Strauss Genealogie


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2551 Er wurde Markgraf von Ivrea und war ab 950 bis zum Sturz seines Vaters 961 Mitkönig in Italien. In dieser Zeit, vor 956, heiratete er Gerberga von Mâcon, † 11. Dezember 986/991, Tochter des Otto (Othon) und Erbin von Mâcon. Ihre Kinder waren: (IVREA), Adalbert II. (I39148)
 
2552 Er wurde nach dem Tod seines Vaters 900/907 Graf von Meaux, Soissons und Vermandois, 907 Abt von Saint-Médard in Soissons. In der Auseinandersetzung zwischen den westfränkischen Königen, dem abgesetzten Karl dem Einfältigen und seinem Nachfolger Robert I, die am 15. Juni 923 in der Schlacht von Soissons kulminierte, stand er an der Seite seines Schwiegervaters Robert, der in dieser Schlacht fiel, sowie dessen Sohnes Hugo der Große, mit dem gemeinsam er die Truppen Karls in die Flucht schlug.

Wenige Wochen später gelang es Heribert, Karl durch eine List gefangen zu nehmen, den er nach diesem Coup nicht an den neuen König Rudolf auslieferte, sondern erst in Château-Thierry und später in Péronne bis zu dessen Tod 929 als seinen persönlichen Gefangenen hielt, um seine Ziele besser verfolgen zu können, wie zum Beispiel die Wahl seines jüngsten Sohnes Hugo zum Erzbischof von Reims, die er 925 durchsetzte, ebenso wie seine eigene Berufung zum Verwalter des Besitzes des Erzbistums.

Als Rudolf ihm 927 die Grafschaft Laon verweigerte, ließ Heribert den abgesetzten König Karl im Bündnis mit dem Normannenherzog Wilhelm I. wieder einsetzen, und zog ihn 929 wieder zurück, als er Laon doch noch bekam.

Im Jahr von Karls Tod brach eine lang anhaltende Fehde zwischen Heribert und seinem Schwager Hugo um die Macht im Zentrum Frankreichs aus, in der er 931 Reims verlor und 934 vor dem Untergang nur durch das diplomatische Eingreifen des ostfränkischen Königs Heinrich I. gerettet wurde, und 935 sogar nach einem Schiedsspruch des deutschen Königs den größten Teil seiner Verluste zurückbekam.

Als König Rudolf 936 ohne Söhne starb, setzte Hugo die Wahl des Karolingers Ludwig IV., des ältesten Sohnes Karls des Einfältigen, durch, der sich aber bald Hugos Vormundschaft entledigte (937), was dieser wiederum dazu brachte, sich mit Heribert auszusöhnen, um gemeinsam gegen Ludwig vorzugehen. Im Jahr 940 eroberten Hugo und Heribert gemeinsam Reims und huldigten gegen Ende des gleichen Jahres in der Königspfalz Attigny formal und demonstrativ dem neuen deutschen König Otto I., ohne dass dies weitreichende Konsequenzen nach sich zog.

Als Heribert gut zwei Jahre später starb, ging die Machtposition des Hauses Vermandois innerhalb des Westfrankenreichs im Erbstreit seiner Söhne unter. Heribert wurde in Saint-Quentin begraben. 
VON VERMANDOIS, Graf Graf Heribert II. (I11055)
 
2553 Er wurde nach der erfolgreichen Usurpation seines Vaters gegen Konstantin V. in den Rang eines Mitkaisers (Basileus) erhoben. Das Datum der Erhebung, 741 oder 742/43, ist in der Forschung umstritten. Nach dem 2. November 743, dem Tag der Rückeroberung Konstantinopels durch Konstantin V., wurde Nikephoros zusammen mit Artabasdos und seinem älteren Bruder Niketas geblendet, im Hippodrom vorgeführt und, laut der legendarisch ausgeschmückten Vita des Michael Synkellos, mit der ganzen Familie ins Chora-Kloster verbannt, wo er auch gestorben und begraben worden sein soll. SOHN DES ARTHABASTOS, Nikephoros (I39704)
 
2554 Er wurde von Hugo dem Großen in Corbeil eingesetzt und war vermutlich auch schon Graf von Mortain. Auf einer Pilgerreise nach Rom starb Haymon. In der damaligen Stiftskirche Saint-Spire in Corbeil-Essonnes, die er ab 950 errichten ließ, wurde er bestattet. Im 14. Jahrhundert wurde zur Erinnerung an den Stifter eine Liegefigur errichtet, die ihn mit Kampfrock, Schild und einem Drachen zu seinen Füßen darstellt.

Nach Haymons Tod übernahm der zweite Ehemann seiner Frau Elisabeth, Burchard I., die Grafschaft. 
DE CORBEIL, Haymon (I37721)
 
2555 Er wurde von seinem Vater an Ostern 1151 zum Mitregenten eingesetzt. Nach dem Tod seines Vaters am 26. Februar 1154 war er zwölf Jahre König von Sizilien.

Wilhelm war verheiratet mit Margarete von Navarra. Sein ältester Sohn, Roger, war von Juni 1156 bis zu seinem Tod im März 1161 Herzog von Apulien. Nachfolger wurde Wilhelm II. von Sizilien, dem auch nach dem Tode des älteren Bruders kein Titel verliehen wurde, während der jüngste Bruder, Heinrich († 1172), zum Fürsten von Capua ernannt wurde.

Innenpolitisch hatte er mit der Opposition des Adels zu kämpfen. Den apulischen Aufstand, der auch von Byzanz unterstützt wurde, hat er 1156 selbst niedergeschlagen: Bari wurde, mit Ausnahme der Basilika San Nicola dem Erdboden gleichgemacht, die Bewohner vertrieben, einige Anführer verbannt, denen die Vormundschaftsregierung für Wilhelm II. die Rückkehr ermöglichte. Die Politik seines engsten Mitarbeiters Maio von Bari, dessen Karriere am Hof von Palermo bereits in den letzten Jahren Rogers II. begonnen hatte – unter Wilhelm wurde er zum ammiratus ammiratorum (Emir der Emire) –, löste in Palermo Unruhen aus, die zunächst zur Ermordung Maios im November 1160 führten. Im Frühjahr 1161 wurde der König mit seiner Familie sogar gefangen gesetzt. Die Verschwörer wollten Wilhelms Sohn Roger zum König erheben, der jedoch bei den Unruhen ums Leben kam. Nach kurzer Zeit kam Wilhelm wieder frei und konnte die Verschwörung unterdrücken.

Er ist im Dom von Monreale bestattet, wohin er aus der Capella Palatina überführt wurde. 
VON SIZILIEN, Wilhelm I. der Böse (I40577)
 
2556 Er wurde von seinem Vater an Ostern 1151 zum Mitregenten eingesetzt. Nach dem Tod seines Vaters am 26. Februar 1154 war er zwölf Jahre König von Sizilien.

Wilhelm war verheiratet mit Margarete von Navarra. Sein ältester Sohn, Roger, war von Juni 1156 bis zu seinem Tod im März 1161 Herzog von Apulien. Nachfolger wurde Wilhelm II. von Sizilien, dem auch nach dem Tode des älteren Bruders kein Titel verliehen wurde, während der jüngste Bruder, Heinrich († 1172), zum Fürsten von Capua ernannt wurde.

Innenpolitisch hatte er mit der Opposition des Adels zu kämpfen. Den apulischen Aufstand, der auch von Byzanz unterstützt wurde, hat er 1156 selbst niedergeschlagen: Bari wurde, mit Ausnahme der Basilika San Nicola dem Erdboden gleichgemacht, die Bewohner vertrieben, einige Anführer verbannt, denen die Vormundschaftsregierung für Wilhelm II. die Rückkehr ermöglichte. Die Politik seines engsten Mitarbeiters Maio von Bari, dessen Karriere am Hof von Palermo bereits in den letzten Jahren Rogers II. begonnen hatte – unter Wilhelm wurde er zum ammiratus ammiratorum (Emir der Emire) –, löste in Palermo Unruhen aus, die zunächst zur Ermordung Maios im November 1160 führten. Im Frühjahr 1161 wurde der König mit seiner Familie sogar gefangen gesetzt. Die Verschwörer wollten Wilhelms Sohn Roger zum König erheben, der jedoch bei den Unruhen ums Leben kam. Nach kurzer Zeit kam Wilhelm wieder frei und konnte die Verschwörung unterdrücken.

Er ist im Dom von Monreale bestattet, wohin er aus der Capella Palatina überführt wurde. 
(SIZILIEN), Wilhelm I. ´der Böse` (I61490)
 
2557 er wurde wohl im September 718 geboren.[2] Über seine frühen Jahre sowie über sein Privatleben liegen faktisch keine zuverlässigen Berichte vor. In den Quellen wird manch Diffamierendes über Konstantin berichtet, so soll er zu Ausschweifungen geneigt haben, doch sind diese Berichte kaum glaubhaft; er scheint sich aber für die Jagd, das Reiten und das Wagenlenken begeistert zu haben. 732/33 heiratete er aus offensichtlich politischen Gründen eine Chasarenprinzessin, was die guten Beziehungen zwischen Byzanz und den Chasaren zusätzlich festigte. Seine Frau, die den griechischen Namen Irene annahm, gebar Konstantin seinen Sohn und Nachfolger Leo IV. Nach Irenes Tod heiratete Konstantin noch zweimal: Maria, die ein Jahr nach der Eheschließung 750 verstarb, und Eudokia. Mit Eudokia hatte er weitere fünf Söhne, darunter die Caesaren Christophoros und Nikephoros, sowie eine Tochter. Über die zweite und dritte Ehefrau Konstantins ist ansonsten kaum etwas bekannt, doch stieß die Heirat mit Eudokia offenbar auf einigen Widerstand, da in den Quellen diesbezüglich gegen den Kaiser polemisiert wird.[3]

Konstantin wurde bereits 720 zum Mitkaiser gekrönt. Nach dem Tod Leos im Juni 741 folgte er seinem Vater als Kaiser nach. Als sich Konstantin jedoch mit der Armee in Anatolien auf einem Feldzug gegen die Araber befand, wurde er von seinem Schwager Artabasdos, dem Kämmerer seines Vaters, angegriffen. Artabasdos erklärte anschließend, Konstantin sei in diesem Kampf gefallen, und bestieg selbst den Thron in Konstantinopel, wo er tatsächlich zwei oder drei Jahre regierte (die Aussagen in den Quellen unterscheiden sich diesbezüglich).[4] Konstantin floh nach Isaurien, sammelte seine Unterstützer um sich und schlug 743 die Streitkräfte des Artabasdos. Anfang November 743 wurde Konstantinopel zurückerobert; Artabasdos und seine Söhne Nikephoros und Niketas wurden, wie in Byzanz durchaus üblich, geblendet, durften aber ins Exil gehen. Die Usurpation des erfahrenen Artabasdos, die eine ernsthafte Gefahr für Konstantin dargestellt hat, hatte dieser damit niedergeschlagen und konnte seit Ende 743 regulär die Regierungsgeschäfte führen. 
(BYZANZ), Konstantin V. (I37350)
 
2558 Er zeichnete sich 1548 bei der Abwehr des spanischen Sturmes besonders aus.
Er wird 1557 von KÖNIG FERDINAND geadelt. Laut Ortsbürgerbuch verstirbt er 1563
Felßischer Wappenbrief
1557 Hat er von Kayser FERDINANDO, damahlen Römischer König Einen wappen Brief auß gebracht, wie wir selbiges noch heut zutag Füehren und ist der Wappen rief bey meinen Sachen zu finden namlich ds Original.

