Strauss Genealogie


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2751 Flaach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Schweizer Kantons Zürich. Ihr Mundartname ist Flòòch.
Älteste Belege weisen in die 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts zurück. Auf der 1993 durch Luftbildarchäologie im Chrumben entdeckten Fundstelle kamen 1997 bei Rettungsgrabungen 23 Körperbestattungen zutage. Männliche Gräber wiesen einheitlich relativ einfache Ausstattungen auf: eiserne Gürtelschnallen, Gürteltaschen mit Feuerstein und -stahl, aber keine Waffen. Weibliche Bestattungen waren zum Teil sehr kostbar mit silbernen Klein- und Bügelfibelpaaren ausgestattet, mit Armringen, Halsketten aus Glas- und Bernsteinperlen. Das reichste Grab enthielt überdies eine halbkugelige Glasschale


Flaach bildet die Hauptsiedlung des Flaachtales und schmiegt sich zwischen Rhein und Thur an den Mülberg. Es ist aus den drei Siedlungen Oberdorf, Oberflaach und Niederflaach zum heutigen Dorf zusammengewachsen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Flaach 1044 in Zusammenhang mit dem einheimischen Adelsgeschlecht des Berchtold von Flacho, der im 11. Jahrhundert Hab und Gut dem Kloster Rheinau schenkte.

Am Weg nach Andelfingen stand einst die Burg Hirzeren. Von ihr wird die Hirschstange über dem Eichenzweig im roten Wappengrund abgeleitet. Leider ist von dieser Burg heute nichts mehr zu sehen.

Die Burg Schollenberg bewachte einst die Grenze der Gemeinde am Rheinübergang nach Rüdlingen. Sie fiel 1838 einem Brand zum Opfer. Die letzten Mauerreste dienen seit 1935 als Grundmauern für ein neues Wohnhaus.

Ursprünglich hafteten die gerichtsherrlichen Rechte am Schloss Schollenberg. Ulrich von Fulach erwarb sie zwischen 1515 und 1542 von seinem Schwiegervater von Waldkirch. Den Gerichtsplatz bildete der mitten im Dorf liegende Schulhausplatz (Wesenplatz).

Im Nordwesten des Dorfes befindet sich das Schloss Flaach, ehemaliger Sitz der Gerichtsherrschaft Flaach-Volken. Am Standort des früheren Kehlhofs (Hof des Kehlners, des Beamten, der für den Grund- oder Lehensherrn die Steuern oder Zinsen einzog) liess der neue Gerichtsherr Ulrich von Fulach kurz nach 1500 einen typischen spätmittelalterlichen Fachwerkbau erstellen, welcher um 1570 um einen westlichen Anbau erweitert wurde. Durch weitere Um- und Erweiterungsbauten entstand unter Tobias Peyer, ebenfalls Schaffhauser Bürger, 1612 das heutige Schlossgebäude. 1694 erwarb die Stadt Zürich für 30'000 Gulden das Schloss samt der Gerichtsherrschaft von den Söhnen des Dietegen Rink von Wildberg und setzte einen Obervogt ein. Da aber die Herrschaft wenig eintrug und sich infolgedessen kein Bewerber mehr dafür meldete, teilte Zürich die Gerichtsbarkeit der Landvogtei Andelfingen zu und verkaufte das Schloss 1780 an die Gemeinde Flaach. Nachdem es im gleichen Jahr an Abraham Tobler von Fehraltorf weiterverkauft wurde, verblieb es in privatem Besitz. 1984 erwarb Werner Dubno den Sitz von der hiesigen Baumeisterfamilie Brandenberger. Durch die Renovation nach alter Handwerkskunst von 1985 bis 1989 zeigt sich das Schloss heute in seinem ursprünglichen Aussehen. Es steht unter dem Schutz der Eidgenossenschaft und des Kantons Zürich.

Im Mittelalter gehörten zwei Kirchen zum Dorfbild. In Niederflaach stand bis 1544 die Kirche des heiligen Nikolaus, bei welcher sich bis vor der Reformation ein Frauenklösterchen befand. Die Pfarrkirche in Oberflaach war Sankt Georg gewidmet. Im Türmchen des Gemeindehauses hängt noch heute eine Glocke dieser alten Kirche aus dem 15. Jahrhundert. In deren Nähe wurde 1610 - 1611 die jetzige Kirche erbaut, welche 1619 ihren Turm erhielt. Letztmals wurde die Kirche 1971 - 1973 einer Innenrenovation unterzogen; anfangs 1993 wurde die Orgel renoviert. Zur reformierten Kirchgemeinde gehört seit 1610 auch die Gemeinde Volken. Die Kapelle der evangelisch-methodistischen Kirche wurde 1924 erbaut. 
VON FULACH, Johannes (I25383)
 
2752 Florens I. oder Floris I., wie er in Holland hieß, wurde um 1020 geboren. Er übernahm die Regierung ab 1049 von seinem verstorbenen Bruder Dietrich IV. Er unterwarf sich Kaiser Heinrich III. und konnte somit sein Erbe behaupten. Er setzte die traditionell gewordenen Fehden fort. Am 18. Juni 1061 wurde er von Markgraf Ekbert I. von Braunschweig-Meißen aus Rivalität um Friesland ermordet. (HOLLAND), Florens I. (I39289)
 
2753 Floribert war der Sohn des Hubertus, Bischof von Lüttich. Er folgte 727 seinem Vater als Bischof. Zu Beginn seines Episkopats, um 728, gründeten die Schwestern Harlinde und Erlinde das Kloster Alteneik. Floribert vergrößerte die Anzahl der Kanoniker an der Kathedrale St. Lambert von 20 auf 30.
Am 3. November 743 wurden in Anwesenheit von Karlmann (vor 714 + 17.07.754 in Vienne) die Gebeine des Heiligen Hubertus von Lüttich erhoben.
Floribert starb am 25. April 746 und wurde in der Kathedrale St. Lambert bestattet. Die katholische Kirche verehrt ihn als Heiligen. Sein Festtag ist der 25. (27.) April, in der Diözese Lüttich am 1. November. 
(HUGOBERTINER), Heiliger Heiliger Florebert (I36775)
 
2754 Florine war eine Tochter des Herzogs Odo I. von Burgund und dessen Ehefrau Sibylle von Burgund. Über ihren Vater war sie eine Angehörige der königlichen Dynastie der Kapetinger. Sie war verlobt oder gar verheiratet mit dem dänischen Prinzen Sven (Svend), einem Sohn des Königs Sven Estridsson. Gemeinsam mit ihrem Mann begab sie sich auf den Ersten Kreuzzug, auf dem beide in Kleinasien getötet wurden. Angeblich wurden sie mit ihrem Kontingent aus eintausendfünfhundert Rittern bei der Durchquerung von Kappadokien von einer überlegenen Streitmacht der Seldschuken überrascht. Einen Tag lang kämpften Florine und Sven gegen den Feind an, auch, nachdem sie von sieben Pfeilen getroffen worden war. Doch am Ende wurden sie von der Übermacht getötet.

Florines Vater nahm am Kreuzzug von 1101 teil und starb dabei 1102 in Tarsos. 
VON BURGUND, Florine (I40897)
 
2755 FNB: a für Fels in St. Gallen SG. Ratsherr in St. Gallen SG, wurde 1662 Stiftsverwalter der "Maidlinschuol", war erster Obmann des Zucht- und Waisenhauses zu St. Leonhard 1663 und Seckelmeister 1663. Er hat eine handschriftliche Chronik der Familie verfasst, das Fels´sche Hausbuch, die unter anderem wertvolle Aufzeichnungen aus der Zeit des Dreissigjährigen Krieges enthält. Sein Sohn PETER (1634 - 1721) war Seckelmeister 1694/1701. FELS, Heinrich (I10209)
 
2756 FNB: a für Mieg in Basel BS. Von Andreas Schultz gehaltene Leichenpredigt "Trost der glaubigen Weiber, sonderlich christlicher gottseliger Kindbetterinnen, ex l. Timoth. II. v. 15: zu den letzten Ehren der ... Kathrinen Margreten, gebohrner Miegin, des ... Samuel Andreae, H. Schrift Doctoris, und bey hiesiger hochlöbl. Univers. Eloquentiae & Historiarum berühmten Professoris, hertzliebsten Ehegemahlin, welche den 26. Octobr. ... entbunden, aber den 2. Novembris ... seelig verschieden, und den 6. desselbigen Monats, ... 1674 .. beygesetzet worden", Marburg 1674. Leichenpredigt in Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Signatur Db 144 (20). MIEG, Katharina Margaretha (I28852)
 
2757 FNB: a für Schlumpf in St. Gallen SG. BV St. Gallen SG, S. 692, Nr. 58. SCHLUMPF, Andreas (I4082)
 
2758 FNB: a für Wirz in Zürich ZH.
Wappenbeschreibung / Blasonierung
Gespalten von Gold und Blau, zwei Fasshahnen in gewechselten Fraben. 
WIRZ, Barbara (I967)
 
2759 FNB: Fehlanzeige für Fabritius in Schaffhausen SH. Patin in Heidelberg am 10.7.1650 (St. Peterskirche lt. KB Heiliggeistkirche, S. 234) und 15.9.1656 (Heiliggeistkirche). Von Ernst Friderich Jacobi gehaltene Leichenpredigt in Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Signatur 9363. FABRITIUS, Maria Barbara (I12145)
 
2760 FNB: Fehlanzeige für Kempfer in St. Gallen SG (erloschenes Geschlecht). Wiederheirat am 12.4.1630 in St. Gallen SG mit Georg Hausknecht. KAEMPFER \ KEMPFER, Susanna (I3719)
 
2761 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55531)
 
2762 Folleville ist der Name eines ursprünglich französischen, später auch im Rheinland, in Westfalen und in Bayern ansässigen Adelsgeschlechts.

Das Geschlecht war u. a. in Neheim begütert. Dort saß ab 1718 Generalmajor Stephan Christian von Folleville auf Haus Freseken. Nach seinem Tod 1729 wurde das Haus von seiner Witwe bewohnt, die 1749 ermordet wurde.[1] Daneben besaß die Familie 1782 in Person des kurkölnischen Kammerherrn Adam Wilhelm Freiherr von Volleville aus dem Hause Neheim im Rheinland Grefrath und Haus Langendonk in Geldern sowie in Westfalen das Rittergut Breitenhaupt in Steinheim. Derselbe hatte zwei Söhne, Franz und Ludwig von Folleville, und einen Bruder, Ludwig von Folleville, der Propst zu St. Adalbert in Aachen und Domherr zu Bad Wimpfen war, die alle Anfang des 19. Jahrhunderts noch lebten.[2][3][4]

Die Familie kommt 1821 noch vor, als der quittierte königlich-bayerische Unterleutnant in Landsberg, Franz Wilhelm Joseph Anton Freiherr von Folleville, am 9. Januar 1821 in die Freiherrenklasse der bayerischen Adelsmatrikel eingetragen wurde.


Haus Freseken (Neheim)
Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Westfalenprovp-wap.jpg - Portal:Westfalen-Lippe > Regierungsbezirk Arnsberg > Hochsauerlandkreis > Arnsberg (Hochsauerlandkreis) > Neheim-Hüsten > Neheim > Haus Freseken (Neheim)
Einleitung
Haus Freseken, Folleville oder Israel in Neheim. Dieser Burgmannshof in Neheim war zunächst im Besitz der Familie von Freseken.

