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| 3501 | Issak II. war ein Sohn des kaiserlichen Generals Andronikos Dukas Angelos († Dezember 1185), ein Sohn des Admirals Konstantin Angelos und Schwiegersohn Kaiser Alexios I., seine Mutter war Euphrosyne († 1195), Tochter oder Nichte des Theodoros Kastamonnites. Isaak II. begann seine Herrschaft nach der Ermordung Andronikos I. 1185 nach einem entscheidenden Sieg über die ins Byzantinische Reich eingefallenen sizilischen Normannen, war aber ansonsten weniger erfolgreich. Der Versuch, Zypern von dem rebellischen Adligen Isaak Komnenos zurückzuerobern, misslang aufgrund der Einmischung der Normannen. Gleichzeitig erhoben sich die Bulgaren und Walachen und gründeten 1186 das Zweite Bulgarische Reich. 1187 wandte sich der General Alexios Branas, der nach der Ablösung des Johannes Kantakuzenos gegen die Rebellen gesandt worden war, gegen den Kaiser und versuchte, Konstantinopel zu besetzen, wurde aber geschlagen und getötet. Als Nächstes verlangte der Osten die Aufmerksamkeit des Kaisers, wo verschiedene Thronprätendenten sich erhoben und wieder fielen. 1189 versuchte Friedrich Barbarossa auf dem Dritten Kreuzzug seine Truppen durch das byzantinische Reich zu führen, und erhielt die Erlaubnis. Er hatte die Grenze bereits überschritten, als Isaak, der sich mittlerweile mit Saladin verständigt hatte, begann, ihm Hindernisse in den Weg zu legen, und nur durch Waffengewalt zur Erfüllung der Zusage gezwungen werden konnte. Seine Tochter Irene wurde dabei dem in Deutschland befindlichen Philipp von Schwaben versprochen. Die nächsten fünf Jahre war Isaak mit neuen Aufständen der Walachen befasst, gegen die er mehrere Feldzüge führte. Während eines dieser Feldzüge rief sich sein Cousin Konstantin 1193 in Philippopel zum Gegenkaiser aus, wurde aber von seinen eigenen Leuten gefangen genommen; Isaak II. ließ ihn blenden. 1195 nutzte sein Bruder Alexios einen Jagdausflug des Kaisers und dessen Abwesenheit vom Feldlager, um sich selbst zum Kaiser zu proklamieren, und wurde auch von den Soldaten anerkannt. Isaak wurde geblendet und im Gefängnis des Anemas inhaftiert. Acht Jahre später, am 18. Juli 1203, wurde er für sechs Monate aus seinem Kerker geholt und erneut auf den Thron gehoben, nachdem der Vierte Kreuzzug die Stadt erreicht hatte. Da er jedoch sowohl körperlich als auch geistig durch die Gefangenschaft geschwächt war, übernahm sein Sohn Alexios IV. die tatsächliche Regierung. Isaak und Alexios wurden am 25. Januar 1204 wegen ihres Nachgebens gegenüber den Kreuzfahrern durch einen Aufstand des Generals Alexios Murtzouphlos gestürzt, der wenige Tage später selbst den Thron bestieg. Isaak starb am 28. Januar unter ungeklärten Umständen, wahrscheinlich wurde er vergiftet. Isaak II. war einer der schwächsten und brutalsten Fürsten auf dem byzantinischen Thron. Umgeben von Sklaven, Mätressen und Schmeichlern ließ er es zu, dass das Reich von Günstlingen regiert wurde, während er das Geld, das den Provinzen abgepresst wurde, für Bauwerke und Geschenke an die Kirche ausgab. Die Folge davon war der fortschreitende Verfall des Reiches durch Ämterkauf und Steuerwucher. | ANGELOS, Isaak II. (I40246)
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| 3502 | ist der belegbare Urahn der Dynastie der Welfen und im Jahr 819 als Graf belegt. Welf I. war mit der Sächsin Heilwig verheiratet, die um 826 (also wohl nach seinem Tod) als Äbtissin von Chelles genannt wird. Sein Aufstieg begann mit den beiden Ehen, die er für seine beiden Töchter mit Mitgliedern der Familie der Karolinger schloss: Die ältere Judith heiratete Kaiser Ludwig den Frommen, während die jüngere Hemma dessen Sohn Ludwig den Deutschen ehelichte. | GRAFEN WELF I., Graf Graf N. (I24116)
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| 3503 | ist wohl identisch mit dem Grafen Udo dem Älteren im Lahngau (nicht zu verwechseln mit Udo (dem Jüngeren) im Lahngau). Udo/Odo war zunächst Graf im Rheinland/Lahngau, wo er von 821 bis 826 bezeugt ist, und von 828 bis 834 Graf von Orléans. | VON ORLÉANS, Graf Graf Odo (I35646)
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| 3504 | Iwan Wladislaw (auch Ivan Vladislav geschrieben, bulgarisch Иван Владислав; * ??; † 1018 bei Durrës, heute Albanien) war von 1015 bis 1018 der vorletzte Zar des ersten bulgarischen Reiches. Er stammte aus dem Hause Komitopuli und war der Sohn von Aaron, eines Bruders des Zaren Samuil. Aus seiner Ehe mit der Boljarentochter Marija hatte Iwan Wladislaw insgesamt 11 Kinder, darunter Presian II. – der letzte Herrscher des ersten bulgarischen Reiches. Nach ihm ist seit 2006 der Ivan Vladislav Point benannt, eine Landspitze von Rugged Island in der Antarktis. | WLADISLAW, Iwan (I39107)
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| 3505 | J. Broering, Die Düsseldorfer Apotheken, Düsseldorfer Jahrbuch 42, 1940, S. 77 f., 128 f. A. Blömer, Die reformierte Familie Wiedenfeld aus Inden und Altdorf, Mönchengladbach 1984, S. 28 A. Blömer, Die Abstammung des Hofapothekers Arnold Wiedenfeld zu Düsseldorf, Mönchengladbach 2001, S. 7, 16 | WALTMANN, Susanna (I49182)
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| 3506 | J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland IV, Bonn 2020, Nr. 14545 Das Arrondissement Elberfeld war eine Verwaltungseinheit im Großherzogtum Berg unter französischer Herrschaft zwischen den Jahren 1808 und 1813. Es umfasste das Gebiet der bergischen Ämter Elberfeld, Barmen, Beyenburg, Solingen und Bornefeld, sowie Teile der Ämter Steinbach und Miselohe. Gründung der Stadt Barmen Am 3. Februar 1808 wurden unter französischer Herrschaft Barmen schließlich die Stadtrechte verliehen, wohlhabende Kaufleute und Fabrikanten bildeten ehrenamtlich den ersten Munizipalrat. Erster Maire unter französischer Oberaufsicht war Carl Bredt bis Juli 1808, gefolgt von Peter Keuchen bis April 1810, Carl Wilhelm Eller bis Oktober 1810 und Johann Wilhelm Wilkhaus bis Februar 1814. Der Code civil setzte am 1. Januar 1810 alle bisherigen Gesetze und Verordnungen, die teilweise noch auf traditionellen lokalen Gewohnheitsrechten aus dem Mittelalter bestanden, außer Kraft. | JONGHAUS, Wilhelmine (a) (I60)
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| 3507 | J.H.C. Scheibler, Geschichte und Geschlechts-Register der Familie Scheibler, Köln 1895, S. 66 H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 459 J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland IV, Bonn 2020, Nr. 11250 | SCHOELER, Friedrich Johann Wilhelm (I47831)
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| 3508 | J.H.C. Scheibler, Geschichte und Geschlechts-Register der Familie Scheibler, Köln 1895, S. 66 („Sauers“) H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 459 J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland IV, Bonn 2020, Nr. 11250 | SAUER, Anna Gertrud (I25090)
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| 3509 | J.H.C. Scheibler, Geschichte und Geschlechts-Register der Familie Scheibler, Köln 1895, S. 67 H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 346, 460 J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland IV, Bonn 2020, Nr. 11253 | SCHLÖSSER, Matthias (I56723)
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| 3510 | Jacob (auch: Jakob) Engelbert Teschemacher entstammte einer bedeutenden, seit 1551 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal) nachweisbaren Bürgerfamilie, die dort viele Bürgermeister stellte. Seine Eltern waren Wilhelm Teschemacher (1654–1726) und Katharina Margaretha, geb. Elscheid (1687–1760). Über Teschemachers Ausbildung ist nichts Sicheres bekannt. Es wurde aber vermutet, dass er das Orgelbauerhandwerk bei der Orgelbauerfamilie Weidtman in Ratingen erlernt hat. Teschermachers Werkstatt befand sich in dem 1640 erbauten und heute noch erhaltenen Teschemacher Hof in Wuppertal-Elberfeld. Teschermachers Berufswahl war insofern ungewöhnlich, als in Elberfeld die (calvinistisch-)reformierte Konfession vorherrschte und Orgeln in den damaligen reformierten Kirchen als „heidnisch“ abgelehnt wurden. Neben Werken für lutherische und katholische Kirchen konzentrierte er sich daher auf die Anfertigung pedalloser, einmanualiger, schrankartiger Kammerorgeln für Privathäuser. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass die Orgel im 18. Jahrhundert ein „statusprägendes Hausinstrument“ für Familien des gehobenen Bürgertums war und auch oft, so wie im 19. Jahrhundert ein Harmonium, Klavier oder Flügel, zur Aussteuer bei der Heirat einer Tochter gehörte.[1] Teschemachers Orgelbauertätigkeit beschränkte sich nicht nur auf den Bergischen Raum, sondern reichte bis in die Niederlande. Teschemacher legte großen Wert auf eine sorgfältige und solide Qualität seiner Arbeit. In einem Brief von 1766 an die evangelische Gemeinde Wevelinghoven distanzierte er sich von Orgelbauern, die aus billigem Blei wenig haltbare und „kreischende“ Register anfertigten und schrieb von sich, dass er bei seinen Instrumenten auf hundert und mehr Jahre vorausdenke. In religiöser Hinsicht war Teschemacher Pietist und gehörte dem Kreis um den Mystiker Gerhard Tersteegen an. Teschemachers Streben nach verinnerlichter Frömmigkeit hat sich auch in seinem Orgelbaustil niedergeschlagen, da er gern „meditative“ Solostimmen wie den Streicher Violine 8’ im Diskant, eine im Diskant überblasende Traversflöte 4’ oder in einigen späteren Werken (ab 1762) auch die Schwebung Unda Maris 8’ im Diskant disponierte. Entsprechend war die Intonation der Teschemacher-Orgeln warm und auf einen ruhigen Wohlklang ausgerichtet. Die früheren Orgelbauten Teschemachers haben noch einen Manualumfang von CD – c’’’, bei den späteren beträgt er bereits C – f’’’. Jacob (auch: Jakob) Engelbert Teschemacher entstammte einer bedeutenden, seit 1551 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal) nachweisbaren Bürgerfamilie, die dort viele Bürgermeister stellte. Seine Eltern waren Wilhelm Teschemacher (1654–1726) und Katharina Margaretha, geb. Elscheid (1687–1760). Über Teschemachers Ausbildung ist nichts Sicheres bekannt. Es wurde aber vermutet, dass er das Orgelbauerhandwerk bei der Orgelbauerfamilie Weidtman in Ratingen erlernt hat. Teschermachers Werkstatt befand sich in dem 1640 erbauten und heute noch erhaltenen Teschemacher Hof in Wuppertal-Elberfeld. Teschermachers Berufswahl war insofern ungewöhnlich, als in Elberfeld die (calvinistisch-)reformierte Konfession vorherrschte und Orgeln in den damaligen reformierten Kirchen als „heidnisch“ abgelehnt wurden. Neben Werken für lutherische und katholische Kirchen konzentrierte er sich daher auf die Anfertigung pedalloser, einmanualiger, schrankartiger Kammerorgeln für Privathäuser. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass die Orgel im 18. Jahrhundert ein „statusprägendes Hausinstrument“ für Familien des gehobenen Bürgertums war und auch oft, so wie im 19. Jahrhundert ein Harmonium, Klavier oder Flügel, zur Aussteuer bei der Heirat einer Tochter gehörte.[1] Teschemachers Orgelbauertätigkeit beschränkte sich nicht nur auf den Bergischen Raum, sondern reichte bis in die Niederlande. Teschemacher legte großen Wert auf eine sorgfältige und solide Qualität seiner Arbeit. In einem Brief von 1766 an die evangelische Gemeinde Wevelinghoven distanzierte er sich von Orgelbauern, die aus billigem Blei wenig haltbare und „kreischende“ Register anfertigten und schrieb von sich, dass er bei seinen Instrumenten auf hundert und mehr Jahre vorausdenke. In religiöser Hinsicht war Teschemacher Pietist und gehörte dem Kreis um den Mystiker Gerhard Tersteegen an. Teschemachers Streben nach verinnerlichter Frömmigkeit hat sich auch in seinem Orgelbaustil niedergeschlagen, da er gern „meditative“ Solostimmen wie den Streicher Violine 8’ im Diskant, eine im Diskant überblasende Traversflöte 4’ oder in einigen späteren Werken (ab 1762) auch die Schwebung Unda Maris 8’ im Diskant disponierte. Entsprechend war die Intonation der Teschemacher-Orgeln warm und auf einen ruhigen Wohlklang ausgerichtet. Die früheren Orgelbauten Teschemachers haben noch einen Manualumfang von CD – c’’’, bei den späteren beträgt er bereits C – f’’’. | TESCHEMACHER, Jakob Engelbert (I54005)
