Strauss Genealogie


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2951 Gisela war verheiratet mit Herzog Heinrich dem Zänker von Bayern. Die Verlobung fand wohl schon 965 statt, die Ehe wurde wohl im Sommer 972 vollzogen. Am 6. Mai 973 wurde ihr ältester Sohn, der spätere Kaiser geboren. Die Zeit während der Haft ihres Mannes verbrachte sie in Merseburg. VON BURGUND, Gisela (I36238)
 
2952 Giselbert entstammte dem Luxemburger Grafenhaus, dem sogenannten Mittelmoselgeschlecht, das sich im Laufe seiner Geschichte zu einer der einflussreichsten Dynastien im Westen des Reiches entwickelte. Besitzzentren waren Luxemburg, Sierck und Diedenhofen.[2]

Giselbert war ein Sohn des Grafen Siegfried I. von Luxemburg, der als Gründer von Luxemburg gilt, und dessen Frau Hadwig (* um 935/945; † 13. Dezember nach 993).[3][4]

Unter Giselberts Vater Siegfried begannen Bestrebungen, den eigenen Herrschaftsbereich in Richtung der oberen Mosel und der mittleren Saar hin auszudehnen. Es gelang, in der Umgebung von Metz Besitzungen zu erwerben und durch Tausch mit dem Bischof von Trier Saarburg, wenn auch nicht als erbliches Lehen, zu gewinnen. Der Machtbereich der Luxemburger konnte dabei saaraufwärts bis nach Wallerfangen ausgedehnt werden.[5] Die Herrschaft Wallerfangen wurde mit Siegfrieds Sohn Giselbert besetzt. Die Grafschaftsbezeichnung lautete in pago Moselensi, in comitatu Waldelevinga, cui Giselbertus comes preesse videtur[6] (dt.: "im Moselgau, in der Grafschaft Wallerfangen, der Graf Giselbert vorsteht"). 
VON LUXEMBURG, Giselbert (I36993)
 
2953 Giselbert war Sohn Manasses I. Graf von Chalon und Graf von Dijon († 918) und dessen Ehefrau Irmengard (Ermengard), die vermutlich eine Tochter des Königs Boso von Vienne aus dessen zweiter Ehe mit Ermengarde von Italien war.

Giselberts Vater war ein loyaler Gefolgsmann Herzogs Richard der Gerichtsherr, dessen Schwiegersohn Giselbert durch seine Ehe mit Richards Tochter Ermengard wurde.

Nachdem Giselberts Schwager Hugo der Schwarze 952 kinderlos verstorben war, übernahm Giselbert die Grafschaften Autun (bereits 941/942) und Troyes. Die offizielle Anerkennung als Herzog durch die Könige Ludwig IV. und Lothar besaß Giselbert allerdings nicht, vielmehr lag die Herzogswürde bei dem Robertiner Hugo Magnus, den er als Lehnsherren anerkennen musste. Giselbert führte lediglich den Titel eines princeps Burgundionum.

Um den Konflikt mit den Robertinern zu beenden, verheiratete Giselbert 955 seine ältere Tochter Liutgard mit Hugos Sohn Otto von Burgund, der im folgenden Jahr Giselberts Nachfolge in Autun und sämtlicher Hoheitsrechte über Burgund antrat. Die Grafschaft Troyes gab Giselbert seiner zweiten Tochter Adelheid als Mitgift für die Ehe mit Robert von Vermandois, welche die Basis für die Grafschaft Champagne bildete. 
VON BURGUND, Giselbert (I47172)
 
2954 Giselbert war Sohn Manasses I. Graf von Chalon und Graf von Dijon († 918) und dessen Ehefrau Irmengard (Ermengard), die vermutlich eine Tochter des Königs Boso von Vienne aus dessen zweiter Ehe mit Ermengarde von Italien war.

Giselberts Vater war ein loyaler Gefolgsmann Herzogs Richard der Gerichtsherr, dessen Schwiegersohn Giselbert durch seine Ehe mit Richards Tochter Ermengard wurde.

Nachdem Giselberts Schwager Hugo der Schwarze 952 kinderlos verstorben war, übernahm Giselbert die Grafschaften Autun (bereits 941/942) und Troyes. Die offizielle Anerkennung als Herzog durch die Könige Ludwig IV. und Lothar besaß Giselbert allerdings nicht, vielmehr lag die Herzogswürde bei dem Robertiner Hugo Magnus, den er als Lehnsherren anerkennen musste. Giselbert führte lediglich den Titel eines princeps Burgundionum.

Um den Konflikt mit den Robertinern zu beenden, verheiratete Giselbert 955 seine ältere Tochter Liutgard mit Hugos Sohn Otto von Burgund, der im folgenden Jahr Giselberts Nachfolge in Autun und sämtlicher Hoheitsrechte über Burgund antrat. Die Grafschaft Troyes gab Giselbert seiner zweiten Tochter Adelheid als Mitgift für die Ehe mit Robert von Vermandois, welche die Basis für die Grafschaft Champagne bildete. 
VON BURGUND, Giselbert (I36634)
 
2955 Giselbert wird 841 als Graf im Maasgau bezeichnet, aber auch als Gefolgsmann Karl des Kahlen in der Zeit der karolingischen Bruderkriege nach dem Tod Ludwigs des Frommen (840)[4]. Der Vertrag von Verdun (843) und die Teilung des Reiches zwang ihn daher, den Herrschaftsbereich Lothars I., und damit den Maasgau zu verlassen[5].

Drei Jahre später, Anfang 846, gelang es ihm, eine der Töchter Lothars zu entführen[6]. Er brachte sie nach Aquitanien, wo er sie heiratete. Um den aufgebrachten Lothar zu besänftigen, hielten Karl und Ludwig der Deutsche einen gemeinsamen Hoftag ab, auf dem sie versicherten, dass die Entführung nicht von ihnen initiiert worden sei. Wiederum drei Jahre später kam es zur Versöhnung zwischen dem Kaiser und Giselbert, die die Ehe anerkannte[7] und beinhaltete, dass Giselbert in seinen Herrschaftsbereich zurückkehren konnte. Der Name der geraubten Tochter ist nicht bekannt, er wird in späteren Quellen mit Ermengard angegeben, wobei es aber wohl zu einer Verwechslung kam[8].

866 wird Giselbert als Graf im Lommegau genannt. Im Juni 877 befindet er sich unter den Adligen, die Karl der Kahle im Kapitular von Quierzy bezeichnet, um seinen Sohn Ludwig den Stammler während Karls Italienfeldzug, von dem er nicht zurückkehrte, zu begleiten.[9] Ein weiteres Dokument aus dem Jahr 885 nennt zwar den Namen Giselbert, aber hier ist nicht klar, ob es sich noch um dieselbe Person handelt, auch wenn niemand sonst dafür in Frage zu kommen scheint.[10]

Giselberts Sohn ist Graf Reginar I. Giselbert selbst wurde somit zum Begründer des Hauses der Reginare, aus dem unter anderem das bis heute bestehende Haus Hessen im Mannesstamm hervorging. 
VON MAASGAU, Graf Graf Giselbert II. (I17054)
 
2956 Glâne, de (Freiherren)
Bedeutendes edelfreies Geschlecht des 11. und 12. Jh. im nördl. Teil des transjuran. Burgund. Die namengebende Stammburg befand sich vermutlich am südl. Steilufer der G. unweit ihrer Mündung in die Saane. Das erste Zeugnis der Herren von G. ist die Heiratsnotiz Ulrichs mit Rilenta von Walperswil von 1078. Ulrich und sein Sohn Peter tauchen im Umkreis der Gf. von Mâcon-Burgund und der Gf. von Oltingen auf, mit denen sie wohl verwandt waren. Aus dem Oltinger Erbe fiel ihnen die Herrschaft Arconciel zu.
In der Bluttat von Payerne in der Nacht vom 9. auf den 10. Febr. 1127 wurden PETER und dessen Sohn ULRICH zusammen mit Gf. WILHELM IV.,DEM KIND VON BURGUND umgebracht.
Weitere Söhne Peters waren HUGO, Domherr in Besançon, und WILHELM, Stifter des 1138 geweihten Klosters Hauterive.
Letzterer entschloss sich zur Errichtung dieser Zisterzienserabtei unter dem Eindruck der Mordtat von Payerne und wohl auch in der Absicht, das Hausgut der G. im Krieg um das burgund. Erbe dem Zugriff der siegreichen ZÄHRINGER zu entziehen. Nach der Gründung von Hauterive trat er als Konverse ins Kloster ein, wo er am 11.2.1142/43 als letzter männl. Nachkomme des Geschlechts starb. Seine vier Schwestern heirateten Hochadlige der näheren und weiteren Umgebung, so EMMAmma den Gf. Rudolf I. von Neuenburg, an den die Herrschaft Arconciel überging, Juliana einen namentlich nicht bekannten Herrn von Montsalvens, Agnes den Gf. Rudolf I. von Greyerz und Ita einen Adligen aus der Tarentaise (wohl nicht den Gf. Aymo II. von Genf). Diese Allianzen zeigen, dass die G. zu den mächtigsten Fam. im westl. Mittelland zählten. Das Geschlecht besass gute Grundlagen für die Entfaltung einer dynast. Adelsherrschaft. Sein rasches Ende ist eng verknüpft mit dem Niedergang des Grafenhauses BURGUND und dem Vordringen ZÄHRINGENS in den burgund. Raum. 
VON WALPERSWIL, Rilenta (I8011)
 
2957 Godfrey Lewis Rockefeller (24. September 1783 – 28. September 1857) war ein amerikanischer Bauer und Geschäftsmann. Er war ein früher Siedler von Richford, New York, und seine persönlichen Eigenschaften haben dazu geführt, dass er als „ein höchst unwahrscheinlicher Stammvater des Clans“ bezeichnet wird.[1] Er war der Vater des Betrügers William Rockefeller Sr.

Frühes Leben und Ehe
Godfrey Rockefeller wurde am 24. September 1783 in Albany, New York geboren. Seine Eltern waren William und Christina Rockefeller. William und Christina waren Cousins ​​dritten Grades; Williams Großvater war Johann Peter Rockefeller II, ein Müller, der aus Rockenfeld, Rheinland, Deutschland, nach Philadelphia auswanderte, wo er Plantagenbesitzer und Landbesitzer in Somerville, New Jersey und Amwell, New Jersey war. Christinas Großvater war Johann Peters Cousin Diell Rockefeller, der nach Germantown, New York, einwanderte. Im Jahr 1806 heiratete Godfrey gegen den Widerstand ihrer Eltern die ehemalige Lehrerin Lucy Avery (11. Februar 1786 – 6. April 1867) in Great Barrington, Massachusetts. Lucys Avery-Vorfahren waren Puritaner, die um 1630 aus Devon, England, nach Salem, Massachusetts, ausgewandert waren.[2]

Godfrey soll von seiner Frau übertroffen worden sein, die größer, selbstbewusster und gebildeter war als Godfrey. Godfrey selbst soll ein „verkümmertes, verarmtes Aussehen und eine Hangdog-Atmosphäre ewiger Niederlage“ gehabt haben. Man sagte ihm auch nach, er sei fröhlich und gutmütig, doch seine Neigung zum Trinken verärgerte seine Frau. Das Paar würde zehn Kinder haben.[3]

Karriere
Godfrey und Lucy lebten zunächst in Great Barrington, wo Godfrey Sheriff wurde[4] und arbeiteten als Bauer und Geschäftsmann mit wenig Erfolg. Er und seine junge Familie zogen von Great Barrington nach Granger, New York, und dann nach Ancram, New York, und dann nach Livingston, New York.[3] Zwischen 1832 und 1834 zog die Familie mit dem Conestoga-Wagen nach Westen. Für diesen Schritt wurden verschiedene Gründe genannt. Einem Bericht zufolge haben Godfrey und mehrere Nachbarn ihr Land in einem Titelstreit verloren.

Ein weiterer Grund ist, dass Godfrey seine Farm gegen eine Farm im Tioga County eingetauscht hat, ein Handel, zu dem Godfrey nicht gut beraten gewesen wäre, da die Farm an seinem endgültigen Bestimmungsort über dünne, saure Böden verfügte, die sich für die Landwirtschaft schlecht eigneten. Ein weiterer Grund ist, dass die Familie beabsichtigte, nach Michigan zu ziehen, Lucy jedoch die Neuengland-Kultur im Norden des Bundesstaates New York bevorzugte. Was auch immer der Grund war, sie verbrachten zwei Wochen mit neun ihrer zehn Kinder (alle außer William) entlang der Autobahn Albany-Catskill und reisten zu ihrem neuen Zuhause, einer dünn besiedelten Wildnis in der Nähe von Richford, New York. Einer Familienlegende zufolge sagte Godfrey von der Spitze des Hügels auf seinem neuen, 60 Hektar großen Grundstück aus: „Das ist so nah wie nie zuvor an Michigan“ und nannte den Ort deshalb Michigan Hill.[5] In Michigan Hill baute Lucy mit zwei Feldarbeitern einen Steinzaun und die Familie bewirtschaftete einen Bauernhof. Ihr Sohn William kam etwa 1835 in Richford an.[6]

Tod und Familie
Godfrey Lewis Rockefeller starb am 28. September 1857 und Lucy starb am 6. April 1867, beide in Richford, New York.[7] Godfrey und Lucy hatten 10 Kinder:

Melinda Rockefeller (12. September 1807[8] – 2. Mai 1880), verheiratet mit William Harris
Olympia Rockefeller (20. April 1809[8] – 21. Juli 1893),
William Avery „Bill“ Rockefeller Sr. (13. November 1810 – 11. Mai 1906). Sein Sohn John Davison Rockefeller Sr. gründete 1870 die Standard Oil Company.
Norman Rockefeller (27. Oktober 1812[8] – 20. Januar 1905)
Sally Ann Rockefeller (28. September 1814[8] – 3. März 1884)
Jacob S. Rockefeller (14. Juli 1816[8] – 14. August 1892)
Mary Rockefeller (18. Februar 1819[8] – 15. Juli 1819)
Miles Avery Rockefeller (27. Juli 1821[8] – ?)
Mary Miranda Rockefeller (17. Juni 1824[8] – 12. November 1879)
Egbert Rockefeller (8. Februar 1827[8] – 20. September 1878).



 
ROCKEFELLER, Godfrey Lewis (I55004)
 
2958 Goethes „Demoiselle Delph“
siehe Goethe: Dichtung und Wahrheit
Sie kümmert sich nach dem Tod der Eltern (die Mutter Christine, Edle von Walzdorf stirbt am 28.01.1798 an einer Mastitis und der Vater am 12.03.1798) um Ihren Neffen Carl Heinrich Ferdinand Henking , geboren in Heidelberg am 08.11.1797, der im Alter von 4 Monaten zum Vollwaisen geworden war.