Familie Freseken
02.10.1395 Wilhelm Freseken, Propst zu St. Aposteln
08.09.1433 Knappe Johann Freseken von Neheim
13.11.1454 Frederik Freseken, Domherr zu Paderborn
08.01.1455 Hermann Freseken von Neheim und Johann Freseken, Drosten zu Hirschberg,
1460 Verkauf eines Salzhauses zu Westernkotten durch Hermann und Johann Freseken von Neyhem an Joh. Prike, Bürger zu Lippstadt.
1467/1469/1477 Dietrich Freseken
11.04.1478.Diderich Freseken belehnt mit dem Gut der Rüden Bürgermeister, Rat und die ganze Gemeinheit der Stadt Lippe (Lippstadt)
1482/1512 Wilhelm Freseken, Pastor zu Hüsten
1579 Anna Freseken zu Oelinghausen
Besitz der von Freseken
Das im 11. Jahrhundert erwähnte Haus Höllinghofen ist 1414 von den von Freseken an Wennemar von Fürstenberg gelangt, jeweils halb durch Mitgift und Kauf.
Das zunächst im Besitz der Familie von Freseken befindliche Haus Nierhof ging im 16. Jahrhundert durch Pfandkauf an die von Fürstenberg, die Nierhof zusammen mit Höllinghofen bewirtschafteten.
Häufige Veränderungen in Neheim
Im 17. Jhdt. kam das Haus an den Hauptmann Israel, dann an die von Bönninghausen, schließlich an die von Wrede. 1718 brachte der Obrist Etienne de Folleville den Hof an sich, der 1766 in einem öffentlichen Verkauf von Clemens Lothar von Fürstenberg erworben wurde.

Literatur 
VON FOLLEVILLE, Elisabeth Odilia (I45707)
 
2763 FOURTH GENERATION :



7. Feidel Japhet, born 06.05.1812 in Breitenbach . He married on 02.11.1841 Miriam

Kleeblatt, born 20.11.1816 in Roehrenfurth, daughter of Moses Kleeblatt

and his wife Ettel, nee Katz. Feidel and Miriam Japhet had seven children:



8. female died without given a name on 12.12.1843

9. Moses Japhet, born 21.04.1845 in Breitenbach

10. Taeubchen Japhet, born 15.09.1847 in Breitenbach

+ 11. Settchen Japhet, born 29.05.1850 in Breitenbach

12. female, stillborn on 18.10.1853 in Breitenbach

13. Roese Japhet, born 17.04.1855 in Breitenbach

14. Hannchen Japhet, born 16.10.1857 in Breitenbach

15. male, stillborn on 16.11.1860 in Breitenbach

Feidel Japhet died 18.10.1886 in Breitenbach.



(Sources: HHStA Wiesbaden, Abt. 365, Nr. 472-474 Gemeinde Hoof) 
JAPHET, Feidel (I57103)
 
2764 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7704)
 
2765 Frank Heidermanns:

Tafelindex: 13 „Möller“ auf 15 Anschlusstafeln
Bendemann–Möller (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Bendemann-Moeller&FN=M%F6ller
Bessel–Möller (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Bessel-Moeller&FN=M%F6ller
Goethe–Löbbecke (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Goethe-Loebbecke&FN=M%F6ller
Justi–Hansemann (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Justi-Hansemann&FN=M%F6ller
Krummacher–Heidermanns (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krummacher-Heidermanns&FN=M%F6ller
Krummacher–Humboldt (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krummacher-Humboldt&FN=M%F6ller
Krummacher–Krafft (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krummacher-Krafft&FN=M%F6ller
Krummacher–Krupp (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krummacher-Krupp&FN=M%F6ller
Krummacher–Kügelgen (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krummacher-Kuegelgen&FN=M%F6ller
Krummacher–Märker (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krummacher-Maerker&FN=M%F6ller
Krummacher–Möller (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krummacher-Moeller&FN=M%F6ller
Krummacher–Natorp (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krummacher-Natorp&FN=M%F6ller
Möller–Rau (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Moeller-Rau&FN=M%F6ller
Scheibler–Goethe (PDF/JPG),
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Scheibler-Goethe&FN=M%F6ller
Sybel–Brockhaus (PDF/JPG)
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Sybel-Brockhaus&FN=M%F6ller
 
MÖLLER, Abraham Gustav (I5684)
 
2766 Frankfurt am Main sind die Kinder Jakob, Johann Jakob Isaak, Abraham, Maria und Susanna geboren.
Franciskus ist in Köln geboren, bei dem jüngsten Kind Johanna ist der Geburtsort nicht bekannt. 
DU FAY, Maria (I1057)
 
2767 Frankfurter Linie Brentanos

Das Haus Zum Goldenen Kopf in der Großen Sandgasse

Familiengrab
Sein Sohn Don Domenico (* 8. Januar 1651 in Tremezzo, † 1723), verheiratet mit Donna Maria-Magdalena Bellini, verlegte 1698 den Hauptsitz seines Mailänder Handelshauses nach Frankfurt am Main in den Nürnberger Hof. Er gab seinem Sohn bereits den besonders im Erzbistum Mainz sehr beliebten Namen des hiesigen Schutzpatrons Martin als zweiten Vornamen. Im Gegensatz zu anderen Familienlinien führten die Brentanos ihren Adelstitel in Frankfurt nicht mehr. Wie andere aus Italien eingewanderte Kaufmannsfamilien, z. B. die Bolongaro und die Guaita, hielten die Brentanos an ihrer römisch-katholischen Konfession fest und konnten deshalb in der streng lutherischen Reichsstadt Frankfurt zunächst kein Bürgerrecht erwerben. Durch großzügige Stiftungen unterstützten sie die nach der Reformation in Frankfurt verbliebenen Stiftskirchen und Klöster, darunter vor allem das Karmeliterkloster. 
BRENTANO-TREMEZZO, Domenico (I52674)
 
2768 Frankfurter Linie Brentanos

Das Haus Zum Goldenen Kopf in der Großen Sandgasse.

Familiengrab.
Sein Sohn Don Domenico (* 8. Januar 1651 in Tremezzo, † 1723), verheiratet mit Donna Maria-Magdalena Bellini, verlegte 1698 den Hauptsitz seines Mailänder Handelshauses nach Frankfurt am Main in den Nürnberger Hof. Er gab seinem Sohn bereits den besonders im Erzbistum Mainz sehr beliebten Namen des hiesigen Schutzpatrons Martin als zweiten Vornamen. Im Gegensatz zu anderen Familienlinien führten die Brentanos ihren Adelstitel in Frankfurt nicht mehr. Wie andere aus Italien eingewanderte Kaufmannsfamilien, z. B. die Bolongaro und die Guaita, hielten die Brentanos an ihrer römisch-katholischen Konfession fest und konnten deshalb in der streng lutherischen Reichsstadt Frankfurt zunächst kein Bürgerrecht erwerben. Durch großzügige Stiftungen unterstützten sie die nach der Reformation in Frankfurt verbliebenen Stiftskirchen und Klöster, darunter vor allem das Karmeliterkloster.


Domenicos Sohn Domenico Martino Brentano (* 1686 in Tremezzo, † 19. September 1755 in Frankfurt am Main) heiratete Donna Maria-Elisabetha Brentano-Riatti (1700–1736). Nach einem erfolgreichen Prozess gegen den Rat der Stadt Frankfurt konnte er 1740 als erster Katholik das Frankfurter Bürgerrecht erwerben. Er dehnte die Geschäftsverbindungen der Handelskompanie Domenico Brentano & Söhne bis nach Holland aus, gründete Zweigniederlassungen in Amsterdam und in Mainz. Er unterhielt enge Beziehungen zu anderen Niederlassungen des Hauses Brentano in Wien, Nürnberg, Günzburg, Triest und Neapel. 
BRENTANO, Domenico Martino (I52672)
 
2769 Franz Brentano wurde nach dem Tod seines Vaters am 9. März 1797 Chef der Familie Brentano und damit auch des Frankfurter Handels- und Bankhauses Brentano. Er übernahm von seinem Vater auch dessen Würde eines kurtrierischen Geheimen Rates und Residenten, deren Machtumfang und Bedeutung aber bald durch die linksrheinische Annexion Napoleons abnahm.


Franz Dominicus Brentano, Porträt von Joseph Stieler, 1808
Mit 32 Jahren heiratete er am 23. Juli 1798 in Wien die 18-jährige Antonie von Birkenstock (1780–1869), einzige Tochter des kaiserlichen Hofrats und begüterten Kunstsammlers Johann Melchior Birkenstock und seiner bereits verstorbenen Ehefrau Caroline Josepha von Hay (1755–1788).

Im Herbst 1806 erwarb er das sog. Brentanohaus in Winkel im Rheingau, das der Familie fortan als Sommerdomizil diente. Zu den vielen Gästen aus Politik und Kultur, die in das Haus einkehrten, zählten Johann Wolfgang von Goethe, die Brüder Grimm und Freiherr vom Stein.

1809 bis 1812 lebte seine Frau mit den Kindern in Wien im Hause ihres Vaters in der Vorstadt Landstraße, Erdberggasse Nr. 98. Im Frühjahr 1810 machte sie hier die Bekanntschaft von Ludwig van Beethoven. 1816 wurde Franz Brentano Senator der Freien Stadt Frankfurt, als zweiter Katholik nach seinem Schwager Georg Friedrich von Guaita. Ab 1827 war er Schöffe in Frankfurt.

Er ließ 1820 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel ein großzügiges klassizistisches Palais an der Neuen Mainzer Straße erbauen, das die Stadt Frankfurt 1869 kaufte und für einen Straßendurchbruch abbrechen ließ.

Sein Haus war stets ein Mittelpunkt im geistigen und gesellschaftlichen Leben der Stadt. Im Laufe der Zeit gehörten zu seinen Gästen u. a. der Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg, Goethe, die Brüder Boisserée, die Brüder Grimm und der Freiherr vom Stein.

Brentano war ein großzügiger Mäzen und Stifter, der unter anderem das katholische Schulwesen Frankfurts förderte. Daneben unterstützte er Beethoven mehrfach mit großzügigen Darlehen. Seine umfangreiche Sammlung von Zeichnungen vermachten seine Nachfahren 1895 an das Städel.

Das Brentanohaus in Winkel
Treffpunkt für Romantiker
Nachdem Franz (1765-1844) und Georg Brentano (1775-1851), zwei ältere Brüder der Dichtergeschwister Bettine und Clemens, das 1751 erbaute Anwesen im Jahr 1804 gemeinschaftlich erworben hatten, nutzten sie es ab Sommer 1806 als Feriendomizil während des Sommerhalbjahrs. Aber schon 1808 ging es ganz in die Hände von Franz und seiner Frau Antonia geb. Edle von Birkenstock (1780-1869), genannt Toni, über. Aus dem ursprünglichen Zweit- wurde im Lauf der Zeit schließlich ein Hauptwohnsitz, den die Nachkommen ganzjährig bewohnen. Seit dem Erwerb befand sich das Gebäude kontinuierlich im Besitz der Familie, weshalb es gemeinhin nur „Brentanohaus“ genannt wird.

Das Domizil gilt als eines der geistig-kulturellen Zentren der Rheinromantik. Zu den zahlreichen Gästen aus Politik und Kultur zählen Johann Wolfgang von Goethe, die Brüder Grimm und der Freiherr vom und zum Stein. Original erhaltene Räume geben einen einzigartigen Eindruck von der Wohnkultur und dem Lebensgefühl der Zeit. Vor allem die im Obergeschoss befindlichen Zimmer – darunter jene beiden Räume, in denen Goethe 1814 während seines Besuchs bei der Familie Brentano gewohnt hat, haben über 200 Jahre hinweg ihre einzigartige Atmosphäre bewahrt.

