Strauss Genealogie


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1851 Die Eltern und deren Herkunft
Die Eltern von Adolf von der Leyen kamen aus Radevormwald, wo es bis heute den Ortsteil Leye gibt und wo sie als Posamentwirker und Posamenthändler tätig waren. Sein Vater wurde zwischen 1590 und″ 1595 geboren und verstarb 1624 oder 1625. Noch kurz vorher war er 1623 und 1624 auf einer Frankfurter Messe als Bandhändler nachweisbar. Seine Mutter, „Entgen“ (Anna), führte nach dem Tod ihres Mannes das Geschäft in Radevormwald zunächst fort. In einem Radevormwalder Taufverzeichnis wurde sie 1638 als „ziemlich verschuldet“ vermerkt. Es hieß dort weiter, dass sie zwei Häuser und Ländereien geerbt hatte.

Sein Leben und Nachkommen
Er war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe führte er mit Sibilla Wienenberg († 1689), deren Vater ebenfalls Posamentwirker in Radevormwald war. Sie hatten zusammen zwei Söhne: Wilhelm von der Leyen (1650–1722) und Friedrich von der Leyen (1656–1724). Die zweite Ehe erfolgte mit Margaretha von Harting († 1698).[1]

Zum ersten Mal wurde er zusammen mit seiner Mutter und anderen Mennoniten 1638 vertrieben. Peter Kriedte vermutet in seinem Buch, dass er kurz danach wieder nach Radevormwald zurückkehrte, das er aber 1656 endgültig verlassen musste.

Jedenfalls stellte er in Radevormwald Posamente her und führte dort einen Handel. Auf Grund seines mennonitischen Glaubens wurde er jedoch 1656 von Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, dem damaligen Herzog von Berg, endgültig vertrieben, indem er allen noch verbliebenen Angehörigen dieser Glaubensrichtung androhte, ein Viertel ihres Vermögens zu beschlagnahmen. Er floh nach Krefeld und erhielt dort 1679 die Bürgerrechte. Sein Geschäft führte er in Krefeld weiter. In der dortigen Mennonitengemeinde stieg er im Ansehen und übernahm später auch eine Leitungsfunktion.

In späterer Folge gelangten die Nachkommen der Familie von der Leyen in Krefeld zu großem Wohlstand, Ansehen und Reichtum. Die Enkel von Adolf von der Leyen, Friedrich und dessen Halbbruder Johann, gründeten 1721 eine Firma für die Herstellung von Seidenbändern und Samtwaren und begannen 1724 zusätzlich mit der Färbung von Seidenwaren. Diese Firma wurde damit unabhängig von den bisherigen Seidenfärbern in Köln und ein überregionaler Hersteller und Lieferant für Seiden- und Samtwaren.[1]

Friedrich Heinrich von Friedrich von der Leyen, ein Urenkel von Adolf von der Leyen, wurde in der Franzosenzeit 1813 zum baron de l’Empire in der Noblesse impériale erhoben und erhielt 1816 vom König von Preußen als Baron (Freiherr) einen weiteren Adelstitel.[2] Gegenwärtig werden die Besitztümer und Ländereien von der Freiherr-von-der-Leyen’schen Verwaltung durch Friedrich Freiherr von der Leyen in Neukirchen-Vluyn verwaltet. Neben Schloss Bloemersheim gehören dazu auch die Pachtbetriebe Schloss Dyck und Haus Meer.

Literatur
Peter Kriedte: Vom Leinen zur Seide …, in: Krefeld. Die Geschichte der Stadt, Band 2, 2000, S. 287–290. 
VON DER LEYEN, Baron Baron Adolf (I47343)
 
1852 Die Eltern von Ezzo waren Pfalzgraf Hermann I. von Lothringen († 996) und Heylwig/Heilwig von Dillingen. Ezzo heiratete Mathilde (um 979–1025), die Tochter des Kaisers Otto II. und der Mitkaiserin Theophanu.

Um eine standesgemäße Versorgung der Kaisertochter zu sichern, erhielt Ezzo zahlreiche Grafschaften und Vogteien, unter anderem den Auelgau und die Waldenburg im Sauerland, aber auch die Reichsdomäne Saalfeld mit dem Königshof und der Saalfelder Höhe, den südlichen Orlagau mit den Gebieten südwestlich von Saalfeld bis zum Gebirgskamm und das weiter südlich gelegene Gebiet um den Berg Coburg entlang einem wichtigen Heer- und Handelsweg von der Saale zum Main.

Er kontrollierte die großen Fernwege, z. B. mit Hilfe der Tomburg bei Rheinbach (ab 1000) und des Siegburger Michaelsberges. Damit begann ein Machtkampf mit dem Erzbistum Köln. Ezzos Tochter Richeza vererbte einen Teil ihres Landes, u. a. Saalfeld, den südlichen Orlagau und das Coburger Land 1063 an ebendieses Bistum, woraus die Benediktinerabtei Saalfeld entstand.

1024 gründeten die Eheleute das Benediktinerkloster Brauweiler, in dem beide auch beigesetzt wurden. 
(LOTHRINGEN), Ezzo (I23875)
 
1853 Die Eltern von Gräfin Bertha von Andechs waren Berthold III. (* ca. 1137; † 1188) und dessen zweite Frau Luitgard, Tochter von König Sven III. von Dänemark. Berthas Bruder war Poppo von Andechs-Meranien (Bischof von Bamberg 1237–1242, † 1245), weitere fünf Halbgeschwister hatte sie aus der ersten Ehe ihres Vaters mit Hedwig N.N.

Bertha ist nach 1176 geboren (Tod von Bertholds erster Frau Hedwig) und wurde 1249[1] letztmals urkundlich erwähnt, ein genaueres Todesjahr ist nicht belegt; 1255 wird ihre Nachfolgerin Äbtissin Jutta (Guta) erstmals genannt.

Bertha war Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Gerbstedt im Mansfelder Land im heutigen Sachsen-Anhalt. In der 1216/17 entstandenen Genealogia Wettinensis wird sie bereits als Äbtissin erwähnt,[2] letztmals 1249 bei einer Verkaufszustimmung für einen Ministerialen des Klosters. In das ferne Kloster im Mansfelder Land dürfte Bertha durch die engen verwandtschaftlichen Beziehungen der Grafen von Andechs zum Herrscherhaus der Wettiner gekommen sein. Ihre Mutter Luitgard war eine Enkelin des Markgrafen Konrad von Meißen, ihr (Halb-)Bruder Herzog Berthold IV. von Meranien hatte die Tochter Agnes des Sohnes Dedo von Konrad von Meißen geehelicht.

Bei der in der Literatur wiederholt 1190[3] erwähnten Äbtissin Bertha des Klosters dürfte es sich noch um die Tochter Bertha des Markgrafen Konrad von Meißen handeln (dessen Töchter Oda und Bertha waren nach der Genealogia Wettinensis Äbtissinnen von Gerbstedt). Bertha von Andechs wäre 1190 höchstens 13 Jahre alt gewesen. 
VON ANDECHS, Bertha (I18347)
 
1854 Die Eltern von Mathilde von Andechs waren Berthold III. (* ca. 1137; † 1188) und Hedwig N. N. († 16. Juli 1176), deren Abstammung aus Quellen nicht gesichert ist. Mathilde hatte sechs Geschwister bzw. Halbgeschwister.

Mathilde heiratete den Grafen Engelbert III. von Görz[1] und wird zusammen mit ihm zwischen 1183/1189 erstmals urkundlich erwähnt. Sie hatten einen Sohn, Meinhard III. von Görz (I. von Tirol) und eine Tochter unbekannten Namens.[2]

Sie starb an einem 17. Januar unbekannten Jahres,[3] frühestens nach 1193/1206. Es könnte sich auch bei der 1222 erwähnten Witwe von Graf Engelbert III. von Görz noch um Mathilde handeln.

Mathildes gleichnamige Tante väterlicherseits war die seliggesprochene (Mathilde) Mechtild von Dießen (Andechs), Äbtissin des Augustinerchorfrauenstifts Edelstetten. 
VON ANDECHS, Mechthild (Mathilde) (I18344)
 
1855 Die Ernste
waren eine Familie des fränkischen Adels, die insbesondere im 9. Jahrhundert in Bayern hervortrat[1]. Bekanntester Familienangehöriger ist der Grenzgraf Ernst († 865), der nach dem König der wichtigste Adelige in Bayern war. Sein Sturz nach einer Verschwörung ließ die Familie zurücktreten. Ihren Besitz im Sualafeldgau konnten sie jedoch behalten. Anfang des 11. Jahrhunderts sind die Ernste letztmals bezeugt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernste 
..., Wartrun (I39599)
 
1856 Die Ernste waren eine Familie des fränkischen Adels, die insbesondere im 9. Jahrhundert in Bayern hervortrat[1]. Bekanntester Familienangehöriger ist der Grenzgraf Ernst († 865), der nach dem König der wichtigste Adelige in Bayern war. Sein Sturz nach einer Verschwörung ließ die Familie zurücktreten. Ihren Besitz im Sualafeldgau konnten sie jedoch behalten. Anfang des 11. Jahrhunderts sind die Ernste letztmals bezeugt. VON EPPENSTEIN, Ernst (I39598)
 
1857 Die erste Erwähnung Gottfrieds stammt aus den Gesta Normannorum Ducum: „Gottfried, Graf der Angeviner, genannt Martel, ein heimtückischer Mann in jeder Beziehung, der seinen Nachbarn oft Übergriffe und unerträglichen Druck zufügte.“

Ebenso wie sein Vater war Gottfried von kriegerischer Natur und war zeit seines Lebens mit all seinen Nachbarn, darunter besonders Graf Theobald III. von Blois und Herzog Wilhelm II. von der Normandie, in militärische Konflikte verwickelt. 
VON ANJOU, Gottfried II. ´Martel` (I37727)
 
1858 Die erste schulische Ausbildung erhielt der junge Grolman im elterlichen Hause. Zur Vorbereitung seines weiteren Lebensweges besuchte er in Gießen das sogenannte Pädagogium. Schon zu dieser Zeit entdeckte er seine Liebe zu Horaz. Dessen Werke ihm auch auf seinen Feldzügen in Spanien und Russland ein treuer Begleiter waren.

Eigentlich sollte Ludwig Grolman, sein Vater lehnte den 1785 durch Friedrich den Großen (1712-1786) angebotenen Adelstitel für diesen Zweig der Familie ab, wie seine anderen Brüder eine geisteswissenschaftliche Ausbildung erhalten. Doch die Neigung des Sohnes richtete sich auf die militärische Laufbahn. So trat er im Jahre 1792 in niederländische Dienste. Der gerade herrschende Krieg bot ihm günstige Aufstiegschancen. So wurde er bereits am 29.09.1793 zum wirklichen Fähnrich (vaandrig effectief) im 1. Bataillon des Regiments des Obersten Thouars ernannt.

Er nahm im holländischen Feldzug von 1793/94 nur an einigen Scharmützeln teil. Im Mai 1795 als die Franzosen die Verwaltung in Holland übernommen hatten, bat er um weitere Verwendung im holländischen Militär. Doch schon am 20. Mai 1795 bat er um Entlassung bzw. Beurlaubung. Es ging darum, dringende Familienangelegenheiten in Kleve zu regeln. Am 29.05.1795 erhielt er sein Entlassungsgesuch unterzeichnet von General Moreau.

Kurz nach seiner Rückkehr nach Gießen trat er Freikoporal in das 1. Bataillon des Regiments Landgraf ein. Am 01.09.1795 erfolgte seine Beförderung zum Fähnrich im 2. Bataillon des Regiments. Insgesamt war aber die Zeit in hessischen Diensten nicht sehr ereignisreich. Im Jahre 1803 trat er in kurbadische Dienste.

Zunächst ist er als Premierleutnant im Regiment »Kurprinz« ein. Dieses wurde gerade aus ehemaligen Stammeinheiten der von Bayern abgetretenen Truppenteile neu gegründet. Bei der Erweiterung des badischen Heeres wurden viele Stellen durch überwiegend ehemalig kurhessische Offiziere besetzt. In dieser Stellung verblieb Grolman jedoch nicht lange, bereits am 19.09.1804 wurde er zum Quartiermeisterleutnant im Generalstab und zugleich zum persönlichen Adjutanten des Kurprinzen Karl von Baden ernannt. Bereits am 08.05.1805 wurde er zum Stabshauptmann ernannt.

Baden stellte ein Feldkorps unter dem Befehl des Generalmajors Valentin von Harrant auf, das aus 5 Bataillonen Infanterie, einen Husarendetachement und 6 Geschützen bestand. Es sammelte sich Anfang Oktober in Pforzheim, um die Stadt gegen einen österreichische Angriff unter General Mack zu verteidigen. Da dieser jedoch am 17.10.1805 bei Ulm kapitulierte und die französische Hauptarmee auf Wien marschierte, zog die badische Brigade über Heilbronn und Nördlingen nach Donauwörth und Augsburg bis zur Festung Braunau. Die Brigade leistet entlang der Festen am Inn Garnisonsdienst.

Grolman nahm im Januar an der Reise von Kurprinz Karl von Baden nach Paris teil, wo am 08.04.1806 die Hochzeit zwischen den Kurprinzen und Stephanie Beauharmais, einer Stieftochter Napoléons, stattfand. Grolman nahm am darauf folgenden Krieg gegen Preußen als Adjutant des Erbgroßherzogs Karl von Baden - das Kurfürstentum Baden war nach der Unterzeichnung der Rheinbundakte am 12.07.1806 zum Großherzogtum erhoben worden - teil. So war er ständige Begleitung des Erbgroßherzogs und General von Harrants im Hauptquartier Kaiser Napoléons.

Am 20.07.1807 wurde Grolman für eine Waffentat bei der Belagerung von Danzig das Ritterkreuz des neugestifteten militärischen Karl-Friedrich-Verdienstordens verliehen. Grolman schrieb in seinem Tagebuch über den Feldzug von 1806/1807 »Tagebuch über den Feldzug Sr. Hoheit des Erbgroßherzogs von Baden, von Anfang Oktober 1806 bis Ende Juni 1807«:

Am 16. April machten die Belagerten einen Ausfall auf die isoliert auf der Nehrung stehende schwache Division Gardanne. Als nach einem dreistündigen hartnäckigen Gefecht worin sich Gardanne behauptet hatte, der Kampf, der sich gelegt zu haben schien, von neuem mit verdoppeltem Eifer entbrannte, schickte der Erbgroßherzog mit Genehmigung des Marschalls Lefebvre zum Zwecke einer Diversion seinen Adjutanten mit fünfzig Schützen auf die linke Flanke der Tranchée um dort den Feind zu beschäftigen und ihn an der Unterstützung seiner gegen Gardanne kämpfenden Truppen zu verhindern. Die kleine badische Abteilung treib durch ihr Feuer die preußischen Arbeiter an Hagelsberge, sowie die feindlichen Schützen, die sich vor dem Olivaer Tor postiert hatten, in den bedeckten Weg zurück, unternahm einen Scheinangriff auf die Kalkschanze und nötigte die Preussen hierdurch, ansehnliche Verstärkungen nach dieser Richtung zu divegieren und ein ansehnliches Feuer dahin zu unterhalten, während Gardanne auf der Nehrung einen vollständigen Sieg errang.