Sie kannte Lili Schönemann schon als Kind, mochte G. und war diejenige, die Ostern 1775 die - Zustimmung beiderseitiger eltern- zu G.s - Verlöbnis- mit Lili eroberte. Und damit G zu der Erkentinis verhalf: Nun der Zweck näher heranrückte, wollte es hüben und drüben nicht vollkommen passen (DuW, 17.Buch) das verlöbnis ging in die Brüche, die Freundschaft mit Lili und G. blieb bis an ihr lebensende erhalten. metzler goethe Lexikon S. 88

17. Mai 1775: 1. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (mit den Brüdern Grafen Stolberg)

17?.-20. Juli 1775: 2. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (mit den Brüdern Grafen Stolberg)

30. Oktober-4. November 1775: 3. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (bei Delph, Aufbruch nach Weimar)

23. September 1779: 4. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (mit Prinz Carl August von Weimar, auf der Reise nach der Schweiz)

19. Februar 1782: die Schwestern Delph erwerben das Haus Hauptstraße 196 um 1800 fl.

4.-7. August 1793: 5. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (bei seinem Schwager Johann Georg Schlosser)

25.-27. August 1797: 6. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (3. Reise von Frankfurt/Main nach der Schweiz)

> Gedenktafel am Haus Hauptstraße 196 („Von hier/ aus dem Haus seiner mütterlichen Freundin Dorothea Delph/ reiste Goethe/ der Einladung KARL AUGUST'S folgend/ am 4. November 1775 nach Weimar“) (irrtümlich zugeordnet)


Dorothea Delph (* um 1730 in Heidelberg; † 20. Oktober 1808 ebenda) war eine selbständige Kauffrau (in der zeitgenössischen Literatur als „Handelsjungfer“ bezeichnet) in Heidelberg, die als „mütterliche Freundin“ Goethes bekannt wurde. Goethe besuchte sie mehrmals in Heidelberg. Im Herbst 1775 versuchte Dorothea Delph, Goethe durch eine Heirat an den Mannheimer Hof zu binden. In ihrem Haus in Heidelberg erreichte Goethe aber der Bote Herzog Carl Augusts von Sachsen-Weimar-Eisenach. Goethe folgte der Einladung nach Weimar, wodurch sich die Heiratspläne zerschlugen.

Dorothea Delph, von Goethes Mutter in einem Brief an die Herzogin Anna Amalia als „die politica Delphin“ bezeichnet, war in geheime diplomatische Aktivitäten verwickelt. Sie stand mit der preußenfreundlichen Partei am Mannheimer Hof, die den Plan Kurfürst Carl Theodors, Bayern an Österreich abzutreten, verhindern wollte, in Verbindung. So fungierte sie als Mittelsfrau zwischen dem preußischen Hof und der preußenfreundlichen Partei in Mannheim. Zugleich gehörte sie zu den Vertrauten Herzog Carl Augusts. Goethe erwähnt sie mehrfach in Dichtung und Wahrheit.

An Goethes Aufbruch nach Weimar aus ihrem Haus erinnert eine Gedenktafel am Haus Hauptstraße 196 in Heidelberg (am Marktplatz). Allerdings ist diese Zuordnung fehlerhaft, da Dorothea Delph im Jahr 1775 dieses Haus noch nicht bewohnte. https://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Delph

Dorothea Delph – Stoffhändlerin und Goethefreundin
Dorothea Delph ist keine Schönheit. Man munkelt sogar, sie sei eine Hermaphroditin.
„Schwarzer Kaffee, feinster Marokko-Schnupftabak sind ihre Reizmittel. Sie verachtet
alle Kleidermoden und geht (in Spitzenhaube und Haartour) mit einem 4 Schuh langen,
echten Rohr bewehrt spazieren, sodaß sie in den Straßen den Gassenbuben einer Vogelscheuche gleich erschien.“
Aber: Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. 1760 übernimmt sie zusammen mit ihrer
älteren Schwester Sibylle das Geschäft ihres Bruders. Sie handeln mit Lyoner Seidenstoffen. Von den Schwestern ist Dorothea offensichtlich die aktivere, die treibende Kraft.
Um geschäftliche und gesellschaftliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, besucht
Dorothea Delph die Messen in Frankfurt. Sie hält den Kontakt zu Banken und Handelshäusern, aus dem sich oft ein über das geschäftliche hinausgehender privater Kontakt
entwickelt. Sie zeichnet die Geschäftsvorgänge und natürlich in juristischen Streitfragen.
1782 kann sie das Haus in der Hauptstraße 196 erwerben – so gut prosperiert das Geschäft, das sie erst mit 72 Jahren im Jahre 1800 aufgibt.

Bekannt ist Dorothea
Delph wegen ihrer Freundschaft zu Goethe. Immer,
wenn er in Heidelberg
weilt, besucht er seine alte
Freundin. Doch die
Freundschaft ist weniger
durch die Begeisterung für
sein Werk geprägt – Dorothea Delph ist keine „Goethepriesterin“. Sie versteht
sich eher als Schicksalsmacherin seines persönlichen
Lebensweges. Zweimal
bahnt sie eine Verlobung
für ihn an, sie unterstützt
seine geplante Reise nach
Italien, um in der Zwischenzeit für seine Karriere am Mannheimer Hof zu sorgen. Wenn sie sich das so einfach zutraut, muss sie einen ganz schön weitläufigen und einflussreichen Bekanntenkreis haben. Und in der Tat verkehrt sie mit Dichtern ebenso wie mit HeidelbergerInnen
der höheren Gesellschaftsschicht. Es ist anzunehmen, dass ihre Unterhaltungen ein hohes Niveau erreichen, denn ihr Großneffe berichtet, dass sie „wissenschaftlich beinahe
gelehrt war“.
Doch diese scheinbare Wertschätzung ist – zumindest aus heutiger Sicht – mit deutlicher
Abwertung gekoppelt. Noch einmal ihr Neffe: „Sie hatte viele Bekanntschaften und
knüpfte dreist an, wo sie diese begehrte.“ Goethe charakterisiert sie als eine „Person,
die, ohne gerade intrigant zu sein, immer ein Geschäft (hatte), Andere beschäftigte und
bald diese bald jene Zwecke durchführen wollte. Eigentlich hatte sie keine egoistischen
Zwecke: etwas gethan, etwas vollbracht, besonders eine Heirat gestiftet zu haben, war
ihr schon Belohnung.“ So war das eben vor 245 Jahren ...

...Die Schwestern kauften am 10.02.1782 für 1800 Fl. das Haus am Marktplatz, die Leonhard Schnetzische Behausung, das heute, im Besitz der Geschwister Marie und Eugenie Henrici, die Nummer Hauptstr. 196 trägt. Sie liehen sich dazu vom kurpfälzischen Geh. Rat Fontanesi aus den Frankenthaler Clienbeken Hospitalmitteln 1000fl. in bar.
Am 11. Juni 1801 ging das Haus für 6000 Fl. an den Handelsmann Jacob Marie Cavalin i über. ...
...erwähnt Erdmannsdörfer Geschäfte der "Ladenjungfer Delph", die hart ans Politische streifen. Sie soll ein bischen preußiscvhe politische Agentin gewesen sein. (Diese Bemerkung bezieht sich auf die Zeit vor dem Fürstenbunde)....
Geschichte der Heidelberger Apotheken Walter Donat 1912 S. 69

Nun entfloh mir auch noch die Tante, indem sie mit 81. Altersjahren selig im Herren entschlief. Nur das Dienstmädchen und ich hörten ihren letzten Seufzer; mit Andacht drückte ich ihr die Augen zu, schickte aber, sobald es tagte, das Mädchen zum Bäcker, damit es für das entdeckte Geld der Seeligen Hülle und Fülle frischen Gebäcks kaufe und dazu einen recht guten Kaffee koche. Das war eine Totenfeier! Erst nach deren Verlauf publizierte ich das Hinscheiden.
Bei der Beerdigung war ich nicht anwesend, da Bruder Ferdinand mich sogleich der Erziehungsanstalt bei Kirchenrat Professor Schwarzxxx, Pädagoge erster Größe, übergab. Hier vergaß ich gar bald die Tante, ja das ganze Vorleben. Das vorgefundene Vermögen der alten Mamsell wurde dem Hause Bethmannxxxi254 in Frankfurt, welches darauf länger wohl als es gedacht, eine Leibrente bezahlt hatte, übermittelt. So auch eine Eisenkasse voll Silbergeschirr, welche die Tante zehnmal verschenkt, aber nie ausgefolgt hatte. Sie ruhe in Frieden! Lebensbilder von Heinrich Henking 
DELPH, Helena Dorothea (I580)
 
2959 Goldschmidt (Familie)
Die Familie Goldschmidt ist aschkenasischer Herkunft und entstammt ursprünglich einer Geldwechsler- und Bankiersfamilie in Frankfurt am Main. Sie stammt von Mosche Goldschmidt und seiner Frau Bela ab, die sich im Jahr 1521 in der Frankfurter Judengasse im Haus Goldener Schwan niederließen. Ursprünglich waren sie, wie auch andere jüdische Familien, nach Frankfurt gekommen, nachdem sie 1498 aus Nürnberg vertrieben worden waren.[1] Nach dem Frankfurter Fettmilch-Aufstand 1614 verließ die Familie Goldschmidt Frankfurt wieder. Einige Mitglieder ließen sich daraufhin in Kassel nieder. 1634 kehrte deren Nachkomme, der Geldwechsler Mayer Baruch (Benedikt) Kassel wieder nach Frankfurt zurück, heiratete Bella Bölgen Buchsbaum und führte fortan den Familiennamen Goldschmidt-Kassel.[2][3]


Wappen der 1903 geadelten Linie Goldschmidt-Rothschild
Die Familie Goldschmidt war beruflich und familiär besonders mit der deutsch-jüdischen Familie Bischoffsheim aus Mainz verbunden; sie gründeten gemeinsam die Pariser Bank Bischoffsheim, Goldschmidt & Cie.[4] Diese ging 1863 in der in Amsterdam ansässigen Nederlandsche Credit en Deposito Bank (Französisch Banque de crédit et de dépôt des Pays-Bas) auf, welche 1872 wiederum mit der Banque de Paris zur Banque de Paris et des Pays-Bas fusionierte (abgekürzt „Paribas“). Dieses Unternehmen wurde 1999 von der französischen Bank Banque nationale de Paris (abgekürzt „BNP“) übernommen; diese firmiert seitdem unter dem Namen BNP Paribas.[5]

Der britische Zweig der Familie anglisierte seinen Familiennamen zu Goldsmith, beginnend mit Frank Goldsmith (1878–1967). Das bekannteste Mitglied dieser Familie im 20. Jahrhundert war der Milliardär James Goldsmith. Das heute bekanntesten Mitglieder sind dessen Kinder Jemima Goldsmith (* 1974), Journalistin, Filmproduzentin und geschiedene Ehefrau des pakistanischen Premierministers Imran Khan, und Zac Goldsmith (* 1975), Mitglied des britischen Unterhauses für den Londoner Wahlbezirk Richmond Park. Der französische Zweig ändert seinen Namen während des Ersten Weltkriegs in Goldet. 
GOLDSCHMIDT, Levi (I55556)
 
2960 Goldschmied

B. Koerner, Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien (= DGB) 14, Görlitz 1908, S. 352 
MÖLLER, Abraham Gustav (I5684)
 
2961 Gorm und seine Frau Thyra waren das Vorbild für die literarischen Gestalten des „grimmigen Königs“ Gorm und seiner Frau Thyra Danebod in Theodor Fontanes Ballade Gorm Grymme von 1864. ..., Gorm ´der Alte` (I37247)
 
2962 Gosenbach ist ein Stadtteil im Westen der Stadt Siegen.
Gosenbach wurde am 25. November 1347 als „Gosinbach“ erstmals urkundlich erwähnt. In der Urkunde ist von einem Hof zu Gosenbach die Rede. Der Selbacher Hof im Ortsgebiet wurde 1347 erstmals erwähnt. Er war im Besitz des alten Adelsgeschlechts der SELBACHER. Der zweite große Gosenbacher Hof war der Wildenburger Hof.  
LATSCH, Gela (I1192)
 
2963 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I45203)
 
2964 Gottfried († Juni 885 bei Herwen, heute Provinz Gelderland, Niederlande) war ein dänischer Wikingerführer und Herrscher in Friesland.

Im Jahr 879, als die Bedrohung der Herrschaft Karls III. durch die Wikinger massiv wurde, war Gottfried einer der Anführer bei den Einfällen in Flandern und Nordfrankreich. 880 schlug er die Sachsen entscheidend. Gottfried war einer der Anführer der Raubzüge der Wikinger in den Rheinlanden. Kaiser Karl III. zog gegen ihn ins Feld, belagerte ihn, hob die Belagerung aber wieder auf und erkannte seine Herrschaft in Friesland an. Als Gottfried sich taufen ließ, bestätigte Kaiser Karl ihn auch als Herrscher an der Rhein- und Maasmündung und gab ihm Gisela (Gisla) (860/865–907), die Tochter des 869 gestorbenen Königs Lothar II. von Lotharingien (Lotharii Regnum), zur Frau.

Gottfried wurde jedoch in den folgenden Jahren dem mit seinem Herrschaftsgebiet verbundenen Auftrag, der Abwehr der Wikinger, nicht gerecht und verschwor sich darüber hinaus 885 mit seinem Schwager Hugo, Lothars kirchlich nicht anerkanntem Sohn aus zweiter Ehe, der das Reich seines Vaters wiedergewinnen wollte und dem Wikingerführer für den Fall des Sieges die Hälfte des Landes versprach. Daher wurde Gottfried im Juni 885 vom Popponen Heinrich, der selbst ein Jahr später im Kampf gegen die Normannen fiel, bei vorgetäuschten Verhandlungen bei Herwen in der Betuwe erschlagen. Sein Mitverschwörer Hugo wurde wenig später aufgegriffen, geblendet und in die Abtei Prüm gebracht, wo er den Rest seines Lebens verbrachte.

Gottfrieds Ehefrau Gisela war vor dem gewaltsamen Tod ihres Mannes in Sicherheit gebracht worden. Sie ging ins Kloster und wurde Äbtissin in Nivelles und Fosses und starb im Jahr 907.

Gottfrieds Tod bedeutete gleichzeitig das Ende der Herrschaft der Wikinger in Friesland und für mehrere Jahre auch das Ende der Einfälle der Wikinger ins Rheinland.