VINCENS wurde um 1500 in Sommarèse im Aosta-Tal als Sohn des Pantaleon de Clapey geboren. Vermutlich bot die Bergbauernwirtschaft nur begrenzte berufliche Chancen, so dass seine beiden älteren Brüder MICHAEL und MARTIN ein Handelsgeschäft gegründet hatten und sich in Konstanz ansiedelten (1515 bzw. 1525). Sie folgten darin dem Beispiel, das weitere Mitglieder der Sippe de Clapey schon früher gegeben hatten, die in Bern und Stein am Rhein als Kaufleute zu Wohlstand und Ansehen gelangt waren. Genaue Angaben über die Verwand­schafts­verhältnisse lassen sich nicht machen. Bemerkenswerterweise hatten diese sich schon im vorangehenden Jahrhundert ebenfalls in FELS umbenannt.
Konstanz war schon seit Römerzeiten und das ganze Mittelalter hindurch ein ausgesprochen günstig gelegener Umschlagsplatz für Handel und Verkehr, mit seiner Brücke über den Rhein, kombiniert mit den Wasserwegen über den Bodensee. Schon 1414 - 1418 hatte das berühmte Kaufhaus als Tagungsort des Konzils gedient. Mit ca. 5000 Einwohnern nahm es bei den europäischen Städten einen bedeutenden Rang ein.
In der damaligen Zeit war Zusammenarbeit zwischen Geschwistern und nahen Verwandten Grundlage erfolgreicher Firmen, weil man sich die Arbeit so teilen konnte. Neben Warenlager und Kontor für Absatz und Buchhaltung mussten die Kaufleute ihre Ferntransporte in der Regel selbst überwachen und gegebenenfalls auch gegen Räuber mit eigener Hand verteidigen. Sie ritten, möglichst im Konvoi, mit den Maultierkolonnen, oder wo die Straßenverhältnisse das erlaubten, mit Wagen, und hatten ihre Degen umgehängt. Wenn sie nun so Wochen oder Monate unterwegs waren, ergab sich die Zweckmäßigkeit einer verläßlichen Partnerschaft am Ort von selbst.
Wahrscheinlich hat VINCENS seine Aufgabe im Familienbetrieb zunächst einmal bei den Reisen gehabt. Er sei ein „starker vierschrötiger Mann“ gewesen, schreibt sein Urenkel HEINRICH im Felsischen Hausbuch, der sich „in zwei Feuersbrünsten zu Konstanz gar männlich gehalten habe“.
Im Jahre 1533 nahm er festen Wohnsitz in Konstanz und erwarb dort das Bürgerrecht: Im Ratsprotokoll heißt es: „VINCENTZ VON CLAPEY gen. FELS, MICHAEL FELß elicher Pruder, ist Burger worden, hat Kundschaft für sich selbs. Er hatt kain Wib. Gehört in Rosgarten. Acta ultimo marty“ (Bürgerbuch von Konstanz).
Dabei ist Kundschaft als Personalausweis zu verstehen. Alle Bürger mussten zu einer Zunft gehören, er hatte diejenige Zum Rosgarten gewählt, in der sich die Kaufleute vereinten.
Das Vermögen des VINZENZ betrug zu dieser Zeit 4000 Pfund Heller. Die Grundlagen einer Eheschließung waren gegeben, so daß er sich am 25.11.1533 mit ELSBETH SCHMIDHAUSER aus Hessenrüty bei Sulgen in der St. Gallischen Gerichtsherrschaft Bürglen verheiratete.
1549 kaufte er von seinem Bruder MICHAEL das Haus „Zum schwarzen Horn“, heute Marktstätte 26, für 780 Gulden bar. Dabei könnte es wohl sein, dass er schon vorher dort gewohnt hat. Im 19. Jahrhundert ist das Haus mit dem Nachbaranwesen Zum gelben Horn vereinigt worden, vom alten Aussehen ist nichts erhalten.
Frau ELSBETH starb bald nach dieser letzten Geburt (1542), nach heutigen Begriffen in der Blüte ihrer Jahre. Ihr Mann schloss danach keine neue Ehe.
Das Geschäft lief offensichtlich erfolgreich, was man an den Steuerveranlagungen ablesen kann: die Einschätzung der beweglichen Habe stieg fortwährend bis zu einem Höchststand von 16.845 Pfund Heller im Jahre 1555. Gleichzeitig wurde Haus- und Grundbesitz höher bewertet, von 540 auf 1800 Pfund Heller bei seinem Tode. Zusammengenommen sind das 18.645 Pfund, umgerechnet *2) 4.474.800 Heller.
Bei der Kaufkraft des Hellers würde man Vincens auch heute als Multimillionär ansehen
Das Leben von VINZENZ FELS wurde durch den großen Wandel der Reformation mit bestimmt.
Auch die Bürger von Konstanz schlossen sich dem neuen Glauben an und vertrieben den Bischof JOHANNES. Wenn man dem Bericht des Zeitgenossen Vögelin vertrauen kann, so war dieser ein wandelnder Beweis für die Berechtigung so vieler Kritik an der alten Kirche. "Wohl sei er gelehrt und wohlbe­redt gewesen, aber in seinem Lebenswandel ein grosser Hurenführer und Säufer, der auch Jungfrauen, Klosterfrauen und Ehe­weiber nicht verschonte. Einen besseren Trinker habe man nie gesehen; keinen Tropfen habe er verschüttet, und nichts ließ er im Glas oder Stutzen, wenn er auch schon betrunken war."

Johannes von Lupfen, auch Johann von Lupfen oder Johann IV. Landgraf von Lupfen-Stühlingen, (* 19. Februar 1487 in Stühlingen; † 8. Mai 1551 in Engen) war Fürstbischof von Konstanz von 1532 bis 1538.
Johannes von Lupfen stammte aus dem schwäbischen Adelsgeschlecht der Grafen von Lupfen. Er war der Sohn von Heinrich III. Landgraf von Stühlingen Herr zu Hewen & Engen[1] und der Helena Gräfin Rappoltstein-Hohenack-Geroldseck
*3)Im Spannungsfeld der Parteien schloss sich Konstanz dem Schmalkaldischen Bund der evangelischen Fürsten und Reichs­städte ab und versuchte sich zusätzlich durch einen Vertrag mit Zürich zu sichern. Diese mächtige Stadt unterlag aber selbst 1531 in der Schlacht von Kappel der katholischen Liga in der Schweiz. Als sich der genannte Bund 1547 auflöste und die meis ten Mitglieder einen Kompromissfrieden mit Kaiser Karl V. aushandelten, hoffte Konstanz zunächst die Eigenständigkeit wahren zu können. Der Kaiser verlangte aber eine Unterwerfung und verhängte zunächst eine Wirtschaftsblockade, dann die Reichsacht.
Eine spanische Armee von etwa 3.000 Mann unter dem Befehl des Neapolitaners Alfonso Vivez marschierte gegen Konstanz und versuchte sie durch einen Sturm am 6. August 1548 zu nehmen. Der Oberst schwor, nichts zu essen, bis dass die Stadt ein Koh­lenhaufen wäre. Aber schon kurz nach seinem Signal zum Angriff fiel er selbst im Kampf.
Die Kaiserlichen eroberten zunächst die Vorstadt Petershausen (nördlich des Rheins auf dem Bodanrück, in der Abbildung rechts). Dort wäre Vincens ihnen fast in die Hände gefallen. Als nun etliche Bürger zu Peterhausen in ein Schiff gesprungen, um sich in die Stadt zu retten, ist Vincens zu spät gekommen, da das Schiff schon von Land war. Da habe er seinen Spieß in das Schiff gestochen, mit solcher Stärke, dass er also an dem Spieß hangend über den Rhein kam.
Sie wurden durch die Strömung abgetrieben, kamen aber glücklich am Schottentor in die Stadt. Sogleich eilte Vincens an den Brennpunkt des Kampfes, an das Tor der Rheinbrücke. Er wurde aber durch einen herabfallenden Balken - einem Trumm - am Kopf schwer verletzt. Die Spanier wurden schließlich abgeschlagen, verbrannten aber Peterhausen.
Die Konstanzer sahen sich aber bald durch Blockade und Reichs­acht in einer unhaltbaren Lage und zur Kapitulation gezwungen. Am 13. Oktober 1548 marschierte eine starke kaiserliche Truppe (darunter viele Bregenzer) über die Brücke in die Stadt, Trommler und Pfeifer voran. Konstanz verlor seine Selbständigkeit als freie Reichsstadt und wurde österreichisch. Der Bischof (ein Nachfolger des Erwähnten) kehrte in die Stadt zurück und betrieb unter dem Schutz des kaiserlichen Statthalters mit allen Mitteln eine Gegenreformation.
In einer Beschwerde des Rates über den Stadthauptmann heißt es, er drangsaliere die Protestanten mit Drohungen, Hausdurchsuchungen, Vorladungen und Geldstrafen, lasse Bürger und arme alte Frauen gefesselt ins Gefängnis führen, ihre Güter durch Soldaten beschädigen.
Wie sich nun Vincens mit der neuen Ordnung zurecht gefunden hat ist nicht dokumentiert. Er blieb aber mit seinen Brüdern in Konstanz und führte das Handelsgeschäft weiter. Er hat sich mit den neuen Machtverhältnissen insoweit arrangiert, als er sich 1557 von Kaiser Ferdinand I. in Wien eine Wappenbestätigung ausstellen ließ. Bereits 1452 hatten Mitglieder der Familie in Bern das Wappen von Kaiser Friedrich III. verliehen bekommen.

Jahr 1527 wurde Konstanz unter Ambrosius Blarer (* 4. April 1492 in Konstanz; † 6. Dezember 1564 in Winterthur) und Johannes Zwick (* um 1496 in Konstanz; † 23. Oktober 1542 in Bischofszell (Thurgau))reformiert und trat in der Folge dem Schmalkaldischen Bund bei. Die Bischöfe von Konstanz siedelten nach Meersburg in die Burg Meersburg um.  
VON FELS, Vincenz (I1370)
 
2559 Erbauer des Bades Urdorf, Zwölfer zur Saffran 1528, Zunftmeister 1530, von zwei Luzernern ermordet.
zu Urdorf:
Urdorf liegt südwestlich der zur Siedlungsfläche der Stadt Zürich zu zählenden Gemeinde Schlieren in einer durch den Reussgletscher geformten Talmulde, welche vom Schäflibach durchflossen wird. Findlinge aus rötlichem Gestein beweisen, dass auch ein Arm des Linthgletschers zeitweise bis in diese Gegend vorgestossen sein muss.

Eine bronzezeitliche Siedlung am Rainweg (Moosmatt) und das Herrenhaus eines römischen Gutshofs (Heidenkeller, Oberurdorf) aus dem 1. Jahrhundert deuten auf eine frühe Besiedlung hin. Die keltischen Helvetier bewohnten diese Gegend bevor sie Teil des römischen Reiches wurde.

Der Ortsname Urdorf erscheint in der heutigen Schreibweise erstmals in einer Urkunde von 1124. Im Jahr 1179 wird in der Stiftungsurkunde des Klosters Engelberg durch Konrad von Sellenbüren neben anderen Ortschaften auch Urdorf erwähnt. Über die Kapelle St. Georg im Reppischtal (in der Reformationszeit aufgegeben) wurde 1173 und die Kapelle St. Niklaus (heute alte reformierte Kirche) in Oberurdorf 1184 erstmals berichtet.

Oberurdorf bestand im Spätmittelalter aus dem Meierhof des Klosters St. Blasien, der Mühle am Römerenbach (Schäflibach) und einer Taverne während Niederurdorf lediglich ein kleiner Weiler war. 1526 baute der Zürcher Bürgermeister JOHANNES STEINER die heutige Wirtschaft zur Sonne als Bade- und Kurhaus. Mit dem Landbad erlebte Oberurdorf im 17. Jahrhundert eine gewisse Blütezeit. Die Grafschaft Baden übte das Hochgericht über das ganze Gebiet aus, verlieh diese aber als Gerichtsvogtei an die Regensberger und bis 1384 an Habsburg-Laufenburg.
zu: Zunft zur Saffran Zürich
Als erstgenannte der 13 historischen Zünfte Zürichs ist die Zunft zur Saffran Zürich seit 1336 ein fester Bestandteil dieser wunderschönen Stadt!

Bis heute sind wir den Traditionen Zürichs verpflichtet, indem wir gemeinsam mit der Gesellschaft zur Constaffel und den anderen Zünften die geschichtlichen Überlieferungen Zürichs wahren, die gesellschaftlichen Beziehungen im altzürcherischen Sinne pflegen sowie das historische Zunfthaus zur Saffran und das Zunftgut für die Nachwelt erhalten. 
STEINER, Johannes (I1445)
 
2560 Erbe des Gutes Allentsteig, war mit der ungar. Gräfin Dorothea Széchényi (1841–92) verheiratet, PEREIRA-ARNSTEIN, Heinrich (I60989)
 
2561 Erbin von Zutphen (1059) und Waldenburg, VON ZÜTPHEN, Adelheid (I18810)
 
2562 erbte die ganze Hausnmacht, Anhänger und Ratgeber Heinrichs V; nach dessen Tod hielt er zu Lothar; von Heinrich V hatte er als Lohn für seine Dienste das Pfalzgrafenamt bei Rhein erhalten; er war Vogt der Klöster Hirsau, Sindelfingen, Reichenbach, Lorch VON CALW, Gottfried (I28069)
 
2563 Erbteilung 1628

Als auch Itelecks letzter Bruder gestorben war, gelangten alle schönauischen Güter im Elsass, dem Breisgau und im Allgäu (abgesehen vom Besitz der Laufenburger Linie) in die Hand von Itelecks Witwe Beatrix. Sie verwaltete die zahlreichen Besitzungen, bis die Kinder volljährig waren. Ein Sohn starb früh, so dass das Erbe unter vier Brüdern aufgeteilt wurde.

