Strauss Genealogie


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3201 Herkunft und Familie
Das Geschlecht der Herren von Eberstein wird 1085 erstmals urkundlich erwähnt. Ihre Stammburg Alt-Eberstein lag im Bereich des heutigen Ortsteils Ebersteinburg der Stadt Baden-Baden.

Otto I. von Eberstein wurde als Sohn von Graf Eberhard III. von Eberstein (1144–1219) und dessen Frau Kunigunde von Andechs geboren.

Die Mutter gehörte dem Geschlecht der Andechs-Meranier an. Über sie war Otto I. ein Cousin der Hl. Hedwig, ebenso ein Cousin der Königin Gertrud von Ungarn, deren Tochter wiederum die Hl. Elisabeth von Thüringen war.

Im 12. Jahrhundert kam die Familie zu großem Besitz im Ufgau sowie im Kraichgau und baute eine bedeutende Herrschaft im nördlichen Schwarzwald auf. Ein Teil ihres Besitzes waren Lehensgüter des Bistums Speyer. Als Hausklöster existierten das Zisterzienserkloster Herrenalb (1148 von Berthold III., dem Großvater Ottos I., anlässlich seiner Rückkehr vom Kreuzzug gegründet) und das Benediktinerinnenkloster Frauenalb (1180/1185 von seinem Vater Graf Eberhard III. gestiftet).

Leben und Wirken
1219 erfolgte eine Erbteilung des väterlichen Besitzes mit seinem älteren Bruder Eberhard IV. (um 1190 bis 1263). Otto erbaute die neue Burg über Gernsbach, später Neu-Eberstein oder Schloss Eberstein genannt, das 1272 erstmals als „novo castro Eberstein“ urkundlich erwähnt wird.[2]

Die Städte Kuppenheim, Gernsbach, Bretten, Gochsheim und Neuburg am Rhein wurden in ihrer Entwicklung Anfang bis Mitte des 13. Jahrhunderts von den Ebersteinern gefördert.[2]

Beide Ebersteiner Grafenbrüder gehörten zunächst zur Gefolgschaft des 1234/1235 rebellierenden Königs Heinrich VII., sagten sich aber von ihm los und unterstützten dessen Vater Friedrich II., bei dem sie sich 1236 in der Lombardei aufhielten.[3]

1246/1247 war Otto I. von Eberstein kaiserlicher Reichsverweser in Osterreich[4] „Sacri Imperii per Austriam et Styriam Capitaneus et Procurator“[5][6][7] 1248 gab er dieses Amt ab und ging nach Krautheim.

Otto I. war in erster Ehe mit Kunigunde von Urach verheiratet. In zweiter Ehe heiratete er Beatrix von Krautheim, die Tochter Wolfrad II. von Krautheim.[8] Ottos Schwester Kunigunde von Eberstein war bereits mit Konrad von Krautheim verheiratet. Damit waren einflussreiche Unterstützer Kaiser Friedrich II. durch Familienbande vereint. Wie Eberhard IV und Otto I. von Eberstein hatten die drei Krautheimer Brüder Konrad, Wolfrad II. und Kraft in der Auseinandersetzung zwischen Heinrich VII. und seinem Vater Friedrich II. Partei für den Kaiser ergriffen. Mit ihrer Schwester Richza von Krautheim war Gottfried I. von Hohenlohe verheiratet, den Friedrich II. 1237 zum Haupt des Reichsrates bestimmte, der zusammen mit Erzbischof Siegfried von Mainz, dem Reichsverweser, die Geschäfte für den unmündigen König Konrad IV. führte. Später, im Konflikt zwischen Wilhelm von Holland und Konrad IV. (1250–1254), setzte sich die Ebersteiner für letzteren ein.[9]

Nach der Schlacht bei Frankfurt gegen den Gegenkönig Heinrich Raspe 1246 bezeugen Eberhard IV. und Otto I. von Eberstein die Übergabe der „keiserliche zeichen“ (Reichskleinodien) an den geschlagenen König Konrad IV. auf der Reichsburg Trifels.[10] Der Wirkungsbereich Konrads IV. war in der Folge auf den Südwesten und Süden begrenzt.

Durch die Vereinbarungen von 1252 und 1263 mit Konrad von Krautheim übernahm Otto I. Burg und Herrschaft Krautheim.[11][8][12]

Der Tod der unterstützten Staufer (Friedrich II. 1250 und Konrad IV. 1254), über die der Papst mehrfach den Kirchenbann verhängt hatte, kam nach der Auffassung mittelalterlicher Zeitgenossen einer Strafe Gottes gleich (vgl. Dante Alighieri (1265–1321) Dantes Inferno (Göttliche Komödie), 6. Kreis der Hölle (Häresie), Canto X). Otto und Eberhard von Eberstein tätigten umfangreiche Schenkungen insbesondere an die Hausklöster Herrenalb und Frauenalb.[13][14][15][16][17][18]

Otto I. von Eberstein zog sich um 1270 auf seine Stammlande im Nordschwarzwald zurück. Nach seinem Tod 1279 wurde er im Familienkloster Bad Herrenalb beigesetzt.[11]

Kinder
Aus der Ehe mit Kunigunde von Urach:

Adelheid von Eberstein († 1291), verheiratet mit Heinrich II. von Lichtenberg[19]

Kunegund (Kunigunde, * um 1230; † 12. April 1284/90), verheiratet vor 20. Mai 1257 mit Markgraf Rudolf I. von Baden

Keine Kinder mit einer möglichen Verlobten/Ehefrau von Otto I. von Eberstein „von Teck“ (1244), Tochter Konrads I. von Teck, siehe auch Stammliste der Herzöge von Teck[20][21]

Aus der Ehe mit Beatrix von Krautheim[8][12]

Otto II. von Eberstein (urk. 1266/1276[17][22] /1286, † 1287), er ist 1283 Schwager Markgraf Rudolfs I. von Baden,[23] verheiratet vor 26. Februar 1283 mit Elisabeth von Tübingen (urk. 1283/1301), Tochter Pfalzgraf Konrads I.[24]

Beatrix (urk. 1270/1302), verheiratet mit Pfalzgraf Hugo V. von Tübingen und anschließend mit Konrad II. Graf von Flügelau

Wolfrad von Eberstein (urk. 1270/1276/[17] 1284), verheiratet mit Kunigunde von Wertheim (urk. 1281/1331), Begründer der fränkischen Linie der Ebersteiner[11]

Heinrich I. von Eberstein (urk. 1270/1322, † 1322), verheiratet mit Klara von Frundsberg (urk. 1318/22, † 1327)

Geschwister
Konrad von Eberstein, der älteste Bruder (* um 1185 bis † 1245) war von 1237 bis 1245 Fürstbischof des Bistums Speyer.

Eberhard IV. von Eberstein († 1263), Stifter von Kloster Rosenthal (Pfalz)

Hedwig von Eberstein ehelichte Raugraf Rupert I.

Agnes von Eberstein heiratete Graf Friedrich II. von Leiningen.

Ehrungen
In Baden-Baden (Ebersteinburg), in Ettlingen (Ettlingenweier), in Karlsruhe (Rüppurr), in Kraichtal, in Krautheim, in Ravenstein (Ballenberg) erinnert eine Graf-Eberstein-Straße an die Grafen von Eberstein. 
VON EBERSTEIN, Graf Graf Otto I. (I1622)
 
3202 Herkunft und Familie
Der Großvater Ludwig Cauers, der Torschreiber Johann Kauer aus Landsberg a.d.Warthe,[1] war in preußische Dienste getreten und hatte Elisabeth Billot aus hugenottischer Familie geheiratet. Sein Sohn Carl Ludwig Cauer (1750–1813) wurde praktischer Arzt in Dresden. Er heiratete Aimée Eleonore Bassenge (1760–1824) – ebenfalls eine Hugenottin. Von ihren sechs Kindern, die das Erwachsenenalter erreichten, war Ludwig Cauer (getauft als Jaques Louis Cauer) der älteste Sohn. 1817 nahm Ludwig Cauer seinen jüngsten Bruder Emil für einige Jahre bei sich in Berlin auf. Emil Cauer begründete später die Bildhauerfamilie Cauer.

Zeitgeschichtliches
Die Jugendjahre Ludwig Cauers waren überschattet von den Kampfhandlungen im Rahmen der Napoleonischen Kriege. Dresden als Sitz des sächsischen Hofes war Zentrum des Aufmarschgebietes der Franzosen und jahrelang schwer umkämpft. Die Einwohner Dresdens mussten zwischen 1806 und 1809 einen dreimaligen Wechsel der Besatzungstruppen erdulden. Schließlich nahm der Russland-Feldzug Napoleons 1812 von hier seinen Ausgang.

Studium
Ludwig Cauer wollte aus persönlicher Neigung Arzt werden wie sein Vater. Er studierte ab 1808 zunächst in Dresden, dann in Leipzig Medizin. In Berlin schrieb er sich 1811 als Medizinstudent ein und wechselte dort zur Philosophie. Cauer war in der preußischen Hauptstadt, die ebenfalls unter der französischen Herrschaft litt, sogleich mit der patriotischen Bewegung in Kontakt gekommen und hatte daraufhin sein Berufsziel geändert. Er wollte reformerisch nach dem Vorbild Fichtes und Pestalozzis wirken und darüber hinaus zur freiheitlichen Nationalerziehung beitragen.

Teilnahme an den Befreiungskriegen
Die leidenschaftlichen Reden der Universitätslehrer Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Schleiermacher, die wesentlichen Anteil an der Gründung der Berliner Universität hatten, und die Aufrufe anderer Patrioten[2] erfüllte die studentische Jugend mit Kampfesgeist gegen die französische Fremdherrschaft. Cauer und seine Kommilitonen ließen sich aber nicht nur vom Gedanken der geistigen Erneuerung tragen, sondern waren auch Friedrich Ludwig Jahn gefolgt,[3] der Berlin zu einem Zentrum der körperlichen Ertüchtigung für den bevorstehenden Freiheitskampf gemacht hatte. Das von ihm entwickelte vaterländische Turnen und der in der Hasenheide 1811 angelegte erste deutsche Turnplatz dienten allein der Erziehung zur Wehrtüchtigkeit.[4] Die Niederlage Napoleons in Russland führte in Preußen zu einer allgemeinen Aufbruchsstimmung, die von König Friedrich Wilhelm III. mit seiner Rede An mein Volk noch gesteigert wurde. Cauer meldete sich – wie viele seiner Freunde – 1813 als Freiwilliger zur preußischen Landwehr. Nach einem Einsatz bei Dresden und den Gewaltmärschen von Schlesien nach Dresden und zurück erkrankte er auf Grund nasskalter Witterung, schlechter Ausrüstung und unzureichender Verpflegung. Seine Hoffnung auf baldige Genesung zerschlug sich. Die Verschlimmerung der Krankheit zwang ihn, weiter in Prag zu bleiben. An der Völkerschlacht bei Leipzig konnte er nicht teilnehmen. Im November 1813 kehrte er – noch immer krank – in das befreite Dresden zu seinen Eltern zurück.[5] Nach dem Tod des Vaters kurz darauf (Heiligabend 1813) ging er im Januar 1814 wieder nach Berlin.

Cauersche Erziehungs-Anstalt
Gleich zu Beginn seines Studiums in Berlin hatte Cauer 1812 damit begonnen, sich mit Gleichgesinnten über die Gründung einer reformpädagogischen Lehranstalt auszutauschen. Nach Rückkehr vom Kriegseinsatz intensivierte er seine Bemühungen und konnte schließlich elf Männer, meist Kommilitonen, von dem Projekt begeistern. Sechs von ihnen, darunter sein zwei Jahre jüngerer Bruder Jakob, reisten auf eigene Kosten 1816 nach Yverdon zu Pestalozzi, um sich ausbilden zu lassen.[6] Einige blieben noch bis Mitte 1817 an der dortigen Lehranstalt und waren später auch Lehrer am Berliner Institut. Der Mathematiker Jakob Steiner, der in Yverdon als Hilfslehrer tätig war, unterrichtete nach seiner Ankunft in Berlin im Winter 1820/21 einige Zeit an der Cauerschen Anstalt.[7]

Nachdem die erhoffte staatliche Unterstützung für das freiheitlich-liberale Schulprojekt infolge der in Preußen beginnenden Restauration ausblieb, gründete Cauer mit Hilfe seiner Getreuen auf privater Basis 1818 die Cauersche Anstalt als Internat. Die von den Gründungsmitgliedern aufgebrachte Summe betrug 40.000 Taler. Erster Standort der unter gemeinschaftlicher Leitung stehenden Institutes war die Münzstraße 21 in der Nähe des Hackeschen Marktes in Berlin. Hier war Cauer auch kommunalpolitisch als Vorsitzender einer Armenkommission und als Stadtverordneter aktiv[8]. 1826 erfolgte die Verlegung nach Charlottenburg in die Berliner Str. 1 (heute Otto-Suhr-Allee). Das kollektive Prinzip endete als Cauer 1827 Alleineigentümer und Direktor wurde und dem Haus eine Blütezeit bescherte. 1829 erreichte das Haus mit 65 Zöglingen die höchste Auslastung.

Die Schwierigkeiten begannen, als die Zahl der Zöglinge sank, die Lehranstalt daraufhin vermehrt Tagesschüler aufnahm und die Probleme aus den konkurrierenden pädagogischen Konzepten die Zahl der Zöglinge weiter reduzierte. Auch als Folge der ab 1831 grassierenden Cholera-Epidemie hatte das Haus 1834 nur noch sechs Zöglinge. Cauer gab sein Projekt auf und verkaufte die in Existenznot geratene Einrichtung für 36.000 Taler an den Staat (Königliche Kabinettsorder vom 3. April 1834). Der Neustart unter wesentlich veränderten Bedingungen erfolgte am 29. September 1834 ohne Cauer. Er war einige Tage vorher gestorben.

Die weitere Entwicklung führte zur völligen Abkehr vom Internatskonzept hin zur Einrichtung staatlicher Schulen. 1869 fand die Gründung des Gymnasiums statt (ab 1876 Kaiserin Augusta Gymnasium), dessen erweiterter Schulbetrieb 1899 den noch heute erhaltenen repräsentativen Bau in der Cauerstraße 36 – 37 erforderlich machte. Nach dem Krieg 1945 wurde in dem Gebäudekomplex eine Grundschule eingerichtet, die ab 1954 den Namen Ludwig Cauer trägt (Ludwig-Cauer-Grundschule).

Bekannte Schüler der Cauerschen Anstalt
Heinrich Gustav Magnus (1802–1870), Physiker, Chemiker
Felix Eberty (1812–1884), Jurist, Astronom und Schriftsteller
Julius Springer (1817–1877), Berliner Buchhändler, Verleger und Stadtverordneter
Ferdinand Henry (1819–1891), hoher preußischer Militärbeamter, Geheimer Kriegsrat
Wilhelm Hertz (1822–1901), Berliner Buchhändler und Verleger
Gotthold Eisenstein (1823–1852), Mathematiker
Ehe und Nachkommen
Siehe auch: Nachkommen von Ludwig Cauer
Carl Ludwig Cauer war verheiratet mit Marianne Louise Itzig (1794–1869), einer Tochter des Bankiers und Hofbaurats Isaak Daniel Itzig. (Dessen zwei Söhne, Benjamin (Benny) und Jakob Itzig gehörten zu den Mitgründern der Cauerschen Anstalt und zu den ersten Lehrern.) Sie begründeten eine Familie, die einige Pädagogen, Wissenschaftler, Künstler und weitere Persönlichkeiten hervorbrachte. Ihre vier Kinder waren[9]

Eduard Cauer (1823–1881), Gymnasialdirektor und Stadtschulrat von Berlin, hatte einige bekannte Nachkommen, heiratete in zweiter Ehe die Frauenrechtlerin Wilhelmine Latzel (geborene Schelle), seitdem Minna Cauer
Aimée Louise Mendelssohn (1826–1894), heiratete Wilhelm Mendelssohn, einen Cousin des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy; ein Sohn war der Komponist Arnold Mendelssohn.
Bertha Marianne Kummer (1827–1917), heiratete den Mathematiker Ernst Eduard Kummer, Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin
Emma Franziska Cauer (1828–1909)
Ludwig Cauer starb 42-jährig an einem Herzschlag am 24. September 1834. Er wurde auf dem Luisenkirchhof (Luisenfriedhof I) beigesetzt. Sein Grab ist nicht mehr erhalten.

