Strauss Genealogie


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1901 Die Familie[1], die sich nach der Bergfeste Sommerschenburg oberhalb Sommersdorfs (südöstlich von Helmstedt) nannte, war den älteren Pfalzgrafen von Sachsen aus dem Hause Goseck und Bottendorf (Putelendorf) nahe verwandt (Oda, Großmutter Friedrichs, war die Tochter Friedrichs I. von Goseck). Ob die Sommerschenburger Agnaten der Supplinburger oder der Walbecker Grafen waren, ist strittig.

Friedrichs Ehe mit Liutgard von Stade, Schwester von Hartwig I. von Stade, wurde 1144 wegen zu naher Verwandtschaft annulliert.[2] Aus ihr stammten Friedrichs Sohn und Nachfolger Adalbert und seine Tochter Adelheid, die 1184 gestorbene Äbtissin von Quedlinburg, Gandersheim (und vielleicht Bassum).

Unter Kaiser Lothar III. galt Friedrich als einer der „Getreuen am Kaiserhof“ und hielt sich später auf Seiten Heinrichs des Löwen. Friedrich war einer der bedeutendsten sächsischen Reichsfürsten seiner Zeit. Er bekleidete das Vogtsamt der Stifte und Klöster Quedlinburg, Gandersheim, Schöningen, Walbeck, Helmstedt, Huysburg, Hamersleben und Ringelheim und nahm bis 1152 wahrscheinlich die Hochvogtei des Erzstifts Hamburg-Bremen wahr. Als Vogteiliche Münzen ließ Friedrich in Quedlinburg, Gandersheim und Helmstedt schlagen, die z. T. zu den frühesten niedersächsischen Brakteaten gehören. Am Hofe Konrads III. dürfte Friedrich wie andere Reichsfürsten unter dem Eindruck der Predigt Bernhards von Clairvaux gestanden haben. Dennoch nahm er nicht am Zweiten Kreuzzug, sondern am Wendenkreuzzug von 1147 teil.

Während Friedrich als Territorialherr (u. a. als Graf im Hassegau) keine Rücksicht auf die Rechte der benachbarten Stifte und Klöster nahm, hatte er ein besonders enges Verhältnis zu den Zisterziensern: Bereits 1127/29 gründete Adelheid, die Frau des Edelherren Volkmar de Thuringia, die Abtei Walkenried. Es ist vermutet worden, dass die Stifterin entweder eine Pfalzgräfin von Sachsen aus dem Hause Bottendorf oder eine Landgräfin von Thüringen gewesen sei. Friedrich folgte 1136/38 mit der Gründung der Zisterzienserabtei Mariental am Lappwald, deren Kirche er als seine Grablege vorsah. Außerdem war er nach Rückkunft vom Kreuzzug 1148 an der Gründung der Zisterze Michaelstein am Harz durch die Quedlinburger Äbtissin Beatrix II. von Winzenburg beteiligt.

Friedrichs nicht mehr erhaltenes Grabmal im Marientaler Klosterchor beschrieb der Helmstedter Professor Heinrich Meibom: „Dem Grabstein ist sein Bildnis eingemeißelt, bartlos und gepanzert“ – außerdem teilte Meibom die Inschrift, nicht aber das Wappen mit. Dieses bestand nach jüngerer Überlieferung (Hermen Bote) aus einem neunmal von Silber und rot geteilten Schild bzw. als Amtswappen für die Pfalz Sachsen einem goldenen Adler auf Blau. 
VON SOMMERSCHENBURG, Friedrich II. (I52303)
 
1902 Die Feste Breitenbend ist eine Burgstelle im westlichsten Teil von Nordrhein-Westfalen. Breitenbend war eine Burg, später Schloss und Gutshof, gelegen in den breiten, feuchten Niederungswiesen (Benden) am rechten Ufer der Rur vor den Toren der Stadt Linnich am gegenüber liegenden Rurufer.

Die exakte Gründung der Breitenbend lässt sich nicht mehr belegen, wird aber auf das 9. Jahrhundert datiert. Erstmals erwähnt wurde sie im 14. Jahrhundert als brabantisches Lehen.

Die Breitenbend war eine der Stammburgen des Geschlechtes derer von Pallandt und wurde im Laufe der Jahrhunderte auch durch kriegerische Einwirkungen mehrfach verändert. Nach Besetzungen im Dreißigjährigen Krieg durch schwedische und hessische Truppen wurde sie kurz vor Kriegsende durch kaiserliche Soldaten unter Guillaume de Lamboy erobert, der die Burg zerstören ließ. Die übrig gebliebenen Teile der Anlage wurden danach als Hofgut genutzt. Um 1908 wurde das Gut von dem Düsseldorfer Maschinenfabrikanten Joseph Losenhausen (1852–1919) erworben.[1]

Im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen, wurde zunächst im Jahr 1950 der letzte erhaltene Turm der Vorburg niedergelegt. Im Jahr 1973 erfolgte das Ende der Breitenbend, die letzten Ruinen wurden völlig abgebrochen und das Gelände eingeebnet. 
VON PALAND, Karsilius I. (I5061)
 
1903 Die Festung Silberberg oder auch Schlesisches Gibraltar[1] (polnisch Twierdza Srebrnogórska, schlesisch: Festung Selberbarg) ist die einzige Gebirgsfestung auf dem Gebiet Schlesiens, in dem zur Gemeinde Stoszowice (Peterwitz) gehörenden Dorf Srebrna Góra (Stoszowice). Sie ist auch der größte Festungsbau in Europa mit dem höchsten Bastei-Donjon. In ihrer Geschichte wurde diese Festung niemals von Feinden eingenommen. HOFSTATT, N. (I57161)
 
1904 Die Folgen des Ersten Weltkrieges und die Inflation der Jahre 1922/1923 bedrohte die wirtschaftliche Lage vieler Kupferhöfe. Deshalb schlossen sich die Erben Emil Schleichers zu einer Kommanditgesellschaft zusammen. Sie verpachteten ihre Betriebe 1934 an die Stolberger Metallwerke. Geschäftsführer des neuen Unternehmens wurden Kurt Schleicher, Sohn von Arthur Schleicher sowie Oskar Lynen, der auch seine Firma „von Asten & Lynen“ angeschlossen hatte.

Die Geschicke des Unteren Hofes lagen somit in den Händen von Kurt Schleicher, der den Unteren Hof nach dem Familienmotto „Viribus unitis“ – „Mit vereinten Kräften“ führte. Über Karl Schleicher und anschließend Klaus Schleicher blieb der Hof bis zum heutigen Tag weiterhin im Familienbesitz.

Der alte Mühlenbau, der 1938 neu errichtet wurde, steht heute noch und auch der Ellermühlenteichlauf, der früher vier Wasserräder antrieb, ist immer noch vorhanden. 
SCHLEICHER, Rudolf (I54694)
 
1905 Die französische Prinzessin Blanca Margarete war die jüngste Tochter des Grafen Karl I. von Valois und seiner dritten Frau Mahaut von Châtillon. Sie wuchs am französischen Hof auf. Einen entscheidenden Einfluss auf ihr künftiges Leben hatte Königin Maria, zweite Frau Karls IV. und jüngere Schwester Johanns von Böhmen. Dieser ließ seinen erstgeborenen Sohn ab 1323 ebenfalls am französischen Hof aufziehen. Als Erbe der böhmischen Krone war er eine willkommene Partie. Noch 1323 kam es in Paris zur Vermählung der beiden sieben Jahre alten Kinder. Nach der Zeremonie wurden sie wieder getrennt und verblieben unter der Obhut ihrer jeweiligen Erzieher.

1328 bestieg Blancas älterer Bruder als Philipp VI. den französischen Thron. Philipp und Karl vertrugen sich nicht, und so verließ das jugendliche Ehepaar bald den Pariser Hof und ließ sich in Luxemburg nieder. Karl musste jedoch umgehend seinem Vater nach Italien folgen, wo er die Funktion des Statthalters in der Lombardei übernehmen sollte. Ab 1333 hielt er sich als Markgraf von Mähren in den Ländern der böhmischen Krone auf. Erst 1334 ließ er Blanca aus Luxemburg nachkommen. Am 12. Juni zog sie mit ihrem Gefolge feierlich in Prag ein.

Obwohl der böhmische Adel und die Bevölkerung die Franzosen zunächst begeistert empfangen hatten, schickte Karl die Ritter seiner Frau nach einem Monat wieder fort. Sein Vater hatte die königlichen Güter zu einem beträchtlichen Teil verpfändet, und zum Unterhalt von Blancas Gefolge fehlte dem jungen Markgrafen das Geld. Auch kam unter dem Adel die Befürchtung auf, die Fremden würden einen zu großen Einfluss auf den Thronfolger ausüben. Blanca lernte bald deutsch und tschechisch, was positiv bewertet wurde und zu ihrer Beliebtheit beitrug. Durch ihren Einfluss gelangten Elemente der französischen Mode nach Böhmen; so sollen die spitzen Schnabelschuhe mit der Prinzessin nach Prag gekommen sein.[1] Einen goldenen, edelsteinbesetzten Gürtel, den sie als Hochzeitsgeschenk erhielt, ließ Karl später umarbeiten. Aus ihm entstanden die Bügel der Wenzelskrone.[2] Zu ihrem Gepäck gehörten ferner illuminierte französische Handschriften, die als Vorbild der Velislaus Bibel gedient haben sollen.[3] 
(VALOIS), Blanka (Margarete) (I39075)
 
1906 Die französischen Burchardinger (frz. Bourchardides) stammen von Burchard Ratepilate ab. Seine Nachkommen sind die Grafen von Vendôme, Melun und Paris.
Aktuelle Arbeiten zur Herkunft der französischen Burchardinger postulieren eine Abstammung in weiblicher Linie von den Agilolfingern. Burchard Ratepilate war in der Tat ein Urenkel von Aubry von Sens und Engeltrude, der Tochter des Grafen Odo von Orléans.

Ein erster Burchard wird 891 und 905 in den Schriften der Abtei Saint-Martin de Tours erwähnt, wird aber nicht ausdrücklich als Graf von Vendôme bezeichnet.

Bouchard Ratepilate, sein Sohn, ist der erste, bei dem man sicher sein kann, dass er Graf von Vendôme war. Er und seine Nachfolger profitierten als Vertraute der Robertiner von deren Aufstieg.

Burchard stammte aus der Familie der französischen Burchardinger; er war der Sohn von Burchard Ratepilate, dem er zwischen 956 und 967 folgte.

Leben
Burchard konnte Elisabeth de Melun, die Witwe des Grafen Haymon von Corbeil, unter der Bedingung heiraten, dass die Elisabeth gehörenden Festungen Corbeil und Melun einem Vertrauten des Königs übergeben würden. Im Gegenzug machte Burchard seine Schwiegereltern zu Vizegrafen von Vendôme.

Burchard und Elisabeth hatten zwei Kinder:

Renaud, Bischof von Paris, Graf von Vendôme
Elisabeth, die Burchard mit Graf Fulko III. Nerra von Anjou verheiratete, um ein Gegenbündnis zu Graf Theobald von Blois zu schaffen, nachdem dieser sich Châteauduns und Chartres’ bemächtigt hatte.
Burchard war einer der wichtigsten Berater Hugo Capets. Als dieser 987 zum König von Frankreich gewählt worden war, machte er Burchard zu seinem Nachfolger in der zentralen und wichtigen Grafschaft Paris.

Nach einigen Quellen starb Burchard 1005, nach anderen zog er sich in die Abtei Saint-Maur zurück, wo er 1007 starb. 
(VENDOME), Bouchard ´der Ehrwürdige` (I37723)
 
1907 Die freiburgische Patrizierfamilie Praroman (deutsch Perroman) stammt aus dem gleichnamigen Ort in Freiburg. Dem Geschlecht gehörten mehrere Junker und Ritter an. Einzelpersonen werden bereits im 12. Jahrhundert erwähnt, die Familie ab Mitte des 13. Jahrhunderts. Die zwei Freiburger Äste sind auf Pierre (+ vor 1365) und Jacques (+ vor 1356), vermutlich Brüder, zurückzuführen. Der erste Ast starb 1862 mit Philipp, einem reichen und wohltätigen Gutsbesitzer, im Mannesstamm aus. Der zweite teilte sich 1408 mit Nicolas' Niederlassung in Lausanne in zwei Zweige. Der in Freiburg verbliebene Zweig verschwand in der 2. Hälfte des 16. Jh. Der später reformierte Lausanner Zweig erlosch mit Rodolphe Samuel bzw. mit Louis Samuel (gestorben 1750), Oberstleutnant in holländischen Diensten.
weiterführende Info: HLS 
VON PRAROMAN, Stammlinie (I21778)
 
1908 Die Freiherren von Bussnang waren vom 12. bis zum 15. Jahrhundert ein Adelsgeschlecht in der heutigen Ostschweiz mit Besitzschwerpunkt um Bussnang und Weinfelden. Ihr Wohnsitz war bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts die Burg Bussnang Welt-Icon[1]. Die Familie unterhielt enge Beziehungen zum Bistum Konstanz und zur Fürstabtei St. Gallen, von denen sie Lehen und Pfandschaften innehatte und in welchen sie wiederholt wichtige Positionen belegte. Im 14. Jahrhundert lehnten sich die Bussnang vermehrt auch an Habsburg-Österreich an. VON BUSSNANG, Klara (I46896)
 
1909 Die Freiherren von Gösgen waren eine Hochadelsfamilie, die im Spätmittelalter in der Gegend von Obergösgen und Niedergösgen belegt sind. Sie wurden vom Bischof von Strassburg mit der Kastvogtei über das Stift Werd belehnt. Ihr Erbe fiel an die Familie von Falkenstein.
Als erster Sitz der Adelsfamilie wird eine Erdburg in Obergösgen vermutet, die ins 10./11. Jahrhundert datiert wird. Der erste namentlich bekannte Vertreter der Familie war 1161 Bernerus de Cozequovon.

Gerhard I. von Gösgen wird zwischen 1224 und 1267 erwähnt. Er erhielt vom Stift Werd (am 15. März 778 als Werith erstmals erwähnt; Werd bedeutet «Flussinsel») die Erlaubnis zum Burgenbau auf stiftseigenem Gebiet. Die so entstandene Anlage über Bözach erhielt den Namen Niedergösgen, der bald für die ganze Gegend stand. Gerhard I. verstand es, die umliegenden Dörfer auf beiden Seiten der Aare unter seinen Einfluss zu bringen. Vom Bischof von Strassburg wurden sie mit der Kastvogtei über das Stift Werd (späterer Name Schönenwerd) belehnt.