Nach dem Feldzuge von 1806/07 begann für Grolman eine kurze Zeit am badischen Hof, die ihm nicht so ganz behagte. Bereits am 29.12.1807 wurde er zum Infanterieregiment von Harrant nach Freiburg versetzt. Das Regiment wurde 1806 aus Truppen der ehemaligen Fürstentümer Leininigen, Salm und Fürstenberg gebildet. General von Harrant wurde Inhaber des Regiemtns, nachdem der bisherige Inhaber der spätere Markgraf Ludwig auf Befehl Napoléons alle militärischen Funktionen niederlegen musste. Mit dem 4. Linieninfanterieregiment unter Befehl des Obersten Heinrich von Porbeck, zog Grolman im 24.08.1808 nach Spanien. Bei Kehl, das 1808 wegen seiner militärischen Bedeutung an Frankreich abgetreten werden musste, zog man über den Rhein, weiter über Metz, Brienne, Troyes, Orleans, wo Marschall Lefebvre das Regiment besichtigte, ging es weiter über Chateauroux, Perignieus, Mont du Marsan nach Bayonne, wo am 12. Oktober die französisch spanische Grenze überschritten wurde.

Über seinen Einsatz in Spanien berichtet Major Grolman ausführlich in seiner Veröffentlichung »Aus dem Tagebuch eines Deutschen Offiziers über seinen Feldzug in Spanien 1808«.Nach dem Tode des Regimentskommandeurs von Porbeck übernahm er die Führung des badischen Kontingents in Spanien.

Aber auch diesmal gefiel Ludwig von Grolman das Hofleben nicht besser als 1808. Im Februar 1812 wird er zum Generalstabschef des badischen Kontingents nach Russland ernannt. Bereits seit Mai 1811 befanden sich Truppen des Linieninfanterieregiments Erbgroßherzog über Magdeburg und Stettin im November 1811 in Danzig. Am 19.02.1812 zog Grolman mit dem Linieninfanterieregiment Wilhelm von Hochberg Nr. 3 und dem leichten Infanteriebataillon von Lingg von Mannheim aus, während eine weitere Kolonne bestehend aus dem Linieninfanterieregiment Großherzog Nr. 1, dem Husarenregiment von Geusau, sowie einer Fuß- und einer halben reitenden Batterie gebildet. Doch bevor Graf von Hochberg mit seinen Truppen in Danzig eintraf, marschierte Napoléons schon in Russland ein. So sammelte sich ein großer Teil der badischen Truppen im August 1812 unter Marschall Victor in Tilsit. Von Tilsit aus ging es Minsk, Borissow, Orscha nach Smolensk wo sie Ende September eintrafen.

Für die Truppen des Marschall Victor war es bisher ein Feldzug ohne Feindberührungen gewesen. Erst am 31. Oktober kam es zum Gefecht mit den Truppen Wittgensteins bei Czansniki. Bis zum zweiten Gefecht von Czansniki am 14.11.1812 deckte das 9. Korps von Marschall Victor, zu dem die Badener gehörten, den Rückzug der Grande Armee von Moskau aus. Erst nach diesem 2. Gefecht musste sich auch das 9. Armeekorps zurückziehen. Am 24 11.1812 kam es zu einem weiteren Gefecht der stark geschwächten badischen Brigaden bei Baturi. Am darauf folgenden Tag deckte das 9. Korps den Rückzug der Armee auf der Straße von Smolensk nach Wilna.

Am Abend 27.11. überschritt das Korps die Berisina und ging an der östlichen Uferseite in Stellung. Sie nahmen eine defensive Stellung ein, um die heranrückenden russischen Streitkräfte aufzuhalten. Es kam zu schweren Kämpfen, die bei den Badenern schwere Verluste forderten. Allein 28 Offiziere wurden verwundet oder sind gefallen. Zu den verwundeten gehörte auch Grolman. Durch eine Quetschung am Bein, wurde seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Am Abend dieses mörderischen Gefechtes erhielten die Truppen den Befehl, sich über die Berisina auf das westliche Ufer zurückzuziehen. Der Rückzug vollzog sich unter schwersten Strapazen unter anderem durch die extremen klimatischen Bedingungen. Grolman schleppte sich anfangs noch zu Fuß weiter ehe Graf Hochberg ihm seinen Wagen überließ. Zusammen mit dem Feldjäger Karl Hubbauer und dem Rittmeister Freiherrn von Collenberg, vom aufgeriebenen badischen Husarenregiment trennte er sich am 07.12.1813 vom Grafen. Da der Weg nach Wilna versperrt war und die Männer sich verirrten fielen sie am 13.12.1812 in russische Gefangenschaft. Sie wurden in einem von einem Kapuziner bewohnten Pfarrhaus im Dorfe Keitowischki untergebracht. Dort wurden sie zunächst freundlich aufgenommen und mit Lebensmitteln versorgt. Am 2. Tag kamen irreguläre russische Soldaten und raubten den wehrlosen Gefangenen auch noch ihre Kleider. Am Morgen des 3. Tages wiederholte sich eine ebensolche Durchsuchung erfolglos. Der Kapuziner wohl unwillig der Durchsuchungen trieb die Gefangenen aus seinem Hause. Ein Bauer nahm die halbnackten badischen Soldaten in einer schlechten Hütte auf, wo sie zwar vor der Kälte nicht aber vor den marodierenden russischen Soldaten sicher waren. Bei dieser Gelegenheit trennte sich Rittmeister von Collenberg und entkam über Wien nach Karlsruhe.

Zwanzig weitere Tage verbrachten Grolman und Hubbauer in dem Verschlag. Sie ernährten sich vom Fleisch gefallener Pferde oder von den Gaben, die Hubbauer von einem polnischen Edelhof bei Wilma erhielt. Sie waren dabei schwersten Misshandlungen ausgesetzt. Bei dieser Gelegenheit wurde Grolman ein derart heftiger Stoß mit einem Gewehrkolben auf die Brust verpasst, dass er die Nacht unter großen Schmerzen verbrachte. Ein russischer Dragoneroffizier namens Albrecht, der auf dem Edelhof bei Wilma vom Schicksale Grolmans und Hubbauers erfahren hatte, überließ den Männern Kleidungsstücke und Pelze und quartierte sie auf dem Edelhofe ein. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln war sehr gut. Nachdem sich die beiden einigermaßen erholt hatten, wurden sie mit einer Dragonereskorte nach Schischmori, wo Grolman in der Judenschule ein Quartier fand. Dort trennte sich Albrecht von Grolman. Grolman entschloss sich jedoch nach Wilna zurückzugehen, wo er nach einem fünftägigen Fußmarsch völlig durchnässt eintraf. In Wilma bat er darum den Gouverneur vorgestellt zu werden, doch der russische Offizier verstand ihn nicht.

Nach zwei weiteren harten Nächten fand sie ein Abgesandter des Großfürsten Konstantin - dem Bruder Alexander I. - der Grolman 100 Rubel für eine neue Montur zur Verfügung stellte, damit er vor den Zaren erscheinen könnte, der ihn dann nach Baden entlassen wollte. Doch Grolman war inzwischen durch den erlittenen Kolbenhieb und die Strapazen der letzten Tage zu schwach um noch vor Alexander I. zu erscheinen. Nach einer kleinen Besserung befand sich der Zar jedoch nicht mehr in Wilna. Am 30.01. schrieb er noch Briefe an seine Familie und den Großherzog Karl und bat um finanzielle Unterstützung. Doch am 18.02.1813 starb Oberst Ludwig von Grolman durch die Strapazen seiner Gefangenschaft.

Am 22.10.1812 wurde Oberstleutnant Ludwig von Grolman in den preußischen Adel erhoben. Am gleichen Tag erhielten auch seine Brüder Adolf, Karl und Friedrich Grolman. Ihnen wurde, wie bereits 1786 ein Wappen verliehen, dass in einem goldenen Schildrand in blau eine silberne Lilie. Auf den Helm fanden sich blausilberne Decken und ein aufgerichtetes Schwert mit goldenen Griff und blanker Klinge Es wurde von zwei Büffelhörnern umgeben. 
VON GROLMANN, Ludwig Theodor Dietrich Christian (I6312)
 
1859 Die erste urkundliche Erwähnung durch Walter von Wellenberg geht in das Jahr 1204 zurück. Im Zuge der Beendigung des Interregnums durch Rudolf von Habsburg zerstörten und verbrannten die Zürcher im Jahr 1258 die Burg weil von ihr aus Raubzüge in die Umgebung ausgeübt worden waren. Ulrich von Wellenberg und seine beiden Neffen wurden in Zürich gefangengesetzt und mussten letztlich Urfehde schwören. Sie besassen auch das Wohnrecht in Frauenfeld.

1370 kam Burg Wellenberg als Lehen des Klosters Reichenau in die Hand derer von Strass die den Besitz um 1370 an die Herren von Hohenlandenberg übergaben. Die Herrschaft Wellenberg umfasste die Gerichtsbarkeit über Wellhausen, Thundorf mitsamt den umgebenden Höfen sowie den Vogteien Mettendorf, Eschikofen und Lustorf. Die Hohenlandenberger waren Dienstleute der Habsburger und erfolgreich im Vorfeld der Appenzellerkriege. Sie regierten zugleich von dem Schloss Frauenfeld und dem Schloss Sonnenberg aus. Margarethe von Hohenlandenberg stiftete 1450 die Schlosskaplanei, aus der sich später die Pfarrei Felben entwickelte.

Um 1513 erwarb der sagenumwobene Jakob Mötteli von Rappenstein die Burg Wellenberg. 1537 kam die Herrschaft für rund 130 Jahre in den Besitz der Herren von Ulm. Gregor von Ulm verstärkte kurz vor dem Dreissigjährigen Krieg noch die Wehren und Waffen der Burg.

1669 erwarb Johannes Escher im Auftrag der Stadt Zürich die Liegenschaft, welche diese am 17. November 1815 wiederum an Joachim Leonz Eder verkaufte. Am 24. März 1900 verkauften die Geschwister Nikolaus, Verena und Louise Bienz der Familie Schenkel den inzwischen errichteten Gutsbetrieb zusammen mit dem Schloss. Im Jahr 2002 wurde das Schloss unter Bundesschutz gestellt. Zwei Jahre später wurde im Rahmen der Jubiläumsfeier «800 Jahre Schloss Wellenberg» die Stiftung Schloss Wellenberg gegründet. 
VON HOHENLANDENBERG, Siegmund (I46953)
 
1860 Die ersten Besiedelungsspuren in Hettlingen gehen auf die Jungsteinzeit zurück. Aus römischer Zeit wurden in der Nähe der Kirche Reste eines römischen Gutshofes gefunden. Um 700 gab es in Hettlingen eine frühmittelalterliche Kapelle, und es wurden alemannische Gräber aus dieser Zeit gefunden. Im Zuge geophysikalischer Untersuchungen konnten 1995 archäologische Abklärungen ein digitales Geländemodell des Areals der ehemaligen Wasserburg erstellen. So konnten mit Hilfe des Radars die Lage des Grabens, der Umfassungsmauer und des Wohnturms erfasst werden.[9]

1223 werden die Herren von Hettlingen erstmals erwähnt, kyburgische Gefolgsleute, die im 1752 abgebrochenen Wasserschloss Hettlingen residierten. 1434 erwarb die Stadt Winterthur Hettlingen, in dessen Besitz das Dorf bis zum Ende der alten Herrschaft 1798 blieb. 1857 wurde das Dorf durch die Rheinfallbahn erschlossen. Heute ist das Dorf eine Agglomerationsgemeinde der Stadt Winterthur. 
VON HETTLINGEN, Heinrich (I29125)
 
1861 Die ersten Jahre seiner Herrschaft hatte Ermengol II. vermutlich unter der Vormundschaft seines Onkels Raimund Borrell von Barcelona gestanden. Unter ihm setzte die territoriale Expansion der Grafschaft Urgell (Alt Urgell) nach Süden (Baix Urgell) gegen das Kalifat von Córdoba (al-Andalus) ein. Um das Jahr 1033/34 hatte er die Burg von Àger (Comarca Noguera) erobert, mit der er seinen Gefolgsmann Arnau Mir de Tost belieh. Nach mittelalterlichen Chroniken war Ermengol nach 28 Jahren der Herrschaft im Jahr 1038 während einer Pilgerreise in Jerusalem gestorben.[1] Dagegen dokumentiert eine Urkunde der Abtei Sant Pere von Àger vom 12. Oktober 1039 den Verkauf der Burg Artesa durch Ermengol II. an Arnau Mir de Tost, weshalb ein Irrtum der erzählenden Chroniken betreffs des Sterbejahrs nicht auszuschließen ist.[2]

Seine Frau Velasquita, die auch Constança genannt wurde (Belaschita que vocant Constancia), hatte für einige Zeit die Regentschaft in Urgell für ihren gemeinsamen Sohn Ermengol III. († 1065) übernommen.[2] 
(URGELL), Ermengol II. (I52398)
 
1862 Die ersten Jahre seiner Herrschaft hatte Ermengol unter der Vormundschaft seiner Mutter Velasquita „Constança“ gestanden, die am 4. April 1048 in seinem Namen die Besitzrechte auf die Täler von Andorra an das Bistum Urgell verkaufte.[1] Laut der Urkunde zu dem Verkauf war er zu diesem Zeitpunkt fünfzehn Jahre und zehn Monate alt. Nach seiner persönlichen Machtübernahme hatte er sich mit Graf Raimund Berengar I. von Barcelona gegen den Grafen Raimund Wilfried von Cerdanya verbündet.[2] Im Jahr 1064 hatte sich Ermengol an dem von Papst Alexander II. initiierten Feldzug gegen die Mauren beteiligt, der von Historikern oft als ein „Vorkreuzzug“ charakterisiert wird. Nach der Eroberung von Barbastro wurde er hier von König Sancho Ramírez von Aragón als Statthalter eingesetzt. Als die Mauren die Stadt bereits im folgenden Jahr zurückeroberten, wurde Ermengol im Kampf getötet.[3] Er wurde in der Abtei Sant Pere von Àger bestattet.[4] (URGELL), Ermengol III. (I52400)
 
