Treffer 1,701 bis 1,750 von 6,111
| # | Notizen | Verknüpft mit |
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| 1701 | Der Name Flender war in früherer Zeit durch die damaligen Zunftordnungen der Hammer- und Hüttenleute fest mit der Region verbunden, zeigen ausführliche Dokumentationen der verschiedensten Historiker auch Ihre Beteiligungen an den unterschiedlichsten Hammer- und Hüttenwerke auf. "......das für die Familiengeschichte wichtige Ereignis ist, daß geraume Zeit, bevor der Name Flender amtlich auftaucht, in Buschhütten ein, vermutlich vom Gründer des Hammers, gebautes Haus gestanden hat, das den Namen Flender trug und das Stammhaus aller zur Stammgruppe Busch gehörenden Flender war.(..). Wie ist das Haus zu seinem Namen gekommen? (..). Der Eigentümer des Hammers war (..) ein durch Graf Johann IV. aus dem niederländischen Breda ins Siegerland verpflanzter adliger Herr. Mit der technischen Seite des Hammerbetriebes war er natürlich nicht vertraut; ebenso fremd waren ihm zunächst die wirtschaftlichen Kenntnisse (..). In all diesen Dingen war er auf die Zuverlässigkeit, den Rat und die Mitarbeit seiner Erbpächter angewiesen. Die große Masse der in den Hammerwerken hergestellten Erzeugnisse, seien es Halbfabrikate, wie "Schienen", Eisenbänder usw., oder Fertigwaren, wie Werkzeuge und Geräte aller Art, Waffen, Nägel usw. gingen, wie im Nachbargebiete, durch Vermittlung Kölner Händler oder durch Siegerländer Fuhrleute auch nach den Niederlanden. (..) In den Niederlanden bot sich dem mit den dortigen Verhältnissen vertrauten Herrn von Wischel ein für seine Hammererzeugnisse aussichtsvolles Absatzgebiet, insbesondere in den gewerbereichen flandrischen Städten Gent und Brügge. (..). Unsicher ist dagegen, wer der Wischelsche Beauftragte für den Absatz in Flandern war. (..). Nicht unwarscheinlich (..), daß es der eine oder andere seiner Erbpächter war. Die häufigen Fahrten nach Flandern haben ihm dann den Beinamen eingebracht, der sich auf sein Haus übertrug und es zum Flenderhaus gemacht hat. Vielleicht hat der Flandernfahrer sogar eine Frau aus diesem Land mitgebracht. Als solcher Flandernfahrer unter den Hammerpächtern kommt in erster Linie Johann Busch, ein Sohn von Hen Pusch, in Frage. Die Tatsache, daß er offensichtlich viele Jahre von Buschhütten abwesend war, scheint diese Vermutung zu stützen..... Quelle: "Geschichte der Familie Flender" Band 1, Seite 41-43, bearbeitet von Dr. phil h. c. Hermann Böttger-1957 | FLENDER, Catharina (I628)
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| 1702 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I6957)
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| 1703 | Der Name König oder Küng, wie er bis ins XVII. Jahrhundert sehr oft geschrieben wurde, kommt in Bern zuerst in der Person von Johann Küng vor, der am 8. Februar 1359 vom Spitalmeister und den Dürftigen des Niedern Spitals um 59 ₣ anderthalb Schupposen «gelegen ze Tal in der parrochia von Bollingen» zu freiem Eigen kauft. Am 20. Dezember 1363 erscheint er als Besitzer einer Hofstatt in der äussern Neuenstadt zu Bern; am 30. April 1369 und am 5. Dezember 1371 figuriert er als Zeuge, das letztere Mal zusammen mit seinem Bruder Ruf, wobei sie ausdrücklich als Burger zu Bern bezeichnet werden. Ein Ruf König - vielleicht der nämliche - bebaut schon am 13. Dezember 1363 vier Schupposen zu Frauchwyl, welche Heinrich von Balstal dem Wernher Schilling und seiner Frau Anna verkauft. Im XV. Jahrhundert findet sich der Name öfters, Bartlome König nahm 1476 als Auszüger von Möhren an der Murtenschlacht teil. Im XVI Jahrhundert ist Johannes König 1524 Mitglied des CC, Vogt nach Aarberg 1546 und Vogt nach Erlach 1554. Bis zu seiner letzten Ausgabe von 1910 bezeichnete das bernische Burgerbuch 1367 als das Jahr der Einburgerung der heutigen Familie in Bern und als ihren ursprünglichen Herkunftsort Augsburg. Auf welche Belege sich diese Angaben stützen, ist nicht bekannt, indem die hier zu behandelnde, vom XVII. Jahrhundert an sehr verzweigte Familie mit den Küng des XIV. bis XVI. Jahrhunderts offenbar gar keine verwandtschaftliche Beziehungen hat und aus der Waadt in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts nach Bern gekommen ist. Bis in neuerer Zeit blühte daselbst zu Orbe und Romainmotier eine Familie Roy, welche fast das nämliche Wappen wie die heutigen König in Bern führte (in Blau ein goldener Schrägbalken mit einem silbernen oder schwarzen Türkenschwert, beseitet von zwei goldenen Lilien). Im XVIII. Jahrhundert dienten mehrere mit Auszeichnung in Sardinien, so namentlich Antoine Roy von Romainmotier, 1688 - 1760, der zuerst als Fähnrich in holländischen und seit 1719 in französischen Diensten stand, 1733 als Major in das sardinische Regiment Roguin trat, und in der Folge 1744 Oberst und Inhaber dieses Regiments, 1754 Brigadier und endlich 1757 Generalmajor wurde; er starb zu Alessandria am 10. März 1760. Erwiesener Stammvater ist Simon, der laut Ratsmanual vom 6. August 1574 unter dem Namen Simon Roy «zu einem Hintersassen und Apotegger an Meyster Cunradt statt uff- und angenommen» wurde. Am 20. Januar 1580 wurde auch sein Bruder «Francois Roy, des wältschen Apoteckers Bruder, zu einem Stadtsässen und Burger under gewonten conditionen uff- und angenommen»; über seine Nachkommenschaft aus seiner 1578 vollzogenen Ehe mit Ursula Kronysen ist indessen nichts Näheres bekannt. Simon, geb. um 1548, zünftig zu Schmieden 1578, gelangte 1617 in den Grossen Rat der CC und wurde 1621 Schaffner im St.Johannsenhaus; 1603 erscheint er im Tellrodel als Besitzer des heutigen Hauses Nr. 76 an der Gerechtigkeitsgasse, welches sich bis 1699 in seiner Deszendenz befand. Viermal verheiratet, 1,1578 mit Barbara (Susanna) Bitzius, II. 1599 mit Jael Chevalier, III. 16.. mit Elisabeth Bickart , welche 1603 testierte, und endlich IV. 1603 mit Sara Dannhuser, hinterliess er bei seinem 1626 erfolgten Tode ausser einer 1597 mit Josua Gruner verheirateten Tochter von seiner ersten Frau zwei Söhne Simon und David, von welchen die beiden Hauptlinien der Familie abstammen. Nach von Werdt ist Simon Roy ein Sohn Johannes (Vogt zu Aarberg) und der Bendikta Späting und wurde 1548 in Aarberg geboren! Simon 1587 - 1648, wie sein Vater ein Apotheker, zünftig zu Schmieden 1609, kam 1619 in den Grossen Rat und wurde 1627 Kornherr; 1602 mit Elisabeth Gal di vermählt, hinterliess er zahlreiche Kinder, von denen David 1612 - 1660. Pfarrer zu Muri 1644, und Abraham 1631 - 1698, des Grossen Rates 1673, Schultheiss nach Unterseen 1678 und Einunger 1685, genannt der «grosse» König, die Stifter der beiden heute noch in zahlreichen Ästen blühenden Linien dieser älteren Hauptlinie sind. David 1589 - 1636, angenommen zu Schmieden 1612, widmete sich der Arzneikunst, wurde Dr. med. und in Bern als Stadtarzt angestellt; er gelangte 1635 ebenfalls in den Grossen Rat, starb aber kurz darauf, einige gedruckte Schriften medizinischen Inhaltes hinterlassend. Mit seiner ersten Frau Anna Lando, vermählt 1612, zeugte er mehrere Söhne, von denen Salomon, angenommen zu Schmieden 1641 und 1643 ebenfalls Dr. med., vermählt mit Christina Wild, Stifter einer erst Anfangs des XIX. Jahrhunderts erloschenen Linie wurde. Die heute ebenfalls im Mannesstamme ausgestorbene, einzig noch bestehende Linie dieser jüngeren Hauptlinie stammt ab von David, geb. 1623, gefallen als bernischer Kriegskommissarius 1656 im ersten Vilmergerkrieg, seit 1642 mit Margaretha Zehender vermählt. Von der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts an trat eine sehr grosse Anzahl Mitglieder des Geschlechts in den Pfarrdienst. Viele ergriffen auch den Arztberuf, andere betrieben Handwerke oder Gewerbe. In die Regierung kam nur noch Karl Friedrich, med, Dr., gest. ledig 1739, welcher 1727 in den Grossen gelangte. In fremde Dienste sind nicht viele getreten, zu erwähnen ist Rudolf Friedrich, der 1769 - 1777 als Leutnant im Regiment Erlach in Frankreich diente. Besonders hervorzuheben sind Samuel Heinrich (aus der jüngeren Hauptlinie) 1670 - 1750, Pfarrer an der Heiliggeistkirche in Bern 1698, und als eines der Häupter der pietistischen Bewegung 1699 mit anderen Gesinnungsgenossen verbannt, erhielt 1711 nach zwölfjährigem Herumirren die Stelle eines Hofpredigers beim Grafen von Ysenburg- Büdingen, welche er 18 Jahre lang versah, bis er die Erlaubnis erhielt, nach Bern zurückzukehren, wo, er 1731 Professor der Mathematik und der orientalischen Sprachen wurde; seine zahlreichen theologischen Schriften geben ein beredtes Zeugnis von seinem unerschrockenen Mut in der Verteidigung seiner religiösen Ansichten. Daneben galt er als Orientalist ersten Ranges. Sein Sohn Samuel, geb. 1712 zu Büdingen, ein hervorragender Mathematiker und als solcher Lehrer der Marquise du Chatelet, wirkte in Bern als Rechtsgelehrter, wurde 1744 mit Henzi wegen Teilnahme an einem der Regierung eingereichten Memorial über die neueingeführte Regimentsbesatzung ebenfalls bannisiert, erhielt 1746 den Lehrstuhl der Philosophie und Geometrie zu Francker, in der Folge 1749 Hofrat und Bibliothekar des Prinzstatthalters von Oranien, Professor der praktischen Philosophie an der Ritterakademie im Haag, Mitglied der kgl. preussischen und 1751 der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Korrespondent der kgl. Akademie der Wissenschaften zu Paris, bekannt durch seinen Streit mit Maupertuis über die Stabilität und Kraftabgabe der Körper. Sein jüngerer Bruder David, 1725 - 1747, wirkte als Arzt am Soldatenlazaret zu Rotterdam. Das bekannteste Mitglied der Familie ist jedoch Franz Niklaus, 1765 - 1832 (aus einem heute ausgestorbenem unechten Nebenzweig) ein Schüler Freudenbergers, nach Rieters Urteil «der geistreichste Schweizerkünstler seiner Zeit», als Maler und Schilderer bernischer Natur und Volkslebens weit über die Grenzen seines Vaterlandes berühmt. Sein Sohn Georg Rudolf, geb. 1790, trat ebenfalls in seine Fusstapfen, starb aber schon 1815. Aus neuerer Zeit verdienen endlich Erwähnung Wilhelm Rudolf, 1834 - 1891, Kanzlist auf dem eidgenössischen Justizdepartement, bekannt als Journalist und Literat unter dem Pseudonym «Dr. Bari», sowie Karl Gustav, 1828 - 1892 Dr. jur. et phil., Ständerat 1867, und als Professor des vaterländischen Rechts von 1872 bis zu seinem Tode an der bernischen Universität tätig. Erst die Helvetik öffnete ihr den Weg in die polit. Behörden, z.B. mit der Wahl Abraham Samuels (1771 - 1849) in den Grossen Rat von Bern. Später traten der Berner Rechtsprofessor Karl Gustav als Ständerat und sein Sohn, der Fürsprecher Gustav, als Nationalrat hervor. Allianzen schlossen die König u.a. noch mit den Fellenberg, Fischer, Gerwer, Graffenried, Haller, Jenner, Kirchberger, Lienhard, Manuel, Otth, Wagner, Wild, Wyss, Wyttenbach und Zehender. Das Wappen ist in blau ein goldener Schrägbalken, belebt mit einem silbernen Türkenschwert, begleitet von zwei goldenen Sternen oder Sporenrädern; die Helmzier ein blau- und gelb- gekleideter Arm mit dem Schwert. Zunftangehörigkeit: Schmieden, Metzgern und Zimmerleuten | KÖNIG, Stammlinie (I42257)
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| 1704 | Der Name Rogwolod war wahrscheinlich die altslawische Form vom skandinavischen Namen Ragnvald. Im Altslawischen gibt es die Stämme rog und wolost/wladetj = Macht. Der Name Rogneda könnte vom skandinavischen Ragnhild kommen. Über Rogwolod berichteten verschiedene altrussische Chroniken. Die Nestorchronik erzählte, Rogwolod stamme von "jenseits des Meeres" und habe in Polozk geherrscht. Wladimir habe bei ihm um die Hand von dessen Tochter Rogneda angehalten. Diese habe jedoch abgelehnt. Daraufhin habe Wladimir Polozk erobert, Rogwolod getötet und Rogneda zur Frau genommen. Die Joachims-Chronik nannte als Grund für den Angriff auf Polozk, es habe gegen Nowgorod gekämpft. Wladimir hatte zuvor Nowgorod von seinem Halbbruder Jaropolk erobert, Rogwolod war möglicherweise dessen Verbündeter. Die genaue Datierung der Ereignisse ist unklar. Jakob Tschernorisez nennt als Tag des Todes von Rogwolod den 11. 6. 978. Die Nestorchronik datiert den Tod der Söhne von Rogwolod in das Jahr 977. Jaroslaw der Weise sei um 978 geboren. Fürstentum Polozk war ein altrussisches Fürstentum mit dem Zentrum in Polozk im Verband der Kiewer Rus. Es entstand im 10. Jahrhundert auf dem Gebiet des ostslawischen Stammes der Polotschanen und lag zwischen den Flüssen Düna, Beresina und Memel auf einer Seitenroute des strategisch wichtigen Handelsweges von den Warägern zu den Griechen. Die Lage förderte die frühe eigenständige Entwicklung der Wirtschaft und der Kultur. Die Polozker Schicht der Feudalherren bemühte sich immer um mehr Eigenständigkeit gegenüber Kiew. Ende des 10. Jahrhunderts unternahm der Fürst von Nowgorod Wladimir einen Feldzug gegen Polozk, tötete den dortigen Fürsten Rogwolod mit seinen Söhnen und nahm mit Gewalt seine Tochter Rogneda, die ihn zuvor abgewiesen hatte, zur Frau. Rogneda gebar den gemeinsamen Sohn Isjaslaw, der von Wladimir später wieder den Fürstenthron in Polozk bekam. Ein erneuter Kampf des Polozker Fürstentums um Unabhängigkeit begann unter Brjatschislaw I. und führte ab 1041 zur Loslösung Polozks von Kiew. Die größte Bedeutung erlangte das Fürstentum unter seinem Sohn Wseslaw II. in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Ein großer Teil des Handels zwischen der Ostsee und Byzanz wurde über Polozk abgewickelt. Hierfür war die Düna von großer Bedeutung, deren Lauf die Fürsten von Polozk bis zur Mündung im Baltikum kontrollierten. | VON POLOZK, Rogwolod (I39699)