Gerhard I. hatte zusammen mit seiner Ehefrau, der Freiin Amalia von Hinwil, zwei Söhne, Gerhard II. (erwähnt von 1256 bis 1311) und Konrad. Sie lagen im Streit mit dem Stift Schönenwerd, da sie danach strebten, aus der Kastvogtei eine Familienherrschaft zu machen. Dem Stift stand Konrad ab 1282 als Propst vor. Von 1305 bis 1323 war er in Basel Domherr. Die Herren von Gösgen zeigen sich als treue Parteigänger von Rudolf von Habsburg. Gerhard von Gösgen begleitete diesen in seinem Feldzug gegen Ottokar II. von Böhmen.[1]

Johann I. von Gösgen hatte einen gleichnamigen Sohn Johann II. (erw. von 1359 bis 1382; gest. 1383). Da seine Mutter, von der nichts weiter bekannt ist, nicht dem Freiherrenstand angehörte, verlor Johann II. die Kastvogtei, konnte jedoch die Burg Niedergösgen behalten.

Die Tochter von Johann II., Amalia,[2] war mit dem Freiherrn Wernher von Falkenstein (erw. ab 1318; gest. 1382) verheiratet. Sie hatten zwei Söhne, Rudolf IV. (gest. 1399) und Hans II. von Falkenstein (gest. 1429). Als Wernher 1382 starb, übertrug Johann II. von Gösgen die Burg Niedergösgen an seine beiden Enkel. Mit dem Tode Johanns II. von Gösgen starb das Geschlecht im Mannesstamm aus.

Als Grablege diente ihnen unter anderem die Stiftskirche Schönenwerd. Hier befinden sich Grabplatten von Marquard (gest. 1343) sowie von Johann II.[3] 
VON GÖSGEN, Elisabeth (I7948)
 
1910 Die Freiherren von Grandson waren ein begütertes Hochadelsgeschlecht in der Waadt. Sie nannten sich nach der Burg Grandson südwestlich des Neuenburgersees. Sie waren das vorherrschende Geschlecht im nordwestlichen Waadtland und erbauten neben Grandson die Burgen von Belmont, Champvent, La Sarraz und Montricher. Die Seitenlinie Grandson-Belmont spaltete sich 1185 ab. Nach dem Tode Ebals IV. begründeten seine Söhne die Linien La Sarraz (Gerhard), Champvent (Heinrich) und Grandson (Peter I.). Peters Sohn Othon bekleidete eine wichtige Stellung am Hof des englischen Königs Eduard I., er erbte die Güter der erloschenen Seitenzweige Champvent und La Sarraz. Von Othons jüngeren Brüdern war Wilhelm Mitglied des englischen Parlaments und führte den Titel eines Lord Grandisson, Gerhard (1275–1278) und Heinrich (1278–1286) waren Bischöfe von Verdun. Durch die Heirat von Othons Neffen Peter II. mit Blanche, einer Enkelin von Graf Thomas II. von Savoyen, wurden die Herren von Grandson zu Gefolgsleuten der Grafen von Savoyen. Mit dem Tode Ottos III. († 1397) im Duell starben die Herren von Grandson aus und ihr Besitz fiel an Savoyen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Grandson_(Adelsgeschlecht) 
VON GRANDSON-BELMONT, Agnes (I41500)
 
1911 Die Freiherren von Grünenberg waren eine weit verzweigte Adelsfamilie, deren Vertreter von der Mitte des 12. bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts im schweizerischen Mittelland, vor allem im heutigen Bernischen Oberaargau, sowie im Elsass und im Südbadischen, vor allem im heutigen Markgräflerland und im Breisgau, in Erscheinung traten. Für diese Zeit des ausgehenden Mittelalters sind rund einhundert Personen bekannt, die mit grosser Sicherheit der Familie zugeordnet werden können. VON GRÜNENBERG, Elisabeth Isabella (I26114)
 
1912 Die Freiherren von Grünenberg waren eine weit verzweigte Adelsfamilie, deren Vertreter von der Mitte des 12. bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts im schweizerischen Mittelland, vor allem im heutigen Bernischen Oberaargau, sowie im Elsass und im Südbadischen, vor allem im heutigen Markgräflerland und im Breisgau, in Erscheinung traten. Für diese Zeit des ausgehenden Mittelalters sind rund einhundert Personen bekannt, die mit grosser Sicherheit der Familie zugeordnet werden können.

Geschichte
Mutmassliche Ahnen und Vorfahren der Freiherren von Grünenberg
Im Jahr 1192 traten drei Brüder als Ministerialen der Kirche von Konstanz in Erscheinung. Hugo von Grünenberg, 1176 erstmals erwähnt, übertrug vor dem 25. März 1192 zusammen mit seinem Bruder Conrad ein Gut in Bankholzen und ein Gut in Bohlingen an das Domkapitel von Konstanz. Die beiden Güter waren Leibgedinge ihres Bruders, des Schenken Arnold II., für dessen Ehefrau. Hugo war zuvor in die Konfraternität aufgenommen und mit einer Pfründe ausgestattet worden. Er erhielt eine Wohnstätte (curia canonicalis). Der damalige Bischof Diethelm von Krenkingen überliess die beiden Güter durch die Hand des Dompropstes Ulrich dem Hugo von Grünenberg als Lehen (feodum claustralis). Der Vater der drei Brüder, Arnold I., wurde 1162 als Ministeriale der Kirche von Konstanz erwähnt. Seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts lassen sich am Hofe des Konstanzer Bischofs die klassischen vier Hofämter des Marschalls, des Truchsessen, des Kämmerers und des Schenken nachweisen. Diese Ämter waren überwiegend mit Hochstiftsministerialen besetzt. Sie trugen den Titel "ministerialis ecclesiae Constantiensis". Arnold II. war als Schenk einer der Träger dieser vier Hofämter. Es wird vermutet, dass er der Vater von Heinrich I. von Grünenberg gewesen sein könnte, der 1224 im oberen Aargau in Erscheinung trat. Die Familie hatte ihren Sitz auf der Burg Grünenberg, dem späteren Kloster Grünenberg in Bankholzen auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Moos (am Bodensee). Die Familie nannte sich auch "von Bankholzen".

Die Freiherren von Langenstein, von denen sehr wenig bekannt ist, gehörten vermutlich zum alteingesessenen Adel in der Gegend des heutigen Bernischen Oberaargaus und des Luzerner Hinterlandes. Sie traten 1194 in Erscheinung, indem sie das Zisterzienserkloster Sankt Urban gründeten und mit reichlich Grundbesitz aus ihrem Eigentum ausstatteten. Wenig später starben sie aus. Vermutlich über eine Erbtochter fiel der allergrösste Teil der langensteinischen Herrschaft an die Freiherren von Grünenberg. Ein kleinerer Teil aus dem Besitz der Langenstein gelangte über frühere Mitgiften in die Hände der Ritter von Luternau und der Freiherren von Balm. 
VON GRÜNENBERG, Johann Grimm II. (I32011)
 
1913 Die Freiherren von Hewen waren ein mittelalterliches Freiherrengeschlecht. Sie benannten sich nach ihrer Stammburg auf dem Hohenhewen bei Engen im Hegau.

Im Jahr 1050 wurden sie das erste Mal urkundlich als die Herren von Engen benannt.[1] Nach dem Bau ihrer Stammburg benannten sie sich in die Freiherren von Hewen um. Diese Burg wurde spätestens 1170 errichtet. Ab 1172 ist der Name Freiherren von Hewen urkundlich bezeugt. Einer der ersten Freiherren, die den neuen Namen benutzen, war Walter von Hewen. Zum Kern der Herrschaft der Freiherren von Hewen zählten die Stadt Engen und ihre Umgebung. Dazu gehörte die Burg Engen, die Burg Neuhewen, die Hewenegg, die Burg Boll, Tudoburg und die Burg Wildenstein. Residenzstadt war Engen.[2]

1291 trat Rudolf von Hewen in ein Lehensverhältnis zum Haus Habsburg. Er diente diesem 1313 als Hofrichter und dem römisch-deutschen König Friedrich 1322 als Abgesandter.

Gebietserweiterungen
Im Laufe der Zeit erweiterten die Freiherren von Hewen ihr Herrschaftsgebiet in Richtung Schweiz. So erwarben sie 1365 die Herrschaft Griesenberg im Thurgau und 1428 die Herrschaft Hohentrins in Graubünden. Friedrich von Hewen entschied 1457 in einem Schiedsspruch über die Gebietsgrenzen zwischen Trin und Tamins.[3]

1498 erwarben die Brüder Friedrich Wolfgang und Georg von Hewen die Grafschaft Werdenberg von Mathias von Kastelwart für 24 000 Rheinische Gulden. Zumindest zu diesem Zeitpunkt besassen die Freiherren das Bürgerrecht des Standes Luzern.[4] Das Werdenberg wurde von einem weiteren Mitglied der Familie Bischof Heinrich von Hewen als Vogt, sesshaft in Chur, verwaltet. Im Schwabenkrieg kämpften die Freiherren von Hewen auf Seite der Eidgenossen unter deren Führer Ulrich von Sax. Die Werdenberger wurden für die Sicherung des Oberrheins gegen die Habsburger eingesetzt. Während dieser Zeit wurde die Herrschaft stark verschuldet. 1517 wurde das hoch verschuldete Werdenberg und das Wartau an den Kanton Glarus für 21 500 Rheinische Gulden weiterverkauft.[5] Der Kaufvertrag wurde am 30. März 1517 aufgesetzt und besiegelt.[6]

Dagegen verpfändeten sie 1398 ihr ursprüngliches Herrschaftsgebiet an Leopold von Habsburg, der Engen 1404 an den Grafen Hans von Lupfen verkaufte. Dieser Verkauf war strittig und die Freiherren von Hewen versuchten, die Herrschaft wieder in ihren Besitz zu bekommen. Besonders der Konstanzer Bischof Heinrich von Hewen stritt sich vergeblich mit den Grafen von Lupfen um das Herrschaftsgebiet. Sein Versuch, die Herrschaft Hewen wieder in den Besitz seiner Familie zu bringen, scheiterte.[7]

1414 verlieh König Sigismund die Herrschaft regulär als Reichslehen an Hans von Lupfen. Doch der Streit war damit nicht beendet. 1445 versuchten die Freiherren von Hewen mithilfe der Habsburger die Herrschaft zurückzuerobern. Dabei nahmen sie die Grafen von Lupfen gefangen. Auch 1460 versuchten sie ihre alte Herrschaft zurückzuerobern, indem sie einen Aufstand der Bevölkerung anzettelten.[1] Peter von Hewen vermählte sich 1472 mit der Gräfin Agnes von Lupfen. Damit war der Streit beendet und Engen ging endgültig an die Grafen von Lupfen. Peter von Hewen verzichtete am 13. Mai 1477 auf die Ansprüche an der Herrschaft.

Die Herren von Hewen starben 1570 mit Albert Arbogast von Hewen in männlicher Linie aus. Er war der Sohn von Jerg von Hewen, der 1542 im Türkenkrieg gefallen war. Zuletzt residierten die Freiherren von Hewen in Trin in Graubünden.[8] Die Burg Canaschal ging danach an Johann von Planta. 
VON HEWEN, Anna (I56578)
 
1914 Die Freiherren von Hornstein gehören zum schwäbischen Uradel mit den Stammhäusern Hornstain (Horenstain) und Hertenstain bei Sigmaringen.

Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich 1243 mit Manegold von Hertenstain und 1247 mit seinem Bruder Heinrich von Hornstain. Nach dem Erlöschen der verschiedenen Linien Hornstein nimmt die Linie Hertenstein etwa 1486 den Namen Hornstein an. Die Stammreihe beginnt Burkhard von Hertenstein, urkundlich 1303.

In den Jahren 1579, 1586 und 1623 erlangten sie den Besitz des Reichslehens Hohenstoffeln mit den Orten Weiterdingen, Binningen mit Burg Binningen, Bietingen, und dem Burgstall Homboll. Die drei Burgen auf dem Hohenstoffeln (Vorder-, Mittel- und Hinterstoffeln) wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die Familie erbaute sich neue Sitze in den umliegenden Ortschaften.

Das Geschlecht gehörte zur schwäbischen Reichsritterschaft (dem Schwäbischen Ritterkreis). Balthasar Ferdinand von Hornstein (1614–1685) war Direktor der Reichsritterschaft des Kantons Hegau, Allgäu und Bodensee.[1]

Schloss Grüningen ist seit 1311 bis heute im Besitz der Familie.[2] Auch Schloss Binningen und Schloss Weiterdingen (beide in der Gemeinde Hilzingen gelegen) gehören bis heute dem Familienzweig der Freiherren von Hornstein zu den drei Hohenstoffeln-Binningen.

Personen
Rudolf von Hornstein (erwähnt 1338–1349) war auch in Burgau und Beizkofen begütert.[3]
Mantz von Hornstein (1349–1413), Sohn des Rudolf von Hornstein, erbte das Reichenauische Lehen Heudorf und hatte von Graf Eberhard dem Greiner auch das Dorf Betzenweiler zu Lehen. 1355 verkaufte er den Zehnten zu Beizkofen an die Heiligkreuztaler Äbtissin Anna von Hornstein und dem Konvent als Lehen, 1356 einen Hof in Burgau, der Lehen des Freiherrn Albrecht von Stoffeln war, und eignete 1386 den 6. Teil des Beizkofer Zehnten dem Kloster Heiligkreuztal. 1412 erhielt er das Lehen der Vogtei Betzenweiler.[3]
Anna von Hornstein Schwester des Mantz von Hornstein war an der Burg Heudorf mitbelehnt.[3]
Herman und Hugo von Hornstein waren Söhne des Mantz von Hornstein.[3]

Drei Hornstein-Äbtissinnen im Zisterzienserkloster Heiligkreuztal
Anna von Hornstein-Göffingen 1354–1357 Äbtissin vom Kloster Heiligkreuztal.[3]
Hans Christoph von Hornstein (1551–1606), 1587 Reichshofrat, 1591 Geheimrat des Kaisers Rudolf II.[1]
Hermann von Hornstein (Hermann Freiherr von Hornstein-Hohenstoffeln-Binningen; 1843–1893), Mitglied des Deutschen Reichstags
Karl Heinrich von Hornstein (1668–1745), Ritter des Deutschen Ordens

Wappen des Landkomturs Karl Heinrich von Hornstein in Absberg
Marianna Franziska von Hornstein (1723–1809), Äbtissin des Damenstifts Säckingen
Leopold von Hornstein (1641–1718), Kanzler des Fürstbischofs von Augsburg und Bürgermeister von Dillingen[1]
Robert von Hornstein (1833–1890), Komponist
Wilhelm von Hornstein (1813–1890), K.u.K. Feldmarschallleutnant[4]
Wolf Freiherr von Hornstein (1918–2008), deutscher Verleger, Herausgeber und Koch
Erika von Hornstein (1913–2005), Malerin, Schriftstellerin und Filmregisseurin (verheiratet Erika Bausch)
Schlösser der Familie
Schloss Weiterdingen
Schloss Binningen im Hegau bei Hilzingen
Oberes Schloss Grüningen in Riedlingen
Schloss Bietingen
Siehe auch 
VON HORNSTEIN, Balthasar (I46847)
 
1915 Die Freiherren von Klingen (auch Hohenklingen, Alten-Klingen und Klingnau) waren ein im Mittelalter bedeutendes Adelsgeschlecht aus dem Thurgau.