Ehrungen
Den Namen Ludwig Cauers tragen:

die Cauerstraße in Berlin
die Ludwig-Cauer-Grundschule in Berlin
Literatur
Felix Eberty: Jugenderinnerungen eines alten Berliners, Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1878
Erich Fuchs: Fichtes Einfluss auf seine Studenten in Berlin zum Beginn der Befreiungskriege. In: Fichte Studien 2. Kosmopolitismus und Nationalidee. Edition Rodopi B. V., Amsterdam 1990, ISBN 90-5183-235-4
Rudolf Lassahn: Eine Schulgründung im Geiste Fichtes, in Zeitschrift für Pädagogik 15 (1969), S. 173–185
Johann Heinrich Pestalozzi, Sämtliche Briefe, Kritische Ausgabe (Band 14, Nachtrag). Verlag Neue Zürcher Zeitung, S. 400
Ferdinand Schultz: Jahresbericht Königliches Kaiserin-Augusta-Gymnasium zu Charlottenburg 1895
Dorothea Zöbl: Ludwig Cauer. Stapp-Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-87776-058-9 
CAUER, Jacob Ludwig (I60864)
 
3203 Herkunft und Familie
Der Stammvater war der aus Frankfurt gebürtige Johannes Olenschlager (1520–1574), Fischer zu Sachsenhausen, 1573 Pfleger des Hospitals zum Heiligen Geist. Der Familienname leitet sich von der seit etwa 1330 bestehenden Ölmühle im Ölmühlgässchen an der Dreikönigstraße unweit der Fischerstube her.[1]

Olenschlager war der Sohn des Handelsherren Johann Nikolaus Olenschlager (1656–1718)[2] und dessen Ehefrau Maria Barbara Franck, Tochter des aus Straßburg stammenden Bankiers Johann Daniel Franck.[3]

1740 lernte er die nachmalige Stiftsdame Susanne von Klettenberg (1723–1774) kennen, mit der er sich 1742 verlobte. Sie war die älteste Tochter des Arztes und Frankfurter Ratsherren, zeitweise Bürgermeisters, Remigius Seyfart von Klettenberg (1693–1766), sowie mit Johann Wolfgang von Goethe verwandt.[4] Die Verlobung wurde jedoch 1748 wieder gelöst.[5] Er heiratete im selben Jahr Sara Orth (1723–1787), die Tochter des Juristen Johann Philipp Orth und mütterlicherseits Enkeltochter des gleichnamigen Frankfurter Ratsherren und Bürgermeisters Johann Philipp Orth (väterlicherseits war er ihr Großonkel).[6] Mit ihr hatte er zwei Söhne, darunter Johann Nicolaus Olenschlager (1751–1820) und zwei Töchter.[7]

Ausbildung und Wirken
Ab dem 13. August 1727 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Marburg, ab dem 15. Juni 1729 an der Universität Leipzig und ab dem 10. Januar 1736 an der Universität Straßburg. Dazwischen reiste er nach Italien, Frankreich und Deutschland. 1736 erwarb er in Straßburg das Lizentiat der Rechtswissenschaft und wurde dann Advokat in Frankfurt am Main.

1748 wurde er Ratsherr (Senator), 1761 jüngerer Bürgermeister und 1761 Schöffe. 1771 wurde er in das Amt des Älteren Bürgermeisters gewählt. Daneben war er Königlich Polnischer und Kursächsischer Hofrat.

In seinem Haus richtete Olenschlager ein Liebhabertheater ein, für seine und die Kinder seiner Freunde. Freundschaft verband ihn mit François de Théas Graf von Thoranc, der in Johann Wolfgang von Goethes Elternhaus einquartiert war.[5] Goethe beschreibt Olenschlager in seiner Dichtung und Wahrheit, und erklärt, dass er mit ihm, den er seinen „Gönner“ nennt, in seiner Jugend gerne Gespräche geführt habe.[8]

Adelsstand
Am 6. September 1747 erhielt er, wie sein Bruder Johann Nikolaus (1713–1763),[7] Wechsler zu Frankfurt, schon 1742,[9] Wappenverbesserung und das Adelsprädikat „von“, mit dem Privileg, sich auch nach von ihm besessenen Gütern zu benennen.[10] 1771 erfolgte die Aufnahme in die Gesellschaft Zum Frauenstein. 
VON OLENSCHLAGER, Johann Daniel (I57582)
 
3204 Herkunft und Familie
Friedrich kam zur Welt als ein nachgeborener Sohn des Grafen Simon II. von Saarbrücken und seiner Gattin Liutgard bzw. Lucarde von Leiningen († nach 1239), Tochter des Grafen Emich III. von Leiningen. Seine Brüder waren Graf Simon III. von Saarbrücken († 1235/40) und der Wormser Bischof Heinrich II. von Saarbrücken († 1234). Agnes, die Schwester ihres Großvaters Simon I. von Saarbrücken, hatte als zweite Gattin den Herzog Friedrich II. von Schwaben geheiratet, wodurch sie die Stiefmutter von Kaiser Friedrich Barbarossa bzw. die Mutter seines Halbbruders Konrad wurde. Deshalb bestand ein ausgesprochen gutes Verhältnis zum Geschlecht der Staufer.

Leben
Die Mutter Luitgard bzw. Lucarde war die Schwester von Friedrich I., dem letzten männlichen Spross der Grafen von Leiningen. Er starb um 1220 und hatte schon zuvor seinen Neffen Friedrich von Saarbrücken, den Sohn seiner Schwester, als Erben bestimmt.


Älteste bekannte Darstellung der Hardenburg (um 1580)
Vor seiner Einsetzung als Erbe nannte sich der Adelige Graf Friedrich von Saarbrücken. Zum designierten Nachfolger erklärt, erbaute er sich (bereits vor 1212) bei der Grafschaft Leiningen einen Wohnsitz, die Hardenburg, welche noch als Ruine existiert.[1] Sie lag auf dem Boden des Klosters Limburg, dessen Schirmvogt sein Onkel Friedrich I. von Leiningen war. Dieser deckte jedoch die widerrechtliche Errichtung der Anlage auf fremdem Besitz, was zu Streitigkeiten mit der Abtei führte, die erst 1290 beigelegt wurden. Seit dem Bau der Hardenburg bezeichnete sich Friedrich von Saarbrücken auch als Herr von Hardenburg.

Nachdem Friedrich I. von Leiningen um 1220 verstorben war, trat der Saarbrücker Neffe die Erbfolge an und nannte sich nun Graf Friedrich II. von Leiningen. Er wurde somit zum Begründer des zweiten (jüngeren) Hauses der Grafen von Leiningen.

Politisch war Graf Friedrich II. mit König Heinrich VII. 1234/35 in die Rebellion gegen dessen Vater, Kaiser Friedrich II., verwickelt und versuchte erfolglos, das kaisertreue Worms zu erobern, unterwarf sich aber letztlich dem Kaiser und sicherte so seiner Dynastie den Fortbestand. Mit seinem Bruder, Heinrich II. von Saarbrücken, verband ihn eine innige Freundschaft.[2]

Friedrich II. wird als Autor des Minneliedes im Codex Manesse angesehen.[3][4]

Graf Friedrich II. von Leiningen starb 1237 und wurde in der Familiengruft des Klosters Höningen bestattet.

Ehe und Nachkommen
Noch zu Lebzeiten des Onkels erfolgte die Verehelichung Friedrichs II. mit Agnes von Eberstein (Tochter des Grafen Eberhard III. von Eberstein), einer Schwester des Speyerer Bischofs Konrad von Eberstein und Cousine der Hl. Hedwig sowie der Königin Gertrud von Ungarn, deren Tochter wiederum die Hl. Elisabeth von Thüringen ist. Eberhard IV. von Eberstein, ein anderer Bruder der Braut, besaß die Herrschaft Stauf in der Nordpfalz, welche er aus seinem mütterlichen Erbgut der Andechser erhalten hatte, und war dort 1241 der Gründer des Nonnenklosters Rosenthal.

Das Paar hatte mindestens 9 Kinder, davon 7 Söhne. Die bedeutendsten sind: Friedrich III. von Leiningen († 1287), welcher die Haupterbfolge antrat und um 1240 Burg Neuleiningen erbaute, Emich IV. von Leiningen († 1281), Gründer der Stadt Landau in der Pfalz, Berthold von Leiningen († 1285), Bischof von Bamberg und Heinrich von Leiningen, Bischof von Speyer († 1272).

Der älteste Sohn hieß Simon von Leiningen, starb jedoch schon früh (um 1234) und ohne Nachkommen. Seine Frau Gertrud, aus dem Haus Dagsburg, war 1225, nach fünfjähriger Ehe, noch vor ihm verstorben. Als Erbtochter des Grafen Albert II. von Dagsburg hatte sie die Grafschaft Dagsburg mit in die Ehe eingebracht, welche zunächst an ihren Mann, aber dann an dessen Bruder Friedrich III. fiel. Er und seine Nachkommen nannten sich ab dieser Zeit Grafen von Leiningen-Dagsburg.

Zwei weitere Söhne waren Walram und Eberhard. Walram wirkte als Dompropst zu Worms und Stiftspropst von St. Guido in Speyer. Er hatte Liegenschaften in Abenheim erhalten, die er 1284, „zu seinem und seiner Eltern Seelentroste“, dem Kloster Otterberg vermachte. Eberhard starb 1231 als Dominikaner in Worms und wurde nach eigenem Wunsch in deren Klosterfriedhof begraben. Sein Onkel, Bischof Heinrich von Saarbrücken, ließ den Neffen exhumieren und standesgemäß auf dem Domfriedhof bestatten. Der Orden beschwerte sich daraufhin in Rom, worauf der Papst verfügte, dass dem letzten Willen des Verstorbenen Rechnung zu tragen sei, und dieser wurde erneut auf dem Friedhof der Dominikaner beigesetzt.[5]

Eine Tochter namens Kunigunde hatte den Adligen Werner IV. von Bolanden geheiratet. Ihr Sohn Friedrich von Bolanden amtierte 1272 bis 1302 ebenfalls als Bischof von Speyer.[6] Von ihrer Enkelin Anna von Bolanden († 1320), Zisterzienserin im Kloster Kirschgarten zu Worms, ist ein wertvoller Codex erhalten. 
VON LEININGEN, Friedrich II. (I52172)
 
3205 Herkunft und Familie
Hans Reinicke war der Sohn des vornehmen Hüttenmeisters und Bergvogts Peter Reinicke und Enkel von Claus Reinicke aus Thal-Mansfeld. Die Schächte der Familie lagen bei Möllendorf und in der Nachbarschaft derer von Hans Luder, dem Vater von Martin Luther.

Eine Walpurgis Reinicke (* 23. April 1512 in Mansfeld; † 11./12. Januar 1548), möglicherweise eine Tochter von Hans Reinicke, heiratete 1531 den Wittenberger Bürgermeister Ambrosius Reuter. Eine andere Tochter (Ursula?) heiratete 1528 Philipp Glüenspieß, einen sehr angesehenen Mansfelder Bürger, der freundschaftliche Beziehungen zu den Reformatoren (ganz besonders zu Philipp Melanchthon) unterhielt und selbst eine Zeit lang den Rhetorik-Lehrstuhl an der Wittenberger Universität innegehabt hatte.[1] Die Tochter Anna Reinicke wurde mit dem Bürgermeister der Freien Reichsstadt Nordhausen Michael Meyenburg verheiratet. Der Sohn Martin Reinicke (ca. 1505–1551) ebenfalls Hüttenbesitzer und Bergvogt, heiratete Margarethe Lutterodt (1512–1569) aus Wernigerode.

Eine Schwester des Hans Reinicke heiratete den Reformationsförderer Nicolaus Oemler, deren Sohn Georg (gen. Aemilius) wurde von Philipp Schwarzerdt gen. Melanchthon protegiert.

Ein enger Freund Luthers
Reinicke war ein guter Freund von Martin Luther, 1497 besucht er mit ihm zusammen die höhere Schule, der Magdeburger Domschule in der Stadt Magdeburg, die von den Brüdern vom gemeinsamen Leben geführt wurde. Etwa Ende 1511 heiratete der zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich 28-jährige Reinicke die erst 15-jährige Ursula Zöberitz aus Halle (ca. 1496–1536). Ein der Eheschließung vorangegangener Versuch, diese zu verhindern, scheiterte.

Hans Reinicke wandte sich dem Bergwerkswesen zu und trat nach dem Studium die Nachfolge in der Leitung der väterlichen Hütte an.

Die Hüttenfamilien waren im Mansfeldischen die ersten, die sich zu Luther bekannten. In einem Brief vom 25. März 1520 trug Luther dem Mansfelder Prediger Martin Seligmann Grüße an Johann und Wilhelm Reinick auf. Wilhelm Reinicke, vielleicht ein Bruder von Hans, wurde bereits in den Bergwerksakten von 1511 erwähnt. Auch begleitete Hans Reinicke seinen Freund Luther angeblich auf dem Weg zum Reichstag zu Worms 1521.

Als reicher Hüttenmeister erhielt Hans Reinicke als Gläubiger des Grafen Hoyer VI. von Mansfeld († 1540) „fast alle zwischen dem Vorwerk Möllendorf und der Stadt Tal-Mansfeld gelegenen Grundstücke, dazu das Lehen Gut Meisberg bei Hettstedt (1522)“. Der Graf stellte „erst aus einer Reihe Ländereien ein kleines Erbgut zusammen […] und [überließ] es seinem Gläubiger […] zur Begleichung der Schulden.“[2]

Reinickes Stellung im Bauernkrieg ist nie betrachtet worden. Über seine Haltung kann jedoch kein Zweifel bestehen. Als Thomas Müntzer 1525 das aufrührerische Manifest an die Mansfeldischen Berggesellen (also Reinickes Untergebene) schreibt, geht es um Sein oder Nichtsein. Luther schlägt sich bekanntlich ganz auf die Seite der Besitzenden. 1529 beherrscht Reinicke den ganzen Saigerhandel bei der Silberhütte in Thal-Mansfeld.

Am 1. Juni 1530 besucht Reinicke Luther auf der Veste Coburg, von wo aus dieser den Reichstag zu Augsburg beobachtet.[3] Hans Reinicke berichtet dem Freund kurz darauf in einem (nicht mehr erhaltenen) Brief vom Tod seines Vaters Hans Luther am 31. Mai 1530.

