Strauss Genealogie


Notizen


Treffer 2,201 bis 2,250 von 6,111

      «Zurück «1 ... 41 42 43 44 45 46 47 48 49 ... 123» Vorwärts»

 #   Notizen   Verknüpft mit 
2201 Eberhard heiratete um 1030/1035 Ita, vermutlich aus dem Geschlecht der Grafen von Kirchberg.[1] Das Kloster Reichenau förderte er mit Stiftungen für die auf der Reichenau beerdigten Angehörigen. Während der Amtszeit des Abtes Berno wurde um 1040 die als Grablege für Angehörige des Grafengeschlechtes gedachte Laurentiuskapelle erbaut.[2][3] Auf dem Feldberg unweit Sponheim gründete er 1044, unterstützt durch seine verwitwete Mutter, das Kloster Sponheim auf deren Eigengut. Für sie selbst gründeten sie 1040 das Kloster Schwabenheim im heutigen Pfaffen-Schwabenheim, wohin Haduwig sich zurückzog und wo sie ihr Leben beschloss.

„Am 10. Juli 1045 verlieh Kaiser Heinrich III. dem Grafen Eberhard von Nellenburg das Münzrecht in dessen Villa Scâfhusun.“ 1046/47 folgte er Heinrich III. auf dessen erstem Italienzug. Dafür erhielt er die Grafschaft Chiavenna überschrieben. 
VON NELLENBURG, Eberhard VI. der Selige (I36568)
 
2202 Eberhard Hoesch war der Sohn des gleichnamigen Eisenfabrikanten Eberhard Hoesch (1790–1852) und der Johanna Dorothea Adelheid Wuppermann (1789–1879).

Sein Vater erwarb 1819 das Eisenwerk Lendersdorfer Hütte und gründete 1846 die Firma Eberhard Hoesch & Söhne, zu der auch die Eisenwerke in Eschweiler und der Zweifallshammer gehörten. An diesem Unternehmen war Eberhard junior zusammen mit seinen Brüdern Teilhaber. 1824 führte Eberhard senior auf der Lendersdorfer Hütte das Puddelverfahren ein – wenige Monate nach dem erstmaligen Einsatz des Verfahrens auf der Rasselsteiner Hütte (bei Neuwied). Die Lendersdorfer Hütte stellte die ersten Eisenbahnschienen des Kontinents her.

Eberhards Vetter, Leopold Hoesch, Sohn seines Onkels Wilhelm Hoesch (1791–1831), gründete am 1. September 1871 in Dortmund mit der Übernahme der Westfalenhütte das Eisen- und Stahlwerk Hoesch als offene Handelsgesellschaft mit einem Kapital von 2,4 Mio. Mark. Ein halbes Jahr nach dem Wiener Börsenkrach, also mitten in der Krise von 1873, wurde das Werk in die Hoesch AG umgewandelt. An dieser Unternehmensgründung waren auch Eberhard jun, sein Bruder Viktor Hoesch (1824–1888) sowie die Söhne von Leopold, Wilhelm (1845–1923) und Albert Hoesch (1847–1898) beteiligt. Dagegen verblieb Eberhards dritter Bruder, Gustav Hoesch in Lendersdorf und leitete die dortigen Werke. Später entstand hier unter den so genannten Hoeschianern der Begriff „Karl Hoesch“, eine liebevoll gemeinte Respekterklärung, die sprichwörtlich für alles steht, was mit dem Stahlunternehmen Hoesch AG zu tun hat.


Stadttheater Düren (1918)
Eberhard war verheiratet (1862) mit Agnes Pfeifer (1839–1903) – eine Nichte des Zuckerindustriellen (Pfeifer & Langen) Emil Pfeifer. 1862 wurde der Sohn Carl Robert geboren, der aber bereits 12 Tage später starb.

Eberhard Hoesch jun. war ein großer Wohltäter seiner Heimatstadt. Neben vielen anderen Stiftungen schenkte er der Stadt zum Bau des Stadttheaters 500.000 Mark. In seinem Testament machte er Stiftungen von 2.852.400 Mark, davon 1.515.000 Mark für die Stadt Düren.

Nach Eberhard Hoesch wurde am 9. September 1914 die Eberhard-Hoesch-Straße benannt. Sie war Teil des Kreuzweges zum Muttergotteshäuschen. Von dieser Straße zweigt die Agnesstraße ab, benannt nach seiner Frau, die die Vorsitzende des Dürener Frauenvereins war und großzügige Summen zur Errichtung eines Spiel- und Festsaales und zum Bau von Arbeiterwohnungen stiftete. 
HOESCH, Eberhard (I52766)
 
2203 Eberhard III. heiratete 1380 die Mailänderin Antonia Visconti, Tochter des dortigen Signoren Bernabò Visconti. Einziges überlebendes Kind aus dieser Ehe war der spätere Graf Eberhard IV.

Nach dem Tod Antonias am 26. März 1405 heiratete Eberhard Elisabeth von Nürnberg, die Tochter des Burggrafen Johann III. von Nürnberg (Eheabrede am 27. März 1406, Beilager erst 1412). Aus dieser Verbindung stammt die Tochter Elisabeth von Württemberg († 1476), verheiratet mit Graf Johann IV. von Werdenberg. Sie sind die Eltern des Augsburger Bischofs Johann II. von Werdenberg († 1486).

Eberhards Regierungszeit war geprägt durch eine friedenserhaltende Bündnispolitik mit den benachbarten Fürstenhäusern und Reichsstädten. Beispiele sind das am 27. August 1395 geschlossene Bündnis mit 14 oberschwäbischen Städten und der Marbacher Bund von 1405. Ein wichtiger militärischer Erfolg war der Sieg gegen den Schleglerbund 1395 bei Heimsheim. Die bedeutendste territoriale Erwerbung war die Grafschaft Mömpelgard, welche durch die Verlobung seines Sohnes, des späteren Grafen Eberhard IV., mit Henriette von Mömpelgard zustande kam. Henriette war die älteste und erbberechtigte Tochter des Grafen Heinrich von Mömpelgard. Eberhard III. regierte die Grafschaft Mömpelgard bis 1409 und übergab sie dann an seinen Sohn Eberhard IV.

Literatur
Eberhard Gönner: Eberhard der Milde. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 4. Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 234 (deutsche-biographie.de).
Matthias Miller: Eberhard III. der Milde. In: Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4, S. 39–42.
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 1: Das Haus Württemberg von Graf Ulrich dem Stifter bis Herzog Ludwig. 6. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-34-0, S. 201–212.
Paul Friedrich von Stälin: Eberhard der Milde. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 556 f. 
VON WÜRTTEMBERG, Eberhard III. ´der Milde` (I1832)
 
2204 Eberhard war der Sohn von Graf Ulrich III. und Sophie von Pfirt. Er heiratete am 17. September 1342 die Gräfin Elisabeth von Henneberg-Schleusingen. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Ulrich, der Vater seines Nachfolgers Eberhard III., und Sophie, die spätere Herzogin von Lothringen.

Von Beginn seiner Regierungszeit bis 1361 regierte Eberhard II. gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich IV., den er zur Zustimmung zu einem Hausvertrag zwang, der die Unteilbarkeit Württembergs bestätigte. Ulrich überließ bald darauf am 1. Mai 1362 Eberhard die alleinige Regentschaft. Zur Festigung seiner Macht und zur territorialen Vergrößerung Württembergs ging Eberhard II. verschiedene Bündnisse und Auseinandersetzungen mit Kaiser Karl IV. ein. Als Ergebnis erhielten Eberhard und sein Bruder 1360 zusätzliche Privilegien (zum Beispiel die alleinige Gerichtsbarkeit), die die Grafschaft Württemberg neu definierten. Aufsehen erregte 1367 der Überfall des Grafen Wolf von Eberstein auf Eberhard während eines Aufenthalts im Wildbad, womit vermutlich Wildbad oder Teinach gemeint war.

In seiner weiteren Regierungszeit richtete Eberhard seine Politik stark gegen die Reichsstädte aus, die der Ausdehnung des württembergischen Territoriums im Weg standen. 1372 bei Altheim, 1377 bei Reutlingen und 1388 bei Döffingen kam es dabei zu Schlachten gegen die ab 1376 im Schwäbischen Städtebund zusammengeschlossenen Reichsstädte. Ergebnis dieser Auseinandersetzungen war eine Pattsituation, die den Städten ihre Unabhängigkeit erhielt. Die territorialen Zugewinne Württembergs während der Regierungszeit Eberhards waren dennoch beträchtlich (zum Beispiel Calw und Böblingen). In der für Württemberg siegreichen Schlacht bei Döffingen starb Eberhards Sohn und designierter Nachfolger Ulrich.

Eberhard ging durch Balladen Schillers (Graf Eberhard der Greiner von Wirtemberg) und Uhlands (Graf Eberhard der Rauschebart / Der Überfall im Wildbad) in die Literatur ein. Greinen im damaligen Sprachgebrauch hieß so viel wie „Zanken“. Während er also bei seinen Gegnern als „Zänker“ verschrien war, verehrte ihn das Volk, das er vor den teilweise zu Raubrittern verkommenen Adeligen zu schützen vermochte, als „Rauschebart“.