Im Dezember 2014 hat das Land Hessen das Brentanohaus mit seiner Gartenanlage erworben. Das Gebäude soll in den nächsten Jahren grundsaniert und behutsam restauriert werden. Organisatorisch dafür zuständig ist die Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen, welche die Betreuung des Anwesens mitsamt seinem Interieur einer neu gegründeten Trägergesellschaft übertragen hat, deren gleichberechtigte Gesellschafter die Stadt Oestrich-Winkel und das Freie Deutsche Hochstift (Frankfurt a.M.) sind. Ziel aller Beteiligten ist es, das Brentanohaus in Oestrich-Winkel und das Ensemble seiner historischen Räume und Einrichtungen, insbesondere die beiden Goethe-Zimmer, als historischen Ort und kulturelles Erbe der deutschen Romantik zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Für interessierte Besucher besteht die Möglichkeit, die historischen Räume des Brentanohauses in Winkel unter fachkundiger Führung der ehemaligen Hausherrin Baronin Angela von Brentano zu besuchen.

An ausgewählten Terminen werden offene Führungen ohne Anmeldung angeboten. Darüber hinaus können individuelle Gruppenführungen nach rechtzeitiger Terminvereinbarung durchgeführt werden. 
BRENTANO, Franz Dominicus Josef Maria (I52682)
 
2770 Franz Haniel war das jüngste Kind von Aletta und Jacob Wilhelm Haniel. Er wurde am 20. November 1779 im Packhaus in Ruhrort geboren. Noch vor seinem dritten Geburtstag starb sein Vater.

Die maßgeblichen Impulse seiner Kindheit kamen also von seiner Mutter Aletta. Sie legte Wert auf umfassende Bildung und so wurde Franz – wie er später selbst notierte – „in dem Knabenalter von 5–10 Jahren […] in Ruhrort im Lesen, Schreiben, Orthografie, Geografie, französisch, Tanz, Flöte, Geige unterrichtet“. Das Rechnen erwähnte er nicht, möglicherweise lernte er das eher im Kontor seiner Mutter als in der Schule.

Während der Französischen Revolution, die dem Haus Haniel massenhaft Aufträge durch Flüchtlinge bescherte, musste der 15-Jährige auf die Schule verzichten und im Kontor aushelfen. Ab 1796 war Franz Haniel dort, ebenso wie sein Bruder Gerhard Haniel, angestellt.

Sein schon in Ruhrort gewecktes Interesse an der Spedition vertiefte Franz Haniel während einer Weiterbildung im Mainzer Handelshaus J. Hr. Weingärtner Sohn. Diese begann er als 18-Jähriger im Januar 1798.

Im März 1799 beendete er die Ausbildung auf Wunsch seiner Mutter vorzeitig und kehrte nach Ruhrort zurück.

Seit 1806 war Franz Haniel mit Friederike Christine Huyssen (1785–1867) verheiratet, einer Tochter des Essener Ratsherren Karl Isaac Arnold Huyssen (1751–1834).

Im Jahre 1808 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard, sowie seinen Schwägern Gottlob Jacobi und Heinrich Arnold Huyssen die Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen in Sterkrade, aus der später die Gutehoffnungshütte hervorging, obwohl es im Vorfeld der Gründung zu schweren Spannungen gekommen war. Diese beruhten auf dem Vorgehen Huyssens bei den Verhandlungen mit Helene Amalie Krupp über den Verkauf der Hütte „Gute Hoffnung“ in Sterkrade. Eigentlich hatte Huyssen die Verhandlungen im Auftrag der Brüder Haniel und ihres Schwagers Gottlob Jacobi führen sollen. Sie wollten die Hütte „Gute Hoffnung“ zusammen mit den Hütten „St. Antony“ und „Neu-Essen“, die ihnen schon gehörten, in einer Gewerkschaft zusammenführen, um so die ungünstige Konkurrenzsituation zu beenden. Huyssen erwarb die Hütte dann aber für sich allein. Die Abtretung der Hütte „Gute Hoffnung“ an die neu zu gründende Gewerkschaft machte er von seiner Aufnahme als Teilhaber abhängig. Dieses Vorgehen trug ihm Franz Haniel bis an sein Lebensende nach.[1]

Außerdem betrieb Franz Haniel eine Spedition, eine Kohlenhandlung und eine Reederei, der mehrere Ruhr- und Rheinschiffe gehörten, sowie eine Reihe weiterer Geschäfte. In der Zeit der Kontinentalsperre beteiligte er sich am äußerst lukrativen Getreideschmuggel nach England. Dies gelang ihm, wie fast alle seine Geschäfte, mit großem Erfolg.

Unter seiner Leitung gelang es im Jahr 1834 erstmals die bislang als undurchdringlich geltende Deckgebirge der Steinkohle („Mergeldecke“) zu durchstoßen und Fettkohle zu fördern. Diese Errungenschaft revolutionierte den Steinkohlenabbau im Ruhrgebiet und wird heute noch als Geburtsstunde des klassischen Ruhrgebietes angesehen.[2] 1847 eröffnet Franz Haniel das Steinkohlebergwerk „Zeche Zollverein“ in Essen.

Für seine Verdienste erhielt Franz Haniel zahlreiche Ehrungen. 1845 ernannte ihn das Königshaus zum Kommerzienrat, 1856 zum Geheimen Kommerzienrat.

1842 wurde ihm der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen.

1864 erhielt er den Roten Adlerorden III. Klasse.

Das Ehepaar Haniel feierte 1866 das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Franz und Friederike Haniel hatten zehn Söhne und eine Tochter. Allerdings überlebten nur fünf Söhne und die Tochter ihre Eltern. Sein Sohn Hugo Haniel trat die Nachfolge des Unternehmens an.

Franz Haniel starb wenige Monate nach dem Tod seiner Frau am 24. April 1868 in seinem Geburtshaus in Ruhrort. 
HANIEL, Johann Franziskus (I58756)
 
2771 Franz Haniel war das jüngste Kind von Aletta und Jacob Wilhelm Haniel. Er wurde am 20. November 1779 im Packhaus in Ruhrort geboren. Noch vor seinem dritten Geburtstag starb sein Vater.

Die maßgeblichen Impulse seiner Kindheit kamen also von seiner Mutter Aletta. Sie legte Wert auf umfassende Bildung und so wurde Franz – wie er später selbst notierte – „in dem Knabenalter von 5–10 Jahren […] in Ruhrort im Lesen, Schreiben, Orthografie, Geografie, französisch, Tanz, Flöte, Geige unterrichtet“. Das Rechnen erwähnte er nicht, möglicherweise lernte er das eher im Kontor seiner Mutter als in der Schule.

Während der Französischen Revolution, die dem Haus Haniel massenhaft Aufträge durch Flüchtlinge bescherte, musste der 15-Jährige auf die Schule verzichten und im Kontor aushelfen. Ab 1796 war Franz Haniel dort, ebenso wie sein Bruder Gerhard Haniel, angestellt.

Sein schon in Ruhrort gewecktes Interesse an der Spedition vertiefte Franz Haniel während einer Weiterbildung im Mainzer Handelshaus J. Hr. Weingärtner Sohn. Diese begann er als 18-Jähriger im Januar 1798.

Im März 1799 beendete er die Ausbildung auf Wunsch seiner Mutter vorzeitig und kehrte nach Ruhrort zurück.

Seit 1806 war Franz Haniel mit Friederike Christine Huyssen (1785–1867) verheiratet, einer Tochter des Essener Ratsherren Karl Isaac Arnold Huyssen (1751–1834).

Im Jahre 1808 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard, sowie seinen Schwägern Gottlob Jacobi und Heinrich Arnold Huyssen die Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen in Sterkrade, aus der später die Gutehoffnungshütte hervorging, obwohl es im Vorfeld der Gründung zu schweren Spannungen gekommen war. Diese beruhten auf dem Vorgehen Huyssens bei den Verhandlungen mit Helene Amalie Krupp über den Verkauf der Hütte „Gute Hoffnung“ in Sterkrade. Eigentlich hatte Huyssen die Verhandlungen im Auftrag der Brüder Haniel und ihres Schwagers Gottlob Jacobi führen sollen. Sie wollten die Hütte „Gute Hoffnung“ zusammen mit den Hütten „St. Antony“ und „Neu-Essen“, die ihnen schon gehörten, in einer Gewerkschaft zusammenführen, um so die ungünstige Konkurrenzsituation zu beenden. Huyssen erwarb die Hütte dann aber für sich allein. Die Abtretung der Hütte „Gute Hoffnung“ an die neu zu gründende Gewerkschaft machte er von seiner Aufnahme als Teilhaber abhängig. Dieses Vorgehen trug ihm Franz Haniel bis an sein Lebensende nach.[1]

Außerdem betrieb Franz Haniel eine Spedition, eine Kohlenhandlung und eine Reederei, der mehrere Ruhr- und Rheinschiffe gehörten, sowie eine Reihe weiterer Geschäfte. In der Zeit der Kontinentalsperre beteiligte er sich am äußerst lukrativen Getreideschmuggel nach England. Dies gelang ihm, wie fast alle seine Geschäfte, mit großem Erfolg.

Unter seiner Leitung gelang es im Jahr 1834 erstmals die bislang als undurchdringlich geltende Deckgebirge der Steinkohle („Mergeldecke“) zu durchstoßen und Fettkohle zu fördern. Diese Errungenschaft revolutionierte den Steinkohlenabbau im Ruhrgebiet und wird heute noch als Geburtsstunde des klassischen Ruhrgebietes angesehen.[2] 1847 eröffnet Franz Haniel das Steinkohlebergwerk „Zeche Zollverein“ in Essen.

Für seine Verdienste erhielt Franz Haniel zahlreiche Ehrungen. 1845 ernannte ihn das Königshaus zum Kommerzienrat, 1856 zum Geheimen Kommerzienrat.

1842 wurde ihm der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen.

1864 erhielt er den Roten Adlerorden III. Klasse.

Das Ehepaar Haniel feierte 1866 das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Franz und Friederike Haniel hatten zehn Söhne und eine Tochter. Allerdings überlebten nur fünf Söhne und die Tochter ihre Eltern. Sein Sohn Hugo Haniel trat die Nachfolge des Unternehmens an.

Franz Haniel starb wenige Monate nach dem Tod seiner Frau am 24. April 1868 in seinem Geburtshaus in Ruhrort. 
HANIEL, Johannes Franciscus (Franz) (I58852)
 
2772 Franz Ignaz Schwerdt besuchte das Gymnasium in Heiligenstadt und studierte anschließend Klassische Philologie an der Universitäten München und Bonn (1854–1855, bei Friedrich Ritschl, Otto Jahn und Friedrich Gottlieb Welcker) und an der Akademie Münster, wo ihn insbesondere der Gräzist Franz Winiewski prägte. Bei ihm wurde Schwerdt am 12. März 1856 mit einer Dissertation über Aischylos’ Tragödien zum Dr. phil. promoviert (magna cum laude). Mit dem kurz darauf bestandenen Lehramtsexamen begab sich Schwerdt nach Berlin, wo er sich eineinhalb Jahre lang am Seminar für gelehrte Schulen unter der Leitung von August Boeckh ausbilden ließ.