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| 1705 | Der Name taucht erstmals, allerdings sehr verändert, in einer bayerischen Urkunde aus der Mitte des 12. Jahrhunderts auf, Zusammenhänge zu den Thurzo aus der Zips sind aber umstritten und nicht geklärt. Georg I. Thurzo († 1460) nannte sich seit 1430 Herr von Bethelsdorf. Die Familie gehörte zum „Stuhl der zehn Lanzenträger“ (sedes decem lanceatorum), eine seit dem 13. Jahrhundert nachweisbare interne Selbstverwaltung einiger slowakischer Dörfer der Zips, die dafür zehn Ritter, später Ulanen für die ungarische Armee auszustatten hatten. Die Thurzo gehörten zu den ältesten Geschlechtern des niederen „Landadels der Lanzenträger“ (nobilitas lanceati) der Zips, die diese Ritter stellten. Bayerische Ursprünge des Geschlechts sind bei der früheren Aufgabe in einem slowakischen Stuhl autonomer Selbstverwaltung sehr unwahrscheinlich. Ihr Hauptsitz war um 1430 in der Handelsstadt Leutschau (slowakisch: Levoča, ungarisch: Lőcse, polnisch: Lewocza), der Hauptstadt der Zips und Mitglied des Städtebundes der Pentapolitana, außerhalb des Gebiets des Stuhls der zehn Lanzenträger. Von dort siedelte Johann I. Thurzo (poln. Jan Thurzo, slowak. Ján Turzo, ung. Thurzó János) 1464 ins polnische Krakau um, wo er 1465 das Bürgerrecht erwarb, bald das Amt eines Ratsherrn bekleidete und später Bürgermeister wurde. Die Handelsstädte der Zips unterhielten enge Kontakte nach Polen und 1412–1773 war ein Teil von ihnen (allerdings nicht die Hauptstadt Leutschau und auch nicht der Stuhl der zehn Lanzenträger) an Polen verpfändet. Johann und einige seiner Söhne begründeten einen weitreichenden Rohstoffhandel über ganz Europa, vor allem mit Kupfer, Silber und Blei. Dafür engagierten sie sich sehr umfangreich im Bergbau, hauptsächlich nach Schwarzkupfererz (mit Silberanteilen) in der heutigen Slowakei (Ober- und Niederungarn, die größten Minen in Neusohl seit 1475) und nach Blei-Silbererz in Siebenbürgen, Böhmen, Schlesien und Kleinpolen. Finanz- und Handelspartner der Thurzo wurden neben wohlhabenden Krakauer Ratsherren vor allem die Augsburger Fugger, die sich auch auf diesem Gebiet kaufmännisch engagierten und durch Heiraten mit den Thurzos in verwandtschaftliche Beziehungen traten. 1494 wurde die Gesellschaft „Ungarischer (Kupfer-)Handel“ mit Jakob Fugger gegründet, die auch „Fugger-Thurzo-Gesellschaft“ genannt wurde, die bis 1526 den Kupfer- und Silberbergbau der Länder im überregionalen Saigerhandel zusammenschloss und monopolisierte. Dazu wurden große Mengen Werkblei aus Kleinpolen, Böhmen, Schlesien und Siebenbürgen an die Seigerhütten der Gesellschaft geliefert, wo sie im relativ neu entwickelten siebenstufigen Verfahren der Seigerung mit Schwarzkupfer (Kupfer-Silbererz) aus Oberungarn eingeschmolzen und schließlich in Kupfer, Silber und Blei getrennt wurden. Die drei Seigerhütten der Fugger-Thurzo-Gesellschaft standen im oberungarischen/slowakischen Neusohl und Moštenica und in Mogiła bei Krakau.[1] Es entstand ein Wirtschaftsimperium, das bis in den Westen Europas reichte. Während die Silber- und Golderträge auf dem europäischen Währungsmarkt gehandelt wurden, wurde die Kupferausbeute (in den 1520er Jahren jährlich 37.000 Zentner) meist über die Oder, Ost- und Nordsee zum zentralen europäischen Kupfermarkt in Antwerpen verschifft, auf dem sie an portugiesische, niederländische und englische Überseehändler verkauft wurde.[2] Die überseeischen Entdeckungen hatten in Westafrika und Indien neue Märkte für das dort sehr seltene Kupfer erschlossen, in Indien war es als dominierendes Münzmetall beliebter, als die dort häufigeren Edelmetalle. Kupfer wurde von den Überseehändlern in westafrikanisches und indisches Gold getauscht.[3] Die Thurzo zählten zu den reichsten Kaufleuten Europas. Sie dominierten zeitweise das Wirtschaftsleben in Städten wie Frauenbach (rum.:Baia Mare; ung.: Nagybánya), Neusohl (slow.: Banská Bystrica; ung.: Besztercebánya) und Kuttenberg (tschech.: Kutná Hora), aber auch in der niederschlesischen Region des Reichensteiner Gebirges. Johanns Söhne Alexius Thurzo (Alexej Thurzo; Aleksy Thurzo) und Georg Turzo (slow. Juraj Thurzo, ung. György Thurzó) dehnten das Imperium bis nach Kleinpolen (Olkusz und Mogiła) aus, erwarben zeitweise das oberschlesische Fürstentum Pleß und kurzzeitig das niederschlesische Herzogtum Wohlau und entwickelten enge Kontakte zum polnischen Königshof. Die für den geistlichen Stand bestimmten Söhne Johannes und Stanislaus wurden Bischöfe.Die Familie trat außerdem als Förderin von Kunst und Kultur in Erscheinung, u. a. durch den engen Kontakt zum Renaissance-Humanismus und als Auftraggeber der Renaissance in Ostmitteleuropa. Steigende Investitionskosten beim Vordringen des Bergbaus in größere Tiefen für Planung, Verwaltung und besonders für Pumptechnik gegen häufigere Grundwassereinbrüche, sinkende Ausbeute, die Konkurrenz Mansfelder Kupfers und amerikanischen Silbers, die deutlich steigende Steuerlast zur Finanzierung des Türkenkrieges der Habsburger gegen die osmanische Besetzung Ungarns nach der Schlacht von Mohács und Bergarbeiteraufstände in Oberungarn gegen Lohnrückgänge verschlechterten die Geschäfte nach 1525 rapide. Die Thurzo stiegen schon 1527 aus der Fugger-Thurzo-Gesellschaft aus und zogen sich auf ihre Landgüter in der ungarischen und polnischen Zips und in Oberschlesien zurück. Die Fugger führten die Gesellschaft noch bis 1546 weiter, bis ihnen die Habsburger als Könige von Ungarn die Konzession für die zuletzt schlecht geführte Gesellschaft entzogen und sie in die königlich ungarische Bergbaudirektion eingliederten.[4] Grabstein von Georg III. Thurzo in der Kapelle der Arwaburg Auch durch ihren Reichtum stiegen die Thurzos in Ungarn in den Magnatenstand (den ungarischen Hochadel) auf. Georg III. Thurzo war Palatin von Ungarn und wurde in dieser Funktion als Ermittler gegen Elisabeth Báthory auch außerhalb Ungarns bekannt. Sie wurden zeitweilig Besitzer der prominenten Arwaburg, auf der Georg III. Thurzo bestattet ist, der ehemals königlichen Zipser Burg, der Burg Trenčín, der Burg Lietava, errichteten das Schloss Bytča auf der Burg in Bytča und bauten Schloss Bojnice im Renaissance-Stil um usw. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts starben die Hauptlinien der Familie Thurzo aus. | THURZO, Katharina (I46336)
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| 1706 | Der Name Tscharner wird in Chur in einem Brief von Gerwig von Rotenstein und Oswald von Wolkenstein vom 28. Januar 1471 aus Feldkirch an Burgermeister und Rat zu Chur genannt: "der spenn halb, so sich zwischen unserm burger dem Scharner an ainem, und Ulrich Wittenbach am andern tayl halten"; darin wird ein Jos Rinndrer als "des benannten Scharners schwager" bezeichnet. In den Jahren 1481-1483, 1485 und 1487-1491 wird in Chur Symon Tscharner oder Tzarner aktenkundig, welcher 1481 4 Pfund 5 Schillinge und in den folgenden Jahren bis 1488 die, im Vergleich zu andern Steuerzahlern, recht hohe Summe von 5 Pfund versteuert. Diese wird auch 1489-1491 von seinen Erben erhoben. Ferner werden ein Caspar Tzscharner 1481 und 1482 und Peter Zscharner 1483-1485 genannt. www.tscharner-genealogie.ch | TSCHARNER, Simon (I32735)
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| 1707 | Der Name Wyss, Wisso und Wysso kommt in Bern schon seit dem XIII. Jahrhundert vor, ohne dass aber der nähere verwandtschaftliche Zusammenhang der Träger desselben festgestellt werden kann. Vom XVI. Jahrhundert an erscheinen nicht weniger als fünf verschiedene Familien dieses Namens, die sämtlich an der Regierung teilnahmen, heutzutage aber bis auf zwei ausgestorben oder am Erlöschen sind. Nach ihren Wappen unterschied man in Bern: 1 Wyss mit der Lilie Ratsgeschlecht des Freistaates Bern. Bürgerrecht vor 1476. Grosser Rat ab 1478 resp. 1537. Erloschen 1887. Stammvater derselben ist Peter Wyss, der laut einer Ratsverhandlung vom 7. April 1581 nach dem Zeugnis seines Enkels Jakob zur Zeit der Burgunderkriege nach Bern zog und daselbst zu einem Hintersässen angenommen wurde; 1476 war er zu Möhren zünftig und 1478 des Grossen Rates. Sein obgenannter Enkel Jakob, ein Tuchschärer, zünftig zu Möhren 1537, des Grossen Rates 1542, Spitalmeister zu Hautcrest 1545, Vogt nach Yferten 1554, gelangte 1566 in den Kleinen Rat, wurde 1572 Landvogt nach Lausanne und 1579 wieder des Kleinen Rates; von Eva Tillmann, vermählt 1538, hinterliess er bei seinem 1592 erfolgten Tode mehrere Söhne, welche die Familie fortpflanzten. Er war Herr zu Villars in der Waadt und vermutlich auch zu Chamblon; auf einem Siegel von 1562 führt er als Landvogt zu Yferten als Wappen in einem gespaltenen Schild rechts eine Lilie und links ein Z-förmiges Kaufmannszeichen. Diese Familie, welche bis 1798 ununterbrochen im Grossen, und mehrmals auch im Kleinen Rate sass, erlosch im direkten Mannesstamm in der Mitte des XIX. Jahrhunderts. Ausser den Herrschaften Villars und Chamblon gehörte ihr in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts eine Zeitlang die Herrschaft Rümligen, sowie in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts infolge Allianz mit den v. Diesbach Mathod und La Motte in der Waadt. Marianne W. von Mathod war Albrecht v. Hallers erste Gemahlin, vermählt den 19. Februar 1731 und gestorben den 30. Oktober 1736 zu Göttingen an den Folgen eines Unfalls mit dem Wagen bei ihrer Ankunft daselbst. Das bekannteste Mitglied dieser Familie ist Franz Salomon 1796 - 1849, der jung in kaiserliche Dienste trat und als Generalmajor am 13. Juni 1849 bei Czorna im ungarischen Feldzug ums Leben kam. 1749 beteiligte sich der Notar Hans Rudolf (1713 - 1789) an der Henzi-Verschwörung und wurde deswegen des Landes verwiesen. Aus der älteren und mittleren Linie gingen vorwiegend Handwerker und Schreiber hervor. Mit David stellten diese einen Theologieprof. und mit Franz Salomon einen Generalmajor in österrischen Diensten. In der jüngeren Linie finden sich weitere Offiziere in kaiserlichen und französichen Diensten. Im letzten Viertel des XVI. Jahrhunderts besassen sie die Herrschaft Rümligen. Die Wyss verschwägerten sich hauptsächlich mit Familien der nichtpatrizischen Burgerschaft Berns, im XIX. Jahrhundert vorwiegend mit Familien ausserhalb der Berner Burgerschaft. 