Literatur
Eberhard Holtz, Wolfgang Huschner (Hrsg.): Deutsche Fürsten des Mittelalters. Edition Leipzig, Leipzig 1995, ISBN 3-361-00437-3.
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege. Band 1: Das Haus Württemberg von Graf Ulrich dem Stifter bis Herzog Ludwig. 6. Auflage. Landhege, Schwaigern 2014, ISBN 978-3-943066-34-0, S. 151–164.
Paul Friedrich von Stälin: Eberhard der Greiner. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 555 f.
Robert Uhland: Eberhard der Greiner, der Rauschebart. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 4. Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 233–234 (deutsche-biographie.de).
Karl Konrad Finke: Das Attentat auf Graf Eberhard II. von Württemberg. Der „Überfall im Wildbad“ 1367. In: Schwäbische Heimat. Jg. 67 (2016), Nr. 3, S. 286–294 doi:10.53458/sh.v67i3.1066. 
VON WÜRTTEMBERG, Eberhard II. ´der Greiner` (I61241)
 
2205 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7722)
 
2206 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I58873)
 
2207 Edgar war der Sohn des Eduard Ætheling. Dessen Vater, Edgars Großvater Edmund II. Eisenseite war während des Jahres 1016 kurzzeitig angelsächsischer König von England. Nach dem Tod Edmunds II. und dem dänischen Interregnum hatte Edmunds Halbbruder Eduard der Bekenner den englischen Thron inne. Dieser starb im Januar 1066 kinderlos. Edgars Vater Eduard Ætheling war bereits 1057 gestorben. Aus dem Recht seines Vaters und Großvaters hatte Edgar Anspruch auf den Thron.

Kampf um die Vorherrschaft, Exil und Widerstand gegen die Normannen
Edgar galt allerdings als zu jung, um den bevorstehenden Invasionen Haralds III. von Norwegen und Wilhelms II. von der Normandie (Wilhelm der Eroberer) zu begegnen, welche ebenfalls den englischen Thron beanspruchten. Daher wurde Eduards des Bekenners Schwager Harold Godwinson vom Witan zum König gewählt. Harold fiel im Oktober 1066 im Kampf gegen die Normannen in der Schlacht bei Hastings, woraufhin Edgar vom Witan zum König gewählt wurde. Edgar war nicht in der Lage, die normannische Invasion aufzuhalten, und unterwarf sich Wilhelm spätestens im Dezember 1066.

1069 versuchte er mit dänischer Unterstützung bei York den Kampf gegen Wilhelm wieder aufzunehmen, unterlag aber und floh nach Schottland, wo seine Schwester Margarete im gleichen Jahr König Malcolm III. von Schottland geheiratet hatte. Nach Wilhelms Tod 1087 unterstützte er im Streit um dessen Nachfolge Wilhelms ersten Sohn Herzog Robert II. von der Normandie gegen den zweiten Sohn Wilhelm II. von England und musste 1091 erneut nach Schottland fliehen. In Schottland half er seinem Neffen Edgar dabei, die Könige Donald III. und Edmund 1097 zu stürzen und die schottische Königskrone zu erlangen.

Erster Kreuzzug und letzte Jahre
1098 befand sich Edgar im Exil in Konstantinopel. Womöglich diente er dort in der Warägergarde des byzantinischen Kaisers Alexios I., die zu jener Zeit zu großen Teilen aus im Exil befindlichen angelsächsischen Huscarls bestand. In jenem Jahr gab ihm Kaiser Alexios I. eine Flotte, mit der er Nachschub, insbesondere Baumaterial und Pläne für Belagerungsmaschinen zu den Kreuzfahrern des Ersten Kreuzzugs brachte, die gerade Antiochia belagerten. Er erreichte mit der Flotte am 4. März 1098 den Hafen St. Symeon.[1] Anschließend nahm er die zuvor von flämischen Kreuzfahrern eroberte Stadt Latakia für den byzantinischen Kaiser in Besitz und ließ dort eine kleine Garnison zurück.[2] Über seine weitere Teilnahme am Kreuzzug gibt es keine Berichte.

Zurück in Europa kämpfte er 1106 auf Seiten des Herzogs Robert II. von der Normandie in der Schlacht bei Tinchebray gegen König Heinrich I. von England und wurde gefangen genommen. Daraufhin söhnte er sich mit Heinrich I. aus und erhielt ein Landgut im Hertfordshire, wo er sich zur Ruhe setzte. Die Tochter seiner Schwester Margarete, Edith von Schottland, hatte bereits 1100 König Heinrich I. geheiratet und vereinigte so in ihren Nachkommen die angelsächsische mit der normannischen Linie.

Edgar Ætheling starb 1125 oder wenig später. 
WESSEX, Edgar Ætheling (I61393)
 
2208 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55652)
 
2209 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55621)
 
2210 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I58879)
 
2211 Eduard übernahm 1834 nicht sofort die Leitung der Apotheke, sondern verpachtete sie. Wenige Jahre später verheiratete er sich mit Alwine Wolf aus Freinsheim und hat alsdann die Apotheke geführt. Eduard Henking war leider nicht gesonnen, das Erbe der Väter weiter auf seinen Sohn zu vererben. Er verkaufte die Apotheke an Carl Leimbach (seinen Schwiegersohn) und erwarb in den 40iger Jahren das Haus Anlage Nr. 26. Er war sehr patriotisch gesinnt, beteiligte sich an der Revolution 1848, wurde gefangengenommen und im Turm des Brückenkopfes in Heidelberg drei Wochen festgehalten.
aus Brief von Horst Henking, Bankdirektor am 15.05.1979 Adresse: Gallusanlage 7-8, 6000Frankfurt am Main 1, Telefon 0611 / 2631

Court pharmacist around 1830 - 1862. 
HENKING, Eduard Hermann (I10058)
 
2212 Eduard von Todesco stammte aus einer jüdischen Familie, die ursprünglich den Namen Hirschl führte. Den Namen Todesco bzw. Todesko hatte sich Hermann Todesko (1791–1844) zugelegt. Da seine italienischen Geschäftspartner mit der Aussprache seines Namens Schwierigkeiten hatten, pflegten sie ihn als „Tedesco“, also „den Deutschen“ anzukündigen. Das war die Anregung für den neuen Familiennamen, der auch anzeigte, dass dem wohlhabenden Fabrikanten der soziale Aufstieg gelungen war.[2] Seit 1848 leitete Eduard von Todesco mit seinem Bruder Moritz das Großhandelshaus Hermann Todesco’s Söhne sowie eine angeschlossene Privatbank. Außerdem waren sie seit 1858 Eigentümer der Textilfabrik Marienthal[3]. 1861 wurde er von Kaiser Franz Joseph I. in den Ritterstand erhoben, 1869 mit dem Orden der Eisernen Krone II. Klasse ausgezeichnet und aufgrund der Ordensstatuten zum Freiherrn ernannt. Somit gehörte er der sogenannten Zweiten Gesellschaft an.

Eduard Freiherr von Todesco war verheiratet mit der in Brünn geborenen Sophie Gomperz (* 22. Juli 1825 in Brünn; † 9. Juli 1895 in Wien), einer Schwester des bekannten Altphilologen Theodor Gomperz. Sophie führte während ihrer Ehe einen der einflussreichsten Salons der damaligen Zeit in Wien.


Palais Todesco an der Kärntner Straße

Grab der Familie Todesco auf dem Döblinger Friedhof in Wien
In der Kärntner Straße 51 ließ Eduard von 1861 bis 1884 einen langgestreckten Neo-Renaissance-Bau mit ca. 500 Zimmern errichten. Dieses Palais Todesco zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der sogenannten Ringstraßenepoche. Zunächst wurde es vollständig von Familienmitgliedern bewohnt und später zu 2/3 von Gabriele von Oppenheimer gekauft.

Eduard von Todesco starb am 17. Jänner 1887 und wurde zwei Tage später unter großer Anteilnahme beigesetzt. Bei der Trauerfeier waren zahlreiche Prominente anwesend, darunter Ignaz von Plener, Alfred Ritter von Arneth, Nikolaus Dumba sowie Franz von Jauner. Oberrabbiner Moritz Güdemann widmete dem Verstorbenen einen Nachruf. Der Sarg wurde von einem vierspännigen Leichenwagen zum Döblinger Friedhof gebracht und dort in der Familiengruft beigesetzt.[7]

Bei seinem Tod hinterließ Eduard von Todesco ein geschätztes Vermögen von 10 Millionen Fl., die zu einem großen Teil in Aktien der Nordbahn sowie der Escompte-Gesellschaft angelegt waren.[8]

„Mit Baron Eduard Todesco ist einer der letzten Repräsentanten der großen Wiener Banquiers aus dem Leben geschieden, die typische Erscheinungen waren und durch ihre unebenbürtigen Nachfolger erst recht in ein glänzendes Licht gestellt werden. Die alten Wiener Banquiers, zu denen Baron Todesco gehörte, führten ein vornehmes Haus, in welchem nicht nur die Vertreter der Finanz-Aristokratie, sondern auch die des Geistes und der Geburt aus- und eingingen […]. Der Tod hat in kurzer Zeit gewaltige Lücken in die nicht dichtgesäte Schaar der alten Banquiers gerissen, der Nachwuchs ist spärlich, kaum wahrzunehmen. […] An Baron Eduard Todesco könnte sich so Mancher ein Muster nehmen.“

– Nachruf in der Wiener Sonn- und Montags-Zeitung vom 24. Jänner 1887
 
VON TODESCO, Eduard (I60259)
 
2213 Eduard war der Sohn des hessischen Staatsministers Karl Ludwig Wilhelm von Grolman und dessen Frau, Emilie Katharina Maria Sophie, geborene van de Wall (1775–1828). Die Familie war evangelisch.[1] Eduard von Grolman heiratete 1838 in Darmstadt Charlotte Johannette Auguste Hofmann, Tochter von August Konrad Hofmann, des großherzoglich-hessischen Finanzministers.