Herkunft
Die erste urkundliche Erwähnung eines Geschlechts von Klingen geht angeblich zurück auf das Jahr 925, wo beim Einfall der Ungarn in das Gebiet am Hochrhein die heilige Wiborada, Klausnerin bei St. Gallen erschlagen wurde, die sich angeblich von Klingen nannte.

Stammsitz
Das Stammhaus der Herren von Klingen war die Burg Altenklingen bei Wigoltingen im Thurgau, welche um 1200 zum Schloss umgebaut wurde. Neben Schloss Altenklingen zählt auch die von den Freiherren von Klingen um das Jahr 1225 umgebaute Burg Hohenklingen sowie das 1239 errichtete Schloss Klingnau in der gleichnamigen Ortschaft, als Sitze der Herren von Klingen. All diese Burgen sind, wenn auch zu späteren Zeit umgebaut, heute noch erhalten.

Wappen
Das Stammwappen zeigt in einem schwarzen, mit silbernen Schindeln bestreuten Schild einen gold gekrönten und rot gezungten aufrechten silbernen Löwen. Auf dem Helm mit silbern-schwarzen Decken ein wachsender, gold gekrönter und rot gezungter silberner Löwe, hinten mit einem ausgekerbten roten Schirmbrett besteckt, dessen Spitzen mit Pfauenfedern bestückt sind.

Das Wappen der Klingen im Codex Manesse zeigt ebenfalls auf Schwarz den silbernen Löwen, die Schindeln sind jedoch golden. Auf dem Helm mit roten Helmdecken zwei auswärts gekehrte silberne (eiserne) Beile; die Schneiden der Beilklingen sind mit Pfauenfedern bestückt.

Nach der Teilung des Geschlechts um 1225 wählten der Zweig derer von Hohenklingen ein eigenes Wappen. Es zeigt einen fünfblättrigen Eichenzweig auf goldenem Grund und einer roten mit weissen Schuppen eingerahmten Scheibe als Helmzier.

Bedeutende Namensträger
Fides von Klingen († 1358), Fürstäbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich
Walther von Klingen († 1286), Minnesänger

Literatur
Walther von Klingen und Kloster Klingental zu Wehr. Jan Thorbecke Verlag, 2010, ISBN 978-3-7995-0850-6.
Franz Josef Mone: Das ehemalige sanktblasianische Amt Klingenau. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrhein. Band 1.
Wilhelm Wackernagel: Walther von Klingen, Stifter des Klingenthals und Minnesänger. Basel 1848.
J. A. Pupikofer: Geschichte der Freiherren zu Alten-Klingen, Klingnau und Hohenklingen. In: Thurgauische Beiträge zur Vaterländischen Geschichte. Band 10. (in der Google Buchsuche)
Weblinks
Commons: Klingen (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Martin Leonhard: Klingen, von. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Klingen. In: Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Band 2, Heidelberg 1905, S. 297–299.
Wappen der Zollikofer von Altenklingen (St. Gallen)

Verwandtschaft / Relationship / Parenté
Landenberg-Greifensee, von Regensberg, von Kyburg, von Dillingen..

http://www.stammler-genealogie.ch/relationship.php?altprimarypersonID=&savedpersonID=I1&secondpersonID=&maxrels=1&disallowspouses=0&generations=50&tree=StammlerBaum&primarypersonID=I4831 
VON (ALTEN)KLINGEN, Ulrich der Jüngere (I25980)
 
1916 Die FREIHERREN VON REGENSBERG waren ein bedeutendes Schweizer Adelsgeschlecht im ehemaligen ZÜRICHGAU Zürichgau; die genaue Genealogie, insbesondere der frühen Jahre, ist umstritten. Sie waren verwandt mit den FREIHERREN VON KRENKINGEN, diese führten ein ähnliches Wappen.

Ihre Blütezeit erlebten die REGENSBERGER im Hochmittelalter, und zu ihrem Herrschaftsbereich gehörten weite Teile des heutigen Kantons Zürich. Die Klöster Fahr und Rüti sowie die Städtchen Regensberg, Grüningen, Kaiserstuhl und Glanzenberg zählen zu ihren bekanntesten Gründungen. Hinzu kam Streubesitz im Aargau, Thurgau und nördlich des Rheins bis nach ST. BLASIEN im Schwarzwald sowie einige namhafte Burgen und Kirchen.  
N., N. (I23907)
 
1917 Die Freiherren von Reischach mit ihrer Stammburg Burrach beim Walder Ortsteil Reischach sind ein typisches kleinadeliges Geschlecht, das es nie zu herausragender Berühmtheit an sich, oder an einzelnen Mitgliedern brachte, deren Vertreter aber in der südwestdeutschen Geschichte, vor allem im Umfeld des Hauses Württemberg, bis in die Neuzeit immer wieder in Erscheinung traten. Sie sind seit 1191 („Ulrich von Reischach“) bezeugt.

Die Reischacher konnten sich in ihrem Ursprungsgebiet nicht lange halten. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wurde im Jahre 1212 durch den staufischen Ministerialen Burkhard von Weckenstein ein Kloster gegründet. Das Kloster Wald lag nur knapp zwei Kilometer von der Burg Burrach entfernt. Das neu gegründete Kloster versuchte von Anfang an, das Gebiet in seiner unmittelbaren Nachbarschaft unter seinen Einfluss zu bringen. Tatsächlich gelang es dem Kloster, seinen Besitz und damit auch seine herrschaftliche Stellung auszudehnen, auch durch seine guten Beziehungen zu den Stauferkaisern. Folgerichtig verdrängte es das Geschlecht der Reischacher und brachte es schon im Jahr 1290 fertig, mit diesen einen Vertrag abzuschließen, in dem die Erwerbs- und Ausdehnungsinteressen des Klosters räumlich festgelegt wurden. Seit dem Übergang an das Kloster Wald sind die Reischacher in Reischach nicht mehr ortsansässig, ihre Burg war bereits spätestens 1241 geschleift worden.

Das Geschlecht der Ritter von Reischach ist im Umkreis der staufischen Ministerialenfamilie der Grafen von Pfullendorf 1191 in Urkunden vermerkt. Ulrich von Reischach war wohl ein Dienstmann das Grafen Rudolf von Pfullendorf, der wiederum in sehr enger Beziehung zu Kaiser Friedrich Barbarossa stand und diesem, nachdem Rudolfs einziger Sohn Berthold 1167 gefallen war, seine Herrschaft übereignete.

Vielleicht trug der Tod des Pfullendorfer Dienstherrn 1180 zur Aufgabe der Reischacher Herrschaft bei, ihre Besitzungen vermachten sie im 13. Jahrhundert nach und nach dem Kloster in Wald.

Ende des 14. Jahrhunderts waren vier Brüder als Condottiere in Italien nachgewiesen: Johann, Eberhard, Albrecht und Konrad. Johann Flach von Reischach befand sich bereits 1356 im Dienste des Kirchenstaates. Im Jahr 1364 war er Marschall der Großen Kompagnie, einer Vereinigung, welche sich zumeist aus deutschen Söldner zusammenschloss. 1369 zog er im Auftrag des Papstes gegen Perugia und besiegte die Englische Kompagnie. Doch er wechselte wieder die Fronten und kämpfte mit John Hawkwood gegen den Papst, worauf er von diesem gebannt wurde. 1371 stand Johann Flach von Reischach im Dienste der Visconti, 1373 wieder von Perugia. 1379 gelang es ihm, möglicherweise mit Unterstützung seines Bruders Konrad, welcher nur kurz in Italien Dienst getan hatte und stattdessen in diplomatischen Dienst beim Papst in Avignon getreten war, den päpstlichen Bann zu lösen, wozu er sogar nach Avignon gepilgert war. Zwischenzeitlich hielt er sich auch in Süddeutschland auf, so als er 1367 – mit in Italien verdientem Geld – die Herrschaft Jungnau erwarb. Im Jahr 1382 kehrte er endgültig nach Schwaben zurück, wo er 1383 Vogt von Schelklingen wurde.

Der erwähnte Konrad von Reischach kam in seinem Dienst für den Papst in Avignon auch an den Hof König Wenzels. Er übte großen Einfluss aus und konnte auch große Summen Geld verleihen. Von den Städten Nürnberg und Augsburg wurde er besonders geehrt. Am Hofe von Papst Clemens VII. in Avignon lernte er die verwitwete Isabella, Tochter König Jakobs III. von Mallorca kennen. Dessen Königreich aber war bereits 1343 von König Pedro IV. vernichtet worden. Sie heirateten 1375. Aus der Ehe mit der Königstochter ging ein Sohn, Michael hervor. Etwa 10 Jahre später kehrten Vater und Sohn ohne die Mutter nach Schwaben zurück. 1395 wird Michael als Ritter genannt. Dennoch wird 1409 ein Gutachten bereitgestellt, das seine königliche Abkunft, welche wohl in Schwaben angezweifelt wurde, nochmals bestätigen sollte.

Vater und Sohn erwarben das Schloss Gaienhofen. Im Zusammenhang mit dem Konstanzer Konzil gaben beide im Jahr 1417 auf ihrem Schloss ein Fest. Im Anschluss an dieses Fest wurde Michael von zwei Gästen, einem Herrn von Randegg und einem Herrn von Stuben, aus unbekanntem Grund ermordet. Sein Vater starb ein Jahr später. Wie sehr sich diese mittelalterliche Lebensgeschichte bis in die Neuzeit verwob, zeigt die merkwürdige Bewerbung eines Grafen von Reischach aus Wien, der aufgrund dieser Ereignisse 1870 Ansprüche auf den spanischen Thron erhob.

Eine weitere Tochter Konrads war die Walder Zisterzienserin Anna von Reischach.

Die Familie erwarb vor 1468 durch Kauf und Heirat Güter in Rieth, Nußdorf und Eberdingen (1469) und stellte sich in die Dienste des württembergischen Hauses. Die Grafenfamilie existiert heute noch. Der Familie gehört Schloss Riet, ihr mehrfach umgebautes Schloss Nußdorf befindet sich dagegen nicht mehr in Familienbesitz.

Ende des 16. Jahrhunderts waren die Herren von Reischach sehr begütert: Ihnen gehörten die Burgen Dietfurt, Hornstein, Heudorf, Straßberg, Jungnau und andere. Zweiglinien saßen auf den Burgen Hohenstoffeln, Mägdeberg, Stüßlingen, Wurmlingen, Neuhewen und Immendingen.

Einige herausragende Persönlichkeiten besaß die Familie. So war es Eiteleck von Reischach, der 1529 der türkischen Belagerung Wiens trotzte, Hans Lienhard von Reischach, der 1519 den Hohenasperg verteidigte, Amalia von Reischach, die Äbtissin in Lindau war und Kaiser Maximilian bewirtete.


Eberhard von Reischach auf der Schandtafel im Tübinger Schloss
Eberhard von Reischach unterstützte Herzog Ulrich von Württemberg und wollte dessen Kinder auf dem Tübinger Schloss verteidigen, ergab sich aber mit 70 weiteren Adligen schon kurz nach Beginn der Belagerung des Schlosses durch Georg von Frondsberg am Ostermontag 1519.[2] Er heiratete 1525 die in Meßkirch geborene Katharina von Zimmern, die letzte Äbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich. Eberhard tat sich später als Söldnerwerber für den des Landes vertriebenen Herzog Ulrich von Württemberg hervor, weshalb er in Zürich zunächst in Ungnade fiel, aber 1529 mit seiner Frau zurückkehrte. Er fiel 1531 im Zweiten Kappelerkrieg.

Wappen
Blasonierungen nach Kindler von Knobloch: „Kopf und Hals eines schwarzen Ebers mit goldener Mähne in Silber, das gleiche Bild auf dem Helme. Helmdecken: schwarz-silbern (Siebmacher I, 112, No. 5 und Donaueschinger Wappenbuch, fol. 107). Der Eber mit roter Zunge und Schnauze (Wappenbuch des Abtes Ulrich von St. Gallen). Der Eber mit schwarzer Mähne (Wappenbuch des Grafen von Virmont und Nessen, f. 107). Ebenso nur die Helmdecken: rot–silbern (Wappenbuch des Hans Ingram von 1459). Varianten des Helmschmuckes: silberner Eberkopf und Hals mit goldenen Rückenborsten (Wappenbuch Grünenberg no. 1483: Wappenkodex Verein Herold, f. 240, No. 1); silberner Kopf und Hals des Ebers mit schwarzer Mähne, goldener Schnauze, Hauern und Ohren und roter Zunge; Helmdecken: rot–silbern (Wappenbuch der Stadtbibliothek von Colmar, No. 64, fol. 140). Schwarzer Kopf und Hals eines Ebers in Gold, Mähne sowie Halsband des Ebers golden (Historia Concilii Const. Incunabel von Grafen und Freiherren von Reischach. 1483 in der k. k. Hofbibliothek in Wien). Wie zuletzt beschrieben: nur Zunge rot, Hauer golden. Borsten silbern; auf dem Helme goldener Eberrumpf mit silbernen Hauern und Borsten (Züricher Wappenrolle Nr. 181). Die Linie der Freiherren von Reischach früher zu Immendingen, nun zu Schlatt, führt, nach gütiger Mitteilung des Freiherrn Carl von Hornstein, einen silbernen Eberrumpf als Helmschmuck.“[3] 
VON REISCHACH, Burkhard (I39982)
 
1918 Die Freiherren von Wartenberg waren ein süddeutsches Adelsgeschlecht mit den Stammsitzen Burg Wartenberg und Obere Burg Wartenberg auf dem Wartenberg bei Geisingen.
Angenommen wird ihr Abkunft aus einem Ortsadelsgeschlecht des Ortes Geisingen, ein Cuno von Gisingen wird 1085 genannt. Nach dem Bau einer Burg auf dem ehemaligen Vulkan Wartenberg nannten sie sich wohl nach diesem Ort.

