfälle auf die Insel. Unter den Gefangenen, die sie machten, befand sich der Bruder des Statthalters, Alexios Komnenos, der in Kairo ehrenvoll aufgenommen und nach Konstantinopel zurückgeschickt wurde.[7]

Im Herbst 1158 zwang Kaiser Manuel I. Rainald zur förmlichen Unterwerfung, nachdem er mit einer Armee nach Antiochia marschiert war: Rainald musste sich vor der versammelten Bevölkerung bloßfüßig und im Büßerhemd dem Kaiser zu Füßen werfen.[8] Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte auch Johannes Dukas Komnenos freigekommen und nach Zypern zurückgekehrt sein. Im Jahr 1160 kam es zu einem neuen Überfall auf Zypern. Kaiser Manuel I., der König Balduin III. von Jerusalem um Nominierung von zwei Kandidatinnen für seine zweite Vermählung ersucht und sich für Maria von Antiochia entschieden hatte, verärgerte dadurch den Bruder der anderen Kandidatin Melisande Melisande von Tripolis, Graf Raimund III. von Tripolis derart, dass er beschloss, sich für diese Zurücksetzung zu rächen, indem er die für die Hochzeit seiner Schwester gebauten zwölf Galeeren in Kriegsschiffe umrüsten ließ und Zypern überfiel.[9]

Nur indirekt war Johannes in den Kreuzzug involviert, den König Amalrich I. von Jerusalem im Jahr 1169 gegen Ägypten führte, wo seit kurzem Saladin herrschte. Kaiser Manuel I. hatte König Amalrich die Unterstützung der großen kaiserlichen Flotte zugesagt, die unter dem Befehl des Megas Dux, Andronikos Kontostephanos am 10. Juli 1169 vom Hellespont auslief und nach Zypern segelte, während ein kleineres Geschwader direkt nach Akkon fuhr. Amalrich wurde ersucht, Zypern zu verständigen, sobald er die Weiterfahrt der Flotte wünschte. Diese blieb einige Monate in Zypern und segelte erst im September nach Akkon, um den Angriff auf Damiette zu unterstützen.[10] Seine protokollarischen Titel konnte Johannes 1170 durch die von Kaiser Manuel I. verliehene Bezeichnung als „Sebastokratoronthes“ vermehren.

Johannes Dukas Komnenos war einer der Generäle, die am 17. September 1176 in der Schlacht von Myriokephalon zwischen den Truppen von Kaiser Manuel I. von Byzanz und denen von Kilidsch Arslan II., dem Sultan der Seldschuken von Rum kämpften. 1175 war es zum Streit gekommen, da Kilidsch Arslan II. sich weigerte, vor kurzem vom gemeinsamen Feind, den Danischmenden, eroberte Gebiete an Manuel abzutreten. Manuel war entschlossen, nunmehr die Seldschuken endgültig zu besiegen und ihre Hauptstadt Iconium (heute Konya in Zentralanatolien) zu erobern. Das Heer geriet jedoch im Bergpass zwischen Tzivritze und der Festung Myriokephalon nahe dem Beyşehir-See (Beyşehir Gölü) in Mittelanatolien in einen Hinterhalt der Seldschuken und erlitt schwerste Verluste. Unter den Toten waren nicht nur Johann Dukas Komnenos, sondern auch mehrere seiner Verwandten, wie sein Schwager, Johannes Kantakuzenos (Gemahl seiner Schwester Maria Komnene), Andronikos Batatzes (Vetter von Kaiser Manuel) und Balduin von Antiochia (Sohn des Raimund von Poitiers und Schwager des Kaisers). 
KOMNENOS, Johannes Dukas (I54372)
 
3578 Johannes Eller (* 1749 in Ronsdorf (heute Stadtteil von Wuppertal); † 15. März 1814 in Köln) war Bürgermeister in Elberfeld.

Eller wurde 1749 in Ronsdorf geboren und dort am 11. Oktober 1749 getauft. Sein Vater war der Bürgermeister des Jahres 1763 Johann Kaspar Eller (1727–1796) und dessen Frau Maria Katharina Hoffstadt (1730–1809). Er kam nach Elberfeld, wo er am 30. April 1774 das Bürgerrecht erwarb, und wurde Mann auf der Vikarie. Im gleichen Jahr wurde er Gemeinsmann und im Jahr darauf Ratsverwandter, was er zunächst bis 1778 blieb. Im Jahr 1779 wurde Eller erfolglos für das Amt des Bürgermeisters vorgeschlagen. Erst 1780 wurde er gewählt. Nach der einjährigen Amtszeit wurde er 1781 Stadtrichter. Danach war er von 1782 bis 1784 und nochmal 1786 im Rat von Elberfeld.

Eller war seit dem 15. März 1774 mit Isabella Wilhelmina Siebel verheiratet, mit der er drei Kinder hatte. Sie war die Tochter des Bürgermeisters von 1750, Johann Wilhelm Siebel (1709–1776). 
ELLER, Johannes (I49268)
 
3579 Johannes II. von Waldburg oder Johann II. Truchseß von Waldburg, auch Hans II., auch genannt Truchsess Hans mit den vier Frauen (* um 1344 auf Burg Waldburg in Waldburg; † zwischen 22. / 31. März 1424) war ein Graf und Truchsess, Ritter (1419), Landvogt im Aargau, Thurgau, auf dem Schwarzwald und in Glarus, Unterlandvogt in Schwaben. Er entstammt dem schwäbischen Adelsgeschlecht Waldburg.

Johannes II. war in der fünften Generation ein direkter Nachfahre der Truchsessen von Waldburg und Sohn des Eberhard III. von Tanne-Waldburg und dessen Frau, der Herzogin Agnes von Teck. Als sein Vater starb, war er noch minderjährig. Bis zu seinem Regierungsantritt 1362 verwaltete seine Mutter das Amt. Er erbte von seinem Vater die Schlösser Waldburg, Wolfegg und Zeil sowie die Stadt Wurzach, wobei die beiden letzteren sofort angefochten wurden.

Johannes war viermal verheiratet, daher sein Name Truchsess Hans mit den vier Frauen. Aus diesen Ehen verfügte er über eine hohe Mitgift, die er zum Erwerb österreichischen Besitzes auf Pfandbasis einsetzte. Die österreichischen Herzöge belohnten mit den Verpfändungen seine Verdienste, zum Beispiel im Krieg gegen die Eidgenossen. Johannes trug so wesentlich zur Herrschaft des Hauses Waldburg bei, bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806.[1]

Seine drei Söhne aus vierter Ehe begründeten die drei Hauptlinien des Hauses Waldburg[1]:

Eberhard I. (1424–1479) begründete die bereits 1511 erloschene Sonnenbergische Linie
Jakob († 1440 oder 1460) war der Stammvater der Jakobischen Linie, in deren Besitz die Herrschaft Trauchburg mit Kißlegg und Friedberg-Scheer nebst Dürmentingen gelangte. Die Jakobische Linie erlosch in Schwaben 1772, wohingegen die seit der Reformation in Ostpreußen bestehende evangelische Seitenlinie Waldburg-Capustigall erst 1875 im Mannesstamm ausstarb.
Georg I. († 1467 oder 1479). Er begründete die Georgische Linie, die sich 1595 in die Linien Zeil (heute noch bestehend als Walburg zu Zeil und Trauchburg) und Wolfegg (heute als Waldburg-Wolfegg-Waldsee) teilte. 
VON WALDBURG, Johannes II. (I1795)
 
3580 Johannes II. war in der fünften Generation ein direkter Nachfahre der Truchsessen von Waldburg und Sohn des Eberhard III. von Tanne-Waldburg und dessen Frau, der Herzogin Agnes von Teck. Als sein Vater starb, war er noch minderjährig. Bis zu seinem Regierungsantritt 1362 verwaltete seine Mutter das Amt. Er erbte von seinem Vater die Schlösser Waldburg, Wolfegg und Zeil sowie die Stadt Wurzach, wobei die beiden letzteren sofort angefochten wurden.

Johannes war viermal verheiratet, daher sein Name Truchsess Hans mit den vier Frauen. Aus diesen Ehen verfügte er über eine hohe Mitgift, die er zum Erwerb österreichischen Besitzes auf Pfandbasis einsetzte. Die österreichischen Herzöge belohnten mit den Verpfändungen seine Verdienste, zum Beispiel im Krieg gegen die Eidgenossen. Johannes trug so wesentlich zur Herrschaft des Hauses Waldburg bei, bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806.[ 
TRUCHSESS VON WALDBURG, Johann II. (I35743)
 
3581 Johannes Komnenos war der jüngere Bruder des späteren Kaisers Isaak I.[1] Nach dem Tod ihres Vaters Manuel Komnenos Erotikos verwaist, wurden die beiden Komnenen auf Anordnung von Basileios II. im Studionkloster in Konstantinopel erzogen. Seit 1044 war Johannes mit Anna Dalassene verheiratet. Das Paar hatte die fünf Söhne Manuel († 1070), Isaak, den späteren Kaiser Alexios, Adrianos und Nikephoros sowie die drei Töchter Maria, Eudokia und Theodora.

Bei seinem Herrschaftsantritt 1057 verlieh Isaak I. dem Johannes die hohen Hofwürden eines Nobelissimos und Kuropalates und ernannte ihn zum Domestikos (bzw. Dux, d. h. Oberkommandierenden) der byzantinischen Truppen im Westen. Als der schwer erkrankte Kaiser sich am 25. Dezember 1059 zur Abdankung entschloss, trug er zunächst seinem Bruder die Nachfolge an. Johannes verzichtete jedoch auf die Krone, sehr zum Ärger seiner Frau, die ihn dafür heftig tadelte und – letztlich vergeblich – versuchte, ihn umzustimmen. An seiner Stelle bestieg auf Anraten von Michael Psellos der schon betagte Senatsvorsitzende Konstantin Dukas den Thron von Konstantinopel.