1863 Die Fam. S. gehört zu den ältesten zu Beginn des 21. Jh. noch existierenden Geschlechtern Basels. Ursprünglich stammt sie aus Schwaben (Riedlingen oder Reutlingen). Ihr Stammvater war der Seiler Hans (1555), der 1519 Mitglied der Zunft zu Gartnern und 1520 Basler Bürger wurde. 1542 gelangte er im Zuge der Reformation als Sechser zu Gartnern in den Gr. Rat. Mit seinem Enkel Johannes (1555-1615) schaffte die Fam. den Aufstieg in die Ratsgeschlechter. Bis zum Ende der alten Eidgenossenschaft 1798 stellte sie insgesamt zehn Ratsherren oder Zunftmeister, sechs von ihnen, darunter Johannes (1600-60), Martin (->) und Johann Rudolf (->), gehörten dem Dreizehnerrat (Regierung) an. In Basel verband sich die Fam. mit zahlreichen alten Geschlechtern (Merian, de Bary, Burckhardt, Vonder Mühll, Socin, Christ). Im 19. Jh. wirkte August (->) als Regierungsmitglied. Die meisten Angehörigen des Geschlechts betrieben bis ins frühe 19. Jh. Handelsgeschäfte, oftmals mit Eisenwaren. Seit etwa 1750 finden sich aber auch Eisen- und Stofffabrikanten unter den S. Mehrere Mitglieder der weitverzweigten Fam. wanderten nach Frankreich oder Amerika aus. Einige waren Professoren an der Univ. Basel, so Benedikt (->) oder Johann Rudolf (->). Im 19. und 20. Jh. ergriffen die S. zunehmend akadem. Berufe. Sie brachten mehrere Mediziner hervor, z.B. Alfred (1834-1912), Gründer der ersten Augenklinik in der Deutschschweiz, aber auch ref. Theologen wie Rudolf (->) oder Ernst (->). Wie in anderen Basler Bürgerfamilien finden sich auch unter den S. Wohltäter. Balthasar (1675-1746) gründete z.B. 1739 den Staehelin'schen Armenfonds (heute Staehelin'scher Familienfonds). Sophie Zaeslein geb. S. stiftete zum Gedenken an ihre beim Münchensteiner Eisenbahnunglück ums Leben gekommenen Söhne ihr Landgut Hofmatt als Erholungsheim für Bedürftige. STAEHELIN, Hans (I41793)
 
1864 Die Familie Achenbach

von Robert Giesler,
überarbeitet von Matthias Schmidt

Der heutige Ort Achenbach ist aus dem alten Hof Achenbach hervorgegangen, den die vermutlichen ersten Besitzer (und Bewohner ?), die Familie von Achenbach, 1389 an Johann von Wildenberg, später Wildenburg, verkauften. Die Grafen von Nassau-Siegen eigneten sich im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts den Hof an, der künftig aber noch als "Wildenburger" Hof bezeichnet wurde.

Die Achenbach waren nicht nur über drei Jahrhunderte Pächter des Wildenburgischen Hofes, sondern auch angesehene Schöffen und Mitglieder der Siegener Hammerschmiede- und Massenbläserzunft (Massenbläser waren Eisengießer oder allgemeiner Eisenhüttenleute).

Als erster Achenbach wird 1461 Konrad (=Cuntze) (von) Achenbach (etwa 1410 - 1462/83) als Hofmann zu Achenbach genannt. Sein Sohn Hans in der Aldestat (etwa 1440/45 - nach 1512) übernahm spä-testens 1467 den Hof. Er nannte sich außerdem Bürger von Siegen. Hans' Sohn Hen(-rich) (etwa 1470/75 - nach 1519) war ebenfalls Hofmann zu Achenbach. Er war auch der erste Schöffe Achenbach am Haingericht Siegen.

Hans Achenbach (etwa 1500 - vor 1560) setzte die Berufstradition fort. Von seinem Sohn und Nachfolger Gerlach (etwa 1530 - vor 1599) wird 1563 ein Besitz von 24 Stück Rindvieh, 150 Schafen, 16 Schweinen und 3 Pferden genannt. Der nächste Hofmann, Johannes Achenbach (etwa 1565/70 - 1633) wurde um 1611/12 in die Siegener Zunft der Massenbläser und Hammerschmiede aufgenommen. Daneben war er Stahlhändler, Gerichtsschöffe und Schultheiß des Haingerichts zu Siegen. Seine Tochter Margarethe (etwa 1595/1600 - nach 1663) heiratete in die bedeutende Familie Flender (s. u. Familien Busch vor der Hardt und Flender).

Sein Sohn Johannes (etwa 1595/1600 - nach 1662) ebenfalls Hofpächter zu Achenbach, wurde 1624/25 auch in die Hammerschmiede- und Massenbläserzunft aufgenommen. Er hatte drei Kinder: zunächst Antonius (1637 - 1698), der den Hof übernahm und sowohl Massenbläser als auch Haingerichtsschöffe war und dessen Tochter Anna Catharina (1663 - 1733) in die Klafelder Familie Holdinghausen heiratete. Als weiteres Thomas (1640 - 1689), der auch Massenbläser war, dessen Sohn Thomas (1684 - 1737) Gerichtsschöffe und dessen Enkel Johann Henrich (1709 - 1768) Bergmann und Kirchenältester war. Außerdem Anna Margaretha (1643-1700), die den Gosenbacher Hofpächter Hans Wolf Spies (1638 - 1727) heiratete (s. u. Die Familie Latsch).

Diese Ausführungen konzentrieren sich auf die Achenbachs in meiner Familienforschung. Ausführlichere Informationen finden sich u. a. in:
Eberhard Tröps: Siegen-Achenbach. Siegen: Eigenverlag, 1989. 
ACHENBACH, Helene Catharina (I8724)
 
1865 Die Familie Ans ist auch unter den Namen Anß, Anns, Annß, Ahns, Ons und Ohns belegt. Sie gehörte zu den Patrizierfamilien in Heilbronn und stammte ursprünglich aus Langenau. Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts sind Mitglieder der Familie nach Heilbronn eingewandert. Wendel Ans gehörte spätestens ab 1538 dem Rat der Reichsstadt Heilbronn („von den Burgern“) an, der sich aus den Heilbronner Patriziern zusammensetzte, die wiederum ihre Nachfolger vorschlugen. Ans ist für 1538, 1540, 1542, 1544 und 1546 als Ratsmitglied nachgewiesen, 1549 war er Stellvertreter des Bürgermeisters, 1552 bis 1572 war er Bürgermeister von Heilbronn.

1538 war Heilbronn dem reformatorischen Schmalkaldischen Bund beigetreten. Im Jahr 1546 siegten die kaiserlichen Truppen über die Schmalkaldener in Württemberg und Heilbronn geriet in Gefahr der Belagerung und Zerstörung. Ans vertrat den Rat von Heilbronn in Esslingen bei der Beratung der oberdeutschen Städte mit Herzog Christoph von Württemberg über den Anschluss an den kaisertreuen Norddeutschen Fürstenbund des Moritz von Sachsen. Heilbronn schloss sich an und zahlte 5000 Gulden in Gold. Ans überbrachte später auch Kaiser Karl V. als Zeichen der Loyalität der Stadt ein großzügiges Geschenk. Der Kaiser, der noch 1546 Strafgericht in Heilbronn gehalten hatte, stärkte nach dem Passauer Vertrag 1552 mit der aristokratischen Regimentsordnung die Macht der Patrizier in der Stadt, weil er in diesen Gegenkräfte zur Reformation zu sehen glaubte. 1552 wurde Ans einer der drei Bürgermeister der Stadt und blieb es bis 1572. 
ANS, Wendel ´der Jüngere` (I57569)
 
1866 Die Familie Auer ist in Sennwald (Bezirk Werdenberg, Kt. St.
Gallen), das bis 1798 zur Freiherrschaft Hohensax gehörte, seit
21
alters her beheimatet. Schon Ende des 15. Jahrhunderts, 1492, wird
ein Joos Ower in einem Kaufbrief über einen Bergwald erwähnt.
Auch weitere Urkunden aus dem 16. Jahrhundert, in denen der
Name Auer vorkommt, weisen eindeutig auf Sennwald hin. Es ist
möglich, dass das Geschlecht aus dem nahen Appenzellerland ins
Rheintal gekommen ist, ähnlich, wie die Inhelder und vielleicht die
Göldi, die beide ebenfalls in Sennwald das Bürgerrecht besitzen.
Die Freiherren von Hohensax hatten manche Beziehungen zu den
Bergleuten in den Appenzellerbergen, besonders wegen der
Alpweiden. Da war es leicht möglich, dass Familien, etwa in der Zeit
der Glaubenswirren, unter den Schirm der Hohensaxer traten.

Johann Inhelder, Salez
Dr. h.c. Johann Wilhelm Auer von Sennwald, 1847 - 1900
https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=fsj-002%3A1952%3A19%3A%3A184
ETH-Bibliothek Zürich; Download: 28.11.2024 
OWER, Joos (I1379)
 
1867 Die Familie Bischoffsheim war eine Bankiersfamilie jüdischer Herkunft, deren Mitglieder zu verschiedenen Zeiten in Deutschland, Belgien, Niederlanden, Großbritannien und Frankreich ansässig waren. Ihr Begründer war Raphael Nathan Bischoffsheim (1773–1814), der aus Tauberbischofsheim im damaligen Kurfürstentum Mainz stammte – daher der Name der Familie – und sich als Hoffaktor und Heereslieferant des Kurfürsten von Mainz betätigte.[1] Die Mainzer Familie war eng mit anderen jüdischen Bankiersfamilien aus ganz Europa verbunden, darunter Bamberger, Cassel, Goldschmidt, von Hirsch, Montefiore, Rothschild, Speyer und Stern.[2] Die beiden Söhne von Raphael Nathan Bischoffsheim, Louis-Raphaël Bischoffsheim (1800–1873) und Jonathan-Raphaël Bischoffsheim (1808–1883) begründeten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien mehrere Banken. Hierzu zählt das 1848 in Paris gegründete Bankhaus Bischoffsheim, Goldschmidt & Cie, welches 1863 in der in Amsterdam ansässigen Nederlandsche Krediet- en Deposito-Bank (auf Französisch Banque de crédit et de dépôt des Pays-Bas) aufging.[3] Letztere fusionierte 1872 mit der Banque de Paris zur Banque de Paris et des Pays-Bas, der heutigen BNP Paribas.[4] BISCHOFFSHEIM, Regine (I55678)
 
1868 Die Familie Brentano, dem lombardischen Uradel zugerechnet,[1] lässt sich auf ein Bauerngeschlecht zurückführen, das im Weinbaugebiet um den Comer See beheimatet war. In Deutschland wird das Adelsgeschlecht zum jüngeren Briefadel gezählt. Brenta ist dort die Bezeichnung für eine Weinbutte, deren Abbild auf blauem Grund in rot-silber-bordiertem Schilde ins Familienwappen der „nobiles de Brenta, dicti de Brentanis“ eingefügt ist, eingerahmt vom Lombardischen Löwen und der Schlange der Visconti, der Herzöge der Lombardei. Im Schildhaupt erscheint der Reichsadler, das Ehrenzeichen der Ghibellinen.

Die Familie wurde am 25. April 1282 in Como mit Johannes de Brenta erstmals urkundlich erwähnt.[2] Die Stammreihe beginnt mit dem um 1330 geborenen Johannes de Brenta dictus de Brentanis.

Linien und Edle von Brentano
Im 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in die verschiedenen Linien:

Das Haus Brentano-Cimaroli, aus dem u. a. drei hochdekorierte kaiserliche Generäle hervorgingen.
Das Haus Brentano-Gnosso, das 1857 in Österreich den Freiherrnstand erwarb.
Das Haus Brentano-Toccia. Es wurde in einem Zweige von Kaiser Karl IV. in den Grafenstand erhoben.
Das Haus Brentano-Tremezzo erwarb mit seinem inzwischen erloschenen bayrischen Zweig Brentano-Brentheim den Freigrafenstand.
Außerdem gibt es noch zwei weitere briefadlige Brentano-Familien:

Die von Brentano à Moretto; sie erhielten den Reichsritterstand mit „Edler von Brentano“ in München am 17. September 1790 für Balthasar Brentano à Moretto, kurfürstlich-pfalzbayerischer Medizinalrat und Leibhofapotheker.
Die von Brentano-Mezzegra: sie erhielten die Bayerische Adelsrenovation mit „Edler von Brentano“ am 7. März 1808 für den Buchhalter der von Gilardischen Drahtfabrik in Allersberg, Josef-Anton Brentano-Mezzegra.
Beide Geschlechter haben aber völlig andere Wappen als die uradligen von Brentano. 
BRENTANO-TREMEZZO, Stefano (I52680)
 
1869 Die Familie Dardier
Die Dardier

Michael Bartholomé Dardier, 1748 - 1835 bürgerte sich 1788 in St.Gallen ein. Er war als Kaufmann aus Saint-Afrique im Département de l'Aveiron in Südfrankreich nach St.Gallen gekommen. Mit der Heirat von Anna Magdalena Schlatter, 1785, hat er sich auch familiär mit der neuen Heimat verbunden.

Das Ehepaar Dardier - Schlatter hatte 4 Söhne und 2 Töchter.