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| 3511 | Jacob Grimm verbrachte seine Jugend in Steinau an der Straße, wohin sein Vater Philipp Wilhelm Grimm 1791 als Amtmann versetzt worden war, und besuchte ab 1798 mit seinem Bruder Wilhelm das Friedrichsgymnasium in Kassel. 1802 schrieb er sich an der Universität Marburg ein, wo er bei Friedrich Carl von Savigny Jura studierte. Durch dessen rechtshistorische Forschungen sowie durch Ludwig Wachlers Vorlesungen wurde seine Aufmerksamkeit auf die geschichtliche Entwicklung der deutschen Sprache und Literatur gerichtet. Als Savigny 1804 wegen wissenschaftlicher Forschungen (betreffend das römische Recht im Mittelalter) nach Paris ging, ließ er Grimm nachkommen. Dieser wurde jedoch bald der juristischen Studien überdrüssig und gab in Briefen kund, dass er sich künftig der altdeutschen Literatur widmen wolle. Als er im September 1805 nach Kassel, dem Wohnort seiner Mutter, zurückgekehrt war, erlangte er einen Posten beim Kriegskollegium, das aber wegen der französischen Besetzung der Stadt noch vor Ablauf eines Jahres aufgelöst wurde. Nach dem Tod der Mutter 1808 musste Jacob Grimm die Familie ernähren. Er wurde Bibliothekar Jérôme Bonapartes, des Königs von Westphalen, und wurde im Februar 1809 außerdem zum Beisitzer im Staatsrat ernannt. Die Muße, die ihm die amtlichen Geschäfte ließen, verwendete er auf das Studium der altdeutschen Poesie und Sprache. Seit 1806 hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm sowie dem Kreis um seinen in Westfalen ansässigen Freund Werner von Haxthausen Märchen gesammelt, die nun bearbeitet und herausgegeben wurden. Auch an der Volksliedsammlung Des Knaben Wunderhorn von Achim von Arnim und Clemens Brentano war er beteiligt. Nach der Wiederherstellung des Kurfürstentums Hessen verlor Grimm seine Stelle als Privatbibliothekar des Königs Jérôme, wurde jedoch in den diplomatischen Dienst des zurückgekehrten Kurfürsten übernommen. 1814/15 war er kurhessischer Legationssekretär beim Wiener Kongress, wo er mit Gleichgesinnten im Gasthaus Zum Strobelkopf in der Straße Wollzeile die „Wollzeilergesellschaft“ gründete. Kurzzeitig verhandelte er in Paris über die Rückführung geraubter Kunstschätze nach Hessen und Preußen. In dieser Zeit begann er mit dem Studium der slawischen Sprachen. 1815 nahm er seinen Abschied als Diplomat, um sich der Literaturgeschichte und Sprachforschung zu widmen. Ein Jahr später wurde er Zweiter Bibliothekar an der Bibliothek zu Kassel (sein Bruder Wilhelm war 1814 dort Sekretär geworden). Sie schlossen sich dort einem literarischen Zirkel im Umfeld der Kurfürstin Auguste an, der sich in Opposition zum regierenden Kurfürsten sah. Auch deshalb wurden die Brüder 1829 nach dem Tod des Oberbibliothekars nicht wie erwartet befördert, sondern sahen sie sich enttäuscht nach einer neuen Position um. Im Kolleg bei Jacob Grimm, Federzeichnung von Ludwig Emil Grimm Göttingen, 28. Mai 1830, Städtisches Museum Göttingen 1830 erhielt Jacob Grimm eine Professur an der Universität Göttingen, wo er auch als Rechtsbibliothekar[2] tätig war. In den Jahren 1834–1837 hielt er dreimal eine Vorlesung über deutsche Literaturgeschichte, die durch studentische Mitschriften überliefert ist.[3] In Göttingen diente ihm Georg Schulze als sein Amanuensis.[4] Im Dezember 1837 wurde Grimm als Mitverfasser des Protestes der „Göttinger Sieben“ durch den König von Hannover seines Amtes enthoben und des Landes verwiesen.[5] Verbesserungsantrag Grimms für die Grundrechte des deutschen Volkes 1848: „Das deutsche Volk ist ein Volk von Freien und deutscher Boden duldet keine Knechtschaft. Fremde Unfreie, die auf ihm verweilen, macht er frei.“ Der Verbesserungsantrag wurde nicht angenommen. 1841 folgte er dem Ruf des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin. 1841–1846 wohnt er gemeinsam jeweils mit der Familie seines Bruders Wilhelm Grimm am Rand des Tiergartens in der kurz vorher angelegten Lennéstraße, Nr.8, 1846/1847 näher zu Akademie, Universität und Bibliothek in der Dorotheenstraße, Nr. 47, und ab 1847 in der Linkstraße Nr. 7, unmittelbar am damaligen Potsdamer Bahnhof.[6] Er wurde Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften mit dem Recht, Vorlesungen an der Friedrich-Wilhelms Universität zu halten. Auf den beiden Germanistenversammlungen 1846 in Frankfurt am Main und 1847 in Lübeck war er tonangebend. 1848 gehörte er dem Vorparlament an.[7] An der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche nahm er im Frühjahr 1848 als parteiloser, aber der Casino-Fraktion nahestehender Abgeordneter des preußischen Wahlkreises Essen und Mülheim an der Ruhr (29. Wahlbezirk) teil,[8] wobei er einen Ehrenplatz erhielt. Er sprach über Adel und Orden; außerdem legte er einen Entwurf für den ersten Artikel der Grundrechte vor. Da die Versammlung aber sehr schleppend verlief und die Resultate eher enttäuschend für ihn waren, legte er am 2. Oktober 1848 sein Mandat nieder. Im Juni 1849 nahm er noch am sogenannten Gothaer Nachparlament teil, aber danach hielt er sich aus dem aktiven politischen Leben heraus. Im selben Jahr beendete er seine Vorlesungstätigkeit und veröffentlichte in Leipzig seine Geschichte der deutschen Sprache.[9] Seine demokratische Gesinnung behielt er indes bei und nahm, wie sich im privaten Briefaustausch mit Georg Waitz zeigt, geradezu revolutionäre Züge an.[10] Danach konzentrierte er sich auf die Arbeit am Deutschen Wörterbuch, das den gesamten neuhochdeutschen Sprachschatz von Luther bis Goethe erfassen sollte. Die Arbeiten an diesem gewaltigen Gemeinschaftsprojekt mit seinem Bruder hatten schon 1838 begonnen und wurden auch nach dem Tod der Brüder Grimm bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts fortgesetzt.[11] Bei der Arbeit an dem Artikel Frucht des Deutschen Wörterbuches starb Jacob Grimm am 20. September 1863. Er wurde auf dem alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg neben seinem Bruder[12] bestattet. Das Ehrengrab des Landes Berlin befindet sich im Feld F, F-S-001/004, G1. | GRIMM, Jacob Ludwig Carl (I52627)
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| 3512 | Jacob Schröter der Ältere (geb. um 1529 in Weimar; gest. 1. Mai 1613) war ein deutscher Handelsmann und Bürgermeister in Weimar. Leben Schröter war Tuch-, Woll- und Waidhändler. Als Sohn[1] des Weimarer Bürgermeisters und Tuchhändlers Peter Schröter und dessen Frau Gertrud Dietz wurde er in Weimar geboren. Sein älterer Bruder war Johannes von Schröter. Seine Schwester Gertrud († 1566 in Jena) heiratete 1561 den Mediziner Lorenz Hiel. Schröter erbaute am Markt 4 sein Wohnhaus und zugleich die erste Apotheke in der Stadt. Die Hof-Apotheke gibt es noch heute. So initiierte er um 1590 den Bau eines Brunnens am Markt, der später durch den Neptunbrunnen von Martin Gottlieb Klauer ersetzt werden sollte. Als Bürgermeister leitete Schröter 41 Jahre die Geschicke der Stadt. Außerdem war er Beisitzer der fürstl. sächsischen Land- und Tranksteuer-Obereinnahme. Er galt zu seinen Lebzeiten als der „vornehmste Bürger“ Weimars. Er war sehr vermögend und besaß mehrere Häuser und anderen Grundbesitz. Schröter wurde 1569 in den Rat gewählt und gehörte ihm bis 1602 an. In der Sakristei der Herderkirche befindet sich ein Ölporträt Schröters. | SCHRÖTER, Jacob ´der Ältere` (I34754)
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| 3513 | Jacob Schröter der Jüngere (geb. 15. September 1570 in Weimar; gest. 11. Juni 1645 in Meiningen) war sachsen-meiningischer Kanzler und Professor für Rechtswissenschaften in Jena. Sein Vater Jacob Schröter der Ältere (1529–1612) war 41 Jahre lang Bürgermeister in Weimar. Seine Mutter war Barbara Brück. Sein Großvater war der sächsische Kanzler Christian Brück.[1] Er selbst war ab 1604 Rat in Meiningen. Zuvor wurde er 1599 zum Dr. jur. in Jena promoviert. Extraordinarius für Rechtswissenschaft in Jena wurde er 1601.[2] Auch trug er den Titel eines Geheimrates und stand im Dienste verschiedener Fürsten. | SCHRÖTER, Jacob ´der Jüngere` (I23494)
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| 3514 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I55783)
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| 3515 | Jacob Wilhelm Haniel war Sohn des Kaufmanns Friedrich Joachim Haniel und seiner Frau Catharina, geborene vom Heydt, in Elberfeld. Er wurde lutherisch getauft, aber im reformierten Glauben erzogen. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt. Wie seine vier Geschwister zog er in das preußische Duisburg, wo er 1757 eine Weinhandlung eröffnete. Sein Kompagnon war zunächst für etwa zwei Jahre sein Schwager Bernhard Bongart, ab Anfang 1759 sein jüngerer Bruder Peter Friedrich. Die Weinhandlung Gebrüder Haniel schien auch während des Siebenjährigen Krieges gut zu laufen: Bei einer nach dem jeweiligen Vermögen gestaffelten Zwangsanleihe, mit der die Duisburger Bürger im Jahr 1763 Zahlungen an die Franzosen finanzieren mussten, standen die Brüder an dritter Stelle. Nach dem Siebenjährigen Krieg wurde Wein von Rhein und Mosel mit hohen Importzöllen belegt, und die Bürger mussten auf solche Luxusgüter hohe Steuern bezahlen. Deshalb dehnten die Haniels ihr Geschäft auf allgemeinen Speditions- und Kommissionshandel aus. Dennoch gingen die Umsätze insgesamt zurück. Vermutlich war es Jacob W. Haniel, der 1771 mit einem Kompagnon namens Chombart einen Kohlenhandel in Duisburg unterhielt. Möglicherweise war es auch der Bruder Peter Friedrich Haniel. Bei diesem Geschäft handelte es sich um den ersten bekannten Kohlenhandel unter dem Namen Haniel. 1761 heiratete Jacob W. Haniel Aletta Noot.[1] Auf Wunsch der Familie Noot übernahm er 1772 das Ruhrorter Packhaus, das seit dem Tod seines Schwiegervaters Jan Willem Noot 1770 keine Geschäfte mehr abwickelte.[2] Ab diesem Zeitpunkt wurde es vermutlich erstmals als Handelshaus geführt, wobei Weinhandel und Spedition allgemeiner Art das Hauptgeschäft der Firma Jacob W. Haniel blieben. Zweimal wandte sich Jacob W. Haniel an den preußischen König, um in den Genuss von Privilegien für Zuwanderer, zum Beispiel Steuererleichterungen, zu gelangen. Er spielte offensichtlich mit dem Gedanken, sich auch als Fabrikant zu betätigen, da beim Ansiedelungsgesuch nach Duisburg von einer Tuchfabrik die Rede ist. Als er nach Ruhrort kam, kündigte er an, eventuell eine „gewisse Fabrik“ errichten zu wollen. Diese Pläne wurden aber nicht umgesetzt. Als er am 28. Mai 1782 im Ruhrorter Packhaus mit 48 Jahren starb, hinterließ er seine Frau Aletta, die Söhne Wilhelm, Gerhard und Franz Haniel sowie die Tochter Johanna Sophia, die den Hüttendirektor Gottlob Jacobi geheiratet hatte. | HANIEL, Jakob Wilhelm (I58833)
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| 3516 | Jacobi erhielt 1730 das Bochumer Bürgerrecht und war als Kauf- und Handelsherr tätig. Er heiratete am 3. Juli 1735 Gertrude Christine Severin, die Tochter von Georg Heinrich Severin (Severin ist der Name einer Familie, welche mehrere Beamte, Baumeister, Parlamentarier, Ärzte, Kaufleute, Ingenieure, Erfinder und Hochschullehrer hervorbrachte. Einzelne Glieder stiegen in den russischen Adel auf.) und Sibilla Margarethe Krupp sowie Witwe des „großen Kaufmanns“ Johann Hermann Mallinckrodt war. Gertrude starb am 25. März 1795 im Alter von 93 Jahren in Bochum. Gemeinsam hatten sie drei Kinder: Georg Friedrich Jacobi, Margaretha Dorothea Jacobi und Johann Ludwig Jacobi. Nach seiner Verehelichung – die ihm Wohlstand und Ansehen brachte – wohnte er im Haus Nr. 130 (Bongardstraße 43, früher Obere Marktstraße 37) in Bochum. Die preußische Landesregierung ernannte ihn 1745 zum zweiten Bürgermeister. Das Amt bekleidete er bis zum Fortzug des ersten Bürgermeisters Gerhard Wilbrand Lennich (* vor 1725; † nach 1804) war Bürgermeister von Bochum, im Jahre 1772. Der Stadtrat und die Gemeindevorsteher trugen dann einstimmig dem Jacobi „in Anbetracht der besonders im Kriege und sonsten der Stadt geleisteten Dienste und Bemühungen“ die erledigte Stelle an; dieser bat jedoch, da seine Gesundheit seit dem Kriege geschwächt sei, ihm seinen Sohn, den Advokaten am Landgericht Dr. jur. Georg Friedrich Jacobi zur Seite zu stellen. Bald darauf trat der alte Jacobi ganz zurück und am 23. Dezember 1772 wurde sein Sohn gewählt. Jacobi erwarb 1750 vom Kloster Herdecke das Lehngut Weilbrinkshof, welches sich von dem heutigen katholischen Vikariat an der Bleichstraße bis zur Arndtstraße und Stühmeyerstraße hinzog. Der neue Besitz wurde später mit der zunehmenden Entwicklung der Stadt für seine Erben ein wertvolles Vermögensstück. Ebenso erbaute er das Haus Wittener Str. 9 in Bochum, das er 1775 seinem Sohn Johann Ludwig vererbte. | JACOBI, Johann Konrad (I44366)