1887 starb das Geschlecht mit Johann Friedrich (1812) aus. Das Wappen war seit dem XVI. Jahrhundert in rot und silber gespaltenem Schilde eine Lilie mit verwechselten Tinkturen; die Helmzier die rotsilberne Lilie. (Info: SGB, HLS) 2 Wyss - mit dem Kolben Ratsgeschlecht des Freistaates Bern. Bürgerrecht vor 1528. Grosser Rat 1528. Kleiner Rat 1572. Die Wyss mit den Kolben, die einzige heute noch in gerader Linie in Bern vertretene Wyssfamilie. Erwiesener Stammvater derselben ist Jakob Wyss, der Glaser, der 1528 als Mitglied des Grossen Rates der CC erscheint und am 24. Februar 1534 als Schaffner zu Hettiswyl mit dem nämlichen Wappen siegelt, dessen sich das Geschlecht noch heute bedient. Bald darauf, 1535, wurde er Schaffner nach Zofingen bis 1645 und darauf Landvogt nach Buchsee, wo er 1646 verstarb. Zweimal verheiratet, zuerst mit Maria Thaler und dann mit Luzia ..., der Witwe Konrad Fellenbergs, des Wirts zu Suhr, hinterliess er drei Töchter und einen Sohn Antoni , getauft am 17. Oktober L531. Seines Berufes ein Kannengiesser, gelangte derselbe 1555 in den Grossen Rat und wurde 1503 Kastlan zu Wimmis. Im Jahr 1572 kam er in den Kleinen Rat und wurde kurz darauf Landvogt nach Wangen, in welcher Eigenschaft er an der Auffahrt und Johannistag 1575 wiederum mit dem Wappen mit den zwei Kolben siegelt; 1581 wurde er wieder des Kleinen Rates. Bei seinem 1590 erfolgten Tode hinterliess er von seinen vier Frauen Magdalena Noll, verh. 23. Januar 1553, Verena Zwygart, verh. 16 August 1554, Verena Retzi, verh. 6. August 1556 und Ursula Im Haag, verh. 6 Januar 1564 mehrere Kinder, worunter drei Söhne, die sämtlich das Geschlecht fortpflanzten. Die Nachkommenschaft des ältesten derselben, Samuel, getauft 2. März 1557, gest. 1589. des Grossen Rates 1580 und wie sein Vater Kastlan nach Wimmis 1588, erlosch indessen schon anfangs des XVII. Jahrhunderts mit seiner Enkelin Katharina, geb. 1601. Jakob, der zweite Sohn, getauft 14. Oktober 1561, wie sein Vater ein Kannengiesser, gelangte 1590 in den Grossen Rat, fiel aber 1602 «vom Rathaus zu Tod». Von seinen zahlreichen mit Katharina v. Werdt, verh. 7. Juni 1585, erzeugten Kindern führte Niklaus 1600 - 1686, ein Sporenmacher, des Grossen Rates 1651 und Kornherr 1660, vermählt mit Magdalena Binder diese ältere, auf Schmieden zünftige Linie weiter, die sich namentlich mit seinem dritten und sechsten Sohne Abraham und Hans Rudolf in zwei Äste teilte Der von Abraham 1634 - 16.. einem Sporer, abstammende erlosch 1806 mit Beat Rudolf Ludwig, geb. 1770; der jüngere, von Hans Rudolf 1650 - 1716, Schlosser, des Grossen Rates 1701, Untersiechenvogt 1705, Kastlan nach Zweisimmen 1716, aber vor dem Aufzug gestorben, vermählt 1684 mit Elisabeth Eyen, abstammende blüht dagegen noch heute. Daniel, der jüngste Sohn des Ratsherrn Autoni aus seiner vierten Ehe mit Ursula Im Haag, geb. 1582, seines Berufes ein Goldschmied, des Grossen Rates 1612, Rathausammann 1616 und Gubernator nach Peterlingen 1619, vermählt 1604 mit Esther Rohr und 1621 mit Anna Stettler, hinterliess bei seinem 1654 erfolgten Tode ebenfalls viele Kinder worunter 2 Söhne, Peter und Emanuel, die näheren Starväter der zwei heute noch lebenden Äste dieser jüngeren Linie, Peter 1600 - 1672, ein Notar, des Grossen Rates 1638, Inselverwalter 1644, Landvogt nach Aarberg 1616, Oberspitalmeister 1656 und XVIer zu Schmieden 1657, vermählt 1630 mit Maria Grässlin, hatte unter seinen zahlreichen Kindern ebenfalls zwei Söhne, die zwei Hauptzweige stifteten, von denen aber der ältere, von Hans Kaspar 1631 - 16.., einem Chirurgen und vermählt mit Maria Elisabeth Myricaea, abstammende 1825 erlosch. Der andere Sohn, Johann Friedrich 1655- 17.., ein Pfister, Ueberreuter 1694 und Stubenwirt zu Distelzwang und hernach zu Pfistern, vermählt 1678 mit Anna Magdalena Müller und 1692 mit Anna Magdalena von Rütte vertauschte die Gesellschaft zu Schmieden mit derjenigen zu Pfistern, wo die Deszendenz seines Sohnes Johann Friedrich 1680 - 1738, ebenfalls ein Pfister und Aidemajor im Schweizerkrieg 1712, vermählt 1706 mit Anna Maria Stanz, denn auch in der Folge verblieben ist. Emanuel 1616 - 1679, der sechste Sohn des Gubernators zu Peterlingen Daniel, widmete sich dem geistlichem Stand, wurde 1G47 Pfarrer nach Bümpliz, 1652 Pfarrer nach Buchsee und endlich 1664 auf dem Staufberg. Von ihm stammt der jüngste noch lebende Ast der Familie ab. Sehr viele Mitglieder des im XVII. und XVIII. Jahrhundert stark verzweigten Geschlechtes, und zwar aus allen Ästen, traten in den Pfarrdienst; einige widmeten sich der Medizin, andere wieder blieben dem Handwerk treu. Nach dem oben genannten Siechenvogt und Kastlan zu Zweisimmen Hans Rudolf, des Grossen Rates 1701, gelangte die Familie nicht mehr in die Regierung, in welcher sie während des XVI. und XVII. Jahrhunderts beinahe fortwährend vertreten gewesen, bis auf Samuel 1757 - 1834. Med. Dr. (s. unten), welcher 1795 wieder Mitglied des Grossen Rates wurde. Die meisten Nachfahren übten ein Handwerk aus (Metallbearbeitung, Bäcker), einige wurden Notare und Schreiber oder schlugen wie Johann David und Bernhard Karl geistliche Laufbahnen ein. Nachdem mit Samuel (1757 - 1834) 1795 wieder ein Familienmitglied in den Grossen Rat gewählt worden war, stellten die Wyss mit dessen Sohn Abraham Rudolf sowie mit Johann Gottlieb zu Beginn der Regeneration zwei Berner Regierungsräte. Der Familie gehören auch Johann Antor, Erfinder eines Schiesspulvers, sowie der Zeichner, Maler und Heraldiker Johann Emanuel an. 1974 starb die ältere Linie aus, 2003 erlosch in der jüngeren Linie nach mehreren Zweigen auch jener zu Pfistern. Die Wyss verschwägerten sich im Ancien Régime v.a. mit der nicht-patrizischen Burgerschaft Berns, ab dem 19. Jahrhunder überwiegend mit Familie ausserhalb der Berner Burgerschaft. Von Grundbesitz der «Kolben-Wyss» ist namentlich anzuführen das sogenannte «alte Schloss» zu Gerzensee seit 1785 bis heutzutage und das Buchsigut zu Köniz 1803 bis ca. 1820. Besonders hervorzuheben sind Johann Rudolf 1721 - 1805 (vom ältesten noch lebenden Ast), Fürsprecher, Anwalt des Königs von Preussen Friedrich des Grossen in seinem bekannten Handel mit der Stadt Neuenburg 1767 - 68, der ihm zum Dank zwei goldene Medaillen überreichen liess, Verwalter des äussern Krankenhauses 1778 - 84 und 1788 Mitglied der Gestzgebungskommission zur Verbesserung der Gerichtssatzung von 1761, Besitzer des alten Schlosses zu Gerzensee. Sein Sohn Samuel 1757 - 1834 studierte in Göttingen und Montpellier Medizin, Dr. med., Stadtphysikus und Inselarzt, Kirchmeier 1802 - 1808, Mitglied des Grossen Rates, des Stadtrates und der Sanitätskommission 1803 in welch letzterer Eigenschaft er sich bleibende Verdienste um die Verbesserung der bernischen Spitaler und um die Gründung der Hebammenschule erwarb, auch hatte er 1795 - 98 die medizinische Bibliothek gestiftet. Johann Anton 1721 - 1803 (vom mittleren, auf Pfistern zünftigen Ast, Sohn Johann Friedrichs 1680 - 1738 und der Anna Maria Stanz) lernte den Bäckerberuf, trat aber, statt auf die Wanderschaft zu gehen, aus Vorliebe für die Artilleriewissenschaften in sardinische Kriegsdienste, stieg in Bern in der Folge zum Grade eines Artillerieobersten empor, Schaffner im Interlakenhaus 1788, schlug einen Ruf nach Wien aus, von wo er die ersten sogenannten «Bränderlein» oder Zünder nach Bern brachte; seit 1779 Mitglied der Zeughauskommission, reorganisierte er als Direktor des Pulverwesens die bernischen Pulvermühlen und verschaffte dem Bernerschiesspulver den Ruf des besten in Europa, unter der Helvetik Direktor der Waffenwerkstatt im Zeughaus und Oberaufseher desselben 1800. Sein Sohn Johann David 1713 - 1818, V.D.M. ordiniert 1766, Feldprediger im Regiment Tscharner in Piemont 1766, Pfarrer in Seedorf 1775, Helfer 1777 und seit 1791 Pfarrer am Münster in Bern, ursprünglicher Verfasser des von seinem Sohne (s.u.) herausgegebenen «Schweizerischen Robinsons», welchen er als «Charakteristik seiner Kinder in einer Robinsonade» zur Unterhaltung in seinem Familienkreise schrieb, ohne ihn für den Druck zu bestimmen (das 4 bändige Manuskript mit Illustrationen von der Hand seiner 4 Söhne befindet sich noch heute im Besitze seiner Nachkommen). Sein Sohn Johann Rudolf 1781 - 1830, genannt «der Jüngere» (zum Unterschied von seinem Namensvetter aus der älteren Linie Joh. Rudolf 1763 - 1845, Pfarrer nach Buchsee 1791 und nach Wichtrach 1808, welcher namentlich auch als Verfasser von Gedichten in Berner Mundart bekannt ist), ergriff wie sein Vater zuerst das Predigtamt, wurde aber schon im 25. Lebensjahre zum Professor der Philosophie an der neu errichteten Akademie ernannt und 1827 Oberbibliothekar; vorzüglich als Dichter und Freund der vaterländischen Geschichte bekannt, war er während mehreren Jahren Redaktor des «schweizerischen Geschichtsforschers» und Herausgeber der «Alpenrosen». Von seinen literarischen Erzeugnissen sind die erwähnenswertesten die «Reise in das Berneroberland» (Bern, bei Burgdorfer 181 und 1817), seine «Idyllen und Volkssagen», zahlreiche Arbeiten in den «Alpenrosen» und die Neubearbeitung und Herausgabe des Schweizerischen Robinsons (Zürich bei Orell Füssli 1812); er ist auch der Dichter der schweizerischen Nationalhymne «Rufst du mein Vaterland». Sein Bruder Johann Emanuel endlich, 1782 - 1837, zeichnete sich als Wappenmaler aus. Das Wappen der «Kolben-Wyss» ist in Gold auf grünem Dreiberg 2 schwarze Rohrkolben mit grünem Stengel und Blättern; die Helmzier ein wachsender schwarz und gelb bekleideter Narr oder Geck mit schwarzgoldener Stirnbinde oder dann mit einer Narrenkappe, in jeder Hand einen Rohrkolben haltend. Devise «Jedem Narren gefällt syn Kolben» oder «Suum cuique». Literatur: Bernertaschenbuch von 1853; Sammlung bernischer Biographien, herausgegeben vom historischen Verein des Kantons Bern. (Info: SGB) 3. Die Wyss mit den Schindeln. Ihr Stammvater ist Jakob W., der Krämer, der am 25. April 1515 testiert und von seinen zwei ersten Frauen Dorothea v. Graffenried und Margret Wädeli mehrere Kinder hinterliess, worunter einen Sohn Johann, der bei seines Vaters Tod schon mehrjährig war. Ebenfalls ein Krämer und zünftig zu Kaufleuten, kam derselbe in den Grossen Rat, wurde 1544 Gubernator nach Bonmont, Stiftschaffner 1548, des Kleinen Rates 1556, Zeugherr 156l und Landvogt nach Wiflisburg 1564, wo er 1566 verstarb. Mit Elsbeth Trachsel verh. 1533 und Regula Herport 1562 vermählt, hatte er ebenfalls zahlreiche Kinder, von denen aber nur Wolfgang 1552 - 1581, zünftig zu Kaufleuten, des Grossen Rates 1577, Iseler 1581, vermählt 1575 mit Katharina Manuel und 1578 mit Dorothea v. Diesbach den Stamm fortführte. Mit seinem Urenkel Niklaus, geb. 1627, Landschreiber nach Trachselwald 1659, zünftig zu Schmieden, erlosch 1684 diese Familie. Ihr Wappen War in blau ein mit drei goldenen Schindeln bestecktes Z-förmiges Zeichen und später ein von einem goldenen Kaufmannszeichen überhöhtes goldenes W.; aus der Ähnlichkeit desselben mit dem oben angeführten Siegel des Landvogts zu Yferten Jakob W. aus dem Geschlecht der Wyss mit der Lilie dürfte möglicherweise auf ursprüngliche Stammesgemeinschaft beider Familien geschlossen werden. (Info: SGB) 4. Die Wyss mit der Pflugschar oder Wyss vom Sulgenbach. Als deren Stammvater gilt Ludwig W., Müller im Sulgenbach, der als Burger von Bern in den Neujahrsrödeln der Zunft zu Pfistern von 1548 - 1560 vorkommt. Seine mit Luzia Schädeli (vermählt 11. Mai 1531) erzeugte Deszendenz betrieb während des ganzen XVI. Jahrhunderts das Müllerhandwerk im Sulgenbach. Hans Jakob 1576 - 16.., sein Enkel, gab dasselbe auf und setzte sich in der Stadt selber fest: 1614 kam er in den Grossen Rat und wurde 1617 Ohmgeldner und 1619 Unterspitalmeister. Dessen Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Elisabeth Haller, Jakob 1630 - 1701, des Grossen Rates 1664, Landvogt nach Erlach 1671 und der Kleinen Rates 1690 setzte den Stamm fort, der indessen 1748 mit seinem Enkel Daniel erlosch. Das Wappen dieser Familie war in rot über grünem Dreiberg eine gestürzte silberne Pflugschar, überhöht von einer goldenen Lilie und beseitet von zwei goldenen Sternen. (info: SGB) | WYSS, STAMMLINIE (I42275)
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| 1708 | Der neunjährige Bagrat stand zunächst unter Regentschaft seiner Mutter Mariam Artsruni, einer armenischen Königstochter, die eine Politik der Aussöhnung mit Byzanz einleitete. 1029 besuchte zunächst der georgische Katholikos-Patriarch Melchisedech I. Konstantinopel und danach die georgische Regentin. Eine Hochzeit zwischen Bagrat und der Kaisernichte Elena wurde arrangiert. 1032 wurde die Braut nach Kutaissi gebracht, aber ihr früher Tod beendete die kurze Annäherung zwischen Georgien und Byzanz. Sie erlitt erneut einen tiefen Riss, als Bagrats Halbbruder Demetre Giorgischwili, der Ansprüche auf den georgischen Thron erhob, die Festung Anakopia den Byzantinern übergab und nach Konstantinopel floh. Bagrat ignorierte jetzt weitere byzantinische Heiratsprojekte, indem er die Ossetenprinzessin Borena zur Frau nahm. Nach 1034 nahm Bagrat mit seinen Baronen eine expansionistische Politik auf. Zuerst wurde das Emirat Gəncə besiegt und 1035 gelang es den Georgiern, Dschafar, den Emir von Tiflis, gefangen zu nehmen. Vier Jahre später wurde Tiflis belagert und nach weiteren drei Jahren war die Stadt zur Übergabe reif. Maßgeblichen Erfolg daran hatte Liparit Orbeliani, einer der mächtigsten Feudalherren Bagrats. Aus Angst, dass dieser zu mächtig werden könnte, schlossen der König und Dschafar Frieden. Damit machte Bagrat IV. sich Liparit zu seinem Todfeind. Über zwanzig Jahre dauerte die Fehde zwischen beiden und schwächte das Königreich vor der Seldschukeninvasion. Zu allem Unglück stellten die Byzantiner noch Gebietsansprüche sowohl auf georgische als auch auf armenische Territorien. 1045 fiel ihnen die armenische Hauptstadt Ani in die Hände, eine der größten mittelalterlichen Städte mit über 100.000 Einwohnern. Die Herrschaft der Byzantiner in Ani endete bereits nach drei Jahren mit der Besetzung durch die Seldschuken. Im Jahre 1048 gelang es Bagrat Tiflis zu erobern. Um ein Bündnis mit den Byzantinern gegen die Seldschuken zu schmieden, weilte der König 1054/57 in Konstantinopel. Dies nutze Liparit Orbeliani aus und krönte Bagrats minderjährigen Sohn, Giorgi (II.), mit Einverständnis der Königinmutter zum Herrscher Georgiens. Bagrat gelang es wieder, Ani zu besetzen, aber 1064 fiel die Stadt erneut an die Seldschuken. 1071 wurde der byzantinische Kaiser Romanos IV. in der Schlacht von Manzikert von ihnen besiegt. Jetzt lag der Weg nach Georgien offen. | ..., Bragat IV. (I39119)