Im Jahr 1215 werden die Brüder Konrad der Ältere und Heinrich der Ältere genannt als deren Söhne 1242 H. et E(igelofus) juniores, filli sui, de Wartenberc anzusehen sind.[1] 1273 nennt sich Konrad von Wartenberg Landgraf in der Baar. Bekanntestes Mitglied der Familie war wohl der Abt von St. Gallen, Heinrich von Wartenberg.

Die Wartenberger waren keine Dienstmannen der Fürstenberger wie manchmal vermutet wurde. Konrad von Wartenberg nannte sich 1273 Landgraf in der Baar. Teil an der Herrschaft hatten auch die Grafen von Sulz. Graf Hermann von Sulz überließ 1282 die Landgrafschaft Baar König Rudolf von Habsburg, welcher sie dem Grafen Heinrich von Fürstenberg verlieh. Ein Fürstenberger heiratete in die Familie derer von Wartenberg ein. Das Geschlecht der Wartenberger erlosch um 1302 in der Stammlinie.  
VON WARTENBERG, Freiherr Freiherr Heinrich (I10346)
 
1919 Die Freiherren von Zimmern gehörten zu den mittleren Adelsgeschlechtern des südwestdeutschen Raumes und residierten in Messkirch. Ihren Rang verdankten sie vor allem dem Fürstendienst, waren sie doch enge Gefolgsleute der Habsburger. Hans Werner zählte zu den wichtigsten Ratgebern von Erzherzog Sigismund von Österreich.

Als Sigismund 1487 seine Ländereien an die Wittelsbacher abtreten wollte, entmachtete Kaiser Friedrich III. den Erzherzog. Als Sündenböcke wurden die «bösen Räte» des Erzherzogs, unter ihnen Hans Werner von Zimmern, geächtet und verfolgt. Hans Werner flüchtete auf eidgenössisches Gebiet; seine Familie folgte ihm 1491 nach Weesen am Walensee, wo sie in bescheidenen Verhältnissen im Haus zum Bühl lebten.

Erst den Söhnen des um 1496 verstorbenen Hans Werner gelang in der Werdenbergfehde nach 1500 die Rehabilitation samt Rückgewinnung von Messkirch. Als sichtbarstes Zeichen des Aufstiegs wurden die Brüder Katharinas 1538 in den Reichsgrafenstand erhoben. 
VON ZIMMERN, Johann Werner ´der Ältere` (I52087)
 
1920 Die Frey stammen ursprünglich aus Mellingen, wo Mitglieder der Familie ab Ende des 15. Jahrhunderts oftmals urkundlich in der Funktion des Schultheissen erwähnt werden. Begründer der Basler Linie ist Hans Rudolf (ca. 1475-1550), der 1501 nach Basel einwanderte und dort als Tuchherr tätig wurde. Seine Nachkommen werden vom 17. bis zum 19. Jahrhundert mehrfach als Professoren, Offiziere im französischen Dienst, Basler Stadträte und Bürgermeister aktenkundig. In den Wirren von 1833 zwischen Stadt und Landschaft Basel stellte sich der Jurist Emil Remigius (1803-1889) auf die Seite der Landschaft, während sein entfernter Verwandter Johann Rudolf Bürgermeister der Stadt war. Mit Bundesrat Emil erreichte das politische Engagement der Basler Frey ihren Höhepunkt. FREY, Johann Friedrich (I39366)
 
1921 Die geänderte Schreibweise seines Namens ist eine Anpassung an die amerikanische Aussprache. Wupperman behielt sein Leben lang die amerikanische Staatsbürgerschaft, weshalb er und seine Nachfahren auch die Namensschreibweise beibehielten. Unter Herman Wuppermans Leitung wurde das Emaillierwerk in Pinneberg, Schleswig-Holstein, modernisiert und erweitert. Um 1900 hatte es 600 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von ca. drei Millionen Mark. Über 60 % der hergestellten Produkte wurden exportiert.

Wupperman sorgte für die soziale Absicherung seiner Mitarbeiter durch freiwillige Zusatzleistungen und soziale Einrichtungen: Im ehemaligen Pinnebergerdorf ließ er ab 1891 Werkswohnungen errichten (siehe unten). Es gab Betreuungsangebote für die Werksangehörigen, unter anderem eine Koch- und Haushaltsschule für die Mädchen, die in der Fabrik arbeiteten. Wupperman spendete einen Altar für die Christuskirche und ließ an der Lindenstraße eine Turnhalle bauen. Noch zu Lebzeiten entwickelte er eine Rentenzusatzversicherung für seine Beschäftigten, die nach seinem Tod – ausgestattet mit 300.000 Mark – als die „Wupperman Stiftung“ von seiner Witwe Emmeline Wupperman, geb. Funcke gegründet und geführt wurde.

Die Familie Wupperman zog 1893 nach Düsseldorf. Fünf Jahre später starb Herman Wupperman bei einem Verkehrsunfall nach einer Jagd in Oberhausen. Der technische und der kaufmännische Direktor führten die Geschäfte in Pinneberg weiter, ab 1907 auch Wuppermans ältester Sohn Herman Wupperman junior.

Das Wupperman-Denkmal
Die Initiative zur Erstellung eines Denkmals zu Ehren des verstorbenen Unternehmers ging von der Arbeiterschaft aus, seine Witwe finanzierte es. Der Entwurf stammt von Clemens Buscher, mit der Ausführung wurde die Düsseldorfer Gießerei Förster und Kracht betraut. Als Standort wählte Emmeline Wupperman das Rondell Hermanstraße/Ottostraße. Die Enthüllung erfolgte am 2. August 1903, fünf Jahre nach dem Tod von Herman Wupperman.

1907 bis 1918 (Söhne Wuppermans)
Mit der Erweiterung des Betriebs durch das Werk II an der Hermanstraße im Jahr 1903 wurde der Produktionsprozess optimiert. Im Ersten Weltkrieg profitierte das Unternehmen vom Bedarf an Rüstungsgütern: Kochgeschirre, Feldkessel, Trinkbecher sowie Einzelteile der Waffenproduktion wurden bei Wupperman hergestellt.

1918 trat Otto Wupperman, Sohn Herman Wuppermans, in die Geschäftsleitung ein.

1919 bis zum Zweiten Weltkrieg (Otto Wupperman)

Villa Wupperman von 1925 am Fahltskamp

Der Wasserturm gehörte Wupperman, er wurde später an die Stadt verkauft.
Auch nach Kriegsende konnte sich das Unternehmen zunächst behaupten, obwohl der Export darunter litt, dass in den Exportländern zunehmend eigene Emaille-Industrien entstanden. 1925 zählte das Werk 725 Mitarbeiter. 1928 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 ließ die Exportmärkte und auch die heimischen Märkte einbrechen, wovon sich das Unternehmen nie wieder ganz erholte. Das Werk besaß ein Wasserwerk, ein Gaswerk und ein Elektrizitätswerk und nahm mit beiden Teilbetrieben insgesamt eine Fläche von 312.000 m² ein. Diese Kapazitäten konnten nicht mehr ausgenutzt werden, 1931 arbeitete nur noch das Werk an der Hermanstraße.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Im Zweiten Weltkrieg führte die Produktion von Rüstungsgütern wieder zu einer besseren Auslastung. Unter den 560 Beschäftigten arbeiteten auch Kriegsgefangene und Fremdarbeiter.

Ein letzter Aufschwung zeigte sich nach der Währungsreform 1948, weil die Privathaushalte Nachholbedarf an Haushaltswaren hatten.

Niedergang in den 1950er und 1960er Jahren

Die Restgebäude an der Hermanstraße werden von anderen Firmen genutzt.
Foto: Eingangsseite 2011

Die Restgebäude von der Bahn aus gesehen – Foto: 2007
In den 1950er Jahren nahm die Produktion fortlaufend ab. Die technische Entwicklung zu Elektroherden machte Emailletöpfe und -schüsseln weniger begehrt stattdessen wurden in Haushalten zunehmend Kunststoffe, Aluminium und später rostfreier Stahl verwendet. Schon 1952 wurden Teile der Werksanlagen und Grundstücke an die Stadt verkauft, darunter der Wasserturm und das Wasserwerk am Peiner Weg. Später wurden nach und nach weitere Grundstücke veräußert, sodass nur noch das Werk an der Hermanstraße unverändert arbeitete. 1963 erfolgte der Abriss der Hallen am Drosteipark, 1982 musste der Rest der Gebäude des Werks I einer Wohnbebauung weichen.

Rationalisierungsmaßnahmen Anfang der 1960er Jahre hatten keinen langfristigen Erfolg. 1962 kaufte der Gasheizgeräte-Hersteller Haller-Meurer das Restwerk. Die Produktion im Werk II lief noch bis 1984, aber ein tragfähiges Konzept für die erfolgreiche Weiterführung fehlte. 1986 ging die in Hamburg börsennotierte AG in Konkurs.

Werkssiedlung Wupperman
Am Peiner Weg und an den nach den Söhnen von Herman Wupperman benannten Straßen Hermanstraße und Ottostraße entstand die Werkssiedlung, in unmittelbarer Nähe zu Werk II. Betriebsangehörige konnten hier zu günstigen Mieten wohnen. Die Häuser sind weitgehend erhalten, wenn auch viele Gebäude durch Umbauten verändert wurden. Auffällig ist die Vielgestaltigkeit der Bauformen. 
WUPPERMAN, Hermann Conrad Theodor (I53339)
 
1922 Die gebildete Frau aus altem Gascogner Adel wusste Heinrich IV. durch ihren Esprit und Intellekt acht Jahre lang an sich zu binden. Während dieser Zeit war sie nicht nur seine einflussreiche Geliebte, sondern auch Ratgeberin und politische Verbündete. Ihren Beinamen Corisande gab sich Diane selbst und entlieh ihn von der Heldin aus dem chevaleresken Roman Amadis de Gaula.

Selbst nachdem Heinrich IV. das Verhältnis zu Diane offiziell zugunsten seiner neuen Mätresse Gabrielle d’Estrées beendet hatte, blieben die beiden weiterhin freundschaftlich verbunden.

Leben
Kindheit und Jugend
Diane d’Andouins wurde 1554 als älteste[1] Tochter Paul d’Andouins’, Graf von Louvigny und Seneschall des Béarns, und dessen erster Frau Anne-Marguerite de Cauna auf dem elterlichen Schloss in Hagetmau 26 Kilometer südlich von Mont-de-Marsan geboren. Über ihre Eltern war sie sowohl mit den Grafen von Foix als auch mit der Familie von Poitiers verwandt und gehörte damit dem hohen Adel des Königreichs Navarra an.

Bereits mit acht Jahren war sie Vollwaise und wuchs unter der Obhut Jeanne d’Albrets am navarresischen Königshof in Pau auf. Als Alleinerbin einer der ältesten Adelsfamilien des Béarns und der Gascogne hatte sie eine große Mitgift zu erwarten und war dementsprechend eine begehrte Heiratskandidatin. Schon im Alter von zwölf Jahren wurde die hugenottisch erzogene Diane für volljährig erklärt, um am 16. August 1567 in einer feierlichen Zeremonie auf Schloss Pau mit Philibert de Gramont (1552–1580) aus dem katholischen Haus der Grafen von Guiche verlobt zu werden. Für die Hochzeit, die 15 Monate später, am 21. November 1568, auf Schloss Bidache stattfand,[2] konvertierte sie zum Katholizismus[3]. Kurz nach der Heirat verzichtete Philiberts Vater Antoine I. de Gramont zugunsten seines Sohnes auf den Grafentitel und machte Diane damit zur Gräfin von Guiche.

Gräfin von Guiche
Aus der Ehe mit Philibert gingen zwei Kinder hervor:

Antoine II. de Gramont, (* etwa 1572–1644) 1. Herzog von Gramont, ⚭ 1.) 1. September 1601 Louise de Roquelaure, 2.) 17. März 1618 Claude de Montmorency-Bouteville
Catherine Charlotte (1573–1627), ⚭ 1591 François Nompar de Caumont, Graf von Lauzun
Geschichtsschreiber des 17. und 18. Jahrhunderts vertraten oft die Meinung, Dianes Sohn Antoine sei ein uneheliches Kind Heinrichs IV. gewesen. Sie kolportierten damit eine Behauptung aus dem 1620 erstmals erschienenen Roman Roman royal ou Aventures de la Cour, den Louise-Marguerite de Lorraine unter einem Pseudonym veröffentlicht hatte, der jedoch keineswegs historische Korrektheit beanspruchte. In dieser später auch unter dem Titel Les amours du grand Alcandre bekannten Publikation über die Liebesaffären Heinrichs IV. bietet der König Diane an, den gemeinsamen Sohn Antoine zu legitimieren. Heutige Historiker beurteilen dies jedoch als vollkommen unglaubwürdig und als eine schriftstellerische Freiheit, die sich die Autorin nahm.

Philibert de Gramont starb an einer Wunde, die er sich am 2. August 1580 während der Belagerung von La Fère zuzog, und machte Diane im Alter von 26 Jahren zur Witwe. In seinem Testament vom 7. August hatte ihr Mann sie zum Vormund ihrer beiden noch unmündigen Kinder bestimmt,[4] so dass Diane in den Folgejahren die ausgedehnten Ländereien ihrer Familie allein verwaltete und somit die Grafschaft Guiche regierte.

Mätresse Heinrichs IV.
Diane unterhielt zeit ihres Lebens ein sehr enges Verhältnis zum Königshof in Pau, an dem sie ihre Kindheit verbracht hatte. Eine sehr enge Freundschaft verband sie mit Catherine de Bourbon, der Schwester Heinrichs IV., und Diane hielt sich oft auf Schloss Pau auf, um ihre Freundin zu besuchen. Dort traf sie Heinrich IV. im Frühjahr 1582 zum ersten Mal, nachdem er König von Navarra geworden war.[5]

Durch ihre umfassende Ausbildung am Königshof war Diane sehr gebildet und belesen. Sie interessierte sich für die Poesie und war mit Michel de Montaigne befreundet, der ihr zu Ehren 29 Sonette von Étienne de La Boétie in seine Essais aufnahm. Zeitgenossen bescheinigten ihr zudem einen wachen Verstand und einen außergewöhnlichen Esprit. Aufgrund dieser Charaktereigenschaften verliebte sich Heinrich von Navarra in die junge Witwe. Das Liebesverhältnis der beiden ist ab Januar 1583 nachgewiesen. Zu jenem Zeitpunkt hielt sich Heinrich das erste Mal länger auf Schloss Hagetmau auf. Für das Jahr 1583 sind zahlreiche weitere Aufenthalte des navarresischen Königs in Hagetmau verbürgt. Später wählte er Schloss Pau als Domizil für sich und seine Mätresse, während seine Frau Margarete von Valois im Schloss von Nérac blieb.