Zu Ostern 1858 nahm Schwerdt eine provisorische Lehrerstelle am katholischen Gymnasium zu Köln an. 1859 wechselte er als ordentlicher Lehrer an das Königliche Gymnasium zu Koblenz. Zu Ostern 1861 ging er als außerordentlicher Professor für Klassische Philologie an die Akademie Münster, der er zu diesem Zweck eine Habilitationsschrift über die Metrik der attischen Tragiker Aischylos, Sophokles und Euripides vorlegte. Schwerdt hielt Vorlesungen über griechische und lateinische Dichter und Historiker sowie über griechische Grammatik, Metrik und Topographie ab.

Nach dem Tod von Ferdinand Deycks stand Schwerdt auf der Vorschlagsliste für den ordentlichen Lehrstuhl für Lateinische Philologie. Allerdings wurde ihm der externe Kandidat Peter Langen vorgezogen.[2] Nach dieser Zurücksetzung legte Schwerdt seine Professur nieder und zog mit seiner Familie nach Bonn, wo er seitdem als Privatgelehrter lebte.

Schwerdt starb hochbetagt in Bad Homburg vor der Höhe. Seine letzte Ruhestätte fand er, wie seine Gattin zwei Jahre nach ihm, in der Familiengruft des Franz Dominicus Brentano auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. 
SCHWERDT, Franz Ignaz (I52699)
 
2773 Franz Ludwig Michel von Schwertschwendi (* 24. Juli 1675 in Bern; † um 1717 in Carolina) war ein Schweizer Entdecker und Kolonialist. Michel bereiste ab 1701 die damaligen britischen Kolonien Carolina und Virginia. Sein nach Bern gelangter Bericht regte Pläne zu einer Koloniegründung an. 1710 wirkte Michel massgeblich bei der Gründung von New Bern im heutigen US-Bundesstaat North Carolina mit.
Über Michels Leben vor seiner Ankunft in Virginia ist wenig bekannt. Er war der älteste Sohn des Berner Patriziers David Michel (1634–1696) und der Ursula Fels und stand zunächst in französischen Militärdiensten.

Im Herbst 1701 begann er eine längere Reise, die ihn über London in die englischen Kolonien in Nordamerika führte. Am 8. Mai 1702 landete er mit dem Passagierschiff Nassau am York River in Virginia. Von Williamsburg aus erkundete er Fauna, Flora und Bodenschätze in Virginia. Sein im Januar 1703 nach Bern gelangter illustrierter Bericht, der von seinem jüngeren Bruder Hans Ludwig ins Reine geschrieben wurde, stiess dort eine Diskussion über die Gründung einer Berner Kolonie an. 1704 kehrte er nach Bern zurück.

Nachdem der Berner Senat einer Koloniegründung zustimmte, auch in Hinblick auf die Ausschaffung der Täufer, warb Michel 1709 auf einer erneuten Reise in London um die Zustimmung der Königin Anne Stuart (Großbritannien) zu dem Projekt. 1710 war er neben dem Berner Christoph von Graffenried und dem britischen Landvermesser John Lawson massgeblich an der Gründung der zweitältesten Stadt North Carolinas, New Bern, durch schweizerische und deutsche Immigranten beteiligt.

Nach einer Randbemerkung in Graffenrieds Lebenserinnerungen starb er „unter den Indianern“ („est mort parmis les Indiens“).[2] 
MICHEL, Franz Ludwig (I42086)
 
2774 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I58863)
 
2775 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I60095)
 
2776 Franz Stuckert: Biese, Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 233 f. PETERS\PETERSEN, Maria Dorothea Elisabeth (I8425)
 
2777 Franz von Gaisbergs Vater Anton stand zunächst in österreichischen, dann in französischen Diensten. Seine Mutter Verena Hux war die Tochter eines reichen St. Galler Webers. Für seine Eltern liess Franz von Gaisberg später eine Grabkapelle im Kloster St. Gallen errichten, die sogenannte Gaisbergkapelle. Zwischen 1477 und 1482 legte er die Profess ab. Am 20. August 1488 erscheint er erstmals als Priester. Wohl ab 1491 war er Custos, ab dem 11. Juni 1496 ist er als Subprior bezeugt. Am 19. April 1504 wurde er als amtierender Subdekan zum Abt gewählt. Wie sein Vorgänger Gotthard Giel von Glattburg reiste er für die päpstliche Konfirmation nach Rom. Er erhielt diese am 12. Juni 1504, die entsprechende Weihe empfing er in der Kirche Santa Maria dell’Anima von Bischof Titus Veltri von Castro.
In den ersten Monaten seiner Amtszeit musste sich Abt Franz mit einem Streit[1] zwischen der Fürstabtei und der Stadt Wil auseinandersetzen. Papst Julius II. schlichtete diesen am 3. Juni 1505, wobei die Rechte der beiden Parteien genau geregelt wurden. Abt Franz war um eine aktive Erwerbspolitik bemüht. 1505 kaufte er von Gallus Muntprat die Burg auf dem Rosenberg bei Berneck samt dazugehörendem Besitz für 5350 Gulden. 1510 erwarb er von der Äbtissin Amalia von Lindau die Gerichtsrechte zu Balgach. Von Jakob Blarer von Wartensee kaufte er 1520 die Zehnten von Buchen und Staad. Seine Politik der Sparsamkeit stellte die Abtei auf ein solides ökonomisches Fundament. In kultureller und religiöser Hinsicht machte er sich verdient um die Kanonisation von Notker dem Stammler sowie die Ausstattung des Münsters. Er liess die Orgel restaurieren, Gemälde anfertigen, ein neues Chorgestühl errichten und erwarb kostbare Messtextilien.[2]

Als Verbündeter der Eidgenossenschaft war der Fürstabt von St. Gallen in deren Kriegs- und Bündnispolitik verwickelt. Im Kontext der Italienkriege erhielt die Fürstabtei zunächst päpstliche Pensionen sowie durch den Papst ausgestellte Privilegienbestätigungen. So bestätigte Leo X. 1512 die Inkorporation von Rorschach, St. Margrethen, Höchst und Bernang in die fürstäbtliche Jurisdiktion. Nach der Niederlage bei Marignano 1515 trat Abt Franz als französischer Parteigänger in Erscheinung. Er erhielt eine französische Pension in der Höhe von 4000 Franken.[3]

Angetrieben von den reformatorischen Ideen, kam es ab 1520 zu mehreren Unruhen im Territorium der Fürstabtei. Im Zuge der Bauernkriege formulierten die Untertanen des Oberen Amtes am 1. Mai 1525 in Lömmerschwil ihre Anliegen in Artikeln. Im Rapperswiler Vertrag vom 17. Juli 1525 setzte sich zwar der Standpunkt der Abtei weitgehend durch. Doch bald darauf nahmen die Unruhen in Verbindung mit dem reformatorischen Gedankengut eine kaum mehr zu kontrollierende Dynamik an. Im Spätsommer 1527 verliess der Abt St. Gallen und floh zunächst nach Wil, wo der neue Glaube noch nicht Fuss fassen konnte. Die zunehmenden Unruhen zwangen ihn schliesslich zum Rückzug ins Kloster Rorschach, später in das St. Annaschloss in Rorschach, wo er von aufständischen Untertanen belagert wurde. In St. Gallen setzten Joachim Vadian und Dominik Zili unterdessen die Reformation durch. Am 23. Februar 1529 kam es dort zu einem Bildersturm. Abt Franz starb am 23. März 1529 in Rorschach.
Diese Äbte leiteten das Kloster und die spätere Fürstabtei St. Gallen von der Gründung durch Gallus um 612 bis zur Aufhebung 1805. Die angegebenen Jahreszahlen bezeichnen die Amtszeit.

Gallus (612 – um 640)
Magnoald (?, um 650)
Stephanus (?, um 650/700)
Magulfus (?, um 700)
Otmar (719–759)
Johannes (759–782)
Ratpert (782)
Waldo (782–784)
Werdo (784–812)
Wolfleoz (812–816)
Gozbert (816–837)
Bernwig (837–840/41)
Engilbert (840/841)
Grimald von Weißenburg (841–872)
Hartmut (872–883)
Bernhard (883–890)
Salomo (890–919)
Hartmann (922–925)
Engilbert II. (925–933)
Thieto (933–942)
Craloh (942–958)
Anno (953–954) Gegenabt
Purchart (958–971)
Notker (971–975)
Ymmo (976–984)
Ulrich I. (984–990)
Kerhart (990–1001)
Purchart II. von St. Gallen (1001–1022)
Thietpald (1022–1034)
Nortpert (1034–1072)
Ulrich II. (1072–1076)
Ulrich von Eppenstein (1077–1121)
Lutold (1077–1083) Gegenabt
Werinhar (1083–1086) Gegenabt
Heinrich von Twiel (1121–1122) Gegenabt
Manegold von Mammern (1121–1133)
Werinher (1133–1167)
Ulrich von Tegerfelden (1167–1199)
Ulrich von Veringen (1199–1200)
Heinrich von Klingen (1200–1204)
Ulrich von Sax (1204–1220)
Rudolf von Güttingen (1220–1226)
Konrad von Bussnang (1226–1239)
Walter von Trauchburg (1239–1244)
Berchtold von Falkenstein (1244–1272)
Ulrich von Güttingen (1272–1277)
Heinrich von Wartenberg (1272–1274) Gegenabt
Rumo von Ramstein (1274–1281)
Wilhelm von Montfort (1281–1301)
Konrad von Gundelfingen (1288–1291) Gegenabt
Heinrich von Ramstein (1301–1318)
Hiltbold von Werstein (1318–1329)
Rudolf von Montfort (1330–1333)
Hermann von Bonstetten (1333–1360)
Georg von Wildenstein (1360–1379)
Kuno von Stoffeln (1379–1411)
Heinrich von Gundelfingen (1411–1418 resigniert)
Konrad von Pegau (1418–1419)
Heinrich von Mansdorf (1419–1426)
Eglolf Blarer (1426–1442)
Kaspar von Breitenlandenberg (1442–1463)
Ulrich Rösch (1463–1491)
Gotthard Giel von Glattburg (1491–1504)
Franz von Gaisberg (1504–1529) 
VON GAISBERG, Franz (I21184)
 
2778 Franz war das dritte von sieben Kindern von Georg Franz Melchior Brentano (1801–1853), Kaufmann in Frankfurt, und dessen Ehefrau Lilla Pfeifer (1813–1868), Schwester des Kölner Zuckerfabrikanten (Pfeifer & Langen) Emil Pfeifer. Der Großvater, der auch sein Taufpate war, war der Frankfurter Kaufmann Franz Brentano.

Franz Brentano begann das Studium der Malerei im Alter von 35 Jahren. Er studierte von 1875 bis 1878 an der Kunstakademie Düsseldorf und wohnte zu dieser Zeit im Haus der Witwe von Albert Kindler in der Goltsteinstraße 18.[2] Er war von 1878 bis 1881 Mitglied des Düsseldorfer Malkastens. Brentano war später in München und Rom tätig, malte meist Bildnisse exotischer Schönheiten.

Franz von Lenbach schuf 1884 in Rom ein Porträt Brentanos,[3] das in die Sammlungen des Städelschen Kunstinstitutes in Frankfurt kam.