Anmerkung
Gottfried wird häufig mit Gottfried Haraldsson, dem Sohn des Königs Harald Klak von Dänemark, verwechselt. Dieser wurde jedoch bereits im Kindesalter im Jahr 826 getauft und wird für das Jahr 855 letztmals urkundlich erwähnt. Damit ist zwar eine Identität der beiden nicht zwingend ausgeschlossen, aber doch sehr unwahrscheinlich. 
(FRIESLAND), König von Friesland König von Friesland Gottfried II. (I22753)
 
2965 Gottfried Ferréol war ein Sohn des Hugo von Le Perche und der Beatrix von Mâcon, ein jüngerer Bruder hieß Liétald. Dieser genealogische Hintergrund ist einer Urkunde des Bischofs Franco von Paris aus dem Jahr 1028 zu entnehmen.[2] Diese Quelle gibt über seine weiteren familiären Verhältnisse Auskunft. So war seine Mutter in erster Ehe mit dem Grafen Gottfried I. von Gâtinais verheiratet gewesen, deren gemeinsamer Sohn der Graf Aubry von Gâtinais war, dem Gottfried Ferréol als dessen Halbbruder nachfolgte. Sein Vater, Hugo von Le Perche (Hugonis Pertice), war vermutlich mit dem namensgleichen Sohn des Grafen Fulcois von Mortagne aus dem Hause Châteaudun identisch, der in einer Urkunde der Abtei Saint-Vincent von Le Mans aus dem Jahr 1061 genannt wird.[3] Graf Aubry von Câtinais starb zwischen den Jahren 1028 und 1030, worauf ihm Gottfried Ferréol nachfolgen konnte. Etwaige Amtshandlungen von ihm sind nicht bekannt.

Gottfried Ferréol war verheiratet mit Ermengarde von Anjou, einer Tochter des Grafen Fulko III. Nerra von Anjou. Über sie leiteten seine Söhne ihren Anspruch auf die bedeutende Grafschaft Anjou ab. 
VON GATINAIS, Gottfried II. (I39281)
 
2966 Gottfried I. war der zweitälteste von den fünf Söhnen des Graf Rudolf III. des Schweigsamen, er zog 1242 gegen seinen Vetter Rudolf IV., den späteren König (I.) in eine blutige Fehde, und zerstörte dessen Besitzungen in Brugg und Habsburg, nachdem zuvor Laufenburg und Umgebung von diesem heimgesucht worden war.

Nachdem 1249 sein Vater verstorben war, bildete sich wieder ein besseres Familienverhältnis heraus, die fünf Brüder einigten sich und überliessen dem energischen Gottfried I. die Führung. Der älteste, Werner, verstarb früh (vor Sommer 1253),[1] der jüngere Rudolf wurde Kirchenmann und Bischof von Konstanz (als II.), der folgende Otto war ein Deutschordensritter.

Gottfried I. führte nun das Haus Laufenburg allein, er wurde nach einer Aussöhnung zu einem treuen Waffengefährten seines Vetters König Rudolf. 1261 zog er mit ihm in der Fehde gegen Walter von Geroldseck, Bischof von Straßburg (1260–1262) in das Elsass.[2] 1265 kämpfte er mit ihm in Freiburg im Üechtland gegen Graf Peter II. von Savoyen (1263–1267)[2] und die Stadt Bern um das kyburgische Erbe für Habsburg zu behaupten. Der jüngste Bruder Eberhard vermählte sich dann 1273 mit der Erbtochter Anna von Kyburg, deren Vormund Rudolf, Gottfried und Hugo von Werdenberg gewesen waren, und begründete damit die Linie Neu-Kyburg.[3]

1271 befand er sich im Heer Ottokars von Böhmen gegen den Ungarnkönig Stephan V., hier wurde er schwer verwundet, kam noch in seine Heimat zurück, wo er im September 1271 verstarb. Vorteile hatte er keine errungen, und nach seinem Tod brach die Rivalität zwischen den beiden Häusern wieder aus. Von Vorteil war dies für König Rudolf, der den Machtbereich beidseitig des Rheins ausbauen konnte.  
VON HABSBURG-LAUFENBURG, Gottfried (I10349)
 
2967 Gottfried II. (* um 1110; † 13. Juni 1142) war Graf von Löwen und Landgraf von Brabant seit dem 23. Januar 1139. Er war der Sohn von Gottfried I. von Löwen und Ida von Chiny. Er wurde 1139 – durch Ernennung nach dem Tod Walrams III. von Limburg – als Gottfried VII. auch Herzog von Niederlothringen und dadurch Markgraf von Antwerpen.

Gottfried und sein Vater trugen den Herzogstitel bereits seit 1136, was vom römisch-deutschen König Konrad III., der mit einer Schwester von Gottfrieds Ehefrau verheiratet war, bestätigt wurde. Walram hinterließ einen Sohn, Heinrich II. von Limburg, der die herzoglichen Rechte seines Vaters behauptete. Zwischen Gottfried und Heinrich brach ein Krieg aus, in dem Heinrich schnell und entscheidend unterlag. Gottfried selbst starb zwei Jahre später an einer Leberkrankheit. Er wurde in Sint Pieter in Löwen bestattet.

Er heiratete Luitgard, Tochter von Graf Berengar I. von Sulzbach, Schwester der Gertrud von Sulzbach, der Ehefrau Konrads III., und der Bertha von Sulzbach, der Ehefrau des Kaisers Manuel I. von Byzanz. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Gottfried III. 
(LÖWEN), Gottfried II. (I40558)
 
2968 Gottfried stammt aus der Familie der Wigeriche. Sein Vater Gotzelo I. war Herzog von Ober- und Niederlothringen. Als Gotzelo I. 1044 starb, belehnte König Heinrich III. Gottfried mit Oberlothringen und Gotzelos gleichnamigen zweiten Sohn Gotzelo II. mit Niederlothringen. Nach dem Tod seines Bruders beanspruchte Gottfried auch Niederlothringen, Heinrich III. setzte dagegen Friedrich II. von Luxemburg dort ein. Gottfried rebellierte teilweise mit Unterstützung des französischen Königs Heinrich I. gegen den Kaiser (1047 Zerstörung der Kaiserpfalz Nijmegen), konnte sich jedoch nicht durchsetzen[3] und wurde vom elsässischen Grafen Adalbert, nach dessen Tod 1048 von dessen Bruder Gerhard als Herzog ersetzt.

Nach dem Tod seiner Frau Oda zog sich Gottfried nach Italien zurück, wo er 1054 Beatrix von Lothringen, die Witwe Markgraf Bonifatius’ von Tuscien und Tochter Friedrichs II. von Luxemburg heiratete. Heinrich III. setzte 1055 Gottfried ab und Beatrix gefangen. Erst ein Jahr später erreichte Papst Victor II. die Versöhnung Gottfrieds mit Heinrich und dessen Wiedereinsetzung. Gottfried verfügte nun nicht nur über die Markgrafschaft Tuscien, sondern auch über die umfangreichen Güter Beatrix’, die bis in die Emilia-Romagna und die Poebene reichten, und konnte sich so eine führende Position in Italien aufbauen. Als der Kaiserhof unter der Regentschaft Agnes’ von Poitou zunehmend den Kontakt zur cluniazensisch orientierten Reformgruppe in Rom verlor, bot Gottfried den Reformklerikern, die zu einem nicht unerheblichen Teil mit Leo IX. aus Lothringen nach Rom gekommen waren, einen wichtigen Rückhalt und festigte mit der Wahl seines Bruders Friedrich zum Papst (Stephan IX.) im Jahre 1057 weiter seine Stellung.

Auch durch die Heirat seines Sohns Gottfried IV. von Niederlothringen mit seiner Stieftochter Mathilde von Tuszien konnte er seine Macht und seinen Einfluss erheblich ausbauen.

Nach dem Tod Friedrichs II. von Luxemburg 1065 erhielt er das Herzogtum Niederlothringen von König Heinrich IV. und konzentrierte sich in seinen letzten Jahren auf diese Herrschaft, wohingegen seine Frau Beatrix in Tuszien die Regentschaft führte.

Gottfried starb 1069 als Herzog von Niederlothringen und Markgraf von Tuscien. Sein Sohn Gottfried folgte ihm in Niederlothringen; seine Tochter Ida wurde die Mutter Gottfrieds von Bouillon. 
(NIEDERLOTHRINGEN), Gottfried III. ´der Bärtige` (I51535)
 
2969 Gottfried und seine Brüder Arnulf und Pippin wurden von ihrem Stiefonkel Karl Martell inhaftiert. Vermutlich starb er dann während der Gefangenschaft. Die Möglichkeit besteht aber, dass er Mönch in einem Kloster war. Seine Begräbnisstätte ist unbekannt. VON FRANKEN, Godefrid (I24339)
 
2970 Gottfried war ein Sohn des Grafen Heinrich I. von Cuyk und dessen Frau Alveradis von Hochstaden. Er selbst heiratete Ida von Werl-Arnsberg, die Tochter Graf Friedrichs I.

Als Nachfolger seines Vaters stiftete er zusammen mit seiner Mutter 1129 das Kloster Marienweerd. Er wurde Burggraf von Utrecht und war in diesem Amt Feldherr des Bischofs von Utrecht im Kampf gegen Graf Dietrich VI. von Holland. Außerdem kämpfte er gegen den friesischen Rebellen Florenz den Schwarzen. Für diese Tat wurde Gottfried zeitweise gebannt. Im Jahr 1133 war er wahrscheinlich der eigentliche Stifter von Stift Clarholz.[1] Nach dem Tod von Graf Friedrich von Werl-Arnsberg, der ohne männlichen Nachkommen war, ging die Grafschaft Werl-Arnsberg an Graf Gottfried als Ehemann der Erbin Ida über. In Arnsberg residierte Gottfried wegen seiner holländischen Aufgaben und Besitzungen nur selten. Für die für ihn geringe Bedeutung der Grafschaft Werl-Arnsberg spricht, dass Gottfried sich erst 1142 in Urkunden als Graf von Arnsberg titulierte. In seiner Amtszeit verlor die Grafschaft Rietberg die Stiftvogtei über das Bistum Paderborn und den Alme- und Diemelgau.

In der Reichspolitik spielte Gottfried als Gefolgsmann der Staufer eine nicht unbedeutende Rolle und wird in kaiserlichen Urkunden mehrfach als Zeuge genannt. Gottfried nahm teilweise zusammen mit seinem Bruder Heinrich an kaiserlichen Hoflagern 1141 in Köln, 1145 in Aachen und Utrecht, 1147 in Aachen und Nimwegen teil. Konrad III. erteilte ihm als „geliebten und getreuen Gottfried, Graf von Arnsberg und Cuyk“ die Erlaubnis, auf seinen Gütern eine feste Burg zu bauen. Möglicherweise war damit eine erste Anlage der Burg Altena gemeint. Friedrich I. veranlasste den Bischof von Paderborn, dem Grafen ehemaligen Besitz zurückzuerstatten.

Das Todesjahr Gottfrieds ist unbekannt. Zuletzt urkundlich erwähnt wurde er 1168. Sein Sohn Heinrich wurde sein Nachfolger, nachdem er bereits zu Lebzeiten Gottfrieds Mitregent gewesen war.

Weitere Nachkommen waren Adelheid, die Erbin von Altena, verheiratet mit Graf Eberhard I. von Berg, und Jutta, Äbtissin des Stiftes Herford. Eine namentlich nicht bekannte Tochter war mit Graf Hermann II. von Virneburg verheiratet. Die Tochter Alverada war die Erbin des holländischen Besitzes Malsen und war mit Graf Otto I. von Bentheim-Holland verheiratet. Hinzu kam ein weiterer Sohn mit Namen Friedrich. 
(ARNSBERG), Gottfried I. (I52288)
 
2971 Gottfried Werner Graf von Zimmern (* 13. Januar 1484 in Meßkirch; † 2. April 1554 im Schloss Meßkirch) war ein Familienmitglied der Freiherren von Zimmern. Die Familie wurde zu seinen Lebzeiten, 1538, in den Grafenstand erhoben. Von den drei überlebenden Söhnen des während der Werdenbergfehde verstorbenen Johannes Werner d. Älteren (1454–1495) war er derjenige, der am aktivsten für den weiteren Ausbau der Herrschaft und den dynastischen Fortbestand der Linie eintrat. Er begann den Ausbau Meßkirchs zu einem repräsentativen kleinen Residenzstädtchen, er baute die dortige Sankt-Martins-Kirche im spätgotischen Stil um und stattete diese mit einem reichhaltigen Altarschmuck aus, der vornehmlich vom sogenannten Meister von Meßkirch gestaltet wurde. Der Ausbau der Burg Wildenstein zu einer frühneuzeitlichen Festung, wie sie noch unversehrt erhalten ist, erfolgte durch ihn. Da ihm keine eigenen (legitimen) Söhne beschieden waren, kümmerte er sich intensiv um seinen Neffen Froben Christoph, ermöglichte diesem, auch gegen die Widerstände seines Vaters, eine umfassende humanistische Ausbildung in Deutschland, Flandern und Frankreich und setzte ihn zu seinem Erben ein.

Jugend und Erziehung
Da sich sein Vater infolge der Werdenbergfehde auf der Flucht befand, wurde er von der Mutter allein, teilweise auch vom Onkel in Seedorf erzogen. Nachdem die Mutter ab 1488 dem Vater nach Weesen am Walensee in die Eidgenossenschaft gefolgt war, wurde er von seinen älteren Schwestern am Stift des Zürcher Fraumünsters erzogen. Die Zimmerische Chronik berichtet, er habe dort Hunger leiden müssen und dass er, kaum acht oder neun Jahre alt, ausriss und sich einem gegen Mailand ziehenden Reisläufertross anschloss. Erst in Chur konnte er eingeholt und zurückgebracht werden.

Er wurde dann zur Erziehung an verschiedene süddeutsche Höfe geschickt, zunächst (circa 1500) zu Herzog Georg dem Reichen von Bayern-Landshut, wo er als Page bei dessen Gattin Hedwig diente und vom Ritter Johannes Ebron erzogen wurde. Dort blieb er drei Jahre, bis er, wie die Chronik berichtet, zu alt fürs Frauengemach wurde.

Seine nächste Station (circa 1503) war Markgraf Friedrich von Brandenburg-Ansbach. Dieser schickte ihn als Begleitung seines Sohnes Georg an den Hof Landgraf Wilhelms von Hessen, wo er zwei Jahre verbrachte.