Johannes Komnenos starb am 12. Juli 1067 als Mönch im Studionkloster. Seine Witwe Anna Dalassene blieb eine einflussreiche Persönlichkeit in der byzantinischen Politik; 1081 war sie maßgeblich an der erfolgreichen Usurpation ihres Sohnes Alexios gegen Nikephoros III. beteiligt. 
KOMNENOS, Johannes (Domestikos der Scholen) (I39100)
 
3582 Johannes Scheibler wurde als Sohn von Christoph Scheibler und dessen Ehefrau erster Ehefrau Ursula (* 11. Juli 1588; † 20. Dezember 1632), Tochter des Kaufmanns Moritz Rossbecher aus Speyer. Sein Vater heiratete 1633 in zweiter Ehe Katharina (* 19. März 1585; † 18. April 1669), eine Tochter des Dortmunder Kaufmanns Johannes Nies und Witwe des Dr. jur. Freitag. Die zweite Ehe blieb kinderlos.[2] Seine Geschwister waren:[3]

Johann Christoph Scheibler (* 19. Januar 1612 (Taufe) in Gießen; † 17. Oktober 1660 in Lütgendortmund), ab 1639 Pfarrer in Lütgendortmund;
Peter Arnold Scheibler (* 16. Mai 1613 (Taufe) in Gießen; † 22. September 1687 in Dortmund), Pfarrer in Dortmund;
Katharina Elisabeth Scheibler (* 30. März 1615; † 11. Mai 1616);
Barbara Katharina Scheibler (* 13. Juni 1617 in Gießen; † unbekannt), verheiratet mit Prof. Johann Konrad Schragmüller (1605–1675), ab 1639 Rektor der Universität Marburg und ab 1639 Pastor in Speyer;
Johann Gottfried Scheibler (* 7. Juli 1619; † 19. Mai 1620);
Johann Hartmann Scheibler (* 23. April 1622; † 18. Mai 1633);
Anna Katharina Scheibler (* 26. Oktober 1624; † 23. August 1636);
Johann Melchior Scheibler (* 22. Juli 1631 in Dortmund; † 5. August 1631 ebenda).
Johannes Scheibler heiratete Katharina (* 9. Januar 1635 in Darmstadt; † 9. September 1704 in Burscheid), Tochter des Professor in Gießen und Superintendenten in Darmstadt Peter Haberkorn. Gemeinsam hatten sie dreizehn Kinder:

Peter Christoph Scheibler (* 13. Juli 1652 in Gießen; † 5. Dezember 1653 ebenda);
Hedwig Katharina Scheibler (* 31. März 1654 in Lennep; † 10. August 1657 ebenda);
Peter Christoph Scheibler (* 6. Mai 1656 in Lennep; † 3. November 1679 in Leipzig), studierte an der Universität Leipzig und verstarb als Magister auf dem Weg von Wittenberg nach Leipzig, als er dort die Stelle des Erziehers des jüngsten Prinzen August Leopold von Pfalz-Veldenz (1663–1689) antreten sollte, an Fleckfieber;
Justus (Jost) Arnold Scheibler (* 6. Februar 1658 in Lennep; † 24. August 1729 in Dortmund), Pastor in Dortmund, Superintendent seit 1722;
Christina Margareta Scheibler (* 13. Januar 1660 in Lennep; † 22. März 1737 ebenda), verheiratet mit Albert Veltgen (1654–1719), Pastor in Seelscheid und ab 1680 in Remscheid;
Barbara Katharina Scheibler (* 15. Juni 1662 in Lennep; † 17. Juni 1662 (Begräbnis) ebenda);
Hedwig Barbara Scheibler (* 15. Juni 1662 in Lennep; † 5. April 1691 (Begräbnis) in Dortmund); verheiratet mit Johann Beurhaus (1655–1704), Prediger an St. Petri in Dortmund;
Johannes Nikolaus Scheibler (* 12. November 1664 in Lennep; † 8. September 1674 ebenda);
Johann Hartmann Scheibler (* 14. Dezember 1666 in Lennep; † 10. April 1709 in Burscheid), Prediger in Seelscheid, seit 1692 in Burscheid;
Katharina Maria (* 14. Februar 1669 in Lennep; † 6. Januar 1697 in Langenfeld-Reusrath), verheiratet mit Johann Arnold Beurhaus, Pastor in Reusrath;
Balthasar Christian Scheibler (* 17. September 1671 in Lennep; † 2. April 1730 in Stolberg), Feldprediger beim Grafen Oxenstierna, 1711 Pastor in Stolberg bei Aachen
Bernhard Georg Scheibler (* 30. April 1674 in Lennep; † 11. März 1743 in Rösrath-Volberg), wurde 1701 Nachfolger seines Schwiegervaters Pastor Ernst Heinrich Wittenius (1645–1701) in Volberg, 1730 Superintendent des Oberbergischen Landes, sein Sohn war der spätere Tuchfabrikant Johann Heinrich Scheibler;
Elisabeth Ursula Scheibler (* 30. Dezember 1676 in Lennep; † nach März 1736 in Radevormwald), verheiratet mit Frantz Vogt, Rektor und Hauptpastor in Lennep, Assessor Ministerii.
Werdegang
Johannes Scheibler begann 1647 ein Theologie-Studium an der Universität Rinteln, das er später an der Universität Jena für drei Jahre fortsetzte und mit dem Mag. theol. beendete. Er wurde Außerordentlicher Professor für Kirchengeschichte an der Universität Gießen, Vikar in Altena und war von 1654 bis 1689 Pastor primarius in Lennep. Ab dem 7. September 1654 war er bis zu seinem Tod Generalsuperintendent der jülich-bergischen lutherischen Gemeinden in Jülich und Berg.[4]

Ehrungen
Nach Johannes Scheibler wurde die Johann-Scheibler-Straße in 42897 Remscheid benannt. 
SCHEIBLER, Johannes ´der Jüngere` (I44316)
 
3583 Johannes Varnbüler wurde als erster Sohn des St. Galler BürgermeistersUlrich Varnbüler und dessen Ehefrau Agnes (geborene Beeli) geboren und kam mit seinen Eltern 1490 nach Lindau. Dort bekleidete er insgesamtneun mal das Amt des Bürgermeisters. 1504 heiratete Johannes die Augsburger Patriziertochter Agnes Meuting(* 1484 in Augsburg, † 25. Juli 1562 in Lindau). Aus der Ehe gingen 8Kinder hervor: Christoph, Johann Ulrich, Johann Jacob (1510 - 1568), Barbara (1511 - ca. 1535), Nikolaus (1519 - 1604), Georg (* ca. 1520),Johann Ludwig (* 1521) und Amalie (1526 - 1592). VARNBÜHLER, Johann (I21018)
 
3584 Johannes von Ringgenberg, Wirt, Burger zu Unterseen, und sein Sohn Anton verkaufen dem Kloster Interlaken für 44 Pfund Stebler Pfennige ein Gut "in der Kossinen", mit der Hälfte des Obstwachses darauf, den sogenannten "Laienacker" und ein Gut auf dem Bühl, genannt "zer Eych", alles in der Kirchhöre Leissigen, zu freiem Eigen, doch unter Vorbehalt eines Jahrzeitzinses an die Kirche Leissigen. VON RINGGENBERG, Anton (I41547)
 
3585 Johannes war armenischer Abstammung und ein Verwandter des Kaisers Nikephoros II. Unter dessen Oberkommando führte er bereits 959 als führender General des Ostheeres einen Feldzug gegen die Hamdaniden zum oberen Euphrat durch. Zusammen mit General Basileios Lekapenos erstürmte General Tzimiskes die Stadt Samosata und fügte dem Gegner eine schwere Niederlage zu. Nach der Erhebung Nikephoros II. zum Kaiser im August 963 wurde Tzimiskes Strategos (General) des Themas Anatolikon. In erster Ehe war er mit Maria Sklerina verheiratet; er sorgte auch dafür, dass sein Schwager Bardas Skleros mit hohen militärischen Posten bedacht wurde und baute seine eigene Machtstellung beim Ostheer aus. Das anfänglich gute Verhältnis zum neuen Kaiser wurde jedoch bald gestört; vermutlich wollte dieser Johannes abberufen. Daraufhin plante Johannes mit der Kaiserin Theophanu, die ihren Gatten wegen seines Äußeren verabscheute und sich zu dem gutaussehenden Johannes hingezogen fühlte, die Ermordung des Kaisers. Am 11. Dezember 969 gelangte Johannes mit seinen Schergen in den Bukeleon-Palast und tötete den schlafenden Nikephoros auf schändliche Weise. Theophanus Drängen zur raschen Heirat mit Tzimiskes, wurde jedoch bitter enttäuscht. Der greise Patriarch Polyeuktos von Konstantinopel verlangte unerbittlich vor Bewilligung seiner Krönung die Kirchenbuße des selbsternannten Kaisers. Verbittert sah Theophanu jetzt ihre Machtposition schwinden, sie musste zusehen wie Johannes seine Position durch die Heirat mit einem anderen Mitglied des älteren Kaiserhauses legitimierte. Theodora, eine der fünf Schwestern des früheren Kaisers Romanos II. wurde aus dem Nonnenkloster geholt und im November 971 durch den neuen Patriarchen Basileios I. Skamandrenos mit dem Kaiser vermählt. TZIMISKES, Johannes I. (I37340)
 
3586 Johannes war ein Sohn des Pansebastohypertatos Theodoros Batatzes, eines Angehörigen der Offiziersfamilie Batatzes, die schon von Kaiser Johannes II. gefördert wurde und im 13. Jahrhundert drei byzantinische Kaiser stellte. Durch seine Mutter, die purpurgeborene Prinzessin Eudokia Komnena, die jüngste Schwester Manuels I., gehörte er der regierenden Dynastie der Komnenen an. Mit seiner Frau Maria Dukaina hatte er zwei Söhne, Manuel und Alexios.

Johannes Batatzes erscheint in den zeitgenössischen Quellen als ranghoher Militärführer unter Manuel I. erst in den 1170er-Jahren. Nach der Niederlage der Byzantiner gegen den Seldschukensultan Kılıç Arslan II. in der Schlacht bei Myriokephalon, in der sein Bruder Andronikos Batatzes fiel, vernichtete er eine türkische Reiterarmee, die plündernd in das Mäandertal eingefallen war. Unter Manuels Sohn und Nachfolger Alexios II. stand Johannes Batatzes als Megas Domestikos an der Spitze der byzantinischen Militärhierarchie; zeitgenössischen Siegeln zufolge trug er auch den Titel Protospatharios. Von Adrianopel aus verwaltete er als Strategos das wichtige Thema Thrakien.

Als sich im Frühjahr 1182 Andronikos Komnenos anschickte, die lateinerfreundliche Regentschaft der Witwe Manuels I., Maria von Antiochia, und des Protosebastos Alexios Komnenos zu beenden, verweigerte Johannes Batatzes dem Prätendenten die Gefolgschaft. Batatzes’ Vetter, der Megas Dux Andronikos Kontostephanos, schlug sich jedoch auf die Seite des Andronikos und ermöglichte ihm im April 1182 den Einzug in Konstantinopel.