Grolman trat im Alter von 16 Jahren in das Leibgarde-Regiment der Großherzoglich Hessischen Armee ein, avancierte Mitte April 1829 zum Sekondeleutnant, 1836 zum Premierleutnant und 1846 zum Hauptmann im 1. Infanterie-Regiment. 1846 wechselte er kurzzeitig zum 3. Infanterie-Regiment, kehrte aber noch im selben Jahr zum 1. Infanterie-Regiment zurück. 1847 wurde Adjutant des Kommandeurs der Hessischen Armeedivision, des Generals Friedrich von Schäffer-Bernstein.[Anm. 1] Grolman nahm 1849 während der Niederschlagung der Badischen Revolution am Ober-Laudenbacher Gefecht teil und wurde mit einem badischen und einem preußischen Orden ausgezeichnet. 1855 wurde er Major und 1857 Kommandeur des 1. Bataillons des 1. Infanterie-Regiments. 1859 wurde er Oberstleutnant, 1861 Oberst und 1862 Kommandeur des 1. Infanterie-Regiments (Leib-Garde-Regiment).[1] Im Krieg von 1866 befehligte er die Einheit im Gefecht bei Frohnhofen.[2]

Nach dem – auch militärischen – Desaster des Krieges von 1866 für das Großherzogtum Hessen trat der verantwortliche Kriegsminister, Friedrich von Wachter, zurück. Am 28. Dezember 1866 ernannte Großherzog Ludwig III. Eduard von Grolman zum Nachfolger und beförderte ihn zum Generalmajor. Zunächst trug Eduard von Grolman den Titel eines „Direktors“, ab 1867 den eines „Präsidenten“ des Ministeriums. In seiner kurzen, nicht einmal zwei Jahre währenden Amtszeit, hatte er maßgeblichen Anteil an der Militärkonvention vom 7. April 1867, mit der die Großherzoglich Hessische Division als geschlossener Verband in die Preußischen Armee eintrat.[3] Unter Ernennung zum Generalleutnant und Stellung à la suite schied er 1868 aus seinem Amt als Kriegsminister aus und trat in den Ruhestand.[1]

Am großherzoglichen Hof hatte er seit 1852 den Rang eines Kammerherrn, seit 1884 den eines Oberstkammerherrn inne.[1]

Ehrungen
1849 Ritter des Badischen Ordens des Zähringer Löwen[1]
1857 Russischer Sankt-Stanislaus-Ordens II. Klasse[1]
1866 Kommandeurkreuz II. Klasse des Ludewigsordens[1][1]
1867 Großkreuz des württembergischen Friedrichs-Ordens[1][1]
1877 Ehrengroßkreuz des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig[1]
1885 Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen[1]
1885 Preußischer Kronenorden I. Klasse[1]
1888 Roter Adlerorden I. Klasse[1] 
VON GROLMANN, Eduard Eugen Aegid Friedrich (I44395)
 
2214 Egica erhob seinen Sohn Witiza entweder 694 oder 695 zum Mitregenten (diese Datierung ist durch eine zeitgenössische Urkunde zweifelsfrei gesichert). Die Königssalbung Witizas erfolgte aber erst am 15. November 700 anlässlich des 13. Jahrestags des Regierungsantritts seines Vaters. Egica übertrug seinem Sohn die Zuständigkeit für das Gebiet des ehemaligen Suebenreichs im äußersten Nordwesten der Pyrenäenhalbinsel; dort residierte Witiza in der Stadt Tui.Angeblich erschlug er in Tui Fafila, den Vater Pelayos, des späteren Gründers des asturischen Reichs. Egica war in der letzten Phase seiner Herrschaft altersschwach, daher führte Witiza bereits die Regierungsgeschäfte. Im November oder Dezember 702 starb Egica, und Witiza übernahm die Alleinherrschaft. Witiza (I52561)
 
2215 Egica war ein Verwandter (wahrscheinlich Neffe) des Königs Wamba (672–680).[1] Wamba war im Jahr 680 von seinem Nachfolger Erwig (680–687) durch eine Hofintrige gestürzt worden. Erwig verheiratete seine Tochter Cixilo mit Egica, wohl um einen Ausgleich mit der mächtigen Sippe Wambas herbeizuführen. Als Erwig tödlich erkrankte, designierte er am 14. November 687 Egica zu seinem Nachfolger und dankte am folgenden Tag ab, worauf Egica sofort die Regierung antrat. Am 24. November erhielt Egica in Toledo die Königssalbung. Eine Königswahl fand nicht statt.

Egica war seinem Vorgänger feindlich gesinnt. Unklar ist, warum Erwig diesen Angehörigen einer gegnerischen Sippe zu seinem Schwiegersohn und Nachfolger machte, obwohl er selbst Söhne hatte, die ihn überlebten.[2] Vermutlich hatte er relativ wenig Rückhalt und sah sich daher gezwungen, den Angehörigen und Anhängern seines Vorgängers diese Konzession zu machen.[3] 
Egica (I52560)
 
2216 Eglisau ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz.

Zunfthaus zur Meisen
Münsterhof 20
CH-8001 Zürich

+41 44 211 21 44
info@zunfthaus-zur-meisen.ch 
KAMBLI, Elisabeth (I1286)
 
2217 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55486)
 
2218 Ehebrief Rudolf von Erlachs und Ännelis, Tochter Petermann von Buchsees, Witwe Willi von Perromans, FA von Erlach I 409 VON ERLACH, Rudolf (I38911)
 
2219 Ehebrief Rudolf von Erlachs und Ännelis, Tochter Petermann von Buchsees, Witwe Willi von Perromans, entstehung 15.06.1441 VON BUCHSEE, Anna (I38928)
 
2220 Ehinger TG
Seit Beginn des 14. Jh. belegte Konstanzer Bürgerfam., die mit Gebhard (1403), Sohn Heinrich (um 1380-1451) und Enkel Ulrich (​zwischen 1472 und 1477) 1397-1431 ununterbrochen den Stadtammann stellte. Ab 1425 war Heinrich Unter- und Oberbürgermeister. In den Kämpfen zwischen Zünften und Patriziat 1429-30 stand er auf der Seite der Ersteren. 1430 abgesetzt und weggewiesen, widmete er sich nach der Rehabilitation ausschliesslich seinen Handelsgeschäften. 1401 erbte er von seiner Grossmutter die Burg Kachel (Gem. Güttingen) und die Herrschaft Güttingen. 1409 erwarb er die Moosburg (Gem. Güttingen) dazu sowie die Vogteien über Landschlacht, Uttwil und Kesswil. 1452 ging das Besitztum von seinen Erben an den Bf. von Konstanz über. Mit Johannes (1505), einem Urenkel Heinrichs, schaffte die Fam. 1495 die Aufnahme in das Konstanzer Patriziat. Im 16. Jh. wurden die E. insbesondere als Gesellschafter der Welser von Augsburg bekannt, starben jedoch gegen Ende des Jahrhunderts aus. Gebhards Bruder Johannes war 1384-1408 Propst von St. Peter zu Embrach, während Hans 1454-72 Burg und Herrschaft Altikon innehatte. 
EHINGER, N. (I46165)
 
2221 EHRENSPERGER von Zürich ZH, ehemals von Oberwinterthur ZH
Wappenbeschreibung
In Rot goldenes Rad besetzt von goldenem Hammer beseitet von zwei grünen Kleeblättern. 
EHRENSPERGER, Hans Konrad (I45931)
 
2222 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I7472)
 
2223 Eigentümer des Bergwerkes „ 15 Löwenphäl“ in Oberkaltenbach, Die Eisenschmelzhütte in Unterkaltenbach (Niederkaltenbach) wurde dann von 1744 bis 1748 von Peter Kauert, der in Oberkaltenbach das Bergwerk „15 Löwenpfähl“ besass gepachtet
Er belieferte Hämmer (= Betriebe zur Verarbeitung von Eisenerzen) in Aggar, Leppe, Wiehl und der Mark und verlangte für einen Haufen Eisenstein 10 Reichstaler. Diese Preisgestaltung führte zu einem Prozess mit dem GRAFEN VON NESSELRODE, auf dessen Betreiben der HERZOG VON BERG eine Anordnung erließ, dass nur 8 Reichsthaler hierfür zulässig seien. Dieser Prozess dauerte bis zum Tod, trotzdem hinterließ er seinen Kindern ein Vermögen von 80 000 Reichstalern.

STAMMVATER der Krefelder Kauerts, wohnhaft, 1693 in Büddelhagen Ksp. Drabenderhöhe, 1695 in Verr Ksp. Drabenderhöhe

Kastentruhe aus dem Nachlass eines Unternehmers
Februar 2023
Manche Schlüssel haben eine rein symbolische Bedeutung. Einen dieser Art, einen römischen Fingerringschlüssel, hat unser Kollege aus dem Schloss- und Beschlägemuseum Velbert im Januar vorgestellt. Die meisten Schlüssel haben jedoch einen praktischen Nutzen. Mit dem passenden Schlüssel und dem versteckten Schlüsselloch lässt sich die abgebildete Truhe aus dem Museum und Forum Schloss Homburg öffnen.

Die sogenannte flache Kastentruhe aus Fichtenholz steht auf Kugelfüßen und ist mit umlaufenden Endlosfriesen in Form liegender Achten versehen. Diese Stilistik verweist auf eine bergische Herkunft. Die Ornamente der Truhe lassen auf eine Entstehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schließen.

Die Truhe stammt aus dem Familien-Besitz von Peter Kauert (1672 – 1750), dem Besitzer der ehemaligen Grube „15 Löwenpfähle“ in Engelskirchen-Kaltenbach. Seine Enkelin Elfriede Kauert aus Leichlingen berücksichtigte in ihrem Nachlass Schloss Homburg als Erbin. So kam die Truhe 1985 in den Besitz des Museums.

Peter Kauert war damals ein erfolgreicher Eisenerzpionier. Seine Rechte ließ er sich vom Verwaltungsvorgesetzten bestätigen und kennzeichnete sein Grubengebiet mit fünfzehn Pfählen ab, in denen der bergische Wappenlöwe eingebrannt war. Durch den Bau einer Wasseranlage konnte er Pumpen zum Entwässern der Gruben installieren und noch mehr Eisenerz fördern. Eine eigene Schmelzanlage zur Weiterverarbeitung in der eigenen Hütte erweiterten Kauerts Unternehmen. Seine Erfolge erzeugten Neid und Anschuldigungen. Bis zu seinem Lebensende musste er zahlreiche Klagen abwehren. Nach seinem Tod 1750 hinterließ er seinen Kindern ein stattliches Vermögen und schon zu seinen Lebenszeiten war er als der „reiche Kauert“ hochangesehen. 1863 wurde der Grubenbetrieb eingestellt und die Eisenschmelzhütte auf Abbruch verkauft.