Die „Brüderliche Abtheyllung“ von 1628 war ein wichtiger Einschnitt in der Familiengeschichte. Sie führte schließlich zur Aufteilung des Erbes und zur Bildung der vier neuen Linien:

- Marx Jakob, Zell, überdauert bis 1845
- Otto Rudolf, Oeschgen, Säckingen, überdauert bis 1799
- Hans Hürus, Wehr, überdauert bis heute
- Heinrich Hürus, Schwörstadt, überdauert bis 1811

Mit der Bildung dieser Linien begann eine Blütezeit der Herren von Schönau. Es gab eheliche Verbindungen zwischen den Linien, so dass deren frühe Angehörige teilweise auch Vorfahren der noch bestehenden Linie Schönau-Wehr sind.

Zitat aus: https://www.wehr.de/fileadmin/Dateien/Dateien/Stadtinfo/Die_Erbteilung_von_1628.pdf


Vom Schlage getroffen
Nur über Iteleck, verheiratet mit Beatrix von Reischach aus dem Hegau, setzte
sich die Hauptlinie fort, während die Linie Schönau-Laufenburg ausstarb. Von
Iteleck berichtet das Säckinger Totenbuch zum Jahr 1600, dass er „vom
Schlage tödlich getroffen, von seinem Pferd mitgeschleppt wurde, bis er verschied auf dem Felde bei Säckingen“. Er befand sich auf dem Ritt vom Schloss
Schönau in Säckingen zu dem Schlösschen in Oeschgen im Fricktal, wo die
Herren von Schönau 1475 durch Kauf eine eigene Herrschaft erworben hatten.
An seinen Tod erinnern die Schönauer Kreuze in Stein auf der Schweizer Seite
der gedeckten Holzbrücke.

In einer Hand
Als auch Itelecks letzter Bruder gestorben war, gelangten alle schönauischen Güter im Elsass, dem Breisgau und im Allgäu (abgesehen vom Besitz
der Laufenburger Linie) in die Hand von Itelecks Witwe Beatrix. Sie verwaltete die zahlreichen Besitzungen, bis die Kinder volljährig waren. Ein
Sohn starb früh, so dass das Erbe unter vier Brüdern aufgeteilt wurde.
Brüderliche Erbteilung
Die „Brüderliche Abtheyllung“ von 1628 war ein wichtiger Einschnitt in
der Familiengeschichte. Sie führte schließlich zur Aufteilung des Erbes
und zur Bildung der vier neuen Linien:
Gründer Sitze/
Linienname
Dauer
Otto Rudolf Oeschgen, Säckingen bis 1799
Heinrich Hürus Schwörstadt bis 1811
Marx Jacob Zell bis 1845
Hans Hürus Wehr bis heute

Die Blütezeit
Mit der Bildung dieser Linien begann eine Blütezeit der Herren von
Schönau. Es gab eheliche Verbindungen zwischen den Linien, so dass
deren frühe Angehörige teilweise auch Vorfahren der noch bestehenden
Linie Schönau-Wehr sind. 
VON SCHÖNAU, Iteleck (I46670)
 
2564 Erbtochter von König Alfons VI. (LEÓN), Urraca (I40411)
 
2565 Ereignis Grossrat ‎von: 1331 an 1335 in Zürich, Zürich, ZH, CHE
Ereignis anerkennt die neue Verfassung Zürichs ‎1336 in Zürich, Zürich, ZH, CHE
Naturalisiert ‎ in Zürich, Zürich, ZH, CHE 
MANESSE, Heinrich II. (I11104)
 
2566 Ereignis Kastlan ‎1410 in Estavayer, La Broye, FR, CHE VON GLANE, Jakob (I39016)
 
2567 Ereignis Vogt ‎von: 1332 an 1335 in ,,VD, CHE VON LA SARRA, Aimo (I40006)
 
2568 Erenst taucht nach 1705 nicht mehr in Lingener Urkunden auf.
(deshalb auch "Dominij Erenst Sluiter", obwohl er kein Pfarrer war) 
SLUYTER, Philipp Ernst (I18990)
 
2569 Erhält mit anderen Mitgliedern der „roten Zollikofer“ am 19.10.1578 von Kaiser Rudolf II. Einen Adelsbrief über den erblichen Adelsstand und eine
Wappenverbesserung.

Eine weitere Stiftung dieser Familie wurde von den Brüdern Joachim, Ratsherr, Laurenz, David und Leonhard, den Söhnen von Laurenz dem Älteren sel. Wie auch von Georg sen und seinen Söhnen (Georg, Daniel, Nikolaus, Tobias, Leonhard und Kaspar) im Betrag von 3000Gulden gemacht. Dazu öffneten sie den von Leonhard Zollikofer sen., Seckelmeister und des Rats gestifteten Fond für arme schüler um 500 gulden Hauptgut (Kapital) und davon einen Zins von 25Guldn jährlich 
ZOLLIKOFER VON ALTENKLINGEN, ´Junker` ´Junker` Leonhard (I36987)
 
2570 erhält zusammen mit
Frau & Sohn Friedrich 1352 die Vogtei Oberwil bei Bremgarten geliehen, 
STAGEL \ STAGL, Friedrich (I7963)
 
2571 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 1, S. 260r: Gestorben 9.10.1679. Die Blarer waren ein Bürgergeschlecht aus St. Gallen SG und dann aus Konstanz. Ab 1330 spalteteten sich die Blarer von Wartensee ab, die sich während der Reformation in einen kath. und einen prot. Zweig teilten. Letzterer starb 1868 mit Hans in Zürich ZH aus (Histor. Lexikon der Schweiz). Studium in Genf 1624 (Matrikel der Akademie Genf im April 1624, "Tig. Heluet."). Amtmann zu Küsnacht ZH. BLARER VOM WARTENSEE, Johann Jakob (I28578)
 
2572 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 1, S. 260v. Die Blarer waren ein Bürgergeschlecht aus St. Gallen SG und dann aus Konstanz. Ab 1330 spalteteten sich die Blarer von Wartensee ab, die sich während der Reformation in einen kath. und einen prot. Zweig teilten. Letzterer starb 1868 mit Hans in Zürich ZH aus (Histor. Lexikon der Schweiz). BLARER VOM WARTENSEE, Katharina (I28658)
 
2573 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 1, S. 37r. Amtmann zu Rüti 1641 und Ratsherr in Zürich ZH 1658 sowie Obervogt zu Birmensdorf ZH. Tod lt. David von Moos, Thuricum sepultum .... (Grabschriften .. zum grossen Münster in Zürich ...), 1. Teil, 1778, S. 115, am 19.9.1672 (nicht: 20.9.1662). ESCHER VOM LUCHS, Marx (Johann Markus) (I32235)
 
2574 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 1, S. 40v. FNB: a für Escher in Zürich ZH. Alter bei Tod: 62 Jahre. ESCHER VOM LUCHS, Dorothea (I28579)
 
2575 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 1, S. 41r. Henrich Fels (1607 bis 1671), Das Felsische Hausbuch, Teil 7, Blatt 21 (im Stadtarchiv von St. Gallen). FNB: a für Escher in Zürich ZH. Patin in Heidelberg am 5.12.1652 (ließ sich vertreten). Alter bei Tod: 42 Jahre. ESCHER VOM LUCHS, Barbara (I1097)
 
2576 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 3, Teil 2, S. 364r. OFB Stein am Rhein SH (Online-Fassung). FNB: Fehlanzeige für Heidegger in Zürich ZH. Studium in Zürich (Veröffentlichung: Disputatio de syllogismo sophistico, eiusque solutione / quam ... praeside Joh. Henrico Hottingero ... pro consequendo examine philosophico alternatim sequentes ventilabunt candidati Casparus Esslingerus, Georgius Brunnerus, Conradus Heideggerus, Georgius Gloggerus, Conradus Moeslinus, Rodolphus Hofmannus, Rodolphus Balberus, Casparus Hessius, Pelagius Freihoferus, Conradus Meierus, Zürich 1654). Diakon 1657 und Pfarrer 1677 in Stein am Rhein SH. HEIDEGGER, Johann Konrad (I16941)
 
2577 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 3, Teil 2, S. 384r (mit Bildnis S. 379r). (Studium und) Dr. med. in Heidelberg am 10.11.1681. Veröffentlichung: Disputatio Inauguralis Medica. De Pleuritide / Quam ... In Perantiqua Electorali Heidelbergensi Universitate. Praeside ... Dn. Frid. Christ. Winclero ... Pro ... Privilegiis Ac Insignibus Doctoralibus ... Publico Eruditorum Examini Subiicit Philippus Conradus Heideggerus Helvetio-Tigurinus. Ad d. .. Novembr. Anno M.DC.LXXXI, Heidelberg 1681 (VD17 23:268771G). Glückwünsche zur Promotion: Glükkwünschendes Zuruffen/ Welches Denen WohlEdlen und Hochgelahrten Herrn Hn. Johann Philipp Elwert/ Hn. Johann Daniel Geiern/ Hn. Johann Jacob Martini, Hn. Daniel Bscherer/ Hn. Anthon Blommart/ Hn. Philipp Conrad Heideggern/ Als Dieselbe Den 10. Novembr. A. 1681 ... Doctores der Artzeney öffentlich erkläret wurden... in wenigen Zeilen eyligst abfassete Joh. Laurentius Crollius, Philosoph. & G. L. Prof. Ordin., Heidelberg 1681 (VD17 29:727030D). 1682 in NL Leiden (Matrikel der Universität Leiden am 8.6.1682). Stadtarzt in Stein am Rhein SH 1684, Arzt in Brugg AG 1698 und dann in Frankreich. Pate in Erlangen am 28.4.1697. Todesdatum lt. Portrait. Alter bei Tod: 69 Jahre (?). HEIDEGGER, Dr. med Dr. med Philipp Konrad (I28714)
 
2578 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 3, Teil 2, S. 393v. FNB: Fehlanzeige für Heidegger in Zürich ZH. Studium in Zürich ZH (Veröffentlichung bei http://www.e-rara.ch/zuz/content/titleinfo/10438798: Hē d�?rea tou theou : dissertatio theologica ex I. Cor. I. v. 30. secunda, qua demonstratur Christum a Deo credentibus factum esse Iesum / eam, aspirante divina gratiâ, praeside Ioh. Casparo Wolphio ..., pro consequendo examine theologico publicè defendent quorum nomina inversa facies praefert [Jacobus Heideggerus et al.], loco horisque solitis, d. Iun., Zürich 1687). Matrikel der Hohen Schule Herborn am 27.10.1688, "Tigurinus Helvetius, verbi divini minister". Promotion bei Johann Rudolph Ott in Zürich (Miscellaneae positiones philosophicae / quas, una cum epilogo dissertationis historicae, De Helvetia, praeside Joh. Rodolpho Ottio ... ad obtinendum examen philosophicum pro viribus defendent Joh. Jacobus Heidegerus, Joh. Henricus Balberus, Joh. Jacobus Kilchspergerus ..., Zürich 1695). Quartier-Leutnant und Hauptmann in Zürich. Emigration nach England; wurde 1707 in London als Theaterunternehmer (impresario) erwähnt. Von Königin Anna Stuart und den Königen Georg I. und Georg II. begünstigt, war er 1713/38 kaufmänn. Direktor des Queens Theatre in Haymarket und 1719/28 der Royal Academy of Music. Als Regisseur brachte er Opern von Alessandro Scarlatti, Antonio Maria Bononcini und Georg Friedrich Händel, mit dem er freundschaftlich verbunden war, auf die Bühne. Bis in die 1740er Jahre blieb er als Theaterunternehmer tätig. Er war in London auch für Maskenbälle bekannt, die er organisierte. Diese von Adeligen und reichen Bürgern besuchten Bälle wurden von kirchl. Seite als unmoralisch kritisiert. Von Georg II. wurde er zum Master of Revels (Leiter der Hoffeste) ernannt. In England ist er unter dem Namen John James H. bekannt (Historisches Lexikon der Schweiz). Pate in Zürich ZH als V.D.M. am 21.5.1691. Tod verkündet in den Zürcher "Donnstags-Nachrichten" vom 9.10.1749. HEIDEGGER, Prof. theol. Prof. theol. Johann Jacob (I28711)
 
2579 Erhard Dürsteler, Stemmatologia Tigurina, Band 5, S. 66v. DGB 65 (1929), S. 201. Thurgauer Pfarrerbuch, 1863, S. 15. FNB: a für Lavater in Zürich ZH. Pfarrer in Speicher AR 1630/35 und Gachnang TG 1635/77 (nicht: Gächlingen SH!); resignierte zu Gunsten seines älteren Sohnes Hans Heinrich. Keine (weiteren) Kindstaufen in Speicher AR 1632/35. Geburts- und Todesdatum lt. Portrait (http://www.e-rara.ch/zuz/periodical/titleinfo/12104644): "Natus die Martini. 1608. Denatus d. 17 octobr: 1685. aetat 77." LAVATER, Johann Jakob (I12829)
 
2580 Erhebung
Chindaswinth kam durch einen Staatsstreich gegen seinen Vorgänger Tulga an die Macht. Dabei war sein hohes Alter von rund achtzig Jahren offenbar kein Hindernis. Er wurde von einer Adelspartei, der Tulgas Politik missfiel, am 17. April 642 in Pampilica (wohl das heutige Pampliega in der Provinz Burgos) zum König erhoben und am 30. April durch einen formellen Akt (wahrscheinlich in Toledo) ins Königsamt eingeführt. Tulga wurde in ein Kloster gesteckt.
 