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| 1709 | Der Nymphenstein - Altertumsverein Alzey www.altertumsverein-alzey.de/index.php?id=151 1. Im Cache 02.03.2015 - Alzeyer Historiker und Pädagoge Dr. Eduard Berlet, nach dem ein Preis des. Altertums-vereins benannt ... aus Alzey stammenden Arztes Dr. Weiffenbach geschenkt worden. Weiffenbach erinnerte sich: .... Aus der Zeit bis Ende des 18. Jahrhunderts, als Alzey kur-pfälzische Oberamtsstadt war, sind keine ... Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, auf dem Titelblatt des Nymphensteins grüßt Sie in der Advents-zeit der Alzeyer Prunkschlitten. Mit der warmen rotbraunen Farbe und den Schlittenkufen verbinden wir Nikolaus und Schnee, kurz die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Natürlich weiß ich weder, ob dieser Prunkschlitten je als Fahrzeug gedient hat, noch ob wir uns an Weihnachten auf Schnee freuen dürfen. Das Bild fiel mir bei Durchsicht alter Jahrgänge der Alzeyer Geschichtsblätter auf. Es wurde auf Seite 81 in Heft 5 (1968) als Farbbild eingeklebt. Der bedeutende Alzeyer Historiker und Pädagoge Dr. Eduard Berlet, nach dem ein Preis des Altertums-vereins benannt worden ist, hat in seinem umfangreichen Artikel „Die Seuberts - Chronik einer Familie in ihrer Zeit – Die Entstehung des Weinguts der Stadt Alzey“ die Geschichte dieses Prunkschlittens genau verfolgt. Das prächtige Stück handwerklicher Arbeit stammt aus Seubertschem Besitz. Es ist bereits im Frühjahr 1906 dem Museum der Stadt Worms durch Vermittlung des aus Alzey stammenden Arztes Dr. Weiffenbach geschenkt worden. Weiffenbach erinnerte sich: „Schon seit Jahren ist mir dieser Schlitten bekannt gewesen, er diente in meiner Vaterstadt bei der Darstellung lebender Bilder, bei Festzügen etc. oft als Prunk-wagen, in dem sich der Kaiser, Bacchus oder der Prinz Karneval, je nach der Art der Verwendung dem Volke präsentierte.“ Nach überzeugender Darlegung von Eduard Berlet stammt der Schlitten vom Hofe des Kurfürsten Carl Theodor. Der Erbauer des Schlittens ist unbekannt. Der Schlitten könnte aus Franken-thal stammen; es gebe aber ebenso gute Gründe, dass der Prunkwagen in Alzey hergestellt worden sei, so Berlet. Denn in Alzey lebten damals Handwerker mit künstlerischer Gestaltungs-kraft, die durchaus im Geist der Frankenthaler Kunst arbeiteten. Bei der Entstehung der Kunstwerkstätten in Alzey starb der letzte Burggraf von Alzey, Karl Ludwig Freiherr von Rodenhausen, und es begann die Amtstätigkeit des Landschreibers Geheimrat von Koch. Dessen „eigenwillige Geschäftstätigkeit in Alzey läßt durchaus die Anfertigung eines solchen Stückes für den Kurfürsten in Alzey zu.“ | WEIFFENBACH, Johann Wilhelm (I59367)
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| 1710 | Der Ort ihrer Herkunft und ihr Adelsgeschlecht sind unbekannt. Es wird angenommen, dass sie die Schwester des Hausmeiers DODO oder eine Cousine zweiten Grades von BERTRADA DER ÄLTEREN war. Aus einer Verbindung mit PIPPIN DEM MITTLEREN ging KARL MARTELL hervor. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine sogenannte Friedelehe, deren Existenz die Forschung als quellenfernes Konstrukt der 1930er Jahre verworfen hat. Umstritten ist aber, ob es sich bei der Verbindung CHALPAIDA zu PIPPIN um eine Ehe oder um ein Konkubinat handelt. Der fränkische Hausmeier KARL MARTELL wurde namensgebend für das Geschlecht der KAROLINGER, er ist der Vater PIPPINS DES jÜNGEREN und Großvater KARLS DES GROßEN. Bei den Auseinandersetzungen zwischen ihrem Sohn KARL MARTELL und PLEKTRUD wird sie nicht mehr erwähnt. Daher vermutet man, dass sie vor ihrem Gatten verstorben ist. | N., Chalpaida (I10773)
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| 1711 | Der Ort LANGENFÖRDEN ist ein Ortsteil der niedersächsischen Stadt VECHTA. Die Besiedlung dürfte vor der Zeitenwende erfolgt sein. Die ältesten Urkunden sprechen 851 von Holtrup und 890 von Calveslage und Langförden. Darin wird der Ort LANGENFÖRDEN als „Longanforda“ erwähnt, was lange Furt bedeutet; hier am Rande des Esches konnten auf einer größeren Länge der Spredaer Bach und das niedrige Wiesengelände durchquert werden. BENEDIKTINERINNENABTEI ST. SCHOLASTIKA Kloster Burg Dinklage Burgallee 3 49413 Dinklage abtei@abteiburgdinklage.de gaesteempfang@abteiburgdinklage.de Tel. 04443 / 5130 Fax 04443 / 513 - 118 | VON LANGENFÖRDEN, N. (I18924)
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| 1712 | Der Ortsname Mettingen wird 1088 zum ersten Male urkundlich in einem Güterverzeichnis des Bistums Osnabrück erwähnt, das Bischof Benno II. von Osnabrück auf seinem Sterbebett dem Abt des Klosters Iburg Norbert von Iburg überreicht. Er bezeichnete einen befestigten adligen Gutshof, der den Haupthof in der gleichnamigen Ortschaft bildete und der dem Kloster Iburg den sogenannten Zehnten abführen musste. Von 1196 bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts ist ein Adelsgeschlecht von Mettingen nachgewiesen, das Besitzungen auf Mettinger Gebiet unterhielt. Das heutige Mettinger Wappen geht auf ein Siegel von Gerhard von Mettingen zurück, der ab 1231 als tecklenburgischer Ministeriale tätig war. | METTING, N. (I8411)
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| 1713 | Der PAGUS ATTORIENSIS war während der Herrschaft der MEROWINGER ein frühmittelalterlicher Gau im fränkischen Teilreich Burgund, über den im Namen der Frankenkönige ein Herzog gebot. Er lag westlich der Saône und reichte vom Plateau von Langres bis nach Heuilley-sur-Saône. Seine Hauptorte waren Dijon, Langres und Fouvent-Saint-Andoche. Seinen Namen erhielt der Gau vom fränkischen Stamm der CHATTUARIER. Geschichte Während der Spätzeit des Römischen Reiches war das Siedlungsgebiet der Lingonen zwischen Langres und Dijon aufgrund gewaltsamer Einfälle der Alamannen und wiederholten Pestepidemien fast vollständig entvölkert. Daher zwang der RÖMISCHE KAISER CONSTANTINUS I. nach seinem Feldzug gegen die Chattuarier in den Jahren 294/295 einen Teil der unterworfenen Franken, ihr Stammesgebiet in der Bergregion des heutigen Ruhrgebietes zu verlassen und siedelte sie als LAETI ( unterworfene germanische Stämme die sich im Rechtsstatus der Hörigkeit befanden und Kriegsdienst für das Römische Reich leisteten) um das Plateau von Langres an. Nach dem Untergang des RÖMISCHEN REICHES ging der Pagus Attoriensis für knapp einhundert Jahre im Königreich der Burgunder auf, bis der Gau nach der SCHLACHT VON AUTUN wieder in das Frankenreich eingegliedert wurde. Die mit der LEX SALICA (spätantikes Gesetz druch Chlodwig I. erlassen) gebotenen Erbteilungen führten zu einer zunehmenden Schwächung der königlichen Zentralgewalt im Merowingerreich und gestatteten es den ATTOARIERHERZÖGEN, ihren Machtbereich im burgundischen Teilreich zu vergrößern. Gemeinsam mit den ihnen durch Anheirat verbundenen Herzögen von Transjuranien (Gebiet der heutigen westlichen Schweiz) aus der Sippe der WALTARICHE gelang es in der Folgezeit, auch auf die Politik im fränkischen Gesamtreich maßgeblich Einfluss zu nehmen. Unter der Herrschaft der Karolinger wurde der Pagus Attoriensis in seiner ursprünglichen Form als Dukat zerschlagen und in einzelne Gaugrafschaften aufgeteilt, von denen sich die Grafschaft Oscheret zur bedeutendsten entwickelte; der ursprüngliche Name des Pagus schließlich blieb im Namen des Landstrichs ATUYER erhalten. Nach dem Tod seines Vaters Amalgar im Jahr 643 folgte Adalrich diesem als Herzog des Pagus Attoriensis nach. Zwar wird er in den Aufzeichnungen des Klosters Bèze, dem Chronicon Besuense erst für das Jahr 658 als Dux erwähnt, jedoch ist davon auszugehen, dass der Übergang der Herzogswürde nach dem Tode Amalgars ohne zeitliche Unterbrechung auf den Sohn erfolgte. Adalrich war bemüht, die umfangreichen Schenkungen seiner Eltern an die Abtei Saint-Martin in Brégille wieder einzuschränken und den Landbesitz in das Eigentum der Herzogsfamilie zurückzuführen. Dieses Unterfangen stieß auf erheblichen Widerstand bei dem um Besançon ansässigen Adel, wahrscheinlich auch beim Dux von Transjuranien, Chramnelenus, seinem Onkel. Nachdem seine Schwester, Äbtissin Adalsind, den Besitz der Abtei in den Jahren 657/658 an das Kloster Bèze übertragen hatte, kam es zwischen den gegnerischen Parteien zu gewaltsamen Auseinandersetzungen um die klösterlichen Besitztümer – schließlich wurden Adalsind und ihre Nonnen aus der Abtei in Brégille vertrieben und mussten diese aufgeben. Aufnahme fand der Nonnenkonvent im Kloster Saint-Pierre in Bèze, das von Adalsinds Bruder Waldelenus geleitet und fortan als Doppelkloster von ihm geführt wurde. Die Besitzstreitigkeiten zwischen den burgundischen Adelssippen setzten sich in den folgenden Jahren fort und eskalierten schließlich im Jahr 663, als König Chlothar III., wohl auf Betreiben der transjuranischen Partei, Adalrich als Dux des Pagus Attoriensis absetzte und die Herzogswürde auf den Burgunden Sichelm übergehen ließ. Da Adalrich ab 663 nicht mehr in den merowingischen Quellen Erwähnung findet und aus der burgundischen Geschichte verschwindet, geht die Forschung gemeinhin davon aus, dass Adalrich noch im selben Jahr verstarb. | N., N. (I36627)
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| 1714 | Der Patrikios (engster Vertrauter des Kaisers), Senator und Strategos (General) des Themas, röm. Provincia (Verwaltungseinheit) Anatolikon Bardanes bekleidete sehr wahrscheinlich schon unter Kaiser Konstantin VI. und danach unter Irene (Kaiserin; *752 in Athen; 09.08.803 auf Lesbos) hohe Staatsämter und Militärposten. Der bedeutende byzantische Chronist Theophanes erwähnt jedenfalls für 797 einen Patrikios und Domestikos bzw. Komes der Scholai Bardanios (berittene Gardetruppe der spätrömischen Kaiser) sowie für 799 einen Patrikios und Strategos von Thrakesion (ein byzantinisches Thema im westlichen Kleinasien,heutige Türkei) Bardanes, die beide mit Bardanes Turkos identisch sein dürften. Im Juli 803 ging eine Armee der Abbasiden (islamisches Großreich) gegen das byzantinische Anatolien (ist jener Teil der heutigen Türkei, der zu Vorderasien gehört) in die Offensive. Bardanes zog die Truppen der kleinasiatischen Themen in der Gegend von Amorion zusammen, wo ihn die Soldaten zwischen dem 16. und 19. Juli zum Kaiser ausriefen; das Thema Armeniakon verweigerte dem Usurpator die Gefolgschaft. Bardanes wandte sich nun mit seinem Heer gegen Konstantinopel, scheiterte aber schon beim Versuch, Chrysopolis, ein antiker Ort auf der Südseite des Bosporus gegenüber von Konstantinopel, zu erobern. Auf Vermittlung eines Presbyters (das ist die Bezeichnung eines Leitungsamtes der frühen Christengemeinden) namens Joseph ergab er sich Kaiser Nikephoros I. (*um 760; + 26.07.811 am Warbizapass bei Preslaw, Ostbulgarien, von 802 bisa 811 byzantischer Kaiser), nachdem ihm und seinen Gefolgsleuten eine Amnestie zugesichert worden war. Bardanes wurde zum Mönch geschoren und zusammen mit seiner Familie in ein Kloster auf der Prinzeninsel Proti verbannt, seine Güter wurden konfisziert. Kurze Zeit später wurde er geblendet, wobei unklar ist, ob dies auf kaiserlichen Befehl hin geschah. Als Mönch soll Bardanes, sich nunmehr Sabbas nennend, sich einer extremen Askese unterzogen haben. Sein Todesdatum ist unbekannt. Einem legendarischen Bericht zufolge soll ein Mönch dem Bardanes das Scheitern seiner Usurpation ebenso prophezeit haben wie die spätere Krönung seiner Begleiter Leo V. (Byzanz; ´der Armenier, byzantinischer Kaiser von 813 bis 820`), Michael II. (Byzanz), ´der Armorier`, byzantinischer Kaiser von 820 bis 829 und begründer der amorische Dynastie, und Thomas, ´der Slawe` von 821 bis zu seinem Tod durch Pfählung 823 in Arkadiopolis, Türkei, byzantinischer Gegenkaiser, zu Kaisern. Die Ehefrau Michaels II., Thekla, war möglicherweise seine Tochter. Ursprung des Ältestenamtes Älteste gab es bereits in der frühen Zeit der Geschichte Israels. In 4 Mos 2 EU werden die Fürsten der zwölf Stämme, die Häupter der Geschlechter sowie die Erstgeborenen und Stammhalter der einzelnen israelitischen Familien als Älteste bezeichnet. Sie bildeten gemeinsam eine Art Repräsentanz des Volkes und waren gleichzeitig die Ordnungshüter der vorstaatlichen Gesellschaft. Ein Ältestenamt ähnlicher Form gab es nach biblischen Aussagen auch bei den Ägyptern (1 Mos 50,7 EU), bei den Ismaelitern (1 Mos 25,16 EU) und wahrscheinlich auch bei den Edomitern (1 Mos 36 EU) und anderen Volksgruppen jener Zeit. Zunächst waren die Ältesten – daher der Begriff – wirklich die Betagten. Alten Menschen wurde besondere Hochachtung der Gesellschaft zuteil. Gleichzeitig galt das Altwerden als ein besonderer göttlicher Segen und als Belohnung der Frömmigkeit eines Menschen (zum Beispiel Gen 15,15 EU). Hierin wurzelte die Autorität der Ältesten. Neben diesen Ältesten, die die alte patriarchalische Familienordnung hervorgebracht hatte, finden wir in der Bibel auch eingesetzte und berufene Älteste. Den ersten biblischen Beleg dafür bietet 2 Mos 18,13 EU: Auf den Rat seines Schwiegervaters Jethro setzt Mose am Sinai „redliche Leute, die Gott fürchten“, als Älteste ein – und zwar jeweils über tausend, hundert, fünfzig und zehn Volksangehörige. So entstand ein von der patriarchalischen Ordnung unabhängiges Leitungsamt. Das Alter der vom Volk vorgeschlagenen und von Mose feierlich eingesetzten Ältesten war also nicht mehr das entscheidende Kriterium. Während des Aufenthaltes in der Wüste beruft Mose aus der großen Menge der Ältesten ein Gremium der „Siebziger“, als „Bundesrat“ des gesamten Volkes und gleichzeitig als Gehilfen des Mose. | BARDANES, Turkos als Mönch Sabbas (I36562)