Die Museumssammlung auf Schloss Homburg beherbergt zahlreiche Truhen. Aktuell sind eine Runddeckeltruhe von 1768 und eine Flachdeckeltruhe mit einem im Deckel aufwändig installierten Verschlusssystem zu sehen. Letztgenannte aus dem Jahr 1650 wurde als Kriegskasse verwendet. Die abgebildete Truhe mit der Inventarnummer 6019 befindet sich im Depot. Sie ist die einzige aus der Truhen-Sammlung, deren Herkunftsgeschichte uns annähernd bekannt ist.

Truhen dienten auch der Aufbewahrung von Aussteuer für junge Frauen. Sie waren häufig ein Hochzeitsgeschenk und beherbergten je nach sozialer Herkunft hochwertige Textilien, handgefertigtes Leinen oder andere Kleidungsstücke. Dies können wir an einem konkreten Beispiel im nächsten Monat vorstellen. Das LVR-Freilichtmuseum Lindlar verfügt über einen Ehevertrag der belegt, mit welchem „Vermögen“ Caroline Westhoff 1849 heiratete. Ihre große Anzahl an Kleidungsstücken transportierte sie sicherlich in einer Truhe.

Silke Engel, Museum und Forum Schloss Homburg

Detail der Deckelverzierung der Kastentruhe, Museum und Forum Schloss Homburg. Foto Grans, Jung; Düsseldorf


Drabenderhöhe: 1696.2. Juni. 11 Wohnungen und die Kirche brennen ab (Heimat im Wandel der Zeiten, Köln-Wien 1976).

Einwohner Obermiebach(Much)
Die ersten in den Mucher Kirchenbüchern fassbaren Einwohner Obermiebachs war die Familie des Christian und der Adelheid Frings. Christian Frings wird bereits 1653 erwähnt und verstarb 1666. Die Familie war katholisch und gehörte der Mucher Kirchengemeinde an. Christian Frings muss recht begütert gewesen sein, da er sich mit einer Einmalzahlung im Jahre 1661 von der Zehntpflicht an den Adeligen und Lehnsmann des Mucher Zehnten, Ermund von Wylich zu Combach, befreien konnte. Seither galt Obermiebach als Freihof.

Sein Sohn Rörich Frings heiratete 1671 Gertrud, die Tochter von Moritz Scherer, Schichtmeister des Eisenbergwerkes in Oberkaltenbach und der Maria Margaretha von Markelsbach, einer Erbin des adeligen Hofes zu Gerlinghausen.

1663 taucht das erste Mal die Familie Kauert in Obermiebach auf. Ein Peter Kauert ist Taufpate von Albert Kauert aus Verr. Vermutlich ist Peter Kauert ein Bruder des Landvermessers und Geschworenen Dietrich Kauert, der mit seinem Vater und Bergvogt Christian Kauert Begründer der weit verzweigten Kauert-Familie ist und die Geschicke des oberbergischen Bergbaus mitbeeinflussten.

In der bergischen Huldigungsliste von 1731 sind die drei Haushaltsvorstände, des Schöffen Moritz Willmund, Gerhard Frings und Johannes Kauert genannt.

Evangelische Familien sind seit dem 17. Jahrhundert in Obermiebach nachweisbar. Der bereits erwähnte Peter Kauert entstammte der evangelischen Kauertfamilie aus Büddelhagen. Ein Heinrich Niederhof aus Obermiebach wurde 1729 in Drabenderhöhe begraben. Er scheint wohl aus Niederhof bei Drabenderhöhe zugezogen zu sein. Schließlich lebt 1724 ein Johannes Kauert in Obermiebach. Er ist ein Sohn des Bergwerksdirektor Peter Kauert, der die Grube „die fünfzehn Löwenpfähle“ in Oberkaltenbach begründete. Die Nachfahren der Familie Kauert leben auch heute noch in Obermiebach.

Das Haus der Familien Willmund, Frings und Kauert existiert heute noch und hat ein Eingangsportal mit einem Rundbogen, in der die Jahreszahl 1763 eingraviert ist.



Auf den Spuren von 15 Löwen im ehemaligen Bergbau Kaltenbach
KaltenbachAm 14.April machten sich Mitglieder und Gäste der Abteilung Oberberg des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) nach Kaltenbach auf, um an der Grenze zwischen Mark und Berg die Spuren des früher intensiven Bergbaus zu besichtigen.

Bei trockenem Wetter ging es nach einem Einführungsvortrag unter der Führung des alteingesessenen Hans Otto Müller in den Schimmelhau. Hier konnten beim Aufstieg noch die Reste der großen Gruben besichtigt werden, die von dem früheren Abbau der Grube „15 Löwenpfähle“ noch geblieben sind. Diese Grube hatte der Landwirt Peter Kauert 1710 mit einigen Konsorten wieder in Betrieb genommen, nachdem sie mehr als 50 Jahre stillgelegt und damit wieder frei geworden war. Es dauerte dann aber bittere neun Jahre, die ihn an den Rand des Ruins brachten, bis er in einem besonders trockenen Sommer tatsächlich auf beträchtliche Mengen Eisenstein stieß. Die Konsorten waren inzwischen mutlos geworden und wieder ausgeschieden. Auch Peter Kauert hatte sein letztes Rind verkauft, um Helfer bezahlen zu können. Im Sommer 1719 gab es eine lange anhaltende Hitze und der Wasserstand in der Grube fiel so tief, dass er die Eisenstein-Vorkommen entdecken und den folgenden Abbau vorbereiten konnte. Seine Rechte ließ er sich durch die Kennzeichnung des Gebietes im Ober-Kaltenbach durch das Setzen von 15 Grenzpfählen, die mit einem Löwenkopf gekennzeichnet waren, vom Bergvogt bestätigen und sichern.

Lambeck-HausDurch die Anlage einer großen Wasserkunst schuf er die Voraussetzungen zum Abbau. Die sog. Wasserkunst bestand aus einem 7m hohen Wasserrad am Kaltenbach, von dem aus über lange Gestänge dann die Pumpen zum Entwässern der Grube angetrieben wurden.
Solche Erfolge erzeugten natürlich Neid und so gab es über viele Jahre Streit mit den Besitzern der Nachbargruben, die versuchten, in das Abbaugebiet des Peter Kauert durch heimlich vorgetriebene Stollen einzubrechen. Diese Streitigkeiten waren schwierig beizulegen, weil der Kaltenbach die alte Grenze zwischen den Grafschaften Mark und Berg darstellte und beide Herrschaften an den Gruben verdienen wollten.
Darüber hinaus war Kauert durch die von ihm geförderte hohe Qualität und die beachtlichen Menge des Eisensteins in der Lage, die weitere Verarbeitung sowohl in einer eigenen Hütte zu schmelzen, als auch die Hütten von Ründeroth und Engelskirchen gegeneinander auszuspielen und so höhere Erträge zu erzielen.
Peter Kauert hatte bis an sein Lebensende zahlreiche Klagen und Anordnungen abzuwehren. Er verstarb im März 1750 und hinterließ seinen Kindern ein Vermögen von 80.000 Reichsthalern und für die nächsten Jahre eine weitere Ausbeute von rund 6.000 Rthl. pro Jahr. Die Streitigkeiten konnten erst 1786 in einem Vergleich zwischen den Erben Kauert und dem kurfürstlichen Hof beigelegt werden. Welchen Reichtum dieser Nachlaß bedeutete, kann man daran erkennen, dass z.B. ein durchgehend beschäftigter Handwerker einen Jahreslohn von ca. 80 Rthl. erzielte und 10 Zentner (500 kg) Kartoffeln etwa 8 Rhtl. kosteten.
Bei der weiteren Wanderung im Schimmelhau wurden auch noch die Schmelzplätze der Erzhütten besucht, auf denen heute noch Schlackereste zu finden sind. Es wurde dabei auch auf die negativen Seiten dieser Ausbeutung hingewiesen. So gab es z.B. den jetzt frisch ergrünenden Wald damals nicht, denn der war in weitem Umkreis abgeholzt, um Holzkohle für die Verhüttung zu gewinnen. Auf dem Rückweg wurde bei den heute teilw. noch vorhandenen Schlämmteichen erklärt, dass es früher oft große Probleme gab, wenn der Kaltenbach den ausgespülten Schlamm in die Agger transportierte und dies zu Fischsterben und weiteren Problemen führte.

Lambeck-KellerZum Ausklang dieser höchst interessanten Geschichtswanderung gab es dann noch ein Kaffeetrinken im Gewölbekeller des schönen alten Fachwerkhauses, in dem der frühere Ründerother Bürgermeister Heinrich Lambeck in seiner Amtszeit (1817-1841) seinen Amtssitz hatte.