Brentano starb, nach längerem Leiden, in Rom 1888 im Alter von 47 Jahren. 
BRENTANO, Franz Anton (I52694)
 
2779 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55701)
 
2780 Fraumünsteramtmann 1531 FREY, Konrad (I3690)
 
2781 Fredegar (auch Fredegarius Scholasticus) ist der überlieferte, aber nicht gesicherte Name des Verfassers einer frühmittelalterlichen lateinischen Chronik aus der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Die Fredegar-Chronik ist neben dem im frühen 8. Jahrhundert unabhängig davon verfassten Liber Historiae Francorum eine Hauptquelle für die Geschichte des Frankenreichs im 7. Jahrhundert.

Die Chronik ist seit dem 19. Jahrhundert Gegenstand von Forschungsdiskussionen. Dabei stehen die Verfasserfrage und die Sprache der Chronik im Mittelpunkt des Interesses. 
(ARNULFINGER), Nibelung I. (I36768)
 
2782 Fredegunde war ursprünglich eine unfreie Magd von niedrigster Herkunft. Sie gehörte zum Gesinde von König Chilperich und dessen erster Gemahlin Audovera. Spätestens ab 565 war sie Konkubine Chilperichs.

Chilperich trennte sich um 565/567 von Audovera und vermählte sich 567 mit Gailswintha, der Tochter des westgotischen Königs Athanagild, nachdem sein Halbbruder und Rivale, König Sigibert I. von Austrasien, 566 Gailswinthas jüngere Schwester Brunichild geheiratet hatte. Chilperich war aber nicht bereit, auf seine Verbindung mit Fredegunde zu verzichten, obwohl er dies Athanagild versprochen hatte. Darauf wollte Gailswintha zu ihrem Vater zurückkehren, was Chilperich jedoch ablehnte. Er ließ 570/571 seine Frau von einem seiner Dienstleute erdrosseln. Wenige Tage später heiratete er Fredegunde.

Gailswinthas Ermordung verschärfte den bereits bestehenden politischen Gegensatz zwischen Chilperich und Gailswinthas Schwager Sigibert. In dem Krieg, der darauf zwischen den beiden Reichen ausbrach, erzielte Chilperich Anfangserfolge, geriet dann aber durch eine Gegenoffensive Sigiberts 575 in eine verzweifelte Lage. Er wurde nur dadurch gerettet, dass Fredegunde Sigibert bei Vitry von zwei Dienstleuten mit vergifteten Messern ermorden ließ. Später organisierte Fredegunde einen ähnlichen Mordanschlag auf Sigiberts Sohn und Nachfolger Childebert II., der jedoch scheiterte.

Chilperich hatte von Gailswintha keine Kinder, von seiner ersten Gemahlin Audovera drei Söhne, von denen der älteste, Theudebert, 575 im Krieg gegen Sigibert fiel. Der zweite, Merowech, heiratete die nach Sigiberts Tod verwitwete Brunichild. Damit stellte er sich gegen seinen Vater und vor allem gegen seine Stiefmutter Fredegunde, die damals bereits kleine Söhne hatte, wodurch Merowechs Thronfolge gefährdet war. Merowech erhob sich gegen Chilperich; als der Aufstand gescheitert war, ließ er sich von einem Vertrauten töten, um nicht in die Hände seines Vaters zu fallen. Damit war Chlodowech, Audoveras dritter Sohn, der einzige überlebende männliche Nachkomme aus Chilperichs erster Ehe. Er geriet wie schon Merowech in Konflikt mit Fredegunde, da er Alleinerbe sein wollte. Chilperich ließ ihn 580 festnehmen und übergab ihn Fredegunde, die ihn in Noisy-le-Grand, wo er gefangengehalten wurde, ermorden ließ. Gegenüber dem König gab Fredegunde den Tod seines Sohnes als Selbstmord aus. Auch Audovera wurde nun – offenbar auf Veranlassung Fredegundes – ermordet, worauf sich Fredegunde die Schätze der damit ausgeschalteten Sippe aneignete. So sicherte Fredegunde ihrer eigenen Nachkommenschaft die Thronfolge.[4]

Fredegunde hatte mit Chilperich fünf Söhne und eine Tochter. Die vier ältesten Söhne waren Chlodobert (* 565, † 580), Samson (* 575, † 577), Dagobert († 580) und Theuderich (* 582, † 584); sie starben in jugendlichem Alter schon zu Chilperichs Lebzeiten. Der jüngste Sohn, Chlothar II., war daher der einzige Thronfolger. Er war erst vier Monate alt, als Chilperich 584 ermordet wurde.

Die einzige Tochter von Chilperich und Fredegunde hieß Rigunth. Sie wurde mit dem Sohn des Westgotenkönigs Leovigild, Rekkared I., verlobt, um Chilperichs Bündnis mit Leovigild zu bekräftigen. Im September 584 brach sie nach Spanien auf. Unterwegs erhielt sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters. Unter diesen Umständen konnte sie die Reise nicht fortsetzen, sondern kehrte zu ihrer Mutter zurück; das Heiratsprojekt war gescheitert. 589 kam es zu schweren, auch handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Tochter.[5]

Nach Chilperichs Tod musste sich Fredegunde unter den Schutz von König Guntram I. stellen. Guntram war ein Halbbruder Chilperichs, der in Orléans residierte. Er war zuletzt ein Gegner Chilperichs gewesen; in der Zeit vor Chilperichs Tod schien ein Kriegsausbruch zwischen den beiden Reichen bevorzustehen. Vergeblich forderte der austrasische König Childebert II. Fredegundes Auslieferung wegen des Mordes an seinem Vater Sigibert I.

Da Fredegunde des Ehebruchs verdächtigt wurde, musste sie auf Verlangen Guntrams mit drei Bischöfen und dreihundert vornehmen Männern als Eideshelfern beschwören, dass Chlothar ein Sohn Chilperichs war. Sie führte dann die Regierung für ihren Sohn, bis sie 597 starb. Fredegunde wurde – wie ihr Ehemann – in der Kirche St. Vincent in Paris beerd 
... ; N., Fredegunde ; Fredona\Fredegund (I36683)
 
2783 Fredersdorff war Sohn des Gartzer Stadtmusicus und wurde am 3. Juni 1708 getauft. Als junger Mann diente er als Hautboist beim preußischen Musketierregiment „Schwerin zu Fuß“, dessen Garnisonsstadt Küstrin war. Im Jahre 1730 wurde Friedrich, damals noch Kronprinz, auf Fredersdorff aufmerksam, der wie er selbst ein begabter Flötist war. Friedrich musste nach dem Zerwürfnis mit seinem Vater Friedrich Wilhelm I. als Internierter auf der Festung Küstrin unter strengen Auflagen und unter Aufsicht Dienst als Offizier leisten, wobei ihm das Musizieren ausdrücklich verboten war; er traf sich daher heimlich zum Flötespielen mit Fredersdorff.

Nach der Zeit in Küstrin wurde Fredersdorff, der sich das besondere Vertrauen des Kronprinzen erworben hatte, dessen Kammerdiener und bekleidete diese Position während Friedrichs Jahren in Rheinsberg.

Nachdem Friedrich 1740 den Thron bestiegen hatte, erhob er Fredersdorff im September zum Geheimen Kämmerer sowie als Schatzmeister zum Verwalter seiner Schatulle. Zudem wurden ihm zahlreiche verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, die weit über die üblichen Pflichten eines Kämmerers hinausgingen; unter anderem war er nicht nur in geheimdienstliche Operationen eingeweiht, sondern koordinierte diese auch. Überdies war er auch weiterhin engster Vertrauter Friedrichs, der sich mit ihm in vielen privaten und öffentlichen Problemen beriet. Ein umfangreicher privater Briefwechsel zwischen Fredersdorff und dem König, der dieses außergewöhnliche Vertrauensverhältnis dokumentiert, ist bis heute erhalten.

Über eine weitergehende Liebesbeziehung zwischen Friedrich und Fredersdorff gab es unter den Zeitgenossen Spekulationen; Friedrichs Garteninspektor und Oberhofbaurat Heinrich Ludwig Manger bezeichnet den einstigen Kammerdiener 1789 als „damaligen Kammerliebling des Königs“.[2] Fredersdorffs Schlafzimmer im Schloss Sanssouci ist noch heute zu sehen und befindet sich direkt neben dem Friedrichs. Voltaire schrieb in seiner Schmähschrift Memoires mit Bezug auf Friedrichs Gefangenschaft in Küstrin:

„… Dort war er sechs Monate lang eingesperrt, ohne Bediente, in einer Art Kerker; erst nach sechs Monaten gab man ihm einen Soldaten zur Bedienung. Dieser Soldat – er war jung, schön, gut gewachsen und spielte Flöte – diente dem Gefangenen in mehr als einer Weise zur Aufmunterung. All diese guten Eigenschaften haben später sein Glück gemacht. Ich sah ihn als Kammerdiener und Ersten Minister in einem und mit der ganzen Anmaßung, zu der diese beiden Ämter verhelfen.“

– Voltaire: Memoiren[3]

Gutshaus Zernikow

Zernikow, Erbbegräbnis
Zum Dank für geleistete Dienste erhielt Fredersdorff am 26. Juni 1740, nur einen knappen Monat nach Friedrichs Thronbesteigung, das Gut Zernikow bei Rheinsberg von ihm geschenkt. In den folgenden Jahren erweiterte er den Besitz durch Zukäufe erheblich zum Komplex der Fredersdorffischen Güter.

Mehrere Jahre lang umwarb Fredersdorff Caroline Marie Elisabeth Daum (* 27. Juli 1730 in Potsdam; † 10. März 1810 in Berlin), die Tochter des reichen Gewehrfabrikanten und preußischen Bankiers Gottfried Adolph Daum. Der König ließ seinen Diener ungern heiraten, aber als Fredersdorff ihm erklärte, dass er dringend eine Pflegerin brauche, um seine schwache Gesundheit zu verbessern, gab Friedrich nach und erlaubte die Ehe.[4] In einem Brief von November 1753 schrieb Friedrich an Fredersdorff: „lasse Dihr lieber heüte wie Morgen Trauen, wann Das zu Deiner flege helfen kan“.[5] Laut dem Kirchenbuch der Potsdamer Garnisonkirche fand die Trauung am 30. Dezember 1753 statt.[6] Die als Pflegerin geheiratete Caroline lebte „als Jungfrau unter tausend Kümmernissen“. Trotzdem kam das zweckmäßig verheiratete Paar gut miteinander zurecht, sodass Caroline „unter [...] seliger Freyheit, Uebereinstimmung und innerer Heiterkeit“ mit ihrem Mann bis zu seinem Tod zusammenlebte.[7]

Am 9. April 1757 entließ Friedrich II. Fredersdorff aus seinem Amt als Geheimer Kämmerer. Grund waren „Unehrlichkeiten zusammen mit dem Kriegs- und Domänenrat Johann Pfeiffer“ beim Erwerb von Kiekemal/Mahlsdorf.

Fredersdorff starb 1758. Er wurde in Zernikow bestattet, wohin sein Leichnam überführt worden war. In den ersten zwanzig Jahren stand sein Sarg in einer Gruft unterhalb der Dorfkirche. Nach Fertigstellung des Erbbegräbnisses, das seine Witwe hatte errichten lassen, fand 1777 die Umbettung statt. Hier wurden auch Caroline selbst und Angehörige ihrer späteren Familie beigesetzt. Der in den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg geschändete Grabbau ist im Jahr 2000 restauriert worden. Nach 1945 wurden die reich verzierten Särge aus der Begräbnisstätte entfernt und hinter der Kirche vergraben. Das Erbbegräbnis ist seitdem leer.