Nach Andronikos Komnenos’ Machtergreifung revoltierte Johannes Batatzes, der vermutlich zuvor seiner Ämter enthoben worden war, in Philadelphia in Lydien gegen den neuen Regenten, der sich, wie von ihm erwartet, als brutaler Willkürherrscher entpuppte. Andronikos Komnenos entsandte eine Streitmacht unter dem Kommando des Andronikos Lampardas, der jedoch gegen die Rebellenarmee eine Niederlage erlitt. Allerdings war Johannes Batatzes zwischenzeitlich schwer erkrankt und starb am 16. Mai, nur wenige Tage nach der siegreichen Schlacht. Mit seinem Tod brach auch die Rebellion in sich zusammen.

Johannes Batatzes’ Söhne Manuel und Alexios versuchten über das Meer nach Sizilien zu fliehen, erlitten aber vor Kreta Schiffbruch. Die Brüder wurden gefangen genommen und geblendet. Der Sieg über Johannes Batatzes wurde von Andronikos Komnenos als göttliche Vorsehung aufgefasst und bestärkte ihn in der Absicht, sich neben dem jungen Alexios II. zum Mitkaiser zu krönen. 
KOMNENOS BATATZES, Johannes (I52248)
 
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3589 John de Warenne, 6. Earl of Surrey (auch als Earl Warenne oder Earl of Sussex bezeichnet) (* 1231; † um 29. September 1304 in Kennington, Kent) war ein englischer Magnat. Als mächtiger Adliger spielte er eine wichtige Rolle während des Zweiten Kriegs der Barone und während der Eroberung von Wales durch König Eduard I. Während der Schottischen Unabhängigkeitskriege betraute Eduard I. Warenne mit der Verteidigung der englischen Oberherrschaft in Schottland, womit dieser letztlich scheiterte.

John de Warenne entstammte der anglonormannischen Familie Warenne. Er war der einzige Sohn von William de Warenne, 5. Earl of Surrey, und von dessen Frau Maud Marshal. Seine Mutter war die Witwe von Hugh Bigod, 3. Earl of Norfolk, und eine der fünf Töchter von William Marshal, 1. Earl of Pembroke. Über seine Mutter hatte er damit verwandtschaftliche Bindungen zu zahlreichen hochadligen Familien in Frankreich und England. Johns ältere Schwester Isabel de Warenne war die Gründerin von Marham Abbey.

Sein Vater starb bereits 1240, sodass der neunjährige John als königliches Mündel an den Hof von König Heinrich III. kam. Von seinem Vater hatte er umfangreiche Besitzungen geerbt, die über ganz England verstreut lagen. Der Schwerpunkt der Besitzungen war die Baronie Lewes in Sussex; dazu gehörten Stamford und Grantham in Lincolnshire, Castle Acre in Norfolk, Conisbrough, Sandal und Wakefield in Yorkshire sowie Reigate in Surrey. Diese Ländereien übergab der König zur Verwaltung an Peter von Savoyen, einen Onkel der Königin. Über seine Mutter wurde er 1245 dazu zum Teilerben der umfangreichen Güter der Familie Marshal. 1246 versprach der König seinem Mündel, ihn mit einer der Töchter von Graf Amadeus IV. von Savoyen zu verheiraten, was jedoch nicht erfolgte. Stattdessen verheiratete der König Warenne im August 1247 mit seiner Halbschwester Alice de Lusignan, einer Tochter des französischen Grafen Hugo X. von Lusignan und von Heinrichs Mutter Isabella von Angoulême. Nach der Heirat übergab der König Warenne 1248 einen Teil seines Erbes.

Höfling im Dienst von Heinrich III.
Warenne blieb am Königshof und schloss sich Anfang der 1250er Jahre der Gruppe Höflinge an, die sich um die Halbbrüder des Königs, die sogenannten Lusignans, und den jungen Thronfolger Lord Eduard gebildet hatte. Von 1252 bis 1253 unterstützte er seinen Schwager Aymer de Lusignan bei dessen gewalttätigen Konflikt mit Erzbischof Bonifatius von Savoyen. 1252 wurde Warenne volljährig, womit er den Titel und die Einkünfte des Earl of Surrey erhielt. Zusammen mit Lord Eduard wurde er 1254 zum Ritter geschlagen und folgte dem König in die südwestfranzösische Gascogne, wo dieser eine Rebellion niederschlagen musste. Dort bürgte er in Bordeaux für die Schulden des Königs, die dieser dort gemacht hatte. 1255 reiste er zusammen mit seinem Schwager William de Valence und Richard de Clare, 2. Earl of Gloucester, erneut nach Frankreich. Im gleichen Jahr gehörte er auch zu den Baronen, die den jungen schottischen König Alexander III. und dessen Frau Margarete von Edinburgh nach Wark-on-Tweed Castle eskortierten, wo sie den englischen König trafen. Er war auch anwesend, als für den minderjährigen Alexander ein neuer Regentschaftsrat eingesetzt wurde. 1257 begleitete Warenne Richard von Cornwall, den Bruder Heinrichs III., nach Aachen, wo dieser zum römisch-deutschen König gekrönt wurde.

Rolle während des Kriegs der Barone
Anfänglicher Unterstützer des Königs
Als 1258 eine Adelsopposition eine Reform der erfolglosen Herrschaft des Königs forderte, schwankte Warenne wie viele Barone politisch zwischen den Gegnern und den Unterstützern des Königs. Einer der Hauptziele der Adelsopposition war die Beseitigung des Einflusses der Lusignans auf den König. Obwohl seine eigene Frau aus Frankreich stammte, hatte Warenne 1255 zu einer Gruppe von Baronen gehört, die gegen die große Zahl von Ausländern protestierte, die unter Heinrichs Herrschaft nach England kamen. Aufgrund seiner Herkunft und seiner familiären Bindung an die Lusignans und damit an den König, stand Warenne dann in den nächsten Jahren doch zumeist auf der Seite des Königs. Als während des Parlaments in Oxford im Juli 1258 über das Reformprogramm der Adelsopposition, den Provisions of Oxford, beraten wurde, gehörte Warenne zusammen mit William de Valence und Aymer de Lusignan zu den zwölf Vertretern, die der König benannte, um den neuen 15-köpfigen Staatsrat zu wählen. Obwohl Warenne die Einhaltung der Provisions of Oxford geschworen hatte, verweigerte er seine Zustimmung zur Rückgabe der Burgen und Ländereien, welche die Lusignans vom König erhalten hatten. Zusammen mit Lord Eduard und den Lusignans floh er schließlich nach Winchester, wo sie sich in Wolvesey Castle, einer Burg von Aymer de Lusignan, verschanzten. Dort wurden sie von den überlegenen Anhängern der Adelsopposition zur Aufgabe gezwungen. Warenne wurde überzeugt, dass die Lusignans das Land verlassen mussten und begleitete seine Schwäger nach Dover, von wo sie ins Exil gingen.

Seitenwechsel vor dem Krieg der Barone
Warenne unterstützte nun Lord Eduard, als dieser sich Ende 1258 politisch von seinem Vater absetzte und sich im März 1259 mit dem Earl of Gloucester verbündete. Warenne bezeugte jedoch auch den Brief, in dem Eduard im Oktober 1259 Gloucesters Gegenspieler Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, seine Unterstützung anbot. Im Frühjahr 1260 stand er allerdings nicht mehr entschlossen hinter dem Thronfolger. Ende März 1260 gewährte der König Warenne eine jährliche Pension, und als Lord Eduard im April 1260 bereit war, offen gegen seinen Vater vorzugehen, gehörte Warenne zu den Baronen, die der König bewaffnet zu seiner Unterstützung nach London befahl. Nachdem sich Eduard und sein Vater daraufhin wieder versöhnt hatten, gehörte Warenne zum Gefolge des Thronfolgers, mit dem dieser nach Frankreich reiste, um an mehreren Turnieren teilzunehmen. Wahrscheinlich war Warenne vor dem 17. Februar 1261 wieder nach England zurückgekehrt, als ihn der König zusammen mit 26 anderen Baronen zu seiner Unterstützung wieder bewaffnet nach London befahl. Als nun der König scheinbar wieder seine Macht zurückgewonnen und die Adelsopposition besiegt hatte, wechselte Warenne erneut die Seiten. Zusammen mit seinen Halbbrüdern Roger Bigod, 4. Earl of Norfolk, und Hugh Bigod verlangte er die Einhaltung der Provisions of Oxford und wandte sich an den französischen König Ludwig IX., um in dem Konflikt zu vermitteln. Nachdem auch diese Opposition gegen den König gescheitert war, begnadigte der König im Dezember 1261 offiziell Warenne und andere Barone. Anschließend verließ Warenne erneut England und kehrte erst am 10. März 1263 zusammen mit Henry of Almain und Simon de Montfort dem Jüngeren nach England zurück. Als auch Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, im April wieder nach England zurückkehrte, berief er Warenne, Henry of Almain und Gilbert de Clare, den Sohn des verstorbenen Earl of Gloucester, zu seinen Ratgebern. Sie trafen sich in Oxford, wo sie erneut die Einhaltung der Provisions verlangten. Anschließend schloss sich Warenne im Mai 1263 in Worcester den bewaffneten Rebellen an, die bereit zum Kampf gegen den König waren und bereits Besitzungen von Anhängern des Königs in den Midlands und in den Welsh Marches angegriffen hatten. Als der König im Sommer 1263 nachgab und der Adelsopposition unter Montfort wieder die Regierung überließ, wurde Warenne im August 1263 Mitglied des neuen Regierungsrats und zum Verwalter von Pevensey Castle ernannt. Zusammen mit Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, Henry of Almain und anderen gehörte er der Gesandtschaft an, die Friedensverhandlungen mit dem walisischen Fürsten Llywelyn ap Gruffydd führten. Kurz danach wechselte er jedoch erneut die Seiten und schloss sich zusammen mit Henry of Almain, Roger und Hugh Bigod und anderen wieder Lord Eduard an. Der König belohnte ihn, indem er ihm am 18. September die Erblichkeit seiner Besitzungen gewährte. Am 23. September gehörte Warenne zusammen mit Henry of Almain, Lord Eduard und Königin Eleonore zur Begleitung des Königs, als dieser nach Frankreich segelte, um dort König Ludwig IX. zu treffen. Zurück in England, gehörte Warenne am 3. Dezember dem königlichen Heer an, das versuchte, Dover Castle zu besetzen. Danach zählte er weiter zum engen Gefolge des Königs und wurde am 24. Dezember zum militärischen Befehlshaber von Surrey und Sussex ernannt.