Chindaswinth (I52551)
 
2581 erhielt vom Kloster Oetenbach als Lehen die Mühle an der Sihl, später "Werdmühle" genannt. Zeichnet sich im Alten Zürichkrieg beim Sturm der Eidgenossen auf Zürich aus.

Wollishofen ist ein Quartier der Stadt Zürich.
Zwischen Sihl und Zürichsee gelegen, bildet es die südliche Grenze des Stadtgebiets am linken Seeufer. Der See nimmt 28,5 % (1,64 km²) der Gesamtfläche des Quartiers ein. Im Süden grenzt Wollishofen an die Gemeinden Adliswil und Kilchberg.  
BLUNTSCHLI, Johannes (I1699)
 
2582 erhielt Winkelbach vom Vater, reicher Kaufmann MAIER, Ulrich (I9972)
 
2583 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55922)
 
2584 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7763)
 
2585 Erik hatte zwar seinen ungefähr zwölf Jahre alten außerehelichen Sohn Harald Kesja zum Nachfolger ausersehen, aber die Aristokraten wählten Niels.

1104 heiratete Niels in erster Ehe Margarethe Fredkulla, Witwe des 1103 gefallenen Königs Magnus Berrføt von Norwegen und Tochter des schwedischen Königs Inge Stenkilsson. Mit ihr hatte er die Söhne Magnus der Starke und Ingo sowie die Tochter Ingrid. In zweiter Ehe war Niels mit Ulvhild Håkonsdatter verheiratet.[1] Nach Saxo Grammaticus entführte sie Sverker I. von Schweden und machte sie zu seiner Frau.

Die ersten 25 Jahre seiner Regierungszeit verliefen friedlich. Das Verhältnis des Staates zur Kirche unter dem Erzbischof Asker von Lund entwickelte sich positiv. Niels führte den Kirchenzehnten ein. Als erster dänischer König nannte sich Niels „König von Gottes Gnaden“. Er beschränkte auch die Zahl seines Gefolges, was die Unterbringungskosten des Reisekönigs herabsetzte. Er setzte seine dadurch freigewordenen Gefolgsleute (hirðmenn) überall im Lande als seine Amtsleute ein, die Bußen einzutreiben hatten, Wracks in Beschlag legten und Erbschaften für den König entgegennahmen, wo kein natürlicher Erbe vorhanden war. Auf König Niels geht der Bau der Burg zu Ribe zurück.

Knud, der Sohn seines Bruders Erik, war bei den Schleswigern sehr populär, so dass sie ihn 1119 zum Schutzherrn wählten. Niels’ Sohn Magnus sah in ihm einen gefährlichen Thronkonkurrenten und ermordete ihn am 7. Januar 1131 in der Nähe von Ringsted. Dies löste einen mehrjährigen Bürgerkrieg zwischen Niels und seinem Sohn Magnus auf der einen Seite und Erik Emune, dem Halbbruder Knud Lavards auf der anderen Seite aus.

Als Papst Innozenz II. die Selbständigkeit der dänischen Kirchenprovinz Lund aufhob und sie wieder Hamburg-Bremen unterstellte, wandten sich Erzbischof Asker und das mächtige Häuptlingsgeschlecht „Hvide“ aus Sjælland von Niels und Magnus ab, die sie dafür verantwortlich machten, und schlossen sich Erik Emune an. Am 11. Juni 1134 kam es zur Schlacht bei Fodevig in der Nähe von Lund. Die Schlacht endete mit einer totalen Niederlage von Niels und Magnus, weil eine (wahrscheinlich deutsche) Rittertruppe von 300 Mann das Heer des Königs ganz überraschend angriff und ihm keine Zeit ließ, sich in Schlachtordnung aufzustellen. Magnus und fünf Bischöfe, die die Partei von Niels ergriffen hatten, fielen. Niels floh in einer völligen Überschätzung seiner königlichen Autorität ausgerechnet nach Schleswig. Dort töteten die Schleswiger Bewohner König Niels aus Rache für die Ermordung ihres geliebten Knud Lavard.

Er war der letzte der Söhne von Sven Estridsson auf dem dänischen Thron. 
(DÄNEMARK), Niels (I40854)
 
2586 Erlenhof bei Mappersheim (Zweigeschossiges Herrenhaus über Bruchsteinsockel mit Haubenwalmdach und zweiläufiger Freitreppe)
zu Tochter Helena Dorothea:
" In Goethe`s Warheit und Dichtung erscheint diese uns stets rätselhafte MAMSELLE DELPH als DEMOISELLE DELPH vielleicht gewesene Schauspielerin, die GOETHE mit seiner LILLY ohne Zeremonien zusammengab, ihn auch für den badischen Fürstedienst gewinnen wollte, und ihn nach der Belagertung von Mainz als Freund empfing, wobei SCHLOSSER anwesend war. Dieser ihrer heroischen Art blieb sie treu, als sie mich KARL FRIEDRICH vorstellen wollte, al sie brucer FWERDINAND mit fräulein SCHEWE ganz prosaisch verkuppelte, ihn weidlich auslachte, wen er ihr seine täglichen Fortschritte in meiner gegenwart erzählte; ´der Apothekernarr` sagte sie."...
"Ohne ein allzukleinliches Bild jener Tante (Helena Dorothea Delph)zu zeichen, bemerke ich zur Ergötzung der Leser: Sei war, als sie noch ihr Schnitwarengeschäft in Lyoner Seidenstoff betrieb, listig und energisch genug, Diebe zu wittern, zu fangen und einzuliefern. Sie war wissenschaftlich beinahe gelehrt, fromm ohne Muckerei, imponierrend bis zur Lächerlichkeit.
Sie hatte viele Bekantschaften und knüpfte dreist an, wo sie derer begehrte. Standhaft im Haß, kalt in der Zuneigung, lebte sie isoliert mehr bei den Entfernten und Toten, als bei den Anwesend Lebenden. Zuweilen besuchte sie den edlen Schwärmer JUNGSTILLING, um über seine Geistseherei zu spotten; verehrte dagegen LAVATER, KLOPPSTOCK, HALLER, GELLERT und den alten RABNER, betete laut mit Pathos ZOLLIKOFERS (1) Gebete, während PITT, VOLTAIR, ROUSSEAU keine Gnade fanden vor ihrem Urteil. Schwazer Kaffee, feinster Marokko Schnupftabak waren ihre Reizmittel."
aus ´Lebensbilder` von Carl Heinrich Ferdinand Henking
(1) Anmerkung Gisela Strauss: Evtl. dieser Zollikofer und diese Gebete gemeint:
ZOLLIKOFER: Georg Joachim "Andachtsübungen und Gebete zum Privatgebrauch für nachdenkende und gutgesinnte Christen"Leipzig : bey M.G. Weidmanns Erben und Reich ; Leipzig : in der Weidmannschen Buchhandlung, 1785 /1789/1792

Dorothea Delph (* um 1730 in Heidelberg; † 20. Oktober 1808 ebenda) war eine selbständige Kauffrau (in der zeitgenössischen Literatur als „Handelsjungfer“ bezeichnet) in Heidelberg, die als „mütterliche Freundin“ Goethes bekannt wurde. Goethe besuchte sie mehrmals in Heidelberg. Im Herbst 1775 versuchte Dorothea Delph, Goethe durch eine Heirat an den Mannheimer Hof zu binden. In ihrem Haus in Heidelberg erreichte Goethe aber der Bote Herzog Carl Augusts von Sachsen-Weimar-Eisenach. Goethe folgte der Einladung nach Weimar, wodurch sich die Heiratspläne zerschlugen.

Dorothea Delph, von Goethes Mutter in einem Brief an die Herzogin Anna Amalia als „die politica Delphin“ bezeichnet, war in geheime diplomatische Aktivitäten verwickelt. Sie stand mit der preußenfreundlichen Partei am Mannheimer Hof, die den Plan Kurfürst Carl Theodors, Bayern an Österreich abzutreten, verhindern wollte, in Verbindung. So fungierte sie als Mittelsfrau zwischen dem preußischen Hof und der preußenfreundlichen Partei in Mannheim. Zugleich gehörte sie zu den Vertrauten Herzog Carl Augusts. Goethe erwähnt sie mehrfach in Dichtung und Wahrheit.
Aber: Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. 1760 übernimmt sie zusammen mit ihrer älteren Schwester Sibylle das Geschäft ihres Bruders. Sie handeln mit Lyoner Seidenstof-fen. Von den Schwestern ist Dorothea offensichtlich die aktivere, die treibende Kraft.Um geschäftliche und gesellschaftliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, besucht Dorothea Delph die Messen in Frankfurt. Sie hält den Kontakt zu Banken und Handels-häusern, aus dem sich oft ein über das geschäftliche hinausgehender privater Kontakt entwickelt. Sie zeichnet die Geschäftsvorgänge und natürlich in juristischen Streitfragen. 1782 kann sie das Haus in der Hauptstraße 196 erwerben – so gut prosperiert das Geschäft, das sie erst mit 72 Jahren im Jahre 1800 aufgibt

An Goethes Aufbruch nach Weimar aus ihrem Haus erinnert eine Gedenktafel am Haus Hauptstraße 196 in Heidelberg (am Marktplatz). Allerdings ist diese Zuordnung fehlerhaft, da Dorothea Delph im Jahr 1775 dieses Haus noch nicht bewohnte.
Bekannt ist Dorothea Delph wegen ihrer Freund-schaft zu Goethe. Immer, wenn er in Heidelberg weilt, besucht er seine alte Freundin. Doch die Freundschaft ist weniger durch die Begeisterung für sein Werk geprägt – Doro-thea Delph ist keine „Goe-thepriesterin“. Sie versteht sich eher als Schicksalsma-cherin seines persönlichen Lebensweges. Zweimal bahnt sie eine Verlobung für ihn an, sie unterstützt seine geplante Reise nach Italien, um in der Zwi-schenzeit für seine Karriere am Mannheimer Hof zu sorgen. Wenn sie sich das so ein-fach zutraut, muss sie einen ganz schön weitläufigen und einflussreichen Bekannten-kreis haben. Und in der Tat verkehrt sie mit Dichtern ebenso wie mit HeidelbergerInnen der höheren Gesellschaftsschicht. Es ist anzunehmen, dass ihre Unterhaltungen ein ho-hes Niveau erreichen, denn ihr Großneffe berichtet, dass sie „wissenschaftlich beinahe gelehrt war“.Doch diese scheinbare Wertschätzung ist – zumindest aus heutiger Sicht – mit deutlicher Abwertung gekoppelt. Noch einmal ihr Neffe: „Sie hatte viele Bekanntschaften und knüpfte dreist an, wo sie diese begehrte.“ Goethe charakterisiert sie als eine „Person, die, ohne gerade intrigant zu sein, immer ein Geschäft (hatte), Andere beschäftigte und bald diese bald jene Zwecke durchführen wollte. Eigentlich hatte sie keine egoistischen Zwecke: etwas gethan, etwas vollbracht, besonders eine Heirat gestiftet zu haben, war ihr schon Belohnung.“  
BRINCKMANN, Anna Gertrud (I576)
 
2587 Ermengarde war mit Raimund Bernard Trencavel verheiratet, der als Vizegraf von Albi und Nîmes ein Vasall der Grafen von Toulouse war. Einziges bekanntes Kind und Erbe dieser Ehe war Bernard Aton IV. Trencavel († 1129).