Nach seinem Tod heiratete Caroline Marie Elisabeth Daum einen Kammerherrn Friedrichs des Großen, Johann Labes, und wurde dadurch zur Großmutter des Dichters Achim von Arnim, den sie in ihrem Haus (Palais Arnim) aufzog. 
FREDERSDORFF, Michael Gabriel (I59590)
 
2784 Freiburger Fam. von Freien und Ministerialen. Ihr erster bekannter Vertreter war Albertus, der 1180 als Zeuge in Urkunden der Abtei Hauterive erw. ist. Als Vasallen der Gf. von Thierstein besassen die D. zahlreiche Ländereien zwischen Saane und Sense, insbesondere in D. und Umgebung. Sie wurden zu wichtigen Bürgern der Stadt Freiburg. Ihre Grabstätten befanden sich in Hauterive oder in der Stadt Freiburg im Franziskaner- und Augustinerkloster. Einige D. wurden Bürger von Bern. 1250 teilte sich die Fam. in zwei Zweige. Die von Rudolf begründete ältere Linie trug den Namen und das Wappen der D. Die Vertreter dieses Zweigs hatten wichtige Ämter inne, so mit Wilhelm 1396-98 und Hensli 1398-1403 (->) zweimal jenes des Schultheissen. 1323-56 wurden die D. vom Haus Savoyen mit der Herrschaft Grasburg belehnt. Im Oberen Simmental besassen sie die Herrschaften Laubegg und Mannenberg (1356-78, erworben von Gf. Peter von Greyerz). Der ältere Zweig erlosch Ende des 14. Jh. Der jüngere Zweig wurde von Peter begründet. Durch dessen Heirat mit Aline, der letzten Vertreterin der Velga, erbte Peter sämtl. Güter dieser Fam. (zwischen Wünnewil und Heitenried gelegen). Dieser Zweig übernahm in der nächsten Generation das Wappen und den Namen Velga und stellte zwischen 1353 und 1503 in der Stadt Freiburg sieben Schultheissen. Die Burg Velga befand sich am Nordrand der Galternschlucht bei Freiburg. Dorothée, die letzte ihrer Linie, heiratete Hans Rudolf von Erlach (1504-53). Sie brachte alle Güter ihrer Fam. in die Ehe ein. VON DÜDINGEN, Albert (I42065)
 
2785 FREIENSTEIN-TEUFEN
Polit. Gem. ZH, Bez. Bülach. Die Gem., gelegen am Südwesthang des Irchels am Unterlauf der TÖSS, besteht aus den beiden Dörfern FREIENSTEIN und TEUFEN. Bis 1958, als die beiden Zivilgem. Freienstein und Teufen aufgelöst wurden, hiess sie Freienstein. 890 Tiuffen, 1254 Frigenstein. 1634 ca. 436 Einw.; 1771 679; 1836 788; 1850 835; 1900 1'301; 1950 1'120; 1970 1'219; 2000 2'127.
Prähist. Refugium auf dem Irchel oberhalb des Talhofes. Röm. Siedlung aus dem 3. Jh. n.Chr. zwischen FREIENSTEIN und TEUFEN, röm. Wachtturm bei der Tössegg (350-400 n.Chr.). Im HochMA bildeten sich im Gemeindegebiet die beiden Gerichtsherrschaften TEUFEN und FREIENSTEIN. Letztere gehörte den jeweiligen Besitzern der Burg Freienstein, bis 1254 den Frh. VON TENGEN, danach bis um 1360 den Frh. VON FREIENSTEIN.
Der Burgzerstörung durch die Winterthurer 1443 im ALTEN ZÜRICHKRIEG folgte die Vereinigung der Gerichtsherrschaft FREIENSTEIN mit jener von Teufen, die bis 1798 bestand. Das Hochgericht kam 1424 bzw. definitiv 1452 mit der Grafschaft KYBURG an Zürich, das FREIENSTEIN und TEUFEN bis 1798 als Teil der Landvogtei KYBURG verwaltete. Die Dorfoffnung für FREIENSTEIN stammt von 1605, Einzugsbriefe datieren von 1582 und 1623.
Eine freie Gemeindeentwicklung der beiden Dörfer FREIENSTEIN UND TEUFEN wurde aber durch die Gerichtsherrschaft TEUFEN behindert. 1798 entstand im östlich der Töss liegenden Teil der Pfarrei Rorbas die polit. Gem. FREIENSTEIN, die dem Distrikt Andelfingen, 1803 dem Bez. Winterthur angeschlossen und 1809 in den Bez. Bülach umgeteilt wurde. Kirchlich waren zunächst beide Dörfer nach Embrach pfarrgenössig. Ab dem HochMA gehörte TEUFEN zur Kirche Rorbas, FREIENSTEIN wurde erst 1513 dieser Pfarrei angeschlossen. Der an den Hängen des Irchels gedeihende Wein ist seit der frühen Neuzeit ein wichtiger Erwerbsfaktor. 1836 wurde in FREIENSTEIN eine Spinnerei eröffnet (1857-58 Erweiterung durch Weberei und Giesserei), 1897 eine Tonwarenfabrik. Bevölkerungswachstum und Strukturwandel waren die Folgen; so arbeiteten 1930 56% der Erwerbstätigen im 2. Sektor. 1933 wurde die Autobuslinie nach Kloten eröffnet. 1970-90 kam es zu einer starken Bautätigkeit in FREIENSTEIN. 
N., Adelheid (I8019)
 
2786 Freiherr von Mont-le-Grand 1553 gekauft
Oron 1555 gekauft, Rolle und Mont-le-Vieux 1558 gekauft
Herr zu Bièrre, Begnins, Rosazy, Cuarney, Sepey, Wattenwyl
der Bürgern 1538, Vogt zu Neuss 1539, Ratsherr 1545, Vogt zu Nidau 1546, Venner zu Gerverer 1547, Welschseckelmeister 1548
war einer der wichtigsten Leute, die je in Bern gelebt haben
Schultheiss der Stadt Bern (62-64, 66-68, 70-72, 74-76,78-80)
verrichtete eine Menge politischer Missionen, so nach Lausanne 1545, Münster 1547, 1567 zur Rückgabe der Vogteien Sax, Thonon und Ternier an Savoyen
erster Feldoberst 1569

Hans Steiger hatte das Licht der Welt erst nach dem Tode seines Vaters erblickt, des Alt-Landvogts und Senators Barthlome Steiger und der Barbara Salome Thormann, die am 18. Februar 1532 noch ihre dritte Ehe mit Martin Zulauf, dem Schultheissen zu Brugg, einging. Mit siebzehn Jahren machte Hans Steiger unter dem Befehl seines zukünftigen Schwiegervaters Hans Franz Nägeli die Eroberung der Waadt mit. Zwei Jahre darauf gelangte er in den Rat der CC, wurde 1539 als erster bernischer Landvogt zu Nyon eingesetzt, und im Laufe der Jahre wurden ihm auch die Würden eines Venners, Welschseckelmeisters und 1562 das höchste Amt des Berner Schultheissen anvertraut. Dank seinen staatsmännischen Fähigkeiten waren ihm reichlich Gelder zugeflossen, und beim Tode seiner Mutter hatte er ein beträchtliches Vermögen geerbt.
So war er 1555 in den Besitz der Baronie Oron und Mont und drei Jahre später der ganzen Freiherrschaft Rolle gelangt. 1559/1561 kaufte er die Mitherrschaft Münsingen-Wichtrach sowie einen Teil von Ursellen, 1560 Beitenwil, 1574 Schloss Allaman bei Rolle. Vier Jahre später erhielt er von seinem Schwiegervater Hans Franz Nägeli die restlichen Anteile an Münsingen und Ursellen. Im Jahre 1536 hatte er Ludwig von Diesbach einen Teil des unteren Hauses an der Junkerngasse abgekauft und übernahm 1544 den anderen Anteil von seinem Stiefvater Martin Zulauf (heutiges Beatrice-von-Wattenwyl-Haus). Nach fast dreissigjähriger Ehe starb seine Gemahlin Barbara Willading, die ihm das Weyermannshaus-Gut zugebracht hatte, ohne ihm Nachkommen geschenkt zu haben. Die siebzehnjährige Magdalena Nägeli, eine der sieben Töchter des Feldherrn und Schultheissen Hans Franz Nägeli, von denen 1567 noch drei ledigen Standes waren, reichte dem wohlhabenden Mitschultheissen noch im gleichen Jahre die Hand zum Bunde. Zwei Monate nach seiner grossartig gefeierten Hochzeit zerschmetterte ihm ein ausschlagendes Pferd ein Schienbein, weswegen er fast den ganzen Winter auf dem Schloss Münsingen seines Schwiegervaters verbringen musste «und mit grosser Noth kümmerlich geheilet ward». Ein Jahr nach dem Erwerb der Kalchegg starb der hoch angesehene Staatsmann, dessen Hinterlassenschaft und Guthaben auf «zwantzig mahl hundert taussend Cronen» (Steiger-Genealogie), nach anderen Quellen allerdings nur auf 265'000 Pfunde geschätzt worden ist. 
STEIGER, Hans (I51893)
 
2787 Freiherr von Rolle, Herr zu Bière, Beguien, Bosey, Charney, Sepey, Mollens
Offizier in niederländischen Diensten
der Bürgern 1596, Vogt zu Neuss 1603, Ratsherr 1611, Vogt zu Lausanne 1612, Oberst
viele Gesandtschaften
!
Sein damals achtjähriger Sohn Johannes Steiger erbte neben der Freiherrschaft Rolle und dem Berner Sässhaus auch das Kalchegg-Gut und die Egelbergmatte. Als Jüngling hatte ihn sein Vormund als Pagen des Grafen Moritz von Nassau nach Holland gesandt, später wurde ihm die einträgliche Landvogtei Nyon übertragen, und der Herzog von Savoyen erhob ihn in den Ritterstand. Noch 1619 gebar ihm seine Gattin Margaretha Tscharner, eine Enkelin des Lucius Tscharner von der Herrschaft Reichenbach, sein fünfzehntes Kind. Zwei Jahre später starb er unter Vergiftungserscheinungen und hinterliess das Gut in der Kalchegg einem seiner fünf noch lebenden Söhne, nämlich Hanss Jacob Steiger. Derselbe hatte in Deutschland Kriegsdienste geleistet und war 1651 in den Rat der Zweihundert gelangt. Sechs Jahre später wurde ihm seine jugendliche Gattin entrissen, und im darauffolgenden Jahre betrauerten sieben unmündige Kinder auch seinen frühzeitigen Hinschied. 
STEIGER, Johannes (I51891)
 
2788 FREIHERREN VON GLANE UND DIE bLUTTAT VON PAYERN
Das Kloster stand unter dem Schutz der KÖNIGE VON BURGUND und des KAISERS, dem ABT VON CLUNY aber blieb die freie Wahl des Kastvogts vorbehalten.
Das Amt des Kastvogts versahen zuerst die Gf. VON BURGUND, deren letzter Vertreter, WILHELM III., 1127 in PAYERN ermordet wurde. WILHELM III. ist noch ein Teenager, als er ebenso wie sein Vater in der Abteikirche von Payerne (Schweiz) mit PIERRE und PHILIPPE DE GLANE und anderen adligen Rittern ermordet wird.
Nach seinem Tod erhoben sowohl sein Cousin RAINALD III. als auch sein Onkel mütterlicherseits, KONRAD I. VON ZÄHRINGEN, einen Anspruch auf die Freigrafschaft.
1240 erteilte GRAF PETER II. VON SAVOYEN (1203-1268) PAYERNE sein Stadtrecht. PAYERNE ist eine der ältesten Städte der Schweiz und wird von den burgundischen Herrschern und insbesondere von BERTHE VON SCHWABEN illustriert. 
N., N. (I17785)
 
2789 FREIHERREN VON KRENKINGEN

Der nahe der Stammburg liegende Ort KRENKINGEN wird 1152 erstmals als Chreinchingen genannt und leitet sich ab von den Ministerialen, Rittern und Freiherren VON KRENKINGEN im Jahr 1202 erstmals genannt werden als Burch. miles et ministerialis domini Lutoldi de Kreinkingin.
Sie errichteten um das 11. Jahrhundert zuerst die Turmhügelburg BURG ALTKRENKINGEN. Die neuere – im 13. Jahrhundert erbaute – und größere, (der Burgenforscher Heinz Voellner nennt eine Mauerlänge von 70 m) Burg Krenkingen, die aber bereits 1361 als Burgstall bezeichnet wird, (nicht zu verwechseln mit der Burg Neu-Krenkingen oder der Burg Gut-Krenkingen) lag etwa 100 m nördlich von der Ruine Alt-Krenkingen auf der gleichen Bergschulter, der Burghalde.
Als erster Krenkinger ist ein ADILHARDUS DE CHREINGINGEN erwähnt zu Allerheiligen in Schaffhausen 1102. Die KRENKINGER gelten als die Erbauer der BURG TIENGEN.