Kündigung der Pachtverträge
In der Feuer- und Erbteilung von 1536 wurde das gesamte Bergwerkseigentum (45 Erbfeuer und 50 Herrenfeuer des Mansfelder und des Eislebener Berges) unter die fünf gräflichen Linien aufgeteilt. Die Grafen erneuerten die 1535 abgelaufenen Pachtverträge über die Herrenfeuer nicht mehr, nahmen die Feuer in eigene Regie. An die Stelle der Hüttenmeister traten mindestens seit 1536, oder schon früher, vom Grafen eingesetzte Faktoren (beamtete Betriebsleiter). Bis 1560 hatten die Grafen alle Herren- und Erbfeuer mit Zwang und Entrechtung erworben. Der Wortführer gegen diese Kündigung der Herrenfeuer war Hans Reinicke.[4] Genau in diese Zeit fiel der Tod seiner Ehefrau Ursula.

Alter und Tod
Nach dem Tod seiner Frau lebte Hans in Nordhausen, im Hause seines Schwiegersohnes Michael Meyenburg, wo er auch den Arzt und Philologen Janus Cornarius kennenlernte, der ihm im März 1536 in Basel sein medizinisches Werk Marcelli Viri Illustris, De medicamentis empiricis, physicis ac rationabilibus liber widmete[5].

Hans Reinicke starb am 15. Juli 1538 im Hause seines Schwiegersohnes und wurde in einer Gruft der Nordhäuser Stadtpfarrkirche St. Blasii bestattet. An der Südfassade der Kirche erinnert eine Bronzetafel an Reinicke.

Neben Töchtern hinterließ er die drei Söhne Hieronymus, Christoph und Albertus. 
REINEKE, Hans (I48632)
 
3206 Herkunft und Familie
Karoline „Chaile“ Kaulla wurde 1739 in Buchau als ältestes von sechs Kindern von Isak Raphael und dessen Ehefrau Rebecca Wassermann aus Regensburg († 1797) geboren. Der Vater war Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Buchau und Hoffaktor in Diensten des Hauses Hohenzollern-Hechingen. Der Urenkel ihres zweitjüngsten Bruders Hirsch Raphael Kaulla (ca. 1756–1798) war der Bankier und Industrielle Alfred von Kaulla (1852–1924). Mit 18 Jahren wurde Karoline Kaulla 1757 mit dem Pferdehändler Akiba „Kiefe“ Auerbach (1733–1812) in Hechingen verheiratet, mit dem sie fünf Kinder bekam, darunter die drei Söhne Mayer (1757–1823), Wolf (1758–1841) und Raphael (1763–1828). Der Nationalökonom Rudolf Kaulla (1872–1954) war ihr Urenkel.

Leben
Karoline erhielt mit ihren Geschwistern eine Erziehung, wie sie in aufgeklärten Familien der jüdischen Oberschicht des 18. Jahrhunderts üblich war: Unterricht erteilte ein Hauslehrer. Karoline übernahm die Leitung des Pferdehandels, da sich ihr Mann vornehmlich mit dem Studium der Tora und des Talmud befasste und die wirtschaftliche Absicherung der rasch wachsenden Familie seiner Ehefrau überließ.[1]

Karoline Kaullas geschäftliche Karriere begann aber erst richtig, als sie nach dem Tod ihres Vaters 1760 dessen Geschäfte übernahm. Karoline Kaulla gründete in Hechingen das Großhandelshaus „Kaulla & Cie.“, in das ihr Bruder Jacob Raphael später eintrat. Die Geschwister handelten zunächst mit Luxuswaren (z. B. edlen Pferden, kostbaren Textilien, Juwelen, seltenen Münzen und Medaillen). Im Jahre 1768 erhielt sie als Neunundzwanzigjährige vom Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen ihr Patent als Hoffaktorin „Kaula Raphael“. Aus der hier verwendeten Umschreibung „Kaula“ oder „Kaulla“ ihres deutschen Namens Karoline entstand ihr neuer, im Geschäftsleben der Zeit bald allgemein gebräuchlicher Familienname, der so erfolgreich war, dass ihn auch ihr Ehemann, ihre Brüder und deren Nachkommen übernahmen. 1770 wurde sie auf ihr Gesuch hin Herzoglich-Württembergische Hoffaktorin und damit Nachfolgerin des württembergischen Hoffaktors Joseph Süß Oppenheimer (1672–1738), der in Stuttgart hingerichtet worden war. 1780 wurde Karoline Kaullas jüngerer Bruder, Jacob Raphael Kaulla (ca. 1750–1810), ebenfalls Hoffaktor der Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen.

Den ersten großen Auftrag als Heereslieferantin erhielten die Kaullas 1790 für die in den Niederlanden stehenden habsburgischen Truppen. Während der Koalitionskriege (1792–1815) belieferten sie insbesondere die kaiserlichen Armeen. Der aus diesem Handel erzielte Reichtum bildete die Grundlage für die seit etwa 1800 in vermehrtem Maße festzustellenden Geldgeschäfte der Kaullas. Insbesondere wurden Kredite an das Herzogtum Württemberg vergeben, welche durch zu erwartende britische Hilfszahlung („Subsidien“) gedeckt waren. Diese Zahlungen gingen im Laufe der Koalitionskriege in die Millionen von Gulden. Im Jahre 1797 erhielten die Geschwister Kaulla den Hofschutz für die württembergischen Residenzen Stuttgart und Ludwigsburg, den der Herzog jedoch nach Protesten aus der Stuttgarter Bürger- und Kaufmannschaft 1798 zurücknehmen musste. Stattdessen wurde Jacob Raphael Kaulla am 9. Februar 1800 zum Hofbankier in Stuttgart ernannt.

1802 überführten Karoline Kaulla und ihr Bruder Jacob Raphael Kaulla den Hauptsitz ihres Handelshauses nach Stuttgart. Außerdem gliederten sie das Geldgeschäft des Handelshauses in eine ebenfalls in Stuttgart ansässige Tochtergesellschaft aus und nannten das so geschaffene Bankhaus „M. & J. Kaulla“. Das „M“ stand für „Madame“. Damit hatte Karoline Kaulla neben dem blühenden Handelshaus auch die erste Privatbank in Stuttgart ins Leben gerufen. Herzog (ab 1806 König) Friedrich Wilhelm Karl von Württemberg beteiligte sich mit 50 % an dem 150.000 Taler betragenden Startkapital der Bank. Aufgabe dieser Hofbank war nicht nur die Abwicklung der königlichen Geldgeschäfte, sondern auch die Gewährung von Darlehen für Unternehmensgründungen.

1805 in „Königlich Württembergische Hofbank“ umbenannt, blieb dieses Institut unter gleichbleibender Beteiligung des Königs eine halbstaatliche Privatbank.[2] Diese Bank wurde bis 1915 von Mitgliedern der Familie Kaulla geleitet. 1922 wurde sie von der Württembergischen Vereinsbank übernommen und ging 1924 mit dieser in der Deutschen Bank auf.[3]

1806 ernannte König Friedrich von Württemberg Karoline und Jacob Raphael Kaulla und drei weitere Mitglieder der Familie Kaulla und ihre sämtlichen Nachkommen zu württembergischen Untertanen mit vollen Rechten. Von 1807 bis 1814 erhielten die Kaullas zudem das württembergische Salzmonopol verpachtet.


Grabdenkmal auf dem Jüdischen Friedhof in Hechingen
Am 18. März 1809 starb Karoline Kaulla 70-jährig in Hechingen. Sie ist auf dem Jüdischen Friedhof in Hechingen beigesetzt; ihr eindrucksvolles Grabdenkmal ist erhalten.[4]

Wohltätigkeit
Ihr soziales Engagement brachte Karoline Kaulla schon zu Lebzeiten Achtung ein. Außerdem setzte sie ihre guten Kontakte zum Fürstenhaus Hohenzollern-Hechingen zu Gunsten der jüdischen Gemeinde in Hechingen ein. Dort stiftete sie neben einem Heim für obdachlose Juden 1803 auch eine Talmudschule und eine Bibliothek.

Ehrungen
Für die Verdienste bei den Heereslieferungen an die kaiserlichen Armeen hatte Jacob Raphael Kaulla schon 1801 den Titel eines Kaiserlichen Rats erhalten. Karoline Kaulla wurde 1808 von Franz II. mit der großen kaiserlichen Zivilverdienstmedaille an der goldenen Ehrenkette ausgezeichnet. Nach einer Familienlegende habe der Kaiser Madame Kaulla zuerst die Erhebung in den erblichen Adelsstand angeboten. Diese lehnte jedoch aus Furcht ab, eine Standeserhöhung könnte ihre Nachkommen dazu verleiten, vom jüdischen Glauben abzufallen. Nicht weniger als fünf Mitglieder ihrer Familie, alle jüdischen Glaubens, erhielten in späteren Jahren aufgrund eigener Verdienste den württembergischen Personaladel.[5] Aber nur ein Mitglied der Familie Kaulla, Joseph Wolf Kaulla (seit 1841 von Kaulla), erhielt den Erbadel, allerdings nicht in Württemberg, sondern im benachbarten Fürstentum Hohenzollern-Hechingen.[6]

Nach Karoline Kaulla sind Straßen in Hechingen[7], Schwäbisch Hall[8] und Stuttgart[9] benannt.

Siehe auch
Alfred von Kaulla (1852–1924), deutsch-jüdischer Bankier und Industrieller. Er gab den entscheidenden Anstoß zur Gründung der Anatolischen Eisenbahngesellschaft. Urenkel von Hirsch Raphael Kaulla (ca. 1756–1798), zweitjüngster Bruder von Karoline Kaulla;
Rudolf Kaulla (1872–1954), deutsch-jüdischer Hochschullehrer, Buchautor und Teilhaber bei der Bank Jacob S.H. Stern. Urenkel von Karoline Kaulla;
Guido von Kaulla (1909–1991), deutscher Schauspieler, Buch- und Drehbuchautor.
Literatur
Lea Hampel: Frühe Botin der Globalisierung. Karoline Kaulla war zeitweise eine der reichsten Frauen Europas. Sie finanzierte unter anderem die Kriege des Kaiserreiches gegen Napoleon. Aber die Gesellschaft setzte ihr Grenzen. Deshalb ließ die fromme Geschäftsfrau ihrem Bruder den Vortritt (SZ-Serie Diese Frauen haben die Finanzwelt bewegt, Teil 26), in: Süddeutsche Zeitung, 29./30. August 2015, S. 26.
Rotraud Ries: „An Weisheit und Rat war sie bedeutender als ein Mann“ – Madame Kaulla (1739–1809) und die Formen der Memoria für eine ungewöhnliche Frau. In: Irene Pill (Red.): „Welche Welt ist meine Welt?“: jüdische Frauen im deutschen Südwesten. Winter, Heidelberg 2009 (Laupheimer Gespräche 5; 2004), ISBN 978-3-8253-5636-1, S. 111–134.
Rotraud Ries: Chuzpe, Kalkül und Phantasie – Karriere und Nachruhm der Unternehmerin Mme. Kaulla (1739-1809), Vortrag auf dem Deutschen Historikertag, 3. Oktober 2008
Gabriele Katz: Die erste Unternehmerin Süddeutschlands und die reichste Frau ihrer Zeit. Madame Kaulla. Markstein-Verlag, Filderstadt 2006, ISBN 978-3-935129-32-9.
Wolfgang Schmierer: Baden-Württembergische Portraits, herausgegeben von Elisabeth Noelle-Neumann. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, Stuttgart 1999, ISBN 3-421-05271-9, S. 37–41.
Sybille Oßwald-Bargende: Gruppenbild mit Dame: Madame Karoline Kaulla, Hoffaktorin. In: Stuttgarter Frauenmuseum e. V., Gleichstellungsstelle Stuttgart (Hrsg.): Heimlich, still und fleißig? Frauenarbeit in der Region Stuttgart seit dem 18. Jahrhundert; ein geschichtliches Lesebuch. Silberburg-Verlag, 1995, ISBN 3-87407-216-9, S. 59–71.
Heinrich Kohring: Die Inschriften der Kaulla-Grabdenkmäler auf dem jüdischen Friedhof in Hechingen, Text und Übersetzung sowie philologischer und inhaltlicher Kommentar. In: Zeitschrift für hohenzollerische Geschichte. Bd. 21 (1985), S. 171–213.
Rudolf Lenz: Kaulla, Chaile, geborene Raphael. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 360–362 (deutsche-biographie.de).
Heinrich Schnee: Madame Kaulla. In: Max Miller / Robert Uhland (Hrsg.): Lebensbilder aus Schwaben und Franken. Bd. 9, Kohlhammer, Stuttgart 1963, S. 85–104.
Adrienne Braun: Karoline Kaula (1739–1809), Geschäftsfrau und Geldjongleurin. In: Künstlerin, Rebellin, Pionierin. 20 außergewöhnliche Frauen aus Baden-Württemberg. Südverlag, Konstanz 2016, ISBN 978-3-87800-035-8, S. 29–33. 
KAULLA, Karoline ´Chaile` (I61109)
 
3207 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I52706)
 
3208 Herkunft und Familie
Radecke war der Sohn des Schullehrers, sowie evangelischen Kantors und Organisten zu Dittmannsdorf Siegismund Radecke (1800–1876) und seiner Frau Henriette, geb. Riedel (1801–1853).[1] Von den insgesamt zehn Geschwistern erreichten nur fünf die Volljährigkeit. Neben Robert waren dies sein älterer Bruder Rudolf (1829–1893), der auch in Berlin als Chorleiter und Musikpädagoge tätig war, die Schwester Emma (1833–1900), die 1864 den evangelischen Pfarrer Hermann Klein (1816–1889) zu Friedland heiratete, sowie die jüngeren Brüder Reinhold (1835–1867) und Reinhard (1838–1859), die beide relativ jung verstarben. Roberts Onkel väterlicherseits war der evangelische Theologe und Prediger Ernst Radecke (1790–1873), der sich vor allem als Konsistorialrat und Hofprediger zu Wernigerode einen Namen machte und den mit Robert eine lange Brieffreundschaft verband. 
RADECKE, Albert Martin Robert Radecke (I60080)
 
3209 Herkunft und frühe Jahre

Disraeli, Gemälde von 1852 – rückblickende Darstellung als junger Mann

Disraeli 1878
Benjamin Disraeli (ursprünglich „d’Israeli“) stammte aus einer sephardisch-jüdischen Familie aus Italien, wurde aber im Alter von 12 Jahren im Jahre 1817 anglikanisch getauft. Geboren wurde er am 21. Dezember 1804 im Bloomsbury District in der 6 King’s Road, Bedford Row.[1] Sein Vater, Isaak D’Israeli, war Autor verschiedener Werke, unter anderem The Life and Reign of Charles I. Zu seiner Mutter, Maria Basevi, hatte er ein distanziertes Verhältnis. Disraeli hatte eine ältere Schwester Sarah (1802–59) und drei jüngere Brüder: Naphtali (geboren und gestorben 1807), Ralph (1809–98) und James(1813–68).[2] Sein Vater besuchte die orthodoxe Bevis-Marks-Synagoge in London, war aber eher an einem reformierten Judentum interessiert. Der junge Benjamin Disraeli besuchte eine Schule in Islington und zwei wenig prestigeträchtige Privatschulen in Blackheath und Walthamstow. Dick Leonard vermutet, dass Disraeli in Walthamstow eine Zeitlang eine Art Liebesbeziehung zu einem anderen Schüler gehabt habe.[3] Andere Biographen sehen dies nicht.

Nach seiner Schulzeit studierte Disraeli Rechtswissenschaften. 1826 erschien sein erstes Buch, der Roman Vivian Grey, welcher sich ausgezeichnet verkaufte. In den folgenden Jahren erschienen unter anderem Contarini Fleming (1832), Alroy (1833) und Henrietta Temple (1837); alle behandeln politische und soziale Fragen auf eine Art, die seine politischen Anschauungen verrät. In seiner Grundeinstellung war er zeitlebens eher konservativ, ohne ein typischer Konservativer zu sein.