Diane reihte sich damit offiziell in die Liste der Mätressen der Könige von Frankreich ein, jedoch unterschied sich ihr Verhältnis entscheidend von den zahlreichen anderen Affären, die Heinrich im Laufe seines Lebens hatte. Zum ersten dauerte es mit mehr als acht Jahren weit länger als die meisten anderen Liebschaften Heinrichs, zum anderen reichte die Stellung der fast gleichaltrigen Diane weit über die einer einfachen Geliebten hinaus. Sie war zugleich Vertraute und Beraterin, gebildete Freundin und Unterstützerin des Königs. Sie hatte derart großen Einfluss auf Heinrich, dass Théodore Agrippa d’Aubigné in seinem Pamphlet Confession catholique du sieur de Sancy schrieb, sie könne „diesen Prinzen drehen und wenden, wie sie wolle“ (französisch: „[…] tourne et remuë ce Prince comme elle veut […]“).

Das Paar unterhielt während seiner Liaison einen regen Briefkontakt. Die Schreiben Heinrichs an seine Mätresse zeigen deutlich, wie groß sein Vertrauen in Diane war und dass er sie und ihren Rat bei Entscheidungen stark einbezog. Diane wiederum – obwohl selbst katholisch – unterstützte während der Hugenottenkriege seinen Kampf gegen die Katholische Liga nicht nur mit guten Worten und Ratschlägen, sondern auch mit großen Geldsummen und Truppen, die sie in ihren Besitzungen rekrutierte.

Zahlreiche Briefe der beiden sind heute noch erhalten. 37 von ihnen wurden 1765 und 1766 im Mercure de France veröffentlicht. Gemeinsam mit weiteren bis 1843 bekannt gewordenen Schreiben Heinrichs erfuhren sie unter dem Namen Recueil des Lettres missives de Henri IV von Jules Berger de Xivrey eine Neuauflage. Durch sie ist das Verhältnis der beiden über die Jahre sehr gut dokumentiert; vom ersten erhaltenen Brief aus dem Jahr 1585 bis zu Schreiben aus den 1590er Jahren.

Nachdem die Ehe des französischen Königs Heinrich III. kinderlos geblieben und mit François-Hercule de Valois-Angoulême 1584 der letzte potentielle Thronerbe aus dem Haus Valois verstorben war, avancierte Heinrich von Navarra offiziell zum französischen Thronfolger und trug sich etwa um das Jahr 1586[6] mit Heiratsgedanken. Er wollte Diane – wie viele seiner anderen Mätressen – ehelichen. Das in der älteren Geschichtsschreibung oft erwähnte schriftliche Heiratsversprechen, das er mit seinem eigenen Blut geschrieben haben soll, ist jedoch einmal mehr eine Erfindung aus dem bereits erwähnten Roman Louise-Marguerites de Lorraine. Der König bat seinen engen Vertrauten Théodore Agrippa d’Aubigné um dessen Meinung zu den Eheplänen. Der riet davon ab, und Heinrich versprach daraufhin, sein Vorhaben vorläufig ruhen zu lassen. Aufgrund d’Aubignés Intervention wurde Diane für den Rest ihres Lebens dessen erbitterte Feindin.[7]

Ab 1587 änderte sich das Verhältnis zwischen Heinrich und Diane allmählich. Obwohl der König ihr in seinen Briefen nach wie vor noch seine große Liebe schwor und seine Treue beteuerte, hinderte ihn dies nicht daran, die 16-jährige Esther Imbert zu verführen. Diane wusste von der Beziehung, versuchte aber nicht, ihre Nebenbuhlerin aus der Gunst Heinrichs zu verdrängen. Sie sah das junge Mädchen wohl nicht als Bedrohung für ihre eigene Stellung an,[8] obwohl Esther dem König sogar einen Sohn gebar. Als dieser im Jahr 1588 starb, teilte Heinrich dies Diane in einem Brief mit, was einige Historiker derart missverstanden, dass es sich bei dem Sohn um ein gemeinsames Kind Dianes und Heinrichs gehandelt habe.[9] Die Liebesbeziehung der beiden und ihre damit einhergehende Korrespondenz dauerte weiter an, auch nachdem Heinrich von Navarra durch den Tod Heinrichs III. am 2. August 1589 nominell König von Frankreich geworden war und seit jenem Jahr erfolgreich um die Gunst Antoinette de Pons’, Comtesse von La Roche-Guyon und Marquise von Guercheville, warb.

Die letzten Jahre
Diane d’Andouins verlor ihren Einfluss auf Heinrich IV. erst ab 1590, als sich dieser Hals über Kopf in die 20-jährige Gabrielle d’Estrées verliebte. Neben Diane war sie die einzige Frau in Heinrichs Leben, die es verstand, ihn längerfristig an sich zu binden.

Die verlassene Geliebte fügte sich in ihr Schicksal. Als sie die langjährige Zuneigung ihrer Freundin Catherine de Bourbon zu deren Cousin Charles de Bourbon, comte de Soissons dahingehend unterstützte, dass sie die beiden Liebenden ermunterte, ohne Zustimmung Heinrichs IV. zu heiraten, wurde ihr dies von vielen Geschichtsschreibern als späte Rache ausgelegt, denn der König hatte gänzlich andere Pläne für seine Schwester. Das Heiratsprojekt scheiterte, und Katharina wurde im Januar 1599 schließlich mit Heinrich II. von Lothringen vermählt. Zu diesem Anlass erhielt Diane einen der letzten an sie gerichteten Briefe Heinrichs, in dem er seine Enttäuschung zum Ausdruck brachte. Ein weiterer Brief vom 21. September 1597 zeugt jedoch davon, dass sich das Verhältnis des einstigen Liebespaars wieder gebessert hatte, denn Heinrich IV. bedankte sich darin bei Diane für erwiesene Dienste.

Die zuvor von vielen Zeitgenossen gerühmte Schönheit der Comtesse de Guiche verblühte im Alter zunehmend.[10] Sie wurde rotgesichtig und korpulent, wenn nicht sogar fettleibig. Diane zog sich auf ihr Schloss in Hagetmau zurück und starb dort im Alter von etwa 65 Jahren.

Literatur
Hauptliteratur
Jean-François Dreux du Radier: Mémoires historiques, critiques, et anecdotes des reines et régentes de France. Imprimerie des Frères Mame, Paris 1808, S. 305–322 (online).
Jean de Jaurgain: Corisande d’Andoins, Comtesse de Guiche et Dame de Gramont. In: Revue Internationale des Études Basques. Nr. 1, 1907, ISSN 0212-7016, S. 105–140 (PDF; 156 kB).
Jean de Jaurgain: Corisande d’Andoins, Comtesse de Guiche et Dame de Gramont. Appendices. In: Revue Internationale des Études Basques. Nr. 1, 1907, ISSN 0212-7016, S. 302–319 (PDF; 130 kB).
Raymond Ritter: Corisande d’Andoins Comtesse de Guiche. Une dame de chevalerie. Albin Michel, Paris 1959.
Ernest Alfred Vizetelly: The Favourites of Henry of Navarre. Chatto & Windus, London 1910, S. 88–115 (online).
Weiterführende Literatur
Jules Berger de Xivrey: Recueil des Lettres missives de Henri IV. 2 Bände. Imp. Royale, Paris 1843 (Band 1 online, Band 2 online).

Heinrich IV. (französisch Henri IV, Henri Quatre, Henri le Grand, okzitanisch Enric Quate Lo Gran; * 13. Dezember 1553 in Pau, Navarra; † 14. Mai 1610 in Paris) war ab 9. Juni 1572 als Heinrich III. König von Navarra und ab 2. August 1589 bis zu seiner Ermordung am 14. Mai 1610 König von Frankreich. In seiner gascognischen Heimat nannte man ihn in der Landessprache lo nòstre bon rei Enric (deutsch „unser guter König Heinrich“).

Heinrich spielte als erster Prinz von Geblüt und Anführer der hugenottischen Partei eine zentrale Rolle in den Hugenottenkriegen. Nach dem Aussterben des Hauses Valois erbte er die französische Krone und wurde der erste König aus dem Haus Bourbon. Für vier Jahre, die jedoch stark von innerfranzösischen Auseinandersetzungen gekennzeichnet waren, blieb Heinrich IV. (als Calvinist) der einzige protestantische König in der Geschichte Frankreichs. Er konnte sich jedoch erst nach seinem Übertritt zum Katholizismus 1593 endgültig auf Frankreichs Thron durchsetzen.

Als König baute Heinrich IV. das von den Bürgerkriegen zerrüttete Land wieder auf und formte die Grundlagen für den französischen Einheitsstaat. Das Edikt von Nantes, das den französischen Protestanten freie Religionsausübung zusicherte, war einer der maßgeblichen Erlasse seiner Regierungszeit. Außenpolitisch positionierte er das Land wieder als ernstzunehmende Großmacht und nahm den Kampf Frankreichs gegen das Haus Habsburg wieder auf, um so die Vorherrschaft in Europa zurückzugewinnen. 
D´ANDOINS, Diane Corisande (I61203)
 
1923 Die genaue Namensform („Hüls“ oder „Hühl“?), sowie die Herkunft sind nicht ganz klar. Blömer (2001) spricht sich dagegen aus, Sibylla ohne Quellenbelege an eine Familie in Süchteln anzuschließen; nach Blömer (2005) spricht allerdings ein Kirchenbucheintrag wieder dafür. HÜLS (HÜHL?), Sibylla (I990)
 
1924 Die Geschäfte von Mathias Ludolf führte seine Frau Amalie Schleicher weiter. Sie erwies sich als extrem geschäftstüchtig, sparsam und streng. Nach ihrem Tod vermachte sie den Untersten Hof ihrem Sohn Eduard Schleicher († 1830). Die strenge Erziehung durch seine Mutter verschaffte ihm ausgezeichnete Führungseigenschaften. Eduard ersetzte an der Ostseite des Hofes das alte Haus durch einen neuen Sandsteinbau und die bisher vorhandene Einfriedungsmauer durch einen Zaun. Am 31. März 1866 erwarb er von Robert Schleicher, der Sohn von Napoleon Schleicher, den Hof Weide zurück. SCHÜLL, Katharina Johanna Amalia (I54687)
 
1925 Die Geschäfte von Mathias Ludolf führte seine Frau Amalie Schleicher weiter. Sie erwies sich als extrem geschäftstüchtig, sparsam und streng. Nach ihrem Tod vermachte sie den Untersten Hof ihrem Sohn Eduard Schleicher († 1830). Die strenge Erziehung durch seine Mutter verschaffte ihm ausgezeichnete Führungseigenschaften. Eduard ersetzte an der Ostseite des Hofes das alte Haus durch einen neuen Sandsteinbau und die bisher vorhandene Einfriedungsmauer durch einen Zaun. Am 31. März 1866 erwarb er von Robert Schleicher, der Sohn von Napoleon Schleicher, den Hof Weide zurück.

Rauchschäden und Kontaminationen durch die im Ortsteil Münsterbusch gelegene Zinkhütte hatten große Teile des um den Untersten Hof gelegenen Waldes absterben lassen. Eduard führte einen zehnjährigen Prozess gegen die Zinkhütte, den er gewann. Als Entschädigung wurde ihm eine jährlich zu zahlende Goldsumme zugesprochen. Die Verdienste für die Stadt Stolberg brachten ihm den Titel Kommerzienrat ein. 
SCHLEICHER, Johann Matthias Eduard (I54688)
 
1926 Die Geschichte der Stadt Ladenburg reicht bis in die römische Zeit zurück, während der die Stadt den Namen Lopodunum trug.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1622 durch Peter Ernst II. von Mansfeld zum Teil zerstört und im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689–1693) von General Mélac geplündert. 1705 einigten sich die Brüder Kurfürst Johann Wilhelm und Bischof Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg auf einen größeren Gebietsaustausch. Ladenburg fiel dabei samt Neckarhausen komplett an die Kurpfalz, die ein Oberamt Ladenburg mit der Stadt als Sitz einrichteten.  
UMBSTETTER, Anna Katharina (I809)
 
1927 Die Grafen und Burggrafen zu Dohna (auch Donin; Donyn) sind ein weitverzweigtes, ursprünglich edelfreies Adelsgeschlecht, das seit 1156 die Burggrafschaft Dohna samt der Burg Dohna (südöstlich von Dresden bei Pirna gelegen) als reichsunmittelbares Lehen innehatte. Der frühestmögliche Zeitpunkt einer Verlehnung wäre 1143, als auch der Gau Nisan an den Markgrafen Konrad I. von Meißen verlehnt wurde, wobei Belege hierzu fehlen, da der 1143 erwähnte Heinricus de Rodewa und der 1144 erwähnte Heinricus prefectus nicht sicher Heinricus castellanus de Donin von 1156 zuzuordnen sind.

Das Geschlecht wurde jedoch um 1400 von den Wettinern verdrängt und seine Territorien Teil der Markgrafschaft Meißen. Die Familie ging über Böhmen nach Schlesien, wo eine Linie bis 1711 ansässig blieb, ein Zweig gelangte in die Lausitz (bis um 1600) und eine Linie um 1500 nach Ostpreußen, wo diese bis 1945 ansässig blieb. Der Zweig Schlobitten wurde am 1. Januar 1900 in den erblichen preußischen Fürstenstand erhoben.

Geschichte
Entstehung

Burg Dohna (mit Bebauung des Schlossberges von 1828/30)
1156 befand sich die Burggrafschaft Dohna unter König Friedrich I. als Reichslehen bei Heinricus de Rodewa.[1] Einige Historiker sehen diesen Heinrich I. von Dohna identisch mit einem 1143 urkundlich erwähnten Heinricus de Rodewa[2] (Heinrich von Rötha), was aber nicht zwingend ist. Heinrich I. gilt als Begründer des Adelsgeschlechts der Donin.[3]

Die Burggrafschaft Dohna lag zwischen der Markgrafschaft Meißen und dem Königreich Böhmen. Das Herrschaftsgebiet wurde in etwa eingegrenzt von den Flüssen Müglitz und Gottleuba im Osten, der Elbe im Norden und der Weißeritz im Westen.[4] Damit reichte es von Gottleuba im Südosten über Lockwitz, Kaitz und die Burg Thorun bei Pesterwitz im Norden bis Rabenau, Dippoldiswalde bzw. Ruppendorf im Westen. Die Wilde Weißeritz markierte die Westgrenze des burggräflich-dohnaisch beherrschten und aufgesiedelten Gebietes. Auch bei der Aufsiedlung bzw. kolonisationszeitlichen Überformung des heutigen Stadtgebietes von Radebeul scheinen die Donins maßgeblich involviert gewesen zu sein.