Die KRENKINGER besaßen umfangreiche Besitzungen im Klettgau, die Burg Balm, die Weißenburg, Gutenburg, sowie Burg Neukrenkingen, Burg Isnegg, Gutkrenkingen, und die Roggenbacher Schlösser: Burg Roggenbach (dort den Weißenburger Turm, der andere Turm ist benannt »Grüningen« nach der Herrschaft Grüningen einer Gründung der Regensberger), und Steinegg sowie Bettmaringen.
Sie stellten Äbte im Kloster Rheinau, in Konstanz, Kloster Reichenau und Strassburg.
Als bekanntester Vertreter seines Geschlechts gilt der Abt von Reichenau und Bischof von Konstanz, DIETHELM VON KRENKINGEN. Er ließ durch die Ritter VON RANDENBURG die RANDENBURG erbauen. Der Vorname DIETHELM ist kennzeichnend für die KRENKINGER.

1357 tauschen HEINRICH und JOHANN VON BLUMENEGG das Dorf Herbolzheim als ein Lehen des Bistums Straßburg durch Bischof JOHANN VON LICHTENBERG aus dem Besitz der Krenkinger gegen die Burg Gutenburg mit Graf Hug von Fürstenberg, Schwiegersohn des Lütold von Krenkingen.

1361 wird die Gutenburg an die Gebrüder WALTHER und BURKHART VON HOHENFELS verpfändet und nicht wieder eingelöst.
Die VON KRENKINGEN ZU WEISSENBURG waren Mitglied in der Adelsgesellschaft im Leitbracken von Schwaben. Letzter männlicher Nachkomme der Krenkinger war der Abt des Klosters Reichenau MARTIN VON WEI?ENBURG (1492–1508), GALLUS OEHEM widmete ihm seine Chronik.

Das Kloster Riedern am Wald war bis 1415 unter der Schirmvogtei der Krenkinger, nach Martin Gerbert soll der Stifter der Zelle in Detzeln, Marquard, aus der Linie Weißenburg stammen. Hier und in der Kirche von Tiengen hatten sie ihre Grablege.  
N., N. (I35525)
 
2790 Freund und Geschäftspartner: Alexander HEIMENDAHL, Wohnhaft auf dem Ostwall ,, Wilhelmshof (Wilhelmshofallee 110), Das Gebäude wurde 1874/75 als eingeschossiges Landhaus auf dem Hausgartengelände einer Hofanlage errichtet. Dazu kam das Obergeschoß mit den gewünschten Balkonen und den verzierten Brüstungen sowie dem interessanten Dach, mit seitlich vorgezogenen Giebeln, von Krüppelwalmdächern bedeckt, und mit reich verzierten Schwebegiebeln geschmückt. Das Gebäude, ehemaligerBesitz der Textilfabrikanten Wilhelm Jentges und später Max Heydweiller, wir deniten 50er Jahren als Altenheim benutzt. Damit anher gingen An- und Umbauten in den Jahren 1954 und1964. 1986 Erfolgreiche Restaurierung des Landhauses und Ausbau des Altenheims durch die Architekten Ernst Fohrer und Hans H. Schneiders. .


Leben
Jentges war Sohn des Seidenfabrikanten Isaak Wilhelm Jentges (1796–1826) und dessen Ehefrau Anna, geb. von Beckerath (1796–1873), die aus einer Krefelder Fabrikanten- und Bankiersfamilie entstammte.

Jentges trat in die väterliche Firma ein und führte sie erfolgreich weiter. Weiterhin war er langjähriger Direktor des städtischen Sparkasse. Er erwarb Grundbesitz am Rand der rasch wachsenden Stadt, den später seine Erben als Jentges’schen Grundbesitz zu einem Villenviertel um den Stadtwald, den Großhüttenpark, die Vreed und um den Kaiserpark entwickelten.

Jentges heiratete Julia Luisa Josefina Schneider (1839–1908), mit der er drei Töchter hatte.Politik
Ab 1858 war er Stadtverordneter in Krefeld und von 1878 bis 1884 unbesoldeter Beigeordneter der Stadt. Ebenso war er Parlamentarier im Provinzial-Landtag und von 1883 bis zu seinem Tode 1884 im Preußischen Herrenhaus, jeweils als Vertreter der Stadt Krefeld.
Ehrungen
Die Jentgesallee in Krefeld ist nach ihm benannt. 
JENTGES, Wilhelm (I2638)
 
2791 Frick I. Humpis hinterließ seiner Witwe nur zwei unmündige Kinder, die nach ihrer Geburt auf der Wasserburg Baumgarten, in der Zweitehe im Haus der Ankenreute aufwuchsen. Während der ältere Sohn Ital I. Stammvater der Reichsadeligen Linien von Ratzenried und Waltrams wurde, führte der zweite Sohn Henggi das Geschlecht zu höchstem Ruhm. VON ENGERTSWILER, Klara (I35439)
 
2792 Friedhelm Buchholz: Die wechselvolle Geschichte eines Industriedenkmals – Alte Druckerei Dondorf (= Bockenheimer Geschichtsblätter. Band 2). Freunde Bockenheims, Frankfurt am Main 2009.
Albert Pick: Papiergeld, 1867, S. 12 
REICHARD, Georg (I57348)
 
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2796 Friedlaender war der Sohn von Carl Friedlaender (1817–1876), Professor der Nationalökonomie in Berlin und von dessen Ehefrau Anna Marie Therese geb. Nuglisch.[1] Sein Großvater war der Berliner Arzt und Privatdozent Nathan Friedlaender (1776–1830). Zu seinen Geschwistern gehörte der Vulkanologe Immanuel Friedlaender (1871–1948).

Er studierte Mathematik, Physik, Botanik und Physiologie und promovierte 1888 mit einem zoologischen Thema. Als finanzkräftiger Mäzen unterstützte er die anarchistische Zeitschrift Kampf und veröffentlichte in Der Sozialist, auch zeichnete er erhebliche Fondsanteile an Magnus Hirschfelds Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK), dessen Zweck es war, die Strafbarkeit von Homosexualität abzuschaffen. Friedlaender war Mitglied, brach aber 1906 mit dem WhK und gründete die Sezession des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (später: Bund für männliche Kultur). Diese Abspaltung überlebte den Tod Friedlaenders nur kurz.

Wesentlichen Einfluss hatte Friedlaenders Buch Die Renaissance des Eros Uranios auf die Männerbund-Thesen von Hans Blüher, mit dem er persönlich bekannt war.

Friedlaender beging am 20. Juni 1908 in der Privatklinik von Frau Stockmann in der Martin-Luther-Straße 88 (jetzt: Hausnummer 45)[1] Suizid und wurde im Waldteil des Parkfriedhofs Lichterfelde in Berlin am Heideweg 35 beigesetzt. Seine Grabrede hielt Bruno Wille, der 1920 seine Witwe Emilie Marie Pauline geb. Huber, heiratete[3] und 1928 an der Seite seines Freundes beigesetzt wurde. Das Jugendstilgrabmal ist ein Entwurf von Ernst Müller-Braunschweig.[4]

Das Buch mit seinem Bruder Immanuel Absolute oder relative Bewegung schließt an das Machsche Prinzip an und spielt eine Rolle in der Vorgeschichte des Lense-Thirring-Effekts.[5]

Zuletzt lebte er an der Potsdamer Straße 121a (jetzt: Bissingstraße 7) in der Schöneberger Vorstadt.[1]

Friedlaender war jüdischer Herkunft, zum Zeitpunkt seines Ablebens jedoch konfessionslos

Beiträge zur Kenntniss des Centralnervensystems von Lumbricus. Dissertation, 1888.
Der freiheitliche Sozialismus im Gegensatz zum Staatsknechtsthum der Marxisten. Mit besonderer Berücksichtigung der Werke und Schicksale Eugen Dühring's. Freie Verlagsanstalt, Berlin 1892.
Zusammen mit Immanuel Friedlaender: Absolute oder relative Bewegung? Leonhard Simion, Berlin 1896.
Der Vulkan Kilauea auf Hawaii. H. Paetel, Berlin 1896.
Samoa. George Westermann, Braunschweig 1899.
Die vier Hauptrichtungen der modernen socialen Bewegung: Marxistische Socialdemokratie, Anarchismus, Eugen Dührings socialitäres System und Henry Georges Neophysiokratie, kritisch und vergleichend dargestellt. Calvary, Berlin 1901.
Marxismus und Anarchismus. Calvary, Berlin 1901.
Die Renaissance des Eros Uranios. Die physiologische Freundschaft, ein normaler Grundtrieb des Menschen und eine Frage der männlichen Gesellungsfreiheit. In naturwissenschaftlicher, naturrechtlicher, culturgeschichtlicher und sittenkritischer Beleuchtung. Verlag Renaissance (Otto Lehmann), Berlin-Schmargendorf 1904.
Entwurf zu einer reizphysiologischen Analyse der erotischen Anziehung unter Zugrundlegung vorwiegend homosexuellen Materials. Spohr, Leipzig 1905.
Männliche und weibliche Kultur. Eine kausalhistorische Betrachtung. Deutscher Kampf Verlag, Leipzig 1906.
Über die Weiber von Arthur Schopenhauer. Neu herausgegeben und mit Vorrede versehen von Benedict Friedlaender. Berlin 1908.[6]
Die Liebe Platons im Lichte der modernen Biologie. Gesammelte kleinere Schriften. Mit einer Vorrede und dem Bilde des Verfassers. Bernhard Zack, Berlin 1909. 
FRIEDLÄNDER, Benedikt (I55467)
 
2797 Friedlaender war verheiratet mit Milly Fuld. Der beiden Tochter Marie-Anna (1892–1973), eine Briefpartnerin des Dichters Rainer Maria Rilke (1875–1926), war in erster Ehe mit dem britischen Adligen John Mitford (aus dem Haus der Barone Redesdale) verheiratet, heiratete in zweiter Ehe den Diplomaten und letzten Außenminister des Deutschen Kaiserreichs Richard von Kühlmann (1873–1948) und schließlich in dritter Ehe Rudolph von Goldschmidt-Rothschild (1881–1962), den zweiten Sohn des Frankfurter Bankiers Maximilian Freiherr von Goldschmidt-Rothschild (1843–1940).