*1786 Anna Elisabeth Dardier, heiratet Georg André Baerlocher, dessen Stammbaum noch zu untersuchen ist
*1790 Friedrich Dardier, heiratet 1814 Renate Rosine Gsell. Dadurch wird die Familie Dardier mit den Gsells verbunden und findet so Eingang in diese Website --> Siehe
*1791 Gaspard Auguste Dardier. Er heiratet Margarete Louise Hettenbach. Uns ist nichts über diese Familie bekannt.
*1795 Ferdinand Dardier, heiratet 1823 Barbara Huber. Sie haben drei Kinder: *1824 Barbara Robert Dardier, *1825 Ferdinand Dardier, *1827, Anna Dardier
*1796 Sophie Dardier, heiratet Eberhard Huber
*1803 Emil Dardier, Lithograph und Kaufmann, heiratet M. Montadon. Emil Dardier ist als Lithograph Konkurrenz von Jakob Laurenz Gsell-Schobinger, was in den Briefen von Susanne Schobinger erwähnung findet. Zitat aus "Die Lithographie in der Schweiz", p. 48 : 1835 nahm Tribelhorn die 1831 von dem Franzosen Michael Batholemey Dardier ( 1748 - 1835) gegründete Firma Othmar Hagmann auf. Die Firma Tribelhorn entwickelte sich zu einem bedeutenden Unternehmen ... 
DARDIER, Caspar\Gaspard August (I269)
 
1870 Die Familie de Neufville gehörte ursprünglich dem niederen Adel in der französischen Grafschaft Artois an, wo sie im Jahr 1047 erstmals urkundlich erwähnt wurden.[1] Nach ihrem Übertritt zum hugenottischen Glauben mussten sie 1545 nach Antwerpen fliehen. Während des Spanisch-Niederländischen Kriegs (1568 bis 1648) kamen 1573 die Brüder Robert und Sebastian de Neufville („der Ältere“, 1545–1609) aus den Spanischen Niederlanden nach Frankfurt am Main und wurden 1575 bzw. 1580 Bürger der Stadt. Sie handelten zunächst mit flämischen Tuchen und brachte es rasch zu Reichtum. Sebastians Sohn, ebenfalls mit dem Namen Sebastian („der Jüngere“, 1581–1634), vervielfachte das Familienvermögen auf 270.000 Gulden, indem er den Handel erfolgreich um Pretiosen, Seiden, Juwelen und Metalle erweiterte. In diesem Zusammenhang wurden auch Wechsel- und Speditionsgeschäfte im großen Stil getätigt, was als erster Schritt vom Handels- hin zu einem Bankhaus gesehen werden kann.[2]


Neufville, Familie de
Aus der Grafschaft Artois stammend, wo „seigneurs“ und „chevaliers“ de N. seit 1047 nachgewiesen sind, kamen die de N., die den Verlust ihrer landadligen Qualität durch Einstieg in das Gewerbebürgertum kompensiert hatten, als reformierte Glaubensflüchtlinge nach Ffm., wo bereits 1518 ein Quirin de N. Messegeschäfte gemacht hatte. Hier wurden 1575 Robert und 1580 dessen Bruder Sebastian de N. (1545-1609) Bürger. Letzterer, seit 1577 verheiratet mit Anna de N., geb. Cochx (1549-1615), legte mit einem im Handel mit flämischen Tuchen rasch vergrößerten Vermögen die wirtschaftliche Basis für den von ihm begründeten Ffter Zweig. Sein Sohn Sebastian de N. d. J. (1581-1634) erweiterte die Handlung um Pretiosen, Seiden, Juwelen und Metalle und vervielfachte das Familienvermögen auf die beachtliche Summe von 270.000 Gulden; hinzu traten Wechsel- und Speditionsgeschäfte in großem Stil, in denen man den inoffiziellen Beginn eines Bankhauses sehen kann.
Mitglieder der Familie engagierten sich fortan an vorderster Stelle in Börse, Kaufmannsgesellschaft Frauenstein, verschiedenen kaufmännischen Standesvertretungen sowie der Französisch-reformierten und später auch der Deutsch-reformierten Gemeinde. Heiratsverbindungen zu altpatrizischen Geschlechtern bestanden nicht; vielmehr versippte man sich mit gleichgestellten reformierten Familien, die wie die de N. nach dem Fettmilch-Aufstand ausdrücklich auf eine Beteiligung am Stadtregiment verzichtet hatten. Bestehen blieb die wirtschaftliche Exponiertheit. Sie äußerte sich in beinahe fürstlichem Lebensstil, Mäzenatentum und Kunstsammlungen, besonders bei Abraham de N. (1617-1665). Er hatte sein Fundament zunehmend in der aus dem Handelshaus hervorgegangenen Privatbank, die ab 1650 von den Brüdern Peter (1623-1691) und David de N. (1623-1684), seit 1690 von David und dessen Sohn Jakob de N. (1680-1730) unter eigenem Namen geführt wurde. Darüber hinaus bestanden Teilhaberschaften insbesondere zum Ffter Bankhaus Johann Mertens, mit dem die de N. seit 1607 verwandtschaftlich verbunden waren. Die frühe Gründung und seine Internationalität – die Familie breitete sich nach Nürnberg, Breslau, Amsterdam, London, Paris und New York aus – machten das Haus de N. für lange Zeit zum Senior der Ffter Bank- und Börsenwelt. Zu den Hauptkunden zählten im 17. Jahrhundert die Herzöge von Lothringen, im 18. Jahrhundert nassauische Häuser und im 19. Jahrhundert verschiedene Standesherren. 1924, unter den letzten beiden Teilhabern Kurt (1883-1925) und Hugo de N. (1893-?), erfolgte nach der Inflation die stille Liquidation des Bankhauses, das noch immer im Stammhaus Hirschkopf am Kleinen Hirschgraben 4 untergebracht war. Dieses 1590 erworbene und 1863 neuerrichtete Haus wurde zusammen mit dem Familienmuseum 1944 zerstört.
Zum Grundbesitz der de N. in Ffm. gehörten u. a. das Salins de Montfort zugeschriebene Haus am Roßmarkt 23 – erbaut für Jacob de N. (1759-1821), einen Teilhaber des konkurrierenden Bankhauses de N., Mertens und Bernard (gegr. 1800) – und ein Gartengut in Hausen. Der „N.turm“ (1894) am „Bergpark Villa Anna“ bei Eppstein/Taunus wurde von dem Ffter Bankier und Francofurtensiensammler Alfred von N. (1856-1900) erbaut.
Eine Reihe von Familienmitgliedern wirkte öffentlich außerhalb des Handelshauses als Advokaten, Räte, Residenten, Offiziere, Mitglieder von Aufsichtsräten etc., zunehmend seit dem 19. Jahrhundert, als bei wachsender Assimilation alle Karrieren offenstanden. Ferner traten viele de N. als Stifter hervor und engagierten sich in der 1808 gegründeten Ffter Handelskammer sowie in der Kommunalpolitik, wie etwa Friedrich Philipp Wilhelm Freiherr von Malapert-de N. (1784-1852) als Senator und Älterer Bürgermeister (1827 und 1830).
Mehrere Familienmitglieder erlangten die preußische oder österreichische Adelsanerkennung, so zuerst Johann David de N. (1696-1767); sie und ihre Nachkommen nannten sich von N.
Familienstiftung seit 1837.
Familiengrabstätten auf dem Hauptfriedhof.
de-N.-Straße in Oberrad. 
DE NEUFVILLE, N. (I57601)
 
1871 Die Familie der Mülner war im 13. und 14. Jahrhundert in Zürich ein einflussreiches Rittergeschlecht.

Wie durch das Wappen angedeutet, waren die Mülner ursprünglich als Angestellte der Fraumünster Abtei bei einer der Mühlen Zürichs tätig. Später hatten sie als Beamte der Abtei Kontakt zu Adeligen der Umgebung, kamen zu Ansehen und stiegen rasch empor ins Patriziat der Stadt. Der Zusammenbruch der Macht der Mülners erfolgte hauptsächlich, weil sie sich der Stadt entfremdet und auf Habsburg gesetzt hatten. Während 133 Jahren war in der Stadt Zürich mindestens ein Vertreter der Familie im Rat vertreten.

Rudolf, Hugo und Heinrich (1159–1225)
1159 trat die Familie mit den beiden Brüdern Rudolf Mülner und Rudolf erstmals in Erscheinung. Die Brüder werden bis 1172 in drei Urkunden in Zusammenhang mit dem Kloster St. Martin auf dem Zürichberg genannt. Belegt ist auch Hugo Mülner, unter anderem 1185 anlässlich der Gründung des Klosters von Kappel. Hugo starb am 9. April 1200. Bereits als Ritter wird 1223 Heinrich genannt, ein weiteres Mal 1225 als erster von neun Bürgern, die als der älteste bekannte Rat Zürichs gelten. Die unten erwähnten Jahreszahlen beziehen sich auf die urkundlichen Nennungen.

Eberhard (1220–1226)
Eberhard Mülner, unter Umständen ein Sohn Heinrichs, erscheint 1220 als Ministeriale der Fraumünster Abtei und besass ein eigenes Gut in Ebersol LU. 1225 wird er als Ritter erwähnt, der sich mit dem Propst von Embrach um den Zehnten in der Pfarrei von Rorbas streitet. Er starb am 14. Februar 1226. Wegen der kurzen Zeit, in der er urkundlich genannt wird, könnte er jung verstorben sein.

Hugo II. (1248–1255)
Die folgenden Mülner sind besser dokumentiert, so zum Beispiel der Chorherr am Grossmünster, Hugo II. Mülner. Am 12. November 1248 befahl Papst Innozenz IV., Hugo dürfe in seinen Pfründen nicht benachteiligt werden, da er im Gegensatz zu seinen Verwandten der Kirche stets treu geblieben sei. Wenig später bestätigte ihm der Papst weitere Pfründen. Weiter war er offenbar Vermittler zwischen dem Papst und seinen Verwandten, bestätigte doch am 12. Februar 1255 Papst Alexander IV., er sei mit der vom Bischof von Konstanz zugesicherten Straflosigkeit für den Ritter Jakob Mülner einverstanden. Die Art der Verwandtschaft wird nicht genannt, vermutlich war Jakob ein Bruder von Hugo.

Jakob (1242–1287)

Jacobus Molinarius, wie in lateinischen Urkunden genannt wird, ist seit 1242 als Meier der Abtei in Zürich Stadelhofen bezeugt. Da ihm innerhalb der Spannungen zwischen Kurie und Kaiser seine anfängliche Unterstützung für den Kaiser immer stärker zum Nachteil gereichten, wandte er sich, wohl auch durch Vermittlung seines Bruders Hugo II., wieder der Kirche zu und wurde zu einer führenden Persönlichkeit in der Zürcher Politik. Von den päpstlich eingestellten Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg erhielt er die Gerichtsbarkeit über die Dörfer Albisrieden und Wiedikon zu Lehen. Um den Bau des neuen Klosters Selnau zu ermöglichen, verkaufte er dem neuen Kloster den Talacker, das Gebiet zwischen Bahnhofstrasse und Sihl, obschon das Gebiet zu seinem Lehenshof Wiedikon gehörte. Den Preis setzte er derart niedrig an, dass Rudolf von Habsburg den Verkauf später untersuchen liess und eine Nachzahlung verlangte.

1257 wird Jakob als Gefolgsmann von Hartmann V. dem Jüngeren von Kyburg genannt. Auch nennt er sich Jakob de Vriesenberch, wo er offenbar Burg und Hof von den Eschenbachern zu Lehen erhalten hatte. Auch im Gefolge des Bischofs von Konstanz wird er als Schiedsrichter in einem Streitfall erwähnt. 1272 erscheint er als Reichsvogt in Zürich, dessen Rat er von 1256 bis 1286 angehörte. Jakob starb am 16. Januar 1287.... 
MÜLNER, N. (I37052)
 
1872 Die Familie du Fay aus Valenciennes hat am 15. Juli 1560 mit NOE DU FAY das hiesige Bürgerrecht erworben.
Mit ihm ließ sich zugleich seine ganze Verwandtschaft, etwa ein Dutzend Familien, darunter seine drei Schwäger,der Tuchhändler WILHELM CARLIER, der Bierbrauer GUILBERT CARLIER und JOHANN FLAMMIN, mit welchem er in Handelsgesellschaft stand, nieder.
Außerdem seine Vettern : der Posamentier ADAM DU FAY, welcher so wenig wie sein Sohn FRANZ von Glück begünstigt war, JOHANN JOUVENNEAU, WILHELM und PETER FIEVET und andere hier nieder.
NOE DU FAY war das Haupt und der Vertrauensmann aller reformierten Wallonen in Frankfurt. Seit dem Jahre 1566 bewohnte er das von ihm erworbene Haus Heldenbergen hinter dem Römer und 1582 kaufte er das Haus Löwenburg in der Töngesgasse Nr. 46, welches lange Zeit im Besitz der Familie geblieben ist.
Die Geschäfte, welche er mit seinem Gesellschafter FLAMMIN und gelegentlich auch mit anderen, so mit JOHANN SOREAU und JOHANN LE BLON machte, bestanden in der Einfuhr der neuen belgischen Wollzeuge Bursat, Arras, Macheyer aus Valenciennes, Tournai, Lille, welche er hier färben und nadelfertig zubereiten ließ, um sie dann auf den Frankfurter, Strauburger und Leipziger Messen zu verkaufen, und andererseits in der Ausfuhr hessischer und thüringischer Wolle für die südbelgischen Webereien. Es ist zu vermuten, daß er auch als Unternehmer dort für eigene Rechnung arbeiten ließ. Nach dem Tode seines Gesellschafters FLAMMIN im Jahr 1579 trat dessen Schwiegersohn JOHANN DE FARMARS in das Geschäft ein. Hiermit wurde zwischen beiden Familien auf hundert Jahre hinaus eine Verbindung von solcher Innigkeit angeknüpft, wie sie bis auf die Tage der Familie ROTHSCHILD kaum wiedervorgekommen sein dürfte. Denn nicht weniger wie drei Kinder und sechs Enkel des JOHANN DE FARMARS haben sich mit Söhnen und Töchtern der DU FAYSCHEN Familie verheiratet.

NOE DU FAY, welcher ohne nenswerte Mittel hierher gekommen war, hinterließ bei seinem Tode Ende 1585 seinen fünf Kindern ein Vermögen von kaum 10.000 Gulden.
Von seinen drei Söhnen setzten JOHANN als der Älteste und nach seinem Tode im Jahr 1617 seine Erben die Gesellschaftshandlung mit JOHANN DE FARMARS fort;
von den beiden jüngeren begann JACOB DU FAY, welcher in der Gallusgasse eine große Liegenschaft nebst dem dahinter liegenden Hirschgrabengarten besaß, eine gesonderte Handlung in Rohwolle und NOE DU FAY ´der Jüngere` eine eigene Tuchhandlung.
1538: Geburt - Valenciennes, Frankreich
15. Juli 1560: Einbürgerung - Frankfurt am Main, Hessen
1563: Heirat (mit Blanche Carlier) - Frankfurt am Main, Hessen
September 1585: Tod - Frankfurt am Main, Hessen
18. September 1585: Bestattung - Frankfurt am Main, Hessen 
DU FAY, Martin Noë (I1261)
 
1873 Die Familie d’Orville war calvinistischen Glaubens und stammte ursprünglich aus dem Dorf Orville nahe Valenciennes (Pas de Calais). Um 1560 wurde die Stadt ein Zentrum des Calvinismus und des ersten Widerstands gegen die spanische Herrschaft. Bald setzt aber die Gegenreformation ein. So wurde auch diese Familie im 16. Jahrhundert zu Glaubensflüchtigen und wanderte nach Antwerpen und dann in das heutige Deutschland aus.