Die Burg Dohna war bis zur Niederlage der Donins in der Dohnaischen Fehde 1402 Mittelpunkt der reichsunmittelbaren Burggrafschaft. Die etwa drei Kilometer südlich gelegene Burg Weesenstein gelangte um 1275 in ihren Besitz. Etwa zur gleichen Zeit dürften sie die Burg Kuckuckstein bei Liebstadt erbaut haben.

Burggraf Heinrich III. musste 1256 wegen seiner Konflikte mit dem damaligen Bischof von Meißen, Konrad I. von Wallhausen, die Grafschaft und Burg Dohna vorübergehend verlassen und begab sich nach Ostritz, das seit 1230 im Besitz der Donin war und zum Machtbereich von König Ottokar II. Přemysl von Böhmen gehörte. Dieser belehnte ihn oder seinen Sohn Otto II., der erstmals 1286 dort erwähnt wird, mit einer Burg Ulsycz in Nordböhmen, die danach Burg Grafenstein genannt wurde und bis 1562 im Besitz einer eigenen Linie blieb.

Als reichsunmittelbare Burggrafen hatten die Donin großen Einfluss auf die Besiedlung des Osterzgebirges (siehe auch: Liste der Burggrafen von Dohna). Mit der Anlage vieler Dörfer gelangten sie zu großem Besitz und dadurch auch zu Macht und Einfluss.

Nach Ansicht einiger Historiker wurden die Burggrafen um 1173 durch Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ beauftragt, Dresden und die erste Dresdner Elbbrücke zu planen. Dies bleibt fraglich, da die Zölle im Besitz der Dohnas (Dresdener Zoll und Königsbrücker Zoll) erst in den 1430er Jahren in deren Besitz gelangten und es sich dabei um einen Geleitzoll handelte als um einen Brückenzoll.[5]

Bei den Streitigkeiten mit dem Bischof von Meißen um die Burg Thorun musste der Markgraf von Meißen, Dietrich der Bedrängte, am 31. März 1206 schlichten – in der Geschichte Dresdens die erstmalige Erwähnung der Stadt. Wegen der Schwäche der Meißner Markgrafen im 13. Jahrhundert gelang es ihnen, als königliche Statthalter und Inhaber der Obergerichte auch die Befestigungshoheit in Dresden zu erlangen. Der erstmals 1390 bezeugte Dohnaer Schöppenstuhl war als adliges Lehnsgericht von großer Bedeutung. Seine Funktion übernahm in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts der Leipziger Schöppenstuhl.

Der zweifelsfreie Nachweis Doninscher Brakteaten bezeugt, dass die Burggrafen das Münzrecht besaßen. Die ältesten wurden um 1200 geprägt und stammen aus der Regierungszeit Heinrichs II. von Dohna (1180–1225), die jüngsten sind aus der Zeit Ottos II. von Dohna (1256–1287).[6]

Dohnaische Fehde und Niedergang
Dieses Erstarken der Burggrafen von Dohna und der Kampf um die Vorherrschaft im Gau Nisan führte zu ständigen Machtkämpfen mit dem Markgrafen Wilhelm I. von Meißen und gipfelte in der Dohnaischen Fehde von 1385 bis 1402, in der die Donin (Burggraf Otto Heide II. und seine Söhne Jeschke, Otto Heide III. und Otto Mul) vollständig unterlagen und ihren gesamten Besitz an die Wettiner verloren.[7]

Die Auseinandersetzung begann zunächst als persönlicher Streit zwischen Hans von Körbitz und dem jungen Burggrafen Jeschke. Ein Nickel von Köckeritz verfasste 1482 folgenden Bericht: „Es war einer von Korbs, der schlug dem jungen her Jeschken ein beyn under uff dem tantzhawse zu Dresden, so slugk her Jeschko Korbs uffs mawl.“ Diese auf einem Adelstanz in Dresden begonnene Fehde führte dazu, dass Hans von Körbitz Dohna belagerte und die Donin gefangen nahm, was die Wettiner nutzten und schließlich zum bereits beschriebenen Ende führte.

Burggraf Otto Heide II. starb wahrscheinlich in Gefangenschaft, zumindest verschwindet er aus der Überlieferung. Sein Sohn Jeschke konnte zunächst fliehen, wurde aber gefangen und 1403 in Ofen (Budapest) enthauptet. Der wahrscheinlich einzige Überlebende aus dieser Fehde war Jeschkes Bruder Otto Heide III., der 1415 in Prag starb. Ihre Verwandten versuchten noch lange den alten Familienbesitz zurückzugewinnen. Mit den sächsischen Territorien war auch die Reichsunmittelbarkeit des Geschlechts verloren gegangen, weshalb es später nicht mehr zur Reichsstandschaft aufsteigen konnte, als die reichsunmittelbaren Grafen 1495 Sitz Stimme im Reichstag erhielten.

Zweige in Böhmen, Schlesien und der Lausitz

Burg Grafenstein, Nordböhmen
Nachdem Markgraf Wilhelm von Meißen 1402 die Burg Dohna zerstören ließ und deren Lehen eingezogen hatte, hielten sich Burggrafen von Dohna am böhmischen Hof auf, wo sie als „Páni z Donína“ (Herren von Donin) bezeichnet wurden, z. B. Friedrich von Donin. Eine böhmische Nebenlinie existierte schon seit Ende des 13. Jahrhunderts auf Burg Grafenstein; sie besaß diese bis zu ihrem Konkurs 1562 und erlosch 1609 im Mannesstamm.

Bereits im 14. Jahrhundert waren die Dohna auch in der bis 1763 unmittelbar zu Böhmen gehörenden Grafschaft Glatz begütert, u. a. in Neurode, Ebersdorf, Hausdorf und Mittelsteine.[8] Andere Dohnas erwarben zahlreiche Güter in Schlesien. Kaiser Siegmund erneuerte 1423 die Belehnung mit der Reichsburggrafschaft Dohna. Ein dritter Zweig, der in der Lausitz die Herrschaften Straupitz, Königsbrück, Muskau etc. erworben hatte, erlosch zu Anfang des 17. Jahrhunderts.

Im 15. Jahrhundert zerfiel das Geschlecht in eine schlesische und eine preußische Linie. Die schlesische Linie erlosch 1711.

Zweige in Ostpreußen
Die preußische Linie spaltete sich wieder in zwei. Die ältere Linie teilte sich in die Zweige Dohna-Lauck und Dohna-Reichertswalde. Im Jahr 1878 fiel Reichertswalde an den Zweig Lauck, der dort bis 1945 ansässig blieb. 
VON DOHNA, Katharina (I57864)
 
1928 Die Grafen von Aarberg waren ein Zweig des Grafengeschlechts von Neuenburg. Um 1220 erfolgte unter Ulrich III. von Neuenburg sowohl die Gründung der Stadt Aarberg als auch die Errichtung der nahegelegenen Burg. Er soll anschließend mit seinem Sohn Ulrich IV. zeitweise in der Burg zu Aarberg gelebt haben. Die Lage der Burg auf der felsbewehrten Kuppe an der Aare machte das Städtchen zu einem wichtigen Brückenkopf und Verkehrspunkt.[1]

Die Linie der Grafen von Aarberg wurde durch Ulrich IV. gegründet, der beim Tod seines Vaters Ulrich III. von Neuenburg die Herrschaften Arconciel, Illens, Strassberg und Aarberg besass. Noch vor 1251 tauschte er mit seinem Bruder Berthold die Herrschaft Strassberg gegen die Herrschaft Valangin. Berthold I. wurde dadurch zum Stammvater der Grafen von Strassberg. Unter den Söhnen von Ulrich IV. wurde die Herrschaft erneut aufgeteilt, was zu den Seitenlinien Aarberg-Aarberg und Aarberg-Valangin führte.[2]

Der Urenkel des Stadtgründers, Graf Peter von Aarberg, verpfändete 1358 die Stadt Aarberg an die Berner, womit die Stadt in den Einflussbereich der bernischen Herrschaft kam und die Linie der Grafen von Aarberg-Aarberg als Herrschergeschlecht erlosch. Wegen Schulden verkaufte er die Stadt 1367 – mitsamt seinen Pfandschulden – an den Grafen von Nidau. Diese Lösung war nur von kurzer Dauer, denn die Stadt ging 1379 endgültig in den Besitz von Bern über 
VON NEUENBURG-VAUMARCUS, Luise (I39997)
 
1929 Die Grafen von Buchegg waren eine Hochadelsfamilie, die über mehrere Generationen das Landgrafenamt über die Landgrafschaft Burgund im schweizerischen Mittelland ausübten. Sie hatten ihren Stammsitz auf einer Burg in der heutigen Gemeinde Buchegg im Kanton Solothurn. Ihre Herrschaft umfasste weite Teile des Bucheggbergs und des angrenzenden Limpachtals. Bemerkenswert sind die drei Brüder in der letzten Generation der Grafenfamilie: Dank Beziehungen von Hugo II. zur Kurie in Avignon kam Berthold an die Spitze des Fürstbistums Strassburg, Matthias wurde Erzbischof und Kurfürst von Mainz. Die Familie starb in der Mitte des 14. Jahrhunderts aus. VON BUCHEGG, Burkhard II. (I37305)
 
1930 Die Grafen von Calw (auch: Grafen von Kalw) waren ein hochmittelalterliches Adelsgeschlecht.

Auf die Grafen von Calw bzw. ihre Vorfahren gehen das Kloster Hirsau (830) und das Stift Sindelfingen (1083) sowie die Städte Calw, Vaihingen an der Enz und Löwenstein zurück.

Im 12. Jahrhundert spalteten sich die Nebenlinien Calw-Löwenstein (Grafschaft Löwenstein) und Calw-Vaihingen ab; dadurch trat der Niedergang infolge Besitzzersplitterung ein. Die drei Linien starben dann schon im 13. bzw. 14. Jahrhundert aus. Besitznachfolger wurden vor allem die Welfen, die Grafen von Württemberg und die Grafen von Tübingen. 
CALW, Verena (I46105)
 
1931 Die GRAFEN VON CASTL waren eine adelige Familie des 11. und 12. Jahrhunderts, die Besitz um Kastl auf dem Nordgau hatte. Insbesondere um 1100 nennen sie sich auch von Kastl-Habsberg nach der Burg Habsberg bei Kastl (heute Wallfahrtsort des Bistums Eichstätt). Es handelt sich hierbei um eine edle Familie, die nur selten als Grafen bezeichnet werden. Eine bestimmte Grafschaft kann der Familie nicht zugeordnet werden.
Eine Verwandtschaft mit den Grafen von Dießen, den Grafen von Sulzbach und den Zähringern ist gesichert.
Erster Vertreter der Familie war Hermann I., der Ältere, der am 27. Januar 1056 starb. Er war verheiratet mit Haziga (Hadegunde) von Diessen, die in zweiter Ehe den Grafen Otto I. von Scheyern († 4. Dezember 1078) ehelichte. Seine Geschwister waren Richwara († um 1070) sowie Gebhard I. (* 1030; † um 1071), Graf von Sulzbach.

Hermann I. hatte zwei Söhne: Hermann II. der Jüngere († nach 1071), Graf von Cham, Markgraf von Banz, und Friedrich I., († 11. November 1103), Graf von Kastl und Habsberg. Hermann II. war mit Berta (Alberada), der Tochter Otto von Schweinfurt, verheiratet. Beide gründeten die Klöster Heidenfeld und Banz.  
VON KASTL, Hermann I. der Ältere (I35948)
 
1932 Die Grafen von Cilli (slow. Celjski grofje) waren Nachkommen des hochfreien Adelsgeschlechts der Herren von Sanneck (slow. Žovneški gospodje). Kluge Heiratspolitik und das klare Erkennen politischer Chancen ermöglichten ihnen einen gewaltigen sozialen Aufstieg. Zunächst waren sie treue Vasallen des Hauses Habsburg, später dessen gefährlichste Konkurrenten. Im Jahre 1341 wurden sie von Kaiser Ludwig dem Bayern in den Grafenstand und im Jahre 1436 von Kaiser Sigismund in den Reichsfürstenstand erhoben. Der letzte Cillier, Ulrich II., wurde 1456 wegen seiner Politik in Belgrad ermordet. Damit folgte dem steilen Aufstieg der jähe Absturz. VON CILLY, Katharina (I11135)
 
1933 Die Grafen von Dillingen waren ein altes schwäbisches Adelsgeschlecht. Es stammte aus dem Geschlecht der Hupaldinger, deren Stammsitz in Wittislingen lag. Diese siedelten im 9./10. Jahrhundert in die von ihnen errichtete Burg in Dillingen an der Donau über und nannten sich Grafen von Dillingen. VON DILLINGEN, Adelbert III. (I37216)
 
1934 Die Grafen von Frohburg (früher manchmal auch Froburg geschrieben) waren im Mittelalter ein bedeutendes Hochadelsgeschlecht in der Nordwestschweiz. Ursprünglich stammten sie aus dem Wiggertal aus der Gegend um Zofingen. Im 10. Jahrhundert liessen sie auf einem Höhenzug oberhalb von Trimbach, nahe der Strasse über den unteren Hauenstein, die Frohburg errichten.

Seit dem späten 11. Jahrhundert erscheint die Familie als Grafen von Frohburg in den Urkunden. Das Geschlecht leitete seinen Namen von der Burg ab. Die Frohburger herrschten über den Buchsgau (die Gegend zwischen Olten und Solothurn) sowie über einen Teil des Aargaus und des Sisgaus, ein Lehen des Fürstbistums Basel.

Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts liessen sie zur Sicherung ihres Machtbereichs zahlreiche weitere Burgen errichten, unter anderen die Birseckburgen. Ausserdem gründeten sie die Städte Aarburg, Liestal, Olten, Waldenburg, Wiedlisbach und Zofingen. Die Stadt Fridau auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Fulenbach wurde 1375 durch die Gugler zerstört, die Stadt Falkenstein ging im Dorf Balsthal auf. In der Nähe von Waldenburg errichteten die Frohburger das Kloster Schönthal. 
VON FROHBURG, Ludwig III. (I35495)
 
1935 Die Grafen von Gammertingen (auch: Gammertinger) waren eine Familie schwäbischer Grafen des 11. und 12. Jahrhunderts mit Stammsitz bei Gammertingen, später auch Hettingen und Achalm im heutigen Baden-Württemberg. Seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1101 sind Mitglieder dieser Familie auch als Grafen von Hettingen und Grafen von Achalm bezeugt.