(Dieter Forst, Fotos BGV)https://www.bgv-oberberg.de/?p=136 
KAUERT, Peter ´der Reiche` (I549)
 
2224 ein Adelsgeschlecht, das dem reichsunmittelbaren Hochadel zuzurechnen ist und dessen Herrschaftsschwerpunkte in der heutigen Nord- und Ostschweiz lagen. Die Kyburger waren eine ältere Seitenlinie der Grafen von Dillingen, die sich nach der Kyburg im heutigen Kanton Zürich benannten. Nach dem Aussterben der Kyburger im Mannesstamm 1263 entstand durch weibliche Erbfolge der habsburgische Familienzweig Kyburg-Burgdorf oder Neu-Kyburg. Als Ahnherr der Kyburger gilt Gotfrid. VON KYBURG, Anna (I14129)
 
2225 Ein altes aus Ueberlingen stammendes Geschlecht aus Konstanz. Heinrich Ehinger, Vater und Sohn, 1253 Z. Urk. des Klosters Salem. Heinrich, Bürger in Ueberlingen, 1264, 1283, der Alte 1288, 1294 kaufte 1271, als "discretus vir" bezeichnet, ein Gut in Neufrach. Sein Sohn Heinrich, 1264, war 1281 Bürgermeister in Ueberlingen, wird 1320 gleichfalls der ALte genannt und dessen Sohn Heinrich der Jüngere 1293, 1320 Bürger in Ueberlingen.
Ulrich 1363 Bürger ebendaselbst.
Johannes Ehinger aus Konstanz war 1383, 1407 Probst zu Embrach. MArgarethe 1405 Klosterfrau und Helena 1454 Kornmeisterin zu Münsterlingen. Berthold 1338, 1417 Bürger in Konstanz und ist wohl sein Bruder Gebhart, mit welchem die nachstehende Stammtafel urkundlich beginnt, während Bucelini Constantia rhenana S.40-41 (Gabriel Bucelin) dieselbe schon mit Gebhards Grossvater eröffnet. Diese beiden Generationen sind aber nicht erwiesen und wegen der ihnen beigelegten Titel verdächtig. Von Gebhards Enekln wurde von Kaiser Sigismund d.d. Nürnberg am Donnerstag nach Ostern 04.04.1431 dem Ulrich Ehinger von Konstanz, seinem Vater Heinrich, seinem Bruder Konrad, sowie dem Werner Ehinger und dessen Sohn Georg der Adelstand verliehen, das Wappen aber im DIplom nicht erwähnt. Schon vorher hatte Kaiser Sigismund d.d. Schontau am St. Urbanstag 25.05.1430 dem Oberbürgermeister Heinrich Ehinger zu Konstanz die Bestätigung des von seinen Voreltern und auch von seiner Mutter anererbten Wappens erteilt. Eine Beschreibung oder Abbildung des Wappens ist nicht vorhanden. Kaiser Karl V verlieh d.d. Toledo 31.10.1525 dem Ulrich Ehinger von Costnitz (Urenkel des vorigen Conrads) den rittermässigen Reichsadelsstand mit Wappenbesserung, nämlich 1 und 4 in ein mit drei Rosenbelegter s. Schrägrechtsbalken (Stammwappen), 2 und 3 in R. auf grauem Aste, um welchen ein Handschuh geschlagen ist, ein rechtsgekehrter natürlicher Sperber mit Schellen und Fesseln. 
EHINGER, Konrad (I32478)
 
2226 ein Bäcker, Mitherr zu Buristein (1/4 der Herrschaft) 1482,
er verkauft 1491 seinen Anteil an Urban von Muhlinen
den Burgern 1458-87, Landvogt zu Aarburg 1476 und Laupen 1480, Ratsherr 1500

1448 nahm er am Zug gegen Freiburg teil. 1465 den Burgern und 1476 erbte er einen Viertel von Burgistein von seinem Vetter Rudolf von Speichingen und in gleichen Jahr wurde er Landvogt zu Aarburg. 1483 war er Vogt gen Laupen. Im Jahr 1492 verkaufte er seinen Anteil an Burgistein an Urban von Mülinen. Er wurde 1500 des Kleinen Rats. Er war mit Anna von Enswyl verheiratet, von welcher man sagt, dass sie ihm zwölf Söhne geboren hätte, von denen einige in der Schlacht von Grandson fielen. Ihre Schädel wurden von ihren Familien in Angedenken aufbewahrt.
Ereignis Grossrat ‎von: 1458 an 1487 in Bern, Bern, BE, CHE
Ereignis Landvogt ‎1476 in Aarburg, Zofingen, AG, CHE
Ereignis Landvogt ‎1480 in Laupen, Laupen, BE, CHE
Ereignis Ratsherr ‎1500 in Bern, Bern, BE, CHE
Naturalisiert ‎ 
VON GAFFENRIED, Johannes (I38827)
 
2227 Ein Bruder dieses jüngeren Philipp, Jeremias Orth (1577–1635), kehrte nach Frankfurt zurück und begründete dort einen jüngeren Frankfurter Zweig der Familie, der seit 1606 auch den Frauensteinern angehörte. Er besorgte anfangs noch den Vertrieb der Waren des Heilbronner Handelshauses in Frankfurt und wurde dort 1628 Älterer Bürgermeister. Die Söhne von Jeremias wurden 1665 von Kaiser Leopold geadelt. Sie und ihre Nachkommen waren größtenteils Juristen. Die jüngere Frankfurter Linie starb 1783 mit dem Juristen und Historiker Johann Philipp Orth aus. ORTH, Jeremias (I57458)
 
2228 Ein Büdner war in Norddeutschland, vor allem in Mecklenburg, Pommern und Brandenburg, ein Besitzer eines kleinen ländlichen Anwesens, einer Büdnerei. Dazu gehörte ein eigenes Haus, jedoch nur wenig Land. Das Wort ist von „Bude“ abgeleitet. https://de.wikipedia.org/wiki/Büdner SCHRAMM, Gottlieb (I65)
 
2229 Ein burgerliches Geschlecht der Stadt Bern. Nach Meinrad, der 1286 in der Schlacht bei Wimmis gefallen ist, und einigen weiteren Angehörigen des Geschlechts des 14. Jahrhunderts erscheint um 1400 der Grossrat Johann als Stammvater der späteren Matter. Er war wie die meisten seiner Nachfahren Mitglied der Gesellschaft zum Roten Löwen (Mittellöwen), was vermuten lässt, dass das Geschlecht dem Gerbergewerbe entstammte und dann durch Handel zu grossem Reichtum kam. Johann (+ 1444), Schultheiss zu Thun, fiel als Hauptmann in der Schlacht bei St.Jakob an der Birs. Nachdem schon Johanns Bruder Heinzmann (+ 1465) Stubengeselle zum Narren und Distelzwang geworden war, erreichte das Geschlecht mit dessen Sohn Heinrich seinen Höhepunkt. Im Twingherrenstreit von 1471 schlug sich Heinrich auf die Seite des das Kleidermandat brechenden Adels, 1495 stieg er zum Berner Schultheissen auf, und 1496 wurde er auf dem Romzug König Maximilians I. zum Ritter geschlagen. Mit Heinrich erlosch das Geschlecht in männlichen Linie. Der gesellschaftliche Stellung der Familie Matter entsprachen deren Heiratsbeziehungen mit den in Bern verburgerten und zur Führungsschicht zählenden Familien Tschachtlan, Zigerli von Ringoltingen, von Muleren und von Diesbach, den aus der Waadt stammenden Adeligen de Villarzel sowie mit den führenden Freiburger Geschlechtern Velga und d'Affry. (Info: HLS). MATTER, Stammlinie (I30881)
 
2230 Ein Grossbrand zerstörte am 2. Juni 1696 innerhalb drei Stunden elf Gebäude und das Kirchenschiff. Der Brand brach in einem Backhaus aus, welches zum Hof ´Anfang` gehörte, aus. Von der Kirche blieben nur der Turm und der gotische Chor mit einem kleinen Turm übrig. FRIEDRICH WILHELM ZU SAYN-WITTGENSTEIN-HOMBURG stattete PETER Fischbach und CHRISTIAN HERHAUSEN mit einem Legitimationschreiben aus, um Spenden zu sammeln….Durch die Kollekte von…Pastor HAAS selbst, JOHANNES HÖHLER im Scheidt und Schultheis SCHNABEL konnte die Kirche wieder aufgebaut werden. Insgesamt wurden 1031 Reichsthaler gesammelt.
Der Turm wurde um ein Geschoss erhöht und mit der jetztigen barocken Haube versehen. Gleichzeitig errichtete man ein neues gotisierendes Langhaus mit Strebepfeilern, während der Turm seinen romanischen Charakter behielt.
Die beiden Schlußsteine enthielten die Jahreszahl 1697 und wurden nach Abbruch der Kirche 1846 im früheren HAUS KAUERT in Forst auf Steinsockeln vermauert. Die Steine waren aus Lindlarer Sandstein, im Durchmesser 52,8 cm und 38 cm und waren mit den Allianzwappen des Grafen WILHELM FRIEDRICH ZU SAYN-WITTGENSTEIN, sowie seiner Gemahlin MARIA MAGDALENA und des Grafen CARL FRIEDRICH zu SAYN-WITTGENSTEIN versehen.“


Büddelhagen:
1675 erfolgte erstmal eine Personenaufnahme durch den Drabenderhöher Pastor Johannes Haas. Dabei wurden 3 Haushalte mit 17 Personen erfasst:

Bestgen Kauert, mit Agnes und ihren Kindern Albert, Henrich, Annagirdraut, Pitter und Catrina
Peter Voss (Romanist, er war also katholisch), mit Agnes und ihren Kindern Bestg, Dirich, Kristg und Elsgen
Dirich Klein, mit Gretg und ihren Kindern Johannis und Eiaß
In dieser Liste wird auch der spätere Bergwerksdirektor Peter Kauert erwähnt. Er war der Sohn des Bergvogts Sebastian Kauert und begann in Oberkaltenbach mit einem Großeinsatz von Geld mit dem Eisenerzbergbau. Erst nach 1719 hatte er Erfolge und grenzte sein Grube nach Belehnung des Berggericht mit 15 Pfählen ein. Die Grube hieß „des Peter Kauert 15 Löwenpfähl“.  
KAUERT, Sebastian (Bestgen) (I712)
 
2231 Ein kleiner Ring
Begrenzt unser Leben,
Und viele Geschlechter
Reihen sich dauernd
An ihres Daseins
Unendliche Kette.

Goethe, 1780, Grenzen der Menschheit 
WENNER, Contz \ Conrad (I11657)
 
2232 Ein Konsular, lateinisch consularis (vir), war im Römischen Reich ein Mitglied des Senats, das mindestens einmal das Amt eines Konsuls ausgeübt hatte.