Beitrag zum Sieg der Partei des Königs
Als es im Frühjahr 1264 zum offenen Krieg der Barone zwischen dem König und der Adelsopposition unter Montfort kam, war Warenne zusammen mit Roger of Leybourne Kommandant von Rochester Castle, das vom 19. bis zum 26. April von den Rebellen unter Montfort belagert wurde. Nachdem der König die Burg entsetzt hatte, schloss sich Warenne wieder dem königlichen Heer an. In der Schlacht von Lewes am 14. Mai gehörte Warenne unter dem Kommando von Lord Eduard zum rechten Flügel des Heeres. Als klar wurde, dass das königliche Heer geschlagen würde, flüchtete Warenne zusammen mit seinen Schwägern William de Valence, Gottfried de Lusignan sowie mit Hugh Bigod nach Pevensey Castle und dann weiter ins Ausland. Für diese Flucht wurde er von mehreren Chronisten heftig kritisiert, da aufgrund ihrer Flucht vom Schlachtfeld angeblich der Thronfolger von den Rebellen gefangen genommen wurde. Die siegreichen Rebellen unter Montfort beschlagnahmten Warennes Besitzungen. Reigate und Lewes Castle blieben unter der Kontrolle der Regierung der Barone, seine Besitzungen in Sussex fielen an Simon de Montfort den Jüngeren, während die anderen Besitzungen am 20. Juni 1264 an Gilbert de Clare übergeben wurden. In Frankreich bat Warenne den französischen König um Hilfe, dazu beriet er die in Frankreich verbliebene Königin Eleonore, als diese ein Söldnerheer für eine Invasion in England anwerben wollte. Dieses Vorhaben wurde jedoch erst im Frühjahr 1265 ausgeführt. Zusammen mit William de Valence und 120 Söldnern landete Warenne Anfang Mai 1265 bei Pembroke in Südwestwales. Ihnen schloss sich ihnen bald Gilbert de Clare an, der auf die Seite des Königs gewechselt war. Sie sandten den Prior von Monmouth Priory nach Hereford, wo der König zusammen mit Montfort weilte, und verlangten die Rückgabe ihrer Besitzungen, die unrechtmäßig beschlagnahmt worden seien. Ihnen wurde daraufhin sicheres Geleit angeboten, doch sie sollten sich vor Gericht verantworten. Am 28. Mai entkam jedoch Lord Eduard aus dem Gewahrsam der Rebellen. Er schloss sich rasch Warenne und seinen Verbündeten an, und zusammen eroberten sie eine Reihe von Städten in den Welsh Marches. Daraufhin zog Montfort mit seinen Truppen nach Westengland, um die Rebellion niederzuschlagen. Warenne gehörte dem Heer an, das in der Nacht vom 1. zum 2. August einen Teil dieser Truppen unter Simon Montfort dem Jüngeren bei Kenilworth Castle überraschen und schlagen konnte, und wahrscheinlich kämpfte er auch am 4. August in der Schlacht von Evesham, in der die Truppen Montforts entscheidend besiegt wurden.

Unterstützer des Königs nach dem Krieg der Barone
Nach dem Sieg der Anhänger des Königs wurde Warenne beauftragt, Kent und die Cinque Ports zu unterwerfen. Anschließend erschien er mit 200 Bogenschützen aus dem Weald in London, um die Einwohner einzuschüchtern. Zusammen mit Henry of Almain ging er dann gegen verbliebene Rebellen aus Nordengland unter dem Earl of Derby vor; dann griff er zusammen mit William de Valence Bury St Edmunds an, um East Anglia wieder unter königliche Kontrolle zu bringen. 1267 beauftragte ihn der König, zusammen mit William de Valence Gilbert de Clare, 3. Earl of Gloucester, zur Teilnahme am Parlament zu drängen. 1268 erhielt er vom König eine offizielle Begnadigung, weil er während des Bürgerkriegs zeitweise die Rebellen unterstützt hatte. Auch für seinen Beitrag zum Sieg des Königs wurde er nicht besonders üppig belohnt. Ihm wurde eine einträgliche Vormundschaftsverwaltung zugesprochen; dazu erhielt er die Häuser, die der Rebell Hugh de Neville in London besessen hatte, kleinere Ländereien sowie 200 Mark in bar. Allerdings wurden auf seine Bitten hin einige weitere Ritter begnadigt. Im Juni 1268 legte Warenne während des Parlaments in Northampton zusammen mit Lord Eduard, William de Valence und anderen Magnaten ein Kreuzzugsgelübde ab. Dennoch nahm er nicht am Kreuzzug Lord Eduards teil, sondern blieb in England. Als Heinrich III. im November 1272 starb, schwor Warenne bei der Beisetzung des verstorbenen Königs zusammen mit anderen Magnaten dem immer noch abwesenden Eduard die Treue. Bis zur Rückkehr des neuen Königs übernahm er mit die Verwaltung des Reiches.

Militär und Diplomat im Dienst von Eduard I.
Militär in den Kriegen in Wales
In den Kriegen von König Eduard I. gegen Schottland und Wales war Warenne ein bedeutender Kommandant. Er gehörte dem Gericht an, das 1276 den walisischen Fürsten Llywelyn ap Gruffydd als abtrünnigen Vasallen verurteilte und diente sowohl im Feldzug von 1276 bis 1277 wie im Feldzug von 1282 bis 1283 in Wales. Der König belohnte ihn mit den beiden neugebildeten Herrschaften Bromfield und Yale in Nordostwales. Während der Rebellion von Rhys ap Maredudd 1287 führte Warenne erneut ein Kontingent Truppen nach Wales, und 1294 wurde er wieder aufgeboten, um die Rebellion des Walisers Madog ap Llywelyn niederzuschlagen. Dabei versuchte er 1294 hartnäckig, aber letztlich erfolglos, während der Vakanz der Diözese St Asaph die Verwaltung von dessen walisischen Besitzungen zu erhalten.

Diplomat in Schottland und Norwegen
Bereits während der Kriege in Wales war Warenne auch in Schottland aktiv. 1278 begleitete er den schottischen König Alexander III. nach London. Dort nahm Warenne an dem Parlament teil, bei dem Alexander König Eduard für seine englischen Besitzungen die Treue schwor. 1285 begleitete Warenne Eduard I. bei dessen Reise nach Schottland. 1286 starb König Alexander ohne überlebende Nachkommen. Warenne gehörte von 1289 bis 1290 der englischen Gesandtschaft an, die in schwierigen Verhandlungen die Heirat der schottischen Thronerbin Margaret, der Enkelin Alexanders, mit dem englischen Thronfolger Eduard aushandelte. Im Herbst 1289 gehörte er der Delegation an, die 1289 den Vertrag von Salisbury und im Juli 1290 den Vertrag von Birgham aushandelte. In diesen Verträgen sollten die Bedingungen der Hochzeit und die künftigen Beziehungen zwischen England und Schottland geregelt sein. Anschließend gehörte er der englischen Gesandtschaft an, die nach Norwegen zu König Erik II., dem Vater von Margaret, reiste. Durch den plötzlichen Tod von Prinzessin Margaret im September 1290 wurden diese Verhandlungen gegenstandslos. In Schottland gab es nun dreizehn mögliche Thronanwärter, zu denen auch Warennes Schwiegersohn John Balliol gehörte. Der englische König sollte in einem Schiedsspruch den neuen König bestimmen. Warenne unterstützte nun stark Balliols Thronkandidatur, der schließlich 1292 neuer schottischer König wurde. Eduard I. versuchte nun, die englische Oberherrschaft über Schottland durchzusetzen. Dagegen rebellierten 1295 jedoch Balliol und die Schotten.

Kommandant während des Schottischen Unabhängigkeitskriegs
Zu Beginn des Schottischen Unabhängigkeitskriegs 1295 ernannte der König Warenne zum Befehlshaber der Küstenverteidigung, zu einem der Kommandanten von Nordengland und von Bamburgh Castle. Am 27. April 1296 schlug Warenne die Schotten unter Balliol in der Schlacht bei Dunbar, anschließend konnte er Dunbar Castle erobern. Der Sieg hatte keine entscheidende Wirkung, doch Warenne stellte ihn als wichtigen Sieg dar, der die Schotten demoralisieren sollte. Anschließend begleitete er im Sommer 1296 Eduard I. bei dessen siegreichen Feldzug durch Schottland, worauf er am 3. September zum Verteidiger Schottlands ernannt wurde. Warenne zog sich jedoch anschließend nach Nordengland zurück und weigerte sich, in Schottland einzugreifen, als es 1297 zum Aufstand unter William Wallace kam. Als Begründung dafür gab er das schlechte Wetter und seine angeschlagene Gesundheit an. Der Aufstand entwickelte sich daraufhin zu einer weiten Rebellion gegen die englische Vorherrschaft, worauf der König Warenne befahl, nach Schottland zurückzukehren und zu kämpfen. Auf diesen Druck hin zog Warenne langsam nach Norden. Bis Juli hatte er nur Berwick erreicht. Nur sein Enkel Henry Percy, den er vorausgesandt hatte, konnte einige Erfolge erzielen. Im August versuchte der König daraufhin Warenne als Verteidiger von Schottland durch Brian fitz Count zu ersetzen, doch dieser erklärte, dass er zu arm sei, um die Kosten für dieses wichtige Amt zu bestreiten. Anfang September 1297 befahl der König Warenne deshalb ausdrücklich, die Rebellion in Schottland niederzuschlagen. Warenne marschierte daraufhin nach Stirling, wo eine schmale Brücke den Forth überkehrte. Am gegenüberliegenden Ufer lagerte ein schottisches Heer unter William Wallace. Nachdem Verhandlungen gescheitert waren, entschloss sich Warenne trotz der schlechten Ausgangslage zum Angriff. Noch bevor die Engländer vollständig die Brücke überquert hatten, griffen die Schotten an. Die Engländer erlitten in der Schlacht von Stirling Bridge eine schwere Niederlage. Über Berwick zog sich Warenne mit seinem geschlagenen Heer nach England zurück. Am 27. September traf er in York den Thronfolger Eduard, der seinen Vater als Regent vertrat.