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| 1715 | Der politisch dem konservativen Stadtbürgertum zugehörige M. absolvierte seine ganze Laufbahn als Berufspolitiker und Beamter im Dienste des jungen Kt. und Bez. St. Gallen. | MAYER, Johann Bartholome (I55999)
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| 1716 | Der Protestant Johann Heinrich Kopstadt war der Sohn des 1682 aus Rostock zugezogenen Magisters und Predigers Johann Friedrich Kopstadt (1650–1717).[2] Seine Mutter war Katharina Christine Elisabeth geborene Nedelmann (* 1657). Im Mai 1712 heiratete er Helene Katharina Krupp (* 1692; † 8. Juli 1730 in Essen) und hatte unter anderem eine Tochter Katharina Helene (1717–1794)[1] und einen Sohn Heinrich Arnold. Er war Hofrat der Grafen Falkenstein und Limburg-Stirum sowie Lehnkanzlei-Direktor. 1734 wurde Kopstadt zum Bürgermeister des damaligen Landstädtchens Essen und teilte sich zunächst das Amt mit Arnold Krupp. Im gleichen Jahr wurde sein Amtspartner Johann Georg Nedelmann. Beide blieben bis 1750 im Amt.[3] Der Kopstadtplatz im Essener Stadtkern erinnert an den Stammsitz der Familie Kopstadt, die in Essen zwei weitere Bürgermeister stellte, seinen Sohn Heinrich Arnold Kopstadt, Bürgermeister von 1763 bis 1786 und dessen Sohn Johann Conrad Kopstadt, Bürgermeister von 1821 bis 1833. | KOPSTADT, Johann Heinrich (I58791)
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| 1717 | Der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Heinrich VII. erhob ihn am 25. Juli 1310 auf dem Reichstag zu Frankfurt in den Reichsfürstenstand. Ein Jahr zuvor hatte Heinrich ihm die Reichsstadt Schweinfurt verpfändet und das Recht auf die dortige Reichsburg zugestanden. Im Jahre 1312 erwarb er durch Heiratspolitik (Heirat seines Sohnes Heinrich VIII. mit Jutta von Brandenburg) die Pflege Coburg für das Haus Henneberg zurück, was seinen Herrschaftsbereich praktisch verdoppelte. Berthold gehörte zu den einflussreichsten Beratern des Kaisers Ludwig IV. Er war von 1323 bis 1330 Vormund von Ludwig dem Brandenburger, dem ältesten Sohn Kaiser Ludwigs IV. aus dessen erster Ehe mit Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, und Statthalter der Mark Brandenburg. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schleusingen im Jahre 1232 als villa Slusungen. Graf Poppo VII. von Henneberg ließ als Amtssitz und Befestigung in der Zeit von 1226 bis 1232 die Bertholdsburg erbauen. 1274 erfolgte die Teilung der Grafschaft Henneberg in drei Linien. Die Bertholdsburg wurde danach zur Residenz der Schleusinger Linie. Schleusingen erlebte im Jahr 1353 eine erste Brandkatastrophe, durch weitere Stadtbrände wurden 1679, 1765, 1773 und 1876 ganze Stadtteile zerstört. Schleusingen erhielt 1412 das Stadtrecht doch erst 1533 das Marktrecht. Graf Wilhelm IV. gründete 1502 am Stadtrand ein Barfüßerkloster, das zur Sächsischen Franziskanerprovinz (Saxonia) gehörte.[2] Während der Unruhen im Bauernkrieg im Frühjahr 1525 wurden die Insassen, Dokumente und Wertgegenstände der benachbarten Klöster Veßra und Trostadt nach Schleusingen und auf die Bertholdsburg in Sicherheit gebracht. Im Jahre 1544 wurde die Reformation eingeführt. Die Ägidienkapelle der St.-Johannis-Kirche wurde 1566 Begräbnisstätte der Henneberger Grafen und von Elisabeth von Brandenburg. Das nach der Reformation 1545 aufgelassene Barfüßerkloster wurde in Landeseigentum überführt und ab 1560 als Schule genutzt. Diese wurde am 7. Juni 1577 als Gymnasium eingeweiht und besteht heute noch unter dem Namen Hennebergisches Gymnasium „Georg Ernst“. Bis 1583 war Schleusingen Sitz der Grafen von Henneburg. Nach dem Tod des Grafen Georg Ernst, mit dem sein Geschlecht im Mannesstamm erlosch, gelangte Schleusingen an die sächsischen Herzöge der Ernestiner und Albertiner Linie, zunächst noch unter gemeinsamer Verwaltung. Von 1500 bis 1806 gehörte Schleusingen zum Fränkischen Reichskreis. | VON HENNEBERG-SCHLEUSINGEN, von `der Weise´ ; Graf zu Henneberg von `der Weise´ ; Graf zu Henneberg Berthold VII. (I1536)
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| 1718 | Der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Heinrich VII. erhob ihn am 25. Juli 1310 auf dem Reichstag zu Frankfurt in den Reichsfürstenstand. Ein Jahr zuvor hatte Heinrich ihm die Reichsstadt Schweinfurt verpfändet und das Recht auf die dortige Reichsburg zugestanden. Im Jahre 1312 erwarb er durch Heiratspolitik (Heirat seines Sohnes Heinrich VIII. mit Jutta von Brandenburg) die Pflege Coburg für das Haus Henneberg zurück, was seinen Herrschaftsbereich praktisch verdoppelte. Berthold gehörte zu den einflussreichsten Beratern des Kaisers Ludwig IV.[1] Er war von 1323 bis 1330 Vormund von Ludwig dem Brandenburger, dem ältesten Sohn Kaiser Ludwigs IV. aus dessen erster Ehe mit Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, und Statthalter der Mark Brandenburg. https://de.wikipedia.org/wiki/Berthold_VII. | HENNEBERG, Berhold V. (I1538)
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| 1719 | Der rote Drache auf silbernem Grund ist das Wappen der Diepoldinger | VON PASSAU, Ulrich (I58325)
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| 1720 | Der sogenannte Bundesbrief von 1291 ist der bekannteste von mehreren Bundesbriefen und gilt in der traditionellen und populären Geschichtsschreibung als die Gründungsurkunde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Er ist datiert auf Anfang August 1291. Der damalige Bund wurde von den lokalen Führungseliten in den Talschaften Uri, Schwyz und Unterwalden (oder Nidwalden, da der Text die «untere Talschaft» erwähnt) aufgestellt, womit diese gemeinhin als die ersten drei oder die Urkantone der späteren Eidgenossenschaft gelten. Er ist erhalten und im Bundesbriefmuseum in der Gemeinde Schwyz ausgestellt. Der Bundesbrief liegt als Pergamentblatt im Format 320 × 200 mm vor und umfasst 17 Zeilen in lateinischer Sprache und zwei verbundene Siegel. Das Siegel von Schwyz ging zwischen 1330 und 1920 verloren. «In Gottes Namen Amen. Das öffentliche Ansehen und Wohl erfordert, dass Friedensordnungen dauernde Geltung gegeben werde. – Darum haben alle Leute der Talschaft Uri, die Gesamtheit des Tales Schwyz und die Gemeinde der Leute der unteren Talschaft von Unterwalden im Hinblick auf die Arglist der Zeit zu ihrem besseren Schutz und zu ihrer Erhaltung einander Beistand, Rat und Förderung mit Leib und Gut innerhalb ihrer Täler und ausserhalb nach ihrem ganzen Vermögen zugesagt gegen alle und jeden, die ihnen oder jemand aus ihnen Gewalt oder Unrecht an Leib oder Gut antun. – Und auf jeden Fall hat jede Gemeinde der andern Beistand auf eigene Kosten zur Abwehr und Vergeltung von böswilligem Angriff und Unrecht eidlich gelobt in Erneuerung des alten, eidlich bekräftigten Bundes, – jedoch in der Weise, dass jeder nach seinem Stand seinem Herren geziemend dienen soll. – Wir haben auch einhellig gelobt und festgesetzt, dass wir in den Tälern durchaus keinen Richter, der das Amt irgendwie um Geld oder Geldeswert erworben hat oder nicht unser Einwohner oder Landmann ist, annehmen sollen. – Entsteht Streit unter Eidgenossen, so sollen die Einsichtigsten unter ihnen vermitteln und dem Teil, der den Spruch zurückweist, die anderen entgegentreten. – Vor allem ist bestimmt, dass, wer einen andern böswillig, ohne Schuld, tötet, wenn er nicht seine Unschuld erweisen kann, darum sein Leben verlieren soll und, falls er entwichen ist, niemals zurückkehren darf. Wer ihn aufnimmt und schützt, ist aus dem Land zu verweisen, bis ihn die Eidgenossen zurückrufen. – Schädigt einer einen Eidgenossen durch Brand, so darf er nimmermehr als Landmann geachtet werden, und wer ihn in den Tälern hegt und schützt, ist dem Geschädigten ersatzpflichtig. – Wer einen der Eidgenossen beraubt oder irgendwie schädigt, dessen Gut in den Tälern soll für den Schadenersatz haften. – Niemand soll einen andern, ausser einen anerkannten Schuldner oder Bürgen, pfänden und auch dann nur mit Erlaubnis seines Richters. – Im übrigen soll jeder seinem Richter gehorchen und, wo nötig, den Richter im Tal bezeichnen, vor dem er zu antworten hat. – Gehorcht einer dem Gericht nicht und es kommt ein Eidgenosse dadurch zu Schaden, so haben alle andern jenen zur Genugtuung anzuhalten. – Entsteht Krieg oder Zwietracht zwischen Eidgenossen und will ein Teil sich dem Rechtsspruch oder der Gutmachung entziehen, so sind die Eidgenossen gehalten, den andern zu schützen. – Diese Ordnungen sollen, so Gott will, dauernden Bestand haben. Zu Urkund dessen ist auf Verlangen der Vorgenannten diese Urkunde gefertigt und mit den Siegeln der drei vorgenannten Gemeinden und Täler bekräftigt worden. Geschehen im Jahre des Herrn 1291 zu Anfang des Monats August.» – Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft Abt. 1, Urkunden Bd. 1, Aarau 1933 | N., N. (I40515)
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| 1721 | Der Sohn Adalberts III. wurde 1204 geboren. Er erlebte das Ende der Regierungszeit von Friedrich Barbarossa, die kurze Epoche unter Heinrich VI., das Doppelkönigtum unter Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV., die Herrschaft von Friedrich II. und die ersten Regierungsjahre von Konrad IV. In verschiedenen Urkunden tritt Hartmann IV. als Zeuge Friedrichs II. in Erscheinung. Eine Urkunde aus dem Jahr 1214 erwähnt ihn mit dem Titel „marchio de Dilingen“ (Markgraf von Dillingen). Noch häufiger, vor allem in den Jahren 1225 bis 1228, wird Hartmann auf Urkunden von Heinrich VII., Sohn und Mitkönig von Friedrich II., genannt. Als sich Heinrich von seinem Vormund, dem bayerischen Herzog Ludwig I., dem Kelheimer, abwandte, kam es auch zum Bruch mit dem Grafen von Dillingen, der sich auf die Seite des Bayernherzogs, seines Onkels, schlug. Dieser Seitenwechsel wirkte sich zum Vorteil Hartmanns aus und er stand auf der Seite des Kaisers, als der seinen Sohn 1235 in Worms entthronte und gefangensetzen ließ. Hartmann war auch im Gefolge Friedrichs, als der sich im Spätherbst 1235 in Augsburg aufhielt. Durch die Heirat einer Tochter Ottos II. von Bayern mit dem späteren König Konrad IV. kamen die Grafen von Dillingen in verwandtschaftliche Beziehung zur Familie des Kaisers. Hartmann IV. begleitete den Kaiser auf der Strafexpedition gegen den Babenberger Friedrich den Streitbaren und bezeugte mehrere Urkunden, darunter auch diejenige, in der die Stadt Wien dem Reich unterstellt wurde. Als Auswirkung der Zugeständnisse, die Friedrich II. im Jahr 1231 im Statutum in favorem principum den Fürsten bewilligt hatte, verzichtete das Königtum im Herrschaftsbereich der Grafen von Dillingen auf die Ausübung verschiedener Hoheitsrechte. Hartmann IV. baute die um die Burg in Dillingen entstandene Siedlung aus, in der er die Hoheitsrechte des Grund- und Landesherren ausübte. Er ließ den Ort befestigen, Gericht halten, Zölle erheben, Markt abhalten. Außerdem ließ er Münzen prägen, vermutlich in Ulm, wo ihm ähnliche Hoheitsrechte zugefallen waren. Nach der Überlieferung gründete er 1241 das Franziskanerinnenkloster in Dillingen und wohl auch das Kloster der Dominikanerinnen. Noch vor 1239 gründete Hartmann IV. das Dominikanerinnenkloster Maria Medingen in Mödingen. Für die Gründung eines Zisterzienserklosters verkaufte Hartmann IV. dem Edlen Heinrich von Rapperswil ein Gut in Wettingen. Die Marienkapelle in Wettingen wurde zur Grablege eines seiner Söhne und anderer Angehörigen seines Geschlechts. Auch die Klöster Kaisheim, Neresheim und andere Klöster bedachte er mit großzügigen Schenkungen. Die Besitzungen der Grafschaft waren weitverstreut und bestanden aus Allodialgut, Lehen und Vogteien. In Ulm war der Graf von Dillingen Reichsvogt. Die Ritter von Söflingen und von Wittislingen bekleideten Hofämter nach dem Vorbild des königlichen Hofes, erstere als Truchsessen, letztere als Schenken. Nach der Absetzung des Kaisers durch Papst Innozenz IV. auf dem Konzil von Lyon im Jahr 1245 wandte sich Hartmann IV. 1246 mit den schwäbischen Grafen Ulrich I. von Württemberg und Hartmann I. von Grüningen von Kaiser Friedrich II. und König Konrad IV. ab und unterstützte den Gegenkönig Heinrich Raspe. Dies führte zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Konrad IV., der 1246, 1247 und 1249 in die Grafschaft Dillingen einfiel und dabei Neresheim niederbrannte. Nach dem Tod Konrads IV. wurde 1254 in Urach ein schwäbischer Landfrieden geschlossen und Konrads minderjährigem Sohn Konradin im Gegenzug für seinen Verzicht auf die Königskrone das Herzogtum Schwaben zugesichert. Hartmann IV. war mit Willibirg (oder Willibirgis) verheiratet, die einem hochadeligen Geschlecht (der Grafen von Württemberg oder der Edelfreien von Truhendingen) entstammte. Obwohl mindestens acht Kinder aus dieser Ehe hervorgingen, starb mit Hartmann IV. das Geschlecht der Grafen von Dillingen aus. | VON DILLINGEN, Hartmann IV. (I1605)