Die Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Philippe d’Orville († 1552), Kaufmann in Valenciennes. Robert d’Orville kam 1572 als Tuch- und Baumwollhändler nach Frankfurt am Main. Daniel d’Orville kam 1637 über Frankenthal, einem calvinistischen/reformierten Zentrum, in das lutherische Frankfurt am Main. 1648 folgte ihm sein Neffe Peter d’Orville (1618–1699), der Elisabeth de Famars (1622–1693) heiratete. Auch die Familie de Famars war calvinistisch-reformatorischen Glaubens und stammte aus Valenciennes (Pas de Calais). Eines ihrer Kinder war Peter Friedrich d’Orville (1662–1739), dessen Ehe mit Susanna Judith Buirette von Oehlefeld (auch d’Ahlfelden) (1670–1730) auch Isaak d’Orville, späterer Freiherr d’Orville von Löwenclau, entstammte. Peter Friedrich und seine Nachfahren werden unten näher dargestellt.

Unklar sind verwandtschaftliche Beziehung zu Friedrich d’Orville (* 6. Mai 1590 in Frankreich (?); † 1641 in Köln), verheiratet mit Maria Modesta Camerarius (1601–1665) und deren drei Söhnen: Johann Joachim d’Orville, Friedrich d’Orville (1634–1675) und Jacob d’Orville (1634–1681). 450 
D´ORVILLE, Peter (I57311)
 
1874 Die Familie Goldschmidt ist aschkenasischer Herkunft und entstammt ursprünglich einer Geldwechsler- und Bankiersfamilie in Frankfurt am Main. Sie stammt von Mosche Goldschmidt und seiner Frau Bela ab, die sich im Jahr 1521 in der Frankfurter Judengasse im Haus Goldener Schwan niederließen. Ursprünglich waren sie, wie auch andere jüdische Familien, nach Frankfurt gekommen, nachdem sie 1498 aus Nürnberg vertrieben worden waren.[1] Nach dem Frankfurter Fettmilch-Aufstand 1614 verließ die Familie Goldschmidt Frankfurt wieder. Einige Mitglieder ließen sich daraufhin in Kassel nieder. 1634 kehrte deren Nachkomme, der Geldwechsler Mayer Baruch (Benedikt) Kassel wieder nach Frankfurt zurück, heiratete Bella Bölgen Buchsbaum und führte fortan den Familiennamen Goldschmidt-Kassel.[2][3]


Wappen der 1903 geadelten Linie Goldschmidt-Rothschild
Die Familie Goldschmidt war beruflich und familiär besonders mit der deutsch-jüdischen Familie Bischoffsheim aus Mainz verbunden; sie gründeten gemeinsam die Pariser Bank Bischoffsheim, Goldschmidt & Cie.[4] Diese ging 1863 in der in Amsterdam ansässigen Nederlandsche Credit en Deposito Bank (Französisch Banque de crédit et de dépôt des Pays-Bas) auf, welche 1872 wiederum mit der Banque de Paris zur Banque de Paris et des Pays-Bas fusionierte (abgekürzt „Paribas“). Dieses Unternehmen wurde 1999 von der französischen Bank Banque nationale de Paris (abgekürzt „BNP“) übernommen; diese firmiert seitdem unter dem Namen BNP Paribas.[5]

Der britische Zweig der Familie anglisierte seinen Familiennamen zu Goldsmith, beginnend mit Frank Goldsmith (1878–1967). Das bekannteste Mitglied dieser Familie im 20. Jahrhundert war der Milliardär James Goldsmith. Das heute bekanntesten Mitglieder sind dessen Kinder Jemima Goldsmith (* 1974), Journalistin, Filmproduzentin und geschiedene Ehefrau des pakistanischen Premierministers Imran Khan, und der britische Politiker Zac Goldsmith (* 1975). Der französische Zweig ändert seinen Namen während des Ersten Weltkriegs in Goldet. 
STADTHAGEN-GOLDSCHMIDT, Moses Kramer HaLevy (I60357)
 
1875 Die Familie Gontard ist eine altadelige französische Familie, die sich um 1700 im Zuge der Flucht hugenottischer Familien aus Grenoble in Deutschland ansiedelte und 1767 in den Reichsritterstand aufgenommen wurde.[1] Der Frankfurter Zweig wurde zu einer wichtigen Frankfurter Bankiers-Familie, im Berliner Zweig dominierten die Militärs.

Die Ursprünge
Die Familie Gontard war eine adlige Familie im Dauphiné in Frankreich. Im Rahmen der Hugenottenverfolgung emigrierten mehrere Familienmitglieder nach Deutschland. Stammvater dieser Familien ist Etienne Gontard (1620–1681 in Grenoble). Dessen Vater war Jean Gontard aus Trescleoux.

Die Frankfurter Linie
Generation 1
Peter (Pierre) Gontard, am 6. Februar 1662 in Grenoble als Sohn von Etienne Gontard geboren, verließ infolge des Widerrufs des Ediktes von Nantes Frankreich, obwohl er damit sein Vermögen und seine Aufgabe als Parlamentsrat opferte. Dieses Schicksal teilte er mit vielen hugenottischen Familien. Er ließ sich in Frankfurt am Main nieder. Er heiratete 1697 in Frankfurt Sophie von Stein (geboren 1668). Er starb am 16. Dezember 1725.

Generation 2
Sohn Jakob Friedrich Gontard (1702–1766) war der Gründer des Bank- und Warengeschäftes Iacob Friedrich Gontard und Söhne, welches bald einen sehr guten Ruf genoss.

Generation 3
Jakob Friedrich Gontard hatte vier Söhne und vier Töchter.

Daniel Gontard (1727–1787) heiratete 1752 Susanna Marie d’Orville (1735–1800) aus einer anderen hugenottischen Familie von Bankiers und Geschäftsleuten in Frankfurt. Sie brachte das Gontardsche Puppenhaus in die Familie. Das Paar hatte fünf Kinder: Johanna Helene (1755–1820), Franz (1759–1829), Maria Magdalena (1763–1823), Jacob Friedrich, genannt Cobus (1764–1843) und Margarete (1769–1814).
Johann Jacob Gontard (1739–1819) ging nach Wien und gründete dort mit Graf Fries 1766 das Bankhaus „Fries & Co.“.[2][3] Johann Jacob Gontard wurde 1768 in den Adelstand erhoben und 1780 in den Freiherrenstand immatrikuliert. Diese Adelung galt eigentlich auch für seine Geschwister in Frankfurt, die aber von dem Adelsbrief nie Gebrauch machten.

Generation 4
Franz Gontard (1759–1829), älterer Sohn von Daniel Gontard (1727–1787), heiratet Barbara Wichelhausen (1765–1835), Tochter des Friedrich Wilhelm Wichelhausen (1714–1785) aus Schwelm
Jakob Friedrich Gontard (gen. „Cobus“, 1764–1843), jüngerer Sohn von Daniel Gontard (1727–1787), heiratete am 9. Juli 1786 in Altona Susette geborene Borkenstein (1769–1802, Hölderlins Diotima), war seit 1786 Teilhaber der Firma Jakob Friedrich Gontard & Söhne und vertrat seit 1823 deren Interessen in Paris. In zweiter Ehe heiratete der Witwer am 11. Juni 1815 in Frankfurt am Main Renette Thurneyssen, geb. d’Orville (1769–1856), Witwe des Baumwollhändlers Carl Wilhelm Thurneyssen.[4]
Generation 5
Marie Gontard (1788–1883), Tochter von Franz Gontard (1759–1829), heiratete (den katholischen) Johann Peter Belli (1782–1859). Nach ihrer Heirat nannte sie sich Maria Belli-Gontard. Sie ist bekannt als Schriftstellerin und Historiographin.
 
GONTARD, Daniel Andreas (I57305)
 
1876 Die Familie Gsell - Lutz 1852

Jakob, Laurenz Gsell, "1815 kehrte 1850 als erfolgreicher, vermögender Kaufmann aus Rio de Janreiro in seine Vaterstadt St.Gallen zurück. Es war seine und der Famile Pflicht, dass er nun auf Brautschau auszugehen hatte. Seine lieblings Stiefcousine, deren schmachtenden Briefe er unbeantwortet liess, hatte sich abgewendet und … geheiratet. Mit Wilhelmine Lutz aus Altstätten, deren Mutter eine Naeff war, wurde die adäquate Wahl getroffen.

--> Die Familien Gsell-Lutz und ihr Heim, das Rötheli stehen im Mittelpunkt unserer Familiengeschichte. 
LUTZ, Wilhelmine (I4411)
 
1877 Die Familie Guaita gehörte vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zu den angesehensten und einflussreichsten Familien in Frankfurt am Main. Sie stammte ursprünglich aus dem Dorf Codogna oberhalb von Menaggio am Comer See. Am 24. Februar 1660 wurde Francisco de Guaita erstmals in Frankfurt als Pomeranzenjunge erwähnt. So nannte man damals die aus Oberitalien eingewanderten Südfrüchtehändler, zu denen auch die Brentanos zählten. Ein Nebenzweig der Frankfurter Linie ließ sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Nadelfabrikanten in Aachen sowie in Frankreich nieder.

Im 18. Jahrhundert erlangten die Guaitas das Bürgerrecht.

Georg Friedrich Guaita war Sohn des Geheimen Finanzrats Johann Baptist Guaita (1731–1783) und der Maria Elisabeth Guaita geb. Belli (1737–1806). Er war verheiratet mit Meline Brentano (1788–1861), einer Schwester von Clemens und Bettine Brentano. Sein Wohlstand ermöglichte es ihm, ein repräsentatives Haus zu führen, in dem aufgrund der Verwandtschaft seiner Frau auch zahlreiche angesehene Künstler verkehrten, darunter auch Johann Wolfgang von Goethe.

Als die Freie Reichsstadt Frankfurt nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches an den Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg fiel, bedeutete das auch das Ende der seit dem Mittelalter bestehenden Patrizierherrschaft. Den wenigen Frankfurter Katholiken brachte es die volle bürgerliche Gleichberechtigung.

Guaita wurde 1807 in den Senat der Stadt berufen, wo er zum Wortführer der Katholiken wurde. 1812 ernannte ihn Dalberg, inzwischen Großherzog von Frankfurt, zum Präfekturrat. 1813 wurde er in den Adelsstand erhoben.

Ende 1813 erhielt Frankfurt am Main seine Unabhängigkeit zurück. Guaita wurde 1817 Schöffe und 1822 erstmals zum Älteren Bürgermeister der Freien Stadt Frankfurt gewählt. 1824, 1826, 1831, 1833, 1837 und 1839 wurde er wiedergewählt. Das Amt des Älteren Bürgermeisters wurde jährlich neu vergeben, wobei eine direkte Wiederwahl nicht zulässig war. Die Häufigkeit, mit der Guaita in dieses höchste Staatsamt gewählt wurde, zeigt daher das hohe Ansehen, das Guaita im Senat genoss. 
VON GUAITA, Georg Friedrich (I52664)
 
1878 Die Familie Hoesch, Heusch stammt ursprünglich aus dem Ort Kettenis im Eupener Land mit Stammsitz auf Schloss Libermé, aber auch mit Besitztümern in Walhorn, Dolhain und Baelen. Der älteste nachgewiesene Ahn ist Ende des 14. Jahrhunderts ein Husche de Libermé († vor 1403), dessen Sohn Hein Husche von Kettenis († um 1459) ebenso wie Hein Husches Sohn Mays (Bartholomäus) Hoesch von Libermé und Kettenis († um 1530) als Schöffen zu Walhorn genannt werden. Mays Hoesch wird zugleich auch als Lehnsmann des Aachener Münsters erwähnt, ebenso wie sein Sohn Hein Hoesch von Kettenis (1475–1552), der der gemeinsame Ahnherr aller sich nun verzweigenden und bis heute existierenden Linien der Familien Heusch/Hoesch ist. HUSCHE VON KETENIS (I49119)
 
1879 Die Familie Hoesch, Heusch stammt ursprünglich aus dem Ort Kettenis im Eupener Land mit Stammsitz auf Schloss Libermé, aber auch mit Besitztümern in Walhorn, Dolhain und Baelen. Der älteste nachgewiesene Ahn ist Ende des 14. Jahrhunderts ein Husche de Libermé († vor 1403), dessen Sohn Hein Husche von Kettenis († um 1459) ebenso wie Hein Husches Sohn Mays (Bartholomäus) Hoesch von Libermé und Kettenis († um 1530) als Schöffen zu Walhorn genannt werden. Mays Hoesch wird zugleich auch als Lehnsmann des Aachener Münsters erwähnt, ebenso wie sein Sohn Hein Hoesch von Kettenis (1475–1552), der der gemeinsame Ahnherr aller sich nun verzweigenden und bis heute existierenden Linien der Familien Heusch/Hoesch ist. HUSCHE DE LIBERMÉ, N. (I49120)
 
1880 Die Familie Hoesch, Heusch stammt ursprünglich aus dem Ort Kettenis, eine Ortschaft der Stadt Eupen, im Eupener Land mit Stammsitz auf Schloss Libermé, aber auch mit Besitztümern in Walhorn, Dolhain und Baelen. Der älteste nachgewiesene Ahn ist Ende des 14. Jahrhunderts ein Husche de Libermé († vor 1403), dessen Sohn Hein Husche von Kettenis († um 1459) ebenso wie Hein Husches Sohn Mays (Bartholomäus) Hoesch von Libermé und Kettenis († um 1530) als Schöffen zu Walhorn genannt werden. Mays Hoesch wird zugleich auch als Lehnsmann des Aachener Münsters erwähnt, ebenso wie sein Sohn Hein Hoesch von Kettenis (1475–1552), der der gemeinsame Ahnherr aller sich nun verzweigenden und bis heute existierenden Linien der Familien Heusch/Hoesch ist. HOESCH VON KETTENIS, Hein (I49117)
 
1881 Die Familie Hoesch, in manchen alten Schriften auch Husche, Hoisch oder Huesch genannt, ist eine seit mehreren Jahrhunderten bestehende Unternehmerfamilie. Sie war vorwiegend in der Metallverarbeitung in den Räumen Aachen, Düren und Stolberg/Eschweiler sowie in Dortmund tätig. Ein bedeutender Zweig der Familie wird Heusch geschrieben. Beide Familienzweige gehen auf den gemeinsamen Stammvater Heinrich Hoesch († 1552) zurück[1].

Der Name Heusch/Huesch leitet sich von mittelniederländischen heufsch, heuvesch, hovesch ab und bedeutet etwa höfisch, hübsch oder höflich und bezeichnete zumeist Personen, die dem Hofe angehörten.[2]

Im Kölner und Aachener Dialekt sowie in der holländischen Sprache wird das Adjektiv heusch[3] noch heute angewendet.

Mit seinem Sohn Jeremias II., der Jüngere begann der eigentliche Aufstieg der Familie in der Eisenverarbeitung. Er wurde Reitmeister in Vicht und konzentrierte die Holzkohlenrechte anderer Reitwerke am Junkershammer, den er zum modernsten Betrieb im Herzogtum Jülich ausbaute. Seine Frau Katharina Prym (1610–1681) errichtete für ihre Söhne Jeremias III. (1641–1716) und Wilhelm (1642–1704) im Jahre 1664 den Platenhammer. Dessen anfangs gemeinsame Nutzung führte allerdings in der Folge zu Streit und zu einer Teilung in eine Junkershammer- und Platenhammer-Linie der Hoeschs.