1503 nahm er mit mehreren süddeutschen Adeligen, vornehmlich mit Andreas von Sonnenberg, am Kriegszug Kaiser Maximilians I. gegen Herzog Karl von Geldern teil. Der Zug kam aber nur bis Köln, da sich Karl in Brüssel dem Kaiser unterwarf und der Kriegszug abgeblasen wurde.

Dazwischen verbrachte er die Zeit in Oberndorf am Neckar bei der Mutter, in späteren Jahren auch bei seinem Onkel Gottfried auf Burg Wildenstein, zusammen mit seinem jüngeren Bruder Wilhelm Werner.

Zum Zeitpunkt der Rückeroberung Meßkirchs 1503 durch seinen älteren Bruder Johannes Werner von Zimmern der Jüngere befand er sich am Hof Markgraf Christophs in Baden.

Er setzte seine Lehrzeit anschließend am Hof Ulrichs von Württemberg fort. Dieser führte damals einen der prunkvollsten Höfe im süddeutschen Raum. Gottfried Werner zeichnete sich dort als schneidiger, attraktiver Jüngling aus, der sich besonders bei vielen Turnieren einen Namen machte. Er nahm an verschiedenen Kriegszügen Herzog Ulrichs teil, so 1503, im Landshuter Erbfolgekrieg gegen Pfalzgraf Philipp (derselbe Pfalzgraf Philipp, der seinen älteren Brüdern bei der Rückeroberung der zimmerischen Besitzungen geholfen hatte).

1508 zog er mit Herzog Ulrich in den Krieg gegen Venedig, den Ludwig XII. und Kaiser Maximilian I., verbündet in der Liga von Cambrai, führten. Noch 1513, bereits nach seiner Eheschließung, zog er mit Herzog Ulrich gegen Ludwig XII. von Frankreich und nahm an der Belagerung Dijons teil. Kaiser Maximilian I. hatte sich diesmal mit den Eidgenossen verbündet und Herzog Ulrich befehligte das kaiserliche Heer. Die Belagerung war erfolglos und das Heer zog wieder ab.

Die Zimmerische Chronik unterstellt, Kaiser Maximilian I. habe Ulrich bewusst in eine Falle gelockt, mit der Hoffnung, Ulrich würde in diesem Kriegszug umkommen. Ulrich war zu diesem Zeitpunkt noch ohne Erben und Württemberg wäre als Lehen wieder an Habsburg zurückgefallen.

Zimmersche Erbteilung von 1508
Nach dem Tod des Onkels Gottfried am 10. Mai 1508 erfolgte die Erbteilung unter den drei Brüdern. Während der jüngste Bruder Wilhelm Werner von Zimmern Erbverzicht leistete und dafür mit Unterstützung seiner Brüder mit einer Pfründe als Chorherr versehen wurde, teilten die beiden älteren Brüder Herrschafts- und Besitzrechte untereinander auf. Gottfried Werner erhielt die, von den Zimmern so bezeichnete, Herrschaft vor Waldt, also das ursprüngliche Herrschaftsgebiet um Seedorf, sowie die Besitzungen in Hilzingen und auf der Höri. Der Erlös der Weinberge in Überlingen und in Hilzingen wurde zwischen den beiden älteren Brüdern geteilt.

Bezüglich des Wildensteins wurde vereinbart, dass sie beide die Verwaltung in alternierenden Jahren innehaben und in diesen Jahren die Erlöse aus den dazugehörigen Äckern und Wiesen ziehen sollten, aber auch für den Unterhalt aufzukommen hatten.

Herrenzimmern, das zu diesem Zeitpunkt im Besitz des Heinrich von Zimmern war, wurde ebenfalls nicht geteilt. Bei Heinrich von Zimmern handelt es sich um ihren Cousin, den illegitimen Sohn Gottfrieds, der aber von Kaiser Maximilian I. für ehelich und adelig erklärt worden war.

Die Schulden, die in der Zeit der Verbannung aufgelaufen waren, wurden ebenfalls geteilt, 335 Gulden für Johannes Werner und 475 Gulden für Gottfried Werner. Beide Brüder erteilten sich gegenseitig das Vorkaufsrecht....
 
VON ZIMMERN, Gottfried Werner (I52092)
 
2972 Gottfrieds Familie väterlicherseits stammte aus Zentralfrankreich wo sie als Grafen des Gâtinais und Vizegrafen von Orléans Gefolgsmänner der französischen Könige waren. Gottfried folgte nach dem Tod seines Vaters in diesem Erbe nach. Bald aber trat er in die Dienste seines Onkels mütterlicherseits Graf Gottfried II. Martel von Anjou, einem der mächtigsten Männer Frankreichs seiner Zeit, und wurde von diesem mit der Herrschaft über die aquitanische Saintonge betraut. Nach dem Tod seines Onkels 1060 folgte Gottfried ihm in dessen ausgedehnten Besitzungen nach.

Zu Beginn seiner Herrschaft gelang es Gottfried gemeinsam mit seinem Bruder Fulko 1062 einen Angriff des Herzogs Wilhelm VIII. von Aquitanien auf die Saintonge abzuwehren. Im Gegensatz zu seinem Onkel, der sich in kirchenpolitische Fragen nicht einmischte, geriet Gottfried mit dem Klerus seiner Domänen in Konflikt betreffs der Investition des Bischofsstuhls in Le Mans. Für Gottfried war dies deshalb von Bedeutung da er mit einem ihm gewogenen Bischof seinen Einfluss in der Grafschaft Maine aufrechterhalten konnte, wo 1063 sein Rivale Herzog Wilhelm II. von der Normandie seinen ältesten Sohn Robert Kurzhose als Grafen einsetzen konnte. Nachdem Gottfried die Abtei Marmoutier überfiel wurde er 1067 von einem päpstlichen Legaten exkommuniziert.

Dies nutzte sein jüngerer Bruder Fulko aus, um die Herrschaft im Anjou an sich zu reißen und Gottfried gefangen zu setzen. Aus dieser schnell entkommen unterlag Gottfried gegen seinen Bruder in einem Kampf bei Brissac-Quincé (April 1068) und wurde erneut in der Burg Chinon eingekerkert. Erst 1096 auf Intervention von Papst Urban II. freigelassen, starb er kurze Zeit später.

Gottfried war mit Julienne, der Tochter seines Vasallen Hamelin von Langeais, verheiratet, mit der er keine Kinder hatte. 
(ANJOU), Gottfried III. (I39282)
 
2973 Gotthold Ephraim Lessing (* 22. Januar 1729 in Kamenz, Markgraftum Oberlausitz; † 15. Februar 1781 in Braunschweig) war ein bedeutender Dichter der Aufklärung. Mit seinen Dramen und seinen theoretischen Schriften, die vor allem dem Toleranzgedanken verpflichtet sind, hat dieser Aufklärer der weiteren Entwicklung des Theaters einen wesentlichen Weg gewiesen und die öffentliche Wirkung von Literatur nachhaltig beeinflusst. Lessing ist der erste deutsche Dramatiker, dessen Werk bis heute ununterbrochen in den Theatern aufgeführt wird.

Gotthold Ephraim Lessing war das dritte Kind[1] und der zweitälteste Sohn des Kamenzer Archidiakons Johann Gottfried Lessing und seiner Frau Justina Salome (geb. Feller) (1703–1777).[2] Neun Geschwister folgten im Laufe der Jahre, jedoch überlebten nur sieben seiner Geschwister ihren ersten Lebenstag, sodass Gotthold letztendlich der älteste Sohn war. Am 24. Januar 1729 wurde er in der St. Marienkirche in Kamenz durch seinen Großvater Gottfried Feller getauft.[3]

Der Vater Johann Gottfried Lessing war ein Vertreter der lutherischen Orthodoxie. So bestimmten bei den Lessings, die bereits in der zweiten Generation zur Elite der Stadt gehörten, vor allem die Bibel, der Glaube und die Sorge um das materielle „tägliche Brot“ das Gespräch beim Essen.[4]

Schule
Lessings Vater unterrichtete seinen Sohn zunächst selbst, um ihn auf Schule und Universität vorzubereiten. Bereits im Alter von fünf Jahren war Lessing in der Lage, die Bibel und den von seinem Vater formulierten Katechismus zu lesen. Anschließend bekam er den Privatlehrer Christlob Mylius an die Seite gestellt, mit dem er auch bis über das Studium hinaus freundschaftlich verbunden blieb.

Als sich ihre Wege durch den Fortzug des Lehrers trennten, schickte sein Vater ihn in die öffentliche Lateinschule. Dort zeigte sich recht schnell, dass Lessing für sein Alter eine rasche Auffassungsgabe besaß und ein kluges Kind war.[5] Als der Unterricht der Lateinschule nicht mehr den intellektuellen Fähigkeiten des Schülers genügte, reichte Lessings Vater 1737 beim Kurfürsten ein Gesuch ein, den Sohn Gotthold Ephraim als „Alumnus mit einer freyen Kost-Stelle“[6] in der Fürstenschule St. Afra in Meißen aufzunehmen. 1741 bestand er die Aufnahmeprüfung in St. Afra hervorragend und erfüllte damit die vom Vater in ihn gesetzten Erwartungen.

Mit einem Stipendium der Familie von Carlowitz ausgestattet, wechselte er am 22. Juni 1741 an die Fürstenschule in Meißen, wo er sich nach anfänglichen Konflikten mit der Schulordnung in das Anstaltsleben einfügte und neben dem umfangreichen Lehrplan der Schule in den alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch nur wenig Zeit fand, sich mit der zeitgenössischen „schönen Literatur“, gar der deutschen, oder den modernen Zeitschriften zu beschäftigen. Erste schriftstellerische Versuche Lessings reichen in diese Zeit zurück. 1746 wurde Lessing vom Rektor Theophilus Grabener wegen seiner ausgezeichneten Leistungen vorzeitig entlassen.

Studium
Lessing ging zum Studium an die Universität Leipzig und immatrikulierte sich am 20. September 1746. Er studierte zunächst nach dem Wunsch des Vaters Theologie, verlor jedoch bald das Interesse daran und begann sich unter dem Einfluss seines Freundes Mylius, zum Kummer seiner Eltern, mit Poesie und Theater zu beschäftigen.

1748 wechselte er zum Medizinstudium und begab sich am 20. August desselben Jahres zu weiteren Studien an die Universität Wittenberg.[7] Im November 1748 zog er nach einer überstandenen Krankheit in die brandenburgische Residenzstadt Berlin. Dort rezensierte er die Berlinerische Privilegierte Zeitung (die spätere Vossische Zeitung), wurde 1750 Mitarbeiter bei den Critischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit und begegnete unter anderem 1750 Voltaire.

Ab 1751 konzentrierte sich Lessing weiter auf sein Studium in Wittenberg. Als Medizinstudent verfolgte er ein Studium an der philosophischen Fakultät. Dort standen ihm die Vorlesungen von Johann Heinrich Martius in Poetik, Martin Hassen in Ethik, von Johann Daniel Ritter in Geschichte, von Georg Wilhelm Kirchmaier in Griechischer Sprache und Literatur, von Karl Gottlob Sperbach in Philosophie, von Georg Friedrich Baermann sowie Johann Friedrich Weidler in Mathematik, von Georg Matthias Bose in Physik und von Johann Wilhelm von Berger in Rhetorik zur Verfügung.[8] Als Medizinstudent waren zu seiner Studienzeit Georg August Langguth, Abraham Vater, Daniel Wilhelm Triller und Georg Rudolf Böhmer seine Lehrer.[9] So gebildet absolvierte Lessing am 29. April 1752 die Promotion zum Magister der Sieben Freien Künste wahrscheinlich mit einer Arbeit zu dem spanischen Arzt und Philosophen Juan Huarte.[7]


Oft verweilte G. E. Lessing im Gleimhaus zu Halberstadt
Berlin

Lessing und Johann Caspar Lavater zu Gast bei Moses Mendelssohn, Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim (1856)
Als Lessing im November 1752 nach Berlin zurückkehrte, bezog er gemeinsam mit Christian Nicolaus Naumann eine Wohnung. Er machte Bekanntschaft mit Karl Wilhelm Ramler, Friedrich Nicolai, Ewald Christian von Kleist, Johann Georg Sulzer, Carl Philipp Emanuel Bach[10] und schloss Freundschaft mit Moses Mendelssohn.

Im Oktober 1755 kehrte er nach Leipzig zurück.[11] Im folgenden Jahr plante er eine auf mehrere Jahre angelegte Bildungsreise durch die Niederlande, England und Frankreich als Begleiter des Leipziger Kaufmannssohns Christian Gottfried Winckler (1734–1784)[12], die er und insbesondere Winckler jedoch wegen des Siebenjährigen Krieges bereits in Amsterdam abbrechen mussten. Im selben Jahr begegnete er Johann Wilhelm Gleim, Friedrich Gottlieb Klopstock und Conrad Ekhof, den Mitbegründer der ersten deutschen Schauspielakademie.

1758 zog Lessing erneut nach Berlin, wo er mit Friedrich Nicolai und Moses Mendelssohn zusammen die Briefe, die neueste Literatur betreffend veröffentlichte. 1760 wurde Lessing zum Auswärtigen Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften gewählt.[13]

Breslau und Hamburg

Handschriftlicher Eintrag Lessings in ein Stammbuch (in Leipzig am 11. Mai 1765)
Von 1760 bis 1765 war er in Breslau als Sekretär beim General Tauentzien beschäftigt. 1765 kehrte er zurück nach Berlin.


Altes Theater am Gänsemarkt in Hamburg bis 1827
1767 ging Lessing für drei Jahre als Dramaturg und Berater an das Hamburger Nationaltheater, dessen Hauptunterstützer Abel Seyler war. Das Theater wurde bereits 1769 aus finanziellen Gründen wieder geschlossen, als Seyler sein ganzes Vermögen ausgegeben hatte. In dem Theater wurde Lessings Stück Minna von Barnhelm aufgeführt. Während seiner Tätigkeit am Hamburger Theater machte er unter anderem Bekanntschaft mit Friedrich Ludwig Schröder, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Melchior Goeze, Johann Friedrich Löwen und den Familien Reimarus und König. Dabei lernte er seine spätere Frau Eva König kennen, deren Mann Engelbert König zu diesem Zeitpunkt noch lebte.