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| 3517 | Jacobi war das dritte von acht Kindern des Düsseldorfer Kaufmanns und Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi aus dessen Ehe mit Helene Elisabeth „Betty“ von Clermont. Die Familie war seit 1736 in Düsseldorf ansässig, nachdem Jacobis Großvater, der Kaufmann Johann Konrad Jacobi, sich dort niedergelassen und 1766 eine Zuckerfabrikation begonnen hatte. Seine Kindheit verbrachte Jacobi im elterlichen Haus in Düsseldorf-Pempelfort, einem 1747 vom Großvater erworbenen stattlichen Gutsbesitz mit ausgedehnten barocken Gartenanlagen vor den Toren der Stadt, unweit des Alten Hofgartens. Durch die bildungsinteressierten Eltern und deren Gesellschaftskreise, zu denen der Dichter Johann Wolfgang von Goethe gehörte, genoss Jacobi eine Erziehung im Geiste der Aufklärung. Er galt als schwer erziehbares Kind. Zusammen mit seinem älteren Bruder Johann Friedrich lebte er für längere Zeit im Hause des Dichters Matthias Claudius, eines Freundes des Vaters, in Darmstadt und Wandsbek.[1] Zwischen 1780 und 1784 wohnte er bei der Fürstin Amalie von Gallitzin, einer engen Freundin der Eltern und seiner Tanten, in Münster. Die Fürstin selbst, die vom Bildungsideal Jean-Jacques Rousseaus inspiriert war, unterrichtete ihn, ihren Sohn Demetrius und ihre Tochter Marianne (später Ehefrau von Jacobis Hausfreund Franz Wilhelm zu Salm-Reifferscheidt) in Latein, Griechisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Mathematik. Außerdem besuchte er das Gymnasium Paulinum. 1785 begann er ein Studium der Rechtswissenschaft. Hierzu schrieb er sich an der Georg-August-Universität Göttingen, wo ab 1788 Wilhelm von Humboldt sein Kommilitone war, und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ein. In den Jahren 1791 und 1792 unternahm er als Begleiter von Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg und Georg Heinrich Ludwig Nicolovius Reisen in die Schweiz und nach Italien. Berichte darüber veröffentlichte er in den Jahren 1796 bis 1797. Auf Betreiben des Vaters, dem Goethe widerstrebend folgte, verlieh Carl August von Sachsen-Weimar Jacobi 1793 den Titel herzoglich sachsen-weimarischer Regierungsrat.[2] Von 1793 bis 1794 arbeitete er als Amtmann der reichsunmittelbaren Grafschaft Wickrath und vertrat deren Belange als Deputierter beim Kreistag in Köln. Am 1. Mai 1794 heiratete er in Vaals bei Aachen Caroline von Clermont (1772–1795), seine Cousine und Schwester der Ehefrau seines Bruders Johann Friedrich, die nach einjähriger Ehe starb. Aus dieser Ehe, die das Paar in Wickrath und Aachen verbrachte, ging ein Sohn hervor. In zweiter Ehe heiratete er am 29. Juli 1796 in Düsseldorf Luise Brinckmann (1776–1845), die Tochter des Hofrats und Leibarztes Johann Peter Brinckmann, die bis zum Jahr 1819 zwölf Kinder gebar. 1799 übernahm Jacobi von seinem Vater den Gutsbesitz in Pempelfort. Dies ermöglichten ihm seine Schwiegereltern, die das Anwesen von Jacobis Vater erwarben.[3] Jacobis Vater war 1794 vor heranrückendem französischen Militär geflohen und hatte sich 1797/1798 dauerhaft in Eutin niedergelassen. Ab 1797 arbeitete Jacobi in Aachen für die nördliche Generaldirektion der linksrheinischen Gebiete, aus der 1798 das Département de la Roer hervorging. In diesen Behörden bekleidete sein Bruder Johann Friedrich höhere Stellungen. 1798 wurde er Mitglied der Zentraladministration des Département Meuse-Inférieure in Maastricht. 1802 trat Jacobi als Rat der Landesdirektion in pfalzbayerische Dienste und übernahm in Düsseldorf die Leitung der von Kurfürst Maximilian Joseph am 28. Januar 1802 einberufenen „Commission für die Leitung der Bebauungs-Angelegenheiten“. Außerdem kümmerte er sich um Handelsangelegenheiten und um die Rekrutierung von Lehrern für das Düsseldorfer Lyzeum. 1804 stieg er zum Mitglied des Geheimen Rats des Herzogtums Berg auf. Im gleichen Jahr begann er, ein Fürsprecher des Freihandels, sein Land bei den Verhandlungen zum Rheinoctroi zu vertreten. 1805 wurde er Kommissar der „Landeshandlungsbehörde“, der Vorläuferin einer Handelskammer. Als 1806 das Großherzogtum Berg entstand, wurde er Staatsrat in dessen Regierung. Unter Joachim Murat, Jean Antoine Michel Agar und Jacques Claude Beugnot übernahm er die Verantwortung für den Straßen- und Wasserbau des Großherzogtums. Die von Jacobi über diese Zeiten geführte Baukommission hatte die Aufgabe, die Umgestaltung der im Ersten Koalitionskrieg demolierten Befestigungsanlagen sowie die Stadterweiterung und Verschönerung Düsseldorfs planerisch zu steuern.[4] Düsseldorf mit seinen Umgebungen nach geschleiften Festungswerken, Planzeichnung zur Umgestaltung Düsseldorfs aus dem Jahr 1809 Zur Überplanung Düsseldorfs ließ Jacobi den Architekten Adolph von Vagedes, der 1806 aus Münster gekommen war, und den Landschaftsgärtner Maximilian Friedrich Weyhe, den er bereits 1804 als Hofgärtner nach Düsseldorf geholt hatte, Pläne entwickeln, die das Gesicht der Stadt durch klassizistische Bauten, Straßen- und Platzanlagen sowie durch Gärten im Stil des Englischen Landschaftsgartens nachhaltig veränderten. Das bedeutendste Projekt war die Wiederherstellung und Erweiterung des Alten Hofgartens zu einem Volksgarten sowie die Herstellung eines Rings von Grünanlagen und Esplanaden, die im Norden und im Süden der Stadt jeweils bis an den Rhein reichen sollten. Zentrale Projektbestandteile waren dabei Gewässer wie der Sicherheitshafen, die Teiche an der Landskrone, der Stadtgraben, der Cameralweiher und der Spee’sche Graben, gärtnerisch modellierte Anschüttungen wie der Napoleonsberg und der Ananasberg sowie neue Straßenzüge, etwa der Boulevard Napoleon und die Kaiserstraße. Eingebettet in die Planungen waren szenisch angelegte Bauten, beispielsweise das Ratinger Tor und die Goldene Brücke. Einzug Napoleons am 2. November 1811 in Düsseldorf, Lithografie von Johann Petersen, 1811 Unterstützung erfuhren Jacobis Konzepte durch Kaiser Napoleon Bonaparte, seit 1809 Regent für den minderjährigen Kaiser-Neffen und bergischen Großherzog Napoléon Louis Bonaparte. Um den Kaiser bei einem geplanten Staatsbesuch im November 1811 gebührend zu empfangen, beauftragte Jacobi seinen Architekten Vagedes mit der Errichtung eines „dem göttlichen Napoleon, dem großen Kaiser und König, dem unüberwindlichen Besieger und Beschützer der Völker“ gewidmeten hölzernen Triumphbogens.[5] Während des Besuchs wurden dem Kaiser auch die Pläne der von Jacobi geleiteten Kommission vorgestellt. Zurückgekehrt nach Paris verfügte Napoleon am 17. Dezember 1811 in einem „Verschönerungsdekret“ finanzielle Mittel aus Grundsteuereinnahmen des Großherzogtums, die zur Realisierung eines Maßnahmenbündels zum Ausbau der bergischen Hauptstadt Düsseldorf zu verwenden waren. Zu den Maßnahmen zählten die Errichtung einer Universität im Düsseldorfer Schloss, die Erweiterung des Alten Hofgartens durch einen Neuen Hofgarten und die Anlage eines Sicherheitshafens am Rhein. Bereits in einer 1803 veröffentlichten Schrift zur Rheinschifffahrt hatte Jacobi die Bedeutung des Stroms als Handelsweg betont. Jacobis Ideen zur Gründung einer Universität in Düsseldorf ließ sich der Kaiser im Anschluss durch ein ausführliches Gutachten darlegen. Hierzu weilte Jacobi im Sommer 1812 in Paris.[6] Folgerichtig wurde er im März 1816 bei der neu gegründeten Zentralkommission für die Rheinschifffahrt zum „Commissär“ für Preußen ernannt.[7] Etliche planerische Arbeiten, die durch den Untergang des Großherzogtums im Zuge der Befreiungskriege zum Erliegen gekommen waren, konnte Jacobi nach der Franzosenzeit im Generalgouvernement Berg unter Justus Gruner sowie in der königlich preußischen Regierung in Düsseldorf unter Philipp von Pestel fortsetzen. Dort wurde er 1816 zum Geheimen Regierungsrat ernannt. 1841 schied er aus dem Dienst aus. In dem Jahr seines Ausscheidens aus dem Berufsleben griff Jacobi, ein Anhänger der Erweckungsbewegung und ein Liebhaber von Liedern Klopstocks, Cramers, Gellerts, Münters und Lavaters, in einen hymnologischen Streit um das Bergische Gesangbuch von 1808 ein, dessen Reformbedarf der evangelisch-lutherische Pfarrer und Kirchenlieddichter Ewald Rudolf Stier in einer scharfen „Anklage“ vorgetragen hatte, und verteidigte in einer 1841 veröffentlichten Schrift die alte Fassung des Gesangbuchs.[8] Jacobi starb im Alter von fast 77 Jahren auf seinem Pempelforter Gut. Seine Grabstätte findet sich auf dem Nordfriedhof Düsseldorf. | JACOBI, Georg Arnold (I25231)
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| 3518 | Jacobi war ein Sohn von Andreas Ludolf Jacobi (1746–1825) und dessen zweiten Ehefrau Wilhelmine Thaer, einer Schwester von Albrecht Thaer. Er wuchs in Celle und Hannover auf. Ab 1808 studierte er an der Universität Göttingen Rechtswissenschaften[3] und war dort Mitstifter und Mitglied im Corps Hannovera.[4] Seine Studien setzte er 1809 nach der Göttinger Gendarmen-Affäre in Heidelberg fort und gehörte hier zum Kreis der Stifter des Corps Hannovera Heidelberg. Nach Beendigung seines Studiums wurde er 1811 Anwalt, zunächst in Celle, dann in Hannover. In den Befreiungskriegen entdeckte er seine Vorliebe für das Militär und trat am 13. April 1813 als Sergeant in das Leichte Bataillon „Lüneburg“ der Hannoverschen Armee ein. Nach dreiwöchiger Dienstzeit wurde er, ohne jemals Fähnrich gewesen zu sein, zum Leutnant befördert. Bereits fünf Wochen später übernahm er das Kommando über eine Kompanie und noch einen Monat später, am 27. Juli 1813, war er Kapitän[5]. Er nahm an den Schlachten von Quatre-Bras und Waterloo teil. Dabei wurde seine Kompanie das Opfer eines französischen Kavallerieangriffes. Die Kompanie wurde kurz nach 14.00 Uhr von ihrer Stellung, ca. 600 Meter nordwestlich von La Haye Sainte, aus in den Obstgarten des Hofes geschickt, während die anderen Kompanien um das Haus herum verteilt waren, um gegen die französischen Plänkler zu kämpfen. Bei einem unerwarteten Kavallerieangriff gelang es, durch die Verteilung der einzelnen Kompanien bedingt, nicht mehr, ein Karree zu formieren. Die Männer wurden einzeln und ohne eine Chance sich zu wehren niedergemacht. 20 wurden getötet, 37 verwundet. Damit hatte das Bataillon mehr als ein Drittel seiner ursprünglichen Stärke eingebüßt; als Einheit existierte es nicht mehr.[6] Für seinen Einsatz in den beiden Schlachten erhielt Jacobi nach dem Krieg den Guelfenorden. Nach dem Krieg gehörte Jacobi bis 1850 dem Generalstab an und wirkte von 1839 bis 1848 als außerordentliches Mitglied des Hannoverschen Staatsrats. Als Leiter der Generaladjutantur gewann er direkten Kontakt zu König Ernst August und wurde 1850 als Generalmajor Kriegsminister des Königreichs. Nach dem Tod von König Ernst August (1851) trat er wegen divergierender Auffassungen mit dessen Nachfolger König Georg V. zurück, wurde Mitglied des Hannoverschen Staatsrats, von 1852 bis 1855 berufenes Mitglied von 1856 bis 1866 erneut außerordentliches Mitglied des Hannoverschen Staatsrats. Ab 1854 war er zudem Bundestagsgesandter für das Königreich Hannover bei der deutschen Bundesversammlung des Deutschen Bundes in Frankfurt am Main. Ende Mai 1854 trat Jacobi mit der Ernennung zum Kommandeur der 2. Infanterie-Division in den Truppendienst zurück, avancierte ein Jahr später zum Generalleutnant und erhielt am 18. Mai 1859 das Kommando über die 1. Infanterie-Division. In dieser Eigenschaft stieg er am 3. Dezember 1860 zum General der Infanterie auf. 1862 trat er in den Ruhestand und wurde am 17. Mai 1866 in den erblichen Adelsstand erhoben. Den Aufmarsch der Hannoverschen Truppen zur Schlacht bei Langensalza kommentierte er als Freund und Kenner Preußens vorausschauend mit „Finis Hannoverae“. Der hannoversche Generalstabsoffizier Bernhard von Jacobi war einer seiner Söhne. | VON JACOBI, Karl (I49867)