Mit dem als Schriftsteller verdienten Geld bereiste er Anfang der 1830er Jahre Spanien, das Osmanische Reich und den Balkan. Zwischen 1832 und 1835 kandidierte er mehrmals erfolglos für das britische Unterhaus – erst für die Radikalen, später für die Konservativen. Im Jahr der Thronbesteigung Königin Victorias 1837 hatte er endlich Erfolg und zog ins Unterhaus (House of Commons) ein. Durch seine extravagante und arrogante Art stieß er anfänglich auf Unverständnis und Ablehnung. Mit der Zeit verschaffte er sich trotzdem den Respekt der Abgeordneten. 1839 heiratete Disraeli Mary Anne Lewis (1792–1872) die Witwe des Unterhausabgeordneten Wyndham Lewis (1780–1838). Mary Lewis war 12 Jahre älter als ihr neuer Ehemann.

Disraelis Aufstieg als Gegner Peels
Die Regierung Lord Melbournes endete 1841 durch den Rücktritt des Premiers. Die folgenden Wahlen gewannen die Konservativen, und Disraeli sah seine Chance für einen Kabinettsplatz in der neuen Regierung von Sir Robert Peel. Doch Peel lehnte das Buhlen des jungen Politikers um einen Kabinettsposten ab. So blieb Disraeli auch in den kommenden Jahren ein Hinterbänkler mit viel Charisma. Disraeli, der seine Aufstiegschancen zerstört sah, wurde nun zu einem der schärfsten Kritiker Peels. Peel, der im Zuge der beginnenden Industrialisierung einen Hang zum immer mächtigeren Bürgertum entwickelte, sah sich oft in der Defensive gegenüber einem eher ungewöhnlichen Bündnis zwischen Aristokratie und der neu entstehenden Arbeiterschaft in Großbritannien, das unter anderem von Benjamin Disraeli unterstützt wurde. Sozialistisches beziehungsweise kommunistisches Gedankengut waren zu dieser Zeit noch nicht formuliert. Disraeli meinte, dass der Adel eine historische Verpflichtung gegenüber der Arbeiterschaft habe, und traf sich mit anderen Politikern mit ähnlichen Bestrebungen. Sie gründeten eine Interessengemeinschaft mit dem Namen Young England Group. Diese Gruppierung wurde auch die Grundlage für Disraelis neue Romane Coningsby (1844), Sybil (1845) und Tancred (1847).

1846, als Peel die Aufhebung der Getreidezollgesetze zugunsten des Freihandels durchsetzte, gewann Disraeli durch seine rhetorisch brillanten Angriffe auf Peel die Führung der Protektionisten. Im folgenden Jahr konnte die Konservative Partei, inzwischen gespalten in Freihandels-Befürworter unter Peel und Protektionisten unter Disraeli, die Parlamentswahlen nicht mehr gewinnen.

Ab 1847, nach dem Kauf des Herrenhauses Hughenden Manor, war es die Grafschaft Buckinghamshire, in der er seinen Wahlkreis hatte. Disraeli unterstützte den liberalen Premierminister Lord Russell, als dieser das Verbot aufhob, das Juden vom britischen Parlament ausgeschlossen hatte. Mit der von Disraeli mitgetragenen Jewish Disabilities Bill waren jüdische Bürger ab 1848 endlich wählbar – es war sein Freund Lionel de Rothschild, der für den Wahlkreis City of London als erster jüdischer Abgeordneter im Unterhaus Platz nahm. 1852, nachdem Lord Russell sein Amt abgegeben hatte, gewannen die Konservativen unter Lord Derby die Wahlen. Disraeli wurde Schatzkanzler. Die Regierung Derby überdauerte nur wenige Monate, da es der Regierung nicht gelang, den Haushalt durch das Unterhaus zu bringen. Die Regierung Lord Derbys trat daraufhin zurück und wurde durch Lord Aberdeen ersetzt, der das Vereinigte Königreich in den Krimkrieg führte.

Erst sechs Jahre später bekamen Lord Derby und Benjamin Disraeli wieder die Möglichkeit, eine Regierung zu bilden. Disraeli wurde wieder Schatzkanzler. Auch diese Regierung war nicht von langer Dauer, sie endete nach nur 18 Monaten. Ein Versuch Disraelis, ein neues Wahlrecht einzuführen (alle Steuerzahler sollten das Wahlrecht erhalten), scheiterte. Lord Palmerston, ein Liberaler, wurde 1859 Premierminister. Erst 1866 gelang es dem Duo Derby/Disraeli, wieder eine Regierung zu bilden. Ein Jahr später konnte Disraeli den Reform Act 1867 durch ein temporäres überparteiliches Bündnis in die Wege leiten. Die Anzahl wahlberechtigter Männer stieg dadurch deutlich und im Parlament überrepräsentierte rotten boroughs wurden zum Teil aufgelöst. 
DISRAELI, Benjamin (I61083)
 
3210 Herkunft und frühe Jahre
Otto war der Sohn Herzog Ludwigs I. von Bayern und Ludmillas von Böhmen, der Witwe des Grafen Albert III. von Bogen. Otto wurde im Alter von sechs Jahren mit Agnes von der Pfalz († 1267) verlobt, der Erbin der Pfalzgrafschaft bei Rhein (der späteren Kurpfalz), die sein Vater 1214 als Lehen erhielt und bis zu Ottos Schwertleite 1228 verwaltete. Als Pfalzgraf war Otto auch Reichsvikar und hatte eine Schlüsselstellung bei der Königswahl. 1231 folgte er seinem ermordeten Vater auch als Herzog von Bayern nach. Der herzogliche Vorort verlagerte sich in der Folge von Kelheim nach Landshut.

Herzog, Pfalzgraf und Reichsgubernator
Im Kampf gegen Friedrich von Österreich besetzte Otto 1233 Wels und geriet dadurch in Konflikt mit dessen Verbündeten, den gegen seinen Vater Kaiser Friedrich II. rebellierenden König Heinrich, in dessen Verlauf Otto seinen Sohn Ludwig als Geisel stellen musste. 1234 befand sich Otto wieder in einer Auseinandersetzung, diesmal gegen Salzburg, Regensburg, Augsburg, Tölz, Hohenburg und Freising um seine feudalen Rechte durchzusetzen. Unter dem Einfluss von Albert Behaim näherte sich Otto dem Papst an, was jedoch zu weiteren Fehden mit den kaiserlich gesinnten Bischöfen führte, und 1238 verbündete er sich mit Böhmen gegen die Staufer.

Wegen steigender Spannungen mit König Wenzel I. von Böhmen, Misstrauen gegen den späteren Gegenkönig Heinrich Raspe IV. und dem Mongolensturm näherte sich Otto schließlich den Staufern an. Nachdem der Streit mit Kaiser Friedrich II. zu Ende war, trat Otto 1241 endgültig der staufischen Partei bei. Seine Tochter Elisabeth wurde mit Kaiser Friedrichs jüngeren Sohn Konrad IV. verheiratet. Aus diesem Grund wurde Otto vom Papst exkommuniziert. Im Auftrag der Staufer ging Otto nach dem Aussterben der Babenberger 1246 in Österreich gegen den Anspruch Hermanns VI. von Baden vor, der mit Gertrud von Babenberg verheiratet war. Schließlich übertrug der Kaiser 1248 Otto die Verwaltung Österreichs, das er aber gegen Wenzels Sohn, den späteren König Ottokar II. von Böhmen nicht behaupten konnte, der 1251 in Österreich einzog. Als Pfalzgraf bei Rhein lag Otto zudem im Konflikt um Lorsch lange in Streit mit dem Erzbistum Mainz.

Bevor er nach dem Tode seines Vaters nach Sizilien zog, um dort sein Erbe anzutreten, betraute König Konrad IV. im Juni 1251 Otto auf einem Reichstag zu Augsburg mit der Ausübung der Herrschaft im Reich, womit Otto zum letzten jemals ernannten Reichsgubernator wurde. Unerwartet starb Otto, während er noch im Kirchenbann war, Ende November 1253 und wurde im Benediktinerkloster Scheyern begraben. Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.

Dynastische Bedeutung
Unter Ottos Herrschaft kamen Gebiete der aussterbenden Adelsgeschlechter der Grafen von Bogen, der Grafen von Andechs und der Ortenburger an die Wittelsbacher. Mit dem Ortenburger Rapoto III. starb 1248 der letzte offizielle Pfalzgraf von Bayern. Rechte und Besitz eigneten sich im Laufe der Zeit die Herzöge von Bayern an. Als 1248 mit Otto von Meranien auch die Grafen von Andechs aussterben, kam jedoch der ehemalige südwestliche Landesteil nicht an Bayern zurück, sondern fiel an die Grafen von Tirol. Mit den Besitztümern der Grafen von Bogen nach dem Tode von Ottos Halbbruder Albert kam 1242 auch deren weiß-blaues Rautenwappen zu Bayern, das bis heute Bestandteil des Bayerischen Staatswappens ist. Die gewonnenen Besitz- und Herrschaftsrechte wurden nicht mehr als Lehen ausgegeben, sondern mit Hilfe meist herzoglicher Ministerialen und durch ein neu geschaffenes Verwaltungssystem gesichert. Unter Otto II. begann der Aufbau einer einheitlichen Gesetzgebung, so entstanden erst Ämter, dann Pflegegerichte. 
(BAYERN), Otto II. ´der Erlauchte` ´der Erlauchte` (I1935)
 
3211 Herkunft und frühe militärische Karriere
Henry Percy entstammte der anglonormannischen Familie Percy. Er wurde als ältester Sohn von Henry Percy, 2. Baron Percy und von dessen Frau Idonea, einer Tochter von Robert de Clifford, 1. Baron de Clifford und dessen Frau Maud de Clare geboren. Sein Vater gehörte zu den führenden englischen Militärs während der schottischen Unabhängigkeitskriege, und auch sein Sohn nahm an den Feldzügen des englischen Königs Eduard III. teil. Während sein Vater jedoch an der Grenze zu Schottland kämpfte, nahm Henry an den Feldzügen zu Beginn des Hundertjährigen Kriegs gegen Frankreich teil. 1340 nahm er an der Seeschlacht von Sluis teil. Im März 1344 diente er unter Richard FitzAlan, 10. Earl of Arundel, und 1346 gehörte er zu dem englischen Heer, das im August einen klaren Sieg über die Franzosen in der Schlacht bei Crécy erkämpfte. Im Juni 1347 und im November 1349 gehörte er zu den Truppen des Earl of Lancaster in der Gascogne, und im August 1350 nahm er an der Seeschlacht von Winchelsea teil.

Diplomat in Schottland
Nach dem Tod seines Vaters 1352 erbte er dessen umfangreiche Besitzungen in Nord- und Südengland und den Titel Baron Percy. Zu dieser Zeit verfolgte König Eduard III. nicht mehr das Ziel, Edward Balliol zum König von Schottland zu machen. Stattdessen versuchte er, die Schotten von einem Bündnis mit Frankreich abzuhalten. Percy erhielt nun die Aufgabe, wie sein Vater die englische Nordgrenze gegen schottische Angriffe zu sichern. Dafür wurde er im Juli 1352 einer der Hüter der Scottish Marches. Im September 1355 wurde er Verwalter von Roxburgh Castle sowie für zwei Jahre Sheriff von Roxburghshire. Am 30. Januar 1356 bezeugte er die Übergabe des schottischen Thronanspruchs von Edward Balliol an Eduard III., anschließend nahm er an dem folgenden englischen Invasionsversuch nach Schottland teil. Im Juli 1356 ernannte ihn der König wieder zu einem Hüter der Scottish Marches, dazu gehörte er der englischen Verhandlungsdelegation an, die mit dem im Oktober 1357 geschlossenen Vertrag von Berwick den zweiten schottischen Unabhängigkeitskrieg beendete.

Teilnahme am Hundertjährigen Krieg gegen Frankreich
Percy konnte damit am Krieg gegen Frankreich teilnehmen. Im September 1355 diente er als Marshal der englischen Truppen in Calais, und von 1359 bis 1360 nahm er an dem vergeblichen Feldzug nach Reims teil, mit dem Eduard III. die Stadt erobern und sich dort zum König von Frankreich krönen lassen wollte. Am 24. Oktober 1360 gehörte Percy zu den Magnaten, die in Calais die Einhaltung des Friedens von Brétigny beschworen. Mit dem Abschluss dieses Friedens hatte Percy nun auch keine Möglichkeit mehr, sich im Kampf gegen Frankreich auszuzeichnen. Als einer der führenden Magnaten bezeugte er am 19. Oktober 1364 in Dover den Heiratsvertrag zwischen Edmund, Earl of Cambridge und der Herzogin Margarete von Burgund. Aufgrund der Intervention des französischen Königs kam die Heirat zwischen einem englischen Prinzen und der Erbin weiter Gebiete in Nordostfrankreich jedoch nicht zustande. 
PERCY, Henry (I57188)
 
3212 Herkunft und Jugend

Eadgifu wurde als Tochter des englischen Königs Eduard I. (899–924) aus dem Haus Wessex und dessen zweiter Gemahlin Ælfflæd in Wessex geboren. Sie wird in angelsächsischen Quellen kaum erwähnt. In fränkischen Texten ist ihr Leben hingegen recht gut dokumentiert.[2]
Erste Ehe

Zwischen 917 und 919 wurde sie mit dem verwitweten westfränkischen König Karl III. (893/898–922) verheiratet.[3] Als Wittum erhielt sie von Karl das königliche Gut Tusey an der Maas in Lotharingia. Karl hatte aus seiner ersten Ehe sechs Töchter. Zwischen April und September 921 brachte Eadgifu mit Ludwig, dem späteren König Ludwig IV. Transmarinus (d'Outremer, „der Überseeische“; 936–954), den ersehnten männlichen Erben zur Welt. Ab 920 hatte Karl mit einem starken Widerstand des Adels zu kämpfen. Dies gipfelte darin, dass Robert I. (922–936) zum König proklamiert wurde und Karl 923 in die Gefangenschaft von Graf Heribert II. von Vermandois geriet, in dessen Kerker er am 7. Oktober 929 verstarb.[2]  
VON WESSEX, Eadgifu (I1961)
 
3213 Herkunft und Name

Das mutmaßliche Schwert „Colada“ des Rodrigo Díaz de Vivar, genannt „El Cid“
Rodrigo (Kurzform Ruy) wurde als Sohn des dem mittleren kastilischen Adel (Infanzón) entstammenden Diego Laínez und der Teresa Rodríguez geboren. Weder Jahr noch Ort der Geburt sind belegt. Die Vermutungen der Historiker zum Geburtsjahr schwanken zwischen 1041 und 1057, als am wahrscheinlichsten gilt der Zeitraum zwischen 1045 und 1050. Der Name Rodrigo Díaz bedeutet „Rodrigo, Sohn des Diego“, was der damaligen Konvention im Königreich Kastilien entsprach, als Nachnamen das vom Vornamen des Vaters abgeleitete Patronym zu verwenden. Der Zusatz „de Vivar“ und damit die Verknüpfung zu dem traditionell als Geburtsort genannten Dorf Vivar del Cid[1] in der Nähe von Burgos taucht erstmals um 1200 im Cantar de Mio Cid auf. In zeitgenössischen Urkunden ist Vivar als Geburtsort nicht belegt.