Trotz dieser Niederlage vertraute der König weiter seinem alten Kämpfer, obwohl er angeblich auch Warenne wegen seiner schlechten Führung verhöhnt haben soll. Im Dezember 1297 ernannte er ihn wieder zum Kommandanten eines Feldzugs nach Schottland. Angesichts der Belastung durch den Krieg in Schottland und dem andauernden Krieg mit Frankreich kam es in England zu einem Protest zahlreicher Adliger gegen die Politik des Königs. In die daraus entstandene Staatskrise war Warenne nicht direkt verwickelt. Als alter Anhänger des Königs schwor er im November 1297 die Confirmatio Cartarum einzuhalten. Anstelle des in Flandern weilenden Königs führte er im Januar 1298 den Vorsitz über das Parlament in York, wo erneut die Magna Carta bestätigt wurde. Anschließend führte er einen raschen Feldzug gegen Schottland, bei dem er Berwick zurückeroberte. Als Eduard I. von Flandern nach England zurückkehrte, dankte er Warenne für seine Dienste in Schottland und befahl ihn zurück nach England, um mit ihm die Lage in Schottland zu besprechen. Danach kämpfte Warenne wieder in Schottland; dabei nahm er am 22. Juli 1298 an der siegreichen Schlacht von Falkirk teil. Im November 1298 ernannte ihn der König zu einem der Richter, die Amtsverfehlungen seiner Forstbeamten untersuchen sollten. 1299 wurde er erneut zum Kriegsdienst in Schottland einberufen. Im September 1299 gehörte er bei der zweiten Hochzeit des Königs zu den Gästen. Im November 1299 ernannte ihn der König zum Vormund seines Enkels Edward Balliol, einem der potentiellen schottischen Thronanwärter. Während des Feldzugs von 1300 nach Schottland kommandierte Warenne die zweite Abteilung der englischen Armee und nahm an der Belagerung von Caerlaverock Castle teil. Auch 1301, 1302 und 1303 berief ihn der König zum Militärdienst nach Schottland.

Streitbarer Verteidiger seiner Rechte und Güter
Wenn es um Warennes eigenen Besitzungen und Rechte ging, verteidigte er diese aggressiv. Bereits 1253 war er dazu verurteilt worden, ungerechtfertigt umzäuntes Gemeinland bei Wakefield wieder aufzugeben und die Zäune niederzureißen. 1269 kam es wegen der Rechte an Weideland fast zu einer offenen Fehde zwischen ihm und dem Earl of Lincoln, bis schließlich königliche Richter das Land dem Earl of Lincoln zusprachen. Wenig später, im Sommer 1270, kam es, vermutlich ebenfalls wegen Landbesitzes, zwischen ihm und Alan de la Zouche im Palace of Westminster zu einem Streit, bei dem Warennes Gefolgsleute Zouche schließlich angriffen und tödlich verwundeten. Warenne flüchtete nach Reigate Castle, und erst nachdem ihm der Earl of Gloucester und Henry of Almain freies Geleit zugesichert hatten, stellte er sich dem königlichen Gericht. Warenne schwor, dass er Zouche nicht vorsätzlich, sondern in unkontrollierter Wut getötet hatte. Er wurde zu einer Strafzahlung von 10.000 Mark verurteilt, die er ursprünglich in Jahresraten von 700 Mark zahlen sollte. Der König verringerte die Rate auf jährlich 200 Mark, doch zur Verbitterung vieler anderer Barone zahlte Warenne auch diese relativ geringe Summe nie vollständig. 1274 fielen Bogenschützen und weitere Gefolgsleute Warennes über die Ländereien von Robert d'Aguillon her und belästigten dessen Knechte. Zwischen 1274 und 1276 im Auftrag von König Eduard durchgeführte Untersuchungen bestätigten, dass die Vögte und Verwalter von Warenne auf dessen Gütern eine strenge Herrschaft führten. Sie erhoben überhöhte Abgaben, Steuern und Zölle und inhaftierten Untertanen, die dagegen Beschwerde erhoben. Warenne maßte sich Rechte an, die ihm nicht gewährt worden waren. Unrechtmäßig vergrößerte er weiter durch Einzäunungen von Gemeindeland seine Besitzungen. Das Wild aus seinen Wildparks beschädigte die Ernte auf den angrenzenden Feldern, worüber sich Erzbischof Pecham beschwerte. Als Eduard I. eine Erhebung der Knight’s fees in England durchführen wollte, verweigerten Warennes Vögte den königlichen Beamten den Zugang zu dessen Besitzungen, und seine Vasallen weigerten sich, vor den königlichen Beamten zur Aussage zu erscheinen. Der Legende nach soll Warenne 1279 von königlichen Richtern aufgefordert worden sein, die Besitzurkunden seiner Ländereien zu zeigen. Warenne soll ein rostiges Schwert gezogen und gerufen haben, dies wäre seine Besitzurkunde, da seine Vorfahren als Begleiter von Wilhelm dem Eroberer die Besitzungen mit dem Schwert erobert hätten. Um 1286 kam es in Wales zu Zusammenstößen zwischen Warenne und Reginald Grey, dem königlichen Justiciar von Chester, dem Warenne Übergriffe auf seine Besitzungen vorwarf. Daneben gab es noch zahlreiche weitere Beschwerden, Untersuchungen und Prozesse über Warennes Verwaltung seiner Besitzungen.

Warenne starb um den 29. September 1304, wurde jedoch erst nach Weihnachten 1304 in einer feierlichen Zeremonie in Lewes Priory beigesetzt. Robert Winchelsey, der Erzbischof von Canterbury, leitete die Beisetzung, an der auch zahlreiche Adlige teilnahmen.

Familie und Nachkommen
Mit seiner Frau Alice hatte Warenne drei Kinder:

Eleanor (1251–nach 1282) ⚭ Henry de Percy
Isabel (* 1253) ⚭ John Balliol
William (1256–1286) ⚭ Joan († 1293)
Bereits im Februar 1256 war Warennes Frau Alice nach der Geburt ihres dritten Kindes gestorben. Obwohl Warenne zu diesem Zeitpunkt erst 25 Jahre alt war, heiratete er, für die damalige Zeit ungewöhnlich, bis zu seinem Tod nicht wieder. Seine Kinder verheiratete er gut, sodass er hochrangige Enkelkinder hinterließ. Warennes einziger Sohn William V de Warenne heiratete Joan († 1293), eine Tochter von Robert de Vere, 5. Earl of Oxford. Er starb nur wenige Monate nach der Geburt seines einzigen Sohnes. Dieser junge John de Warenne wurde Warennes Erbe. 
DE WARRENNE, John (I17754)
 
3590 John FitzAlan entstammte der Familie FitzAlan, die seit Mitte des 12. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Adelsfamilien der Welsh Marches gehörte. Er war ein Sohn von John FitzAlan II und dessen ersten Frau Maud Botiller. Sein Vater war ein bedeutender Marcher Lord, der über seine Mutter 1243 Arundel Castle in Sussex geerbt hatte. Fälschlicherweise werden John FitzAlan und auch sein Vater deshalb als Earl of Arundel bezeichnet, zu Lebzeiten haben sie diesen Titel jedoch nie geführt. FITZ ALAN, John (I17755)
 
3591 John Neville war der älteste Sohn von Ralph Neville, 2. Baron Neville de Raby (um 1291–1367), und dessen Ehefrau Alice Audley (um 1300–1374), einer Tochter von Sir Hugh de Audley, Gutsherr von Stratton Audley in Oxfordshire, und Schwester von Hugh de Audley, 1. Earl of Gloucester, 1. Baron Audley (um 1291–1347). Er hatte fünf Brüder, darunter Alexander Neville, Erzbischof von York, und vier Schwestern.

Laufbahn
Er diente 1345 und 1349 unter Prinz Henry of Grosmont im Hundertjährigen Krieg in der Gascogne. Am 17. Oktober 1346 kämpfte er in der Schlacht von Neville’s Cross als Captain unter dem Oberbefehl seines Vaters gegen die Schotten. 1359/60 nahm er am Reims-Feldzug König Eduards III. teil und wurde dabei, nachdem er sich 1360 bei einem Scharmützel vor den Mauern von Paris unter Führung von Walter Mauny, 1. Baron Mauny, besonders ausgezeichnet hatte, vom König zum Knight Bachelor geschlagen.[2] 1366 wurde er erneut in Aquitanien eingesetzt und beteiligte sich wahrscheinlich 1367 am Spanien-Feldzug des Prinzen Edward of Woodstock und der Schlacht von Nájera.

Beim Tod seines Vaters am 5. August 1367 erbte er dessen Adelstitel als Baron Neville de Raby und wurde im Oktober des gleichen Jahres mit dessen Ländereien in England und Schottland belehnt. Im Frühjahr 1368 wurde er erstmals ins Parlament einberufen.

1368 war er einer von mehreren Gesandten in Frankreich. 1369 wurde er als Knight Companion in den Hosenbandorden aufgenommen.[3] 1370 wurde er zum Knight Banneret erhoben. Im Juli 1370 wurde er zum Admiral of the North ernannt. Im November 1370 war einer von mehreren Unterhändlern gegenüber der Republik Genua. 1372 war er Steward of the King’s Household, im Juli des gleichen Jahres nahm er an einem Feldzug in der Bretagne teil. 1377 wurde er auf Lebenszeit als Vogt von Bamburgh Castle eingesetzt. Die nächsten Jahre diente er in Schottland und den Scottish Marches. 1378 hatte er die Erlaubnis, seinen Stammsitz Raby Castle zu befestigen (licence to crenellate). Im Juni des gleichen Jahres diente er in der Gascogne, wo er Vogt von Burg Fronsac und Lieutenant der Gascogne war. Er blieb mehrere Jahre in der Gascogne und gehörte zu denen, die 1381 die Belagerung von Mortaigne beendeten.

Nach seiner Rückkehr nach England wurde er zum Lord Warden of the Marches ernannt, 1381 in Gemeinschaft später dann alleine. Im Mai 1383 gehörte er der Gesandtschaft an, die den Frieden mit Schottland aushandeln sollte. Im Juli 1385 begleitete er König Richard II. nach Schottland.

John Neville starb in Newcastle upon Tyne am 17. Oktober 1388. In seinem Testament ordnete er seine Bestattung in der Durham Cathedral neben seiner ersten Ehefrau an. Sein Nachfolger wurde sein ältester Sohn Ralph Neville. 
NEVILLE, John (I57212)
 
3592 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I54971)
 
3593 Jonathan „Juntaaq“ Jacob Jørgen Otto Motzfeldt (* 25. September 1938 in Qassimiut; † 28. Oktober 2010 in Nuuk) war ein grönländischer Politiker (Siumut) und Pastor. Nach Einführung der Autonomie war er von 1979 bis 1991 der erste Regierungschef des Landes. Von 1997 bis 2002 war er erneut Regierungschef. Er zählt zu den prägenden Gestalten der neueren Geschichte Grönlands.