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| 3519 | Jakob entstammte dem Geschlecht Châtenois, welche die Herzöge von Lothringen stellten. Seine Eltern waren Friedrich II., Herzog von Lothringen und Agnes von Bar, eine Tochter von Theobald I., Graf von Bar.[1] Jakob wurde Primicerius der Domkapitel von Metz und Verdun, war Archidiakon von Toul und Trier sowie von 1230 bis 1237 Dompropst von Sankt Lambert in Lüttich. Er wurde im Januar 1239 vom Metzer Domkapitel zum Bischof gewählt und empfing am 20. März 1239 die Bischofsweihe. Jakob war um die Sicherung und den Ausbau des bischöflichen Besitzes bemüht, den er durch die Anlage und Erweiterung der Befestigungen in Épinal, Saarburg und Rambervillers zu verteidigen suchte. Er gründete ein Stift in Vic-sur-Seille, sowie Stiftskirchen in Saarburg und Homburg und förderte die Orden, besonders die Bettelorden. Im Streit zwischen dem staufischen Kaiser Friedrich II. und dem Papst unterstützte er die Gegenkönige Heinrich Raspe und Wilhelm von Holland. Jakob wurde nach seinem Tod in der Nikolauskapelle der Kathedrale von Metz bestattet. | (LOTHRINGEN), Jakob (I52182)
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| 3520 | Jakob Fugger (* 1398 in Augsburg; † 23. März[1] 1469 in Augsburg; später genannt Jakob Fugger der Ältere) war Webermeister, Ratsherr und Kaufmann. Als solcher ist er der Stammvater des Geschlechts der Fugger von der Lilie. Er war der Vater Jakob Fuggers des Reichen. Sein Vater war Hans Fugger († 1408/09), der im Jahre 1367 als Landweber aus Graben in die freie Stadt Augsburg gekommen war. Hans Fugger konnte, durch einigen Fleiß, viel Glück und vor allem zwei sehr vorteilhafte Vermählungen (1. Clara Widolf, 2. Elisabeth Gfattermann[2]), seiner Familie bei seinem Tod im Jahre 1408 ein nicht unerhebliches Vermögen hinterlassen. Die Witwe Elisabeth Fugger-Gfattermann († 1436) führte die Weberei und den Textilhandel bis zu ihrem Tod im Jahre 1436 weiter. Ihre Söhne Andreas und Jakob ließ sie als Lehrlinge das Goldschmiedehandwerk erlernen und selbst brachte sie ihnen das Weberhandwerk und den Tuchhandel bei. Gemeinsam bauten die drei Familienmitglieder ein gutgehendes, aber noch mittelmäßiges Handelsunternehmen auf und brachten es in den ersten drei Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts zu einem ansehnlichen Vermögen. Nach dem Tod der Mutter übernahm Andreas die Leitung der Firma und erst 1454 erfolgte die Trennung des Unternehmens. Jakob Fugger nahm seinen Geschäftsanteil aus der Firma und wirtschaftete auf eigene Rechnung weiter. Überaus erfolgreich, wie sich zeigte, denn bereits acht Jahre vor seinem Tode zählte Jakob Fugger d. Ä. zu den zwölf reichsten Augsburger Bürgern. Jakob Fugger heiratete am 13. April 1441 Barbara Bäsinger, die Tochter des Münzmeisters Franz Bäsinger. Nach dem Tod ihres Gatten führten zunächst Barbara Fugger und danach die Söhne die väterliche Firma weiter und machten sie zu einem der größten und reichsten Handelshäuser Europas. | FUGGER, Jakob ´der Ältere` (I46315)
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| 3521 | Jakob Hirsch, der älteste Sohn von Moses Hirsch, stammte aus dem Würzburger Landjudentum und war neben Aron Elias Seligmann wohl der bedeutendste bayerische Hoffaktor. Jakob Hirsch eröffnete im Jahr 1800 in Ansbach seine erste Bank. Von 1806 bis 1815 war er Hofbankier von Ferdinand III., dem Großherzog von Würzburg. Jakob Hirsch, der erste Jude, dessen Familie sich seit dem 16. Jahrhundert in Würzburg ansiedeln durfte, kaufte nach der Säkularisation den Ebracher Hof (benannt nach Kloster Ebrach, das ihn 1219 erworben hatte)[1] und gründete dort eine bis in die 1860er Jahre bestehende Privatbank. Am 13. August 1818 wurde Jakob von Hirsch von König Maximilian I. von Bayern mit dem Prädikat „auf Gereuth“ als erster bayerischer Jude in den erblichen Adelsstand[2] erhoben. Jakob von Hirsch war direkt von den Hep-Hep-Krawallen betroffen. Beim Versuch, sein Haus zu stürmen, erschoss ein Stadtpolizist den judenfeindlichen Würzburger Kaufmann Josef Konrad. 1821 holte ihn der König als Hoffaktor an den Münchner Hof. Am 1. Februar 1824 wurde Hirsch zum Hofbankier ernannt. Schlossherr Jakob von Hirsch war Begründer des Geschlechts derer von Hirsch. 1815 erwarb er mit der Gutsherrschaft Gereuth das ehemals fürstbischöfliche Schloss Gereuth in Unterfranken und 1824 die Hofmark Planegg wenige Kilometer südwestlich von München. Zwischenzeitlich war er auch Besitzer der jetzigen Burgruine Runding. Zusammen mit seiner Ehefrau Johanna Öttinger hatte er elf Söhne und sieben Töchter. Jakobs Nachfolger in der Linie von Hirsch auf Gereuth wurde sein erstgeborener Sohn Julius Jakob Joel von Hirsch (1789–1876), der persönlich streng religiös lebende Rübenzuckerfabrikant (ab 1836 auf seinem Gut in Rottendorf), Brauereibesitzer, Holzgroßhändler (von 1830 bis 1848) sowie ebenfalls Bankier[3] und wohl bedeutendste Würzburger Unternehmer und Bankier in der Mitte des 19. Jahrhunderts[4] wurde. Die Besitzungen in Planegg und Krailling hinterließ er seinem zweiten Sohn Josef (1805–1885). Brauereibesitzer Zu den Besitzungen in Planegg, die von Hirsch übernommen hatte, gehörte eine Brauerei aus dem 16. Jahrhundert. Um mit verbesserten Methoden zu produzieren, ließ er die Braustätte neu erbauen; hier wurde unter anderem das St.-Hubertus-Bier gebraut. Familie Jakob von Hirsch war der Sohn des Händlers und Gütermaklers Moses Hirsch (ca. 1740–1811). Verheiratet war Jakob von Hirsch mit Johanna Oettinger (ca. 1765–1833). Zusammen hatten sie u. a. folgende Kinder: Joel Jakob Julius von Hirsch auf Gereuth (1789–1876), Unternehmer und Bankier in Würzburg; Sarah von Hirsch auf Gereuth (ca. 1804–1845), verheiratet mit Joseph Wolf von Kaulla (1805–1876), Bankier in Stuttgart und München, Besitzer des Ritterguts Illereichen; Joseph Jacob Freiherr von Hirsch auf Gereuth (1805–1885), Hofbankier des bayerischen Königs, Mitgründer der Kunstdüngerfabrik Süd-Chemie. | VON HIRSCH, Jakob (I55686)
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| 3522 | Jakob I Schlapprizi (keine Lebensdaten oder Ämter bekannt, 1541 wird er im Steuerbuch nicht mehr genannt) heiratet 1539 die Magdalena Haag (sie verstirbt am 13.01.1571), Tochter des Rudolf und der Magdalena Wirth. Die Bezeichnungen Jacob I / II / III sowie Christof I / II entstammen der Dissertation "Bevölkerung und Vermögensstruktur der Stadt Sankt Gallen im 16. und 17. Jahrhundert (Auswertung der Steuerbücher) von Hans-Peter Höhener (Zürich 1974). Zu "Jacob IV" ist die Quellenlage nicht eindeutig (derzeit Gegenstand weiterer Forschung). Die genannten Jacob und Christof sowie Hans Konrad (1581-1613) und Daniel (1599-1642) werden von Höhener ausführlich behandelt. Die Zahlen in Klammern nach dem Vornamen sind die Nummern der Stemmatologia Sangallensis. Felicitas ist in der Graphik aufgeführt, da sie einen Schlapprizi geheiratet hat. Die Graphik enthält alle Haushaltsvorstände bis in die 6. Generation. Junker Jakob II (1540-1594) besitzt das Schlösschen Wicken am Rorschacherberg samt der Fischenz im See. Bis Christoph "zur Kugel" (1702) bleibt es in den Händen der Nachkommen, die bis 1750 als Mitglieder (6 davon Pursner) der Notensteiner Gesellschaft angehören. Sein Sohn Christoph I (1576-1639) ist Ratsherr 1617-1639, Steuermeister 1618-1623, Seckelmeister 1623-1639, und sein Enkel Jakob IV (1600-1674) Seckelmeister 1660-1665, Stadtkassier 1665-1674. Laut Steuerbüchern wohnt die Familie über Generationen in der "Spisergass uf". Anna Stauder (1541-1617) erbaut 1611 als Witwe des Jacob II (1540-1594) das "Haus zur Hechel" als "Sommerhaus" direkt vor den Toren der Stadt beim Spisertor. Es verbleibt bis 1734 im Besitz der Familie. Später wird es "Kleinburg" genannt. Es liegt heute direkt neben der "Kantonsschule am Burggraben": 1960 wird es renoviert und dient als "Kantiheim" den Schülern als Mensa. Der letzte männliche Spross der Linie, Dr. med. Antoni Schlapprizi (*30.03.1704), heiratet nach Amsterdam | SCHLAPRITZER \ SCHLAPPRITZI, Jakob I. (I12511)
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| 3523 | Jakob I. von Baden war der erstgeborene Sohn von Markgraf Bernhard I. von Baden und Anna von Oettingen. Der Vater war sehr religiös und als Kirchenstifter bekannt, daher genossen seine Kinder auch eine streng religiöse Erziehung. Er stiftete das Kloster Fremersberg und verhalf der Stiftskirche Baden-Baden zu einer höheren Bedeutung. Jakob I. war das Gegenteil seines Vaters, Enea Silvio de Piccolomini charakterisierte ihn so: "Wegen seiner Gerechtigkeit und Klugheit unter den Deutschen berühmt". | (BADEN), Jakob I. (I54312)
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| 3524 | Jakob Ludwig Salomon war der Sohn des Berliner Bankiers Jehuda Levin Salomon (1738–83) und dessen Ehefrau Bella Itzig (1749–1824), eine Tochter des preußischen Hoffaktors Daniel Itzig und der Mirjam Wulff (1727–1788). Seine Schwester Lea Mendelssohn Bartholdy war die Mutter der Komponistin Fanny Mendelssohn Hensel, des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, der Sängerin Rebecka Mendelssohn Dirichlet und des Bankiers Paul Mendelssohn Bartholdy. Er studierte ab 1796 Rechtswissenschaften in Halle, Erlangen und Königsberg, worauf er sich anschließend allgemeineren Studien widmete. Seit 1801 hielt er sich mehrere Jahre in Paris auf, bereiste dann Italien und gemeinsam mit dem Archäologen Georg Christian Gropius Griechenland, seine Eindrücke schilderte er in seinem Buch Bruchstücke zur nähern Kenntnis des heutigen Griechenland (Berlin 1805). 1805 wurde er in Dresden Protestant und nahm – wie vorher schon seine verwitwete Mutter – an Stelle des ursprünglichen Namens Salomon (der nun zu seinem dritten Vornamen wurde) den Familiennamen Bartholdy an. Im fünften Koalitionskrieg gegen Napoleon kämpfte Bartholdy 1809 auf Seiten Österreichs als Oberleutnant in der Wiener Landwehr. Über diese Zeit berichtet er in seiner Schrift Der Krieg der Tiroler Landleute im Jahr 1809 (Berlin 1814). 1813 wurde Bartholdy in der Kanzlei des Staatskanzlers von Hardenberg angestellt, begleitete ihn 1814 nach Paris, 1815 nach London und zum Wiener Kongress. Unterwegs machte er die Bekanntschaft des Kardinals Ercole Consalvi, mit dem er in Verbindung blieb und dessen Biographie er schrieb (Stuttgart 1824). 1815 wurde er preußischer Generalkonsul in Rom. 1818 wohnte er dem Aachener Kongress bei und wurde als Geheimer Legationsrat zusätzlich Geschäftsträger am toskanischen Hof in Florenz. 1825 pensioniert, starb er am 27. Juli desselben Jahres in Rom und wurde auf dem Protestantischen Friedhof bei der Cestius-Pyramide beigesetzt. Bartholdy wurde vor allem als Kunstkenner bekannt. 1815 ließ er einen Raum des von ihm angemieteten Palazzo Zuccari mit Fresken von Peter von Cornelius, Friedrich Overbeck, Wilhelm von Schadow und Philipp Veit zur Josephsgeschichte schmücken. Die Fresken der „Casa Bartholdy“, die 1867 von der Familie Zuccari an die Alte Nationalgalerie in Berlin verkauft wurden, gelten als ein Hauptwerk der Nazarenischen Kunst. 1904 erwarb die Mäzenin Henriette Hertz den Palast; heute befindet sich hier die Bibliotheca Hertziana. Salomon Bartholdys wertvolle Sammlung von etrurischen Vasen, Bronzen, Elfenbein- und Majolikabildern etc. wurde für das Alte Museum in Berlin erworben. Titelblatt Literatur Jakob Ludwig Salomon Bartholdy: Bruchstücke zur nähern Kenntniss des heutigen Griechenlands, gesammelt auf einer Reise … im Jahre 1803–1804. Erster Theil. Mit neun illum. Kupfern (von Gropius) mit Vignetten und Musikbeilagen. Berlin, 1805. (als Digitalisat) Hans Haussherr: Bartholdy, Jakob Ludwig Salomo. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 609 (deutsche-biographie.de). Susanne Netzer: Fortuna et veritas. Jacob Ludwig Salomon Bartholdy; in: Mendelssohn-Studien 15 (2007), S. 147–198. Sebastian Panwitz / Claudia Sedlarz / Susanne Netzer: Unpublizierte Briefe Jacob Salomon Bartholdys an Rahel Levin Robert Varnhagen; in: Mendelssohn-Studien 21 (2019), S. 117–141. Claudia Sedlarz / Susanne Netzer / Sebastian Panwitz: Briefe Jacob Ludwig Salomon Bartholdys an Clemens Brentano; in: Mendelssohn-Studien 18 (2013), S. 153–169. Emil Julius Hugo Steffenhagen: Bartholdy, Ludwig Salomon. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 107. | SALOMON BARTHOLDY, Jakob Ludwig (I60936)