Der Erbfall Carcassonne
Nachdem im Jahr 1067 Ermengardes Bruder Graf Roger III. gestorben war, galt beider Cousin Graf Roger II. von Foix als legitimer Gesamterbe des Toten. Dies entsprach der Erbregelung des Begründers der Häuser Carcassonne und Foix, Graf Roger I. des Alten. Dieser hatte verfügt, dass sich beide Linien gegenseitig beerben sollten, falls eine von beiden in männlicher Linie aussterben sollte. Die Erbfolge von Frauen, die schon zu Zeiten Rogers des Alten üblich war, sollte ignoriert werden.

Jedoch trat Ermengarde entgegen der Erbverfügung als Erbin von Carcassonnes und Razès auf. Es ist unklar, woher sie ihren Anspruch nahm, ob schon ihr Bruder sie zur Erbin einsetzte oder ob Ermengarde ihn von sich aus erhob. Jedenfalls sollte dieser Akt weitreichende Folgen für die politische Ordnung des Languedoc des 12. Jahrhunderts haben. Denn Ermengarde verkaufte am 6. September des gleichen Jahres ihre gräflichen Rechte an den Grafen Raimund Berengar I. von Barcelona für den Preis von elfhundert Goldunzen. Offensichtlich begann sie diesen Schritt, um den katalanischen Herrscher als Schutzherren für sich zu gewinnen. Denn Ermengarde musste die Interventionen sowohl von Roger II. von Foix fürchten als auch von Graf Wilhelm IV. von Toulouse, dieser wurde noch von ihrem Bruder als Oberlehnsherr über Carcassonne anerkannt. Nun aber begann mit diesem Akt das Wirken der Grafen von Barcelona, die wenig später zu Könige von Aragon aufsteigen sollten, und damit deren Konkurrenz zu den Grafen von Toulouse in dieser Region.

Der Aufstieg der Trencavel
Die Grafen von Barcelona begannen nun direkt über Carcassonne und Razès zu regieren, vermutlich aufgrund einer Unmündigkeit von Ermengardes Sohn Bernard Atton. Nachdem jedoch Graf Raimund Berengar II. 1082 bei einer Jagd getötet wurde, erhob sich der Adel von Carcassès und Razès gegen dessen Bruder und vermeintlichen Mörder Berengar Raimund II. Diesen Aufstand führte Bernard Atton an, der Carcassonne nach einer kurzen Belagerung einnehmen konnte. Dadurch wurde die mehr als einhundertjährige Herrschaft der Trencavel über diese Region begründet, die erst durch den Albigenserkreuzzug beendet werden sollte.

Im Jahr 1095 erreichte Ermengarde und ihr Sohn vorläufig die Anerkennung ihres Cousins Roger II. von Foix, der sogar mehrere seiner Positionen wie Mirepoix, Lordat und Dun an sie verpfändete, um seine Teilnahme am ersten Kreuzzug finanzieren zu können. Weiterhin wurde dem Trencavel auch die Nachfolge in der Grafschaft Foix in Aussicht gestellt, falls der Graf ohne Nachkommen sterben sollte. Dieser Fall sollte aber nicht eintreten, nachdem Roger II. von Foix aus dem heiligen Land zurückkehrte und mehrere Kinder zeugte.

Ermengarde starb um das Jahr 1101, und ihr Sohn nahm den Titel eines Vizegrafen an, was die Anerkennung der Grafen von Barcelona als rechtmäßige Oberlehnsherren für Carcassonne und Razès beinhaltete. Im Spannungsfeld zwischen Katalonien und Toulouse sollten Ermengardes Nachkommen durch geschicktes politisches Lavieren tatsächlich jedoch eine sehr machtvolle Stellung in Okzitanien einnehmen. 
(CARCASSONNE), Ermengarde (I52438)
 
2588 Ermengol IV. führte die Expansion seines Herrschaftsbereichs energisch fort und brachte durch die Eroberung von Agramunt und anderer Burgen nahezu das gesamte Baix Urgell unter seine Kontrolle. Am 25. März 1067 hatte ihm Graf Raimund Berengar I. von Barcelona die Burg Barberà geschenkt.[1] Zeitweilig lag er mit seinen Vasallen von Cabrera in Konflikt, der 1074 beigelegt wurde.[2] Im Jahr 1089 hatte Papst Urban II. unter anderem auch an Ermengol zur Fortsetzung des Maurenkampfs über den Ebro hinaus appelliert.[3] Kurz darauf hatte Ermengol die Burg Gerb (Comarca Noguera) errichtet, von der aus er das nah gelegene Balaguer erobern wollte. Bevor er dazu Gelegenheit hatte, verstarb er.[4]

Um das Jahr 1070 hatte Ermengol seinen Schwager, Graf Wilhelm Raimund von Cerdanya, zum Eventualerben bestimmt für den Fall, dass er selbst ohne Nachkommen bleibe.[5] In erster Ehe war er mit Lucia verheiratet, die bereits für 1063 belegt ist.[6] Sie war wahrscheinlich die Mutter seines ersten Sohnes Ermengol V. († 1102), der ihm als Graf von Urgell nachfolgte. Seine zweite Frau war die Gräfin Adelaide von Forcalquier, die 1087 erstmals genannt wird.[7] Ihr gemeinsamer Sohn Wilhelm I. († 1129) beerbte die Mutter in Forcalquier. 
(URGELL), Ermengol IV. (I52405)
 
2589 Ermengol war der zweite Sohn des katalanischen Großgrafen Borrell II. († 992), der ihm aus seinem Länderkomplex die Grafschaft Urgell testamentarisch vermacht hatte, die damals das Gebiet von Alt Urgell mit dem Hauptort La Seu d’Urgell umfasste. Im Mai 998 war er gemeinsam mit dem Bischof von Vic, Arnulf, und dessen Amtskonkurrenten Guadald nach Rom gereist, um den Streit um das Bistum Vic der dort tagenden Synode unter dem Vorsitz Papst Gregors V. und Kaiser Ottos III. zur Entscheidung vorzulegen.[1] Die Synode entschied zugunsten des Bischofs Arnulf. Im Jahr 1001 war Ermengol erneut nach Rom gereist, um dort mit dem Bischof von Urgell, Salla, bei Papst Silvester II. die Vereinigung der Klöster Sankt Clemens von Codinet und Sankt Andreas von Tresponts durchzusetzen.[2]

Nach dem Tod des Muhammad al-Mansur 1002 hatte sich Ermengol im Kampf gegen die Mauren vom Kalifat von Córdoba engagiert. Im Frühjahr 1003 kämpfte er an der Seite von Bernard I. von Besalú, Wilfried II. von Cerdanya und Raimund Borrell von Barcelona in der siegreichen Schlacht von Torà (bei Lleida).[3] Noch im selben Jahr war er aber gegen Abd al-Malik al-Muzaffar, den Sohn al-Mansurs, in der Schlacht von Albesa jedoch unterlegen und in zeitweilige Gefangenschaft geraten. Im Jahr 1007 hatte Ermengol in einer Urkunde ausgestellt im Kloster Sant Serni de Tavèrnoles die territorialen Grenzen von Andorra definiert, die bis heute gültig sind.[4]

Im Jahr 1010 verbündete sich Ermengol mit seinem Bruder Raimund Borrell und dem aus Córdoba vertriebenen Kalifen Muhammad II. al-Mahdi, um gegen Sulaiman al-Mustain zu kämpfen. Das katalanische Heer konnte am 2. Juni 1010 in der Schlacht von Aqabat al-Baqar nordwestlich von Córdoba einen Sieg erringen und in der Folge die Stadt plündern.[5] Ermengol war in dieser Schlacht jedoch gefallen, angeblich wurde er von den Berberkriegern enthauptet, die seinen Kopf als Trophäe benutzten.[6] Sein Tod bei Córdoba hatte ihm seinen Beinamen eingebracht.[7]

Ermengols Frau hieß Geriberga, die in einer Urkunde aus dem Jahr 1001 genannt wird.[8] Als Witwe tätigte sie am 18. November 1010 mit ihrem Schwager eine Schenkung an die Kanoniker von La Seu d’Urgell.[9] Ihr gemeinsamer Sohn war Ermengol II. der Pilger († 1039). 
(URGGELL), Ermengol I. (I52396)
 
2590 Ermengol war von seinem Vater mit der Grafschaft Osona ausgestattet worden, als deren Graf er allerdings nur einmal urkundlich in einer Schenkung seines Vaters an die Kirche Santa María von Moià vom 23. August 939 genannt wird. Da er im Gegensatz zu seinen Brüdern bereits zu Lebzeiten seines Vaters mit einem Lehen ausgestattet wurde, war er vermutlich dessen ältester Sohn. Das Nekrolog der Abtei Santa Maria de Ripoll verzeichnete den Tod Ermengols im Kampf auf einen 21. August ohne die Angabe eines Jahres oder der Umstände seines Todes. Sein Vater hatte am 6. September 943 eine Schenkung an dieselbe Abtei als Ablass für die Sünden Ermengols getätigt, der zu diesem Zeitpunkt schon gefallen sein muss. Die Geschichtsforschung legt seinen Tod in das Jahr 942, im Abwehrkampf gegen eine in Katalonien einfallende Reitertruppe der Ungarn bei dem Ort Baltarga (Comarca Baixa Cerdanya). (OSONA), Ermengol (I39788)
 
2591 Ermesinda hatte mit Alfons einen Sohn Fruela (König Fruela I.), der sein Nachfolger wurde, und eine Tochter Adosinda, die den späteren König Silo heiratete.[1] ..., Erminsinda (Ermesinda) (I37772)
 
2592 ermordet WORTMANN, Everhard (I1073)
 
2593 Ernst Hasenclever war ein Sohn des Kaufmannes David Hasenclever (1778–1857) und dessen Ehefrau Henriette (1781–1850), einer Tochter des Juristen und Schriftstellers Johann Georg Schlosser. Seine Brüder waren der Arzt Richard Hasenclever und der Landrat Georg Hasenclever.

Ernst, benannt nach seinem Taufpaten Ernst Moritz Arndt,[1] erhielt eine kaufmännische Ausbildung. Vom Stammhaus seiner Familie wurde er 1837 in das Kaiserreich Brasilien entsandt. Am 7. Oktober kam er nach einer langen Schiffsreise, die am 28. Juli in Hamburg begonnen hatte, in Rio de Janeiro an. Dort befand sich die 1830 von seinem Onkel Josua Hasenclever initiierte Filiale[2] der vom Großvater Johann Bernhard Friedrich Hasenclever (1731–1806) gegründeten Firma, für die er bis 1844 in Brasilien arbeitete.


As Minas Gerais, Tagebuchblatt vom 18. Oktober 1839
Während seines Aufenthalts in Brasilien unternahm er einige Reisen, die er in Text und Zeichnung in einem Tagebuch für Berichte an seine Familie festhielt. Im Jahr 1839 besuchte er die Goldabbauregion der Provinz Minas Gerais und gab einen detaillierten Bericht über die Gongo-Soco-Goldmine ab, die sich nördlich von Ouro Preto und östlich von Caeté befand und der 1824 in England gegründeten Imperial Brazilian Mining Association gehörte,[3] seinerzeit die größte Goldmine Brasiliens. Hasenclever ging in die tiefsten Stollen von Gongo-Soco und war beeindruckt von der Organisation, der Arbeitsteilung, der verwendeten Technik und der Verwaltungsstruktur des Unternehmens.[4]

In Rio de Janeiro vertrat er den preußischen Generalkonsul Carl Wilhelm Theremin bei dessen reisebedingter Abwesenheit.[5]

Am 10. Oktober 1851 heiratete er die US-Amerikanerin Luisa Friederika Vezin (* 22. Juni 1823 in Philadelphia, Pennsylvania; † 22. Oktober 1899 in Ehringhausen), eine Tochter des Kaufmanns und Schachgroßmeisters Charles Henri (Carl Heinrich) Vezin (1782–1853), mit der er in Ehringhausen lebte. Aus ihrer Ehe gingen ein Sohn hervor, der spätere Hauptmann Johann Bernhard Hermann Hasenclever (* 8. Oktober 1852 in Ehringhausen; † 6. Oktober 1939 in Luzern),[6] sowie die spätere Schriftstellerin Julia Jobst.