Frühes Leben
Peter Hanning Motzfeldt war der Sohn des Oberstleutnanten Lorentz Marcus Hanning (1739–1817) und seiner Frau Marie Sophie Motzfeldt (1730–1782) und wurde in einem Ort südlich von Levanger geboren. Er nahm mit königlicher Bewilligung den Nachnamen seiner Mutter als Nachnamen an und den Nachnamen seines Vaters als Mittelnamen, also genau andersherum als üblicherweise.[2] Die adelige Familie Motzfeldt stammte ursprünglich aus Moosfelde, heute einem Stadtteil von Arnsberg. Im 17. Jahrhundert wanderte Peter Motzfeldt von Lüneburg nach Kopenhagen aus. Seine Nachkommen ließen sich in Norwegen nieder und wurden eine bedeutende Familie. Der Politiker Peter Motzfeldt (1777–1854) war ein Cousin von Peter Hanning Motzfeldt.[3][4]

Im Alter von etwa 10 oder 11 Jahren wurde er als Assistent des Sorenskrivers Henrik Helkand Bull im Ryfylke angestellt. Dieser war mit Elen Christine Motzfeldt, Peters Tante, verheiratet. Nach rund zehn Jahren zog Peter nach Kopenhagen, wo er am 19. April 1794 das juristische Examen an der Universität Kopenhagen ablegte.[2]

Zeit als Handelsassistent und Kolonialverwalter
Nur sieben Tage später wurde er von Den Kongelige Grønlandske Handel angestellt, um Handelsdienst in Grönland zu leisten. Am 25. August 1794 trat er das Amt als Handelsassistent in der Loge Godhavn in Qeqertarsuaq an.

Am 31. Juli 1795 wurde er zum Oberassistenten befördert und erhielt somit die Aufsicht über die Walfängeranlage Kronprinsens Ejlande in Kitsissut, wo er am 12. August seinen Dienst antrat. Ab 1796 gehörte die Walfängeranlage Hunde Ejlande in Kitsissuarsuit zu Kronprinsens Ejlande, sodass Motzfeldt auch diese leiten musste, aber die dortigen Walfänger weigerten sich, mit ihm zusammenzuarbeiten, woran auch angedrohte Geld- und Prügelstrafen von Inspektor Børge Johan Schultz nichts änderten. Im Herbst 1796 blieb die Kohlenversorgung aus, sodass er seine Wohnung nicht heizen konnte und in ein grönländisches Wohnhaus umziehen musste, was seine gesundheitliche Verfassung verschlechterte.

Am 29. Juni 1799 übernahm er das Amt des Kolonialverwalters in der Kolonie Ritenbenk in Appat. Dort hatte er eine ruhige Amtszeit, welche er nutzte, um einen ausführlichen Bericht über die Kolonialdistrikte, in denen er tätig war, schrieb.[2]

Zeit als Inspektor
Am 18. März 1801 sollte er nach Qeqertarsuaq reisen, um den an Skorbut leidenden Inspektor Claus Bendeke zu unterstützen. Am 30. Mai 1801 übernahm er das Amt kommissarisch, während Bendeke nach Europa reiste. Bereits im ersten Winter kam es zu Problemen, da nach der Seeschlacht von Kopenhagen im April die Handelsschiffe sich verspäteten, was zu Versorgungsproblemen führte. Am 23. März 1803 wurde Bendekes Rücktrittsgesuch angenommen und Peter Hanning Motzfeldt wurde fest zum Inspektor von Nordgrönland ernannt. Die folgenden Jahre verliefen ruhig, aber wegen mangelnder Gesundheit bat er 1807 um seinen Rücktritt für spätestens 1809.

1807 brach der Kanonenbootkrieg zwischen Dänemark-Norwegen und England aus. Dadurch konnten keine Handelsschiffe mehr nach Grönland kommen, was die Versorgungslage stark betraf. Motzfeldt, der an einen Rücktritt nicht mehr denken konnte, ließ die Essensrationen erst halbieren, später vierteln, und weil es auch an Munition fehlte, ließ der Inspektor alles Blei, das er finden konnte zusammensammeln und auch das Bleidach der Kirche in Ilulissat einschmelzen. Gemeinsam mit seinem südgrönländischen Kollegen und Freund Marcus Nissen Myhlenphort organisierte er die Versorgung Grönlands über das feindliche England, was der Handelsdirektion missfiel, jedoch wären andernfalls vermutlich große Teile der Kolonisten verhungert. Obwohl Nordgrönland mehr Waren erhielt als Südgrönland, wurden diese schneller aufgebraucht, sodass Motzfeldt 1810 nach Südgrönland reisen musste, wo Myhlenphort ihm einen Teil der Vorräte seines Inspektorats überließ. Dies führte zu Unzufriedenheit bei den südgrönländischen Handelsangestellten. Der Krieg sorgte auch dafür, dass mangels Schiffen, Munition und Personal der Walfang eingestellt werden musste, der trotz der Wiederaufnahme nach dem Krieg nie wieder das Niveau der Vorkriegszeit erreichte. Dazu trug auch bei, dass wie einige Jahrzehnte zuvor die englischen Walfänger ihre Aktivitäten in der Diskobucht wieder verstärkten. Während des Kriegs lebte zeitweise der deutsche Mineraloge Carl Ludwig Giesecke bei Motzfeldt, zeitweise bei Myhlenphort, da er nicht mehr nach Europa zurückkehren konnte. Am 4. Januar 1811 brannte es in der Inspektorenwohnung, aber das Feuer konnte gelöscht werden. Im Herbst 1812 stürzte er und verstauchte sich die Schulter und musste drei Wochen lang das Bett hüten.[2]

Peter Hanning Motzfeldt galt als pflicht- und verantwortungsbewusst. Er setzte sich sowohl für das Wohlergehen der Kolonisten als auch der grönländischen Bevölkerung ein. Gemeinsam mit Myhlenphort arbeitete er für eine Verbesserung der Bedingungen für Handel und Bevölkerung, aber alle Bemühungen waren kriegsbedingt vergebens. Sein Bericht von 1799 zeugt von den Plänen, die er mit seinem Inspektorat hatte. Zu seinen Reformvorschlägen gehörte die Einführung eines Rechtssystems, eines europäischen Finanzsystems und die Aufklärung der grönländischen Bevölkerung. Für letzteres arbeitete er mit dem Missionar von Jakobshavn Eskild Sønnichsen Bram Pläne zur Errichtung eines Seminariums aus, die anschließend von Myhlenphort übernommen wurden. Auch diese Pläne fielen dem Krieg zum Opfer, wurden 1845 aber dennoch durchgeführt (siehe Grønlands Seminarium). Motzfeldt baute auch die Versuche mit den von Claus Bendeke eingeführten Banknoten, die aus alten Spielkarten bestanden, aus und führte damit das bis 1950 geltende Geldwesen in Grönland ein.[5]

Peter Hanning Motzfeldt war unverheiratet, aber lebte in einer Beziehung mit seiner Haushälterin Cecilie Dalager (1784–1866), einer Enkelin von Carl Dalager. Mit dieser hatte er zahlreiche Kinder, die eine große Nachkommenschaft in Grönland hinterließen.[2]

Spätes Leben
1815 kehrte Peter Hanning Motzfeldt mit einer Beurlaubung nach Europa zurück, wobei ihn seine beiden Söhne begleiteten. Der Kolonialverwalter der Loge Godhavn Frederik Diderik Sechmann Fleischer wurde zu kommissarisch zu seinem Nachfolger ernannt.

Es zeigte sich, dass Motzfeldt nicht nach Grönland zurückkehren sollte. Am 8. April 1817 wurde er zum Mitglied der vierköpfigen Direktion von Den Kongelige Grønlandske Handel ernannt. Am 11. Februar 1820 heiratete er Emilie Wilhelmine Ernst (1794–1838), Tochter des Kaufmanns Hans Jørgen Ernst (1752–1825) und seiner Frau Anna Maria West (um 1769–1805). Seine Frau war die Nichte seines Nachfolgers als Inspektor von Nordgrönland Johannes West. Ihr Bruder Carl Edvard Ernst kam 1820 in Handelsdiensten nach Grönland, wo er bis 1825 diente. 1824 erhielt Peter Hanning Motzfeldt den Titel eines Justizrats. Er starb 1835 in Kopenhagen im Alter von 60 Jahren. Sein älterer Sohn Peter Hanning Motzfeldt (1804–1871) kehrte später als Kolonialverwalter nach Grönland zurück und wurde zum Stammvater der grönländischen Familie Motzfeldt, während der jüngere Sohn, der eigentlich Missionar werden sollte, während des Theologiestudiums in Kopenhagen verstarb.[2]


Peter Hanning Motzfeldts uneheliche Nachkommen begründeten den grönländischen Zweig der Familie, der sich vor allem in Qassimiut, Igaliku und später Qeqertarsuatsiaat niederließ.

Angu Motzfeldt (* 1976), grönländischer Musiker
Egede Motzfeldt (1907–unbekannt), grönländischer Landesrat
Enok Motzfeldt (1888–1925), grönländischer Landesrat
Hans Motzfeldt (1881–1921), grönländischer Katechet und Landesrat
Jokum Motzfeldt (* 1883), grönländischer Landesrat
Jonathan Motzfeldt (1938–2010), grönländischer Politiker (Siumut) ∞ Margit Motzfeldt (* 1945), dänisch-grönländische Badmintonspielerin und Lehrerin
Josef Motzfeldt (* 1941), grönländischer Politiker und Lehrer
Lars Motzfeldt (1908–1987), grönländischer Landesrat, Schäfer, Katechet und Lehrer
Peter Motzfeldt (Schäfer) (1910–1971), grönländischer Schäfer und Kommunalpolitiker
Vivian Motzfeldt (* 1972), grönländische Politikerin (Siumut) und Lehrerin
Jonathan Motzfeldt (1938–2010), 2003
Jonathan Motzfeldt (1938–2010), 2003

Josef Motzfeldt (* 1941), 2009
Josef Motzfeldt (* 1941), 2009

Vivian Motzfeldt (* 1972), 2024
Vivian Motzfeldt (* 1972), 2024 
MOTZFELD, Peter Hanning (I58022)
 
3594 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I16239)
 
3595 Josua Seligmann Gans betrieb in Minden Holzhandel und Geldgeschäfte und stieg zum Vorsteher der jüdischen Gemeinde auf. GANS, Eliezer Sussmann (I55550)
 
3596 Juda Löb (Löw, Lew) Oppenheim „Zum weißen Löwen“ († 1633), verehelicht mit Gela, Tochter des Mordechai von Wasungen, dessen Frau, Gelas Mutter, war die Tochter des Abraham von Schleusingen seiner Ehefrau Gütle. Ihr Onkel, Abrahams Bruder war Hans Cunrath, der um 1528 konvertierte und eng mit dem konvertierten Leib Oppenheim († 1574 in Mainz), der sich nun Paulus Renatus nannte, zusammenarbeitete. Diese Familienverhältnisse gaben erheblichen Anlass zum Unmut in der Frankfurter Judenschaft.[6] WASUNG, Gela (I60141)
 