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| 3525 | Jakob Omphal, lat. Iacobus Omphalius Andernacus (* 11. Februar 1500 in Andernach; † 25. Oktober 1567 in Wiesdorf) war ein deutscher Jurist und kurkölnischer Kanzler. Jakob Omphal kam am 11. Februar 1500 als Sohn des Bernd von Omphal und der Hermine von Büren in kurkölnischen Andernach zur Welt. Die Familie des Vaters gehörte zum Patriziat in Andernach. „Omphalius“ als gräko-latinisierte Namensform wurde erst durch Jakob Omphal selbst verwendet, ein Zeichen seiner Zeit und seiner humanistische Bildung; der deutsche Familienname ist nicht bekannt, von der griechischen Wortbedeutung (ὀμφαλός - omphalós) her könnte es „Nabel“, „Nabe“ oder „Nave“ gewesen sein. In den Aufzeichnungen der Stadt aus dem 14. und 15. Jahrhundert wird der Name „Speychnaven“ und „Speychennaefe“ mehrfach erwähnt. Omphal besuchte die Andernacher Lateinschule, studierte an den Universitäten in Köln und Utrecht Jurisprudenz und setzte seine Studien wahrscheinlich in Löwen fort. 1529 und 1530 promovierte er an der Universität Sorbonne in Paris zum Magister des Jurisprudenz. Im Jahre 1532 vertrat er als Prokurator die Deutsche Nation in Paris und hatte einen regen Briefwechsel zu den Humanisten jener Zeit wie Erasmus von Rotterdam, Joseph Justus Scaliger, Bonifacius Amerbach oder Ulrich Zasius. Drei Jahre später promovierte er in Toulouse. Nach insgesamt sieben Jahren in Frankreich kehrte er 1537 nach Deutschland zurück, um für Kurköln eine Assessorenstelle am Reichskammergericht in Speyer anzutreten, wo er den späteren Reichsvizekanzler Georg Sigmund Seld kennenlernte. Am 8. Februar 1539 heiratete Jakob Omphal Elisabeth von Bellinghausen in Köln, deren Vater Kölner Stadtsyndikus war und mit der er sechs überlebende Kinder hat. Bereits im nächsten Jahr wurde er mit Hilfe seines Schwiegervaters in den Hofrat von Kurköln aufgenommen. In dieser Zeit trat er in enge Verbindung mit Hermann Graf von Wied, der gleichzeitig Kurfürst und Erzbischof von Köln war und 1543 reformatorische Neuerungen im Erzbistum Köln erfolglos einführte. Jakob Omphal vertrat Kurköln deshalb auf dem Reichstag 1544 und später seinen Kurfürsten und Erzbischof, als dieser 1546 exkommuniziert und 1547 von Karl V. zur Abdankung gezwungen wurde. Die Doktorsburg im 19. Jahrhundert Jakob Omphal war mittlerweile 1545 kurkölnischer Kanzler geworden und trat 1551 in die Dienste des Herzogs Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg. Als dessen Rat nahm er an den Reichs- und Deputationstagen 1556 und 1557/58 teil. Seit 1500 war das Heilige Römische Reich in ursprünglich sechs Reichskreise eingeteilt, später kamen vier weitere dazu, darunter auf Veranlassung seines Herzogs 1559 der Reichskreis Niederrhein-Westfalen, für das Jakob Omphal das Amt des Syndikus innehatte und darum noch im demselben Jahr geadelt (Nobilitierung in den Reichsadel) werden musste, um Etiketten- und Zeremonienstreitigkeiten wegen seiner Person zu vermeiden. Nach einem Reitunfall im Jahre 1562 zog sich Jakob von Omphal von der Politik nach Haus Büchel in Wiesdorf zurück, das er sich 1540 als Landgut erworben hatte. Dort starb er im Alter von 67 Jahren am 25. Oktober 1567 und wurde in der Wiesdorfer Kirche beigesetzt. Das Anwesen, das nach ihm Doktorsburg genannt wird, blieb über hundert Jahre im Besitz seiner Familie, das Herrenhaus besteht nach Neuaufbau 1682 durch Freiherrn von Merode, Komtur des Deutschen Ordens, heute noch. 1910 ging es an die Gemeinde Wiesdorf. Eine Portraitmedaille von Jakob von Omphal ist im Kölnischen Stadtmuseum zu finden. | VON OMPHAL, Katharina Sibylle (I45653)
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| 3526 | Jakob war das einzige überlebende Kind König Peters II. des Katholischen und der Maria von Montpellier. Er wurde am 1. Februar 1208 im Tornamirapalast in Montpellier geboren und noch am selben Tag in der Kathedrale Sainte-Marie des Tables (heute Notre-Dame des Tables) getauft.[1] Zum Zeitpunkt seiner Geburt lebten seine Eltern bereits getrennt und führten einen Ehekrieg, in dem Peter II. vergeblich die Scheidung von Maria zu erwirken suchte. Sein Vater hatte im Februar 1210 seine Verlobung mit Aurembiaix arrangiert, der Erbin der Grafschaft Urgell, einer der letzten großen katalanischen Grafschaften die sich nicht im Besitz des Hauses Barcelona befanden. Nur ein Jahr später änderte Peter II. seine Pläne und verlobte im Januar 1211 auf dem Konzil von Narbonne-Montpellier seinen Sohn mit Amicia de Montfort, der Tochter des Anführers des Albigenserkreuzzugs, Simon de Montfort, mit dem Peter II. einen politischen Ausgleich vereinbart hatte, nachdem Montfort Lehnsgebiete der Krone Aragóns usurpiert hatte. Dazu wurde Jakob als Vertrauensbeweis in die Montfort’sche Familie überstellt, in der er nun von seiner Schwiegermutter in spe Alix de Montmorency aufgezogen wurde. Das Vertrauen hatte sich allerdings nicht als gerechtfertigt erwiesen, nachdem es zwischen Peter II. und Simon de Montfort ob der Expansionspolitik des letzteren 1213 doch zum Bruch gekommen war, der eine gegenseitige Kriegserklärung nach sich zog. Nachdem bereits im Frühjahr 1213 Maria von Montpellier in Rom gestorben war, wurde am 12. September Peter II. in der Schlacht bei Muret von den Kreuzrittern Simons de Montfort getötet und Jakob somit zum Vollwaisen gemacht. | VON ARAGÓN, Jakob I. (I39081)
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| 3527 | Jakob Wortmann (* 31. Januar 1732 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal); † 18. März 1802 ebenda) war Bürgermeister in Elberfeld. Wortmann wurde als Sohn des Kaufmanns und Ratsmitglied Wilhelm Wortmann (1681–1754) und dessen dritter Ehefrau Anna Maria Siebel (1701–1776), der Tochter des Anton Siebel, geboren. Er selbst heiratete am 14. Oktober 1762 Anna Philippina vom Scheidt (1730–1797), mit der er einen Sohn hatte. Dieser war Peter Jakob Wortmann und 1803 ebenfalls Bürgermeister in Elberfeld gewesen. Wortmann war ebenfalls Kaufmann und 1765 erstmals Ratsmitglied. Im Jahr darauf nochmal und dann wieder von 1769 bis 1771. Im Jahr 1772 wurde er zum ersten und einzigen Mal zum Bürgermeister vorgeschlagen und auch gewählt. Nach der einjährigen Amtszeit wurde er 1773 Stadtrichter. Seit dem 11. Juli 1793 war er Schöffe am Stadtgericht und ab 1774 wieder, diesmal bis 1778, im Rat der Stadt. | WORTMANN, Jakob (I44683)
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| 3532 | Jeanne Ann Randoll (* 1960) ist Tochter von Edward Hubert Randoll (1931 – 2014) und der Florita Ann Santel (1932 – 2020) aus dem Amerikanischen Randoll-Zweig schrieb ein Buch: Jeanne Ann Randoll OUR OKAWVILLE HERITAGE Dr. Jakob Randoll bebildert, 60 Seiten, April 2009 (rev. 2014) Schrift über die Auswanderer-Familie des Johann Georg Randoll (*1797) und der Anna Maria Karch (1796 – 1877), die von Weinheim nach Okawville, Illinois, USA auswandern und ihre Nachfahren | RANDOLL, Johann Georg (I316)
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| 3533 | Jerusalem war 1099 im Zuge des ersten Kreuzzuges erobert worden. Die Familie ihres Vaters kam ursprünglich aus Rethel, Frankreich. Ihr Vater war ein Kreuzritter und der König des Kreuzritterstaates Edessa. Dort heiratete er aus diplomatischen Gründen Morphia, die Tochter des armenischen Prinzen Gabriel von Melitene. Eine solche Allianz konnte die Region stabilisieren und legitimieren.[1][2] Melisende wuchs in Edessa auf bis sie 13 war, als ihr Vater zum König von Jerusalem gewählt wurde, als Nachfolger seines Cousins Balduin I. Als Balduin II. zum König gewählt wurde hatte er bereits drei Töchter.[1] Sie wurde 1128 von ihrem Vater zur Thronfolgerin ernannt. 1129 heiratete sie – auf sein Arrangement hin – Fulko V. von Anjou. Vor dem Tod ihres Vaters 1131 wurde Melisende zur Mitregentin gekrönt. Mit seinem Tod wurde sie gemeinsam mit Fulko Regentin. Melisende und Fulko hatten zwei Söhne, die späteren Könige Balduin III. und Amalrich I. Ansonsten aber wurde Melisende von ihrem Ehemann ignoriert. Melisende als älteste Tochter, danach Alice und Hodierna. Als neuem König wurde Balduin nahegelegt, dass er sich eine neue Frau suchen sollte, die ihm einen männlichen Nachkommen gebärt. Der armenische Geschichtsschreiber Mathias von Edessa schreibt, dass sich Balduin weigerte, weil er seiner Frau hingegeben war. Als Zeichen seiner Liebe hat Balduin II. auch seine Krönung auf den 25. Dezember 1119 verschoben, damit Morphia und seine Töchter bei der Krönung in Jerusalem dabei sein konnten. Morphia selbst mischte sich nicht in die Tagespolitik Jerusalems ein, aber konnte sich in bestimmte Situation als Strategin heraustuen. So zum Beispiel, als ihr Mann 1123 gefangen genommen wurde und Morphia eine Gruppe armenischer Söldner anheuerte, um herauszufinden, wo ihr Mann festgehalten wurde. Und im folgenden Jahr 1124 hat sie eine führende Rolle bei den Verhandlungen um seine Freilassung übernommen. Unter anderem bedeutete dies, dass sie nach Syrien reiste und ihre jüngste Tochter als Gefangene im Austausch gegen Baldwin II. anbot.[1] Als älteste Tochter wuchs Melisende als maßgebliche Erbin auf. Die Lebenserwartung fränkischer Frauen war damals in den Kreuzfahrerstaaten größer als bei den Männern. Unter anderem war dies dadurch geschuldet, dass sich diese Region eigentlich konstant in Krieg verwickelt sah. Wenn Frauen Land erbten oder in einer Machtposition wiederfanden, lag das meistens daran, dass die Männer im Kampf gestorben waren. Dadurch gab es in dem Zeitalter einige Frauen, die an der Macht waren, zum Beispiel Urraca von Kastilien (1080–1129) und Eleonore von Aquitanien (1122–1204). Während der Herrschaft ihres Vaters war sie die Tochter des Königs und Erbin des Königreichs Jerusalem. Somit hatte sie Vorrang vor anderen hochrangigen Adligen und Kirchenträgern in Zeremonien. Immer mehr wurde sie in die Politik ihres Vaters miteinbezogen. Auf Dokumenten, bei der Prägung von Geld, bei der Lehensvergabe und bei diplomatischen Angelegenheiten. So wurde sie zu einer fähigen Herrscherin erzogen, die außerdem dadurch auch von dem Haute Cour eine Art königliches Gremium, bestehend aus Adligen und Kirchenträgern, unterstützt wurde.[1][2] Nichtsdestotrotz dachte Balduin II., er müsse Melisende an einen mächtigen Verbündeten verheiraten, der Melisende und ihr Erbe beschützen würde. Außerdem mussten zukünftige Erben geboren werden. Deshalb schrieb Balduin an König Ludwig VI. von Frankreich, damit dieser einen fränkischen Vasallen für seine Tochter vorschlagen konnte. Die Franzosen waren wichtige Alliierte für die Kreuzfahrerstaaten, denn diese brachten weitere Ritter ins Land. Louis VI. suchte Fulko V., Graf von Anjou und Main, ein reicher Kreuzfahrer der immer mehr auch eine Gefahr für Ludwig VI. wurde. Der Sohn von Fulko Geoffrey aus erster Ehe war mit Königin Matilda verheiratet. Matilda wurde von Henry I. von England auserkoren um die nächste Regentin zu werden. Das machte Fulko zu dem potenziellen Großvater eines englischen Thronfolgers und somit zu einer extrem guten Partie. Bei den Verhandlungen bestand Fulko darauf der alleinige Nachfolger und König Jerusalems zu werden. Balduin hatte einige Bedenken. Er sorge sich, dass Fulko V. nach seinem Tod Melisende verstoßen würde und seinen eigenen Sohn aus erster Ehe zum Erben Jerusalems machen würde. Als Melisende einen Jungen im Jahr 1130 gebar, unternahm Balduin einiges um sicherzustellen, dass seine Tochter nach ihm Königin von Jerusalem wurde. Er hielt eine Krönungszeremonie ab bei der er das Königtum Jerusalems gemeinsam zwischen seiner Tochter, seinem Enkel und Fulko V. teilte. Außerdem beschloss er, dass Melisende der einzige Vormund ihres Sohnes werden sollte. Als Balduin II. im Jahr 1131 starb, bestiegen Melisende und Fulko den Thron gemeinsam. Fulko gelang es aber, mithilfe von Verbündeten schaffte er es Melisende weitergehend von Regierungsgeschäften fernzuhalten. Fulko V. erklärte Melisendes Erbrechte öffentlich für null und nichtig. Balduins Anstrengungen genau dies zu verhindern hatten offenkundig nichts gebracht. Das irritierte auch den Haute Cour, dessen Macht auch massiv beschnitten wurde durch Fulkos autokratische Art zu regieren.[1] | VON JERUSALEM, Melisende (I40602)