Bibliothekar in Wolfenbüttel, Hochzeit

Lessinghaus in Wolfenbüttel.
Hier lebte und arbeitete Lessing nach seiner Hochzeit mit Eva König.
1769 bot Erbprinz Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel Lessing die Bibliothekarsstelle der Bibliotheca Augusta an. Nach seinem Umzug nach Wolfenbüttel begann Lessing am 7. Mai 1770 seinen Dienst an der Herzog August Bibliothek, gegen 600 Reichstaler Jahresgehalt und freie Unterkunft.[14] Lessing bewohnte zunächst einige Räume im seit 1753/54 leerstehenden Wolfenbütteler Schloss. Nach der Hochzeit mit Eva König, 1776, bezog er mit seiner Frau zuerst das Meißnerhaus und, im Jahr darauf, schließlich das Schäffersche Haus, unmittelbar zwischen Schloss und Bibliothek gelegen und später Lessinghaus genannt.

Zum weiteren Bibliothekspersonal zählten ein Sekretär und ein Diener. Nahezu allein auf sich allein gestellt, öffnete Lessing die Bibliothek während einiger Tage in der Woche dem Publikumsverkehr; dies war nur während des Sommerhalbjahres praktizierbar, winters blieb die Bibliotheca Augusta geschlossen. Für Neuanschaffungen waren Lessing nur 50 Taler jährlich bewilligt worden, so dass er versuchte, über Doublettentausch an neue Werke zu gelangen. Lessings primäre Aufgabe bestand jedoch in der Umgliederung des neueren Bibliotheksbestandes, der bisher nur nach den Namen der Hinterlasser, nicht aber nach Sachgebieten sortiert war. Etwa 100.000 Bände waren neu zu ordnen; eine Aufgabe, die aufgrund ihres gewaltigen Umfangs erst lange nach Lessings Tod zu einem Ende kommen sollte. Im Bestand entdeckte Lessing das hochmittelalterliche Werk Schedula diversarum artium des Theophilus Presbyter, das er 1774 unter dem Titel Vom Alter der Ölmalerey aus dem Theophilus Presbyter herausgab.

Neben seiner Arbeit als Bibliothekar fand Lessing weiterhin Zeit für seine literarische Betätigung. So entstanden in Wolfenbüttel u. a. Emilia Galotti (1772) und Nathan der Weise (1779).[15]

Am 14. Oktober 1771 wurde Lessing in die Freimaurerloge Zu den drei Rosen in Hamburg aufgenommen, in einer abgewandelten Zeremonie in der Wohnung des Logenmeisters von Rosenberg, und in alle drei Grade eingeführt. Er war zwar bis 1780 Mitglied, besuchte die Loge aber nie wieder. Er schätzte die Idee der Freimaurerei hoch, wie an seinem 1778 und 1780 erschienenen Werk Ernst und Falk zu sehen, nicht aber die reale Freimaurerei, wie sie sich damals zeigte.[16]

1771 verlobte er sich mit der 1769 verwitweten Eva König. 1775 unterbrach er mehrmals seine Arbeit in der Bibliothek, da seine Verlobte zur Ordnung ihrer Vermögensverhältnisse nach Wien reisen musste. Lessing besuchte sie während ihrer Reiseetappen, in Leipzig, Berlin, Dresden, Prag und schließlich zu einer Audienz bei Kaiser Joseph II., in Wien. Dort bat ihn der zufällig ebenfalls dort weilende braunschweigische Prinz Leopold, ihn auf einer Italienreise zu begleiten. Diese führte Lessing von Wien nach Mailand, Venedig, Florenz, Genua, Turin, Rom, Neapel und nach Korsika.

Nachdem er Anfang 1776 mit Leopold zurückgekehrt war, heiratete Lessing am 8. Oktober 1776 Eva König in Jork (bei Hamburg), im Hause von Johannes Schuback.[17][18] Am Weihnachtsabend 1777 gebar ihm seine Frau den Sohn Traugott, der aber am folgenden Tag starb. Am 10. Januar 1778 starb auch Eva Lessing an Kindbettfieber.

Tod

Sterbehaus in Braunschweig, 1905

Lessings Grab auf dem Magnifriedhof in Braunschweig
Im Jahre 1779 verschlechterte sich Lessings Gesundheitszustand. Ende Januar 1781 zog sich der von Asthma-Anfällen geplagte Dichter bei einer Fahrt von Wolfenbüttel nach Braunschweig bei eisigen Temperaturen eine Erkältung zu. Am 3. Februar erlitt er in der Wohnung seines Gastgebers, Gehilfen und Vertrauten Simson Alexander David einen Zusammenbruch.[19] Lessing hatte sich bei den Behörden für die Freilassung dieses jungen jüdischen Kaufmanns aus dem Gefängnis eingesetzt, wo der Sohn des prominenten und reichen Hofkammeragenten Alexander David nach einer Lottobetrugs-Affäre eingesessen hatte. Am 15. Februar 1781 abends zwischen acht und neun Uhr starb Lessing in den Armen von Simson Alexander David unmittelbar nach einem Aderlass an Brustwassersucht im Hause des Braunschweiger Weinhändlers Angott, wo der Dichter eine Wohnung unterhielt. Bis zum letzten Atemzug soll sich Lessing angeregt über die aktuelle Kirchenpolitik ereifert haben. Anlass war der Vorschlag der Jülicher Geistlichkeit, nachlässige Gottesdienstbesucher körperlich zu züchtigen, was den Dichter empörte. Augenzeuge David schrieb über Lessings Todesstunde: „Er ist gestorben, wie er gelebt hat: Als ein Weiser, entschlossen, ruhig, voll Besinnung bis zum letzten Augenblick.“ Kirchenblätter erregten sich über die Tatsache, dass ein Jude an Lessings Totenbett anwesend war. In Braunschweig wurden von Lessings zahlreichen Gegnern gehässige Gerüchte gestreut, Lessings Tod habe den Herzog 361 Taler abzuschreibenden Vorschuss gekostet. Die Hamburger Behörden untersagten jede Art von Nachrufen und Lobgedichten.

Lessing wurde auf dem Braunschweiger Magnifriedhof beigesetzt. 1793 setzte ihm der Braunschweiger Verleger Johann Heinrich Campe einen einfachen Stein mit Lessings Namen und Geburts- und Todestag. Sein Grab galt als verschollen und wurde 1833 von dem Braunschweiger Privatgelehrten und Kunsthistoriker Carl Schiller wieder aufgefunden.

Das heutige Grabmal mit einem Reliefporträt Lessings wurde erst 1874 aufgestellt. Es wurde nach einem Entwurf von Friedrich Lilly im Atelier des Hofbildhauers Theodor Strümpell ausgeführt. Gestiftet wurde es von der Intendanz des Herzoglichen Hoftheaters mit Genehmigung des Herzogs Wilhelm.[20]... 
LESSING, Gotthold Ephraim (I48390)
 
2974 Gottschalk I. von Lohn war der Sohn des Gerhard I. von Lohn und dessen Gemahlin Irmgard. Von 1096 bis 1099 nahm er am Ersten Kreuzzug teil. Gottschalk war mit einer Frau verheiratet, deren Herkunft nicht überliefert ist. Die Ehe brachte vier Söhne: Gerhard trat seine Nachfolge in Lohn an. Gottschalk von Versnevelde (1092–1152) lebte auf Gut Versnefelde (heute Varsseveld). Alard von Wesenthorst (* um 1095) war auf Gut Wesenthorst ansässig und Winnemar van Didam (* 1100) hatte in Didam sein Zuhause. Die Namensverschiedenheit unter den Geschwistern liegt darin begründet, dass sie den Namen führten, auf dessen Eigentum sie lebten. VON LOEN, Gottschalk I. (I18802)
 
2975 Gottschalk war bestrebt, die Unabhängigkeit seiner Grafschaft von den mächtigen Feudalherren im Westen und Osten, den Bischöfen von Münster und Utrecht, zu bewahren und weiter auszubauen. Seine ungeniert betriebene Territorialpolitik brachte ihn in Konflikt mit dem Bischof von Münster, der die Grafen von Lohn mit der unter Bischof Werner von Steußlingen (1132–1151) errichteten Burg Lohn belehnt hatte. Werners Nachfolger Friedrich II. von Are zwang Gottschalk im Jahr 1152 zu einem Vergleich. Gottschalk hatte sich angemaßt, aus vermeintlich eigenen Grafschaftsrechten heraus in den Pfarreien Lon (mit Filialkirche Südlohn), Winterswijk, Aalten, Varsseveld (mit Silvolde), Zelhem und Hengelo das Amt des Gografen zu bekleiden. Diese Pfarreien waren zwar Teil der Grafschaft Lohn, waren aber gerichtsmäßig dem Großen Gogericht zum Homborn unterstellt, das am Fuß des Höhenzugs Die Berge zwischen Gemen und Ramsdorf tagte. Auch hatte Gottschalk Anspruch auf Burg Lohn erhoben, ohne sein Lehensversprechen gegenüber dem gerade ins Amt eingeführten Bischof zu erneuern. Friedrich ernannte Gottschalk zwar zum Castellanus auf Lebenszeit, der weiterhin auf Burg Lohn residieren durfte. Die Burg selber war jedoch seitdem ein Offenhaus der Münsteraner Bischöfe. Die Gogerichtsbarkeit durfte Gottschalk nur noch im Auftrag und in Stellvertretung des Bischofs ausüben. Damit nahm der Ausbau des Fürstbistums auf Grundlage der Gografschaften seinen Anfang.Außerdem behielt Gottschalk die Forstgerichtsbarkeit über den ihm ebenfalls als Lehen aufgetragenen Liesnerwald nordöstlich von Stadtlohn. Die Herren von Lohn durften dort in jedem Jahr auf der Jagd zwei Hirsche, zwei Hirschkühe, einen Eber und eine Wildsau zur Strecke bringen. VON LOEN, Gottschalk II. (I18795)
 
2976 Götzen (auch Goetzen oder Götz) ist der Name eines nach Preußen gekommenen Zweiges der von Jeetze, die zum altmärkischen Uradel gehören.

Das Geschlecht der Jeetze erscheint urkundlich erstmals 1279 mit dem Ritter Friedrich von Jeditz.[1] Die ununterbrochene Stammreihe der von Götzen beginnt mit Niclas Götcze, 1455 auf Bothkeim mit Ditthausen und Götzlack, Söldner des Deutschen Ordens. Nachdem einzelne Familienmitglieder als Feldherren im Dreißigjährigen Krieg in kaiserliche Dienste traten, stiegen sie gesellschaftlich auf und wurden 1633 in den Reichsfreiherren- und 1635 in den Reichsgrafenstand erhoben. Durch die mit dem kaiserlichen Adelsdiplom verbundene Konversion zum Katholizismus teilte sich das Geschlecht ab 1635 in eine katholische und eine evangelische Linie.

Das Stammwappen zeigt in Rot eine aufgerichtete silber-befiederte goldene Vogelklaue. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine gestürzte Vogelklaue wie im Schild.
Das seit 1670 gespaltene Wappen zeigt rechts das Stammwappen und links in Gold einen querliegenden, gestümmelten schwarzen Baumast, aus dem zwei auswärts gebogene grüne Lindenblätter wachsen. (Wappen der kurmärkischen von Götzen). Zwei Helme, rechts der Stammhelm und links Helm mit schwarz-goldenen Decken, darauf eine schwarze Bärentatze, die eine goldene Honigscheibe empor hält, zwischen zwei von Gold und Schwarz übereck geteilten Büffelhörnern (Helm der kurmärkischen von Götzen)
 
VON GÖTZ, N. (I45722)
 
2977 Grabinschrift von 1560 in der St. Peter Kirche zu Basel nach Johannes Tonjola  LACHNER, Gertrud (I5985)
 
2978 Grabinschrift zu Basel St. Peter nach Johannes Tonjola "Basilea Sepulta retecta continuata" (1661), "An 1517, 27.Jan starb der Ehrsame Wolffgang Lachner von Nüburg an der Donaw" LACHNER, Wolfgang (I5986)
 
2979 Grabstein des Mitbegründers der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft, Henggi Humpis (gest. 1429) in der "Gesellschaftskapelle" der ehemaligen Karmeliterkirche (heute evangelische Stadtkirche). Es handelt sich hierbei um das älteste Epitaph eines Kaufmanns in Deutschland.
Wappenbeschreibung / Blasonierung
In Gold auf schwebendem, rotem Dreiberg schwarzer Rabe. 
MÖTTELI VOM RAPPENSTEIN, Dr. Dr. Rudolf ´d. Ältere` (I6045)
 
2980 Graes (auch Grass, Gras, Graz o. ä.) ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts.

Das Geschlecht, das im Laufe der Zeit zur westfälischen, trierischen und hessischen Ritterschaft zählte, hatte seinen namensgebenden Stammsitz in Graes, heute ein Stadtteil von Ahaus im westlichen Münsterland.[1]

Im Münsterland hatte die Familie neben ihrem Stammsitz einen Burgmannsitz auf Ahaus. Bereits 1268 erscheint dort ein Ortwinus de Gras miles et castrensis in Ahus. Ferner besaßen sie Almsick (urkundl. 1366), Haus Holtwick (urkundl. 1421–1538), Diepenbrock (urkundl. 1817), Hackelenburg (urkundl. 1817), Hameren (urkundl. 1817), Lohburg (urkundl. 1500–1817), Burg Patzlar (urkundl. 1600). Im Rheinland hatte die Familie ferner Fliesteden (urkundl. 1618–1720), Gaesdonck (urkundl. 1720–1782), Geyen (urkundl. 1753–1761), Glessen (urkundl. 1691–1720) und Titz (urkundl. 1782). In der niederländischen Provinz Overijssel Mertlage und Pleckenpohl (urkundl. 1600).[2]

Eine Linie in Hessen erscheint ab 1677 freiherrlich und spaltete sich in drei Linien, von denen die jüngere sich nach Preußen wandte, die ältere 1775 erlosch und die mittlere Linie zu Stauffenberg aber sei 1810 in Nassau bedienstet war. Die Freiherrenwürde war ab 1843 im Herzogtum Nassau anerkannt.[3]

Am 19. März 1873 erhielt Clemens Goswig Felix Hubertus Maria von Beesten, Universalerbe seiner kinderlos verstorbenen Mutterschwester Carolina Anna Freifrau von Graes, geb. Freiin von Kolff-Vettelhoven, die königlich-preußische Erlaubnis zur Namensänderung und Führung des Freiherrentitels. Aus dem Geschlecht der Freiherren von Graes lebte 1878 noch Bernhard Anton Freiherr von Graes auf Haus Emsbüren.[4]

Das Geschlecht ist im 19. Jahrhundert erloschen.