3597 Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee -teilweise-, Berlin-Prenzlauer Berg
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Auf dieser Grabstelle sind verzeichnet:
Güterbock, Ferdinand * 1808, + 1870
Güterbock, Julie (geb. Susmann) * 1811, + 1894
Güterbock, Martin * 1806, + 1854
Güterbock, Philippine * 1804, + 1892 
GÜTERBOCK, Martin (I7042)
 
3598 Judith war eine Tochter von Herzog Conan I. von Bretagne und Ermengarde-Gerberga von Anjou.[1] Sie war die Ehefrau von Herzog Richard II. von Normandie und Mutter von Herzog Robert I. von Normandie, somit die Großmutter väterlicherseits von Wilhelm dem Eroberer.[2]

Judith war Teil eines wichtigen Bündnisses zwischen der Normandie und der Bretagne, das durch eine Doppelhochzeit bekräftigt wurde und von der erstmals Wilhelm von Jumièges berichtet.[3] 996 heiratete ihr Bruder, Herzog Geoffrey I. von Bretagne Hawise von Normandie, Tochter von Herzog Richard I., etwa vier Jahre später heiratete Judith Herzog Richard II. von Normandie, Hawises Bruder.[4] Die Ehe wurde in der Kirche der Abtei Mont Saint-Michel geschlossen.[5] Herzogin Judith starb am 16. Juni 1017[1] und wurde in der Abtei Bernay bestattet, die sie 1013 gegründet hatte.[6] Seit der Revolution befindet sich ihr Sarkophag in der Basilika Notre-Dame-de-la-Couture de Bernay. 
(BRETAGNE), Judith (I15325)
 
3599 JUDITH wurde im Februar 819 bei einer BRAUTSCHAU unter fränkischen Adelstöchtern von LUDWIG DEM FROMMEN zu seiner zweiten Ehefrau auserkoren. Sie soll willensstark und sehr schön gewesen sein. Bei ihrer Vermählung erhielt sie das KLOSTER SAN SALVATORE in Brescia als Lehen (beneficium).
JUDITH gewann starken Einfluss auf LUDWIG DER FROMMEN und konnte dadurch dem Geschlecht der WELFEN zu großer Macht verhelfen.
Sie war zunächst im Volk sehr beliebt und wurde wegen ihrer Großzügigkeit verehrt. So war der Winter ins Jahr 822 hinein in Europa extrem streng. Rhein, Donau, Elbe und Seine waren monatelang von Eis überzogen, viele Menschen und Tiere erfroren. Judith half den Menschen, wofür ihr Rabanus Maurus und der Dichtermönch WALAHFRID STRABO mit wunderschönen Versen dankten, die in die Literaturgeschichte eingingen.
Sie war aber auch darauf bedacht, ihrem im Jahre 823 geborenen Sohn KARL DEM KAHLEN einen Anteil am Erbe LUDWIG DES FROMMEN zu sichern, nachdem bereits seit 817 mit der Ordinatio imperii ein Plan für die Aufteilung des Fränkischen Reiches unter LUDWIGS anderen drei Söhnen aus erster Ehe existierte, den Prinzen LOTHAR, PIPPIN VON AQUITANIEN und LUDWIG VON BAYERN.

Dadurch zog JUDITH den Hass ihrer Stiefsöhne und den des Adels auf sich. Sie wurde des Ehebruchs mit BERNHARD VON SEPTIMANIEN bezichtigt und 830 in ein KLOSTER BEI PORTIERS geschickt, von wo Ludwig sie nach der Reichsversammlung von Nimwegen zurückholen konnte. Nach den Geschehnissen auf dem „LÜGENFELD“ zu Colmar wurde sie nach Tortona (Italien) verbannt. Nach der erneuten Machtübernahme LUDWIG DES FROMMEN kehrte sie an seiner Seite nach Aachen zurück.

LUDWIG DER FROMMEN
war König des Fränkischen Reiches (in Aquitanien seit 781, im Gesamtreich seit 814) und Kaiser (813–840). Er war Sohn und Nachfolger KARLS DES GROßEN und führte dessen Reformpolitik zunächst erfolgreich weiter. In Auseinandersetzungen mit seinen eigenen Söhnen zweimal vorübergehend abgesetzt (830, 833/34), gelang es LUDWIG DER FROMMEN jedoch nicht, ein überlebensfähiges fränkisches Großreich zu schaffen – drei Jahre nach seinem Tod wurde das Frankenreich im Vertrag von Verdun (843) aufgeteilt ;  
(KAISERIN), Kaiserin Kaiserin Judith (I22744)
 
3600 Jugend
Laura Celestia, in der Familie „Cettie“ genannt, war die jüngere von zwei Töchtern. Ihre Eltern, Harvey Buel Spelman und Lucy Henry Spelman, waren von Massachusetts nach Ohio gekommen und betrieben in Cleveland ein Kurzwarengeschäft. Ihr Vater half bei der Gründung einer freikirchlichen Gemeinde, war Mitglied im Gemeinderat und half ehemaligen Sklaven bei der Flucht nach Kanada (Abolitionisten-Bewegung). Die Mutter war in der Anti-Alkoholiker-Bewegung und in der Kirche tätig, wo ihre Töchter ihr bald halfen. Nach dem Besuch der Central High School wurden die beiden Mädchen zur Ausbildung im April 1858 an das Oread Collegiate Institute in Worcester (Massachusetts) geschickt, da beide Lehrerinnen werden wollten.[1] Nach ihrer Rückkehr 1859 wollte Cettie eine Musikschule aufmachen, die aber keinen Erfolg hatte. Ihre Schwester Lucy hatte eine Anstellung in einer öffentlichen Schule gefunden, und Cettie half dort mit Vertretungen aus, bis sie 1860 eine Festanstellung an der Hudson Street School erhielt. Sie liebte ihren Beruf und war eine sehr gute Lehrerin, so dass sie mit nur 22 Jahren Assistentin der Schulleitung wurde. In ihrer Freizeit arbeitete sie in der Kirchengemeinde und spielte Klavier. Im gleichen Jahr begann John Davison Rockefeller, ihr den Hof zu machen. Wie aus dessen Kassenbuch hervorgeht, schenkte er ihr Blumensträuße und Romane und im April 1864 den Verlobungsring. Cettie wurde Mitglied der Baptistengemeinde.

Ehefrau und Mutter

Die vier Rockefeller-Kinder 1885 – Ein Photo der mit 13 Monaten verstorbenen Alice ist rechts oben zu sehen
John und Laura heirateten am 8. September 1864, am Vortag ihres 25. Geburtstags. Ihre Hochzeitsreise führte sie zu den Niagarafällen, nach Kanada und New England. Zurück in Cleveland kauften sie ein einfaches Haus neben dem von Johns Eltern, die vor kurzem in die Stadt gezogen waren. Ihr erstes Kind, Elizabeth, wurde am 23. August 1866 geboren. Die junge Rockefeller-Familie war glücklich, gesund und wurde sehr schnell reich. John hatte 1867 seine erste Firma gegründet mit Rockefeller, Andrews & Flagler. Am 10. Januar 1870 entstand aus diesem Unternehmen die Standard Oil Company.

Die Familie wuchs. Eine zweite Tochter, Alice, wurde am 14. Juli 1869 geboren, starb aber nach 13 Monaten. Es folgten zwei weitere Töchter, Alta 1871 und Edith 1872. Am 29. Januar 1874 wurde ihr Sohn geboren, den sie John Davison Jr. nannten.

Als die Familie größer wurde, kauften die Rockefellers 1868 ein Haus in der Euclid Avenue, die später als „Millionärsmeile“ bezeichnet wurde. Fünf Jahre später erwarb John ein größeres Anwesen mit Blick auf den Eriesee. Das riesige weiße Gebäude wollte er in ein Sanatorium oder Hotel verwandeln, aber beide Pläne blieben erfolglos. Im Jahr 1880 wurde das Sanatorium zunächst als privater Club genutzt, ein Jahr später wurde es in ein Sommerhaus für die Familie umgebaut, das sie Homestead bzw. „Forest Hill“ nannten. Die Familie nutzte das Haus von Juni bis Mitte September jedes Jahr (auch als sie 1884 nach New York zogen) bis zum Tod von Laura 1915. Im Jahr 1917 brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder.[2]

Familie und Kirche
Der Tag der Familie begann um 7.30 Uhr mit einem Gebet und während des Frühstücks wurde aus der Bibel vorgelesen. Das Essen war einfach und gesund. Ihr Leben war einfach, fast spartanisch. Neben ihren Schularbeiten hatten die Kinder auch am Klavier zu üben. Es wurde Mithilfe bei der Arbeit von ihnen erwartet, und jedes Kind hatte ein eigenes Beet im Gemüsegarten. Als die Kinder älter waren, schlug der Vater vor, jedem ein Fahrrad zu kaufen. Die Mutter verweigerte dies und schlug stattdessen vor, nur ein Fahrrad zu kaufen, damit die Kinder teilen lernten. Ihr gesellschaftliches Leben war die Kirchengemeinde der Euclid Avenue Baptist Church, und die Kinder mussten einen Teil ihres verdienten Geldes spenden. Sie traten der Temperenzler-Bewegung bei, die ihre Mutter unterstützte, und als Jugendliche unterschrieben sie ein Gelöbnis auf totale Abstinenz. Laura unterrichtete weiterhin in der Sonntagsschule. Die Bindung zu ihrer Familie war nach wie vor eng. Ihre Schwester Lucy hatte ihr Lehramt aufgegeben und wohnte bei Laura in der Euclid Avenue. Als ihr Vater 1881 starb, zog ihre Mutter zu der jungen Familie, bis auch sie 1897 verstarb.

Die 1871 erbaute Euclid Avenue Baptist Church wurde auch „Mr. Rockefeller’s Church“ genannt, weil er dort 1854 durch Taufe in die Gemeinde aufgenommen worden war – damals noch Erie Street Baptist Church – diese schon in jungen Jahren durch Spendenaufrufe unterstützt hatte und weiterhin großzügig unterstützte. Er war 1883 Treuhänder und von 1872 bis 1905 Leiter der Erie St. Church Sunday School, in der auch Laura unterrichtete.