Friedlaender wurde am 27. Februar 1906 mit Diplom vom 7. Februar 1910 als königlich preußischer Geheimer Kommerzienrat und Fideikommissherr auf Gut Groß-Gorschütz im oberschlesischen Landkreis Ratibor in den preußischen Adelsstand erhoben mit Namensführung „von Friedlaender-Fuld“ (Namenszusatz nach seiner Ehefrau).[1][2][3]

Leben
Friedlaender war ein oberschlesischer Kohlenmagnat und gilt als Begründer der oberschlesischen Koksindustrie in Hindenburg. Auf dem Gelände der Königin-Luise-Grube entstanden 1884 an den Schächten Poremba und Skalley die ersten modernen Kokereien, die neben Koks auch Ammoniak und Benzol produzierten. Zusätzlich baute er mehrere Kohlengruben im Rybniker Steinkohlenrevier sowie Anlagen der chemischen Industrie in Oberschlesien. Mit Partnern gründete er später die Oberschlesische Kokswerke und Chemische Fabriken AG, die er an die Börse brachte. Ab 1894 verlegte er seine wirtschaftlichen Aktivitäten in die Niederlausitz, wo er sein Kapital in die Braunkohlenförderung investierte. Für ca. 900.000 Mark erwarb er in Poley die Braunkohlengrube Bismarck mit Nebenanlagen (Brikettfabrik, Ziegelei usw.). 1897 investierte Friedländer in den Aufschluss der Grube Milly in Bockwitz, wo 1898 auch der Bau einer Brikettfabrik erfolgte. Beide Betriebe wurden zur Grundlage der von ihm im Jahre 1900 gegründeten Braunkohlen- und Brikettindustrie AG, kurz BUBIAG, mit Sitz in Berlin.

Auf Ersuchen des Bergassessors Otto Spinzig gründete er am 21. Januar 1913 eine Aktiengesellschaft zum Betrieb einer Kupfergrube im norwegischen Bjørkåsen.[4]

Mit seinem Vermögen von geschätzten 46 Millionen Mark galt er als einer der reichsten Menschen in Deutschland. Er war Mitglied zahlreicher Aufsichtsräte, unter anderen der Deutsche Bank AG (um 1912–1915), war Mitglied im Zentralausschuss Reichsbank und niederländischer Generalkonsul. Außerdem war er in den Jahren 1916 bis 1917 eines der ersten Mitglieder jüdischer Abstammung im Preußischen Herrenhaus. 1891 trat er der Berliner Gesellschaft der Freunde bei. In Anerkennung seiner wirtschaftlichen Erfolge erhielt er den Titel Geheimer Kommerzienrat.

In Berlin bewohnte Friedlaender das 1895/1896 vom Architekten Ernst von Ihne erbaute Friedlaender-Palais, Pariser Platz 5a.[5] Auch Haus und Grundstück Pariser Platz 6, die später seine Tochter Marie-Anna erbte, gehörten ihm. Zuvor hatte Friedlaender 1894 das Gut Lanke von den Erben des Großgrundbesitzers Friedrich Wilhelm Graf von Redern (1802–1883), Generalintendant der Königlichen Bühnen von Berlin, gepachtet.[6] Als das Gut Lanke mit dem größten Teil der gräflichen Redern’schen Besitzungen im Jahr 1914 an die Stadt Berlin verkauft wurde, blieb Friedlaender weiterhin Pächter dieses Gutes. Er ließ von einem Verwalter und einem Oberförster verwalten.[7] Er verzichtete auf sein Vorkaufsrecht, ließ sich aber vom Magistrat von Berlin das Wohnrecht und das Pachtverhältnis auf 25 Jahre garantieren. Spätestens ab Ende der 1920er Jahre gehörte es aber der Berliner Stadtgüter GmbH.[8]

Die Urne mit der Asche von Friedrich von Friedlaender-Fuld wurde 1917 auf dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg in einem repräsentativen, bereits 1910–1911 von William Müller entworfenen Mausoleum beigesetzt. Die Urne wurde 1947/1948 von den Nachkommen ins Ausland überführt. 
VON FRIELAENDER-FULD, Friedrich ´Fritz` Viktor (I55813)
 
2798 Friedrich (im Haus Baden II.)[2] war der Sohn von Hermann VI., Titular-Markgraf von Verona und Baden, sowie Anwärter auf die Herzogschaft von Österreich, und Gertrud von Babenberg, der Tochter Heinrichs des Grausamen von Österreich. Sie war die Nichte Herzog Friedrichs des Streitbaren von Österreich, des letzten Herrschers aus dem Haus der Babenberger. Sein Vater Hermann von Baden hatte zwar namens seiner Frau Anspruch auf Österreich erhoben, konnte seinen Anspruch auf die Nachfolge jedoch nicht durchsetzen, und starb jung im Alter von 25.

Gertrud weilte mit den beiden kleinen Kindern zu dieser Zeit in Meißen, Sachsen, bei der Verwandtschaft, und residierte dann als amtierende Herzogin am Kahlenberg zu Wien. Weil Ottokar Přemysl von Böhmen, der Gertruds Tante Margarete von Babenberg geheiratet und damit ebenfalls Erbansprüche hatte, Österreich 1251 ohne Widerstand besetzt hatte, floh die Familie in die Steiermark, wo Gertrud im Frieden von Ofen 1254 Teile dieses Herzogtums zugesprochen bekam. Gertrud lebte dann in Voitsberg und Judenburg, Friedrich kam zu seinem Schwager Herzog Ulrich III. von Kärnten in Obhut. Spätestens seit 1266, als er in das Mannesalter kam, übersiedelte er nach Bayern, wo er sich mit dem Staufer Konradin befreundete.

1267 schloss er sich Konradins Italienzug zur Rückeroberung des staufischen Erbes an. Zusammen mit seinem Freund, der sich als König von Jerusalem und Sizilien sah, zog Friedrich gegen Sizilien. Der Papst sah Konradin nur als Herzog von Schwaben und König von Jerusalem und machte Karl von Anjou, den Bruder Ludwigs IX. von Frankreich, zum König von Sizilien. 1267 zogen Konradin und Friedrich mit einem kleinen Heer gegen Karl von Anjou. Am 18. November 1267 wurde Konradin daraufhin von Papst Clemens IV. exkommuniziert und als König von Jerusalem abgesetzt.

Am 24. Juli 1268 zog Konradin umjubelt in Rom ein. Nach dem Abzug aus Rom schlugen Friedrich und er Karl von Anjou im Arnotal. Am 23. August kam es in den Abruzzen zu einer erneuten Schlacht mit dem angevinischen Heer, der später so genannten Schlacht bei Tagliacozzo. Zunächst waren die Truppen Konradins und Friedrichs im Vorteil, doch durch planloses Verfolgen des Feindes wendete sich das Blatt, und die beiden wurden von Karl von Anjou besiegt. Konradin und Friedrich gelang zwar die Flucht vom Schlachtfeld, am 8./9. September 1268 wurden sie aber bei Astura von Giovanni Frangipani, einem römischen Adligen, gefangen genommen und an Karl von Anjou ausgeliefert. Dieser ließ die beiden zusammen mit weiteren Gefolgsleuten Konradins zum Tode verurteilen, am 29. Oktober 1268 auf der Piazza Mercato in Neapel enthaupten und ihre Leichname in ungeweihter Erde verscharren.[3] Ihre Gebeine wurden später in der nahegelegenen Kirche Santa Maria del Carmine bestattet, wo sie noch heute ruhen.

Aus Friedrichs unmittelbar vor seiner Hinrichtung verfasstem Testament geht hervor, dass er verheiratet war. Denn er vermachte den beiden Herzögen Ludwig und Heinrich von Bayern das Land, das ihm in Österreich zustand, und empfahl ihnen seine Gattin und seine Schwester; seiner Mutter vergab er die Steiermark, all das natürlich ohne die Macht, tatsächlich über Österreich und die Steiermark zu verfügen.[4] Es sind keinerlei Quellen überliefert, aus denen Näheres über diese Ehefrau zu erfahren ist. 
VON BADEN-ÖSTERREICH, Friedrich (I40243)
 
2799 Friedrich Albrecht Kauert
Im Krieg 1870/71 Stabsarzt
Er war mittelgroß, korpulent, mit blonden Haaren und rötlichem Vollbart.
Die Volksschule besuchte er in Drabenderhöhe und erhielt von Pastor Schoeler Privatunterricht.
Er studierte Medizin und wurde Arzt in Lüdenscheid.Den Krieg 1870/71 machte er als Stabsarzt mit.

Es spricht Carl Kauert (1820 – 1902) über
Johann Wilhelm Heinrich Kauert (1769 – 1833) und Wilhelmine Sibille Kauert (1786 – 1852), ihre Kinder Friedrich, Lisetta, Christian Friedrich Wilhelm, Friedrich Albrecht Ferdinand, Carl und Eduard, sowie ihre zwölf Enkel aus der Ehe des Christian Friedrich Wilhelm Kauert (1814 – 1892) und der Maria Elisabeth Witscher (1817 – 1865).
Bericht von Carl Kauert, Skript, 7 Seiten 
KAUERT, Friedrich Albrecht (I2750)
 
2800 Friedrich Engels (* 28. November 1820 in Barmen; † 5. August 1895 in London) war ein deutscher Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Historiker, Journalist und kommunistischer Revolutionär. Er entwickelte gemeinsam mit Karl Marx die heute als Marxismus bezeichnete Gesellschafts- und Wirtschaftstheorie. Darüber hinaus war er ein erfolgreicher[1] Unternehmer in der Textilindustrie.

Engels hatte sich schon vor Marx mit der Kritik der politischen Ökonomie beschäftigt. Die 1844 erschienenen Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie wurden für Marx zum Ausgangspunkt seiner eigenen Arbeiten.[2] Bereits 1845 erschien die gemeinsame Schrift Die heilige Familie, mit der Engels und Marx begannen, ihr Theorieverständnis zu formulieren. Im Jahr 1848 verfassten sie im Auftrag des Bundes der Kommunisten das Kommunistische Manifest.

Mit seiner einflussreichen Untersuchung Die Lage der arbeitenden Klasse in England (1845) gehörte Engels zu den Pionieren der empirischen Soziologie.[3] Seine publizistische Tätigkeit trug wesentlich zur Verbreitung des Marxismus bei. Neben dem Anti-Dühring (1877) erfuhr vor allem die Kurzfassung Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (1880) starke Resonanz. Nach Marx’ Tod 1883 gab Engels den zweiten und den dritten Band von dessen Hauptwerk, Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, heraus. Darüber hinaus setzte er die Arbeit an der theoretischen Ausformung ihrer gemeinsamen Weltanschauung fort, unter anderem in Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats (1884) und Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (1888).

Neben seinen ökonomischen und philosophischen Studien befasste sich Engels auch intensiv mit der Entwicklung der Naturwissenschaften und der Mathematik und schuf damit den Grundstein für den späteren dialektischen Materialismus. Mit Karl Marx war er Begründer des sogenannten historischen Materialismus.

Die Gefahr eines Weltkriegs in Europa sah er deutlich voraus und versuchte noch 1893 mit einer Artikelserie im Vorwärts einen Anstoß zur Reduzierung der stehenden Heere zu geben.[4] 
ENGELS, Friedrich (I58692)
 

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