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| 1722 | Der Sohn arnulf von Kärnten war ein außerehelicher Sohn des ostfränkischen Königs Karlmann mit einer Adligen namens Liutswind, deren Herkunft ungewiss ist. | (OSTFRANKENREICH), Karlmann (I36533)
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| 1723 | Der Sohn des gleichnamigen Eberhard Hoesch (1756–1811) und der Sara Schleicher (1760–1814) übernahm nach dem frühen Tod des Vaters zusammen mit seinen Brüdern Wilhelm (1791–1831) und Ludolf Matthias (1788–1859) die Leitung der väterlichen Eisen- und Papierbetriebe – dem Zweifallshammer an der Kall, sowie einem weiteren Hüttenwerk bei Simonskall, einer Eisenschneidmühle in Schneidhausen und die Papierfabrik Krauthausen.[1] Sie gründeten zunächst die Firma Gebrüder Hoesch, teilten diese aber 1819 wieder auf. Der ältere Bruder Ludolf Matthias erhielt die höher eingeschätzte Papierfabrik und baute dort eine florierende Papierindustrie auf. Eberhard und Wilhelm gründeten die Firma Gebrüder Eberhard und Wilhelm Hoesch und kauften eine zu jener Zeit noch nicht bedeutende Eisenhütte in Lendersdorf bei Düren hinzu. Im Jahre 1823 begab Hoesch sich in Begleitung des erfahrenen britischen Ingenieurs Samuel Dobbs nach England und betrieb Industriespionage, um das überlegene englische Puddelverfahren zur Eisen- und Stahlgewinnung zu erkunden. Nach seiner Rückkehr nutzte Hoesch die gewonnenen Erkenntnisse, um mit angeworbenen englischen Fachkräften ein Puddelwerk in der Lendersdorfer Hütte aufzubauen. Das neue Verfahren erwies sich als erfolgreich und führte bereits 1826 zu einer Verdoppelung der Produktion. In den folgenden Jahren wuchs der Betrieb unter Eberhard Hoeschs Leitung stark an und wurde ständig erweitert, wobei schon 1836 eine dampfgetriebene Walzstraße für die Herstellung von Eisenbahnschienen errichtet wurde. 1827 wurden 10.000 Zentner Formeisen produziert, 1846 waren es schon 160.000 Zentner. Zwischen 1825 und 1855 verzehnfachte sich die Zahl der Beschäftigten. Ab 1845 stiegen seine Söhne Gustav, Viktor und Eberhard Hoesch sowie sein Neffe und Sohn seines Bruders Wilhelm, Leopold Hoesch, als Teilhaber in die Firma des Vaters ein, die dann am 1. Oktober 1846 als Eberhard Hoesch & Söhne, Eisenhütte in Lendersdorf umfirmierte. Darüber hinaus errichtete Eberhard im Jahre 1846 unter der Firma Hoesch & Söhne am Sticher Berg in Eschweiler ein Puddlings- und Walzwerk mit drei Hochöfen, zehn Puddelöfen und drei Schmelzöfen für bis zu 600 Arbeiter. Eberhard Hoesch gehörte zu den Fürsprechern des Eisenbahnbaus im Rheinland, von dem sein Betrieb erheblich profitierte, da sowohl der Bedarf an Eisen und Stahl enorm anstieg, als auch die verbesserten Transportmöglichkeiten größere Märkte erschlossen. Nach Eberhard Hoeschs Tod 1852 übernahm Leopold Hoesch zunächst die Leitung der Werke, bevor dieser 1871 die Unternehmungen auf Dortmund konzentrierte und dort die Hoesch AG aufbaute. Die Hütte in Lendersdorf wurde noch bis zu ihrer Schließung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunächst von seinem Sohn Gustav weiterbetrieben, wogegen die Söhne Viktor und Eberhard zusammen mit ihrem Vetter Leopold und dessen Söhnen Wilhelm (1845–1923) und Albert Hoesch (1847–1898) am Aufbau der Hoesch AG beteiligt waren. Das Werksgelände am Sticher Berg wurde nach der Verlegung der Produktion nach Dortmund von dem Stahlbau-Unternehmen F. A. Neuman übernommen. | HOESCH, Johann Leonhard Eberhard (I52763)
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| 1724 | Der Sohn des gleichnamigen Eberhard Hoesch (1756–1811) und der Sara Schleicher (1760–1814) übernahm nach dem frühen Tod des Vaters zusammen mit seinen Brüdern Wilhelm (1791–1831) und Ludolf Matthias (1788–1859) die Leitung der väterlichen Eisen- und Papierbetriebe – dem Zweifallshammer an der Kall, sowie einem weiteren Hüttenwerk bei Simonskall, einer Eisenschneidmühle in Schneidhausen und die Papierfabrik Krauthausen.[1] Sie gründeten zunächst die Firma Gebrüder Hoesch, teilten diese aber 1819 wieder auf. Der ältere Bruder Ludolf Matthias erhielt die höher eingeschätzte Papierfabrik und baute dort eine florierende Papierindustrie auf. Eberhard und Wilhelm gründeten die Firma Gebrüder Eberhard und Wilhelm Hoesch und kauften eine zu jener Zeit noch nicht bedeutende Eisenhütte in Lendersdorf bei Düren hinzu. Im Jahre 1823 begab Hoesch sich in Begleitung des erfahrenen britischen Ingenieurs Samuel Dobbs nach England und betrieb Industriespionage, um das überlegene englische Puddelverfahren zur Eisen- und Stahlgewinnung zu erkunden. Nach seiner Rückkehr nutzte Hoesch die gewonnenen Erkenntnisse, um mit angeworbenen englischen Fachkräften ein Puddelwerk in der Lendersdorfer Hütte aufzubauen. Das neue Verfahren erwies sich als erfolgreich und führte bereits 1826 zu einer Verdoppelung der Produktion. In den folgenden Jahren wuchs der Betrieb unter Eberhard Hoeschs Leitung stark an und wurde ständig erweitert, wobei schon 1836 eine dampfgetriebene Walzstraße für die Herstellung von Eisenbahnschienen errichtet wurde. 1827 wurden 10.000 Zentner Formeisen produziert, 1846 waren es schon 160.000 Zentner. Zwischen 1825 und 1855 verzehnfachte sich die Zahl der Beschäftigten. Ab 1845 stiegen seine Söhne Gustav, Viktor und Eberhard Hoesch sowie sein Neffe und Sohn seines Bruders Wilhelm, Leopold Hoesch, als Teilhaber in die Firma des Vaters ein, die dann am 1. Oktober 1846 als Eberhard Hoesch & Söhne, Eisenhütte in Lendersdorf umfirmierte. Darüber hinaus errichtete Eberhard im Jahre 1846 unter der Firma Hoesch & Söhne am Sticher Berg in Eschweiler ein Puddlings- und Walzwerk mit drei Hochöfen, zehn Puddelöfen und drei Schmelzöfen für bis zu 600 Arbeiter. Eberhard Hoesch gehörte zu den Fürsprechern des Eisenbahnbaus im Rheinland, von dem sein Betrieb erheblich profitierte, da sowohl der Bedarf an Eisen und Stahl enorm anstieg, als auch die verbesserten Transportmöglichkeiten größere Märkte erschlossen. Nach Eberhard Hoeschs Tod 1852 übernahm Leopold Hoesch zunächst die Leitung der Werke, bevor dieser 1871 die Unternehmungen auf Dortmund konzentrierte und dort die Hoesch AG aufbaute. Die Hütte in Lendersdorf wurde noch bis zu ihrer Schließung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunächst von seinem Sohn Gustav weiterbetrieben, wogegen die Söhne Viktor und Eberhard zusammen mit ihrem Vetter Leopold und dessen Söhnen Wilhelm (1845–1923) und Albert Hoesch (1847–1898) am Aufbau der Hoesch AG beteiligt waren. Das Werksgelände am Sticher Berg wurde nach der Verlegung der Produktion nach Dortmund von dem Stahlbau-Unternehmen F. A. Neuman übernommen. | HOESCH, Johann Leonhard Eberhard (I54539)
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| 1725 | Der Sohn des Kamenzer Stadtschreibers und späteren Bürgermeisters Theophilus Lessing (* 12. April 1647 in Schkeuditz; † 4. November 1735 in Kamenz) und seiner Frau Anna Dorothea (* 6. Februar 1671; † 6. Oktober 1719), der Tochter des Kamenzer Bürgermeisters Gottfried Hillmann (1637–1718) und dessen Frau Regina (geborene Wagner), besuchte die Lateinschule seiner Heimatstadt. 1707 wechselte er an das Gymnasium in Görlitz, wo er sich das Rüstzeug für ein Hochschulstudium erwarb. So vorgebildet, ging er am 4. April 1712 zur Universität Wittenberg. Durch ein kurfürstliches Stipendium unterstützt, besuchte er die philosophische Fakultät der Hochschule. Dort beschäftigte er sich vornehmlich mit dem Studium der orientalischen, der französischen und englischen Sprache. Nachdem er diese Studien am 30. April 1713 mit der Promotion zum Magister der Philosophie abgeschlossen hatte, verfolgte er ein Studium der Theologie. Dazu absolvierte er in Dresden das theologische Examen und trat 1717 das Amt eines Katecheten und Mittwochspredigers an der Kamenzer St.-Marien-Kirche an. Dort stieg er 1724 zum Archidiakon auf und nachdem sein Schwiegervater Gottfried Feller (* 24. Januar 1674 Großhartmannsdorf bei Freiberg (Sachsen); † 26. Februar 1733 in Kamenz) gestorben war, wurde er erster Pastor von Kamenz. Lessing war ein kenntnisreicher lutherischer Theologe, der am Standpunkt der lutherischen Orthodoxie haftend, allen neuen Bestrebungen des Zeitalters der Aufklärung kritisch gegenüberstand. Dabei prangerte er auch die Zustände seiner Heimatstadt an, was oftmals auch den Unwillen der Bevölkerung erregte. Familie Johann Gottfried Lessing heiratete am 16. Januar 1725 in Kamenz Justina Salome (* 3. November 1703 in Gersdorf (heute Haselbachtal); † 7. März 1777 in Kamenz), die Tochter des ersten Pastors von Kamenz, Gottfried Feller, und seiner Frau Anna Justina (geborene Schumann, * 28. August 1682; † 3. Juli 1758 in Kamenz). Aus dieser Ehe gingen zwölf Kinder – zehn Söhne und zwei Töchter – hervor, von denen fünf bereits früh verstarben. Für seine Söhne nahm er ständig Schulden auf, um ihre Ausbildung zu finanzieren. Seine Söhne Gotthold Ephraim Lessing, Karl Gotthelf Lessing und Gottlob Samuel Lessing (* 23. Januar 1739; † 9. Oktober 1803) erlangten ebenfalls Berühmtheit. Man kennt auch die Kinder Johann Theophilus Lessing (* 12. November 1732 in Kamenz; † 6. Oktober 1808 in Chemnitz),[1] Dorothea Salome Lessing (1727–1803) und Gottfried Benjamin Lessing (* 12. Dezember 1735; † 1764). | LESSING, Johann Gottfried (I48391)