Den Beinamen Campeador (bzw. lat. Campidoctor) führte Rodrigo – urkundlich belegt – schon zu Lebzeiten. Dabei handelt es sich um einen von campio (lat. Kämpe, Duellkämpfer) hergeleiteten Titel, der auf das siegreiche Bestehen von Zweikämpfen als Kampfesstellvertreter eines Kriegsherrn oder einer Streitpartei verweist. Im Deutschen wird dieser Beiname meist mit „der Kämpfer“ übersetzt, man könnte auch „Recke“ oder ganz wörtlich „der Champion“ sagen. Die Bezeichnung Rodrigos als mein Cid („Meo Çidi“) taucht hingegen erst 50 Jahre nach seinem Tod in einem Gedicht auf. Sie leitet sich aus dem Arabischen ab und bedeutet so viel wie „mein Herr“. Es handelt sich um eine auch sonst belegte Anrede militärischer Führer oder Herren, die durchaus schon zu der Zeit gebraucht worden sein könnte, in der Rodrigo Díaz als Söldnerführer in der spanischen Levante operierte oder Valencia beherrschte; zeitgenössische Belege dafür gibt es aber nicht.

Aufstieg
Rodrigos Vater hatte sich als Soldat im Krieg gegen Navarra Verdienste erworben, und dessen Vater Laín Núñez taucht als Zeuge in Urkunden König Ferdinand des Großen von Kastilien und León auf. Der Legende nach geht seine väterliche Linie bis auf Laín Calvo zurück, einen der sagenhaften „Richter“ Kastiliens.[2] Auch sein Großvater mütterlicherseits, Rodrigo Álvarez, war Anhänger Ferdinands und verwaltete im Auftrag des Königs mehrere Burgen im Grenzgebiet. Nach dem Tod seines Vaters (um das Jahr 1058) kam Rodrigo als Halbwaise an den Hof König Ferdinands und wurde dort zusammen mit dessen Sohn Sancho erzogen.

Nach dem Tod des Königs 1065 und der Aufteilung des Reiches unter seinen drei Söhnen blieb er im Gefolge Sanchos, der als Sancho II. König von Kastilien wurde und die Herrschaft über die anderen beiden Teilreiche Galicien und León anstrebte. Rodrigo bekleidete das Amt eines königlichen Bannerträgers (Alférez Real oder Armiger Regis) und errang in dieser Funktion erste militärische Erfolge als Truppenführer. Bereits in seiner Zeit am kastilischen Hof erhielt er den Beinamen el Campeador.

Während der Belagerung von Zamora wurde Sancho 1072 ermordet. Als sein Bruder und Kontrahent Alfons VI. die Königreiche León und Kastilien wieder vereinigte, soll ihm Rodrigo Díaz als Alférez der Legende nach einen von den kastilischen Ständen (Cortes) angeblich verlangten Reinigungseid abgenommen haben, mit dem Alfons beteuerte, nichts mit dem Tod seines Bruders zu tun zu haben. Die Historizität dieser Eidesleistung wird jedoch heute von der Mehrzahl der Autoren stark angezweifelt oder bestritten.[3] Jedenfalls blieb Rodrigo wie viele andere Gefolgsleute Sanchos im Dienste des neuen Königs, musste das Amt des Bannerträgers jedoch abgeben. Es wurde kurze Zeit darauf von einem zum Grafen von Nájera avancierten kastilischen Ritter namens García Ordóñez bekleidet, der in der Legende eine Rolle als höfischer Widersacher Rodrigos spielt (was vermutlich der Wirklichkeit entspricht). Um 1075 heiratete Rodrigo Díaz die in frühen Quellen als „Verwandte des Königs“ bezeichnete Jimena Díaz, deren tatsächliche Herkunft jedoch ungeklärt ist. Nach traditioneller Auffassung gilt sie als Tochter eines (nicht belegten) Grafen Diego von Oviedo, und es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass sie tatsächlich einer adligen asturischen Familie entstammte. Für den Ritter war mit dieser offenbar vom König arrangierten Heirat jedenfalls ein gesellschaftlicher Aufstieg verbunden, was sich besonders an dem urkundlich belegten großen Landbesitz des Paares zeigt. Auch trat Rodrigo bei mehreren Gelegenheiten als Mitglied von königlichen Schiedsgerichten in Erscheinung, die Streitigkeiten unter Adligen schlichteten.

Verbannung und Eroberungen
Nach eigenmächtigen Eroberungszügen und einer von König Alfons nicht gewünschten Einmischung in einen regionalen Konflikt, der 1079 zwischen den maurischen Kleinkönigreichen Sevilla und Granada im Süden der Halbinsel entstanden war und in dessen Verlauf es Rodrigo Díaz in der Schlacht von Cabra gelang, seinen auf der anderen Seite kämpfenden Konkurrenten García Ordóñez in demütigender Weise gefangen zu nehmen, fiel Rodrigo beim König in Ungnade und wurde aus seiner Heimat Kastilien verbannt. Asyl fand er kurze Zeit später am Hof des maurischen Fürsten al-Mu'tamin von Saragossa. Formal in dessen Diensten stehend, schuf er eine stehende Söldnertruppe, mit der er in benachbarten Territorien unter anderem auch gegen christliche Gegner operierte, wobei sich seine Kämpfer hauptsächlich aus der erzielten Beute selbst finanzierten. Neben seinen Fähigkeiten als militärischer Führer trug auch diese neuartige Organisationsform mit zu den Erfolgen der „Bande“ bei, deren Führer man sich in dieser Phase als eine Art „Raubritter“ oder „Warlord“ vorstellen darf. Mit seiner stetig wachsenden Schar baute sich der Cid nach und nach eine eigene Machtposition in der spanischen Levante auf.


Statue des Cid in Burgos
Nach der schweren Niederlage der Kastilier gegen das von den maurischen Fürsten ins Land gerufene Heer der berberischen Almoraviden unter Yusuf ibn Taschfin in der Schlacht bei Zallaqa kam es ab 1086 zur zeitweiligen Annäherung zwischen dem Cid und Alfons VI. Etwa ab dieser Zeit übernahm Rodrigo nach und nach die Schutzherrschaft über das formal mit Kastilien verbündete maurische Fürstentum Valencia, das er vor der Eroberung durch die Katalanen unter Graf Berengar Raimund II. bewahrte und ab 1089/90 zum Bollwerk gegen die erneut vordringenden maurisch-almoravidischen Kräfte auszubauen suchte. Nachdem der aus der toledanischen Taifendynastie der Dhun-Nuniden stammende Fürst Yahya II. al-Qadir 1092 im Verlauf einer Stadtrevolte ermordet und die Stadt vorübergehend von almoravidischen Truppen besetzt worden war, nahm der Cid sie am 15. Juni 1094 ein und schlug das Entsatzheer der Almoraviden kurze Zeit später in der Schlacht von Cuarte. Gestützt auf die anti-almoravidische Partei unter den maurischen Stadtbewohnern und die kleinere Gruppe der Mozaraber, übernahm er daraufhin die Macht in Valencia und beherrschte das Königreich bis zu seinem Tod am 10. Juli 1099 als oberster Richter und Herr (Señor). Dabei gelang ihm zunächst noch die erfolgreiche Verteidigung gegen die vorrückenden Almoraviden, die er unter anderem im Januar 1097 unter Mithilfe von König Peter I. von Aragonien in der Schlacht bei Bairén nochmals empfindlich schlug. Schon wenige Jahre nach Rodrigos Tod wurde die Stadt aber endgültig für das almoravidische Reich erobert.

Herrschaft in Valencia
Rodrigos Herrschaft in Valencia wird in den Quellen übereinstimmend als ein strenges Regiment beschrieben. Berichtet wird von Spitzelwirtschaft, Folterungen und grausamen Bestrafungen ihm feindlich gesinnter Bürger. Maurisch-arabische Chronisten und Dichter beklagten den Verlust Valencias einhellig als schreckliche Katastrophe für die Bewohner (wobei ihre Schilderungen sicher auch propagandistische Überzeichnungen enthalten). Natürlich erlebte die Mehrzahl der (mehrheitlich muslimischen) Einwohner diese Zeit als Okkupation. Allen war das Tragen von Waffen verboten; Gegner des Regimes wurden der Stadt verwiesen und mussten sich außerhalb der Mauern in der Vorstadt Alcúdia ansiedeln, während wohlhabende Parteigänger des Cid ihre Besitzungen und innerstädtischen Häuser behalten durften. Dabei muss man sich die prekäre Lage des neuen Herrn dieser Stadt vor Augen halten, deren Umland ständig von feindlichen Kräften besetzt oder bedroht war und die sich daher praktisch dauernd in einer Art „Belagerungszustand“ befand. Offenbar bemühte sich der Cid in dieser Situation zumindest zeitweilig auch darum, religiöse Gegensätze zu überbrücken, um die Bevölkerung für sich zu gewinnen. Als Beauftragte für die Stadtregierung bediente er sich der Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Gleichzeitig versuchte er dem Anschein nach, christliche Siedler ins Land zu ziehen, da er in umliegenden Orten, in denen es bis dahin keine mozarabischen Christen gegeben hatte, Kirchen stiftete.

Die Umwandlung der Hauptmoschee von Valencia in eine christliche Kathedrale folgte dem Beispiel, das König Alfons wenige Jahre zuvor nach der Eroberung von Toledo (1085) gegeben hatte: Dort war nach einer anfänglich „toleranten“ Politik, die die Rechte der muslimischen Bevölkerungsgruppen bewusst respektiert hatte, 1087 mit der Einsetzung des französischen Erzbischofs Bernard aus dem Cluniazenserorden, der als religiöser „Hardliner“ galt, eine radikale Kehrtwende vollzogen worden. Unter Missachtung früherer Versprechungen des Königs verfolgte der neue Erzbischof in Toledo eine kämpferische und kompromisslose Linie gegenüber den nichtchristlichen Bewohnern, was auch die Umwandlung wichtiger Moscheen in Kirchen einschloss. Auch in Valencia, dessen letzter bekannter mozarabischer (also einheimischer) Bischof 1087 gestorben war, erlangte mit dem Cluniazensermönch Jérôme de Périgord um 1098 ein Franzose und Vertrauter Bernards die Bischofswürde, der reichs- und kirchenpolitisch die Sache Toledos und der cluniazensischen Reformbewegung vertrat, was auch im Interesse des finanziell von Cluny abhängigen Königs lag. All dies muss im Kontext der damaligen kirchenpolitischen Umwälzungen gesehen werden (neben der Kreuzzugsbewegung etwa auch die erfolgreichen Bestrebungen Papst Urban II., selbst Franzose und Cluniazenser, in Spanien die Ersetzung des mozarabischen Ritus durch den römischen durchzusetzen). Inwieweit der Cid hier eingebunden war und ob diese Veränderungen seinen Interessen dienten oder sich gegen seinen Willen vollzogen, lässt sich schwer sagen und ist umstritten.

Offenbar in der Absicht, Bündnisse zu festigen, verheiratete der Cid in dieser Zeit seine Töchter mit einflussreichen Adligen aus benachbarten Reichen: Eine Tochter, Cristina, heiratete Ramiro Sánchez de Navarra († 1116), der als Herr von Monzón (bei Huesca) eine bedeutende Machtposition im Königreich Aragonien innehatte (Cristinas und Ramiros gemeinsamer Sohn García wurde 1134 zum König von Navarra gewählt). Eine andere Tochter des Cid, María († vor 1105), heiratete 1098 den Grafen Raimund Berengar III. von Barcelona (1082–1131). Später wurden diese Ereignisse im bekannten Heldenepos El Cantar de Mio Cid zu einer sagenhaften Geschichte ausgedichtet, wonach die in der Legende „Elvira“ und „Sol“ genannten Töchter des Cid angeblich in erster Ehe mit den als Feiglingen charakterisierten Grafen von Carrión, den Brüdern Diego und Fernando Gómez, verheiratet waren, von denen sie misshandelt und verstoßen wurden und an denen der Vater blutige, aber gerechte Rache übte. Diese Sage, die einer historischen Grundlage entbehrt, ist mit dem Namen der Stadt Carrión de los Condes verbunden.

Tod und Wirkung

Das legendäre Schwert „Tizona“ des Campeador El Cid
Auch über den Tod des Cid besteht eine Legende: In einem Hinterhalt tödlich verwundet, nahm er seinen Gefolgsleuten auf dem Sterbebett das Versprechen ab, den Feind erneut anzugreifen. Seinem Wunsch entsprechend band man den sorgfältig geschminkten Leichnam vor der Schlacht in voller Rüstung aufs Pferd. Sein treuer Hengst Babieca (der Legende nach ein Prototyp des weißen Andalusiers) trug den Toten mit dem Schwert in der Hand ins Getümmel voran. Auf diese Weise motiviert, errangen seine Leute einen glänzenden Sieg über die von der Erscheinung des Totgeglaubten erschreckten Berber.[4]

Über die tatsächlichen Todesumstände ist wenig bekannt – wahrscheinlich starb El Cid im Bett, möglicherweise infolge einer Pfeilverwundung.

Als Valencia 1102 kurz vor der Einnahme durch die Almoraviden stand, konnte der zu Hilfe gerufene Alfons VI. nur noch die Witwe und den Leichnam des Cid zusammen mit seinen Truppen aus der Stadt evakuieren, die er dem Feuer preisgeben musste. Das Ziel, den Vormarsch der berberischen Eroberer im Osten der Pyrenäenhalbinsel aufzuhalten, war damit gescheitert. Ein entscheidender Grund war wohl die Tatsache, dass der Cid keine männlichen Nachkommen mehr hatte, nachdem sein einziger Sohn Diego Rodríguez (über den sonst praktisch nichts bekannt ist) 1097 in der Schlacht von Consuegra bei Toledo den Tod gefunden hatte.

Der Cid wurde in seiner kastilischen Heimat im Kloster San Pedro de Cardeña bei Burgos bestattet; heute befindet sich das Grabmal in der gotischen Kathedrale von Burgos. Das der Überlieferung zufolge von ihm benutzte Schwert Tizona, das lange Jahre im Armeemuseum in Madrid ausgestellt war, wurde im Mai 2007 von der Stadt Burgos erworben und kann heute zusammen mit anderen Relikten mit Bezug zu dem Nationalhelden ebenfalls in der Kathedrale der Stadt besichtigt werden. 
DE VIVAR, Rodriguez ´El Cid` (I52411)
 
3214 Herleva war die Tochter eines normannischen Lohgerbers namens Fulbert de Crey[1] und dessen Frau Doda aus Falaise.

Aus einer Friedelehe mit dem normannischen Herzog Robert I. gingen zwei Kinder hervor, Wilhelm und Adelheid. Herleva und ihre Familie gelangten durch die Verbindung mit Robert zu Ansehen und Reichtum. Kurz nach der Geburt des zweiten Kindes wurde sie 1031 mit Roberts Freund und Lehensmann, Graf Herluin von Conteville, verheiratet. Ihm gebar sie vier Töchter und zwei Söhne.

Nach Roberts Tod 1035 in Nicäa während einer Pilgerreise übernahm deren gemeinsamer, unehelicher Sohn als Wilhelm II. die Thronfolge und damit die Regentschaft über die Normandie. Wilhelm beendete 1066 die angelsächsische Herrschaft in England und wurde erster normannischer König von England. 
..., Herleva (I39213)
 
3215 Herman Grimm war der Sohn von Wilhelm Grimm und dessen Ehefrau Dorothea, geb. Wild. Er war Schüler des Historikers Leopold von Ranke. Grimm lebte seit 1841 in Berlin. Er gehörte zum Freundeskreis der Goethe-Freundin Bettina von Arnim, deren und Achim von Arnims Tochter Gisela er am 25. Oktober 1859 heiratete.