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| 3534 | Johann (Hans) II. war ein Sohn von Johann I. und dessen Gemahlin Agnes von Werd. Er war verheiratet mit Verena (Varenne) von Neufchatel-Blamont. Den Tod seines Vaters konnte er nicht verschmerzen, so versuchte er den Bürgermeister Rudolf Brun und seine Anhänger zu vernichten. Doch es misslang gründlich, vermutlich aufgrund Ausspähung, und er wurde gefangen genommen. Zwei Jahre lang wurde er in Wellenbergturm bei Zürich gefangengehalten, seine Brüder Rudolf IV. und Gottfried II. konnten ihm nicht helfen, ihnen fehlten alle Mittel. Die Zürcher zerstörten ihm die Burgen Alt-Rapperswil und Neu-Rapperswil und verheerten die March. Da Rapperswil österreichisches Lehen war, kam es zwischen Zürich und König Albrecht zum Krieg. Zürich, das dem Bund der Eidgenossen beigetreten war, wurde belagert, doch 1352 schloss man ein Friedensabkommen, bei dem Graf Hans II. freikam. Während seiner Gefangenschaft soll er der (erstmals bei Etterlin bezeugten) Überlieferung nach das Lied vom Blauen Blümelein[1] ersonnen haben, er gilt daher auch als Minnesänger. Ich weiß mir ein Blümli blawe von himmelklarem Schin; Es stat in grüner Awe, Es heißt: Vergiß nit min. Ich konnt es nirgend finden, War mir verschwunden gar, Vor Rifen und kalten Winden Ist es nimmer da. Aegidius Tschudis Erzählung über den Grafen und dessen Lied hat den jungen Goethe zu seinem Lied des gefangenen Grafen inspiriert. Erbteilung Nach allen diesen Fehden waren die drei Brüder finanziell am Ende, so dass sie am 31. Dezember 1353 eine Erbteilung beschlossen, Rudolf IV. erhielt Stadt und Feste Laufenburg, die Burg zu Herznach und Anteil an der Grafschaft Sisgau. Gottfried II. wurde Herr zu Alt-Rapperswil in der March und im Wägital und behielt die Vogtei über das Kloster Rheinau. Die Grafschaft im Klettgau teilte er sich mit Rudolf IV. Hans II. behielt das Schloss Rapperswil. Da er jedoch keine Mittel hatte das zerstörte Eigentum wiederherzustellen verkaufte er es 1354 an Österreich. Vergeblich war sein Versuch das einträgliche Großmeieramt über das Damenstift Säckingen zu erlangen, die Familie von Schönau gab ihre Ansprüche nicht auf. Auch Rudolf IV. suchte sich an das Stammhaus Österreich anzubinden, er begab sich mit Stadt Laufenburg 1356 in dessen Schutz. Als Condottiere in Fremden Diensten Mit seinem Bruder Rudolf IV. wird er um 1353/54 und danach nochmals ab 1364 in Italien als Condottiere erwähnt, er wurde dort Il Conte Menno (Graf ohne Bart) genannt, seine Rückkehr in die Heimat wird im April 1372 vermeldet. Er war zwar in gutem Sold der Stadt Florenz und als Söldnerführer im Kampf der Florentiner gegen Pisa gewesen und hatte diesen zum Sieg verholfen, doch um nichts reicher geworden kehrte er nach Laufenburg zurück. 1375 zog der Ruhelose nochmals für zwei Jahre mit einem Trupp Reisiger nach Italien. Er starb 1380.[2] | VON HABSBURG-LAUFENBURG, Johann II. (I35738)
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| 3535 | Johann Andreas Jacobi entstammte einfachen Verhältnissen und wurde von seinen Eltern, nach einer Vorbildung durch den örtlichen Pastor, auf die Schule nach Osterode am Harz geschickt. Von dort wechselte er an die Schulen von Sankt Andreasberg und Nordhausen. Ab Ostern 1701 studierte er Theologie an der Universität Jena. Nach drei Jahren Studium wandte er sich zunächst nach Frömmstedt zu einem verwandten Prediger und nahm dann in Thüringen eine Hauslehrer und Hofmeisterstelle an. 1708 erhielt er den Ruf des Kirchenpatrons von Wollershausen, des Freiherrn von Minnigerode, die freigewordene Predigerstelle an St. Marien in Wollershausen zu besetzen. Diese Berufung wurde, wenn auch unter Schwierigkeiten, durch das Konsistorium bestätigt. Aufgrund seiner Bekanntschaft zu dem in seiner Amtsausübung seit 1707 eingeschränkten Superintendenten der Grafschaft Hohnstein Otto Christian Damius (1654–1728) in Ellrich und um eine Verbesserung der Qualität des Gesangbuches bemüht, was ihm von der kirchlichen Obrigkeit übel genommen wurde, wurde er des Deismus bezichtigt und musste nach einer Untersuchung durch das Kurfürstliche Konsistorium seine Übereinstimmung mit der lutherischen Lehre bekräftigen. Er trat sein Amt 1709 an und behielt es 47 Jahre bis zu seinem Lebensende bei. Die Inschrift seines Grabsteins wurde, weil dieser zu verwittern drohte, von der Kirchengemeinde später auf eine Bleitafel übernommen, die in die Außenfassade der Marienkirche in Wollershausen eingelassen wurde. | JACOB, Johann Andreas (I49864)
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| 3536 | Johann Arnold von Clermont stammte aus einer traditionsreichen Patrizierfamilie, deren Ursprünge im Bereich des heutigen Belgiens liegen. Sie ließ sich etwa im 15. Jahrhundert in Aachen und Burtscheid nieder, wo sich ihre Angehörigen als Tuch- und Nadelfabrikanten und Tuchhändler betätigten sowie politische Ämter im Stadtrat übernahmen. Nachdem sich die Familie im 16. Jahrhundert dem lutherischen Glauben zugewandt hatte und dadurch im Verlauf der Aachener Religionsunruhen Benachteiligungen in Kauf nehmen musste, orientierte sie sich zunehmend in das benachbarte Vaals, welches zu jener Zeit zum Herzogtum Limburg gehörte und wo den Reformierten freie Religionsausübung gestattet war. Hier gründete der Ururgroßvater von Johann Arnold, der Burtscheider Nadel- und Tuchfabrikant Johannes Clermont (1612–1682), im Jahr 1669 eine erste lutherische Gemeinde. Sein Sohn Esaias Clermont (1647–1706) erwarb dort neben seinem elterlichen Betrieb im Jahr 1695 zusätzlich noch eine Kupfermühle und dessen Sohn Johann Adam Clermont (1673–1731) kaufte im Jahr 1716 das Schloss Neuburg, welches seine Witwe 1732 wieder veräußerte. Johann Adams Sohn Esaias Clermont (1698–1751), Erb- und Gerichtsherr zu Neuburg und ebenfalls Tuchfabrikant in Aachen, ließ für die lutherische Gemeinde in Vaals neben seiner Kupfermühle ein Gotteshaus bauen, welches heute als Kulturzentrum „De Kopermolen“ noch existent ist. Dieser Esaias war verheiratet mit Helene Margarethe von Huyssen (1705–1776), Tochter des Essener Bürgermeisters Arnold von Huyssen (1659–1734), als deren drittes von zehn Kindern schließlich Johann Arnold Clermont geboren wurde. Einer seiner Brüder, Theodor Christian Clermont (1730–1788), wurde Kammergerichtsrat in Berlin, 1765 Präsident des kurmärkischen Pupillenkollegiums und Besitzer des Ritterguts Lenzerwische bei Lenzen an der Elbe. Eine von Johann Arnolds Schwestern, Helene Elisabeth (Betty) von Clermont, war mit dem Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi verheiratet. Der Essener Bürgermeister Heinrich Arnold Kopstadt war sein Schwager. | VON CLERMONT, Johann Arnold (I49878)
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| 3537 | Johann Bertram von Motzfeld hatte als Gattin Margaretha von Weschpfenning und Sohn Johann, ein Lief- und Churländischer geheimer Rath und Mund-Schenck | VON MOTZFELD, Johann Bertram (I1769)
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| 3538 | Johann Christian Terviran wurde 1742 mit der Hof-Apotheke belehnt. Damit ging die Hof-Apotheke in die Hände eines peinlich genauen Apothekers über, der bald alle Mitbewerber hinter sich ließ. Der Antrag, das Lehen in freies Eigentum zu überführen, wurde jedoch von der Obrigkeit abgelehnt. Treviran war ein außerordentlich rühriger Geschäftsmann und peinlich genauer Apotheker. Er erfreute sich des größten Vertrauens und daraus sich ergebend des größten Zuspruchs der Heidelberger, denn seine Apotheke setzte so viel um wie die fünf anderen zusammen. In de 20 Jahren seiner ehe gelang es ihm, das Familienvermögen um 10 000 Fl. zu vermehren. Auch hatte er den kaufmännischen Blick für die Zukunft des Geschäftes. Er stellte nähmlich 1760 den Antrag auf Allodifikation des Hauses und Einführung der Vererblichkeit. Jedoch wurde er mit seinem Antrag abgewiesen. | TREVIRAN, Johann Christian (I584)
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| 3539 | Johann Fliegen ist seit etwa 1611 in Eschweiler ansässig. 1616/18 wird er als Diakon genannt. Am 13.04.1620 wird er als Ältester der reformierten Gemeinde Eschweiler genannt. A. Blömer, Die reformierte Familie Staß (Stass) aus Warden / Krs. Aachen, Mönchengladbach 1997, S. 40 A. Blömer, Die reformierte Familie Hupperts aus Himmerich bei Randerath, Mönchengladbach 1998, S. 28 A. Blömer, Ahnenliste des Wilhelm Arnold Nierstras, Mönchengladbach 2000, S. 12 | FLIEGEN, Johann (I24800)
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| 3540 | Johann Franz von Schönau (* 15. Juli 1619 in Ensisheim; † 30. November 1656 in Pruntrut) war ab 1653 für drei Jahre Fürstbischof von Basel. Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Johann Franz von Schönau wurde 1619 in der vorderösterreichischen Provinzhauptstadt Ensisheim als Sohn des Marx Jakob von Schönau und der Margaretha von Reinach geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Waldshut am Hochrhein, wo sein Vater das Amt des Waldvogtes und des Schultheissenstatthalters übernommen hatte. Johann Franz wurde als jüngerer Sohn für den geistlichen Stand bestimmt. Nach dem Studium der katholischen Theologie in Pruntrut, Freiburg im Breisgau und Luzern und am Collegium Germanicum in Rom wurde Johann Franz von Schönau 1639 zum Domdekan von Eichstätt ernannt. 1640/1641 folgten die Ernennung zum Domdekan und Domherrn und 1649 zum Dompropst von Basel. Die Priesterweihe erfolgte erst 1648. Basel hatte 1529 die Reformation eingeführt. Der katholische Kultus wurde verboten. Der Fürstbischof Wilhelm Rink von Baldenstein verlegte bereits 1527 den offiziellen Sitz des Fürstbischofs nach Pruntrut, während das Domkapitel im katholischen Freiburg im Breisgau sein Exil fand, bevor es 1679 nach Arlesheim unterhalb der Burg Birseck übersiedelte. Johann Franz von Schönau verrichtete seine Ämter daher in Freiburg im Breisgau. 1651 wurde er zum Fürstbischof von Basel gewählt. Als eine der ersten Amtshandlungen nach der Bischofsweihe von 1653 verlegte Johann Franz von Schönau die Residenz der Basler Fürstbischöfe wieder nach Pruntrut. 1654 reaktivierte er den durch den Dreissigjährigen Krieg darnieder liegenden Eisenbergbau durch Gründung einer Giesserei in Reuchenette[1]. Verteidigungspolitisch suchte er die Nähe zu den Katholischen sieben Orten der Eidgenossenschaft mit denen er Mitte 1655 eine Allianz schloss, die sich gegen Frankreich richtete[2]. Johann Franz von Schönau, der vor der Erhebung in den Kardinalsrang stand, verstarb 1656 nach kurzer Amtszeit in Pruntrut, wo sein Körper in der Jesuitenkirche bestattet wurde. Die testamentarisch verfügte Herzbestattung in einer bleiernen Kapsel erfolgte in der Kapuzinerkirche in Waldshut. Das dortige Epitaph und die Herzkapsel[3] wurden 1825 in die nahe gelegene Gottesackerkapelle transferiert[4]. | VON SCHÖNAU, Johann Franz (I46939)
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| 3541 | Johann Friedrich Gerhard Goeters: Ludwig Georg Treviranus, Reformierte Rechtgläubigkeit und landeskirchlicher Pietismus, in Pietismus und Neuzeit, Band 21 (1996), S. 232, 233. Ursprünglich Driemann. Aus der westfälischen Herrschaft Büren. Studium in Herborn 1586 (Matrikel der Hohen Schule Herborn 1586, ohne genaues Datum, "Burensis"). Diakon in Haiger 1590 und Pfarrer in Hirschberg 1594 sowie in Diez/Lahn. | TREVIRANUS, Heinrich (I12166)