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| 1726 | Der Sohn des Landrates Bernhard von Scheibler und der Magdalena Paulus besuchte die Elementar- bzw. die Stadtschule in Eupen und zuletzt das Gymnasium in Aachen, wo er 1846 die Reifeprüfung ablegte. Danach studierte von 1846 bis 1849 Rechtswissenschaften an der Universität Bonn,[2] wo er bei dem Corps Rhenania aktiv wurde.[3] Nach dem Abschluss seines Studiums und seiner anschließenden Tätigkeit als Landgerichtsreferendar wurde er im Jahre 1853 zum königlich preußischen Friedensrichter am Friedensgericht Kempen am Niederrhein ernannt. Bereits nach einem Jahr wechselte er zunächst zur Bezirksregierung nach Aachen und wurde ab 1856 für drei Monate mit der Vertretung des Landrates in Heinsberg betraut. Anschließend wurde er zuerst kommissarisch und ab 1857 offiziell und von König Friedrich Wilhelm IV. bestätigt mit der Verwaltung des Landratsamtes des Kreises Monschau betraut.[4] Dieses Amt führte er bis zu seinem vorzeitigen Ruhestand aus, den er nach Auftreten von gesundheitlichen Problemen 1866 beantragt hatte. Bernhard von Scheibler war in der Folgezeit vor allem mit der Verwaltung seiner zahlreichen Güter beschäftigt, zu denen das Rittergut Haus Hülhoven in Heinsberg, das Gut Muthagen in Geilenkirchen (erworben 1873) sowie Haus Neuhaus in Lontzen (erbaut 1872/73)[5] mit den dazugehörenden Landgütern Groß- und Klein-Neuhaus, Fossey und Bovendrisch im Kreis Eupen sowie Menzerath im Kreis Monschau. Scheiblerkreuz bei Dedenborn Zwischen 1874 und 1888 war er stellvertretender Abgeordneter zum Provinziallandtag der Rheinprovinz im Stand der Ritterschaft der Regierungsbezirke Aachen/Düsseldorf. In der zweiten Landtagssession des Jahres 1875, 1881 bis 1884 und 1886 wurde er als Stellvertreter einberufen und nahm am Landtag teil. Im Jahre 1887 ließ Scheibler zur Erinnerung an einen früheren Besuch von König Friedrich Wilhelm IV. in Monschau auf einem Aussichtspunkt hoch über dem Südende des Obersees der Rurtalsperre zwischen Einruhr und Dedenborn ein Steinkreuz errichten. Als der damalige Landrat und Eigentümer des Waldstückes Scheibler den König dorthin geführt hatte, zeigte sich dieser von der Anlage sehr beeindruckt. Trotz mehrfacher Zerstörung ist das Kreuz heute noch existent und steht immer noch auf dem ursprünglichen Sockel aus dem Jahr 1887.[6] Familie Bernhard Paul Friedrich Hugo von Scheibler war verheiratet mit Henriette Nellessen (1835–1911), Tochter des Geheimen Kommerzienrates Heinrich Nellessen, mit der er vier Töchter und drei Söhne hatte, von denen sein erstgeborener Sohn, Rudolf von Scheibler (1857–1934), preußischer Landrat in Heinsberg und Mitglied des rheinischen Provinziallandtages sowie 1899 Gründer der Kreissparkasse Heinsberg wurde. Bernhard Paul von Scheibler fand seine letzte Ruhestätte auf dem Aachener Ostfriedhof. Benannt nach der Familie der Freiherren von Scheibler auf Hülhoven ist das von ihnen herausgegebene Scheiblersches Wappenbuch (Bayerische Staatsbibliothek Cod.icon. 312 c), welches als handschriftliches Wappenbuch im 15. bis 17. Jahrhundert entstanden war und sich bis 1971 in Privatbesitz der Familie befand. Ehrungen Für seine zahlreichen Verdienste wurde von Scheibler mit dem Ritterkreuz des Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausordens, Erster Klasse sowie der Kriegsdenkmünze 1870/71 für Nichtkombattanten ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde er auf dem rheinischen Provinziallandtag sowohl in den Stand der Rheinischen Ritterschaft als auch am 12. Februar 1870 in den erblichen Freiherrenstand erhoben, angeknüpft an die landtagsfähigen Rittergüter Hülhoven und Muthagen, und mit dem Recht ausgestattet, sich nach diesen Gütern zu benennen. Damit begründete sich nach dem Aussterben der Nachkommenschaft seines Großonkels, des Feldmarschallleutnants Karl Wilhelm Freiherr von Scheibler, ein weiterer Zweig der Familie Scheibler im Freiherrenstand, der bis zum heutigen Tage noch existent ist. Wappen Wappen Freiherren von Scheibler Das Wappen ist geviert mit Herzschild. In letzterem ein auf grünem Boden nach rechts schreitender goldener Widder. In Feld 1 und 4 wird in Silber ein aus dem Schildesrand hervorgehender rotgekleideter Schwert schwingender Arm, in Feld 2 und 3 in blau eine silberne Burg mit drei Türmen, Zinnenmauern und offenem Tor dargestellt. Über der den Schild bedeckenden Freiherrenkrone befinden sich drei gekrönte Helme: 1. ein einwärts gekehrter silberner mit zwei roten Schräglinksbalken belegter Flügel, 2. ein wachsender goldener Widder und 3. ein einwärts gekehrter blauer Flügel, belegt mit drei pfahlweise gestellten goldenen Sternen. Die Helmdecken sind in rot-silber und zweimal blau-gold gehalten. Der Schildhalter stellt zwei gekrönte Löwen dar. In der Devise steht mit schwarzer Schrift auf rot gerändertem goldenen Bande virtus alta petit geschrieben. | VON SCHEIBLER, Bernhard Paul Friedrich Hugo (I56693)
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| 1727 | Der Sohn des Monschauer Tuchfabrikanten Johann Heinrich Scheibler (1705–1765) und der Maria Agnes Offermann, verwitwete Schloesser (1698–1765), wurde wie auch drei seiner jüngeren Brüder im väterlichen Betrieb in den technischen Abläufen und in der Verwaltung der Tuchfabrikation ausgebildet. Nach der Ausbildung übertrug der Vater ihm die Aufgabe, Filialen in den Städten Hagen und Herdecke in der damaligen Grafschaft Mark zu gründen. Diese Fabriken erlangten rasch einen wirtschaftlich angesehenen Ruf und waren sowohl für den Wohlstand der Bevölkerung als auch für die Arbeitsplatzsicherung von großer Bedeutung. König Friedrich der Große ließ per königlichem Erlass von 1752 die Mitarbeiter dieser Fabriken vom Dienst in der Armee freistellen, damit diesen durch den Wehrdienst keine Nachteile entstanden. Ein Jahr später gründete Scheibler zusammen mit dem französischen Kaufmann Delamaison und Angehörigen der Tuchfabrikanten-Familien Harkort und Moll zudem ein Handlungsgeschäft für Siamosen. Diese waren kleinkarierte oder farbig gestreifte Schürzenstoffe und Bettbezüge aus Baumwoll- und Viskosegarnen, benannt nach einem siamesischen Händler, der diese Waren in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Frankreich brachte. Diesem Geschäft war allerdings kein längerfristiger Erfolg beschieden und die „Siamoisen-Compagnie“ löste sich 1756 wieder auf. Da aber auch die Zunftrechte immer mehr Einschränkungen in den Produktionsabläufen mit sich brachten, übertrug Scheibler im gleichen Jahr und zu Beginn des Siebenjährigen Kriegs seine Fabriken in Hagen und Herdecke einem Verwalter und kehrte wieder in das väterliche Stammhaus nach Monschau zurück, da es sich aus seiner Sicht im zunftfreien Monschau günstiger produzieren und besser planen ließ. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1765 übernahm Bernhard Georg die Leitung der Monschauer Tuchfabrik, deren umfangreicher Ausbau mittlerweile durch Großaufträge aus dem gesamten Herzogtum Jülich-Berg erforderlich geworden war. Aber auch Aufträge aus zahlreichen europäischen Staaten sowie den Höfen in Paris und Wien steigerten die Bedeutung der Monschauer Tuche. In Anerkennung seiner unternehmerischen Verdienste wurde Bernhard Georg Scheibler am 24. Dezember 1781 durch den zuständigen Kurfürsten Karl Theodor zu Pfalz-Bayern als Erster der weit verzweigten Unternehmerfamilie Scheibler in den erblichen Adelsstand erhoben mit der Berechtigung den Titel „Edler“ in seinem Namen zu führen. Wenige Monate später wurde ihm noch eine wertvolle Medaille mit dem Brustbild des Kurfürsten und seiner Gattin überreicht. Familie Bernhard Georg Edler von Scheibler war verheiratet mit Clara Maria Moll (1733–1802), Tochter eines Tuchfabrikanten aus Hagen, die ihm je vier Töchter und Söhne gebar. Der älteste Sohn, Johann Christian Edler von Scheibler (1754–1787), ebenfalls Tuchfabrikant, erhielt 1783 für seine Verdienste zusätzlich den österreichischen persönlichen Adel zuerkannt. Johann Christians Sohn Bernhard Georg (1783–1860) errichtete im Jahre 1807 in Eupen als erster Fabrikant eine mechanische Wollspinnerei. Bernhard Georgs zweiter Sohn Bernhard Paul (1758–1805), Vater des späteren Landrates des Kreises Eupen Bernhard von Scheibler, blieb im Monschauer Betrieb tätig. Der dritte Sohn, Karl Wilhelm von Scheibler (1772–1843) entschied sich für eine militärische Laufbahn und brachte es zum Feldmarschallleutnants und Festungskommandant von Legnano und Josefstadt, wofür er 1814 in den Freiherrenstand erhoben wurde. Schließlich war es dem vierten Sohn, Friedrich von Scheibler (1777–1824) vorbehalten, die mittlerweile nicht mehr florierenden Betriebe in Hagen und Herdecke zu übernehmen und später nach Iserlohn zu verlagern, um der Tuchproduktion dort zu einer neuen Blütezeit zu verhelfen. | VON SCHEIBLER, Bernhard Georg (I53707)
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| 1728 | Der Sohn des Pfarrers Bernhard Georg Scheibler (1674–1743) und der Johanna Katharina Wittenius (1675–1749) sowie Enkel des Generalsuperintendenten Johannes Scheibler und Urenkel des Philosophen Christoph Scheibler durchlief nach dem Besuch der Lateinschule im Minoritenkloster Lennep ab 1720 eine Ausbildung zum Tuchhändler in der Tuchfabrik Matthias Offermann in der Eifelgemeinde Imgenbroich bei Monschau. Drei Jahre später heiratete Scheibler die Tochter seines Lehrherrn, Maria Agnes Offermann (1698–1752), deren erster Ehemann, der Tuchfabrikant Christoph Schlösser aus Monschau, bereits 1720 unerwartet verstorben war. Dadurch war Maria Agnes Erbin einer gut gehenden Tuchfabrik geworden, die Johann Heinrich übernahm, weiterführte und ausbaute, vor allem den Komplex der Scheiblerfabrik Rosenthal. In den folgenden Jahren begann er unter anderem Merinowolle aus Spanien zu importieren und diese durch Verbesserung der Fabrikationsmethoden und der Färbe- und Appreturtechniken sowie durch Aufgreifen aktueller Modetrends und mit Spezialisierung auf Luxusartikel zu verarbeiten. Für diese Arbeiten stellte er sowohl Spinnerinnen und Heimweberinnen aus der näheren Umgebung als auch Facharbeiter aus Flandern ein. Zeitweise beschäftigte er dabei zwischen 4000 und 6000 Mitarbeiter. Dies führte allerdings auch zu Konflikten zwischen der alteingesessenen durchweg katholischen und ländlich geprägten Bevölkerung und den eingewanderten, mehrheitlich protestantischen Spezialisten, die zudem auf Grund der unterschiedlichen Glaubensrichtung meist auch unter sich blieben. Da letztere darüber hinaus versuchten, das Zunftrecht für sich in Anspruch zu nehmen, um damit bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne durchzusetzen, kam es immer wieder zu Aufständen, die Scheibler und später auch seine Nachfolger zusammen mit anderen ansässigen Tuchfabrikanten und der Gemeinderegierung niederschlagen konnte. Dennoch konnte sich im Jahre 1777 auf den Kompromiss der Bildung einer Krankenkasse nach dem Vorbild zünftlerischer Selbsthilfe unter Leitung der Unternehmer geeinigt werden. Johann Heinrich Scheibler ließ in seiner Fabrik nach neuesten Rezepten ein- und mehrfarbige Tuche anfertigen, die den flandrischen, französischen und englischen Tuchen auf den überregionalen Märkten erfolgreich Konkurrenz boten. Mittels eines ausgeklügelten Vertriebssystems und über bestimmte Kommissionshäuser verkaufte er seine Markenartikel nicht nur europaweit, sondern auch in Russland, in der Türkei, in Ägypten und Persien. Diesem wirtschaftlichen Erfolg Scheiblers und seiner Familie war es zu verdanken, dass Monschau seitdem über viele Jahrzehnte eine Hochburg der Tuchindustrie wurde und dadurch einen enormen gesellschaftlichen Aufstieg erlebte. Nach seinem Tod im Jahre 1765 führten seine Söhne Bernhard, Paul, Ernst und Wilhelm Scheibler und der Stiefsohn Mathias Schlösser die Firma J. H. Scheibler nicht fort, sondern gründeten eigene Firmen, zunächst in Monschau, später auch in anderen Städten Deutschlands und im europäischen Ausland. Die Söhne und ihre Nachfolger diversifizierten ihre Firmen in spezielle Fachgebiete der Tuchherstellung, in chemische Produktionen und Handelsaktivitäten. Die letzte der Scheiblerfirmen, die sich in Monschau der Tuchweberei widmete, nämlich die Scheiblerfabrik Dreistegen, stellte in den 1960er-Jahren ihren Betrieb ein. Rotes Haus Monschau – Stammsitz der Familie – erbaut von Johann Heinrich Scheibler Der mit dem Erfolg einhergehende Wohlstand Scheiblers zeigte sich auch im Bau eines repräsentativen Wohn- und Geschäftshauses, des Roten Hauses in Monschau, welches er zwischen 1752 und 1768 in den Stilen des Rokoko, Louis-seize und Empire errichten ließ. Dieser Besitz blieb, trotz mehrerer Erbteilungen, mehr als einhundert Jahre im Besitz der weit verzweigten Unternehmerfamilie Scheibler, bis Anfang des 20. Jahrhunderts Carl Scheibler und Bernhard Scheibler das Rote Haus von Dritter Seite für die Familie Scheibler zurück erwarben. Hans Carl Scheibler, der Sohn des Kölner Industriellen Carl Johann Heinrich Scheibler, überführte im Jahre 1963 das Rote Haus als Ganzes zusammen mit dem integrierten Familienarchiv in die von ihm gegründete Stiftung Scheibler-Museum Rotes Haus. Diese Stiftung wurde schließlich 1987/8 dem Landschaftsverband Rheinland als Depositum eingegliedert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Familie Aus seiner Ehe mit Maria Agnes Offermann, verwitwete Schloesser, entstanden sechs Söhne und fünf Töchter. Sein ältester Sohn, Bernhard Georg von Scheibler (1724–1786) stieg zunächst frühzeitig aus dem väterlichen Betrieb aus und gründete eigene Tuchfabriken in Monschau, Eupen, Hagen und Herdecke, übernahm dann aber nach dem Tode des Vaters wieder die Monschauer Betriebe. Im Jahre 1781 wurde Bernhard Georg als Erster der Familie Scheibler mit der Erhebung in dem Reichsadelstand geehrt. Drei weitere Söhne von Johann Heinrich Scheibler, Paul Christoph (1726–1797), Johann Ernst (1731–1773) und Wilhelm Scheibler (1737–1797), verblieben zunächst im väterlichen Betrieb, wobei Wilhelm die Firma Johann Heinrich Scheibler & Söhne ab 1777 zunächst als Alleineigentümer weiterführte. Dessen Sohn Friedrich Jakob (1774–1834) firmierte die Firma aber wieder zusammen mit auswärtigen Partnern zur Firma Scheibler, Ronstorff, Rahlenbeck & Comp. um. Wilhelms zweiter Sohn Johann Heinrich Scheibler (1777–1837) tat es dagegen seinem Großvater gleich und baute wie dieser, allerdings nun in Krefeld, die florierende Samt- und Seidenfabrikation Scheibler & Co auf, die 1965 zu Scheibler & Peltzer GmbH fusionierte und schließlich 1998 in die Girmes Werke Grefrath einfloss. Die jüngste Tochter von Johann Heinrich Scheibler, Maria Christina Katharina (1740–1807), heiratete den Kölner Textilkaufmann Christoph Andreae (1735–1804), der mit seiner Familie in Mülheim eine Leinen- und Seidenfabrik betrieb.[1][2] | SCHEIBLER, Johann Heinrich (I47793)