Nach seinen 1847 begonnenen juristischen und philologischen Studien wurde er schließlich 1868 in Leipzig promoviert und habilitierte sich anschließend 1870 in Berlin. 1873 wurde er als Professor für Neue Kunstgeschichte an die Universität Berlin berufen, wo er bis zu seinem Tode lehrte. Sein Nachfolger wurde Heinrich Wölfflin. Zudem gehörte er zu den Mitbegründern der Goethe-Gesellschaft und war einer der Herausgeber der Weimarer Ausgabe von Goethes Werken. Im Jahr 1867 lernte Grimm den Literaturkritiker und -historiker Julian Schmidt kennen, der Grimms Roman Unüberwindliche Mächte rezensiert hatte. Zwischen den Ehepaaren Schmidt und Grimm entstand eine intensive Freundschaft, welche durch die direkte Nachbarschaft in Berlin zudem gefördert wurde.

Herman Grimm starb 1901 nach längerer Krankheit im Alter von 73 Jahren in Berlin.[1] Er wurde auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt. Dort ruht er neben den Ehrengräbern von Wilhelm und Jacob Grimm.

Auszeichnungen
1884 wurde ihm der Titel „Geheimer Regierungsrat“ verliehen.
1891 erhielt er den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.
1896 wurde er Mitglied der Friedensklasse des Ordens Pour le Mérite.
1896 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.
Nachlass
Der wissenschaftliche und private Nachlass von Herman Grimm (1828–1901) sowie Teilnachlässe der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm und anderer Familienmitglieder werden im Hessischen Staatsarchiv Marburg (Bestand 340 Grimm) verwahrt. Er hat einen Umfang von rund 30 lfd. Metern und umfasst die Jahre von 1698 bis 1949. Der Bestand ist vollständig erschlossen und über Arcinsys Hessen online recherchierbar.[3]
 
GRIMM, Hermann (I52648)
 
3216 Hermann (1819 - 1883) der, nach der hausschule in Thal Unterricht genossen und dort konfirmiert, in Düsseldorf das Gymnasium besucht hatte, wollte seiner Wahl nach, Wirt werden, eine Wahl die nicht mir, wohl aber der weiblichen Familie mißfiel, weil sie den Neigungen und Fähigkeiten Hermanns entsprechend, von den Weibern aber nicht ehrenvoll genug erkannt wurde. Mir fehlte das Verständnis, warum der wirtsstand ehrlos sein sollte; Hermann machte in St. Gallen eine gute Lehre, wurde nach Genf, Chamouny, Brüssel, London und ich weiß nicht wohin sonst befördert, somit tüchtig durchgebildet. In Rohrschach wurde er, als Wirt zum (Hotel) Grünen Baum selbständig und hat dort neue Bahnen glücklich eröffnet.
Lebensbilder Karl Heinrich Ferdinadn Henking S. 158 
HENKING, Georg Hermann (I2009)
 
3217 Hermann führte wie schon sein Vater den Titel eines Herzogs im Elsass. Er zählte nicht zum engeren Umfeld des Kaisers Otto III., doch begleitete er Otto auf dessen zweitem Italienzug 997. Nach dem Tod Ottos III. im Jahre 1002 war Hermann – neben dem Bayernherzog Heinrich, dem Sohn Heinrich des Zänkers, und Ekkehard von Meißen – einer der Bewerber um die Königsnachfolge. Die Mehrzahl der Großen, darunter auch der einflussreiche Erzbischof Heribert von Köln, hatte beim Begräbnis Ottos III. in Aachen Hermann II. von Schwaben bevorzugt. Ihn, so erzählt Thietmar von Merseburg, hätten sie geschätzt, da er die Eigenschaften der Milde besessen habe.
Als weitere lobenswerte Eigenschaften des Thronkandidaten Hermann nennt Thietmar von Merseburg seine DEMUT und seine GOTTESFURCHT. Bei seinem Streben nach der Königswürde versuchte Hermann dem Mitbewerber HEINRICH den Rheinübergang nach Mainz zu versperren, was jedoch misslang. Heinrich konnte sich letztlich als Nachfolger Ottos III. durchsetzen.

Den Erfolg seines Konkurrenten akzeptierte Hermann zunächst nicht, so dass es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam, u. a. auch in Straßburg, wo die Bischofskirche von Hermanns Leuten geplündert wurde. Am 1. Oktober 1002 unterwarf er sich jedoch. Nach Thietmar von Merseburg musste Hermann bei der in Bruchsal vollzogenen deditio (Unterwerfung) gegenüber dem neuen König Heinrich II. Verzicht auf das Straßburger Kloster leisten und Wiedergutmachung des der Bischofskirche zugefügten Schadens versprechen.
Die deditio war häufig mit der Einbuße von Gütern und Herrschaftspositionen verbunden, stellte aber trotzdem die schonendste Form der Sanktion für den Unterlegenen dar. Schon am Weihnachtsfest 1002 suchte Hermann den Hof des Königs in Frankfurt auf und wurde von diesem huldvoll aufgenommen.

Den Schlusspunkt des Konflikts um die Herrschaftsnachfolge bildete die DIEDENHOFENER URKUNDE. Nach ihr musste das bislang dem Schwabenherzog Hermann II. gehörende Nonnenkloster in Straßburg an Bischof Werner übertragen werden, dem damit der Schaden vergolten werden sollte, den Hermanns Leute seiner Straßburger Bischofskirche zugefügt hatten. Die Plünderung der Bischofskirche war ein Sakrileg und hatte im Reich für große Empörung gesorgt. Mit der Abtretung des Klosters verlor Hermann den wichtigsten Stützpunkt in seinem Vorort Straßburg.

Hermann starb bald darauf, und die Vorgänge wurden weithin als Gottesgericht betrachtet. Die ANNALES SANGALLENSES MAJORES suggerieren einen direkten Zusammenhang zwischen dem Sakrileg der Kirchenschändung und dem baldigen Tod des Herzogs. Die Quedlinburger Annalen, die ebenfalls Brandschatzung und Verwüstung von Kirchen als Hermanns wesentliche Aktionen nennen, konstatieren, dass Gott selbst die Rebellen schnellstmöglich gedemütigt habe.

Nach Hermanns Tod übernahm Heinrich II. die Vormundschaft für seinen Sohn und Nachfolger Hermann III.  
(SCHWABEN), Hermann II. oder Udo? (I1955)
 
3218 Hermann Hans von Vaerst aus dem Adelsgeschlecht Vaerst wurde in der Herrnhuter-Anstalt Gnadenfeld ausgebildet, wurde mit 14 Jahren Soldat und nahm als Freiwilliger in einem preußischen Ulanen-Regiment an den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 teil. Er erhielt das Eiserne Kreuz und wurde 1840 als Major verabschiedet. Danach war er Rittergutsbesitzer in Herrendorf bei Soldin, wo er seinen an vieljähriger Krankheit leidenden Bruder, den Schriftsteller Eugen von Vaerst aufnahm. Nach dem Verkauf des Guts lebte er als Rentner in Berlin.

1848 war er Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung. Ab 1862 war er für die Deutsche Fortschrittspartei Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und von 1862 bis 1866 Referent des Militär-Etats. 1866 gehörte er zu den Mitgründern der Nationalliberalen Partei.[2]

Als Nationalliberaler war er 1867 Mitglied des Konstituierenden Reichstags des Norddeutschen Bundes für den Wahlkreis Frankfurt 2 (Landsberg/Warthe, Soldin).[3]

Familie
Anfang November 1840 ehelichte von Vaerst die zweifach verwitwete Auguste von Lützow,[4] geb. von Uebel (* 30. Juni 1801; † 4. April 1888),[5] die in erster Ehe am 5. Juni 1811 Wilhelm von Lützow (1795–1827), in zweiter am 10. April 1829 dessen Bruder Adolf von Lützow (1782–1834) geheiratet hatte.[6]

Ehrungen
Hermann Hans von Vaerst war Senior des Eisernen Kreuzes. 
VON VAERST, Hermann (I45784)
 
3219 Hermann heiratete am 17. April 1845 in Krefeld seine erste Frau Maria Friederike von der Leyen (* 31. Dezember 1826; † 19. Juli 1855). Seine zweite Frau, Emilie Auguste de Greiff (26. November 1823; † 22. März 1893), heiratete er in Krefeld am 4. März 1858.

Kinder aus erster Ehe:

Sophie (* 1846)
Karl (1847–1848)
Alexander (* 1848)
Max (1850–1851)
Gustav (1852–1913), Dipl. phil., Fabrikant
Kinder aus zweiter Ehe:

Julie (* 1859)
Klara (* 1860)
Hermann (* 1867)
Leben
Hermann vom Rath war Besitzer des Ritterguts Lauersfort bei Moers. 1867 war er Mitglied des Konstituierenden Reichstags des Norddeutschen Bundes für den Wahlkreis Düsseldorf 7 (Moers, Rees) und das Altliberale Zentrum. 1872 berief König Wilhelm I. ihn aus Allerhöchstem Vertrauen in das preußische Herrenhaus.

Er war Mitglied der Krefelder Freimaurerloge Eos. 
VON RATH, Hermann Caspar (I47278)
 
3220 Hermann heiratete Burchards Witwe Regelinda und trat damit der wegen der Vorgehensweise des Königs aufkommenden Front der schwäbischen Adligen entgegen.  (SCHWABEN), Hermann I. (I11063)
 
3221 Hermann Hirzel († 1480 in Muri) war ein Schweizer Benediktinermönch. Von 1465 bis zu seinem Tod war er Abt des Klosters Muri in den Freien Ämtern (im heutigen Kanton Aargau).

Hirzel soll 1388 in Pfäffikon geboren worden sein. Erstmals erwähnt wird er in einem klösterlichen Urbar aus dem Jahr 1445. Er wurde am 9. April 1465 zum Abt gewählt und drei Wochen später durch Burkhard II. von Randegg (+ 13.04.1466), den Bischof von Konstanz, bestätigt. Die Stadt Bremgarten nahm 1475 Abt und Konvent ins Bürgerrecht auf.

Burkhard II. von Randegg
Burkhard II. von Randegg († 13. April 1466) war von 1462 bis 1466 Bischof von Konstanz.
Familie
Burkhard stammte aus dem schwäbischen Geschlecht der Herren von Randegg mit Sitz auf Burg Randegg bei Gottmadingen. Er war der Sohn des Ritters Heinrich von Randegg und der Margaretha von Ellerbach.

Seine Nichte Anna von Randegg war von 1478 bis 1502 Äbtissin des Klosters Gnadental.

Leben
Am 1. Dezember 1462 wurde der Konstanzer Dompropst und Domherr Burkhard von Randegg vom Domkapitel zum Bischof des Bistums Konstanz gewählt.

Am 3. Dezember 1462 ernannte er den umtriebigen Georg Winterstetter, Kanonikus in St. Stephan und späterer Domherr in Konstanz, zu seinem Sachwalter. Winterstetter reist auch nach Rom, um die päpstliche Ernennungsurkunde zum Bischof des Burkhard II. von Randegg von Papst Pius II. in Empfang zu nehmen.[1]

1463 tauschte Burkhard vom Kloster St. Gallen die Vogtei Horn und das Gericht Goldbach im Thurgau ein.[2] Mit bischöflicher Anordnung vom 13. Mai 1464 verbot er den Chorherren und Chorfrauen der Abtei Zürich, ohne Wissen und Willen der Äbtissin Kapital zu halten.[3]

Am 13. April 1466 starb Burkhard von Randegg und wurde im Konstanzer Münster beigesetzt. 
HIRZEL, Hermann (I51980)
 
3222 Hermann I. von Winzenburg war ein Sohn des Grafen Hermann oder des Grafen Meginhard IV. von Formbach und Windberg und der Mathilde von Reinhausen (Tochter des Grafen Elli II. von Reinhausen.)[2]

Schon in früher Jugend ist er vermutlich seinem Onkel mütterlicherseits, dem Bischof Udo von Hildesheim, zur Erziehung übergeben worden, unter dessen Leitung er die Domschule besuchte. Als etwa sechzehnjähriger Jüngling begleitete er seinen Oheim nach Mainz, um dem Kaiser vorgestellt zu werden, welcher dort am 9. November 1099 einen Hoftag hielt. Hermann nannte sich ab 1109 nach seiner Burg Winzenburg südöstlich von Alfeld, die er als bischöfliches Lehen trug. Hermann, der zu den Ratgebern König Heinrichs V. zählte, kam unter den sächsischen Dynasten eine besondere Machtstellung zu.[2]

Im Jahr 1109 war er im Auftrage Heinrichs V. in Rom als Mitglied einer fürstlichen Gesandtschaft. 1111/1112 erschien er als erster Landgraf von Thüringen (eine Abtrennung aus dem Herzogtum Sachsen). Seine Verpflichtungen gegenüber dem Kloster Corvey nahm er eher distanziert wahr. Bei den Angriffen durch die Söhne des Grafen Widekind I. von Schwalenberg blieb er untätig. Im Investiturstreit wechselte er zur päpstlichen Seite und musste deshalb nach Österreich bzw. seine Geburtsheimat, am oberen Inn, ausweichen, (wobei er eine große Schenkung an das Stift Göttweig machte, nicht mehr als Vogt?). Im Jahr 1122, trat er nach dem Aussterben der Grafen von Reinhausen im Mannesstamm mit dem Tod seines Oheims Hermann III von Reinhausen in Formbach, wo auch im selben Jahr sein Vater Graf Hermann von Windberg und Formbach starb, deren Erbe an. Damit war er Leinegaugraf und Vogt über das Kloster Reinhausen, welches seine Vorfahren mütterlicherseits gegründet hatten.

1130 geriet er mit seinem Vasallen Burchard I. von Loccum, einem Vertrauten des späteren Kaisers Lothar III., wegen des Baus von dessen Burg in Streit und ließ ihn auf einem Kirchhof ermorden. Hermann I. wurde auf dem Fürstentag zu Quedlinburg vom 18. August 1130 verurteilt und alle seine Würden und Lehen wurden ihm entzogen:[2]

Die Landgrafschaft Thüringen kam an Ludwig I.
Die Markgrafschaft Meißen erhielt in ihrem ganzen Umfange Konrad von Wettin.
Die Winzenburg selbst und die zu ihr gehörigen Güter fielen an das Bistum Hildesheim zurück, dessen Lehen sie waren.
Der geächtete Hermann I. leistete mit seinen Söhnen Hermann II. und Heinrich dem König Lothar und den Fürsten hartnäckigen Widerstand und verteidigte sich in der Winzenburg längere Zeit gegen ein wider ihn ausgesandtes Heer.[3] Erst am letzten Tage des Jahres 1130 ergab er sich. König Lothar ließ ihn zunächst nach Blankenburg am Harz in Haft bringen. In der Folge war er noch jahrelang im Rheinland in Verbannung. Im Jahre 1134 wurde er freigelassen und mit Verteidigungsaufgaben in Holstein beauftragt. Er wurde Kommandant der Feste Segeberg und starb dort 1137/38. Dies schrieb zwischen 1152/53 und 1156 der erste Abt des Klosters Reinhausen, Reinhard, in einer Urkunde über die Gründung des Klosters und über die Familie der Gründer nieder. Abt Reinhard starb am 7. Mai 1156 in Reinhausen und wurde in der Klosterkirche bestattet.[4] 
VON WINZENBURG, Hermann I. (I52261)
 
3223 Hermann I. war wahrscheinlich Sohn von Werner I. von Winterthur, Graf von Winterthur. Die Familie Hermanns schenkte dem Kloster einige Güter.