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| 3542 | Johann Friedrich Jacobi war Sohn des Predigers Johann Andreas Jacobi (1680–1756) an St. Marien in Wollershausen. Johann Konrad Jacobi war sein jüngerer Bruder. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Göttingen studierte er ab 1730 Philosophie, Theologie und Hebräisch an der Universität Jena und wechselte 1732 an die Universität Helmstedt. 1734 holte ihn Johann Peter Reusch zu seiner Assistenz nach Jena zurück. Eine akademische Karriere an der neu gegründeten Universität Göttingen gelang ihm trotz der Protektion durch Gerlach Adolph von Münchhausen, der ihm die Leseerlaubnis trotz fehlender Promotion verschaffte, nicht. Er wurde 1738 Prediger in Osterode am Harz, 1744 an der Kreuzkirche und 1755 an der Marktkirche in Hannover. Jacobi wurde 1758 Konsistorialrat, Generalsuperintendent der Generaldiözese Lüneburg-Celle und damit erster Prediger an der Stadtkirche in Celle. 1764 gehörte er zu den Gründern der Celler Landwirtschaftsgesellschaft. 1768 wurde er zusätzlich Dechant des Stiftes Bardowick. Beim 50-jährigen Universitätsjubiläum der Göttinger Universität verlieh ihm diese die Ehrendoktorwürde. Er heiratete Juliane Marie Münter, Tochter des Osteroder Pfarrers Andreas Hermann Münter (1686–1732). Der Jurist Andreas Ludolf Jacobi ist sein Sohn. | JACOBI, Johann Friedrich (I49865)
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| 3543 | Johann Friedrich Wülfing stammte aus einer in Elberfeld, damals ein Zentrum der deutschen Textilindustrie, anerkannten und wohlhabenden Familie. Die Familie war ratsfähig und stellte zahlreiche Bürgermeister der Stadt. So waren der Vater Johann Jakob Wülfing, der Großonkel Johannes Wülfing (Politiker, 1683) und der Urgroßvater Johannes Wülfing Bürgermeister von Elberfeld. Zudem sollte sein Schwager Kommerzienrat Peter de Weerth und sein Schwiegervater Johann Wilhelm Siebel (Politiker, 1743) Bürgermeister der Stadt werden. Johann Friedrich Wülfing war bereits in jungen Jahren als Kaufmann im Garn- und Tuchhandel und als Besitzer einer Türkischrot-Färberei sehr erfolgreich und anerkannt. 1803 heiratete er Johanna Maria Christina Siebel.[1] Seine Frau und er führten ein gastfreies Haus. In ihrem Haus waren sowohl der König von Westphalen als auch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zu Besuch. Während der Zeit des Großherzogtums Berg war Johann Friedrich Wülfing Mitglied des Conseil General des Département Rhein. Zu dieser Zeit erwarb er umfangreichen Grundbesitz im Bergischen Land. Es sollen 99 Besitze und Höfe gewesen sein. Dazu zählten das Rittergut Volkardey bei Ratingen und in Leichlingen seit 1811 Schloss Eicherhof. Seine Nachfahren heirateten entsprechend der Tradition des Elberfelder Bürgeradels ausschließlich innerhalb geschlossener Heiratskreise. Eine Tochter heiratete in die Besitzerfamilie des Bankhauses von der Heydt-Kersten & Söhne, eine andere in die des Seidentextilunternehmens J. P. Bemberg. Johann Friedrich Wülfing wurde von Peter Schwingen porträtiert. Von dem auf zahlreichen Ausstellungen gezeigten Bild existieren mehrere Kopien, die sich in Privatbesitz befinden. | WÜLFING, Johann Friedrich (I48337)
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| 3544 | Johann Georg Jacobi wurde als Sohn des wohlhabenden Zuckerkaufmanns Johann Konrad Jacobi auf dem Gut Pempelfort, heute Sitz des Künstlervereins Malkasten, bei Düsseldorf geboren. Entgegen seinen poetischen Neigungen studierte er von 1763 bis 1766 Theologie in Göttingen sowie Rechtswissenschaften und Philologie in Helmstedt, Marburg, Leipzig und Jena. 1766 erhielt er die Professur für Philosophie in Halle, doch als er im selben Jahr die Bekanntschaft Wilhelm Ludwig Gleims (1719–1803) aus Halberstadt machte, brachen seine dichterische Neigungen wieder hervor, besonders, als dieser ihn in seinen poetischen Bemühungen bestärkte. Um das Talent an sich zu binden, besorgte ihm Gleim 1769 die Sinekure eines Kanonikus am Dom zu Halberstadt. In Halberstadt verfasste Jacobi wie sein Gönner Liebes- und Trinklieder im Stil des altgriechischen Lyrikers Anakreon. Diese Werke gaben vermutlich den Ausschlag für den späteren Ruf Jacobis an die Universität Freiburg, aber sie führten nach anfänglicher Freundschaft auch zu Zerwürfnissen mit den schriftstellerischen Größen jener Zeit, die die anakreontische Dichtung als oberflächliches Blendwerk abtaten. 1774 ging Jacobi in seine Heimat Düsseldorf zurück. Er wurde Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Teutscher Merkur“, dessen Redaktion Christoph Martin Wieland von 1773 bis 1789 führte, und gründete die Damenzeitschrift Iris, eine „Literarische Vierteljahrsschrift für Frauenzimmer“, für deren Redaktion Wilhelm Heinse im April 1774 in Düsseldorf engagiert wurde. Johann Georg Jacobi Trotz des Toleranzpatents Josephs II. von 1781, das die Tolerierung der Konfessionen innerhalb Österreichs garantierte, galt die durch den Kaiser erfolgte Berufung des Protestanten Jacobi auf den Freiburger Lehrstuhl für schöne Künste und Wissenschaften (1784) vielen Bürgern dieser Stadt als gezielte Provokation – Freiburg und seine Universität waren bis dahin rein katholisch geblieben. Dennoch hatten die Brüder Jacobi Verbindungen zu katholischen Kreisen und wurden Jacobis Vorlesungen bald sehr beliebt, so dass nicht nur Studenten, sondern auch Zuhörer aller Stände und Frauen häufig anwesend waren und die Hörsäle die Interessierten oft nicht mehr fassen konnten. Er wurde mehrmals Dekan seiner Fakultät und 1791 einstimmig zum ersten protestantischen Rektor der Universität gewählt. Nochmals in schwerer Zeit 1803 mit diesem Amt betraut, halfen ihm bei dessen Ausübung besonders seine ausgezeichneten Französischkenntnisse. Maria Ursula Jacobi Aufsehen erregte im Jahr 1791 Jacobis sogenannte Treppenheirat, als der protestantische Hochschullehrer die 25 Jahre jüngere katholische Magd Maria Ursula Müller (1764–1840), Tochter des Klostermetzgers von St. Peter ehelichte. Der gemeinsame und einzige Sohn Johann Friedrich Wilhelm (Fritz) Jacobi (1792–1811) mit bildkünstlerischer Begabung starb schon im Alter von 17 Jahren.[1] Seinen Einstieg in die katholisch geprägte Freiburger Gesellschaft fand Jacobi besonders über das weibliche Publikum. Für die gebildeten Damen richtete er in seiner Wohnung in der Herrenstraße ein literarisches Kränzchen ein. Darüber berichtete die Dichterin Maria Therese von Artner einer Freundin: „Was wir also in unserem Kränzchen thun? Wir versammeln uns um den geselligen Theetopf, schlürfen seinen dampfenden Abguß, plaudern dieß und jenes, sind auch nicht ein bißchen altklug, und ich darf so viel und herzlich lachen, als es Lust und Laune zugiebt, tout comme chez nous … Der beliebteste Stoff sind Züge aus dem Leben vorzüglicher Menschen, wovon denn Jacobi das meiste zu liefern vermag.“ In diesem Kontext ließ Jacobi 1802 auch seine Iris als jährliches „Taschenbuch“ wiedererstehen. Dieses Periodikum diente besonders als Forum für den von ihm gegründeten Oberrheinischen Dichterkreis, zu dem Goethes Schwager Johann Georg Schlosser, Gottlieb Konrad Pfeffel aus Colmar und Johann Peter Hebel zählten. Jacobi selbst verfasste zahlreiche Gedichte, schrieb Prologe zu Theateraufführungen, dichtete Sing- und Schauspiele und förderte mit einer eigenen Schwarzwalddichtung das regionale Bewusstsein um 1800. Viele dieser Lieder wurden später von Schubert, Haydn und Mendelssohn vertont. 1806 gehörte Jacobi zu den Mitbegründern der von Karl Wilhelm Ludwig Friedrich von Drais von Sauerbronn angeregten Freiburger Lesegesellschaft. Nach der endgültigen Angliederung des Breisgaus an Baden im Zuge der Restauration verfasste er das Leitmotiv der badischen Großherzöge, die mit dem Hinweis auf ihre zähringische Abstammung diesen Machtwechsel popularisieren wollten: „Die seit Jahrhunderten getrennten Schilde / vereinen wieder sich, und eines Fürsten Milde / wird nun der guten Bürger Seelen / getrennten Ländern gleich / vermählen.“ Fotografie eines filigran gearbeiteten Eisernen Grabkreuzes auf einer überwucherten Wiese. Grabkreuz auf dem Alten Friedhof in Freiburg Wenig später, im Jahr 1814, starb Jacobi; sein Schüler Karl von Rotteck hielt die Totenrede auf den zärtlichen Dichter und Liebhaber des Schönen. Am Begräbnis auf dem Alten Friedhof nahm die ganze Universität Anteil: „Die Trauer war allgemein, sehr feierlich der Leichenzug. Der Sarg wurde von Studenten zum Friedhof getragen. Auf dem schwarzen Grabtuch lag ein weißes Polster, auf diesem der wohlverdiente Lorbeerkranz. Ein Mädchenchor, der dem Sarge voranschritt, sang des Dichters Aschermittwochlied. Der Zufall fügte es, dass der Zug an dem Hause vorüberkam, wo [der preußische König] Friedrich Wilhelm III. damals abgestiegen war; der König trat auf den Balkon und grüßte teilnahmsvoll“. Seit 1808 war er auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.[2] Rezeption Gedenktafel an seinem Freiburger Wohnhaus in der Herrenstraße 43 Klopstock hatte für Jacobi nur Spott übrig, Herder bezeichnete seine Werke als faden Unsinn. Georg Christoph Lichtenberg nannte Jacobi einen „Doctorem Jubilatum, einen Professor, der einige Zeit rühmlichst gedienet hat, und [sich in Halberstadt] endlich bei einem Kanonikat in Ruhe gesetzt hat,“ und parodierte seine Dichtkunst mit den Versen: „Sprach allzeit zärtlich tändelnd so wie / Der Nachtgedankenfeind Jacobi … Schrieb jedem Mägden holde Briefgen / Voll Lieb und mit Diminutivgen, / Nie alles voll, stets nur ein bißgen , / Knosp ward ein Knöspgen, Fuß ein Füßgen, / Und wie Trüppgen von Pygmäen / Stehn da die Marzipan-Ideen. / Oh ruft man aus, das ist gewiß von / Gleim oder gar Anakreon?“ Auch Goethe kritisierte Jacobis Gedichte und schrieb deren Erfolg v. a. seinen weiblichen Verehrern zu, die ein Gedicht schön finden „und denken dabei bloß an die Empfindungen, an die Worte, an die Verse. Dass aber die wahre Kraft und Wirkung eines Gedichts in der Situation, in den Motiven besteht, daran denkt niemand. Und aus diesem Grunde werden denn auch Tausende von Gedichten gemacht, wo das Motiv durchaus null ist, und die bloß durch Empfindungen und klingende Verse eine Art von Existenz vorspiegeln.“ Andererseits zeigen zahlreiche Vertonungen seiner Gedichte durch bekannte Komponisten wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Robert Schumann und andere, dass er zu den bedeutenden Dichtern gegen Ende des 18. Jahrhunderts zählte.[3] An Johann Georg Jacobis 200. Todestag, am 4. Januar 2014, wurde eine Gedenktafel an seinem Wohn- und Sterbehaus in der Herrenstraße 43 enthüllt.[4] | JACOBI, Johann Georg (I48398)