Konsulare bildeten in der Römischen Republik zusammen mit der zahlenmäßig noch kleineren Gruppe der Censorier (gewesene Censoren) (die aus den Reihen der Konsulare kamen) die oberste Rangklasse der Senatoren; sie verfügten über die größte auctoritas und wurden bei Diskussionen im Senat stets als erste um ihre Meinung gebeten.

In der Kaiserzeit war konsularer Rang bis ins 3. Jahrhundert Voraussetzung für die Bekleidung besonders wichtiger beziehungsweise prestigeträchtiger Posten wie beispielsweise der Statthalterschaft in den Provinzen Asia und Africa oder der Stadtpräfektur. Um möglichst vielen Senatoren den Zugang zu diesen Ämtern zu ermöglichen, gab es nun meist mehr als zwei Konsuln pro Jahr; denn auch nachgerückte Kandidaten (Suffektkonsuln) waren im Anschluss Konsulare. Bis 217 (Macrinus) beziehungsweise 235 (Maximinus Thrax) war auch das Kaisertum selbst nur für Konsulare zugänglich. 
RUFIUS GAIUS, Festus Laelius Firmus (I22632)
 
2233 Ein möglicher illegitimer Sohn von Balduin war Albert/Ascelin († 977), der als Bischof von Paris und als Provost von Drongen amtierte VON FLANDERN, Balduin II. (I40500)
 
2234 Ein Platz auf dem neuen Campusgelände der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bekam ihm zu Ehren den Namen Von-Danckelmann-Platz. VON DANCKELMAN, Daniel Ludolf (I58052)
 
2235 ein reicher Kaufmann, der eine 1599 erwähnte Handelsgesellschaft gründete. ZOLLIKOFER VON ALTENKLINGEN, Georg II. ´Roth` (I1216)
 
2236 Ein Stadtberner Ratsherrengeschlecht des 14. und 15. Jahrhunderts, das eventuell aus Nieder- oder Obermuhlern stammt. Bei den Steuererhebungen 1448 und 1458 gehörten die Muhleren zu den reichsten Bürgern der Stadt.
Um 1470 wurde die Familie dem Adel zugerechnet. Rudolf war 1334 und 1339 in der Schlacht bei Laupen Venner. Sein Enkel Johannes (+1420), 1407-14 Seckelmeister, kaufte 1404 die halbe Herrschaft Ligerz. Johannes (+1451), Gesandter und 1447 Seckelmeister, erwarb durch Heirat mit Anna Balmer die Hälfte der Herrschaft Burgistein. Mit dem Sohn aus dieser Ehe, Urban, starb die Familie 1493 aus. Urbans Erbtochter Magdalena (+ 1513) brachte ihrem Mann, Schultheiss Jakob von Wattenwyl, u.a. die Herrschaften Burgistein, Kaufdorf, Gerzensee und Seftigen in dei Ehe ein. (Info: HLS). 
VON MUHLERN, Stammlinie (I30406)
 
2237 Ein starker Aspekt war Sverkers Heiratspolitik, die sein Reich stärker machte. Zuerst heiratete er Ulvhild Håkonsdatter von Norwegen, die Witwe von Inge den Jüngeren, die er laut Saxo Grammaticus ihrem zweiten Ehemann, dem dänischen König Niels Svensson, entführt hatte, und schaffte so ein starkes Band zwischen den beiden skandinavischen Ländern. Nach Ulvhilds Tod heiratete er Rikissa (Rycheza) von Polen, Tochter von Bolesław III. Schiefmund, die Witwe seines Vorgängers, Ulvhilds Stiefsohn Magnus Nilsson. Durch diese Ehe wollte er auch in Västergötland als König akzeptiert werden.

Sverkers und Ulvhilds Namen tauchen im Zusammenhang mit der Gründung des ersten Zisterzienserklosters Schwedens auf. Dieses wurde 1143 (Alvastra) auf einem Stück Land errichtet, das Ulvhild als Brautgeschenk von ihrem Mann bekommen hatte. Um 1150 soll Sverker in einen Krieg mit Dänemark geraten sein. Doch konnten seine Verbündeten aus Småland die Angriffe des dänischen Königs Sven Grate 1153 abwehren. Der Angriff soll darauf zurückzuführen sein, dass Sverkers Sohn Jon, einige edelgeborene Frauen aus Halland geraubt habe. Er wurde auf einem Ting ermordet. Gegen Ende seiner Regierungszeit war seine Stellung in Svealand sehr schwach, und es soll sogar einen Gegenkönig gegeben haben. 
(SCHWEDEN), Sverker I. (I40855)
 
2238 Ein Streit mit Karl dem Kahlen um die Herrschaft in Aquitanien endete für Pippin in der Absetzung 848 und kulminierte 852 in der Klosterhaft in Saint-Médard in Soissons. Es gelang Pippin zwar 854, aus der Haft zu entkommen und im Bündnis mit den Loire-Normannen Teile der aquitanischen Herrschaft zurückzugewinnen; im Jahr 864 wurde er jedoch endgültig in Senlis in Klosterhaft genommen, wo er auch starb.  KÖNIG VON AQUITANIEN, Pippin II: (I11485)
 
2239 Ein Tagelöhner, auch Taglöhner, früher Tagner, ist jemand, der kein festes Arbeitsverhältnis hat, sondern seine Arbeitskraft immer wieder bei neuen Arbeitgebern kurzfristig anbietet. Der Name kommt daher, dass die Tagelöhner nur tageweise beschäftigt werden. Mit Tagelöhnerei verbindet sich über die Jahrhunderte hinweg auch ein Arbeitsverhältnis, das lediglich ein Leben „von der Hand in den Mund“ ermöglicht.  HOFMANN, Johannes \ Adam (I333)
 
2240 ein Tuchhändler (Watmann)
zünftig auf Möhren, der Bürgern 1554, Kastelan zu Wimmis 1557
Landvogt zu Frienisberg 1566
Ereignis Grossrat ‎1554 in Bern, Bern, BE, CHE
Ereignis Kastlan ‎1557 in Wimmis, Niedersimmental, BE, CHE
Naturalisiert ‎ in Bern, Bern, BE, CHE
Ereignis Landvogt ‎1566 in Frienisberg, Aarberg, BE, CHE 
HERPORT, Beat (I38799)
 
2241 ein uneheliches Kind bekommen, Name unbekannt: * 22.10.1906 Darmstadt, Hessen, Deutschland; + 22.10.1906 Darmstadt, Hessen, Deutschland RANDOLL, Katharina Käte (I50055)
 
2242 Ein weiterer Mattheis Peltzer (IV.) (1635–1697), Sohn von Mattheis (III.), baute um 1660 die während des Dreißigjährigen Krieges zerstörte Kupfermühle bei Langerwehe an der Wehe, Kreis Düren, danach Schönthal genannt, wieder auf. Später erwarb er Anteile an dem von seinem Bruder Johannes (1641–1716) erbauten Kupferhof Steinfeld der Stadt Stolberg (Rhld) sowie daran angrenzend weiteren Grund und Boden, den sein Sohn Hermann (* 1672) erweiterte und als Doppelhofanlage nutzte.

Kupferhof Steinfeld
Der Kupfermeister Mathias Peltzer (1635–1697), der Bruder von Johann, kaufte 1682 weitere vier Morgen und 154 Roden, auf denen er mit Genehmigung des Jülicher Herzogs Johann Wilhelm einen weiteren Kupferhof errichten wollte. Mathias starb bereits 1697, ohne seine Pläne verwirklicht zu haben. Sein Sohn Hermann Peltzer (1672–1717) vollendete 1698 den Bau, den er „Hinteres Steinfeld“ nannte.

Peltzers Sohn Mathias (1632–1697), verheiratet mit Johanna Hoen und Kupfermeister auf dem Hammer, übernahm den Hof Grünenthal und vererbte diesen nunmehr seinem Sohn Matthias (* 1662), der mit Mechtildis Elisabeth Steingen verheiratet war. Dieser ließ zwischen 1699 und 1703 im Bereich der dortigen Steinfeldstraße zunächst das von zwei Turmtrakten flankierte, repräsentative Herrenhaus erbauen und richtete auf dem Gelände einen neuen Kupferhof ein. Durch spätere Um- bzw. Anbauten entstand letztlich die heutige Form einer dreiflügeligen, herrschaftlichen Hofanlage. 
PELTZER, Matthias V. (I47581)
 
2243 Ein Zweig der 1773 aus dem vorderösterr. Burgau (heute Bayern) nach Hohenems (Vorarlberg) eingewanderten Fam. B. erwarb in St. Gallen 1863 die Niederlassungsbewilligung und 1876/77 als erste jüd. Fam. das Stadt- und Kantonsbürgerrecht. Die meisten männl. Mitglieder der Fam. waren Kaufleute, namentlich in der 1860 von Adolf (->) und Berthold (1828-1912) gegründeten und von Nachfahren von Adolf geleiteten bedeutenden Stickerei-, Weisswaren- und Gardinenfirma Burgauer & Co. Zwei dieser angesehenen Firmenleiter amteten als Präsidenten der Israelit. Gemeinde St. Gallen: Willi 1930-40, Werner 1961-68 und 1976-80. Die St. Galler Museen verdanken Werner (1917-82) und Curt (1908-2002) eine bedeutende Münz- bzw. Gemäldesammlung.