Durch Hermanns Mutter Irmingard war Abt Hermann I. mit Papst Leo IX. verwandt, welcher Hermann das Recht auf Pontifikalien verlieh.

Über die Aktivitäten des Abtes ist wenig bekannt. Seine Epitaphien bezeichnen ihn als erhabenen Mann mit reiner Sitte. 
VON WINTERTHUR, Hermann (I36574)
 
3224 Hermann II. ist Sohn von Hermann I. von Verona und dessen Gemahlin Judith. Sein Vater hatte innerhalb der zähringischen Familie und des von dessen Großvater Berthold I. geführten (Titular-)Herzogtums Kärnten den Titel eines Markgrafen von Verona inne. Aus dieser Tradition heraus führte Hermann zunächst neben dem Titel eines Grafen im Breisgau (1087) den Titel eines Markgrafen von Limburg (um 1100) und benannte sich erstmals 1112 nach dem neuen Zentrum Baden.

Die Ausbildung dieses neuen Zentrums geht auf den Ausgleich zwischen Staufern und Zähringern um das Herzogtum Schwaben zurück, in dessen Zug Hermann II. 1098 vom Kaiser Baden-Baden und die Vogtei über das Kloster Selz erhielt. Unmittelbar darauf dürfte er mit dem Bau der Burg Hohenbaden auf den Grundmauern eines alten keltischen Ringwalls begonnen haben.

Für die Übertragung des Titels auf Baden dürfte eine wichtige Rolle gespielt haben, dass er damit den herzoglichen Rang seines Onkels Berthold II. und seines Vetters Konrad erhöhte. Daraufhin führte Hermann den Titel Dominus in Baden, comes Brisgaviae, marchio de Verona (Herr in Baden, Graf des Breisgau, Markgraf von Verona).  
VON BADEN, Markgraf Markgraf Hermann II. (I1632)
 
3225 Hermann II. starb um 1074, seine Witwe Berta heiratete seinen Bruder Friedrich VON KASTL, Hermann II. der Jüngere (I18305)
 
3226 Hermann II. war mit Berta (Alberada), der Tochter Otto von Schweinfurt, verheiratet. Hermann II. starb um 1074, seine Witwe Berta heiratete seinen Bruder Friedrich. Berta und Friedrich hatten drei Söhne  VON SCHWABEN, Berta (Alberada) (I18304)
 
3227 Hermann III. war den Staufern treu ergeben und kam so in Konflikt mit seiner Verwandtschaft, den Zähringer-Schwaben. 1140 war er an der Belagerung der Burg Weibertreu beteiligt und erhielt die Reichsvogtei Selz im Elsass.

1151 wurde die Markgrafschaft Verona, die seit 976, der Schaffung des Herzogtums Kärnten, unter der Verwaltung der Kärntner Herzöge war, von König Konrad III. an den Markgrafen Hermann III. verliehen. Aus dem Jahre 1153 existiert eine Schenkungsurkunde, in der der Staufer König Friedrich I. den Hof Besigheim dem Markgrafen Hermann III. von Baden verkauft, dies ist die erste urkundliche Erwähnung von Besigheim.

Im Jahre 1154 kämpfte er in der Lombardei und begleitete den Kaiser im Krieg gegen Mailand. Hermann III. war Teilnehmer des Zweiten Kreuzzuges und war an den ersten Italienfeldzügen Friedrich I. Barbarossas beteiligt.[1]  
VON BADEN, ´der Große` ´der Große` Hermann III. (I1630)
 
3228 Hermann ist der erste Vertreter des Hauses Werl, zu dem einige gesicherte Daten vorliegen. Unklar ist weiterhin, ob ein bei Meschede lokalisierter Hermann in der Zeit um 913 sein Großvater und ein 947 sowie 955 genannter Heinrich sein Vater war. Möglicherweise war ein Bernhard mit Grafenrechten am Hellweg und in Nordwestfalen sein Bruder.

Aber auch für Hermann I. ist die Überlieferung spärlich. Schon zu seiner Zeit dürften die Grafen von Werl Vögte des Klosters Werden gewesen sein. Wie seine Vorgänger war er Vogt des Stifts Meschede. Auch hatte Hermann seinen Sitz bereits bei Werl. Es existiert nur eine Urkunde in der er direkte Erwähnung findet. Dabei handelt es sich um eine Urkunde von Otto II. vom 25. März 978. In den Regesta imperii heißt es: Otto schenkt über Bitten seiner Gemahlin Theophanu der Abtissin Thiezswid von Meschede den Hof Völlinghausen im Gau Engern in der Grafschaft Hermanns samt Zubehör (nos ob dilectissimae contectalis nostrae Theuphanu rogatum atque per eius precativam exhortationem venerandae probitatis abbatissae Thiezsuuid nominatę quandam curtem Folkgeldinghuson nuncupatum in pago Angeron in comitatu Heremanni comitis sitam donasse in proprium …)[1]

Er war Parteigänger des Kaisers. Die Schenkung des Hofes in Völlinghausen an das Hauskloster der Werler dürfte eine Belohnung für Hermanns Unterstützung beim Sieg über den Bayernherzog Heinrich der Zänker gewesen sein.

Er war wahrscheinlich auf dem Hoftag in Dortmund 978 anwesend, wo es zwischen Kaiser Otto II. und seiner Mutter Adelheid zum Konflikt gekommen war, in deren Verlauf Adelheid den kaiserlichen Hof verließ und an den Hof ihres Bruders Konrad III. von Burgund ging. Etwa in dieser Zeit ist auch Hermann in Kontakt zum burgundischen Hof getreten. Möglicherweise hat er im kaiserlichen Auftrag die Kaisermutter dorthin begleitet. Diese Beziehung führten um 978/79 zur Heirat mit einer Tochter des burgundischen Königs mit Namen Gerberga. Die Heirat ist allerdings nur durch etwas spätere indirekte Quellen insbesondere die Quedlinburger Annalen gesichert. Der etwas später schreibenden Annalista Saxo hat den Text etwas später leicht verfälschend und damit sinnentstellend wiedergegeben. An der Ehe zwischen Hermann und Gerberga hat die heutige Forschung keinen Zweifel.

Durch die Ehe wurde Hermann Schwager von Heinrich dem Zänker und trat in familiäre Beziehungen mit dem ottonischen Haus. Aus der Ehe hervorgingen Hermann II., Bernhard von Werl und Rudolf von Werl. Eine Tochter Hitda oder Ida wurde später Äbtissin des Stift Meschede. Möglicherweise war diese es, die dem Stift bei ihrem Amtsantritt kostbare Geschenke, darunter den Hitda-Codex, machte.

Hermann wird mit demjenigen Grafen Hermann gleichgesetzt, der 983 mit Otto II. in Italien war. Nach dessen Tod war dieser als Vermittler tätig. Dabei gelang es, den Streit innerhalb der kaiserlichen Familie mit Heinrich dem Zänkerer zu schlichten. Für die Identität Hermanns mit dem gleichnamigen Grafen spricht unter anderem, dass der Kaiserhof im August 985 in Soest, also in der Nähe Werls, weilte. Von dort aus zog der Hof nach Wiedenbrück, wo Otto III. auf Betreiben der Kaiserinwitwe Theophanu dem Stift Meschede die bisherigen Privilegien bestätigte. Dies lässt sich als Dank für Hermanns Leistungen in kaiserlichen Diensten deuten. Weil Hermann in der entsprechenden Urkunde nicht namentlich als Vogt genannt wurde und Vorsorge für eine Vogtswahl getroffen wurde, ist davon auszugehen, dass Hermann kurz vorher verstorben ist. Nach dem Tod Hermanns heiratete Gerberga spätestens 988 Hermann II. von Schwaben. 
(WERL), Hermann I. (I39684)
 
3229 Hermann ist der erste Vertreter des Hauses Werl, zu dem einige gesicherte Daten vorliegen. Unklar ist weiterhin, ob ein bei Meschede lokalisierter Hermann in der Zeit um 913 sein Großvater und ein 947 sowie 955 genannter Heinrich sein Vater war. Möglicherweise war ein Bernhard mit Grafenrechten am Hellweg und in Nordwestfalen sein Bruder.  (WERL), Hermann I. (I39684)
 
3230 Hermann Reimer war der Sohne des Verlegers Georg Andreas Reimer und dessen Frau Wilhelmine. Er studierte in Berlin, Heidelberg und in Halle/Saale Medizin. Im Jahr 1854 wurde ihm eine „Concession zur Errichtung einer Heilanstalt für an Epilepsie leidende Kranke“ in Görlitz zu errichten. Die Heilanstalt für Epileptische wurde am 1. August 1855 am Obermühlberg in Görlitz, damals in „einsamer ländlicher“ Umgebung eröffnet. Die Anstalt befand sich in einer Villa im damals „typischen italienischen Stil“, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut worden war.

Die Heilanstalt war zunächst für 12 Kranke ausgelegt, die aus „wohlhabenden Familien“ kommen sollten. Sie mussten sich verpflichten, mindestens ein halbes Jahr in der Anstalt zu bleiben, in der sie dann Anspruch auf zwei Zimmer hatten. Die Kosten von vierteljährlich 30 Friedrichsd`or waren im Voraus zu entrichten. Die Therapie bestand unter anderem in der „Anwendung kalter, lauer und warmer Bäder“ und in der „Verordnung mineralischer und vegetabilischer Substanzen“.[2] Für jeweils zwei Kranke war ein Wärter engagiert, der sich Tag und Nacht um die Insassen kümmerte.

Die Kalkulation von Reimer auf wohlhabende epileptische Patienten ging jedoch nicht auf, bald nahm er psychisch Kranke jeder Art auf. Seine bekannteste Patientin war Wilhelmine Herzlieb, die 1865 in Görlitz starb. 1867 verkaufte Reimer die Anstalt an Karl Ludwig Kahlbaum, der der Heilanstalt „Weltruf“ verschaffte.[3] Später, 1887, siedelte sich Reimer in Stuttgart an, wo er bis 1901 als Arzt praktizierte. Er starb in Stuttgart, sein Grab auf dem Stuttgarter Pragfriedhof wurde 1962 eingeebnet.

Veröffentlichungen
Klimatische Winterkurorte, 3., neu bearb. u. stark verm. Auflage, Berlin, G. Reimer, 1881.
Handbuch der speciellen Klimatotherapie und Balneotherapie mit besonderer Rücksicht auf Mittel-Europa. Zum Gebrauch für Ärzte, Berlin, Reimer, 1889.
Klimatische Sommerkurorte. Leitfaden für Aerzte und Laien, Berlin, Reimer 3. Aufl. 1897 
REIMER, Hermann Andreas (I59856)
 
3231 Hermann von Langen entstammte dem westfälischen Adelsgeschlecht von Langen und war der Sohn des Bernd (Bernd II.) von Langen, Knappe und Burgmann zu Steinfurt, und dessen Gemahlin Adelheid von Helmstede gen. Kulen. Sein Onkel Hermann von Langen war Domdechant in Münster. Sein gleichnamiger Cousin Hermann war Domherr in Münster, dessen Bruder Rudolf Domherr und Frühhumanist.

Hermann von Langen (* 1417; † 23. Februar 1484 in Münster) war Domdechant in Münster.

Leben
Herkunft und Familie
Hermann von Langen entstammte dem westfälischen Adelsgeschlecht von Langen und war der Sohn des Egbert I. von Langen zu Rheine (1375–1423) und dessen Gemahlin Jutta Budde (1385–1435). Sein Bruder Bernd (Bernd II.) war Knappe und Burgmann zu Steinfurt und mit Adelheit von Helmstede gen. Kulen verheiratet. Aus der Ehe ging der spätere Domdechant Hermann von Langen hervor. Dietrich, Hermanns anderer Bruder, war mit Sophie NN. verheiratet. Aus der Ehe stammen die Söhne Rudolf (bedeutender Frühhumanist) und Hermann (Domherr).

Wirken
Im Jahre 1433 absolvierte Hermann ein Studium der Rechtswissenschaften in Köln. Als Domherr zu Münster ist er erstmals am 6. April 1443 nachgewiesen. Im Jahr darauf folgte die Berufung zum Domscholaster. In dieser Funktion oblag ihm die Leitung der Domschule. Am 17. Mai 1449 wird er erstmals als Domdechant erwähnt. 1450 wurde er vom Bischof Heinrich von Moers zusammen mit anderen Kapitularen zu dessen Testamentsvollstrecker ernannt. Am 10. Dezember 1456 wurde in Ahaus der Bischof gewählt. An der Wahl Erichs I. von Münster nahm auch Hermann teil. Seine Wahl zum Propst von St. Mauritz in Münster fiel auf den 2. Dezember 1471. Seinen Amtseid leistete Hermann am 9. Januar 1472. Er war auch Mitglied des Domkalands und Besitzer des Archidiakonats Bocholt. Hermann war ein gebildeter Mensch. Er hat sich um die Ausbildung seines Neffen Rudolf verdient gemacht und ihm schon früh ein Domkanonikat zu Münster verschafft.

Sonstiges
Hermann war einer der Wohltäter des Fraterhauses in Münster. Für die neue Kirche legte er den ersten Stein und schenkte 20 Goldgulden. Er ist auch, zusammen mit dem Domherrn Johann Stael, Stifter des Verkündigungsbildes, das sich ursprünglich im Kloster Liesborn befand und jetzt seinen Platz in der Londoner Nationalgalerie hat.[1] 
VON LANGEN, Hermann (I22465)
 
3232 Hermann von Malortie war ein Mitglied des bereits seit dem ersten Drittel des 12. Jahrhunderts nachweisbaren und ursprünglich französischen Adelsgeschlechtes von Malortie, das nach der Aufhebung des Edikts von Nantes als Hugenotten aus Frankreich floh.[1] Er war ein Sohn des hannoverschen Generalforstdirektors Ferdinand von Malortie (1771–1847) und der Sabine Luise Julia von Platen-Hallermund (1780–1826). Er war ein Bruder des hannoverschen Hofmarschalls und Ministers Ernst von Malortie.[4] VON MALORTIE, Hermann (I58114)
 
3233 Hermann von Soden entstammte dem Adelsgeschlecht von Soden. Er war der zweitälteste Sohn des aus Stuttgart stammenden Juristen Theodor Freiherr von Soden (1825–1913), der Anfang der 1850er Jahre in Cincinnati als Lehrer tätig gewesen und 1856 mit seiner Familie nach Esslingen am Neckar zurückgekehrt war. Seine Mutter war die Lehrerin Clementine Camerer (1826–1893).[1] Die 1858 in Esslingen geborene Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Eugenie von Soden war seine jüngere Schwester.

Er studierte an der Universität Tübingen, wo er Mitglied der Verbindung Normannia wurde. 1881/82 war er Pfarrer in Striesen, 1882 bis 1886 Archidiakonus an St. Jacobi in Chemnitz. Ab 1887 wirkte er als erster Pastor an der Jerusalemkirche in Berlin. Zwei Jahre später lehrte von Soden als Privatdozent für das Neue Testament an der Berliner Universität. Im September 1893 wurde er dort zum außerordentlichen Professor und 1913 zum ordentlichen Professor ernannt.