Persönlichkeiten
Goswin von Graes († 1442), Domherr in Münster
Hermann von Graes (* 1385), Domherr in Münster und Osnabrück
Wilhelm von Graes, Domherr in Münster
Ortuin Gratius (Ortwin von Graes) (1481–1542), deutscher Humanist, Lehrer an der Artistenfakultät in Köln und Empfänger der meisten Dunkelmännerbriefe
Wappen
Blasonierung des Stammwappens: Von Schwarz und Silber geviert. Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein quergeteilter Flug von gewechselten Farben.[1]
Blasonierung des Freiherrenwappens: Von Silber und Silber geviert mit Herzschild (Stammwappen). Feld 1 ein natürlicher Reiher, Felder 2 und 3 drei rote linksschräge Balken und Feld 4 eine rote Rose. Zwei gekrönte Helme: I. ein offener Flug, Schwarz und Silber, übereck geteilt; II. zwischen einem offenen silbern und schwarz übereck geteilten Flug der Reiher, wachsend. Die Helmdecken sind rechts schwarz-silbern, links rot-silbern.[3]
Das Stammwappen derer von Graes belegt eine Verwandtschaft mit den wappenähnlichen Ahaus.


Schloss Diepenbrock, auch Haus Diepenbrock genannt, ist ein kleines Wasserschloss bei Barlo, einem zu Bocholt gehörenden Dorf nahe der niederländischen Grenze im Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen. Seinen Namen erhielt das Anwesen von dem westfälischen Ausdruck für die unwegsame Sumpflandschaft, von der es einst umgeben war: „diepen brock“ bedeutet so viel wie „tiefer Bruch“.

Nachdem die direkte Linie derer von Welfelde 1717 ausgestorben war, verkaufte Johann Zeger von Welfelde den Besitz mitsamt den darauf lastenden Schulden 1732[6] an den westfälischen Freiherrn Johann Anton Franz von Graes zu Loburg. Er ließ die damalige Anlage ab 1736 im Stil des Barocks umbauen und gab ihr damit im Wesentlichen ihre heutige äußere Gestalt. Dabei wurden die vier Bauteile aus dem 15. bis 17. Jahrhundert zu einem einzigen Baukörper zusammengefasst und unter einem gemeinsamen Dach vereint. Der Umbau sollte eine bis dato nicht vorhandene Gleich- und Regelmäßigkeit der Anlage herstellen. So wurde das dritte Geschoss des Südwest-Turms abgetragen, damit beide Ecktürme die gleiche Höhe besaßen, und die Erker an den Außenseiten entfernt. Das Gebäude wurde mit einer 24 cm[7] starken Mauer ummantelt und die Fensterachsen symmetrisch angeordnet. Zudem ließ der neue Besitzer im Inneren die zerstörte Schlosskapelle wiederherstellen. Auch der Garten wurde in das barocke Konzept integriert. Von 1749 bis 1765 war der Landmesser Johann Heinrich Berteling am Schloss Diepenbrock tätig. Von Norden kommend wurde eine Allee entlang der zentralen Achse angelegt, die sich südlich des Herrenhauses im damaligen, geometrisch angelegten Garten fortsetzte. Zur gleichen Zeit wurde die Fachwerkscheune nordwestlich des Herrenhauses errichtet.[1]


Kupferstich des Schlosses, vor 1837
Johann Antons Enkel Ferdinand von Graes erbte den Besitz kurz nach 1800. Aus der 1811 geschlossenen Ehe mit Anna Karoline von Kolff auf Haus Hameren in Billerbeck gingen keine Kinder hervor, sodass Ferdinands Neffe, Clemens Goswin von Beesten, das Schloss 1871/73[8] erbte. Er nahm nachfolgend den Namen Graes an.

Die damaligen Schlossherren ließen die Anlage ab den 1970er Jahren von Grund auf restaurieren und modernisieren. Dabei wurde darauf Wert gelegt, dass die bereits jahrhundertealte Innenausstattung erhalten blieb, sodass auch heutzutage in den Räumen noch Möblierung und architektonische Elemente aus der Zeit des Rokoko vorhanden sind. Hinzu kam ein Neubau aus Backstein, der gemeinsam mit einigen umliegenden Gebäuden bis 2012 ein Hotel-Restaurant beherbergte. Das einstige Torhaus dient heute zu Wohnzwecken.

Im Zuge der Arbeiten wurde auch der Schlosspark wiederhergestellt. Es galt, 20.000 Kubikmeter Teiche zu säubern, 2500 Meter Uferböschung zu erneuern sowie 5200 Quadratmeter Platz- und Wegeflächen zu überarbeiten. Hinzu kam die Neuanlage von 23.000 Quadratmetern Rasenfläche und die Neubepflanzung von 14.000 Quadratmeter sonstiger Parkflächen.

Anfang 2022 kaufte Gisbert Tenhofen, Großonkel der bisherigen Besitzerin Baronesse Clara-Maria Freiin von Graes[9], das Anwesen[10]. Die Familien Tenhofen und Knuf bauten das einstige Schlossrestaurant zu einem Cafe um und renovierten die 15 Hotelzimmer. Das Schloss wird im Moment privat genutzt.

Haus Loburg
(früher die Loburg) ist ein Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert in der Bauerschaft Sirksfeld bei Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Es ist ein alter, von einer Gräfte umgebener Adelssitz, dessen Wurzeln in die Zeiten Karls des Großen zurückreichen sollen. 1550 bis 1560 wurde das Anwesen von der westfälischen Adelsfamilie von Graes erbaut und blieb mehr als drei Jahrhunderte im Familienbesitz.[1]


Nordwest-Ansicht des Hauses
Erst 1912 kaufte Fürst Alfred vom Adelsgeschlecht Salm-Salm von Schloss Anholt Haus Loburg für seinen Sohn Franz Emanuel Konstantin Prinz zu Salm und Salm-Salm(1876–1965) und dessen Frau Maria Anna von und zu Dalberg (1891–1979), deren Nachkommen bis heute auf der Loburg wohnen.

Am 10. März 1945 wurde die Anlage Ziel eines Bombenangriffs, bei dem das seit Januar 1945 als Ausweichkrankenhaus des St-Vincenz-Hospitals genutzte Haus schwer getroffen wurde. Insgesamt starben bei dem Angriff 7 Menschen, darunter die Kinder Walter Ricker und Thekla Kösters, sowie 5 Patienten.[2] Vom Herrenhaus der Loburg blieb nur der Keller des völlig zerstörten Westflügels erhalten. Das Dach des Kellergewölbes wird heute als Terrasse genutzt. Neben dem Keller war die Kapelle der Loburg der einzige vollkommen unversehrte Teil des Herrenhauses nach der Bombardierung. In den Jahren 1946 bis 1949 wurde der Torflügel als zweigeschossiger Backsteinbau mit Werksteingliederung und Staffelgiebel im Stil der Renaissance wieder aufgebaut.

Das scheinbar immer noch wehrhafte Anwesen ist von landwirtschaftlich genutzten Gebäuden umgeben. Heute umfasst die Loburg etwa 80 Hektar Felder und Wiesen die zum Gemüse- und Getreideanbau wie auch zur Viehhaltung genutzt werden.

Loburger Vielerlei

Haus Loburg beim jährlich stattfindenden „Vielerlei“
Jährlich, am dritten Adventssonntag, findet an der Loburg das sogenannte „Vielerlei“ statt. Dann können dort, neben Glühwein und Waffeln, z. B. Kunstobjekte aus Kupfer, Filz und Holz, sowie Schmuck, hofeigenes Gemüse, Weine und Wilderzeugnisse erworben werden. Es ist das einzige Event zu welchem die Loburg jährlich der Öffentlichkeit geöffnet wird. 
VON GRAES, Konrad Anton (I45770)
 
2981 Graf

Hadamut brachte ihm die Halbinsel Istrien als Mitgift zu. 
VON WEIMAR-ORLAMÜNDE, Poppo I. (I35944)
 
2982 Graf Andreas von Sonnenberg zu Friedberg-Scheer war ein Enkel des Truchsess Johannes II. von Waldburg, dem es Ende des 15. Jahrhunderts und Anfang des 16. Jahrhunderts mit Hilfe von vier vorteilhaften Eheschließungen und einer geschickten Ausnützung der politischen Lage gelang, den Besitz seiner Familie für sich und seine Nachkommen erheblich zu vergrößern.

Einer von Johannes’ Söhnen war Eberhard I. († 1479), der die Linie Waldburg-Scheer begründete und Gräfin Kunigunde von Montfort-Tettnang heiratete, eine Tochter des Grafen Wilhelm IV. von Montfort-Tettnang aus dessen Ehe mit Gräfin Kunigunde von Werdenberg-Heiligenberg-Bludenz. Statt einer Mitgift erhielt er von seinem Schwiegervater das Recht, die Grafschaft Friedberg-Scheer, eine Pfandschaft der Herzöge von Österreich, abzulösen, die so in seinen Besitz überging. Von Herzog Siegmund von Österreich erhielt er außerdem das Dinggau (1452) und Dürmentingen mit dem Schloss Bussen und pfandweise die Stadt Mengen. 1455 erwarb er durch Kauf von Graf Wilhelm von Werdenberg-Sargans und dessen Bruder Georg (ca. 1427–1504), den er 1463 mit einer seiner Töchter verheiratete, die Feste und Herrschaft Sonnenberg, die Kaiser Friedrich III. 1463 zur Grafschaft erhob, wobei Eberhard zusammen mit seinen Nachkommen der Titel eines Reichsgrafen von Sonnenberg verliehen wurde. 1474 wurde die Grafschaft Sonnenberg von Herzog Siegmund von Österreich besetzt, der sie später Eberhard I. abkaufte.[2]

Eberhard und Kunigunde hatten vier Söhne: Eberhard II. (von Waldburg) († 1483), Johannes der Ältere (von Wolfegg) († 1510), Andreas von Sonnenberg zu Friedberg-Scheer und Bischof Otto von Konstanz.

Andreas wurde nicht nur in ritterlichen Übungen unterrichtet, sondern erwarb auch wissenschaftliche Kenntnisse. Nach Besuchen bei angesehenen Höfen seiner Zeit trat er schließlich in die Dienste des Herzogs Siegmund von Österreich. Anfänglich in einer beratenden Funktion tätig, diente er diesem später im Felde gegen die Eidgenossen und Venedig.

1475, noch zu Lebzeiten seines Vaters, erhielt Andreas von Sonnenberg von Eberhard I. die Grafschaft Friedberg-Scheer. Bis 1493 konnte er seinen Besitz erheblich vermehren, so erbte er 1483 nach dem Tod seines Bruders Eberhard II. die Herrschaft Bussen samt Munderkingen, Nusplingen und Kallenberg. Graf Andreas nahm seinen Sitz in Scheer. Von 1486 bis 1509 baute er dort das Schloss Scheer und die Pfarrkirche St. Nikolaus um.[3]

Karriere
Um das Jahr 1488 zog er mit Kaiser Friedrich III. gegen die flandrischen Stände, um dessen Sohn und Nachfolger Maximilian zu befreien, als dieser von den eigenen Untertanen in Brügge gefangen gesetzt worden war. Auch in dem langwierigen Krieg gegen den König von Frankreich zeichnete sich Andreas von Sonnenberg aus. Nach dem Tod des ungarischen Königs Matthias Corvinus zog er, nun schon im Dienst von Maximilian I., mit diesem ins Herzogtum Österreich unter der Enns und ins Königreich Ungarn, beteiligte sich an der Eroberung Stuhlweissenburgs und an weiteren Feldzügen gegen die Türken im heutigen Kroatien. Aufgrund seiner Leistungen auf diesen Kriegszügen führte er schon bald große Teile der Armee selbst an und war für die Erfolge zumindest mitverantwortlich. Maximilian wollte auf ihn von nun an weder in seinem Rat noch als Feldherr in den Schlachten verzichten. Im Jahr 1504 führte er, schon im fortgeschrittenen Alter, königliche Truppen in den Landshuter Erbfolgekrieg. Nach einer Niederlage der Pfälzer und Böhmen wollte Andreas von Sonnenberg mit seinen Soldaten zum Heer Maximillians stoßen, wurde jedoch in der Gegend von Landshut gefangen genommen. Nach Beendigung der Gefangenschaft zog er sich auf seine Erbgüter in Schwaben zurück.

Ermordung
Durch den 1510 erfolgten Tod seines Bruders Johannes des Älteren wurde er Senior des gesamten Hauses der Truchsesse von Waldburg und erhielt dazu die Stadt Mengen. Damit wurde er aber auch „Grenznachbar“ der Grafen von Werdenberg. Zwischen diesen und den Reichsgrafen von Sonnenberg kam es zu (Grenz-)Streitigkeiten. Die persönliche Feindschaft zwischen Felix von Werdenberg und Andreas von Sonnenberg spitzte sich am 2. März 1511 anlässlich der Hochzeit des Herzogs Ulrich von Württemberg mit Herzogin Sabina von Bayern in Stuttgart zu. Andreas von Sonnenberg hatte Felix von Werdenberg in aller Öffentlichkeit vor der anwesenden Festgesellschaft wegen seiner kleinen Statur beleidigt, was Graf Felix dazu bewog, Graf Andreas ermorden zu lassen. Unter einem Vorwand scharte Graf Felix Knechte seines Schwagers, des Freiherren Johannes Werner von Zimmern d. J. zu Meßkirch um sich sowie den Forstmeister seines Bruders Graf Christoph von Werdenberg zu Sigmaringen. Als Andreas von Sonnenberg am Nachmittag des 10. Mai 1511[4] zusammen mit drei Knechten und seinem Hauskaplan vom Bussen nach Scheer ritt, fiel Felix in der weiten Ebene zwischen Hundersingen und Mengen über den nur mit Jagdwaffen bewaffneten Andreas her. Nachdem Felix’ Schergen auf ein Zeichen hin mit Armbrüsten auf Graf Andreas schossen und auf die Gruppe einhieben, floh dieser durch das Herbertinger Ried. Seine Verfolger setzten ihm jedoch nach und ermordeten ihn mit zwanzig Lanzen- und Schwertstichen. Seine Leiche wurde nach Scheer überführt und in der Pfarrkirche beigesetzt; dort wurde ihm ein Epitaph errichtet. Heute befindet sich am Ort des Geschehens eine Gedenkstätte.[5] Die Familie des Ermordeten klagte beim Kaiser zwar auf peinliches Recht, dieser musste jedoch die Sache auf sich beruhen lassen. 
VON WALDBURG-SONNENBERG, Andreas (I52142)
 
2983 Graf Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen war Sohn von Berthold V. († 1284) und (?) Sophie von Schwarzburg († 1279), Tochter Günthers VII. von Schwarzburg. Der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Heinrich VII. erhob ihn am 25. Juli 1310 auf dem Reichstag zu Frankfurt in den Reichsfürstenstand. Ein Jahr zuvor hatte Heinrich ihm die Reichsstadt Schweinfurt verpfändet und das Recht auf die dortige Reichsburg zugestanden. Im Jahre 1312 erwarb er durch Heiratspolitik (Heirat seines Sohnes Heinrich VIII. mit Jutta von Brandenburg) die Pflege Coburg für das Haus Henneberg zurück, was seinen Herrschaftsbereich praktisch verdoppelte.