Am 15. Januar 1867 wurde Ernst Hasenclever in die Preußische Abgeordnetenkammer aufgenommen, nachdem er am 12. November 1866 als Nachfolger des Abgeordneten Werner Siemens (Deutsche Fortschrittspartei) von einer Mehrheit der Wahlmänner der Kreise Lennep und Solingen im Wahlbezirk Düsseldorf I gewählt worden war. Sein unterlegener Gegenkandidat war der Solinger Bürgermeister Josef Lambert Trip gewesen.[7]

Als Auszeichnung trug Hasenclever den Roten Adlerorden 4. Klasse.[8]

Literatur
Débora Bendocchi Alves: Britische Bergbauunternehmen in den Goldminen von Minas Gerais und der brasilianische Arbeitsmarkt im 19. Jahrhundert. Köln 2011 (PDF).
Débora Bendocchi Alves: Besuch eines jungen deutschen Kaufmanns in der Mine Gongo-Soco, Brasilien 1839. Anatomie eines Bergwerkes in der Reiseliteratur. In: Elena Taddei, Michael Müller, Robert Rebitsch (Hrsg.): Migration und Reisen. Mobilität in der Neuzeit. Studienverlag, Innsbruck 2012, S. 71–85.
Débora Bendocchi Alves: Ernst Hasenclever em Gongo-Soco: exploração inglesa nas minas de ouro em Minas Gerais no século XIX. In: História, Ciências, Saúde – Manguinhos. Band 21, Heft 1 (Januar–März 2014), S. 1–18 (PDF).
Jörg Holtschneider: Ernst Hasenclever. Von Remscheid nach Brasilien (= Bergische Monographie 2). Bergischer Verlag, Remscheid 2014, ISBN 978-3-943886-69-6.
Débora Bendocchi Alves: Ernst Hasenclever e sua viagem às pronvíncias do Rio de Janeiro e Minas Gerais. Fundação João Pinheiro, Belo Horizonte 2015. 
HASENCLEVER, Georg Bernhard Ernst (I60893)
 
2594 Ernst war der Sohn von Ernst und Wartrun.[1] Er ist erstmals für das Jahr 829 belegt und war wohl in dieser Zeit schon Grenzgraf des Nordgaus, Die Landschaftsbezeichnung Nordgau umfasste seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. die Gebiete nördlich der Donau zwischen Neuburg an der Donau und Regensburg, die später bis zum oberen Main und seit 1060 in das Egerland ausgedehnt wurden. Nach einer Himmelsrichtung kann der Nordgau nicht benannt sein, denn für die Franken lag der Gau im Osten und nicht im Norden. Wie alle anderen Gaue wurde der Nordgau nach einem Gewässer benannt, wie zum Beispiel Sualafeld nach der Schwalb (Nebenfluss der Wörnitz) und Rangau nach der Rannach (Nebenfluss der Aisch). Der Nordgau war nach Alois Pabst[1] der Siedlungsraum Narkau/Norkau des Volksstammes Narister, denn schon Tacitus (+ um 120 nach Chr.) erwähnt hat. Und die Narister nannten sich nach dem Fluss Naarn (genannt 852: Nardina[2]), der östlich von Linz in die Donau mündet. Der Wechsel von o zu a beweist vorkeltische Herkunft. Nardina ist aus Nordina entstanden.[3]

Das Gebiet stand im Laufe der Zeit unter der Herrschaft der Karolinger, der Luitpoldinger, der Markgrafen von Schweinfurt (939–1003), der Grafen von Sulzbach und der Diepoldinger-Rapotonen. Ende des 12. Jahrhunderts fassten die Grafen von Wittelsbach Fuß, die 1255 als Herzöge von Bayern den größeren Teil des Gebietes erwerben konnten und in ihr Herzogtum eingliederten. Als Folge der wittelsbachischen Zweiteilung des Jahres 1329 veränderte sich der Name in Oberpfalz. Die Bezeichnung Nordgau lässt sich erstmals unter den Karolingern in den Reichsteilungsplänen Karls des Großen aus dem Jahr 806 und Ludwigs des Frommen aus den Jahren 817 und 839 urkundlich nachweisen., und wohl auch oberster Graf Bayerns. Im Jahr 849 wird er dux partium illarum genannt (mit illarum ist offenbar der Nordgau gemeint), als er an führender Stelle bei einem Feldzug gegen die Böhmen beteiligt war, 855 dann bei einem weiteren Feldzug gegen den gleichen Gegner als ductor des bayerischen Heeres. In Beziehung auf Ludwig den Deutschen wurde er als „der erste unter den Freunden des Königs“ bezeichnet.[2]

Ernst hatte einen gleichnamigen Sohn, der 857 erstmals erwähnt wurde, sowie eine Tochter, deren Namen nicht bekannt ist und die im Jahr 861 mit Ludwigs Sohn Karlmann verheiratet war, dem damaligen Dux und späteren König von Bayern. Darüber hinaus war Ernst der Legende zufolge der Vater der heiligen Regiswindis.

In diesem Jahr 861 endete Ernsts Karriere. Er scheint an der Verschwörung Karlmanns gegen seinen Vater beteiligt gewesen zu sein, woraufhin ihm in diesem Jahr auf einem Hoftag in Regensburg der Prozess gemacht wurde. Er wurde am 6. April 861 wegen Untreue verurteilt, und seine Lehen wurden ihm entzogen. Ernst zog sich auf seine Eigengüter zurück und starb 865.

Dass er im Kloster Sankt Emmeram beerdigt wurde, wie oftmals zu lesen, ist nicht richtig, da sich der entsprechende Eintrag im Emmeramer Nekrolog auf einen um 1010 gestorbenen Grafen im Sualafeldgau gleichen Namens bezieht.[3] Wahrscheinlicher ist, dass der Nordgaugraf Ernst im Jahr 865 auf der Burg Sulzbach, einem der wichtigsten Herrschaftszentren des Nordgaus im 8. bis 12. Jahrhundert, begraben wurde, wo bei Ausgrabungen 1999 möglicherweise dessen Grablege entdeckt wurde.[4] Er starb offenbar ohne sein Ansehen eingebüßt zu haben, da er noch 863, also nach seiner Verurteilung, als venerabilis vir Ernst bezeichnet wird.

Außer Ernst wurden in jenem Prozess auch seine Neffen (nepotes) Udo, Berengar und Waldo aus der Familie der Konradiner verurteilt, so dass davon ausgegangen wird, dass Ernst durch eine Schwester ein Schwager des Grafen Gebhard im Lahngau war. 
VON EPPENSTEIN, Ernst I. (I39597)
 
2595 Ernst Werner Siemens, ab 1888 von Siemens (* 13. Dezember 1816 in Lenthe, Königreich Hannover, heute Gehrden, Niedersachsen; † 6. Dezember 1892 in Charlottenburg, Königreich Preußen, heute Berlin) war ein deutscher Erfinder, Elektroingenieur und Industrieller. Er entdeckte das dynamoelektrische Prinzip, auch elektrodynamisches Prinzip genannt, und gilt als Begründer der modernen Elektrotechnik, speziell der elektrischen Energietechnik.

Zusammen mit Johann Georg Halske gründete Werner Siemens am 1. Oktober 1847 die Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske in Berlin, aus der die heutige Siemens AG hervorging. Das Unternehmen entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einer kleinen Werkstatt, die neben Telegraphen vor allem Eisenbahnläutwerke, Drahtisolierungen und Wassermesser herstellte, zu einem der weltweit größten Elektro- und Technologiekonzerne.

Vier seiner Brüder wirkten ebenfalls als Unternehmer und Erfinder, überwiegend im Bereich Elektrizität; siehe Navigationsleiste.

Leben
Kindheit und Schulzeit
Siemens entstammte dem alten Goslarer Stadtgeschlecht Siemens (1384 urkundlich erwähnt, mit dem Siemenshaus in Goslar als Stammsitz) und wurde 1816 als viertes von vierzehn Kindern des Gutspächters Christian Ferdinand Siemens (1787–1840) und dessen Ehefrau Eleonore Henriette Deichmann (1792–1839) geboren. Das Geburtshaus, das Pächterhaus auf dem Obergut in Lenthe, enthält heute eine Dauerausstellung, die anhand zentraler Dokumente und Exponate die wichtigsten Stationen im Leben des Erfinders und Unternehmers nachzeichnet. Nach dem Umzug im Jahre 1823 von Lenthe nach Mecklenburg, wo sein Vater die Domäne Menzendorf übernahm, blieb seinen Eltern der wirtschaftliche Erfolg versagt.

Siemens wurde anfangs von der Großmutter und dem Vater unterrichtet, besuchte ein Jahr lang von 1828 bis 1829 die Bürgerschule in Schönberg und bekam drei Jahre Unterricht von einem Hauslehrer. Schließlich besuchte er für drei Jahre von 1832 bis 1834 das Katharineum zu Lübeck. Dort war er besonders in Mathematik herausragend, weshalb er in diesem Fach in einer höheren Klasse unterrichtet wurde. Er verließ das Gymnasium 1834 aber vorzeitig ohne formalen Abschluss.

Früher Werdegang
Siemens wollte gerne einen praktisch-wissenschaftlichen Beruf ergreifen, doch erlaubte die wirtschaftliche Situation der Eltern kein Studium. Auf den Rat seines Geodäsie-Lehrers Ferdinand von Bültzingslöwen bewarb er sich beim Ingenieurkorps der preußischen Armee in Berlin. Der Chef des Ingenieurkorps, der General der Infanterie und spätere Kriegsminister Gustav von Rauch, riet ihm jedoch wegen der mehrjährigen Wartezeiten aufgrund großen Andrangs von Bewerbern, sich stattdessen bei der Artillerie zu bewerben, deren Avantageure dieselbe Schule wie die Ingenieure besuchten. Von vierzehn Kandidaten des Eintrittsexamens in Magdeburg wurde er als einer von vier aufgenommen.


Werner Siemens als Seconde-Lieutenant der preußischen Artillerie, 1842
Im Herbst 1835 wurde er als Offizieranwärter für drei Jahre an die Berliner Artillerie- und Ingenieurschule kommandiert. Hier bekam er eine umfassende Ausbildung auf naturwissenschaftlichen Gebieten – wie Mathematik, Physik, Chemie, Geometrie[1] und Ballistik und hörte nebenher Vorlesungen an der Berliner Universität. Diese Ausbildung beendete er 1838 als Artillerie-Leutnant. Einer seiner Lehrer an der Artillerieschule war der Physiker Gustav Magnus, dem er später seine Dynamomaschine vorführte. Magnus erkannte die Bedeutung und sorgte dafür, dass die Arbeit veröffentlicht wurde, zuerst in Berlin[2] und danach in London[3].

Nach dem Tod der Mutter im Juli 1839 und des Vaters im Januar 1840 musste Werner als ältester Sohn die Vaterstelle für seine jüngeren Geschwister übernehmen.

Leutnant Werner Siemens tat Dienst in Magdeburg in der 3. Artillerie-Brigade und anschließend in der Garnison Wittenberg, wo er wegen der Teilnahme als Sekundant bei einem Duell zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt wurde. Seine Zelle in der Zitadelle Magdeburg konnte er als Versuchslabor einrichten und entwickelte dort ein Verfahren zur elektrischen Galvanisierung (insbesondere Versilberung und Vergoldung) in Weiterentwicklung der kurz zuvor durch Moritz Hermann von Jacobi entwickelten Kupfergalvanisierung.

Berliner Zeit
Nach seiner Begnadigung wurde Siemens 1842 zur Artilleriewerkstatt in Berlin versetzt. Im Schleswig-Holsteinischen Krieg unterstützte er 1848 die Kieler Bürgerwehr bei der Verteidigung des Kieler Hafens gegen dänische Seestreitkräfte mittels Besetzung der Festung Friedrichsort. Außerdem entwickelte er funktionsfähige ferngezündete Seeminen, die vor dem Kieler Hafen ausgelegt wurden und die dänische Marine darin hinderten, die Stadt aus der Nähe zu beschießen.[4]

Er blieb beim Militär bis Juni 1849 und versuchte nebenher mit Erfindungen zusätzlich Geld zu verdienen, wobei seine Arbeit zunächst auf praktische und schnell verwertbare Dinge gerichtet war. So entwickelte er einen neuen Regler für Dampfmaschinen, eine Presse zur Herstellung von Kunststein und ein Druckverfahren. Die Idee einer Lauf-Flieg-Maschine, über die er mit seinem Bruder Wilhelm korrespondierte, wurde aber nicht in Angriff genommen.