Äußerst großzügige finanzielle Unterstützung erhielt er in den folgenden Jahren durch Elise König, die unter seinem Einfluss vom Judentum zum Christentum übergetreten war.[2] Durch diese Förderung war es von Soden zusammen mit Hans Lietzmann möglich, viele Mitarbeiter in Bibliotheken zu schicken und durch deren Vorarbeiten das Neue Testament mit seiner Entwicklungsgeschichte in vielen Lesarten umfassend darzustellen. Die Ergebnisse mündeten in der umfangreichen Publikation Die Schriften des Neuen Testaments in ihrer ältesten erreichbaren Textgestalt hergestellt auf Grund ihrer Textgeschichte. Seine Ausgabe des griechischen Neuen Testaments „hat auf die Handausgaben des 20. Jahrhunderts die stärksten Auswirkungen gehabt“.[3] Allerdings war das von ihm eingeführte Sigelsystem sehr kompliziert in der Handhabung.[4]

Neben seiner wissenschaftlichen Aufgabe widmete von Soden sich ehrenamtlich der Sozialarbeit: Er war Vorsitzender des Berliner Vereins zum Schutz der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung, eines regionalen Vorläufers des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) sowie des Deutscher Jung-Helfer-Bundes.[5]


Das Grab von Hermann von Soden
Als Kirchentheoretiker entwickelte von Soden die Ideen von Emil Sulze weiter, forderte aber ebenso eine Reform der parochialen Strukturen gerade von großstädtischen Gemeinden.

Im Alter von 62 Jahren starb Hermann von Soden am 15. Januar 1914 in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof II der Jerusalems- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg.[6] Er ruht dort neben seiner Gattin Gabriele, geb. von Schaedtler (1852–1925).

Sein Sohn Hans von Soden war ein bedeutender Kirchenhistoriker, und der Altorientalist Wolfram von Soden war sein Enkel. 
VON SODEN, Hermann (I54727)
 
3234 Hermann war der älteste Sohn des Grafen Hermann I. von Werl und der Gerberga von Burgund, einer Tochter des burgundischen Königs Konrad III. Seine Brüder waren Bernhard und Rudolf. Außerdem war er Halbbruder der Kaiserin Gisela von Schwaben und der Mathilde, verheiratet mit Konrad I. von Kärnten, darüber hinaus Cousin von König Heinrich II. und Neffe von König Rudolf III. von Burgund.

Er selbst war zweimal verheiratet. Der Name der ersten Gattin ist unbekannt. Die zweite, die er 1007 heiratete, hieß Godila von Rothenburg. Diese war die Witwe von Graf Liuthar von Walbeck. Aus seiner ersten Ehe gingen Heinrich I., Konrad (I.), Adalbert Graf im Emegau sowie Bernhard II. von Werl und möglicherweise Hermann I. Bischof von Münster hervor. Aus seiner zweiten Ehe stammten die Kinder Rudolf und Mathilde, über die keine näheren Angaben vorliegen. 
(WERL), Hermann II. (I39679)
 
3235 Hermann war ein Sohn des lotharingischen Herzogs Gebhard und ein Vetter des ostfränkischen Königs Konrad I.

Als im Jahre 926 Herzog Burchard II. von Schwaben in Italien fiel, entbrannte erneut der Kampf um den – bisher nicht erblichen – Titel eines Herzogs von Schwaben; dieser wurde von König Heinrich I. entschieden, indem er das Herzogtum auf dem Reichstag zu Worms im gleichen Jahr an einen außenstehenden Verwandten vergab – und damit endgültig klarstellte, dass für die Investitur der Herzöge von Schwaben der König zuständig war und nicht der Adel des Landes.

Heinrich bestimmte den Franken und Konradiner Hermann zum Herzog.

Hermann heiratete Burchards Witwe Regelinda und trat damit der wegen der Vorgehensweise des Königs aufkommenden Front der schwäbischen Adligen entgegen.

Allerdings musste Hermann weitere Konzessionen machen: St. Gallen wurde endgültig dem Schutz des römisch-deutschen Königs unterstellt, das Bistum Chur erhielt Reichsgut zugesprochen, das der Herzog bislang selbst genutzt hatte.

Andererseits avancierte das Land aufgrund der politischen Interessen der Ottonen zum Dreh- und Angelpunkt europäischer Machtpolitik: Die Herrschaft über die Alpenpässe unterstützte die Interessen in Italien, die Herrschaft über die Burgundische Pforte die Interessen in Burgund.

Neben seinem Herzogstitel war Hermann 939 Graf im Lahngau und 948 Graf im Auelgau; er wurde 947 Laienabt von Echternach und gründete das Stift St. Florin in Koblenz.

Hermann zählte gemeinsam mit seinem Bruder Udo I. von der Wetterau zu den engsten Beratern Ottos. Ottos Sohn Liudolf wurde um die Jahreswende 947/948 mit Hermanns einziger Tochter und Erbin Ida (Ita) († 17. Mai 986) vermählt.

Nach Hermanns Tod am 10. Dezember 949 übertrug König Otto der Große auf dem Reichstag zu Worms 950 das Herzogtum seinem eigenen Sohn Liudolf.

Hermann wurde in der – heute nicht mehr existenten – Erasmus-Kapelle der Kirche des Klosters Reichenau auf der im Bodensee gelegenen Insel Reichenau beigesetzt.  
(SCHWABEN), Hermann I. (I11063)
 
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3238 Hermanns Herkunft ist durch zeitgenössische Quellen nicht überliefert. Spätere Nachrichten,[1] die ihn teils als Sohn armer Leute, teils als edlen Abkömmling eines Billung oder Billing beschreiben, gehören in den Bereich der Sage oder gelten aufgrund des großen zeitlichen Abstandes als zweifelhaft. Zur ersten Gruppe gehören insbesondere die Nachricht Adams von Bremen über eine angeblich „niedere Geburt“[2] und die Erzählung der Lüneburger Chronik über die Herkunft Hermanns von einem Meyerhof in Stübeckshorn bei Soltau.[3] Die Annahme, er sei der Sohn eines Billung, gründet sich auf einen entsprechenden Eintrag in der Hauschronik des Klosters St. Michael in Lüneburg aus der Zeit zwischen 1229 und 1233.[4] Als gesichert gilt heute nur Hermanns Zugehörigkeit zur mit Abstand einflussreichsten und vornehmsten Verwandtengruppe des nördlichen Sachsen, den Nachfahren Widukinds.[5] Als nächste Verwandte aus der Elterngeneration werden die Grafen Ekbert und Bernhard von Borghorst genannt,[6] ohne dass das verwandtschaftliche Verhältnis zu ihnen sicher bestimmt werden könnte.[7] BILLUNG, Herzog Herzog Hermann (I18823)
 
3239 Herr auf Allentsteig und Schwarzenau, heiratete durch die Verehelichung mit Seraphine Gfn. Amadé de Várkony (1814–48) in den Hochadel ein. PEREIRA-ARNSTEIN, August (I60981)
 
3240 Herr Rudolf von Kappel in Konstanz 1444. Der weise Hans von Cappel, Bürger in Konstanz, des Raths von der Gemeinde 1431—1435 und 1448—1452, war 1436—1460 Bürgermeister und abwechselnd 1437—1459 Stadtvogt; er empfing 1455 von der Abtei Reichenau Lehen in Allensbach und f 1460. Sein Sohn Ulrich von Cappel 1460, 1461 des Raths von der Gemeinde, 1462, 1463 Stadtammann, 1487—f 1500 des Raths von den Kaufleuten. Sein Siegel zeigt (die Farben sind dem Reichenauer Lehnscodex entnommen) in einem durch eine aufsteigende g. Spitze geteilten Quadrat Schilde drei (2, 1), Muscheln verwechselter Farbe; Stechhelm: zwei außen mit je drei Muscheln besetzte Büffelhörner.
--> Ratsherr ‎von: 1431 an 1435 in Konstanz, Konstanz, Württemberg, DEU
--> Bürgermeister ‎von: 1436 an 1460 in Konstanz, Konstanz, Württemberg, DEU
--> Stadtvogt ‎von: 1437 an 1459 in Konstanz, Konstanz, Württemberg, DEU
--> Ratsherr ‎von: 1448 an 1452 in Konstanz, Konstanz, Württemberg, DEU 
VON KAPPEL, Hans (I32486)
 
3241 Herr von Arconciel (Durch seine Gattin geerbt)
https://de.wikipedia.org/wiki/Arconciel
Gründer des Klosters Hauterive 
VON GL´A`NE, Wilhelm (I11140)
 
3242 Herr von La Sarra, musste die Oberlehensherrschaft von Savoyen anerkennen.
Aymo, der Sohn Gerhards, trat in die Dienste des Hauses Savoyen, und überlies 1231 die Herrschaft La Sarra den Grafen, um sie als Lehen zurück zu empfangen. Nach dem Tode Aymos 1269, starb die Familie Grandson-La Sarra im Mannesstamm aus. Die einzige Tochter Ayomos, Henriette, heiratete 1269 Humbert von Montferrand. Dadurch gelangte die Familie Montferrand in den Besitz von La Sarra , welche das Wappen und den Namen weiter nutzten. 
LA SARRA, Aimo (I39035)
 
3243 Herr zu Balm, Mitherr zu Bümpliz
1439 den Bürgern
1442 Schultheiss zu Burgdorf
1442 Vogt auf der Grasburg Schwarzenburg
1460 - 1467 Ratsherr 
VON ERLACH, Petermann (I18567)
 
3244 Herr zu Boswil, Wildegg, Interlaken, Unspunnen, Balm und zu Oberhofen, österrreichischer Landvogt im Sundgau und Breisgau, österrreichischer Marschall und Hauptmann in Schwaben sowie im Aarau, Thurgau und Elsass.
1315 Ritter, ab 1305 Inhaber des österr. Erbmarschallamts, 1331-37 Landvogt im Sundgau, 1337-39 Hauptmann der österr. Vorlande, 1339-41 Hofmeister Hzg. Friedrichs II. Wichtigster habsburg. Beamter in den Vorlanden. H. hinterliess ein Vermögen, das jährl. Einkünfte von ca. 300 Mark Silber abwarf.

weiterführende Info: HLS GND VIAF  
VON HALLWIL, Johannes I. (I19241)
 
3245 Herr zu Märisried, gekauft 1356 von Heinrich von Ringgenberg, Bürger zu Bern, Ulrich von Signum
Ratsherr 1346
Als Tochtermann von Walter Isenhut nimmt «Johanns von Burron», Burger zu Bern, am 29. Mai 1342 mit seinem Schwiegervater von Johann Schütz ein Gut zu Niederbottigen zu Lehen; am 17. September 1345 erscheint er als Mitglied des Rates. Laut Urkunde vom 23. Juli 1356 hatte er ein Haus und Hofstatt an der Kirchgasse, gegen­über der Leutkirche; auch sonst besass er verschiedene Güter in der Umgebung der Stadt und auch bei Signau. Am St. Valentins­abend des nämlichen Jahres kaufte er von Heinz v. Ringgenberg um 250 ß das (nun abgegangene) Dorf Mörisried in der Parochie Brienz mit voller Herrschaft, Leuten, Twing und Bann etc. Johann scheint mehrere Male verheiratet gewesen zu sein, und zwar zuerst mit einer Johanna Hetzel von Lindnach, dann mit Anna Isenhut und möglicherweise noch in dritter Ehe mit Elisabeth Gräfli. Von seiner ersten Frau hinterliess er eine an Stephan Watry, Baccalaureus et Artium Magister zu Biel, verheiratete Tochter Margaretha, von der zweiten einen Sohn Johann, und zwei Töchter, Anna, vermählt 1366 mit Arnold Miescher, und Elisabeth, Klosterfrau im Krattiger Schwesternhaus.
--> Grossrat ‎1346 in Bern, Bern, BE, CHE
Eingebürgert ‎ 
VON BÜREN, Johann I. (I29806)
 
3246 Herr zu Palant, Bachem, Frechen
1375 Amtmann zu Wilhelmstein; Herr zu Breidenbend; kaufte am 16.07.1376 den halben Forsthof zu Gressenich 
VON PALAND, Karsilius II. (I5055)
 
3247 Herr zu Riedburg, Meikirch, Twann
des Rats 1395, Bauherr 1395, Venner 1395, Schultheiss zu Thun 1396 - 1400
Tagsatzungsbote 1411, Vogt zu Nidau 1415-1416, 1386 wurde er von den Freiburgern gefangen und sein Schloss zerstört
Schultheiss zu Thun 1396 - 1400, Tagsatzungsbote 1411
Eingebürgert ‎
--> Grossrat, Bauherr, Venner ‎1395 in Bern, Bern, BE, CHE
--> Schultheiss ‎von: 1397 an 1400 in Thun, Thun, BE, CHE
--> Tagsatzungsbote ‎1411
--> Vogt ‎von: 1415 an 1416 in Nidau, Nidau, BE, CHE  
VON BOLLIGEN, Iffo (I30897)
 
3248 Herr zu Signau (gekauft 1399), Märisried, 1/3 Münsingen und Ligerz
kaufte letzteres von Ulrich von Ligerz 1396 und verkauft dasselbe an die Stadt Biel 1409.
kauft noch die anderen 2/3 von Münsingen, Ratsherr 1396, einer der reichsten Berner
Dieser jüngere Johann erscheint 1381 als Mitglied des Grossen und 1392 als Mitglied des Kleinen Rates und wird 1434 zum letzten Mal erwähnt; mit seinem Sohn Peter erscheint er um 1407 als Stubengeselle zum Roten Löwen. Ein sehr angesehener und reicher Mann, ging er in den letzten Jahrzehnten des XIV. Jahrhunderts öfters mit andern Ratsmitgliedern für die Stadt Bern namhafte Bürgschaften ein; 1396 kaufte er von Bernhard v. Ligerz die halbe Herrschaft Ligerz und 1399 von der Gräfin Anna v. Kyburg und ihrem Sohne Egon die Burg und Herrschaft Signau mit hohen und niederen Gerichten. Ausserdem besass er neben mehreren Grund­stücken in der Stadt von seinem Vater her schon das Dorf und die Herrschaft Mörisried, zu welchem er 1385 durch Kauf An­teil an der Herrschaft Münsingen erwarb; daneben war er end­lich noch Herr zu Balm, Bürglen und Tschingel im Oberhasli, letztere drei Ortschaften längst verschwunden infolge von Natur­ereignissen. Dreimal verheiratet, zuerst mit Nicola Mossü aus Freiburg, gestorben vor 1400, deren Siegelstempel mit den Wappen v. Buren und Mossü (3 Lilien) noch heutzutage im Besitz der Familie ist, dann mit Klara v. Kiental und in dritter Ehe mit Elisabeth Raber, hinterliess er von seiner ersten Ge­mahlin einen Sohn Peter oder Petermann, sowie zwei reiche Erbtöchter, Clara und Anna. Clara vermählte sich sukzessive mit Ulrich Rieder und Loy v. Diesbach, welchem sie die Herrschaft Signau zubrachte; Anna dagegen zuerst um 1393 mit Conrad Byso von Solothurn, dann um 1415 mit Jakob v. Bolligen. Landvogt nach Aarberg und nach Nidau 1419, gest. 1428, und in dritter Ehe mit Ulrich Amsler; sie selber starb um 1441.
--> Grossrat ‎1381 in Bern, Bern, BE, CHE
--> Stubengeselle zum Roten Löwen ‎1407 in Bern, Bern, BE, CHE
--> Ratsherr ‎1392 in Bern, Bern, BE, CHE 
VON BÜREN, Johann II. (I21244)
 
3249 Herr zu Spiez
1368 Edelknecht, ab 1398 Herr zu Spiez, 1392 des Kleinen Rats, 1402 bis 1404 Schultheiss von Thun, 1407 Vogt des Klosters Interlaken 
VON BUBENBERG, Heinrich III (I10485)
 
3250 Herr zu Tscherlach  VON HOFSTETTEN, Herr zu Tscherlach Herr zu Tscherlach Gaudenz (I9024)
 

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