Wappen:
In Blau auf grünem Dreiberg rot bedachte, silberne Burg. 
BURGAUER, N. (I8977)
 
2244 Ein Zweig der 1773 aus dem vorderösterr. Burgau (heute Bayern) nach Hohenems (Vorarlberg) eingewanderten Fam. B. erwarb in St. Gallen 1863 die Niederlassungsbewilligung und 1876/77 als erste jüd. Fam. das Stadt- und Kantonsbürgerrecht. Die meisten männl. Mitglieder der Fam. waren Kaufleute, namentlich in der 1860 von Adolf (->) und Berthold (1828-1912) gegründeten und von Nachfahren von Adolf geleiteten bedeutenden Stickerei-, Weisswaren- und Gardinenfirma Burgauer & Co. Zwei dieser angesehenen Firmenleiter amteten als Präsidenten der Israelit. Gemeinde St. Gallen: Willi 1930-40, Werner 1961-68 und 1976-80. Die St. Galler Museen verdanken Werner (1917-82) und Curt (1908-2002) eine bedeutende Münz- bzw. Gemäldesammlung. N., N. (I23226)
 
2245 Eine Adelsfamilie im ehemaliegen Bistum Basel, wahrscheinlich aus dem Elsass stammend. Der 1379 erwänhte Edelknecht Heinrich (Hennikin) ist als erster Vertreter der Römersthal (französisch Rambevaux) bekannt. 1389 lebte er in Delsberg und erhielt 1397 mehrere Lehen des Bischofs von Basel. Sein Sohn Imer zog nach seiner Heirat mit Jeanne Mazener (oder Macerer) nach Biel, wo er 1439 das Bürgerrecht erhielt und 1417-46 mit Unterbrechungen bischöflicher Meier war. Die von seiner Frau ererbten zahlreichen Grundzinse verkauften seine Nachkommen 1584 der Stadt Biel. Sein Sohn Simon sass im Grossen Rat von Bern und war bischöflicher Meier von Biel. Sein Enkel Bendicht ( 1521), verheiratet mit einer Tochter der Segesser von Brunegg, war 1491-94 Schultheiss von Burgdorf, 1494-97 Landvogt von Erlach sowie 1495-1508 Meier von Biel. Georg (+ 1562), der unehelicher Sohn von Bendicht, war Berner Chorherr (1523-28), Mitglied des Gr. Rats sowie 1543 Landvogt von Gottstatt. Er steht am Anfang des Berner Familienzweigs, aus dem mehrere Räte und Landvögte hervorgingen (1730 ausgestorben). Simon, ebenfalls ein Sohn von Bendicht, begründete den jurass. Familienzweig. Zahlreiche Nachkommen schlugen die geistl. Laufbahn ein (Basler Domherren, Pröpste von Moutier-Grandval) oder waren Beamte im Dienst des Fürstbischofs von Basel, der Herzogen von Bayern und von Österreich. Hans-Christoph (1593-1636) erhielt 1630 den Freiherrentitel und wurde Oberstleutnant der Garde in Wien. Dieser Zweig erlosch 1727 mit François Joseph Conrad Paulin, Forstmeister des Fürstbischofs für die Herrschaft Delsberg. (Info: HLS).

weiterführende Information: HLS 
STAMMLINIE RÖMERSTHAL, ... (I18505)
 
2246 Eine Adelsgruppe unter Hugo der Abt und Gauzlin ermöglichte nach dem Tod seines Vaters (10. April 879) Ludwigs Nachfolge im Westfrankenreich. Im September 879 wurde er durch den Erzbischof von Sens geweiht und somit zum König der Westfranken (etwa heutiges Frankreich).

879 gaben die Enkel Karls des Kahlen, schriftlich fixiert 880 im Vertrag von Ribemont, den Westteil Lotharingiens an den ostfränkischen König Ludwig III.; damit gehörte Lotharingien von nun an (mit einer Unterbrechung von 911 bis 925) in seiner Gesamtheit zum Ostfrankenreich und bildete darin das Herzogtum Lothringen.

Im März 880 erfolgte in Amiens eine interne Reichsteilung zwischen Ludwig und seinem Bruder Karlmann. Ludwig erhielt Franzien und Neustrien, Karlmann den Süden.

Die ganze Karolingerzeit hindurch kam es zu Einfällen der Wikinger und auch Ludwig III. schaffte es nur kurz mit der Schlacht bei Saucourt (3. August 881), die Angriffe der Normannen abzuwehren. Dieser Sieg wird im althochdeutschen Ludwigslied besungen.

Ludwig III. starb am 5. August 882 – kinderlos und ohne jemals geheiratet zu haben – in Saint-Denis bei Paris und wurde in der Kathedrale von Saint-Denis beigesetzt.  
(FRANKREICH), König König Ludwig III. (I22737)
 
2247 Eine Bauernfamilie, die zu Anfang des 14. Jahrhunderts im Simmental belegt ist. Heinrich (+ 1367), Bürger von Bern 1351, wurde durch den Handel mit Milchprodukten reich und nannte sich Zigerli. Sein Sohn Heinrich der Jüngere ( nach 1416), Grossrat 1387, erwarb Grundbesitz u.a. in Belp und Kräyigen (heute Gemeinde Muri bei Bern). Die Zigerli fanden schnell ihren Platz unter den Berner Notabeln und nannten sich ab ca. 1400 auch Ringoltingen. Rudolf, Sohn Heinrichs des Jüngeren, führte als Junker ab 1439 ein Wappen und heiratete in auswärtige Adelsfamilien ein. Mit Rudolfs Sohn Thüring starb das Geschlecht 1483 aus. Thüring hinterliess sechs Töchter, von denen Antonia ( 1487) Ludwig von Diesbach heiratete, der 1479 vom Schwiegervater das mit Schulden belastete Landshut übernahm. Im Berner Münster erinnert das ca. 1448-58 von Rudolf und Thüring in Auftrag gegebene Dreikönigsfenster an die Familie. (Info: HLS) RINGOLTINGEN-ZIGERLI, Stammlinie (I38643)
 
2248 Eine Berner Patrizierfamilie (auch als Tilger), die seit ungefähr 1415 das Berner Bürgerrcht besass und 1854 ausgestorben ist. Sie kamen vermutlich ursprünglich aus Gerlafingen, allenfalls aus Frankreich. Sie waren ab 1445 im Grossen Rat vertreten und stellten vom 15. bis 19. Jahrhundert zahlreiche Gross- und Kleinräte, Landvögte sowie höhere Offiziere, hauptsächlich in französischen und österrischen Diensten. Johann Anton wurde Berner Schultheiss. Mit dem Historiker Johann Anton starb das Geschlecht 1854 aus. Angehörige eines Zweigs, dem Johann Anton und Johann Franz angehörten, wurden als Träger von höchsten Staatsämtern in Diensten Karls VI. und Maria Theresias in den Adelsstand erhoben und traten zum Katholizismus über. In Opposition zu den Familientraditionen stand Anton Ludwig als helvetischer Statthalter. (Info: HLS) TILLIER, Stammlinie (I32831)
 
2249 Eine Berner Ratsherrenfamilie, 1436 als Burger angenommen, ab 1526 reformiert, 1741 erloschen. Burkhard aus Klingnau (+ 1468) wurde 1436 Burger, 1442 Grossrat und 1444 Kleinrat in Bern. Burkhards Gattin Benedikta von Hürenberg war Mitherrin der Herrschaft Münsingen. Von den folgenden zwei Generationen waren Hans Rudolf und Hans Franz als Politiker sowie in militärischen und diplomatischen Diensten Berns besonders erfolgreich. Hans Franz gelangte durch seine Ehen mit Ursula Stokar (3'900 Pfund) bzw. mit Rosina Wyttenbach (3'000 Pfund) zu Vermögen. Sebastian gehörte vor der Reformation dem geistlichen Stand an, Hans-Rudolf (+ 1561) war Kleinrat sowie Vogt von Aigle und Thonon. Durch Hans Franz' Tochter Magdalena (1550-1628) ging die Herrschaft Münsingen 1578 an Hans Steiger über. Die männlichen Nachkommen von Hans Franz' Sohn Burkhard (+ 1574), Vogt von Thonon und Romainmôtier, waren Grossräte und Vögte, die im politischen Leben Berns nicht mehr dieselbe Rolle spielten wie ihre Vorfahren. Mit ihnen starb das Geschlecht 1741 aus. (Info: HLS) NÄGELI, Stammlinie (I32278)
 