Im Jahr 1313 war Berthold VII. Verweser (Statthalter) des Königreichs Böhmen.[1] Berthold gehörte zu den einflussreichsten Beratern des Kaisers Ludwig IV.[2] Er war von 1323 bis 1330 Vormund von Ludwig dem Brandenburger, dem ältesten Sohn Kaiser Ludwigs IV. aus dessen erster Ehe mit Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, und Statthalter der Mark Brandenburg. 
Berthold VII. ´der Weise` (I58251)
 
2984 Graf Bogislaw Friedrich von Dönhoff entstammte der Familie Dönhoff und war ein Sohn des Grafen Friedrich von Dönhoff († 1696) und der Gräfin Eleonore Katharina Elisabeth von Schwerin († 1696). Er war seit dem 8. Mai 1701 vermählt mit Gräfin Sophie Charlotte von Lehndorff (* 20. März 1685 auf Schloss Steinort; † 19. Februar 1754 in Dönhoffstädt). Aus dieser Ehe sind 13 Kinder hervorgegangen

Im Jahre 1690 stand Bogislaw Friedrich als Oberstleutnant beim Regiment Barfus, nahm am Großen Türkenkrieg teil und war dadurch auch an der Schlacht bei Slankamen beteiligt. Am 14. April 1698 wurde Dönhoff zum Oberst befördert und stand nunmehr als solcher im Regiment Jung-Dohna. Am 12. Februar 1705 wurde er zum Generalmajor befördert und erhielt am 14. Februar 1708 Versorgung.

Graf Bogislaw Friedrich von Dönhoff ließ 1710–1716 nach Plänen von Jean de Bodt die Barockresidenz Dönhoffstädt[1] erbauen. Das Schloss diente seiner Familie bis zum Ableben als namensgebender Stammsitz. Das Barockschloss Dönhofstädt ist erhalten, steht aber seit vielen Jahren leer. 
VON DÖNHOFF, Bogislaw Friedrich (I57869)
 
2985 Graf der Capitanata
Die Capitanata ist eine historische Landschaft in Italien, im nördlichen Teil Apuliens zwischen den Flüssen Ofanto und Fortore. Das Gebiet der heutigen Provinz Foggia und das der historischen Provinz Capitanata ist ungefähr deckungsgleich.

Von den Römern wurde sie Apulia Daunia (Daunien) genannt; seit Beginn der normannischen Eroberung heißt sie Capitanata. 
VON HAUTEVILLE, Gaufred (I40619)
 
2986 Graf Gero kämpfte zunächst gemeinsam mit seinen Söhnen in der sächsischen Adelsrevolte gegen Kaiser Heinrich IV. Im Jahr 1088 aber übertrug er dem Kaiser 158 Hufen Land. Diese lagen in der Umgebung von Helfta und Schafstädt, im südlichen Teil des Hassegaus, dem Friesenfeld. In einer Urkunde Heinrichs IV. für die bischöfliche Kirche zu Naumburg aus dem gleichen Jahr heißt es, Gero habe mit dieser Tat die Gunst des Kaisers gewinnen wollen. Gero und seine Brüder Friedrich, Dedo, Thimo und Konrad verfügten nach 1064 gemeinsam über das Kloster Gerbstedt, welches eine wettinische Eigengründung ist. VON BREHNA, Gero (I39664)
 
2987 Graf in der Grafschaft Hohenzollern und gehörte der schwäbischen Linie der Hohenzollern an. Er war unter der Bezeichnung Kammerrichter der erste Präsident des Reichskammergerichts. Als enger Freund des Königs und späteren Kaisers Maximilian I. von Habsburg gewann er großen Einfluss in der Reichspolitik. Außerdem gelang es ihm, seinen eigenen Besitz zu festigen und auszubauen. HOHENZOLLERN-HECHINGEN, Graf von Graf von Eitel Friedrich (I1396)
 
2988 Graf Roger III. konnte 1062 eine bedeutende Ausweitung seiner Macht verzeichnen als sein Cousin Graf Raimund II. von Razès verstarb. Denn diese, dem Carcassès benachbarte, Grafschaft wurde danach mit der von Carcassonne vereinigt.

Im Jahr 1064 bestätigte Roger III. seinem Cousin Roger I. von Foix, der als Graf Roger II. in einem Teil von Carcassonne wirkte, seine Erbrechte auf die gesamte Grafschaft, falls Roger III. ohne männlichen Nachkommen sterben sollte. Damit entsprach er der Erbregelung seines und Rogers von Foix Vorfahren Graf Roger I. dem Alten. Weiterhin gewährte Roger III. seinem Cousin Waffenhilfe gegen jeden Aggressor, der gegen ihn auftreten sollte. Nur die Grafen von Toulouse sollten davon ausgenommen werden, da Roger III. deren Lehnsherrschaft auf Carcassonne bereits anerkannt hatte, ein Umstand, der für die weitere Geschichte des Languedoc von großer Bedeutung sein wird.

Im Jahr 1067 starb jedoch Graf Roger I. von Foix vor Roger III., der die Anteile des Toten an Carcassonne an sich nahm, somit konnte er die gesamte Grafschaft unter sich vereinen. Graf Roger III. starb jedoch selber wenig später. 
(CARCASSONNE), Roger III. (I52437)
 
2989 Graf von Poitou 890-892 und 902-934 , Herzog von Aquitanien 927-929, Graf des Berry, Graf von Auvergne, Graf des Velay ca 870-935 VON AQUITANIEN (POITOU), Ebles Manzer (I1656)
 
2990 Graf Werner verzichtete 1082 auf die Herrschaft über das Kloster Muri und ließ durch Mönche aus St. Blasien die alten Einsiedler-Bräuche abschaffen. Muri wurde in eine Schutzvogtei umgewandelt.

Der in die Eheangelegenheiten des Herzogs Rudolf von Rheinfelden (Herzog von Schwaben 1057–1077 und deutscher Gegenkönig 1077–1080) verwickelte Graf war „Rudolfs Cognatus [ein über die mütterliche Seite Verwandter] Werner“, der wohl Graf Werner von Habsburg ist – dieser Umstand bietet einen Hinweis auf die ansonsten nur aus den Muri-Quellen bekannte Verwandtschaft von Rheinfeldern und Habsburgern. Über die Heirat mit Regulinda von Baden traten die Habsburger in ein verwandtschaftliches Verhältnis mit dem vor allem im Aargau reich begüterten, räthischen Adelsgeschlecht von Lenzburg, welche als Schirmvögte des KLOSTERS SÄCKINGEN auch auf rechtsrheinischen Gebiet im Albgau von großem Einfluss waren.  
VON HABSBURG, Werner I. (I35475)
 
2991 Graf, Mündel von König Lothar II., 869 Vormund von dessen Sohn Hugo, Herzog im Elsass, von dem er nach dem 18. September 892 ermordet wurde. VON DER BRETAGNE, Witbert (Wicbert) (I40139)
 
2992 Grafen von Abensberg (auch Abensberger) waren ein bayerisches Adelsgeschlecht vom 12. bis zum 15. Jahrhundert.

Sie sind nicht zu verwechseln mit den fränkischen Grafen von Abenberg und den österreichischen Grafen von Abensperg und Traun.

Bei ihnen handelt es sich väterlicherseits vermutlich um Nachfahren der Grafen von Ebersberg und mütterlicherseits um Nachfahren der Babonen.[1] Sie herrschten über Abensberg und das umliegende Gebiet sowie über Altmannstein. Außerdem hatten die Grafen von Abensberg Beziehungen zu den Bistümern Bamberg und Passau. Die Abensberger wurden in ihrer Macht von den bayerischen Herzögen immer mehr eingeengt, und 1485 wurde der letzte Abensberger, Niclas von Abensberg, bei Freising von Seitz dem Frauenberger ermordet. Somit fielen die Besitztümer der Grafen von Abensberg an das Herzogtum Bayern-München.

Im Jahre 1653 wurden die oberösterreichischen Herren von Traun durch Kaiser Ferdinand III. unter dem Namen Abensperg und Traun in den Reichsgrafenstand erhoben, als von der kaiserlichen Kanzlei eine genealogische Anknüpfung an die um 1480 ausgestorbenen bayerischen Grafen von Abensberg aufgrund der Ähnlichkeit der Wappen ausdrücklich bestätigt wurde. Generalkriegskommissär Graf Ernst von Abensperg und Traun (1608–1668) wurde daher in der Zeit der österreichischen Besatzung während des Spanischen Erbfolgekrieges von Kaiser Leopold I. (kurzzeitig) mit der Herrschaft Abensberg belehnt. 
VON ABENSBERG, Ursula (I11133)
 
2993 GRAFEN VON LUPFEN
Die GRAFEN VON LUPFEN (auch Grafen zu Lupfen und Herren von Lupfen) waren ein dem SCHWÄBISCHEN URADEL zugehöriges einst mächtiges Adelsgeschlecht mit Besitzungen in der Baar, im Schwarzwald, im Klettgau und im Elsass, dort bestanden Beziehungen zu den GRAFEN VON RAPPOLTSTEIN (1397–1419).
Ihre Stammburg auf dem Lupfen, die BURG HOHENLUPFEN, ist erstmals 1065 nachweisbar. 1251 erbten sie die Landgrafschaft Stühlingen, die bis dahin Bestandteil der Landgrafschaft Klettgau war, erbauten das SCHLOSS HOHENLUPFEN und gründeten die STADT STÜHLINGEN im Klettgau, im weiteren besaßen sie die Herrschaft Hohenhewen sowie elsässische Gebiete.
1374 wird als Landgraf zu Stühlingen der JUNKER EBERHARD VON LUPFEN genannt, der von HEINRICH SYTINGER an einer Gerichtsverhandlung in Breisach vertreten wurde.

Wegen anhaltender Fehden mit dem benachbarten Haus FÜRSTENBERG stellten sich die GRAFEN VON LUPFEN im Städtekrieg um den Schwäbischen Städtebund auf die Seite der Württemberger gegen die mit den Fürstenbergern verbündete Reichsstadt Rottweil, was 1377 zur Schleifung der Burg auf dem Lupfen durch die Rottweiler führte.
Nach deren Wiederaufbau wurde sie 1416 erneut von den Rottweilern, diesmal im Auftrag KÖNIG SIGISMUNDS wegen des Bündnisses der HERREN VON LUPFEN mit den HERZÖGEN VON ÖSTERREICH, endgültig zerstört. Wenige Jahre später erlosch 1439 diese Linie des Geschlechts, und die Württemberger kauften die Herrschaft um den Lupfen...  
N., N. (I23887)
 
2994 Gräfin Elisabeth von Rapperswil (* um 1251 oder 1261; † 1309 vermutlich in Rapperswil) – bekannt auch als Elisabeth von Homberg oder Elisabeth von Habsburg-Laufenburg – setzte mit ihrer zweiten Heirat die Linie der Grafen von Rapperswil fort und sicherte der Nebenlinie Habsburg-Laufenburg die umfangreichen Besitzungen der Rapperswiler im Zürichgau.



Von ihrer Nachkommenschaft erlosch die hombergische im Jahr 1323[1] oder 1325, die habsburg-laufenburgische Linie im Jahr 1408.

Von ihrer Nachkommenschaft erlosch die hombergische im Jahr 1323 oder 1325, die habsburg-laufenburgische Linie im Jahr 1408.
Die Genealogie der Rapperswiler ist nicht zweifelsfrei geklärt und soll in der mütterlichen Linie auf die Herren von Uster, in der männlichen auf die Welfen zurückgehen. Rudolf III. von Vaz bezeichnete sich nach dem Tod von Rudolf III. von Rapperswil ab 1255 als Graf Rudolf IV. von Rapperswil. Aus seiner Ehe mit Mechthild von Neifen gingen drei Kinder hervor: Vinzenz, der nur kurz lebte und vor 1261 verstarb, Rudolf V. (* um 1265; † 15. Januar 1283) und Elisabeth.[2]

Elisabeth war mit Graf Ludwig von Homberg († 27. April 1289) verheiratet.[2] Ihr Sohn, Wernher von Homberg (* 1284; † 21. März 1320 bei Genua) war ab 1309 Reichsgraf, Reichsvogt der Waldstätte, Reichs-Feldhauptmann (Generalleutnant) in der Lombardei zur Zeit Kaiser Heinrichs VII. und ein im Codex Manesse (Seite 43v) erwähnter Minnesänger.[3] Nachdem ihr Ehemann Ludwig I. von Homberg 1289 in der Schlacht bei der Schosshalde gefallen war, verkaufte sie 1290 all ihre Rechte und Besitzungen welche sie in Uri besass dem Kloster Wettingen.[4] Gräfin Elisabeth zählte wie schon ihre Mutter und ihr Vater zu den Gönnerinnen des Stadtzürcher Klosters Oetenbach: Cäcilia von Homberg (* vermutlich vor 1300; † nach 1320), Tochter von Elisabeth, und Priorin der Abtei, förderte ab 1317 deren weiteren Ausbau und ihr Bruder Wernher stiftete um 1320 den Dominikanerinnen die Liebfrauenkapelle.[5]

Aus Elisabeths zweiter Ehe mit Graf Rudolf von Habsburg-Laufenburg († 1315) stammt Johann I. von Habsburg-Laufenburg. Nach dem Tod von Graf Rudolf von Habsburg-Laufenburg ging das Erbe der Rapperswiler Besitzungen und Rechte an ihren Sohn Johann I. (* vor 1295/1296; † 21. September 1337 in der Schlacht bei Grynau), danach an dessen Sohn, Johann II. (* um 1330; † 1380) von Habsburg-Laufenburg, der nach der Mordnacht von Zürich rund zwei Jahre im Stadtzürcher Wellenberg inhaftiert wurde.[6] Nach dem Aussterben der Homberger fiel ihr Erbteil im Jahr 1330 als Lehen des Stammhauses Habsburg ebenfalls an Habsburg-Laufenburg.