Wohltätigkeit in Cleveland

Der Rockefeller Park in Cleveland, Ohio
Nicht nur durch den Petroleum-Boom, sondern auch durch Eisen- und Stahlwerke, Elektrizität- und Maschinenindustrie war Cleveland von 43.400 Einwohnern 1860 auf 381.000 im Jahr 1900 angewachsen. Viele Einwanderer aus Europa zog es in die Stadt. Vielerorts herrschte dadurch Not, und die Rockefellers unterstützten neben der Kirche viele der Wohltätigkeitsorganisationen:

Westerm Reserve Historical Society[3]
Early Settlers Assn. of the Western Reserve[4]
Young Men’s Christian Association[5]
The Ragged School (später Industrial School and CHILDREN'S AID SOCIETY),[6]
Bethel Union[7]
Woman's Christian Temperance Union, Non-Partisan, of Cleveland[8]
Visiting Nurse Assn. of Cleveland (VNA) Zuerst nur ein Besuchsdienst, später Ausbildung zur Pflegerin[9]
DORCAS Invalids' Home mit Dorcas Society, die von 14 Damen der Gesellschaft 1867 gegründet wurde[10]
Spelman College in Atlanta
Zwei ehemalige Lehrerinnen von Laura Spelman aus dem Oread College, Sophia B. Packard und Harriet E. Giles, hatten 1881 das „Atlanta Baptist Female Seminary“ für schwarze Frauen im Untergeschoss der Friendship Baptist Church gegründet. Als Packard und Giles die Rockefellers bei einer Kirchenkonferenz der Baptisten in Cleveland trafen, gaben ihnen diese das Geld für den Ankauf eines 9 Morgen (36.000 m²) großen Geländes, auf dem ehemalige Baracken der Soldaten der Union aus dem Bürgerkrieg standen. 1884 wurde der Name „Spelman Seminary“ urkundlich eingetragen zum Dank und zu Ehren von Mrs. Laura Spelman Rockefeller und ihren Eltern. Es gehört zu den ältesten Historischen afro-amerikanischen Colleges (HBCU).[11]

1886 wurde die „Rockefeller Hall“ eingeweiht. 1888 wurde Henry L. Morehouse, ein Pastor und Vertrauter von John D. Rockefeller, der erste Präsident des Board of Trustees. 1917 wurde die nach Rockefellers Tochter benannte „Bessie Strong Hall“ eingeweiht, und 1918 folgte das „Laura Spelman Rockefeller Memorial Building“ für die Ausbildung von Hauswirtschaftslehrerinnen. 1924 wurde der Name in „Spelman College“ geändert.[12] Es gehört heute zum Atlanta-University-Center-Consortium.

In New York

Mrs. J. D. Rockefeller
John arbeitete nun auch viel in New York. Laura und die Kinder fuhren über die Wintermonate nach New York und lebten in einem Hotel. 1884 konnten sie aber ein eigenes Haus in 4 West 54th Street beziehen. Mitte Oktober bis Ende Mai lebte die Familie in New York, dann ging es zurück nach Cleveland, und sie blieben einige Wochen in ihrem Haus an der Euclid Avenue, bis sie dann für den Sommer hinauf nach Forest Hill zogen. Vor der Rückreise nach New York wohnten sie wiederum zwei Wochen in der Euclid Avenue.

In diesen Jahren bereiste die Familie Amerika und auch Europa. Überall suchten sie eine kleine Kirche für ihren sonntäglichen Gottesdienst auf. Auch in New York hatten sie ihre Kirche, die Park Avenue Baptist Church (heute Central Presbyterian Church), dessen Pastor G. O. King Johns Berater in Wohltätigkeitsfragen wurde.[13]

Die Häuser in Lakewood und Pocantico Hills
Nachdem die Rockefellers mit Tochter Bessie und deren Ehemann Charles A. Strong 1898 Ferien in Lakewood, Ocean County, New Jersey gemacht hatten, begann John um 1901 über eine ortsansässige Firma Land zu kaufen, damit sein Name damit nicht in Verbindung gebracht wurde. 1903 besaß er 330 Morgen (1,3 km²), einschließlich 98 Morgen (400.000 m²) Land vom Ocean County Hunt and Country club, der das Herz des Rockefeller-Lakewood-Landsitzes bildete, und bei dem es sich um einen Golfclub handelte. Wie einer ihrer Söhne berichtete, hatte sowohl John als auch Laura das Golffieber gepackt. Hier konnten beide ihren Lieblingsbeschäftigungen nachgehen, dem Golfspiel und der Gartenarbeit.[14] Sie stellten einen Verwalter ein, der sich um das Anwesen kümmerte. Bis zum Frühjahr 1910 hatte Rockefeller seinen Grundbesitz auf fast 603 Morgen ausgeweitet. Auch ein See, der Lake Shenandoah, gehörte dazu. Durch die Abgeschiedenheit fühlten sie sich hier vor der Öffentlichkeit geschützt.[15]

In Lakewood hatten sie einen Bauernhof mit Schafen und Kühen aufgebaut, deren Milch sie verkauften.

1886 hatte sich Johns Bruder William Bartlett’s Castle gekauft, dieses abgerissen und sein Rockwood Hall völlig neu erbaut. Auch John gefiel die hügelige Gegend mit Blick auf den Flusslauf des Hudson, und 1893 hatte auch er Land in den Pocantino Hills, nur einige Meilen von Manhattan entfernt, gekauft. Darauf stand bereits ein Haus, das sie sich einrichteten. Am 17. September 1902 brannte es ab, und sie zogen in ein weiteres, bereits vorhandenes Haus. Erst 1904 ließ John es zu, dass sein Sohn Architekten mit dem Bau eines Landhauses beauftragte, das dem Reichtum des Vaters angemessen erschien. Der Landschaftsarchitekt William Welles Bosworth wurde mit der Gestaltung der Gärten beauftragt.[16]

Laura war gerne dort, und sie nannten es „Kykuit“ (holländisch: Kiekut). Das Gelände war so riesig, dass sich John Junior eine Viertelmeile entfernt Abeyton Lodge für seine Familie baute.


John und Laura entsteigen 1911 einem Zug
Letzter Besuch in Cleveland
Im Oktober 1913 erkrankte Laura, als sie sich in „Forest Hill“ aufhielt, und erholte sich erst wieder Ende Februar 1914. Auch Rockefeller war am 1. Februar in "Forest Hill", am Tag der Steuerlisten in Ohio. Die Cuyahoga County Steuerkommission nutzte die Gelegenheit, um die Steuer zu erhöhen, und versuchte, auf das gesamte Grundeigentum der Rockefellers Steuern einzuziehen, wo immer es sich auch befand, auch wenn dieser dafür bereits in New York Steuern zahlte. Diese strittige Forderung wurde später von Anwälten geklärt. Laura sah jedoch Forest Hill nie wieder. 1917 wurde das Haus durch ein Feuer gänzlich zerstört.[17]

Laura hatte nun gesundheitliche Schwierigkeiten und war Halb-Invalidin. Am 8. September 1914, einen Tag vor Lauras 75. Geburtstag, feierten sie ihre Goldene Hochzeit in Pocantino. Alle Kinder, bis auf Bessie, die 1906 in Frankreich verstorben war, erschienen mit den Enkelkindern zum Festtagsdinner. „Ich habe immer nur eine Liebste gehabt“, sagte John, „und ich bin dankbar, dass ich sie noch habe.“

Laura starb am 12. März 1915 in Pocantino an einem Herzanfall. Die Nachricht erreichte John in Florida, wo er sich mit Sohn und Schwiegertochter aufhielt. Die Trauerfeier fand drei Tage später im Familienkreis und mit engen Freunden statt. Beerdigt wurde sie auf dem Forest-Hill-Friedhof in Cleveland, wo auch John Davison Rockefeller 22 Jahre später seine letzte Ruhe fand.

In Memoriam Laura Spelman Rockefeller

Rockefeller Familiengrab in Cleveland 1937 mit Obelisk
Laura Spelman Rockefeller Memorial Fund
Im Oktober 1918 gründete John eine Stiftung zum Andenken an seine Frau Laura. Das Stiftungskapital betrug $2,5 Mio. Die Stiftung machte sich die „Förderung des Wohls von Frauen und Kindern weltweit“ zur Aufgabe. In den 1920er Jahren wurde sie zu einem der großen amerikanischen Unterstützer der angewandten sozialwissenschaftlichen Forschung an fünf ausgewählten Universitäten mit Schwerpunkt auf die frühkindliche Entwicklung.[18]

In New York unterstützte die Stiftung die Arbeit auf dem Gebiet der Kindererziehung, zwischenmenschlichen Beziehungen, Gesundheit, Religion und dem Sozialwesen. Als die Rockefeller-Stiftungen 1929 neu organisiert wurden, wurde der Memorial Fund in die Rockefeller-Stiftung eingegliedert.

Laura Spelman Rockefeller Memorial Turmglockenspiel der Riverside Kirche
Das Glockenspiel wurde bereits 1925 in der Park Avenue Baptist Church installiert und war damals schon das größte der Welt mit 53 Glocken und einer Bourdon von 9 t. John Rockefeller jr. schenkte es der Kirche zur Erinnerung an seine Mutter. Es wurde 1930 beim Umzug in die neu erbaute Riverside Church wieder installiert und erweitert. Nunmehr bestand es aus 74 Bronzeglocken, deren größte, die Stundenglocke (Bourdon), 18 t und die kleinste 4,5 kg wog. Die Stundenglocke war die größte und schwerste Glocke, die jemals gegossen wurde. Das Gewicht aller Glocken betrug 91 t. Sie wurden von Gillett & Johnston Foundry in England gegossen und in die USA verschifft. Der Laura Spelman Rockefeller Memorial Carillon erhebt sich 119 m hoch über der Straße. Er ist mit einer Beobachtungsplattform ausgestattet, sowohl für das Glockenspiel als auch für einen 360-Grad-Rundblick über die Stadt und das Hudson-Tal.[19]

Laura Spelman Rockefeller Halls an der Princeton University
Lauras Enkel, Laurance S. Rockefeller, unterstützte maßgeblich mit $4 Mio. den Bau von 58 Appartements für 220 Studentinnen, nachdem 1969 an der Princeton University erstmals Frauen zum Studium zugelassen worden waren. Der Architekt Ieoh Ming Pei entwarf acht miteinander verbundene drei- und vierstöckige Gebäude mit 52 Wohnungen mit den üblichen vier Wohn-Studierzimmern sowie sechs Appartements mit einem zusätzlichen Schlafzimmer. Damit wurden zum ersten Mal auch Wohnungen für verheiratete Studenten eingeplant. Auf einer Etage befanden sich zwei Einheiten mit 4-Schlaf-Studierzimmern, jede mit einer Galerie, von der aus die Schlafzimmer, eine Gemeinschaftsküche, das Badezimmer und der Wohn- und Essensbereich zugänglich waren. Es gab Wäscherei- und Abstellräume, eine Eingangshalle und Aufenthaltsräume. Sie wurden von 1971 bis 1973 gebaut und „Laura Spelman Rockefeller Halls“ genannt.[20] 1977 wurde diese Studenten-Wohnanlage vom American Institute of Architects ausgezeichnet. 
SPELMAN, Laura Celestia ´Cetti` (I54983)
 

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