Jeremias Hoesch (zur Unterscheidung vom Vater auch Jeremias der Jüngere oder Jeremias II. genannt) (* etwa 1610 in Aachen (ungesichert); † 1653 in Warschau) war der erste Eisenindustrielle der Familie Hoesch.

Er war Sohn des gleichnamigen Vaters (1568–1643) und der Mutter Agnes Hansen (1579–1653), Tochter eines Kupfermeisters. Dieser war, wie zuvor schon die Kupfermeister-Familien Peltzer, Schleicher, Amya, Prym und andere, gezwungen, auf Grund der Benachteiligungen und Nachstellungen der wieder aufkeimenden Aachener Religionsunruhen auf Dauer aus Aachen ins benachbarte Stolberg auszuwandern, wo er um 1610 zunächst den Kupferhof Alte Krautlade übernahm. Hoesch, jun. arbeitete zunächst im väterlichen Kupfer- und Messinggeschäft, machte sich aber rasch selbständig.

Seit 1637 begann Hoesch, Anteile an Hütten und Eisenhämmern im Vichtal bei Stolberg zu erwerben. Im Jahr 1638 heiratete er Katharina Prym (1610–1681), Tochter von Wilhelm Prym, eines Kürassiers in kaiserlichen Diensten. Aus der Ehe gingen unter anderem die Söhne Jeremias III. (1641–1716), dessen Nachfahren auf Junkershammer blieben, und Wilhelm (1642–1704), dem später der Platenhammer zugesprochen wurde, hervor.

Ab etwa 1645 konnte Hoesch auf die Zweifaller Kirchhütte, Cronenhütte, Vichter Hütte und den Junkershammer erheblichen Einfluss ausüben. Durch die Verlegung zweier vollkommen unter seiner Kontrolle stehender Hütten in die Nähe des Junkershammer erhöhte Hoesch den Grad der Konzentration der Produktion. Daneben errichtete er dort zur Weiterverarbeitung zwei Reckhämmer und eine Eisenschneidemühle. Letztere war die erste ihrer Art in der Region. Die Mühle war in Betrieb, wenn die Wasserkraft für die Hammerwerke nicht benötigt wurde. Das von der Mühle geschnittene Eisen ließ Hoesch von hausindustriellen Nagelschmieden weiterverarbeiten.

Damit entstand dort ein integriertes montanindustrielles Unternehmen. Diese umfasste die Eisenproduktion, die Produktion von Halbfertigwaren und die Herstellung von Fertigwaren. In den folgenden Jahren kam auch die Vichter Hütte gänzlich in den Besitz Hoeschs. 
HOESCH, Jeremias II. ´der Jüngere` (I47469)
 
1882 Die Familie Latsch

von Robert Giesler,
überarbeitet von Matthias Schmidt




Die ersten Latsch lebten in Gosenbach als Hofpächter. In Gosenbach gab es im 15. Jahrhundert zwei Höfe, einer war der des Dietrich von Seelbach. Nach seinem Tod am 18. Januar 1472 schenkte seine Witwe Elsa ihren geerbten Hof mit Zustimmung ihrer Kinder dem Kloster Keppel (heute Hilchenbach). Der Hof sollte verpachtet werden, wobei der Pachtzins an das Kloster gezahlt werden sollte mit der Auflage, dass an jedem Jahrestag seiner Totenmesse für Dietrich eine Seelenmesse gehalten werden solle. Zur Beleuchtung der Kirche an diesem Tag hinterlegte Elsa im Gosenbacher Hof Wachs. Außerdem sollte die Äbtissin in der Advents- oder Fastenzeit den Nonnen zwei Stockfische oder zwei Heringe geben, solange der Hof Pachtzins abwerfe. "Insbesondere ist" in der Schenkungsurkunde "verordnet, daß" die jeweils auf dem Kloster lebenden Nonnen "das genannte Gut nimmer versetzen oder verkaufen, sondern ewiglich bei dem Kloster behalten sollen, auf daß solch Begängnis und Gottesdienst, wie vorgeschrieben, nicht vergänglich werden."

Erbpächter waren über drei Jahrhunderte fast ohne Ausnahme die Latsch, die auch Hofmänner des zweiten Gosenbacher Hofes, dem der Herren von Wildenburg, daher "Wildenburger Hof", waren. Heidrich Latsch war wahrscheinlich gleich von 1472 an, sicher aber erst seit 1482 Hofpächter. Er hatte zusätzlich Anteile an der Hütte "uff der Goßenbach". Als "Heyderich Laitsch von Goißenbach" wird er erstmals mit diesem Familiennamen erwähnt, obwohl er bereits ab 1461 dort lebte und zu den angesehenen Bewohnern Gosenbachs gehörte. Seine Nachfolger als Hofpächter waren Friedrich Latsch (erw. 1486 - 1536), Tilmann Latsch (1530 - 47) und Johann Latsch (+ nach 1599).

Johann Latsch, Hofmann zu Gosenbach, hatte 1563 24 Stück Rindvieh, 150 Schafe, 12 Schweine, 4 Pferde und einen Ernteertrag von 18 Wagen Heu. Der nächste Hofmann, Hans Latsch (+ nach 1614), war ein wohlhabender Mann. Er war ab 1587 Erbpächter, außerdem Gewerke an Gruben und der Gosenbacher Hütte. Ferner war er als Reitmeister (Stahl- bzw. Eisenhändler) tätig und brachte es zu solch einem Vermögen, dass er im November 1613 den Wildenburger Hof kaufte. Damit wurden die beiden Güter, Keppelscher und Wildenburger Hof, gespalten mit der Folge, dass sich bald aus neu hinzutretenden freien Eigentumsgütern langsam der Ort Gosenbach entwickelte. Eine Tochter Hans Latschs, Margaretha (etwa 1615 - 1673), heiratete nach Niederholzklau. Vielleicht war sie aber auch die Tochter des nächsten Hofmanns, Hans Latsch (+ etwa 1638). Er war seit spätestens 1608 Hofmann zu Gosenbach und hatte unter den Folgen des 30jährigen Krieges schwer zu leiden. Zum einen wurde der Hof oft das Opfer von Raubüberfällen, bei denen den Hofleuten Pferde, Schafe und Geld gestohlen wurde, zum anderen wurden Hans Latsch und seine Frau auch "ganz erbärmlich traktieret". Hans Latsch geriet aber schon zuvor, 1608, in finanzielle Bedrängnis, als Magdalene von und zu der Hees, Äbtissin des Klosters Keppel, den Pachtzins von 13 auf 15 Gulden und bei der Neuverpachtung im Jahre 1620 auf 40 Gulden erhöhen wollte. Daraufhin wendet sich Hans 1622 an seinen Landesherrn, Graf Johann VII von Nassau-Siegen, und fordert eindrucksvoll die Rücknahme der Pachtzinserhöhung, da sonst der "Profit", der ihm noch bliebe, "zur Ernährung von Weib, Kind und Gesinde jährlich sehr schmal gefallen sei". Er führt mehrere Argumente an: So habe das Kloster zuvor neue Einkünfte erhalten, hätte er zum Ausbau des Hofes verschiedene Ausgaben gehabt und nicht zuletzt habe sich seine ganze Familie für die Verbesserung des Hofgutes "mit großer vielfältiger Mühe und Arbeit" eingesetzt. Er richtet an den "lieben Grafen" seine "ganz untertänige und hochfleißige Bitte", dass er "die würdige Frau zu Keppel dahin in Gnaden disponieren woll(e)", daß sie Pacht und Zins soweit zurückschrauben solle, dass er "dabei nicht ganz und gar an den Bettelstab geraten möge". Er unterzeichnet mit
"Untertheniger
Hans Latsch ietziger
Hoffmann zu Gosenbach".
Eine Antwort auf dieses Schreiben ist nicht überliefert.

Hans' Tochter Margarethe Latsch heiratete um 1636 den aus Dillhenrichshütten stammenden Johannes Spies (etwa 1599 - 1660) und stellte dadurch die Verbindung zwischen diesen beiden Familien her.

Johannes Spies wurde 1637 zweiter Hofmann, bekam das Keppelsche Hofhaus und die Hälfte der dazugehörigen Ländereien zugesprochen. Nach seinem Tod nahm Hans Wolf Spies (1638 - 1727) seine Stellung ein. Auf der Latsch-Seite folgte nach dem Tod des Friedrich Latsch (1627 - 1696) Henrich Latsch (1657 - 1706). Ab 1679 waren Henrich Latsch und Hans Wolf Spies die beiden Keppelschen Hofpächter. Letzterer gehörte der Hammerschmiede- und Massenbläserzunft an und wird 1677 ihr Zunftmeister. Er war auch als Eisenhändler tätig und erwarb 1666 und 1670 Anteile sowohl an der Gosenbacher Kupferhütte als auch an der obersten Gosenbacher Hütte. 1685 errichtete er einen Anbau an das alte Hofhaus aus dem 15. (?) Jahrhundert, das 1969 abgerissen wurde. Hans Wolf Spies' eigenwillige Wirtschaftspolitik entwickelte in ihm den Wunsch, alleiniger Hofpächter zu werden. Da 1704 mit dem baldigen Tod Henrich Latschs gerechnet wurde und dessen Erbe, sein Sohn Johann Friedrich (1688 - 1772), erst 16 Jahre, also unmündig war, beantragte Hans Wolf Spies die Eintragung seines Sohnes Antonius Spies als künftigen Hofpächter, und zwar erfolgreich, da die Vereinigung der geteilten Pacht den Interessen der Keppelschen Klosterverwaltung entgegenkam. 1706, nach dem Tod Henrich Latschs, wird Hans Wolf Spies tatsächlich alleiniger Hofpächter. Einige Jahre später allerdings meldete der 1704/06 übergangene (nicht unrechtmäßig !) Johann Friedrich Latsch sein Interesse an der halben Pacht an. 1715 heiratet er äußerst zweckmäßig die Tochter des Hans Wolf Spies, Elsbeth (1682 - 1764). Hans Wolf, inzwischen 77 Jahre alt, setzte sich nun im Gegensatz zu seinen früheren Bemühungen von 1704/06 für seinen Schwiegersohn und einstigen "Konkurrenten" ein, erreichte die erneute Pachtteilung und zog in den Haushalt seiner Tochter Elsbeth. Hans Wolf Spies' Sohn Antonius (1670 - 1742) wurde damit zum 2. Hofpächter. Dieser allerdings erinnerte sich 1716, auch schon 46jährig, des Lehnsvertrages von 1704, in dem sein Vater zum alleinigen Hofpächter und er, Antonius, zu seinem Nachfolger bestimmt wird, was für ihn ja jetzt von Vorteil wäre. Das wegen anderer, finanzieller Streitigkeiten schon belastete Verhältnis zu seinem Vater äußerte sich schließlich darin, dass Antonius beim Stift Keppel unter Berufung auf das Lehensprotokoll von 1704 für sich das alleinige Pachtrecht beantragt. Zunächst schien es so, als wenn er sich durchsetzen könnte, zumal das Stift Johann Friedrich Latsch vorher nicht als 2. Hofmann akzeptieren wollte. Jetzt aber trat Hans Wolf, mittlerweile 78jährig, wieder auf und erhob bei der fürstlichen Landesregierung Einspruch gegen das Vorhaben seines Sohnes, da sein Schwiegersohn und seine Tochter "außer einem eigentümlichen Wohnhaus anders keine Güter" hätten. Dem Einspruch wurde stattgegeben, so dass er bis zum seinem Tod im hohen Alter von fast 89 Jahren im Haus seiner Tochter wohnte. Antonius' Tochter Anna Catharina (1706 - 1758) heiratete nach Achenbach in die Familie Holdinghausen, Johann Friedrich Latschs Tochter Anna Catharina (1715 - 1781) in die Familie Achenbach und blieb mit ihrem Mann Johann Henrich Achenbach (1709 - 1768) in Gosenbach. Sie wohnten im "Alten Achenbachs Haus", später als Spies-Haus bezeichnet, das schon Anna Catharinas Vater Johann Friedrich und ihr Großvater Henrich Latsch bewohnten. Dieses erhaltene, 300 Jahre alte Haus steht in Gosenbach in der Friedhofstraße, schräg gegenüber dem Latsch- bzw. Debus-Haus. 
LATSCH, N. (I23392)
 
1883 Die Familie lebte zuerst in St.Gallen, dann in Nizza und anderswo auf der Suche nach einem geregelten Einkommen und liess sich schliesslich in München nieder. Der Vater hatte sich da den Ruf eines Badearztes und Reiseschriftstellers erarbeitet, die Mutter den einer Schriftstellerin von Romanen und Lebensanweisungen für junge Frauen und Mädchen. FELS, Louise (I4413)
 
1884 Die Familie Rockefeller wurde durch den Unternehmer John D. Rockefeller und seinen Bruder William Rockefeller bekannt. Sie waren Mitbegründer einer Erdölraffinerie, aus der 1870 die Standard Oil Company hervorging, die 1911 erzwungenermaßen aufgelöst wurde. Diese beiden Brüder waren die Söhne von William Avery Rockefeller (1810–1906), einem Hausierer und Quacksalber, und dessen Frau Eliza Davison Rockefeller (1813–1889). John D. Rockefeller gilt als erster Milliardär der Weltgeschichte (im Jahr 1916, in US-Dollar gerechnet) und als der reichste Mensch der Neuzeit. Der Name Rockefeller wird in Verbindung mit großem Reichtum gebracht.

Ursprung und Familiengeschichte
Der erste belegte Vorfahre der Rockefellers ist Goddard (bzw. Gotthart) Rockenfeller (* 1590 in Fahr, heute Neuwied). Der Name ist eine Herkunftsbezeichnung, die sich von dem Namen der Siedlung Rockenfeld ableitet (1280 erstmals urkundlich erwähnt als Rukenvelt, wegen der Lage auf dem ersten Höhenrücken zwischen Rhein und Westerwald). Heute gehört Rockenfeld zum Neuwieder Stadtteil Feldkirchen (Rheinland-Pfalz); der Ort wurde aufgegeben und 1995 das letzte Haus abgerissen. Der Familienname Rockenfeller ist in Neuwied bis heute relativ häufig zu finden.

Goddards Enkel Johann Peter (1682–1763) und sein Urenkel Johann Thiell (1695–1769) wanderten mit ihren Familien nach New Jersey und New York aus. Dort nannten sie sich Rockefeller.