2250 Eine der eigenartigsten, gelehrtesten, aber auch schillerndsten Persön­lichkeiten, die der Thurgau hervorgebracht hat, ist Melchior Goldast. Wer immer sich mit der Geistesgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit, speziell mit Literatur, Geschichte, Recht und Staats­recht befasst, wird diesem Namen begegnen.
Aber schon mit dem Namen hat es eine eigenartige Bewandtnis. Von Haus aus hiess der Mann Guldinast. Seine Vorfahren waren von Bischofszell nach Konstanz übersiedelt und hatten es dort zu Ansehen gebracht. Als der Reformator Johannes Zwick im Jahre 1542 nach Bischofszell zog, um dort zur Pestzeit auszuhelfen, da zog auch ein Verwandter, Melchiors Vater Heinrich, mit ihm in seine ange­stammte Heimat und nahm sich Cleophea Gonzenbach zur Frau. Am 6. Januar 1578 kam ihr Söhnchen im Weiler Espen östlich des Thur­städtchens zur Welt und nannte sich in seiner Jugend- und Studenten-zeit richtigerweise Melchior Guldinast. Später konstruierte Melchior Beziehungen zu einer ausgestorbenen Konstanzer Patrizierfamilie Goldast, signierte ab 1600 mit diesem Namen und setzte, um das Blaublütige zu unterstreichen, auch noch «von Haiminsfeldt» dazu.
Lesen und Schreiben lernte der aufgeweckte Knabe im Chorherren­stift St.Pelagius. Zwischen 1590 und 1594 besuchte er das Gymnasium im schwäbischen Memmingen. Darauf studierte er zunächst in Ingol­stadt und dann an der protestantischen Universität zu Altdorf bei Nürnberg Jura und Philosophie, konnte aber wegen Geldmangels nicht abschliessen. Er kehrte nach Bischofszell zu seiner Mutter zurück - sie hatte nach dem Tod des Vaters wieder geheiratet - und entwarf hier zum Zeitvertreib ein griechisch-lateinisches Wörterbuch, wobei er auch Ausdrücke aus dem Hebräischen, Mittellateinischen, Deutschen, Französischen, Tschechischen, Flämischen, Niedersächsi­schen und Schweizerdeutschen beizog.
1599 kam Goldast ins Haus des hochgebildeten St.Galler Anwalts Dr. Bartholomäus Schobinger. Dieser Freund und Sammler alter Schriften und Bücher merkte bald, dass die Leidenschaft für Handschriften und Urkunden auch in seinem Gehilfen zu brennen begann. Er beabsichtigte, mit Goldasts Hilfe die Schriften Vadians sowie Texte mittelalterlicher und antiker Autoren herauszugeben. Einiges erschien mit einem wissenschaftlichen Apparat, der die stu­pende Gelehrsamkeit Goldasts bezeugt. Schobinger lieh sich zeit­weise die Manessische Liederhandschrift aus. Goldast vertiefte sich gierig darein und veröffentlichte einiges daraus.
Dazwischen sieht sich Goldast auch in Genf und Lausanne um, studiert, erlebt die Escalade und lässt dies und das drucken. Er wird Sekretär des Herzogs von Bouillon und hält sich mit ihm am kurpfälzi­schen Hof zu Heidelberg auf. Da stirbt Schobinger ganz unverhofft, erst 38-jährig. Goldast ist erschüttert. Zeitlebens bleibt er seinem Freund dankbar dafür, dass er die Liebe zu sprachlichen Altertümern in ihm geweckt hat.
Bald nach Schobinger starb auch Goldasts Mutter. Zeitweise hielt sich Melchior nun in Bischofszell auf und verkaufte das elterliche Haus. Dazwischen tauchte er immer wieder in Frankfurt am Main auf und gab eigene und fremde Schriften heraus.
Nun muss gesagt werden, dass Goldast wohl ein ausgezeichneter und oft beanspruchter Rechtskenner war, dass er aber anderseits seine Quellen nicht besonders schonungsvoll behandelte. So gestand er selbst, er habe aus mehr als einem Kodex Blätter «flucks heraus ge­rissen und in seine hossen gestossen». Man weiss heute, dass auch ganze Bücher auf unsaubere Weise in seinen Besitz gelangten, doch hat sich der Thurgauer gegenüber dem Vorwuf des Diebstahls, der hauptsächlich von den St. Galler Bibliotheken erhoben wurde, immer wieder zu wehren gewusst.
Im Frühling 1606 zog Goldast nach Frankfurt am Main. Diese Stadt galt als Drucker- und Verlegerzentrum. Hier hatte er bereits zwei sei­ner Hauptwerke drucken lassen (Arbeiten zur Geschichte zweier ger­manischer Stämme, der Sweben und der Alemannen), und hier gab er in den nächsten Jahren einige weitere wertvolle Werke heraus, unter anderem Schriften Ovids und Pirkheimers und hundert Gelehrtenbriefe mit Beiträgen von Vadian, Tschudi, Bullinger und anderen.
Dazwischen eilte er hierhin und dorthin, war Sekretär oder Berater dieses und jenes Fürsten und verfasste juristische Gutachten für Städte und Adelsfamiien. Aber reich wurde er nicht dabei, im Gegen­teil, meist litt er bittere Not. Trotzdem wagte er es, einen Hausstand zu gründen. Im Dezember 1612 ehelichte er die Frankfurterin Ottlia Sophia Jeckel, die ihm zwei oder drei Töchter schenkte.
Die Ernennung zum Schaumburgischen Hofrat in Bückeburg brachte 1615 einige ökonomische Erleichterung. Vier Jahre später traf er erstmals mit Kaiser Ferdinand II. zusammen, der ihm den Auftrag gab, die rechtlichen Aspekte der Erbfolge in Böhmen darzustellen. Das katholische Haus Habsburg bemühte hiezu den reformierten Schweizer, weil nur er in der Lage war, diese Arbeit auszuführen und die Belege beizubringen. Die Abhandlung - wie alle wissenschaftlichen Werke Goldasts lateinisch geschrieben - erschien 1627 in drei Bänden unter dem Titel «Commentarii de regni Bohemiae juribus» und zog die Beförderung zum Kaiserlichen Rat nach sich.
Schon vorher war Goldast in den Dienst des Landgrafen von Hessen getreten und nach Giessen gezogen. Dort starb am 1. Februar 1630 seine Frau, und am 11. August 1635 schloss auch er seine Augen für immer.
Gegen siebzig seiner Werke liegen gedruckt vor, und sie berühren alle Fakultaten. Für Theologen, Juristen, Philosophen, Historiker, Philolo gen und Numismatiker hat Goldast geschrieben und Altes ver­mittelt, wobei seine Zuverlassigkeit nicht durchwegs über alle Zweifel erhaben ist.
Goldast pflegte auch einen ausgedehnten Briefwechsel mit andern Gelehrten. An die zwanzig europaische Bibliotheken bewahren Briefe von und an Melchior Goldast auf, die zum Teil schon im 17. und 18. Jahrhundert gedruckt worden sind.
Sein Stolz, seine Freude und sein einziger Reichtum war seine Bibliothek. Wurde sie auf zweifelhafte Weise zusammengetragen, so fiel sie auf ungewöhnliche Art wieder auseinander. In den unruhigen Zeiten des Dreissigjährigen Krieges wollte sie Goldast in Sicherheit wissen. Etwa 4000 seltene Druckwerke verpackte er in Kisten und Fässer und liess sie 1625 nach Bremen bringen. Dort wurden sie in einem unbenützten Raum eines Schulhauses aufgestapelt und ge­rieten in Vergessenheit. Erst elf Jahre nach Goldasts Tod stiess man darauf. Die Bremer merkten gleich, was für Kostbarkeiten ihnen das Schicksal da in die Hände gespielt hatte. Sie traten in Verbindung mit Goldasts Erben, kauften ihnen die Sammlung ab und legten mit den so erworbenen Raritäten den Grundstock für eine Stadtbibliothek. Doch lange konnten sie sich ihrer Schätze nicht freuen. Schwedens Königin Christine war damals Oberherrin in Bremen. Diese vielseitig interessierte junge Herrscherin schrieb den Bremern, sie hätte «zu allerhand Aniquiteten grosse Behebung» und sie würden ihr einen Ge­fallen erweisen, wenn sie sich ihr gegenüber willfährig erzeigten. Wohl oder übel mussten die Bibliothekare zuschauen, wie ein Abgesandter der Königin, seinerseits ein Fachmann, die besten Kodexe für Stock­holm aussuchte. Als dann Christine dem Thron entsagte und nach Rom zog, da nahm sie einen Teil der Bremer Erwerbungen mit sich und schenkte sie nach ihrer Konversion zum Katholizismus dem Papst.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1948, gab die Stadt Bremen 50 wert­volle St.Galler Urkunden und 98 Vadian-Briefe an St. Gallen zurück, sodass heute Teile der Goldastschen Bücher-, Urkunden- und Hand­schriften-Sammlung vor allem in den Bibliotheken Bremens, Stock­holms, St. Gallens und des Vatikans zu finden sind.


Goldast, Melchior, genannt von Haimisfeld, deutscher Publizist und Historiker, geb. 6. Jan. 1578 zu Espen im Thurgau, studierte zu Ingolstadt und Altdorf die Rechte, mußte aber 1598 wegen Armut die Universität verlassen. Nachdem er sich eine Zeitlang in der Schweiz aufgehalten, auf der Bibliothek von St. Gallen studiert und in Genf als Hauslehrer gewirkt hatte, ging er 1603 als Sekretär des Herzogs von Bouillon nach Heidelberg und Frankfurt a. M. 1604 ward er Hofmeister eines Freiherrn von Hohensax zu Forsteck, lebte aber bald wieder unstet in mehreren Städten der Schweiz, bis er 1606 nach Frankfurt zurückkehrte, wo er sein Leben kümmerlich durch Schriftstellerei fristete. 1611 wurde er sachsen-weimarischer Rat, doch gab er schon 1615 diese Stellung wieder auf, um in die Dienste des Grafen von Schaumburg zu treten; er lebte bis 1624 in Bückeburg.

Später war er als kaiserlicher und kurtrierscher Rat bei mehreren Missionen tätig, stand zuletzt in hessen-darmstädtischen Diensten und starb als Kanzler der Universität zu Gießen 1635. Seine Korrespondenz war eine sehr ausgedehnte, die Zahl seiner Schriften, welche sich über alle Wissenschaften verbreiten und in vortrefflichem Latein verfaßt sind, eine ungeheure. Durch seine freie Schreibart zog er sich viele Feinde zu, unter andern Scippius und Lipsius.

Seine Schriften sind meist die Resultate gründlicher Forschungen auf dem Gebiet der mittelalterlichen Geschichte und des Staatsrechts; doch ist er in der Aufnahme von Urkunden oft kritiklos verfahren, es finden sich in seinen Sammlungen eine große Zahl unechter. Von seinen Werken sind zu nennen: »Scriptores rerum suevicarum« (Frankf. 1605; neue Ausg., Ulm 1727);
»Scriptores rerum alemannicarum« (Frankf. 1606, 3 Bde.; neue Ausg. 1730);
»Constitutionum imperialium collectio« (das. 1613, 4 Bde.; neue Ausg. 1674);
»Monarchia romani imperii« (Hannov. 1611–14, 3 Bde.);
»Commentarii de regni Bohemiae juribus« (das. 1627, 2 Bde.).
Er gab auch Wilibald Pirkheimers und de Thous Schriften heraus. Die Reste seiner reichhaltigen Bibliothek werden in Bremen aufbewahrt. 
GOLDAST, Melchior (I26815)
 

      «Zurück «1 ... 41 42 43 44 45 46 47 48 49 ... 123» Vorwärts»


Diese Website läuft mit The Next Generation of Genealogy Sitebuilding v. 15.0.1, programmiert von Darrin Lythgoe © 2001-2026.

Betreut von Gisela Strauß. | Datenschutzerklärung.