In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts errichteten die Grafen von Gammertingen, deren Herkunft nicht geklärt ist, bei Gammertingen ihren ersten Stammsitz Burg Baldenstein. Im Jahr 1101 wurden sie erstmals in einer Urkunde des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen erwähnt. Die Grafen hatten unter anderem mit den Orten Zuoz und Pontresina Besitz im Oberengadin, den sie 1139 an den Bischof von Chur verkauften. Festgehalten ist der Verkauf in den Gamertinger Urkunden.

Um 1120 begannen sie mit dem Bau einer zweiten Burg über dem Dorf Hettingen (Hatingen) und wurden fortan auch Grafen von Gammertingen-Hettingen genannt. 1134 gelangten sie in Besitz und Titel der früheren Grafen von Achalm. 1138 wurden sie als Besitzer Neufras (Nufiron) in Bertholds Zwiefalter Chronik erwähnt. Ihr Stammsitz auf Burg Baldenstein wurde 1150 durch einen Brand zerstört. Bis zu ihrem Erlöschen am Anfang des 13. Jahrhunderts waren sie Grafen von Achalm-Hettingen.

Nach dem Erlöschen der Grafenfamilie Anfang des 13. Jahrhunderts fiel die Herrschaft über Gammertingen und Hettingen an die Grafen von Veringen, 1447 an die Herren von Rechberg, 1467 an Ulrich V. von Württemberg, um 1480 an die Herren von Bubenhofen, die Hettingen zu ihrer Residenzstadt machten, 1524 an die Freiherren von Speth und schließlich 1806 an das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen.

Die Herrschaft über die Achalm übernahmen die Herren von Neuffen. 
VON GAMMERTINGEN, Graf Graf Ulrich I. (I28073)
 
1936 Die GRAFEN VON HAMALAND
Die Grafen von Hamaland gehörten im 9. Jahrhundert der Familie der MEGINHARDE an. Als erster Vertreter gilt BRUNHARI VON HAMALAND, der selbst aber nicht als Graf, sondern nur als Vater des WRACHARIS bezeugt ist.
Dieser WACHRARI VON HAMALAND ist 794 als Begünstiger LIUDGERS noch ohne Grafenwürde und dann 800 als Graf bezeugt, und zwar als Grundeigentümer zu WICHMIND im IJsselgau genannt. Es folgt sein Sohn MEGINHARD I. VON HAMALAND, der nicht ausdrücklich als Graf bezeugt ist, aber vermutlich zwischen 841 und 847 Vogt des KLOSTERS WERDEN war.
855 folgt WICHMANN I. von Hamaland als Graf im Hamaland. Seine Verwandtschaft mit WRACHARI und MEGINHARD ist anzunehmen, aber nicht nachgewiesen.

Auf WICHMANN folgte MEGINHARD II. VON HAMALAND, der vor 881 starb; auch dessen Verwandtschaft, diesmal mit Wichmann, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass Meginhards Sohn EVERHARD SAXO VON HAMALAND seinem Vater folgte. Everhard wurde 898 durch den Friesen WALDGER ermordet, Sohn von GERULF VON KENNERNLAND, dem Stammvater der Familie der GERULFINGER, also Ahnherr des holländischen Grafenhauses.
EVERHARD SAXO hinterließ zwei minderjährige Söhne, MEGINHARD IV., und EVERHARD, weswegen sein Bruder MEGINHARD III. die Nachfolge antrat. Später übernahm Saxos Sohn mEGINHARD IV. von Hamaland die Grafschaft seines Vaters.

EVERHARD, der andere Sohn Saxos, heiratete AMALRADA, Schwester der HEILIGEN MATHILDE die 909 den SACHSENHERZOG HEINRICH, den späteren DEUTSCHEN KÖNIG, heiratete.
Mathilde und daher auch Amalrada sind sicherlich den Nachfahren WIDUKINDS zuzurechnen, werden daher auch häufig einer sog. widukind-immedingischen Sippe einverleibt die jedoch bis jetzt nicht richtig fassbar gemacht werden konnte. Aus der Ehe Everhards mit Amalrada stammten zwei Söhne: DIETRICH, 965–984 Bischof von Metz, und EVERHARD, von dem wir nur wissen, dass er einen Sohn hatte, ebenfalls Everhard, der 978 als Zehnjähriger bei seinem Onkel Dietrich in Metz starb

MEGINHARD IV. von Hamaland ist 921 als Graf bezeugt und verwaltete nicht nur Hamaland, sondern auch die Grafschaften Salland, Veluwe, Drenthe, Hunsingo und Fivelgo und wohl auch das Naardingerland südöstlich von Amsterdam. Er beteiligte sich 938/939 am Aufstand gegen KÖNIG OTTO I., der unter der Führung von Ottos Bruder HEINRICH und Ottos Schwager GISELBERT VON LOTHRINGEN stand. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, die Rebellen wurden bestraft, was üblicherweise durch Beschlagnahme des Besitzes, Absetzung und Einzug der Reichslehen erfolgte.
So geschah es auch mit MEGINHARD VON HAMERLAND. Er starb um 955 auf dem Elterberg, der Residenz seines Sohnes WICHMANN, die dieser ein Jahrzehnt später zu einem Kanonissenstift umwidmete. Im Sterbebuch des Stifts wird MEGINHARD ohne Grafentitel geführt.  
VON SACHSEN, N. (I18835)
 
1937 Die Grafen von Helfenstein waren ein altes schwäbisches Adelsgeschlecht, das nach der oberhalb von Geislingen an der Steige gelegenen Burg Helfenstein benannt war.

Erste nachweisbare Mitglieder waren Eberhard (um 1100 n. Chr.) und sein gleichnamiger Sohn (1140). Die Helfensteiner hatten umfangreiche Güter im oberen und mittleren Filstal, auf der Schwäbischen Alb, in Ulm, in Heidenheim an der Brenz sowie im Donautal um Sigmaringen. Einige Mitglieder des Hauses nannten sich nach der Burg Spitzenberg bei Kuchen.

Auch rechnen einige (u. a. Oswald Gabelkover und Heinrich Friedrich Kerler) die Herren von der Fils zu den Vorfahren der Familie,[1] aus der angeblich bereits 1060 Gebhard Erzbischof zu Salzburg war. 
VON HELFENSTEIN, Anna (I1790)
 
1938 Die Grafen VON HENEBERG waren ein fränkisches Adelsgeschlecht, das in den reichsunmittelbaren Fürstenstand aufstieg.

Gegen Ende des 11. Jahrhunderts, zirka 200 Jahre nach der fränkischen Ostkolonialisierung, dehnten sie im Zuge des Zerfalls der fränkischen Grafschaftsverfassung und des Verschwindens des fränkischen Reichsguts im Gebiet zwischen Thüringer Wald und Main ihr Herrschaftsgebiet aus und gründeten die Grafschaft HENNEBERG. Erstmals wurden die vermutlich dem Geschlecht der Popponen entstammenden Grafen im Jahre 1078 chronikalisch und 1096 urkundlich erwähnt. Das Haus erlosch im Mannesstamm 1583.  
N., N. (I23922)
 
1939 Die Grafen von Hohenwart waren ein hochmittelalterliches Adelsgeschlecht, das im heutigen Landkreis Pfaffenhofen auf der Burg Hohenwart ansässig war. Diese Burg wurde im 11. Jahrhundert in das Benediktinerkloster Hohenwart umgewandelt. VON HOHENWART, Beata (I37588)
 
1940 Die Grafen von Hövel waren ein Adelsgeschlecht, dessen im Herzen Westfalens gelegene Grafschaft seit der Errichtung von Burg Hövel im heutigen Bockum-Hövel (nunmehr Stadtbezirk der Stadt Hamm) bedeutenden Einfluss auf die gesamte Region ausübte. Zu Zeiten ihrer größten Ausdehnung erstreckte sich die Grafschaft Hövel über die gesamte südlich von Münster gelegene Region. Letzter Graf von Hövel war Friedrich von Isenberg. Nach seiner Hinrichtung wegen der Verstrickung in den Mord an dem Kölner Erzbischof Engelbert I. von Berg erlosch die Linie der Grafen von Hövel. VON HÖVEL, Ida (I52300)
 
1941 Die Grafen von Kirchberg waren ein schwäbisches Hochadelsgeschlecht, das vor allem südlich von Ulm, rechts und links der Iller begütert war. Sie sind urkundlich schwer zu fassen, dürften aber im ausgehenden Frühmittelalter und im beginnenden Hochmittelalter eine über regionale Macht hinausgehende Bedeutung besessen haben. Das Geschlecht teilte sich schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts in zwei-, etwas später in drei Linien, verarmte zusehends gegen Ende des Mittelalters und erlosch 1510 nach dem Verkauf ihrer Besitzungen und Rechte.

Der Stammsitz der Kirchberger lag wahrscheinlich in Unterkirchberg, in der heutigen Gemeinde Illerkirchberg. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts wurde er illeraufwärts auf den Oberkirchberg verlegt, wo eine Höhenburg entstand, an deren Stelle heute das Fuggerschloss steht. Das nicht befriedigend gedeutete Wappen der Kirchberger zeigt eine Frau (später oft eine Mohrin), die in den Händen einen Helm oder eine Lilie, später eine Mitra hält.[1] 
VON KIRCHBERG, Ita (I36575)
 
1942 Die GRAFEN VON KÜSSENBERG auch Grafen VON KÜSSABERG UND STÜHLINGEN waren ein süddeutsches Adelsgeschlecht mit Sitz auf der KÜSSABURG im Klettgau.
Nach einer Vermutung stammten die KÜSSENBERGER ursprünglich aus dem Geschlecht der HERREN VON WITTLISBERG (ehemaliger Herrenhof und Glasmachersiedlung, heute Wüstung bei Häusern, erwähnt um 1087 bis 1124).

Mit HEINRICUS DE CHUSSABERCH wird das Geschlecht der GRAFEN VON KÜSSENBERG 1135 und 1150 in Urkunden des KLOSTERS ALLERHEILIGEN erstmals genannt.

Am 10. April 1141 wird HEINRICH I. als Heinricus de Cussachberc am königlichen Hoflager KONRADS III. in Straßburg als Zeuge anlässlich einer Schlichtung zwischen dem Bistum Basel und dem KLOSTER ST. BLASIEN in einer Urkunde genannt. Anwesend waren unter anderen BISCHOF ORTLIEB und ABT BERTHOLD und der spätere KAISER FRIEDRICH I.

HEINRICH erscheint in weiteren Urkunden bis 1168, er war ein Bruder (oder Vetter) des Abtes WERNER VON KÜSSENBERG.

1177 [nach anderen Angaben 1172 oder 1173] erbten die KÜSSENBERGER die Landgrafschaft Stühlingen mit der BURG STÜHLINGEN, das heutige Schloss Hohenlupfen, und nannten sich GRAFEN VON KÜSSENBERG UND STÜHLINGEN.

Als Stühlingen noch Teil des alten Albgaus war, wurde ab 1084 ein GERUNG, Comes de Stulingen und 1131 ein LIUTHOLD VON STÜHLINGEN genannt.

1177 wird dann erstmals ein HEINRICUS genannt als Comes (Graf) de Stuhlingen Henricus de Cussachberch in einer Urkunde von BERTHOLD IV. VON ZÄHRINGEN.

Frühe verwandtschaftliche Beziehungen bestanden offenbar zu den REGENSBERGERN; wohl auch zu den FREIHERREN VON VAZ und mit diesen dann auch zu den HERREN VON KRENKLINGEN. Auffallend ist die Ähnlichkeit der Wappen.

HEINRICH III. VON KÜSSENBERG war der letzte Graf aus dem Geschlecht der KÜSSENBERGER, er war verheiratet mit einer Schwester des RUDOLF VON HABSBURG, KUNIGUNDE VON HABSBURG (*um 1230). Sie war eine der zwei Töchter von ALBRECHT VON HABSBURG und der HEILWIG VON KYBURG und Schwester (die andere Schwester war Nonne im Kloster Adelhausen, ihr Name ist nicht überliefert) von RUDOLF I.
Sie ist nicht zu verwechseln mit KUNIGUNDE VON ÖSTERREICH. Nachdem sie keine Kinder hinterlassen hatten, verkaufte er 1240 die Burg und Herrschaft an den BISCHOF VON KONSTANZ, HEINRICH VON TANNE. Das Geschlecht der KÜSSENBERGER bestand jedoch weiterhin.
KUNIGUNDE heiratete danach (um 1250) den Ritter OTTO II. VON OCHSENSTEIN aus dem Geschlecht der OCHSENSTEINER.  
N., N. (I23893)
 
1943 Die GRAFEN VON LAUFFEN waren ein hochmittelalterliches Adelsgeschlecht, das vom 11. bis ins frühe 13. Jahrhundert den mittleren und unteren Neckar und Teile seines Hinterlandes beherrschte. Wegen ihres in jeder Generation nachweisbaren Leitnamens POPPO bzw. BOPPO werden sie auch POPPONEN genannt, wobei eine Abstammung von den gleichnamigen älteren BABENBERGERN gemeinhin vermutet wird. Ein zweiter Leitname war HEINRICH.
Der erste dem Geschlecht zuzuordnende Vertreter wurde 1011 erwähnt. Der Sitz befand sich zunächst in LAUFFEN, im Laufe des 12. Jahrhunderts orientierten sich die Grafen zunehmend in den unteren Neckarraum.
Die GRAFEN VON LAUFFEN waren Vertreter des Königs und Vögte für den rechtsrheinischen Besitz des Bistums Worms. Mit ihren Burgen beherrschten sie den unteren Neckar als Handelsweg. Das Hauskloster der Grafen von Lauffen war das KLOSTER ODENHEIM im Kraichgau.
Mit dem Tod des letzten Grafen BOPPO (V.) zu Anfang des 13. Jahrhunderts zerfiel die Herrschaft. Der Allodialbesitz ging in weiten Teilen an die HERREN VON DÜRN über, die Reichslehen zog das staufische Königshaus ein. 
VON LAUFFEN, Uta (I11185)
 
1944 Die Grafen von Lauffen waren ein hochmittelalterliches Adelsgeschlecht, das vom 11. bis ins frühe 13. Jahrhundert den mittleren und unteren Neckar und Teile seines Hinterlandes beherrschte. Wegen ihres in jeder Generation nachweisbaren Leitnamens Poppo bzw. Boppo werden sie auch Popponen genannt, wobei eine Abstammung von den gleichnamigen älteren Babenbergern gemeinhin vermutet wird. Ein zweiter Leitname war Heinrich.

Der erste dem Geschlecht zuzuordnende Vertreter wurde 1011 erwähnt. Der Sitz befand sich zunächst in Lauffen, im Laufe des 12. Jahrhunderts orientierten sich die Grafen zunehmend in den unteren Neckarraum. Die Grafen von Lauffen waren Vertreter des Königs und Vögte für den rechtsrheinischen Besitz des Hochstifts Worms. Mit ihren Burgen beherrschten sie den unteren Neckar als Handelsweg. Das Hauskloster der Grafen von Lauffen war das Kloster Odenheim im Kraichgau.