Johann Peter Rockefellers Urenkel Godfrey Lewis Rockefeller (1783/1784–1857) heiratete 1806 in Livingston, New York, Lucy Avery aus der 7. Generation des Groton-Avery-Clans in Connecticut. Lucy Averys Ururgroßmutter war Susannah Palmes, Ehefrau von Samuel Avery aus New London, Connecticut, von königlicher Abstammung. Sie war die Enkelin von John Humfrey, der in England Lady Susan heiratete, die Tochter des 3. Earl of Lincoln, eines Abkömmlings von Edmund II. „Ironside“, König von England, der wiederum von einigen Königen von Schottland, Frankreich und Spanien abstammte.

Der älteste Sohn von Godfrey Lewis Rockefeller und Lucy Avery, William Avery Rockefeller (1810–1906), heiratete Eliza Davison, und John Davison Rockefeller war ihr ältester Sohn, das zweite Kind von insgesamt sechs.[1] Eliza, die Mutter von John Davison, war die Tochter von John Davison, einem wohlhabenden Farmer in Niles Township, Cayuga County, New York. Die Davisons waren eine alte New-Jersey-Familie mit englischen und schottischen Vorfahren.[2]

Vermögen
Das kombinierte Vermögen der Familie, also die Bilanzsumme der Investitionen sowie der individuelle Reichtum der einzelnen Mitglieder, wurde noch nie mit Genauigkeit bestimmt. Die Familienarchive sind in Bezug auf das Vermögen für die Öffentlichkeit verschlossen.

Der Großteil des Vermögens liegt in den Familienstiftungen von 1934 und 1952, beide Organisationen wurden von der Chase Manhattan Bank verwaltet. Diese Organisationen halten Aktien der Nachfolgerunternehmen von Standard Oil, diverse andere Anlagen sowie den erheblichen Immobilienbesitz der Familie.

Die Verwaltung des Reichtums wird von professionellen Vermögensverwaltern übernommen, die auch die Holdinggesellschaft Rockefeller Financial Services beaufsichtigen. Der leitende Vorsitzende war 2015 David Rockefeller Jr.

Fahr ist ein Ortsteil des Neuwieder Stadtteils Feldkirchen im nördlichen Rheinland-Pfalz. 
ROCKEFELLER, Stammlinie (I55003)
 
1885 Die Familie Spillmann war eine Berner Notabelnfamilie, die seit dem 13. Jahrhundert das Burgerrecht der Stadt Bern besass und mit Anton 1553 im Mannesstamm erlosch. Sie zählte, dank ihres Vermögens aus dem Metallhandel, ab Mitte des 14. Jahrhundert zur ökonomischen Führungsgruppe der Stadt Bern. In der Landschaft erworbene Herrschaftsrechte sowie die Zugehörigkeit zur Vennergesellschaft zu Schmieden ebneten ihnen den Weg ins Stadtregiment. Im 15. und 16. Jahrhundert stellten sie einige Venner und besetzten einflussreiche Ratsämter in Stadt und Landschaft. Kostspielige Erb- und Besitzstreitigkeiten sowie die Amtstätigkeit minderten ihr Vermögen im 16. Jahrhundert. (Info: HLS). SPILLMANN, Stammlinie (I38857)
 
1886 Die Familie Sprenger

von Robert Giesler,
überarbeitet von Matthias Schmidt


Die Sprenger gehören zu den alten Hammerschmiede- und damit auch angesehenen Familien.

Der Sohn von Contzgin Sprenger war Gottschalk Sprenger. Ihm gehörte die Müsenershütte, die ab 1490 erwähnt wird. Zu dieser Zeit lebte auch Gottschalk, dessen Sohn Theis (eine Kurzform von Matthias) Mitinhaber dieser Hütte war und 1518 - 54 erwähnt wird. Er ist außerdem 1538 als Bürgermeister von Siegen genannt. In den vorliegenden Tafeln ist er dreimal verzeichnet. Theis war Vater des Dillnhenrichshüttener (= Sieghüttener) Hammerschmieds Johann Sprenger (+ 1605). Dessen Tochter heiratete Anton Spieß (etwa 1565-1607), der als Hammerschmied von Schneppenkauten nach Dillnhenrichshütten kam. Außerdem war er Vater des Hans Sprenger (+ v.1594), der 1552-58 als Hammergewerke und Haingerichtsschöffe zu Dillnhenrichshütten genannt wird. Dort war auch dessen Sohn Franz (+ vor 1600), Hammergewerke, dessen Tochter Catharina (+ nach 1639), in die Eiserfelder Familie Daub heiratete. Ob Theis Sprenger auch der Vater des Dillnhenrichshüttener Hammerschmiedes Hans Sprenger (+ etwa 1590) war, ist unklar. Es wäre aber ungewöhnlich, da ja Theis' unter 2. genannter Sohn schon Hans hieß. Die Tochter des hier aufgeführten Hans (+ vor 1608), heiratete in die Familie Flender (s. o. Familien Busch vor der Hardt und Flender). 
SPRENGER, Elisabeth (I1130)
 
1887 Die Familie stammt vermutlich ursprünglich aus Kirchlindach und daher scheint auch der Lindach herzurühren. Ab 1345 werden erste Mitglieder der Familie unter dem Namen Hetzel von Lindnach urkundlich erwähnt. Ab dem 15. Jahrhundert besetzten Mitglieder der Familie regelmässig öffentliche Ämter der Stadt Bern. (weiterführende Info: HLS) HETZEL VON LINDACH, Stammlinie (I29768)
 
1888 Die Familie trat zuerst unter dem Namen Szmettay im 14. Jahrhundert in Ungarn und Serbien auf. Die sichere Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Georg Smete, urkundlich 1562 bis 1579, Bürger und Züchner in Neisse.[1] Unter Matthias Corvinus verbreitete die Familie sich zunächst in Schlesien, von dort wiederum machten sich einzelne Glieder der Familie in Mecklenburg, Brandenburg und Dänemark sesshaft.

Am 28. September 1668 erfolgte von Kaiser Leopold I. ein Erneuerungdiplom ihres Adels und Wappens, 1701 die Hebung in den Reichsfreiherrenstand. Am 17. Februar 1717 erteilte Kaiser Karl VI. der Familie ein Freiherrendiplom und am 24. Februar 1742 erfolgte durch Kaiser Karl VII. die Erhebung in den Reichsgrafenstand, welche König Friedrich II. am 2. Juli desselben Jahres anerkannte. Im Jahre 1782 stiftete die Gräfin Anna Charlotte Christiane Wilhelmine von Schwerin geb. Gräfin von Schmettau (1712–1796) das Fräuleinstift zu Rietschütz. 1822 erging erneut ein preußisches Adelsdiplom. 
SMETE, N. (I8570)
 
1889 Die Familie von August Friedrich Hahn war evangelisch. Sein Vater war der hessische Generalleutnant der Artillerie, Georg Gottlieb Hahn (1756–1823), seine Mutter Johanna Rosina, geborene Föhr (1756–1839), stammte aus Stuttgart.[1]

August Friedrich Hahn heiratete zwei Mal:

Charlotte Franziska Auguste Marianne Hoffmann (1802–1834) am 16. Oktober 1820 in Jugenheim. Sie war die Tochter von August Konrad Hofmann, Großherzoglich Hessischer Finanzminister, und von Sophie Henriette, geborene Metzler (1772–1825).
Marie Henriette Amalie Hoffmann (1806–1846) am 18. Februar 1837 in Darmstadt. Sie war die Tochter von Wilhelm Ludwig Hoffmann und Marie Elisabeth, geborene Kick.
Die Kinder von August Friedrich Hahn stammten alle aus der ersten Ehe:

Georg August Hahn (1821–1886), Präsident der Oberrechnungskammer des Großherzogtums Hessen
Friedrich Ernst Johann Karl Hahn (1824–1902), Rechnungsrat bei der Hauptstaatskasse des Großherzogtums Hessen
Johann August Friedrich Hahn (1828–1892), Geheimer Obersteuerrat in Darmstadt 
HAHN, Friedrich Johann August (I52610)
 
1890 Die Familie von Bevern gingen aus der Familie der Edelherren von von Meinhövel hervor, die bereits im 8. Jahrhundert eine Burg im Münsterland errichtet hatten und mehrfach kriegerische Auseinandersetzungen mit der sich entwickelnden Bischofsstadt Münster und den Bischöfen führten. Um 1115 lag Hermann von Meinhövel (de Dulle) wieder in Fehde mit Münster.

Sein 1139 erwähnter Sohn Ludbert von Meinhövel (* um 1075) führte erstmals den Namenszusatz von Bevern, heute Ostbevern. Dieser Ort wird bereits 1088 in einer Urkunde erwähnt, in der von der Übertragung eines in Bevern gelegenen Hofes an das Kloster Iburg berichtet wird. Die durch Ostbevern fließende Bever hat vermutlich sowohl der Ansiedlung wie auch dem Adelssitz Bevern den Namen verliehen. Vom Haus Bevern sind heute noch Reste an der Bever vorhanden. Die Rochuskapelle war ein Teil dieser Besitzung. Es ist anzunehmen, dass Ludbert zur Beendung der jahrhundertelangen Auseinandersetzungen mit dem Hochstift Münster den Ort als Lehen erhalten hat. Das bischöfliche Lehen war erblich und unter anderem mit einer eigenen Gerichtsbarkeit (Patrimonialgericht) ausgestattet. Die Befugnis des Richteramtes reichte weit: der Richter ahndete kleinste Vergehen und war berechtigt, die Todesstrafe zu verhängen. Neben Hamm gab es in weitem Umkreis nur noch in Bevern eine eigene Gerichtsbarkeit dieser Art.

Ludberts Sohn Lubbert war um 1139–1152 das Familienoberhaupt und führte den Familiennamen von Bevern, Herr zu Bevern ein. Er stiftete 1142 das Kloster Hohenholte, heute Ortsteil von Havixbeck. 
VON BEVERN, Lubbert (I29443)
 
1891 Die Familie von Brandis war seit dem 13. Jahrhundert im oberen und mittleren Emmental begütert und hielt die Vogtei über die Klöster Trub und Rüegsau. Der erste namentlich bekannte Vertreter der Familie war Konrad von Brandis. Seinen Nachkommen gelang im 14. und 15. Jahrhundert durch geschickte Heirats- und Kreditpolitik die Erwerbung von ausgedehnten Besitzungen im heutigen Kanton Bern, in der Ostschweiz, in Liechtenstein und in Vorarlberg.

Thüring von Brandis heiratete Katharina von Weissenburg und erhielt dadurch die Herrschaft Simmenegg. Er begründete die Verbindung der Familie zu Bern, indem er 1337 in ein Burgrecht mit der regional dominierenden Stadt einging. Während das Fürstbistum Konstanz in der Hand von Bischof Thüring von Brandis war, verpfändete dieser die Rechte des Fürstbistums in der Landgrafschaft Burgund sowie die der Burg Bischofszell und die der Herrschaft Küssaberg im Schwarzwald an seine Verwandten. Eberhard von Brandis, Abt des Klosters Reichenau, verkaufte 1367 alle Güter und Rechte seines Klosters an seine Familie.

Durch die Ehe Wolfharts I. mit Agnes von Montfort-Feldkirch, der Witwe von Graf Hartmann von Werdenberg-Sargans, gelangte ein grosser Teil der Güter der Familie Werdenberg-Sargans im Rheintal und in Vorarlberg in die Hand derer von Brandis (Herrschaften Blumenegg mit dem Ansitz Burg Blumenegg, Sonnenberg mit der Burg Sonnenberg und Schellenberg mit der Oberen und Unteren Burg Schellenberg sowie die Grafschaft Vaduz mit Schloss Vaduz). Zuletzt kaufte Wolfhart V. von Brandis 1437 die Herrschaft Maienfeld, wo das von den Toggenburgern erbaute Schloss bis heute unter dem Namen Schloss Brandis bekannt ist, sowie das benachbarte Schloss Marschlins, und veräusserte gleichzeitig seine bernischen Besitzungen schrittweise an die Stadt Bern.

1477 heiratete Graf Alwig X. von Sulz, 60-jährig, die 35 Jahre jüngere Freifrau Verena von Brandis. Sie hatten zwei Töchter und einen Sohn Rudolf V. von Sulz, er wird in verschiedenen Quellen auch Rudolf III. genannt.

Ende des 15. Jahrhunderts geriet die Familie von Brandis zwischen die Fronten der Habsburger und der Eidgenossen. 1499 besetzten die Eidgenossen während des Schwabenkriegs die Herrschaft Maienfeld und nahmen dort Sigmund und Thüring von Brandis gefangen. Der letzte Spross des Geschlechts, Johannes von Brandis, musste wegen finanzieller Schwierigkeiten 1509 die Herrschaft Maienfeld an die Drei Bünde und 1510 Schellenberg, Vaduz und Blumenegg an Rudolf V. von Sulz verkaufen. Mit ihm erlosch das Geschlecht 1512.

Im Chor der St. Mamerta-Kapelle in Triesen stand ursprünglich ein spätgotischer geschnitzter Flügelaltar, den Ludwig von Brandis 1492 für die Kapelle stiftete. Der Altar befindet sich jetzt in der Triesner Pfarrkirche St. Gallus.

Es existieren bis heute zwei weitere (nicht verwandte) Adelsgeschlechter gleichen Namens, die Grafen zu Brandis in Südtirol und die 1769 geadelten Freiherren von Brandis aus Niedersachsen.

Persönlichkeiten
Eberhard von Brandis (Abt) (vor 1328–1379), Abt des Klosters Reichenau
Mangold von Brandis (vor 1356–1385), Abt von Reichenau und Bischof von Konstanz
Heinrich III. von Brandis (vor 1348–1383), Bischof von Konstanz
Wolfhart I. von Brandis (vor 1341–1371), Freiherr und Herr über alle Gebiete der Brandis
Wolfhart IV. von Brandis (?–1418), Freiherr und Herr über alle Gebiete der Brandis und Bischofszell
Wolfhart V. von Brandis (vor 1408– nach 1456), Freiherr
Ortlieb von Brandis (1430–1491), Bischof von Chur 
N., N. (I40527)
 
1892 Die Familie von der Goltz, deren Zweige zum Teil bis heute bestehen, gehörte zum Uradel in der Neumark. Das Geschlecht hat bedeutende Diplomaten, Staatsbeamte, Gelehrte, aber vor allem Offiziere hervorgebracht, so unter anderem fünf Feldmarschälle und 38 Generale. Von den in preußischen Diensten stehenden Angehörigen erhielten 19 den Orden Pour le Mérite.[1] Im Jahre 1806 dienten 21 Grafen und Freiherren von der Goltz in der preußischen Armee, im Jahre 1836 waren es 26 Mitglieder der Familie.[2]... VON DER GOLTZ, Elisabeth Marie (I57766)
 
1893 Die Familie von der Leithen gehört dem westfälischen Uradel der Grafschaft Mark an. Seit dem 15. Jahrhundert besaß sie Haus Laer als Stammsitz der Familie.