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| 3545 | Johann Georg Schlosser stammte aus einer bürgerlichen Frankfurter Familie. Sein Vater Carl Erasmus Schlosser (1696–1773) saß im Frankfurter Rat, die Mutter Susanna Maria Orth (1703–1789) war Tochter einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Sein Bruder Hieronymus Peter Schlosser (1735–1797) wurde Stadtpolitiker in Frankfurt. Schlosser besuchte das Städtische Gymnasium in Frankfurt. Als Schüler galt sein besonderes Interesse den klassischen Sprachen. Außerdem interessierte er sich für die zeitgenössische deutsche Literatur. Er studierte Jura in Jena (ab 1758) und Altdorf (ab 1760). Mit einer Dissertation über das Vormundschaftsrecht von Frankfurt am Main schloss er 1762 ab und wurde Doktor der Rechte. Anschließend praktizierte er als Rechtsanwalt in Frankfurt. Ab 1766 war er Geheimsekretär des späteren Herzogs Friedrich Eugen von Württemberg in Treptow an der Rega, wo dieser Befehlshaber eines preußischen Regiments war. 1769 wurde Schlosser wieder Advokat in Frankfurt. Dort schrieb er 1771 seinen Katechismus der Sittenlehre für das Landvolk. Dieser stand im Gegensatz zu dem von Staat und Kirche vertretenen Erziehungswesen, machte ihn deshalb unter den aufgeklärten Intellektuellen des Landes bekannt und wurde unter anderem von Christoph Martin Wieland hoch gelobt. Er wurde 1773 Jurist und Schriftsteller in Emmendingen und markgräflich-badischer Hof- und Regierungsrat in Karlsruhe. Am 1. November 1773 heiratete er Goethes Schwester Cornelia. Ab 1774 war er Oberamtsverweser und Oberamtmann in der badischen Markgrafschaft Hochberg mit Residenz in Emmendingen. In den Emmendinger Jahren setzte er sich vor allem für Reformen in der Landwirtschaft sowie im sozialen Bereich ein. Zudem wirkte er als Förderer des Bergbaus und unterstützte den Bau von Fabriken. Bei seinen Reformbemühungen stand er nicht selten im Gegensatz zu seinem Landesherren, dem Markgrafen Karl Friedrich von Baden und dessen Regierung in Karlsruhe. Nachdem Cornelia Schlosser bereits 1777 gestorben war, vermählte er sich im September 1778 mit der Frankfurterin Johanna Fahlmer (1744–1821)[1], Tochter des Kaufmanns und Kommerzienrats Georg Christoph Fahlmer (1687–1759) aus zweiter Ehe[2], der Vertrauten Goethes in dessen Erlebnissen und inneren Kämpfen während seiner Sturm-und-Drang-Periode. Schlosser unterhielt Kontakte zu Wissenschaftlern und Denkern nicht nur im südwestdeutschen Raum des damaligen Reiches, sondern auch zu solchen in der Schweiz und im Elsass wie Johann Caspar Lavater, Isaak Iselin (Illuminat) oder Gottlieb Konrad Pfeffel. Auch der Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz war einige Zeit Schlossers Gast in Emmendingen; oder besser: Der zeitweise geistig verwirrte und schwierige frühere Weggenosse Goethes in gemeinsamen Sturm-und-Drang-Zeiten wanderte nach seinem von Goethe veranlassten Verweis aus Weimar nach Emmendingen und suchte Zuflucht bei Schlosser. Goethe selbst besuchte Schlosser in Emmendingen in den Jahren 1775 und 1778. Ein letztes Mal trafen sich die beiden 1793 in Heidelberg. In Dichtung und Wahrheit schildert Goethe kurz sein Verhältnis zu Schlosser. Im Katechismus der christlichen Religion für das Landvolk griff der Aufklärer 1776 wieder die protestantische Geistlichkeit an, weshalb diese Schrift in Frankfurt auf den Index gesetzt und verbrannt wurde. In Xenocrates, oder über die Abgaben aus dem Jahre 1784 setzt er sich kritisch mit den Lehren der Physiokraten auseinander, die unter anderem in Schlossers Landesherrn, dem Markgrafen Karl-Friedrich von Baden, einen gewichtigen Anhänger hatten. 1782/83 wurde er in den Illuminatenorden mit dem Namen ‚Dion/Mahomed‘ aufgenommen und hier sogenannter ‚Provinzial‘ von Schwaben, einer Region, die im Orden ‚Pannonien‘ genannt wurde. 1787 wurde er Provinzial von Freiburg/Breisgau unter dem Ordensnamen ‚Euclides‘. Schlosser reiste mehrfach in die Schweiz und verbrachte 1783 auch längere Zeit in Wien. Er war Mitglied der Wiener Freimaurerloge Zur wahren Eintracht. 1785 wurde er von der Freimaurerloge Zur edlen Aussicht in Freiburg im Breisgau zum ersten Meister vom Stuhl berufen und 1786 Mitglied der Wiener Loge ‚Zur Wahrheit‘ sowie anschließend bis 1794 Meister vom Stuhl der Loge ‚Karl zur Einigkeit‘ in Karlsruhe. Im Jahre 1787 wurde er als Geheimer Archivar und geheimer Hofrat in Rastatt und später nach Karlsruhe in die Landesregierung versetzt. 1790 wurde er dort zum Direktor des Hofgerichtes und Wirklichen Geheimen Rat ernannt. Wegen andauernder Differenzen mit der Karlsruher Regierung schied er 1794 aus dem badischen Dienst aus. Anlass zu seiner Demission war die direkte Intervention des Markgrafen Karl-Friedrich in ein laufendes Gerichtsverfahren. Nach einer Zwischenstation in Ansbach lebte Schlosser ab 1796 als Privatgelehrter in Eutin, wo er unter anderem Kontakte mit Johann Heinrich Voß und Friedrich Leopold zu Stolberg pflegte. Seine Tochter Luise heiratete hier 1796 Georg Heinrich Ludwig Nicolovius. Bereits in seinen letzten Karlsruher Jahren, aber auch von Ansbach und Eutin aus, setzte sich Schlosser kritisch mit Immanuel Kant auseinander. Er lehnte dessen Philosophie als lebensfremd, vernunftlastig und ethisch bedenklich ab. Seine Angriffe auf Kant beantwortete dieser unter anderem mit den Schriften Von einem neuerdings erhobenen vornehmen Ton in der Philosophie (1796) und Verkündigung des nahen Abschlusses eines Traktats zum ewigen Frieden in der Philosophie (1796). Schlossers polemische Repliken auf diese Arbeiten führten dazu, dass diese von Kants Anhängern, unter anderem auch von Friedrich Schlegel, heftig angegriffen wurden. 1797 wurde er Syndikus in Frankfurt am Main. In seiner Zeit war Schlosser auch ein bedeutender Übersetzer, vor allem aus dem Griechischen. So übersetzte er unter anderem Platon, Aristoteles, Xenophon, Thukydides, Aischylos, Euripides, Aristophanes, Homer und Kallimachos. Herausragend war seine Übertragung von Aristoteles’ Politik (1798). 1798 kehrte Schlosser nach Frankfurt zurück und wurde vom Rat der Stadt zum Syndikus gewählt. Sein Arbeitsbereich war vor allem die Frankfurter Außenpolitik. | SCHLOSSER, Dr. jur. Dr. jur. Johann Georg (I24930)
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| 3546 | Johann Georg, Sohn des bischöflichen Vogts von Güttingen Dietrich von Hallwyl und Eva von Bernhausen, studierte ab 1571 an der jesuitischen Universität Dillingen. Mit Unterstützung seines Vaters bekam Johann Georg 1579 eine Pfründe am Domstift in Basel.[1] Am 14. Juni 1581 wurde er zum Diakon geweiht; am 14. August 1583 empfing er die Priesterweihe. Am 27. Juni 1588 wurde er zum Mitglied des Domkapitels am Konstanzer Münster gewählt und zum Domdekan bestellt; im selben Jahr wurde er Domkantor in Basel. Am 2. Januar 1601 wurde Johann Georg von Hallwyl zum Bischof von Konstanz gewählt. Ab 1. Juni 1601 war er residierender Kanoniker. Mit den Landesherren führte er Verhandlungen über die Abgrenzung ihrer Rechte zu denen der Konstanzer Bischöfe. Zudem ließ er das Messbuch Missale Constantiense neu auflegen. Er ermöglichte dem Jesuitenorden eine Ansiedlung in Konstanz, die bereits sein Amtsvorgänger Andreas von Österreich gefördert hatte, und unterstützte die Gründung eines Kollegs in Rottweil.[2] Johann Georg war bekannt für seinen mönchischen Lebensstil; als Todesursache wurde „übermässig lang anhaltendes Fasten“ angegeben.[3] Seine kurze Amtszeit wurde für die Mönche der Reichenau als „segensreich“ bezeichnet.[4] Einen Vertrag mit der Stadt Luzern konnte erst sein Nachfolger Jakob Fugger 1605 zum Abschluss bringen.[5] Johann Georg von Hallwyl starb in der bischöflichen Residenz Meersburg und wurde im Chorraum der katholischen Pfarrkirche von Meersburg beigesetzt. Die Folge-Pfarrkirche wurde 1827 bis 1829 erbaut und die sterblichen Überreste von Johann Georg von Hallwyl sowie Christoph Metzler und Franz Konrad von Rodt wie Maximilian Christoph von Rodt und Hugo von Hohenlandenberg in das Gruftgewölbe in der Nähe des Eingangs umgebettet.[ | VON HALLWIL, Hans Georg (I31935)
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| 3547 | Johann Heinrich Colomb entstammte einer hugenottischen Familie aus Blauzac im Departement Gard. Sein Großvater, Jean Colomb (1589–1672), übersiedelte nach Nimes.[1] Dort wurde sein Vater, Henri Colomb (1665–1719), geboren, der sich als Kaufmann in Paris niederließ und 1694 Madelaine de Moor (1672–1751) heiratete. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes floh er 1695 nach Kopenhagen, wo er bis 1711 als Posamentenmacher tätig war. Dann zog er nach Neustadt/Dosse und wurde Direktor in der von seinem Schwiegervater, Jean Henri de Moor (um 1645–1722), 1695 übernommenen Spiegelfabrik. Als die Fabrik 1720/21 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurden er, sein Schwiegervater und sein Onkel Johann Heinrich de Moor in (Berlin)-Spandau für einige Monate in Schuldhaft gesetzt. Nachdem König Friedrich Wilhelm I. seinem Onkel Johann Heinrich de Moor 1721 die Fabrik überlassen hatte, wurde Johann Heinrich Colomb Gesellschafter. Nach dem Tod seines Onkels blieb er ab 1733 alleiniger Besitzer der Fabrik. 1738 verließ er Neustadt und ging nach Berlin. Dort erwarb er das Haus Jägerstraße (22), das „Colombsche Palais“,[2] in dem später Alexander von Humboldt geboren wurde. Das Haus ist heute Sitz der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er heiratete am 29. Oktober 1739 Justine Susanne Durham, Tochter des preußischen Generalfiskals Wilhelm Durham. 1741 verkaufte er die Spiegelmanufaktur an die Magdeburgische oder Rothenburgische Erz- und Schiefergesellschaft, vertreten durch den königlichen Geheimrat Krug von Nidda.[3] Johann Heinrich Colomb hatte neun Geschwister. Der jüngste Bruder, Peter Colomb, wurde preußischer Finanzrat und Präsident der ostfriesischen Kammer in Aurich. Die ältere Tochter Marie-Elisabeth war in erster Ehe mit Friedrich Ernst Freiherr von Holwede verheiratet und nach dessen frühem Tod ab 1766 mit Alexander Georg von Humboldt. Die jüngere Tochter Wilhelmine Anna Susanna (1743–1784) war ab 1763 mit Victor Freiherr von Holwede verheiratet. | COLOMB, Jean Henri (I48781)
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| 3548 | Johann Heinrich Orth entstammt dem langenselboldischen Zweig der Familie Orth, die ursprünglich aus Langenselbold in der Nähe von Hanau gekommen und 1533 über Frankfurt am Main nach Heilbronn eingewandert waren. Das Wappen des langenselboldischen Zweigs der Familie Orth stellt einen goldenen Löwen dar, der aufspringt und einen Pfeil hält. Johann Heinrichs Großvater Heinrich Johann Orth war Syndikus in Heilbronn. Johann Heinrichs Vater Philipp Ludwig Orth wurde freiherrlich-sperbereckscher Amtmann in Talheim und gab deswegen zeitweilig sein Heilbronner Bürgerrecht auf. Er heiratete Anna Rosina Fischer aus Talheim, die Familie kehrte 1667 nach Heilbronn zurück. Johann Heinrich Orth besuchte das Heilbronner Gymnasium und immatrikulierte sich 1675 an der Universität Heidelberg, wechselte jedoch rasch an die Universität Straßburg. Krankheitsbedingt brach er nach fünfeinhalb Jahren das Studium ab und kehrte nach Heilbronn zurück, wo er 1680 heiratete und sich als freier Consulent und Advokat niederließ. Er war 1683 Mitglied des städtischen Gerichts und gehörte seit dem 15. August 1689 dem kleinen, inneren Rat (von den burgern) an. 1695 war er Steuerherr, ab dem 28. Mai 1701 Stadtschultheiß. Im Dezember 1716 wurde er Bürgermeister von Heilbronn. Er war zunächst dritter Bürgermeister und rückte 1726 nach dem Tode Johann Esaias von Rühles auf das Amt als zweiter Bürgermeister vor. Seit 1717 war er auch Vogt von Flein. Orth zeichnete sich durch sicheres Auftreten und eine gewisse Gewandtheit aus, weshalb er häufig auf diplomatische Missionen zum Kaiser, zum Städtetag oder nach Wien zum Reichshofrat entsandt wurde. Mit zunehmendem Alter ließen seine Kräfte, vor allem sein Gehör und sein Gedächtnis, merklich nach. Am 17. März 1731 erbat er seine Entlassung in den Ruhestand. Orth war ab 1714 Besitzer des Trappenseeschlösschens. Er war in erster Ehe mit Elisabeth Wachsmuth (1645–1691) und in zweiter Ehe mit Maria Barbara Sommerhard (1672–1738) verheiratet. Der ersten Ehe entsprangen vier Kinder, die jedoch alle früh starben. Der zweiten Ehe entsprangen 13 Kinder, von denen vier am Leben blieben, darunter auch der spätere Heilbronner Bürgermeister Georg Heinrich Orth (1698–1769). | ORTH, Johann Heinrich (I57512)
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| 3549 | Johann Heinrich Waser war der Sohn des Theologen und Orientalisten Kaspar Waser (* 1565; † 1625) und stammte aus einer prominenten Zürcher Familie. Zu seinen Vorfahren konnte er auch Huldrych Zwingli und weitere Theologen und Gelehrte zählen. Dieser günstigen Ausgangslage verdankte er seine politische Laufbahn. Seine für das Alte Zürich typische Regimentskarriere begann er als Volontär auf der Kanzlei des Stadtschreibers. Danach wurde er Jungrichter, Substitut und Vertreter der Zunft zur Schmieden im Grossen Rat (Zwölfer) und später Stadtschreiber. Conrad Ferdinand Meyer setzte Johann Heinrich Waser ein literarisches Denkmal in seinem historischen Roman «Jürg Jenatsch. Eine Bündnergeschichte». Johann Heinrich Wasers umfangreicher Nachlass befindet sich in der Zentralbibliothek Zürich und im Staatsarchiv Zürich. | WASER, Hans Heinrich (I10197)
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| 3550 | Johann Hoppe und Anna Catharina Randoll, verh Hoppe wohnen in der Hintergasse zu Weinheim. | RANDOLL, Anna Catharina (I634)
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