Mit dem Tod des letzten Grafen Boppo (V.) zu Anfang des 13. Jahrhunderts zerfiel die Herrschaft. Der Allodialbesitz ging in weiten Teilen an die Herren von Dürn über, die Reichslehen zog das staufische Königshaus ein. 
VON LAUFFEN, Heinrich II. (I52299)
 
1945 Die Grafen von Lenzburg waren ein Schweizer Adelsgeschlecht, das dem Hochadel zuzurechnen ist. Der Schwerpunkt ihrer Besitzungen lag in der heutigen Ostschweiz sowie im Aargau. Ihr Stammsitz war die Lenzburg im heutigen Kanton Aargau. Die Herkunft des Geschlechts ist weitgehend ungeklärt. Die Familie und ihr Sitz werden 1077 erstmals urkundlich erwähnt. Sie stammt wohl über die Kastvögte des Klosters Schänis von Graf Hunfrid von Rätien ab. 1173 stirbt das Geschlecht mit Ulrich IV. im Mannesstamm aus.

Der Ursprung der Lenzburger liegt in der heutigen Ostschweiz. Die ältesten Besitzungen der Familie lagen in Churrätien, wo sie wohl im Tal des Hinterrheins und im Gasterland über Allod verfügten. Als erster Lenzburger wird ein Vogt Ulrich von Schänis in der Stammtafel geführt († vor 972). Sein Sohn Arnold dehnte seinen Einfluss in den damaligen Zürichgau aus und wird 976 urkundlich als Vogt der Klöster Schänis, Grossmünster und Fraumünster erwähnt. Sein Einfluss erstreckte sich über die Güter dieser Klöster vom Linthgebiet in die heutigen Kantone Aargau, Uri und Zürich. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts erwarben die Lenzburger auch noch die Vogtei über das Chorherrenstift Beromünster, das über umfangreiche Güter und Rechte im Aargau und der Innerschweiz verfügte.

Ulrichs von Lenzburg (der Reiche) († 1017) Kastvogt und Donator des Klosters Schänis Enkel, Ulrich II. von Lenzburg heiratete die Gräfin Richenza von Habsburg Tochter des Radbot, sein Bruder, Arnolf († 1060), auch genannt Arnoldus Comes de Lenzburg war Kastvogt der Klöster Beromünster, Fraumünster Zürich und Säckingen sowie ab 1050 Graf im Aargau.

Nach dem Investiturstreit erhielten die Lenzburger für ihre Unterstützung des deutschen Königs Heinrich IV. die Grafschaft im Zürichgau, dazu kamen später noch die Grafschaft über den Frickgau, die Vogtei über die Klöster Säckingen und Rheinau sowie die Reichsvogtei über Zürich. Die Übertragung der Grafschaft über den Zürichgau durch Heinrich IV. auf dem Fürstentag von Ulm 1077 von den papsttreuen Nellenburgern auf die Lenzburger war wohl die Belohnung dafür, dass Ulrich II. den päpstlichen Legaten, Abt Bernhard von Marseille, während sechs Monaten in der Lenzburg gefangen hielt, da dieser die Wahl von Rudolf von Rheinfelden zum Gegenkönig betrieben hatte. Der Machtbereich der Lenzburger erstreckte sich damit über das östliche Mittelland und die Innerschweiz bis nach Graubünden und ins Wallis. Angehörige der Familie wurden als Bischöfe in Lausanne und Genf eingesetzt.

Nach dem Tod Ulrichs II. nach 1077 teilte sich die Familie der Lenzburger in zwei Linien auf. Die Grafen von Lenzburg, die von Rudolf I. abstammten, übernahmen die Besitzungen im südlichen Aargau und in der Innerschweiz, während die Grafen von Baden, die von Arnold II. abstammten, die Besitzungen im Zürichgau übernahmen. Ihr Hauptsitz war die Burg Stein in Baden. Der Badener Zweig der Familie stand in enger Beziehung zu den Staufern. Im Zuge der Italienpolitik von Kaiser Friedrich I. erhielten sie neben der Grafschaft Zürichgau die Grafschaften über die Täler Blenio und Leventina.

Nachdem die Linie der Grafen von Baden mit Arnold IV. 1172 im Mannesstamm ausgestorben war, gingen die Allodien dieser Seitenlinie an Hartmann III. von Kyburg, den Gatten von Arnolds Tochter Richenza. Die Lehen gingen hingegen an den Lenzburger Familienzweig über, der zu diesem Zeitpunkt allerdings mit dem kinderlosen Ulrich IV. ebenfalls kurz vor dem Erlöschen stand. Ulrich IV. vermachte seinen Besitz testamentarisch an Kaiser Friedrich I., der einen Teil der Reichslehen an Albrecht III. von Habsburg weitergab. So gelangten die Landgrafschaften über den Aargau und den Zürichgau westlich der Limmat sowie die Vogtei über das Kloster Säckingen, Luzern und Unterwalden an die Habsburger. Der restliche Besitz, die Vogtei über das Stift Beromünster und das Kloster Engelberg sowie die Lenzburg und der grösste Teil der Allodien ging auf Pfalzgraf Otto von Burgund über, der sich zeitweise auch als Graf von Lenzburg bezeichnete. 
VON BADEN, Arnold IV: (I47140)
 
1946 Die Grafen von Montfort waren ein schwäbisches Adelsgeschlecht, das dem reichsunmittelbar regierenden Hochadel des Heiligen Römischen Reichs angehörte. Das Geschlecht erlosch 1787.

Die einflussreichen und sehr begüterten Grafen trugen ihren Namen nach dem nahe der Schweizer Grenze gelegenen Stammschloss Montfort bei Weiler im heutigen Vorarlberg. Mit ihren Herrschaften Feldkirch (bis 1390), Bregenz (bis 1523) und Tettnang (bis 1779) haben sie die territoriale Entwicklung Oberschwabens, der Ostschweiz und Vorarlbergs entscheidend beeinflusst. 
VON MONTFORT, Magdalena (I11137)
 
1947 Die Grafen von Neu-Kyburg (auch Kyburg-Burgdorf oder Habsburg-Neukyburg genannt) waren ein Schweizer Adelsgeschlecht, das zwischen etwa 1273 und 1417 bestand und vornehmlich im Oberaargau begütert war. Das Haus Neu-Kyburg entstand aus einer Weiterführung des Geschlechts der Grafen von Kyburg in der weiblichen Linie und ist eine Seitenlinie des Adelsgeschlechts der Habsburger.  VON HABSBURG-LAUFENBURG, Graf Graf Eberhard I. (I14128)
 
1948 Die Grafen von Neuenburg waren ein Schweizer Adelsgeschlecht, das im heutigen Kanton Neuenburg begütert war. Nach der Aufteilung in verschiedene Familienzweige kam der Grafentitel Neuenburgs an die Linie der Neuenburg zu Nidau, nach deren Aussterben erbweise an die Grafen von Freiburg. VON NEUENBURG, Katharina (I41505)
 
1949 Die Grafen von Plain (von Pleien, Pleyen, Blainn, Plagen, Plaigen, Pleigin; de Plagio, de Plagin, de Plaie, de Pleige; auch: die Plainer) kamen bereits vor 800 n. Chr. von Frankreich ins Noricum. Dort teilten sie sich in vier Stämme auf, die sich vorwiegend im Salzburger und Reichenhaller Raum verbreiteten. VON PLAIN, Heinrich I. (I37214)
 
1950 Die Grafen von Sulz waren ein süddeutsches Hochadelsgeschlecht, das bis zu seinem Erlöschen 1687 das Hofgericht Rottweil und die Landgrafschaft Klettgau innehatte.
Seit 910 waren die Grafen von Sulz am Neckar Besitzer der dortigen Salzquellen. Im Jahr 1095 trat das Geschlecht als Mitstifter des Klosters Alpirsbach urkundlich in Erscheinung. Bereits damals übten sie Grafenrechte aus. Sie hatten darüber hinaus weitere Besitzungen und Rechte. So waren sie die Obervögte des Klosters Schwarzach. Um 1100 wurden die Herren von Fluorn Ministerialen der Sulzer, sie bezeichneten sich dann nach ihrer Burg Brandeck als Herren von Brandeck und tätigten zahlreiche Schenkungen an das Kloster Alpirsbach. Von der ehemaligen Burganlage sind noch Reste einer Schildmauer erhalten. Ihre ursprüngliche Machtbasis, die Burg Albeck bei Sulz, verlor das Geschlecht um 1252 an die Herren von Geroldseck durch Einheirat.

Im 12. Jahrhundert waren sie wahrscheinlich mit dem Schutz der östlichen Flanke des Machtbereichs der Zähringer beauftragt. Auf seinen Anteil an der Landgrafschaft Baar, die die Sulzer zusammen mit den Fürstenbergern besessen hatten, verzichtete Hermann von Sulz 1282. König Rudolf übertrug die Grafschaft in der Baar am 18. Januar 1283 auf Heinrich von Fürstenberg. Es wird angenommen, dass der ebenfalls habsburgtreue Hermann von Sulz mit anderen Ämtern entschädigt wurde. 1299 amtet er als Hofrichter von König Albrecht im Elsass und in Nürnberg[1] und bereits 1317 wird ein Graf von Sulz als Hofrichter in Rottweil erwähnt.[2]

Walter III. von Geroldseck (genannt von Tübingen; wohl † 1333 bei der Belagerung von Burg Schwanau) hatte fünf Söhne, wovon drei, Georg, Gundolf und Wilhelm, die Herrschaft Sulz und Dornstetten erhielten, sie nannten sich nun nach ihrem neuen Besitz von Geroldseck und Sulz. Nach drei Generationen erlosch mit dem Sohn des Konrad von Geroldseck und seiner Gemahlin Anna von Urslingen (der Schwester Reinolds von Urslingen), Hans († 1451), die Sulzer Linie der Geroldsecker. Sie führten den Zusatztitel Sulz weiterhin, obwohl die Herrschaft Sulz 1473 an das Haus Württemberg verkauft werden musste. Von 1519 bis 1536, als Folge der Vertreibung des Herzogs Christoph von Württemberg durch den Schwäbischen Bund, residierten die Geroldsecker nochmals in der Stadt Sulz, dies endete jedoch mit der Rückkehr des Herzogs.

1340 war Graf Berthold von Sulz verheiratet mit Adelheid von Schwarzenberg.

Ein Neuaufstieg begann 1360 als die Grafen von Sulz das erbliche Richteramt am kaiserlichen Hofgericht in Rottweil erhielten. Zum guten Ansehen dieses Gerichts trugen die Grafen maßgeblich bei. Für den Wiederaufstieg spricht auch, dass die Grafen von Sulz von Herzog Leopold von Österreich 1392 als Pfand für geliehenes Geld mehrere Dörfer erhielten, die sie bis 1462 behielten.

Landgrafen im Klettgau
Den Grafen gelang durch kluge Heiratspolitik ein weiterer Aufstieg. Vermittelt durch seinen Vater Graf Hermann von Sulz, heiratete Rudolf I. die Erbtochter Ursula von Habsburg-Laufenburg des letzten Grafen Johann IV. und seiner Gemahlin Agnes von Landenberg. Dadurch kam 1408 die Landgrafschaft Klettgau am Hochrhein und die Herrschaft Rotenberg im Elsass von Habsburg-Laufenburg an das Haus Sulz. Rudolf I. († 1440) und Agnes hatten drei Söhne: Johannes († 1444), Alwig und Rudolf II.

1477 heiratet Graf Alwig, 60-jährig, die 35 Jahre jüngere Verena von Brandis. Von den Freiherren von Brandis kamen die Herrschaften Vaduz, Schellenberg und Blumenegg in Vorarlberg hinzu. Sie hatten zwei Töchter und einen Sohn, Rudolf V. von Sulz, der in verschiedenen Quellen auch Rudolf III. genannt wird. Alwig und Rudolf II. († 1487) erwarben zusammen 1482 vom Hochstift Konstanz die Stadt und das Schloss Tiengen sowie 1497 die Küssaburg und die Herrschaft Küssaberg als Lehen hinzu. Auch das Obere Schloss Jestetten kauften sie. In Schaffhausen erwarben sie 1474 das Haus „zur Tanne“ und 1506 das Haus „zum roten Bären“. Tiengen wurde Residenz, sie wohnten aber auch auf der Küssaburg und im Schloss Jestetten.

Teile des Gebietes mussten indes ab 1613 wieder verkauft werden. Im Zuge der Entstehung der Schweizer Eidgenossenschaft war das Herrschaftsgebiet der Grafen stark geschrumpft. Aus Geldnot verkaufte Graf Johann Ludwig von Sulz den südlichsten Teil des alten Klettgaus, das Rafzerfeld, 1651 an die Stadt Zürich. Im Jahr 1656 musste auch der nordöstliche Teil der Grafschaft an die Stadt Schaffhausen verkauft werden.

Das Geschlecht stand über Jahrhunderte im Dienst der Habsburger. Karl Ludwig Graf zu Sulz (1572–1617) war kaiserlicher Hofkriegsratspräsident und Feldzeugmeister. Die Familie starb 1687 im Mannesstamm aus. Durch Testament des letzten Grafen von Sulz fiel der bewegliche Besitz des Hauses an die ältere Tochter, die mit einem Fürstenberger verheiratet war; die jüngere Tochter Maria Anna von Sulz erbte den noch aus den Ämtern Tiengen und Jestetten bestehenden Grundbesitz und brachte diesen wie auch das Amt des Erb-Hofrichters zu Rottweil an ihren Ehemann Ferdinand Fürst von Schwarzenberg bzw. die gemeinsame Nachkommenschaft. Damit war die Ära Sulz im Klettgau zu Ende. Die Erinnerung an die Grafen von Sulz besteht unter anderem im Wappen fort. In mehreren Orten ist es Bestandteil des Ortswappens, etwa einiger Stadtteile der Stadt Sulz am Neckar sowie Vöhringen und Dietingen. Im Klettgau ist es noch Teil in den Wappen der Gemeinden Lauchringen, Klettgau, Küssaberg und von Stetten bei Hohentengen.

Ferdinand von Schwarzenberg († 1703) heiratete Gräfin Maria Anna von Sulz († 1698) im Jahre 1674. Die Regierung behielt die einzige Tochter des Grafen Johann Ludwig von Sulz in den ersten Jahren noch selbst, wurde jedoch alsbald in die modernen schwarzenbergischen Verwaltungen von Krumau aus übernommen. 
VON SULZ, Verena (I9027)
 

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