Haus Laer ist eine Wasserburg im Südosten Bochums im Tal des Schattbachs an der Höfestraße 45. Sie zählt zu den ältesten Adelssitzen im Ruhrgebiet. Das Haus ist namensgebend für den Stadtteil Laer.

Geschichte
Bereits 890 wird die „villa Lahari“, wohl ein Weiler oder Meierhof, im Heberegister der Abtei Werden erwähnt. 1243 wird das Anwesen als „domus Lare“ erstmals genannt, als der Graf Adolf I. von der Mark das Rittergut seinem Gefolgsmann Heinrich von Vittinghoven als Lehen übergibt. 1374 wird ein Burghaus erwähnt. Seit 1480 gehört der Rittersitz der Familie von Leithen; 1895 geht die Anlage durch Erbschaft in den Besitz der Familie Frielinghaus über.

Anlage
Das Haupthaus mit Fachwerkmauern ruht auf einer Eichenpfahlgründung aus dem 10. Jahrhundert, die um 940 datiert wird, womit sie der älteste erhaltene Teil eines Profanbaus in Bochum wäre. Das Haus entstand in seiner heutigen Form gegen Ende des 15. Jahrhunderts unter Dietrich von Leithe. Von der früher die ganze Hauptburg umschließenden Gräfte ist ein Teil erhalten. Die nördlich davon liegende Vorburg entstammt im Wesentlichen dem 18. Jahrhundert. Das Haus beherbergt eine stattliche Urkundensammlung, das Ruhrgebietsarchiv von Haus Laer. Zur Anlage gehört ein beachtenswerter historischer Friedhof.

Die Gräfte (Wassergraben) des Hauses Laer wird von dem Erbstollen der Zeche Isabella gespeist, der die Fläche des benachbarten, ehemaligen Opel-Werks I unterquert. Dieser Stollen und seine unterirdischen Zuflüsse werden (Stand 2013) zukünftig möglicherweise im Rahmen der Ertüchtigung des Werksgeländes für eine Folgenutzung verfüllt werden.[1]

Persönlichkeiten
Konrad von der Leithen (1772–1829), Landrat der Kreise Dortmund, Hagen und Bochum 
VON DER LEITHE, Anna (I45684)
 
1894 Die Familie von Johannes Hassenpflug stammte seit mehreren Generationen aus der Grafschaft Hanau.[1] Er war seit 1788 verheiratet mit Marie Magdalena Dresen (* 28. September 1767 in Hanau; † 19. Dezember 1840 in Kassel), die aus einer in Hanau ansässigen hugenottischen Emigrantenfamilie stammte.[2] Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, darunter die vier Töchter Marie, Maria Susanna, Johanna und Amalie. Berühmt wurde der einzige Sohn, der spätere kurhessische Innen- und Justizminister Ludwig Hassenpflug (1794–1862), der 1822 Charlotte Grimm, die Schwester der Brüder Grimm, heiratete. Die Tochter Amalie Hassenpflug (1800–1871) wurde der Nachwelt als Freundin von Annette von Droste-Hülshoff bekannt, die Tochter Marie Hassenpflug als Zuträgerin zur Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

Johannes Hassenpflug war hochkonservativ eingestellt und ein entschiedener Gegner der Französischen Revolution. Als Jurist wurde er zunächst Advokat, war dann ab 1787 im Dienst der Landgrafschaft Hessen-Kassel tätig. Hier hatte er zunächst verschiedene Ämter in der Grafschaft Hanau inne, war Vorsteher des Amtes Altenhaßlau und wurde 1789 Schultheiß der Hanauer Neustadt. Er wird als Mitglied der 1778 gegründeten Hanauer Freimaurerloge Wilhelmine Caroline genannt.[3]

Nach neun Jahren wurde er 1798 als Advocatus Fisci (Staatlicher Vertreter bei zivilrechtlichen Streitigkeiten) in die Landeshauptstadt Kassel berufen, und ab 1802 war er dort Regierungsrat. In der westphälischen Zeit war er Richter am Appellationsgericht. 1815/16 wurde er Landtagskommissar beim konstituierenden Landtag und 1821 Regierungsdirektor in Kassel. Seine Karriere beendete er als Regierungspräsident[4] (seit 1831) von Kassel. 
HASSENPFLUG, Johannes (I58078)
 
1895 Die Familie von Pforr war im Mittelalter eine ratsfähige Adelsfamilie der Stadt Breisach am Rhein, die später weiterhin dem dortigen Patriziat angehörte. Sie stellte mehrere Schultheißen.
Erster namentlich bekannter Vertreter war ein W. de Pforre, der 1261 Mitglied des Breisacher Rats war. Ein Wernher von Pforr wurde 1266 genannt. In den Jahren 1290, 1294 und 1296 gehörte Heinrich dem Rat an, ebenso Johannes 1296, der 1301 noch lebte. Im Jahr 1380 war Junker Werner der Ältere Schöffe in Breisach. In den frühen Jahren des Breisacher Klosters Marienau waren die von Pforr auch im Kloster bestimmend gewesen. Katharina von Pforr war in den 1320er/1330er Jahren dort sogar Äbtissin. Da die Pforr von ihren Töchtern immer wieder welche als Nonnen in das Kloster gaben, schenkten sie dem Kloster auch getreulich Güter und Gülten und traten so als dessen Mäzene auf. 
VON PFORR, Ursula (I46790)
 
1896 Die Familie von Planta gehörte im Hochmittelalter zur ländlich-bäuerlichen Oberschicht des Oberengadins in Graubünden. Seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert sind die Planta als Amtsträger der Bischöfe von Chur fassbar. Der Hauptstamm der Familie (Zuoz) ist damals oder im frühen 14. Jahrhundert in den Dienstadel (Ministerialen, rätoromanisch Mastrals) des Churer Hochstifts aufgestiegen, vor allem im 15. Jahrhundert als Richter im Oberengadin.[1] Ab 1367 hatten sie im von ihnen mitbegründeten Freistaat der Drei Bünde bis zu dessen Ende 1798 wichtige Ämter inne. Nach der Loslösung der Drei Bünde vom Hochstift Chur übernahmen dessen Ministerialenfamilien die führende Rolle in einer Art Adelsrepublik, die bis zu ihrem Ende 1798 im Heiligen Römischen Reich verblieb, zugleich aber seit 1497 ein Zugewandter Ort der Alten Eidgenossenschaft war. Die führenden Familien der Drei Bünde, darunter die von Planta und die von Salis, unterhielten oft Verbindungen zu den österreichischen Habsburgern, aber auch zur Republik Venedig und zu Frankreich; die Drei Bünde verfolgten unter der Herrschaft dieser Familien eine eigenständig taktierende Aussenpolitik.

Im historischen Sinne zählen die Planta zum Uradel, zugleich zum schweizerischen Adel. Ihre Stammsitze waren Zuoz, Samedan und Chur. Einzelne Linien bestehen bis heute. 
VON PLANTA-WILDENBERG, Johann Heinrich (I56467)
 
1897 Die Familie von Seydlitz (auch Seidlitz bzw. Zeidlitz) gehört zum schlesischen Uradel und erscheint erstmals urkundlich 1287 mit Otto de Sidelicz.

Auf Grund ihrer Namensgebung vermutete der Historiker Johann Sinapius einen vandalischen Ursprung des Geschlechts derer von Seidlitz und erwähnt in seinen Schlesischen Curiositäten, dass sie bereits in den wendischen Kriegen um das Jahr 931 rittermäßige Soldaten gewesen sein sollen. Weiter wird berichtet, dass sich 627 ein Robert Seidlitz als Ritter auf dem Heereszug in das Heilige Land befand und dort neben anderen Rittern seinen Geist Gott aufgeopfert haben soll. Mitte des 7. Jahrhunderts soll ein Bernhard Seidlitz († 653 Rom) als Zeremonienmeister von Eugen I. gedient haben, im Jahr 1010 Konrad Seidlitz als Domkantor in Bamberg.

Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals am 12. Juni 1287 mit Otto de Sidelicz[1] und weitere Mitglieder des Geschlechts treten gesichert im 13. Jahrhundert als castellani (Burggesessene) und barones auf, deren Stammhäuser sich in Thüringen und Böhmen sowie in Schlesien befanden. Ein gemeinsamer Ursprung mit dem schlesischen Geschlecht von Kurzbach wird auf Grund der Wappengleichheit vermutet. Das Geschlecht existiert noch in drei Stämmen: von Seydlitz und Gohlau, von Seydlitz-Kurzbach und von Seidlitz und Ludwigsdorf, deren näherer genealogischer Zusammenhang bisher nicht feststeht. Seit dem 25. August 1858 besteht ein Geschlechtsverband.

Wappen
Das Stammwappen zeigt in Silber drei rote Fische übereinander. Auf dem Helm mit rot-weißen Decken sind zwei aufwärts geschrägte Turnierlanzen mit Fähnlein verwechselter Farbe zwischen einem roten und einem silbernen Büffelhorn angebracht und mit diesen verschränkt.

Bekannte Familienmitglieder

Kavalleriegeneral Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1721–1773) in der Schlacht von Zorndorf (1758)
Ernst Julius Sigismund von Seidlitz (1695–1766), Graf auf Peilau, Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine in Gnadenfrei, Onkel der Pflegemutter von Karl von Holtei
Alexander Gottlieb von Seydlitz (1700–1782), preußischer Generalmajor
Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1721–1773), preußischer Kavalleriegeneral
Ernst Friedrich von Seydlitz (1768–1829), Ritterschaftsrat, Bildungsmäzen,[2] u. a. in Berlin[3][4][5]
Florian von Seydlitz (1777–1832), preußischer Generalmajor
Ernst von Seydlitz-Kurzbach (1784–1849), Begründer der Seydlitz'schen Geographie
Hermann von Seydlitz-Kurzbach (1810–1895), preußischer Generalleutnant
Rudolf von Seydlitz-Kurzbach (1812–1870), deutscher Rittergutsbesitzer und Hofbeamter
Kurt von Seydlitz-Kurzbach (1849–1913), preußischer Generalmajor
Woldemar von Seidlitz (1850–1922), Kunsthistoriker
Ernst Julius von Seidlitz-Sandreczki (1863–1930), deutscher Majoratsherr und Parlamentarier
Adolf von Seidlitz (1865–1943), Landrat, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses
Wilfried von Seidlitz (1880–1945), deutscher Geologe und Paläontologe
Walther von Seydlitz-Kurzbach (1888–1976), deutscher General des Zweiten Weltkrieges, Vizepräsident des Nationalkomitees Freies Deutschland
Adolf von Seydlitz-Sandreczki (1896–1945), Gutsbesitzer und Mitglied im Landesbruderrat der schlesischen Bekennenden Kirche; Generallandschaftsdirektor
Joachim von Seydlitz-Kurzbach (1911–2005), deutscher Brigadegeneral und Nachrichtendienstler
Friedrich Wilhelm von Seydlitz-Kurzbach (1914–2009), ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Paul Hartmann AG
Werner von Seydlitz (1927–2016), schwedischer Unternehmer, geboren in Ostpreußen. Gründer der Gesellschaft MP-Bolagen in Vetlanda, Schweden.
Schiffe mit dem Namen Seydlitz
Seydlitz des Norddeutschen Lloyd, deutsches Hilfsschiff im Ersten Weltkrieg
Seydlitz, Großer Kreuzer (Schlachtkreuzer) der deutschen Kaiserlichen Marine
Seydlitz, Schwerer Kreuzer der deutschen Kriegsmarine, unvollendet 
VON SEYDLITZ, Johann Balthasar (I45888)
 
1898 Die Familie von Truhendingen ist ein schwäbisch-fränkisches Grafengeschlecht, das seit dem frühen 12. Jahrhundert nachweisbar ist. Der Grafentitel ist erstmals 1264 belegt; vorher zählt die Familie aber bereits zu den Edelfreien. Das Geschlecht erlosch Ende des 15. Jahrhunderts.  VON TRUHENDINGEN, Friedrich (I10314)
 
1899 Die Familie von Tscharner ist eine ursprünglich aus Graubünden stammende Patrizierfamilie. Ein Zweig der Familie besitzt seit dem 16. Jahrhundert das Burgerrecht der Stadt Bern, gehörte dem Berner Patriziat an und ist Mitglied der Gesellschaft zu Pfistern. TSACHARNER, Ursula (I56466)
 
1900 Die Familie Wernsdorff wird dem meißnischen Uradel zugerechnet[1] und mit Heinricus de Wernherstorf am 3. Juli 1277 zuerst urkundlich genannt.[2] Die Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Janus von Wernsdorff († 1390).[1] Im Erzstift Merseburg war die Familie vom 14. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts verbreitet, ein dortiges Stammgut war Dölnitz. Ein Zweig verbreitete sich noch im 15. Jahrhundert nach Züllichau. Mit Hans von Wernsdorff auf Beutelsdorf im Altenburgischen ist das Geschlecht wohl in der Stammheimat erloschen, wobei in jüngeren Quellen auch ein Fortbestehen ebd. bis ins 17. Jahrhundert postuliert wird. Auch ein schlesischer Ursprung wurde vorgeschlagen,[3] jedoch mit fortschreitender Forschung verworfen.

Mit dem Deutschen Orden gelangte die Familie mit den Brüdern Wolfgang und Dietrich von Wernsdorff († 1578) Mitte des 16. Jahrhunderts nach Preußen. Hier verfügte die Familie über weiteren umfangreichen Grundbesitz zu Belacken, Biothen und Popelken (1807–1820) im Kreis Wehlau; Döhlau, Ganshorn, Hohenstein, Groß und Klein Petzdorf, Rauden und Uzikau im Kreis Osterode; Gütchen im Kreis Mohrungen; Karpowen, Kurkenfeld, Kurkowen (1784–1805), Plagbuden (1805–1820), Polaschen, Poleiken (1805–1820), Raade, Rautenfeld, Rodenwalde und Staxheim im Kreis Gerdauen; Kosslau (1663–1727), Neidenburg und Sakrau im Kreis Neidenburg; Mitschullen, Paulswalde und Perlswalde im Kreis Angerburg; Salzbach und Stettenbruch im Kreis Rastenburg; Schönfeld im Kreis Preußisch Holland; Sickenhöfen im Kreis Fischhausen; Trundlack (1773–1820) im Kreis Heiligenbeil sowie zu Vogelsang im Kreis Königsberg.[4]

Zahlreiche Söhne des Geschlechts dienten als Offiziere in der Preußischen Armee. 
VON WERNSDORF, Barbara (I57880)
 

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