Elisabeth von Rapperswil verstarb vermutlich im Jahr 1309 in Rapperswil. 
VON RAPPERSWIL, Elisabeth (I35734)
 
2995 Gregor Gwinner aus Gebersheim, s. OFB Gerlingen QUINNER, Gregor (I11559)
 
2996 Gregor von Brück (eigentlich Gregorius Henisch, Heinse, Heintz, Heinis und anders geschrieben, latinisiert: Pontanus; * Ende 1485 in Brück[1]; † 15. Februar 1557 in Jena) war ein Politiker und sächsischer Kanzler der Reformationszeit.

Leben
Gregor von Brück wurde als Sohn des Schultheißen, nachmaligen Bürgermeisters und Ackerbürgers Georgius Heinse († 1527),[2] in dem Landstädtchen Brück bei Belzig geboren. Seine Mutter ist unbekannt, Stiefmutter (Heirat 1525) war die Ursula Hemsendorf († 1529).[3] Der katholische Theologe Simon Heins war sein älterer Bruder. Er wurde im Wintersemester 1502/1503 in der neu errichteten Universität in Wittenberg als „Gregorius Henisch de Bruck“ immatrikuliert, wo er am 22. Dezember 1505 Baccalaureus der freien Künste wurde.[4]

Er studierte 1506 dann in Frankfurt/Oder und kehrte 1508 nach Wittenberg zurück, wo er sein Baccalaureat in den beiden Rechten am 14. März 1509 anmeldete. Nach sehr gut bestandenen Examen wurde er am 29. März 1509 durch Hieronymus Schurff promoviert. Unter dem berühmten Juristen Henning Göde wurde Gregor Brück in die juristische Praxis eingeführt, so dass er selbst zum gefragten Advokaten wurde.

1519 wurde er in den Wittenberger Rat gewählt. Der Kurfürst Friedrich der Weise verpflichtete ihn an seinem Hof als Hofrat. Er erschien 1520 erstmals als Kanzler des mitregierenden Bruders Johann des Beständigen und blieb dies bis Januar 1529. Mit diesem zog er beispielsweise zum Reichstag zu Worms, wo er verschiedene Verhandlungen führte. 1521 erhielt er in Wittenberg den Grad eines Doktors beider Rechte.

Als die Augustiner mit dem Beginn der Wittenberger Bewegung im Oktober 1521 die Abschaffung der Messe anstrebten, verhandelte er mit der Universität und dem Kapitel der Stadtkirche. So war er an vielen Angelegenheiten der Reformation beteiligt. Er begleitete und beriet seinen Kurfürsten auf den Reichstagen zu Speyer 1526 und 1529. Allerdings letzteres nicht mehr als Kanzler, denn dieses Amt gab er im Januar 1529 an seinen damaligen Mitstreiter Christian Beyer ab.

Dann war er auf dem Reichstag zu Augsburg am 25. Juni 1530, als das erste amtliche und bis heute verbindlich gebliebene Bekenntnis der lutherischen Kirchen, die Confessio Augustana, vor Kaiser Karl V. vorgetragen und überreicht wurde. Von Gregor Brück stammte auch die Idee, dass die Glaubensartikel schriftlich aufzusetzen und vorzutragen seien. Die von Christian Beyer vorgetragene deutsche Fassung der Augsburger Konfession rührt von ihm und er übergab an demselben Tage Kaiser Karl V. das lateinische Exemplar.

Am 22. September 1530 antwortete er im Namen der evangelischen Stände auf die Verlesung des Reichstagsabschiedsentwurfs zum Glauben. Er war zugegen bei der Gründung des protestantischen Bündnisses von Schmalkalden 1530. Weiterhin war 1531 an Unterhandlungen zwischen Katholiken und Protestanten im Frühjahr 1532 beim Konvent in Schweinfurt und Nürnberg beteiligt und er trug zum Zustandekommen des Religionsfriedens am 2. August 1532 bei.

Als der Kurfürst Friedrich der Weise verstarb, blieb er auch unter den neuen Landesherren Kurfürst Johann dem Beständigen und seit 1532 Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen weiterhin am Hofe. So war er ab 1529 Assessor des Hofgerichts in Wittenberg und später Oberhofgerichtsassessor in Leipzig und Altenburg, bis er diesen Posten auf eigenen Wunsch am 26. Januar 1533 wieder aufgab. Durch diese Arbeiten wurde er zu einem unentbehrlichen Berater Martin Luthers und Philipp Melanchthons.

Nach dem Verlust der Kurwürde für die Wittenberger Linie 1547 (Johann Friedrich der Großmütige war ab 1547 nur noch Herzog des ernestinischen Landesteils) übte Gregor Brück sein Amt als sächsischer Hofrat nicht mehr aus. Er ging zunächst nach Weimar und wandte sich dann Jena zu, wo er sich als Professor der Rechte für die Gründung des Gymnasiums einsetzte, das nach seinem Tode am 15. Februar 1557 im gleichen Jahr zur Universität erhoben wurde.

Genealogie
Über seine familiären Verhältnisse liegen nur stark abweichende Angaben vor, die von 11 bis 12 Kindern sprechen. Demnach war er in erster Ehe ab 1515 verheiratet mit Anna Bule († 17. November 1527), Tochter eines Wittenberger Ratsherren Kilian Bule[1] und dessen Frau Ursula Zülsdorf. Die zweite Ehe schloss er Anfang 1535 mit Barbara († 4. April 1567 in Jena), Tochter des Jenaer Amtsschössers Sebastian Wöllner d. Ä. und seiner Frau Catharina (Leubel?). Bekannt sind die Kinder:[1]

aus erster Ehe:

Johannes Brück († 11. August 1534 in Wittenberg) ältester Sohn
Christian Brück, sächsischer Kanzler, verheiratet mit Barbara, einer Tochter Lucas Cranachs d. Ä., Ahne Johann Wolfgang von Goethes. Die Nachkommen des Christian Brück, die Ehringsdorfer Linie, endete Anfang des 18. Jahrhunderts im Mannesstamm.
Kinder:
N.N. (Tochter) Brück, verheiratet 1565 mit Michael Cappel(† 1567), Bürger in Saalfeld
Christian Brück († 1580), wurde 1574 mit Ehringsdorf, Großkröbitz und Hammerstedt mitbelehnt, verheiratet 1569 mit Ursula Cotta, Tochter des Bonaventura Cotta/Kotte, Bürgermeister in Eisenach
Barbara Brück († 24. Februar 1607), verheiratet 1. Mai 1568 mit Jacob Schröter dem Älteren, Bürgermeister in Weimar
Sibilla Brück († 1584), verheiratet mit Caspar Schön († 1579), Bürgermeister in Weimar, und in 2. Ehe am 30. Januar 1581 in Weimar mit Abraham Gärtner, Ratskämmerer und Goldschmied in Weimar
Euphrosyna Brück († 1588), verheiratet mit Johann Martini, fürstlich sächsischer Lehnssekretär in Weimar
Margaretha Brück († 1588), verheiratet mit Johann Magdeburg, († 1620), fürstlich sächsischer Registrator und Ratsherr in Weimar
Veit Christian Brück († 1610), erbgesessen zu Ehringsdorf, Gerichtsherr zu Großkröbitz, verheiratet am 25. November 1583 in Weimar mit Magdalena, Witwe des Christoph Friedeaun († 1582), 1574–1582 fürstlich sächsischer Rentmeister in Coburg, und in 2. Ehe am 5. Februar 1593 in Weimar mit Dorothea Susanna Förster († 31. Mai 1599), Witwe des Balthasar Gromann, Ratsherr in Erfurt, und Tochter des Johann Förster, Hofrat und Lehnssekretär in Weimar, Herr zu Wickerstedt.
Elisabeth Brück († 1612), verheiratet am 24. Februar 1584 in Weimar mit Caspar Koch, († 1615), Kastenherr und Tuchmacher in Weimar
Hans Wilhelm Brück († 1687), verheiratet am 15. August 1586 in Ehringsdorf mit Euphrosyna Friederaun († 1633), Tochter des Christoph Friedeaun († 1582), 1574–1582 fürstlich sächsischer Rentmeister in Coburg
Gregor Brück II. († 12./19. Dezember 1557), Ratsmitglied in Wittenberg, erbgesessen zu Seegrehna, verheiratet mit Dorothea (Nachname unbekannt, begraben 20. Januar 1548) und in 2. Ehe Catharina Heintz, die Tochter des Weimarer Bürgers Hans Heintz.
Kinder:
Anna Brück († 1597), verheiratet mit Hans Formann, († 1580), Gegenkämmerer in Erfurt, und in 2. Ehe 1581 in Erfurt mit Hiob Stotternheim, († 1617), Bürgermeister in Erfurt
Gregor Brück IV. († 1586 in Porstendorf), erbgesessen zu Seegrehna, vom Diener erstochen, verheiratet 1573 mit Ottilie von Schlieben († 23. August 1599 in Seegrehna), die Tochter des brandenburgischen Hofmeisters Albrecht von Schlieben. Die Nachkommen dieser Linie tragen bis heute den Namen von Brück.
Heinrich Brück (vor † 1573)
Barbara Brück, verheiratet mit Martin Gabler aus Eger, Bürger in Karlsbad
Euphrosina Brück († vor 1551), verheiratet 1538 mit Wolfgang Lauenstein († 1574), sächsischer Rat in Weimar,
N.N. (Tochter) Brück († vor 1550), verheiratet 1540 mit Johanns Mayer, Kanzleischreiber,
Barbara Brück († 11. Februar 1550), verheiratet mit Lucas Cranach d. J., Maler und Bürgermeister in Wittenberg
aus zweiter Ehe:

Euphrosina Brück II. (1536–1563), verheiratet 1559 mit Veit Winsheim der Jüngere, Professor in Wittenberg, später königl. dänischer fürstlich holsteinischer Rat und Dechant der Kathedralkirche in Hamburg
Gregor Brück III. († 2. Juli 1589 in Porstendorf), erbgesessen zu Porstendorf[5], verheiratet mit Helena Stümpfel, Tochter des Georg Stümpfel, Amtsvorsteher in Marienberg,
Kinder:
Johann Georg Brück († 15. August 1568 in Wittenberg im Alter von 3 Tagen)
Catharina Brück, verheiratet vor 1589 mit Hans von Germar, erbgesessen zu Gebesee, später zu Graitschen b. Bürgel,
Anna Maria Brück, verheiratet 1593 mit Moritz Christoph Marschall von Wülfershausen, erbgesessen zu Wülfershausen b. Arnstadt
Phillipp Brück II. (getauft 7. Juni 1574 in Wittenberg, † kurz vor dem 18. Februar 1593 in Porstendorf), erbgesessen zu Porstendorf, verheiratet mit Sibilla von Poseck († 1599 in Porstendorf)
Helene Brück
Barbara Brück (getauft 27. Mai 1578)
Caspar († 5. Januar 1541)
Philipp († August 1616 in Obhausen), genannt 1584 als Amtmann zu Saaleck und erbgesessen zu Niemegk[5], ab 1598 zu Porstendorf (übernahm nach dem Tod seines Neffen Philipp Brück II. das Gut Porstendorf) und ab 1605 zu Obhausen, verheiratet mit Anna von Körbitz (noch 1616 als Witwe genannt[6])
Kind:
Barbara Maria Brück († 22. Februar 1632 in Farnstedt), verheiratet mit Christoph von Geusau († 1645), erbgesessen zu Farnstedt
Die Familie Brück wurde mit den Nachkommen der Brüder Christian Brück (Linie Ehringsdorf) und Gregor Brück II. (Linie Seegrehna) fortgeführt. Beide Linien waren seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts landsässig und verwendeten ab dem 17. Jahrhundert das Adelsprädikat von.

Die Hauptgüter der Ehringsdorfer Linie waren bis nach 1672 Ehringsdorf, 1561 bis 1616 Großkörbitz und Ende des 17. Jahrhunderts Ottstedt (noch 1690 erschien Hans Caspar von Bredow als Pächter einer Hälfte des „Adelich Brückischen Guttes“ zu Ottstedt)[7]. Der letzte Erbsasse auf Ehringsdorf war Johann Christian von Brück (oo I. 1651 mit Regina Sabina von Neumark auf Teichwolframsdorf; verheiratet in zweiter Ehe mit Anna Rosina von Buchholz). Mit dessen Sohn Georg Christoph von Brück starb diese Linie 1731[8] aus.

Nachkommen der Linie Seegrehna gibt es noch heute. Die Hauptgüter dieser Linie sind Seegrehna (seit 1528) und Niemegk (seit 1526), und ab etwa 1663 Haubitz (b. Grimma), welches durch Sigmund Adolf von Brück (oo mit Sophie Elisabeth von Haubitz auf Haubitz) erworben wurde. 
BRÜCK (PONTANUS), Gregorius (I34766)
 
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2998 GRESSENICH ist ein Ort am Nordrande des Naturparks Hohes Venn-Eifel am Omerbach, eine der ältesten Siedlungen im Aachener Raum. Die ursprünglich römische Siedlung wird urkundlich bereits 842 erwähnt und ist somit deutlich älter als Stolberg selbst. Die Endung -iacum des Ortsnamens „Grasciniacum“ bei seiner urkundlichen Ersterwähnung 842 lässt erkennen, dass seine Ursprünge in einem galloromanischen Gut zu suchen sind und das in einer Siedlungskontinuität die Völkerwanderungszeit überdauerte. Später heißt der Ort Grecenich (1109), Greznich (1234) und Gressenich (14. Jahrhundert).
Franken
König LUDWIG II. der Deutsche, ein Enkel Karls des Großen, schenkte am 26. März 842 dem Kloster INDA die VILLA CRASCINIACUM: ‚villa‘ hießen damals die Königsgüter, deren Einträge zur Unterhaltung des fränkischen Königs und seines Gefolges dienten. In besonders großer Zahl lagen sie rings um die Kaiserpfalz in Aachen. Wie Eilendorf war GRESSENICH später ein Gerichtsbezirk im Münsterländchen und hatte ab 1506 sogar ein eigenes Siegel. In GRESSENICH gab es mehrere abteiliche Pannhäuser.

848 übertrug König KARLMANN das Gut Treffen an das Pfalzstift Altötting. Das in Kärnten gelegene Stift erhielt auch die Blei-Zink-Lagerstätten zwischen GRESSENICH und Scherpenseel.  
N., N (I5048)
 
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3000 Greve, Greve von Anhalt-Ballenstedt, Askanien-Ballenstedt Streik, Kloster Nienburg und Hagenrode, Tysk Rebell, Greve (Askanien-Ballenstedt). Mördades nach Egino dy av Konradsburg. AUS RHODE VAN DER MERODE (MEROVINGEN) VAN DEN BERGH, Adalbert II. (I8858)
 

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