Grabmal Werner von Siemens’ auf dem Berliner Südwestkirchhof Stahnsdorf (♁Grablage)
Als aufstrebender Unternehmer heiratete er am 1. Oktober 1852 in Königsberg seine entfernte Nichte Mathilde Drumann (1824–1865), Tochter des Universitätsprofessors Wilhelm Drumann und seiner Cousine Sophie Mehliß. Aus dieser Ehe stammen die Söhne Arnold und Wilhelm sowie die Töchter Anna Zanders und Käthe Pietschker (1861–1949). Mathilde verstarb am 1. Juli 1865 an einer langjährigen Lungenerkrankung.

Am 13. Juli 1869 heiratete Werner Siemens in zweiter Ehe seine entfernte Nichte Antonie Siemens (1840–1900) aus Hohenheim bei Stuttgart, die Tochter von Carl Georg Siemens, der später in den württembergischen persönlichen Adelsstand erhoben wurde, und der Ottilie Denzel (1812–1882). Aus dieser Ehe gingen der Sohn Carl Friedrich und die Tochter Hertha (1870–1939; verheiratet mit Carl Dietrich Harries) hervor.

Am 17. Februar 1887 erwarb Siemens das etwa 600 Hektar große Gut Biesdorf mit einem großen Herrenhaus; 1889 übertrug er es seinem Sohn Wilhelm. In seinem Ferienhaus in Harzburg schrieb Siemens von 1889 bis 1892 in den Sommerferien seine Lebenserinnerungen nieder, die kurz vor seinem Tod publiziert wurden.

Am 6. Dezember 1892 erlag Werner von Siemens in Berlin einer Lungenentzündung. Er wurde auf dem Alten Luisenfriedhof in Charlottenburg beigesetzt und später in die Familiengrabanlage der Familie Siemens auf dem südwestlich von Berlin gelegenen Südwestkirchhof Stahnsdorf umgebettet.

Leistungen
Elektrotechnik

Maschinentelegraf von Siemens Brothers & Co. Ltd, London

Dynamomaschine 1868
Im Jahr 1842 gelang es Werner Siemens, einen Teelöffel aus Neusilber mit Hilfe von Gleichstrom aus Batterien mit einem Überzug wahlweise aus Silber oder Gold zu versehen. Für dieses Verfahren bekam er ein Patent, das er an einen Juwelier verkaufte. Den Erlös aus diesem Geschäft schickte er seinem damals 18-jährigen Bruder Wilhelm nach England, das zu dieser Zeit in der Technik und Industrialisierung viel weiter fortgeschritten war als der in viele Teilstaaten zersplitterte Deutsche Bund.

Ende 1846 entwickelte er den elektrischen Zeigertelegrafen mit Selbstunterbrechung.[5] Im Jahr darauf erfand er ein Verfahren, um Drähte mit einer nahtlosen Umhüllung aus Guttapercha zu versehen. Dieses Verfahren bildet bis heute die Grundlage zur Herstellung isolierter Leitungen und elektrischer Kabel.

1857 entwickelte Siemens die Ozonröhre, die elektrisch erzeugtes Ozon zur Reinigung von Trinkwasser verwendet.

Ebenfalls 1857 formulierte er das Gegenstromprinzip.

Mit der Entwicklung des ersten elektrischen Generators (1866) auf der Grundlage des von ihm wissenschaftlich begründeten dynamoelektrischen Prinzips gehört Werner Siemens zu den Wegbereitern der Starkstromtechnik. Elektrische Energie, die jetzt in großem Umfang produziert werden konnte, ermöglichte die Verwendung des flexibel einzusetzenden Elektromotors, der gemeinsam mit den Verbrennungsmotoren die Dampfmaschine ablöste und die zweite industrielle Revolution einleitete.

Das dynamoelektrische Prinzip war bereits vom Dänen Søren Hjorth und ebenfalls vom Ungarn Ányos Jedlik entdeckt worden. Siemens war allerdings der erste, der die Tragweite der Entdeckung erkannte und den Siegeszug der elektrischen Energie voraussagte.

Der Unternehmer

Elektrolokomotive auf der Berliner Gewerbeausstellung 1879

Elektromote von Werner Siemens, Berlin 1882, der erste Oberleitungsbus der Welt
Am 12. Oktober 1847 gründete er – noch immer im Hauptberuf Offizier – mit dem Mechaniker Johann Georg Halske die Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske in Berlin.[6] Das notwendige Kapital zur Firmengründung kam von Siemens’ Vetter Johann Georg Siemens, einem wohlhabenden Justizrat und Vater des späteren Mitbegründers der Deutschen Bank, Georg Siemens. Er investierte mehr als 6000 Taler als Startkapital gegen eine 20-prozentige Gewinnbeteiligung über sechs Jahre.

Die Verbindung von Siemens und Halske war wohl ein seltener Glücksfall in der Technikgeschichte, denn sie ergänzten sich auf nahezu ideale Weise. Siemens hatte das Wissen, die Ideen und experimentierte gerne, Halske konstruierte die vielen Kleinigkeiten, die notwendig waren, um aus Ideen praktisch nutzbare Geräte zu machen.

1848 erhielt das junge Unternehmen einen politisch wichtigen Auftrag: die Telegraphenleitung von Berlin nach Frankfurt am Main, denn dort tagte die deutsche Nationalversammlung. Die Leitung wurde noch im Winter 1848/49 mit Geräten und Kabeln von Siemens & Halske gebaut. Dass die Nationalversammlung König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die Kaiserwürde antragen wollte, wusste dieser schon eine Stunde nach der Abstimmung, eine Woche, bevor die Kaiserdeputation in Berlin ankam.

Damit wurde Siemens & Halske auf einen Schlag bekannt und weitere Aufträge zum Bau von Telegraphenverbindungen in Preußen und den deutschen Staaten folgten. Siemens versuchte früh auch auf außerdeutschen Märkten Fuß zu fassen, zumal er mit der preußischen Telegraphenverwaltung bald in Streit geriet und von dieser über viele Jahre keine Aufträge mehr erhielt. Er betraute seinen Bruder Wilhelm mit der Leitung einer ersten Auslandsniederlassung in London. Auch in Russland bemühte er sich um Aufträge. Ein erster Erfolg war 1852 der Auftrag zur Errichtung von Telegraphenverbindungen von Warschau nach St. Petersburg und von St. Petersburg nach Moskau. 1853 schickte Siemens seinen Bruder Carl nach St. Petersburg, um den Bau zu überwachen. Dabei bewährte sich Carl schnell als fähiger Unternehmer und weitere Aufträge für das russische Telegraphennetz folgten. 1855 wurde das russische Geschäft unter Leitung Carls in eine Zweigniederlassung umgewandelt und etablierte sich als wichtige Stütze von Siemens & Halske. Aufträge kamen auch aus England, wo eine eigene Kabelfabrik errichtet wurde.

Es gab auch Rückschläge, beispielsweise scheiterte 1864 die Verlegung eines Seekabels durch das Mittelmeer von Cartagena (Spanien) nach Oran (heute Algerien, damals französische Kolonie), was dem Unternehmen empfindliche Verluste bescherte. Halske, der risikoreiche Unternehmungen hasste, verlangte, sich von der verlustreichen Niederlassung in London zu trennen. Siemens wollte den Bruder nicht im Stich lassen, gliederte die Londoner Niederlassung aus Siemens & Halske aus und gründete 1865 mit Wilhelm und Carl in London die Siemens Brothers & Co. Aber die Meinungsverschiedenheiten zwischen Halske und den Siemens-Brüdern blieben bestehen und führten Ende 1867 nach zwanzig Jahren zum Rückzug von Halske aus der Firma. Die Brüder Wilhelm und Carl wurden nach dem Ausscheiden Halskes die einzigen Teilhaber ihres Bruders Werner: Siemens & Halske wurde zum Familienunternehmen der Siemens-Brüder. Werner und Carl hatten außerdem, auf Vorschlag ihres mit dem Bau der Telegraphenleitungen im Kaukasus beschäftigten Bruders Walter 1864 auch ein Kupferbergwerk in Kedabeg im russischen Gouvernement Elisabethpol (heute Aserbaidschan) gekauft, das – unter Überwindung mancher Schwierigkeiten – als von der Firma getrenntes „Privatgeschäft“ unter Leitung der Brüder Walter und Otto betrieben wurde.


Die Faraday, Kabelleger von Siemens Brothers & Co. 1874
1870 ging nach dreijähriger Bauzeit die Indo-Europäische Telegraphenlinie von London über Teheran nach Kalkutta mit einer Länge von über 11.000 Kilometern in Betrieb.[7] Weitere Meilensteine in der Entwicklung des Unternehmens waren u. a.

1874 die zweite transatlantische Telegraphenleitung, verlegt vom eigenen Kabelleger, der Faraday[8]
1879 die erste elektrische Lokomotive und die erste elektrische Straßenbeleuchtung (in Berlin)
1880 der erste elektrische Aufzug (in Mannheim)[9]
1881 die erste elektrische Straßenbahn (in Groß-Lichterfelde, heute Berlin-Lichterfelde)[10]
1882 der erste Oberleitungsbus der Welt (nur als erfolgreicher Versuch, kein Dauerbetrieb). 
VON SIEMENS, Werner (I56602)
 
2596 Ernst Wilhelm Hengstenberg war der Sohn des reformierten Pastors Johann Heinrich Karl Hengstenberg und dessen Ehefrau Wilhelmine then Bergh. Der Superintendent Karl Hengstenberg und der Konsistorialrat Eduard Hengstenberg waren seine Brüder.

1808 zog Hengstenberg zusammen mit seiner Familie nach Wetter an der Ruhr. Dort erhielt er seinen ersten Unterricht durch seinen Vater. Nach seinem Schulbesuch begann Hengstenberg 1819 mit 17 Jahren in Bonn Philosophie, Orientalistik und zunehmend Theologie zu studieren. Dieses Studium beendete er 1823 mit einer Promotion zum Dr. phil. Während seines Studiums wurde er 1820 Mitglied der Burschenschaft Germania Bonn. Nach einem kurzen Aufenthalt bei Johann Jakob Stähelin (1797–1875) in Basel habilitierte Hengstenberg sich 1824 in Berlin und wurde 1825 ein weiteres Mal promoviert (Lic. theol.).[1]

Als außerordentlichen Professor für Altes Testament berief man Hengstenberg 1826 nach Berlin, zwei Jahre später avancierte er zum ordentlichen Professor am selben Lehrstuhl.


Hengstenberg-Mausoleum am Campo Santo derer von Quast in Neuruppin-Radensleben
Hengstenberg, der mit August Hahn befreundet war und auch in engem Kontakt zu August Tholuck und August Neander stand, war anfänglich ein Befürworter des Unionsgedankens (Kirche der Altpreußischen Union), stellte sich ihr dann aber entschieden entgegen. Er war ein Vertreter der Repristinationstheologie, die der Erweckungsbewegung nahestand, und begründete 1827 die gegen den Rationalismus positionierte Evangelische Kirchenzeitung.

Durch diese Zeitung kam es auch zu enger Zusammenarbeit mit Friedrich Julius Stahl, Heinrich Leo und den Brüdern Ernst Ludwig und Otto von Gerlach.


Steintafel mit Lebensdaten der Familie Hengstenberg auf dem Campo Santo in Neuruppin-Radensleben
Heinrich Heine erwähnte Ernst Wilhelm Hengstenberg in seinem Versepos Atta Troll[2] sowie in Deutschland. Ein Wintermärchen,[3] hier anspielend auf Hengstenbergs Angriff auf Goethe.[4]

Nachlassbibliothek
Hengstenbergs umfangreiche Nachlassbibliothek (über 20.000 Titel in 12.500 Bänden) wurde 1869 vom Baptist Union Theological Seminary angekauft, das 1892 in der Divinity School (Theologische Fakultät) der University of Chicago aufging. Sie ist heute Teil der Universitätsbibliothek.[5]

Die Familie von Quast und Radensleben
1829 heiratete Hengstenberg in Radensleben (bei Neuruppin) Therese von Quast (1812–1861), die Tochter des Gutsbesitzers Wilhelm von Quast (* 1776) und dessen Ehefrau Charlotte Friederike Philippin Louise, geborene von Rohr (1786–1879). Mit ihr hatte er mehrere Kinder, darunter den Pfarrer Immanuel Hengstenberg (1830–1863), den Gerichtsassessor Johannes Hengstenberg (1837–1869) und den nassauischen Oberpräsidenten Wilhelm Hengstenberg.

Hengstenberg war Schwager des kirchenverbundenen späteren Radenslebener Gutsherrn und ersten preußischen Staatskonservators, des Schinkel-Schülers Ferdinand von Quast (1807–1877). Nach eigenen Entwürfen gestaltete Quast in den Jahren 1865 bis 1870 seine Guts- und Patronatskirche in Radensleben um. Hengstenberg stiftete den von Otto March geschaffenen Terrakottaaltar.

Im bis heute erhaltenen Mausoleum seiner Familie, das den von Quast angelegten Campo Santo hinter der Radenslebener Kirche räumlich abschließt, ist Ernst Wilhelm Hengstenberg bestattet. 
HENGSTENBERG, Ernst Wilhelm (I52876)
 
2597 Erpho (* vor 1085; † 9. November 1097) war von 1085 bis zu seinem Tode im Jahre 1097 Bischof von Münster.

Vor seiner Weihe zum Bischof von Münster im Jahre 1085 war Erpho zunächst Dompropst am St.-Paulus-Dom, dessen Neubau er im Jahre 1090 weihte. Neben diesem Neubau gehen mehrere Kirchenbauten in Münster auf ihn zurück. Weiterhin überreichte er den örtlichen Kirchen und Stiftungen mehrere Zuwendungen, darunter das nach ihm benannte „Erpho-Kreuz“.

Während der Zeit des Investiturstreits stand Erpho auf der Seite von Kaiser Heinrich IV. Auch nach dessen Niederlage gegen Papst Gregor VII. und dem Gang nach Canossa blieb er Heinrich IV. treu. Einige Jahre später unternahm er 1091/92 eine Wallfahrt ins Heilige Land.

In Münster wird er als Heiliger verehrt. Sein Gedenktag ist der 9. November. Eine der Kirchen in Münster (Erphokirche) sowie das Erpho-Stadtviertel sind nach ihm benannt. Begraben ist er in der St.-Mauritz-Kirche, deren Bau er vermutlich zum Abschluss brachte und weihte. 
LONGUS, Conradus (I18778)
 
2598 erscheinen auf kirchende und Callenberg bezügl. Quellen VAERST, Johann Melchior (I45025)
 
2599 erscheinen auf kirchende und Callenberg bezügl. Quellen VON VAERST, Henrich (I45652)
 
2600 erscheint 1508-1529
Sohn Konrad wird Anführer der Täuferbewegung, Tochter Martha heiratet den berühmten Reformator von St. Gallen Joachim von Watt

zu Täufer Anabaptisten

Das Täufertum ist im Rahmen des europaweiten Aufbruchs der frühen Reformation in den 1520er Jahren entstanden. In ihm verbinden sich Elemente aus spätma. Volksfrömmigkeit, humanist. Zeitkritik und latent vorhandenem Antiklerikalismus auf je sehr unterschiedl. Weise mit Impulsen aus der neuen reformator. Predigt und Agitation. Im Umfeld der Niederschlagung der kommunal-revolutionären Bewegung des Bauernkriegs (1525) wurde das Täufertum zum Sammelbecken von Gläubigen, welche sich in ihrem Bemühen um die Wiederherstellung des "wahren Christentums" für eine radikalere Reform einsetzten. Zunehmend gingen diese Menschen auf Distanz zu Luther und Zwingli und sympathisierten vorerst mit Positionen eines Thomas Müntzer oder Andreas Karlstadt. Als T., Wiedertäufer oder Anabaptisten wurden dabei diejenigen Vertreter der Bewegung bezeichnet, deren gemeinsames Kennzeichen die Verweigerung der Kindertaufe und die Praxis der Glaubenstaufe im Erwachsenenalter war. Entscheidend neu gegenüber der traditionellen Volkskirche war dabei nicht primär die Taufform, sondern die damit verbundene Freiwilligkeit der Kirchenmitgliedschaft (Taufe).

Insgesamt können europaweit wenigstens drei grosse Gruppen von T.n unterschieden werden: erstens die sog. Schweizer Brüder v.a. im eidg., elsäss. und süddt. Raum, zweitens die nach der Katastrophe des sog. Wiedertäufer-Reichs von Münster (Westfalen, D) von 1535 durch Menno Simons wieder gefestigten und auf einen freikirchl.-gewaltlosen Kurs verpflichteten niederländ. und norddt. Taufgesinnten oder Mennoniten, drittens die aus tirol., süddt. und schweiz. Flüchtlingen in Mähren entstandenen Hut(t)erer, deren auffälligstes Merkmal das kommunitäre Leben auf sog. Bruderhöfen in Arbeits- und Gütergemeinschaft darstellt.

Grundlegend für das schweiz. Täufertum war die am 21.1.1525 erstmals praktizierte Glaubenstaufe im Kreise ehem. Schüler und Freunde Zwinglis in Zürich. Ausgehend vom Zürcher Täuferkreis um Konrad Grebel, Felix Manz, Jörg Blaurock, Johannes Brötli, Simon Stumpf und Wilhelm Reublin verbreitete sich dieser Zweig der täufer. Bewegung bald in die Ostschweiz und in den süddt. Raum, via Graubünden nach Südtirol, über Basel ins Elsass und nach Bern. Manchenorts vermischten sich diese Impulse mit Anschauungen aus anderen radikalen und täufer. Tendenzen. Dabei bildeten sich je nach örtl. Verhältnissen unterschiedl. Akzente heraus, etwa um die bedeutenden täufer. Theologen Balthasar Hubmaier in Waldshut (D) oder Hans Denck und Pilgram Marpeck im süddt. und ostschweiz. Raum.
Die Zweite Zürcher Disputation vom 20. März 1525. Zeichnung um 1605 von Heinrich Thomann aus der Kopie von Heinrich Bullingers Reformationsgeschichte (Zentralbibliothek Zürich, Ms. B 316, Fol. 182v).
Die Zweite Zürcher Disputation vom 20. März 1525. Zeichnung um 1605 von Heinrich Thomann aus der Kopie von Heinrich Bullingers Reformationsgeschichte (Zentralbibliothek Zürich, Ms. B 316, Fol. 182v). […]

Für die T. auf eidg. Territorium kommt der in Schleitheim verabschiedeten Brüderl. Vereinigung von 1527, den sog. Schleitheimer Artikeln, besondere Bedeutung zu. Mit diesem wohl von Michael Sattler formulierten Bekenntnis grenzte sich eine fortan als Schweizer Brüder bezeichnete grössere Gruppe sowohl innertäufer. als auch gegenüber den Volkskirchen ab und konstituierte sich als erste Freikirche (Freikirchen und Sekten). Charakterist. Merkmal der Schweizer Brüder war ihr theol. Dualismus, ihr Konzept einer dem Schriftprinzip streng verpflichteten und in ihrem Streben nach sichtbarer "Besserung des Lebens" von der Welt abgesonderten, gewaltlosen und leidensbereiten Gemeinde. Ihr Nonkonformismus wurde v.a. spürbar in der Verweigerung des offiziellen Kirchgangs, des Eids und des Kriegsdienstes. Durch die radikale Kritik der T. an der religiös-sozialen Situation ihrer Zeit sowie v.a. an der in ihren Augen unheilvollen Allianz von Kirche und Obrigkeit zogen sie rasch den Zorn der Mächtigen auf sich. Wohl versuchten diese bis ins 17. Jh. hinein immer wieder, die T. in teils öffentl. Disputationen von ihren Positionen abzubringen. Die Erfolglosigkeit der meisten dieser Gespräche (z.B. Zürich 1525, Zofingen 1532, Bern 1538) heizte die obrigkeitl. Repression aber stets neu an. Trotz (bzw. auch infolge) der rasch einsetzenden Verfolgung verbreitete sich die Bewegung bald nicht nur in der Schweiz, sondern auch quer durch Europa bis nach Russland, später auch nach Nord- und Südamerika.
"Heinrich Sumer und Jacob Mandel, zu Baden ertränkt Anno 1582". Radierung aus dem Werk von Thieleman Janszoon van Braght Der Blutige Schau-Platz [...] der Taufs-Gesinnten [...], 1780 (Schweizerische Nationalbibliothek).
"Heinrich Sumer und Jacob Mandel, zu Baden ertränkt Anno 1582". Radierung aus dem Werk von Thieleman Janszoon van Braght Der Blutige Schau-Platz [...] der Taufs-Gesinnten [...], 1780 (Schweizerische Nationalbibliothek).

In der Eidgenossenschaft befanden sich im 16. Jh. die meisten T. in den ref. eidg. Orten Bern und Zürich, ferner in Solothurn, Basel, Schaffhausen, St. Gallen und Graubünden. Gefängnis, Folter, Güterkonfiskation, Verbannung und Hinrichtung (in Bern bis 1571, in Zürich bis 1614, in Rheinfelden noch 1626) trieben aber die schweiz. T. immer mehr in die geogr. und soziale Isolation und in eine bisweilen auch theol. Enge. Interne Konflikte führten 1693 zur Entstehung der Gemeinschaft der Amischen durch Jakob Ammann. Ein period. Nachlassen der Verfolgungen sowie Einflüsse aus Pietismus und Erweckungsbewegung liessen die Gem. später wieder anwachsen, führten teilweise aber auch zum Rückzug als "Stille im Lande". Nachdem sich bis ins 18. Jh. v.a. die niederländ. Mennoniten vehement für ihre verfolgten Glaubensgeschwister in der Schweiz eingesetzt hatten, brachten erst die Aufklärung und die Franz. Revolution den schweiz. T.n einige Erleichterung. Eine kontinuierl. Präsenz täufer.-mennonit. Gem. von den Anfängen bis in die Gegenwart gibt es in der Schweiz nur im Kt. Bern (v.a. im Emmental), obwohl sich gerade dieser Kanton mehr als zwei Jahrhunderte lang durch eine beispiellos harte Linie hervorgetan und hunderte von T. ausgewiesen hatte. Die zeitweise recht zahlreiche täufer. Bevölkerung auf Zürcher Territorium war hingegen bis zur Mitte des 17. Jh. fast vollständig ausgeschafft worden. Auch den anderen eidg. Ständen gelang es im Verlauf des 17. Jh., die Zahl ihrer täufer. Untertanen entscheidend zu reduzieren (z.B. Kt. Solothurn, Basel, Schaffhausen).

Wichtigste Fluchtorte für verfolgte schweiz. T. waren bis zu Beginn des 17. Jh. Mähren, später das Elsass und die Pfalz, ab dem 18. Jh. zudem das Fürstbistum Basel, der Neuenburger Jura, die Region Montbéliard (F), die Niederlande und Nordamerika. In den meisten dieser Regionen und Länder finden sich auch zu Beginn des 21. Jh. noch Nachkommen dieser schweiz. T. (vgl. die v.a. von nordamerikan. Mennoniten betriebene genealog. Forschung). Viele von ihnen wissen sich noch immer ihrem täufer. Erbe verbunden und gehören zur mittlerweile weltweit als Mennoniten bezeichneten Freikirche, die 2009 1,6 Mio. Mitglieder zählte. In der Schweiz gab es 2012 14 Gem. in den Kt. Bern, den beiden Basel, Neuenburg und Jura mit ca. 2'500 Mitgliedern. Anlass zu Konflikten mit den Behörden hat bis in die Gegenwart der täufer. Grundsatz des Gewaltverzichts gegeben, auch wenn diese Position lange nicht mehr so konsequent durchgehalten wird wie in früheren Zeiten. Als sog. Hist. Friedenskirche haben sich die schweiz. Mennoniten in neuester Zeit jedoch intensiv um die Einführung eines Zivildienstes bemüht. Neben den Mennoniten oder Alttäufern zählen sich auch die Baptisten und die von Samuel Heinrich Fröhlich begr. Evang. Täufergemeinde oder Neutäufer zur täufer. Tradition, haben aber jüngere Wurzeln. Trotz einer Reihe ausgezeichneter Quelleneditionen und umfangreicher Quellenbestände in Archiven ist mit Ausnahme der Entstehungszeit die Geschichte der schweiz. T. noch unzureichend erforscht. Die meisten Monografien zum Täufertum in einzelnen Regionen sind älteren Datums und mittlerweile ergänzungsbedürftig. Eine umfassende neuere Gesamtdarstellung fehlt. 
FRIES, Dorothea (I20422)
 

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