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| 1729 | Der Sohn des Tuchfabrikanten Bernhard Georg von Scheibler (1724–1786) und der Clara Maria Moll (1733–1802) und Enkel des Monschauer Johann Heinrich Scheibler entschloss sich im Gegensatz zu seinen Brüdern schon frühzeitig für eine militärische Laufbahn. Diese begann er zunächst in der preußischen Armee, wechselte aber aus unbekannten Gründen im Jahre 1799 als Leutnant zum K.u.k. Galizisches Ulanen-Regiment „Ritter von Brudermann“ Nr. 1 der kaiserlich-habsburgischen Armee. Hier wurde Scheibler noch am 2. Mai des gleichen Jahres zum Oberleutnant und am 1. Dezember zum Rittmeister befördert, nachdem er sich bei mehreren Einsätzen im Rahmen des Ersten Koalitionskrieges durch Kaltblütigkeit und Kühnheit besonders ausgezeichnet hatte. Es folgten weitere Kriegseinsätze und Scheibler machte im Jahre 1805 bei Urfahr wieder besonders auf sich aufmerksam, als er während der Koalitionskriege für die erfolgreiche Aushebung feindlicher Posten verantwortlich war, woraufhin er am 6. November 1805 außerplanmäßig zum Major im Chevauxleger-Regiment Rosenberg befördert wurde. Nach einem weiteren hervorragend geführten Einsatz in der Schlacht bei Aspern wurde er 1809 zum Oberstleutnant im Chevauxlegers-Regiment Vincent und nur ein Jahr später zum Oberst befördert. Im Jahre 1810 quittierte er vorübergehend den Dienst, aber schon 1812 wurde er zunächst zum „supernumerären“ (zusätzlichen) und ab dem 29. März 1814 zum offiziellen Regimentskommandanten im Galizischen Ulanen-Regiment „Erzherzog Franz Ferdinand“ Nr. 7 berufen. Im Jahre 1817 erhielt er dann das Regimentskommando im Böhmischen Dragoner-Regiment „Fürst zu Windisch-Graetz“ Nr. 14. Es waren die letzten aktiven Kriegseinsätze Scheiblers, welcher anschließend im Jahre 1823 noch zum Generalmajor und 1832 schließlich zum Feldmarschallleutnant befördert wurde. Schließlich wurde er im Jahre 1836 zum Festungskommandanten von Legnano und 1839 von Josefstadt ernannt. Hier verlebte er seine letzten Jahre und verstarb hoch dekoriert am 29. Jänner 1843. Ehrungen Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens Für seine zahlreichen militärischen Verdienste wurde Scheibler mit dem Großkreuz des Ordens von St. Georg der Wiedervereinigung und dem Ritterkreuz des Maria-Theresia-Ordens geehrt sowie zum Ritter des Preußischen Johanniterorden ernannt und 1814 in den Freiherrenstand erhoben | VON SCHEIBLER, Karl Wilhelm (I56699)
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| 1730 | Der Sohn des Wollhändlers Jakob Kremer (* 1435) und der Margaretha (Greitgen) Peltzer nannte sich zunächst wie seine Brüder „Kremer, genannt Peltzer“. Seit seiner Immatrikulation im Jahre 1482 zum Studium der Philosophie und Theologie an der Universität Köln war er vor allem als „Matthäus Aquensis“ (Matthäus von Aachen) bekannt. Er war der Onkel des später zum Protestantismus gewechselten Aachener Bürgermeisters Matthias Peltzer. Nach Abschluss seines Studiums wurde Kremer als Lektor der Philosophie an der Montanerburse im damaligen Kölner Ortsteil Niederich übernommen. Dieses war neben der Laurentianer- und der Cornelianerburse die älteste der drei Kölner Bursen, welche im Jahr 1420 von Heinrich von Gorinchem gegründet worden war und eine thomistische Ausrichtung verfolgte. Allesamt waren sie Teil der alten Universität Köln. Hier wurde Kremer besonders durch Valentin Engelhard von Geldersheim gefördert, der ihn später auch per Testament zum Nachfolger als Regens der Montanerburse bestimmte. Zunächst wurde er aber im Jahr 1510 sowie erneut im Jahr 1516 zum Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Köln gewählt. Noch im Jahr 1516 erhielt er auch die Promotion eines Doktors der Theologie sowie die Ernennung zum Kanoniker an St. Andreas in Köln. Schließlich erfolgte nach dem Tod von Engelhard am 28. Juni 1533 seine Ernennung zum Regens. Kremer selbst verfügte ebenfalls per Testament, dass der amtierende Regens der Montanerburse, Gerhard Mathisius von Geldern, seine Nachfolge antreten solle. Obwohl selbst der Reformation zugewandt, rühmte ihn der Schweizer Reformator und Geschichtsschreiber Heinrich Bullinger, der von 1520 bis 1522 in Köln studiert hatte, als den tüchtigsten Lehrer der Burse und schätzte Kremer auf Grund seiner philosophischen Kenntnisse. Bulllinger: (* 18. Juli 1504 in Bremgarten, Aargau; † 17. September 1575 in Zürich) war ein Schweizer Reformator und während 44 Jahren Antistes der Zürcher reformierten Kirche. Kremers Zeit in Köln war geprägt sowohl vom Einfluss des Humanismus auf die Universität zu Köln als auch von der aufkommenden Reformationsbewegung. Als konservativer und überzeugter Scholastiker schloss er sich nicht den humanistisch-reformerischen Bestrebungen an, die durch Peter Rinck, Petrus von Ravenna, Johannes Caesarius und Anderen an der Universität vorangetrieben wurden. Stattdessen beteiligte er sich mit den Gelehrten der theologischen Fakultät an der Umsetzung einer Zensur des Humanismus, wodurch es in der Folge zu einem stetigen Rückgang der Studentenzahl kam. Dennoch verschloss er sich nicht vollends den notwendigen Reformen an der Universität und gehörte ab 1525 der zweiten Kommission nach 1523 an, die abgestufte und angepasste Reformmaßnahmen planen und umsetzen sollte. Kremers eigentliche Leidenschaft war aber der Kampf gegen die aufstrebende Reformationsbewegung. Dabei legte er sich vor allem mit dem Theologen und Verfechter der Reformation Martin Bucer an, der in den Jahren 1542/1543 ein Jahr lang in Bonn lebte, um im Auftrag des Erzbischofs von Köln, Hermann V. von Wied, die Reformation im Erzbistum Köln vorzubereiten und in diesem Zusammenhang 1543 zwei eindringliche Reformationsschriften („Einfaltigs Bedencken“) verfasste. Kremer, der sich im gleichen Jahr den Jesuiten angeschlossen hatte und enge Beziehung zum Jesuitenpater Petrus Canisius pflegte, der seinerseits ebenfalls die Gegenreformation vorantrieb, konterte mit fünf überlieferten öffentlichen Schriften auf die Thesen Bucers. Dieser Einsatz seitens Kremer als Rektor der Universität Köln führte in Zusammenhang mit den anderen gegenreformatorischen Aktivitäten des Domkapitels und der Jesuiten zur Suspendierung und Exkommunizierung von Erzbischof Hermann durch Papst Paul III. und schließlich nach Eingreifen von kaiserlichen Kommissaren noch zu dessen endgültigem Rücktritt. Bis zuletzt für seine Überzeugung kämpfend, verstarb Kremer im hohen Alter von 92 Jahren am 12. November 1557 und wurde auf dem nahen Friedhof in der Stolkgasse begraben. Per Testament vermachte er noch je zwei Stiftungen für Köln und für seine alte Heimatstadt Aachen. Bei den Stiftungen in Köln sollten zum einen die Doktoren und Baccalaureen mit je drei Schillinge für die Teilnahme an der jährlich am 27. Januar abzuhaltenden Messe der theologischen Fakultät belohnt werden und der Konvent mit zwei Goldgulden für die Durchführung dieser Messe. Zum anderen vermachte er dem Jesuiten-Kolleg in Köln 1000 Goldgulden für den Aufbau des Jesuitenordens. Mit seinen beiden Stiftungen für Aachen bedachte Kremer zum einen die Stadt Aachen selbst und zum anderen das damalige Kloster Marienthal mit der Auflage, bedürftige Mitglieder seiner Familie zu unterstützen oder ihnen, sofern sie dem Konvent beitreten sollten, eine Rente aus diesem Fonds zu zahlen. Als Testamentvollstrecker und Stiftungsverwalter setzte er hierfür den vormaligen Bürgermeister Caspar von Schwartzenberg ein. Dazu kam es aber, so weit bekannt ist, nicht, da die Familie Peltzer, wie sie hier offiziell hieß, sich mehrheitlich der Reformation angeschlossen hatte und deshalb auch Ende des 16. Jahrhunderts während der Zeit der Aachener Religionsunruhen mit der Reichsacht belangt wurde, woraufhin sie mehrheitlich in die nahe gelegenen Spanische Niederlande bzw. nach Stolberg auswanderte. Ein in den 1850er Jahren übermaltes Porträt von Matthias Aquensis befindet sich heute im Sitzungssaal der Verwaltung der Kölner Studienstiftung. Der Schweizer Universalgelehrte Heinrich Loriti (Glarean) widmete von Basel aus unter dem Titel „Duo elegiarum libri ad Uldericum Zinlium Doggium, Basileae MDXVI“ eine dieser beiden Elegien dem Matthias Aquensis: „ad Matthiam Aquanum philosophum et theologum Agrippinensem“. | KREMER, Matthias (I49084)
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| 1731 | der Sohn Eberhard I. heiratet Anna von Kyburg und begründet das Haus Habsburg-Kyburg Sohn Rudolf II. wird Bischof von Konstanz Die Freiherren von Regensberg waren ein bedeutendes Schweizer Adelsgeschlecht im ehemaligen Zürichgau; die genaue Genealogie, insbesondere der frühen Jahre, ist umstritten. Sie waren verwandt mit den Freiherren von Krenkingen, diese führten ein ähnliches Wappen. Ihre Blütezeit erlebten die Regensberger im Hochmittelalter, und zu ihrem Herrschaftsbereich gehörten weite Teile des heutigen Kantons Zürich. Die Klöster Fahr und Rüti sowie die Städtchen Regensberg, Grüningen, Kaiserstuhl und Glanzenberg zählen zu ihren bekanntesten Gründungen. Hinzu kam Streubesitz im Aargau, Thurgau und nördlich des Rheins bis nach St. Blasien im Schwarzwald sowie einige namhafte Burgen und Kirchen. | VON REGENSBERG, Gertrud (I22288)
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| 1732 | Der Sohn eines Kaufmanns studierte am Zürcher Polytechnikum bei Gottfried Semper und an der Wiener Akademie bei Theophil von Hansen. Von 1874 bis 1883 leitete er im Auftrag Hansens den Bau des Wiener Parlamentsgebäudes, ab 1885 war er selbst Professor. Das mit Abstand bekannteste Bauwerk Auers ist das Bundeshaus in Bern: Von 1888 bis 1892 entstand nach seinen Plänen der Ostflügel, anschliessend von 1894 bis 1902 das Parlamentsgebäude, welches er als Schweizer Nationaldenkmal konzipierte. Daneben entwarf Auer mehrere Gebäude im Auftrag von Post und Bahn, darunter den Bahnhof Luzern. Seine Tochter Grethe Auer (1871–1940) war Schriftstellerin. von Sennwald, St. Gallen, Zürich und Bern. Sohn des Johannes, Kaufmanns, und der Emma Elisa Henking. 1871 Maria Elisa Henking. In Zürich aufgewachsen, studierte A. 1865-68 am Polytechnikum bei Gottfried Semper. Nach Fortsetzung seiner Stud. an der Bauakad. Wien (bei Theophil von Hansen) wirkte er 1874-84 als dessen Assistent und 1885-88 als Prof. an der Wiener staatl. Gewerbeschule. Für den Bau des Bundeshauses Ost (1888-92) zog er nach Bern um, nachdem er 1885 im Wettbewerb um die Erweiterung des Bundesrathauses den 2. Preis (nach Alfred Friedrich Bluntschli) und den Bauauftrag erhalten hatte. 1891 obsiegte er über Bluntschli im Wettbewerb um das Parlamentsgebäude in Bern, dessen Bau er 1894-1902 leitete. Im Auftrag des Bundes baute er 1891-92 die ehem. Bahnhofpost in Liestal und wahrsch. noch weitere anonym gebliebene Werke. 1890-1904 lehrte er als ao. Prof. die Gesch. von Architektur und Plastik an der Univ. Bern. 1891-98 Mitglied der Eidg. Kunstkomm. (1897-98 Präs.). 1902 zum Ehrendoktor der Univ. Basel ernannt, baute er als Architekt der SBB noch weitere bisher anonym gebliebene Werke im Auftrag des Bundes. Ehrenbürger der Stadt Bern (1902). | AUER, Prof. Dr. h.c. Johann Wilhelm (I6925)
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| 1733 | Der Sonderbundskrieg war ein Bürgerkrieg in der Schweiz. Er dauerte vom 3. bis zum 29. November 1847 und war die letzte militärische Auseinandersetzung auf Schweizer Boden. Als Ergebnis wurde durch die Bundesverfassung vom 12. September 1848 die Schweiz vom Staatenbund zum Bundesstaat geeint. | MAYER, Theodor L. (I7368)
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| 1734 | Der Spross des preußischen Adelsgeschlechts von Arnim studierte in Halle und Göttingen Rechtswissenschaften. Nach Beendigung seines Studiums unternahm er zahlreiche Reisen durch Europa, bevor er in den preußischen diplomatischen Dienst eintrat. Danach lebte er längere Zeit in Stockholm als Gesandtschaftsattache der preußischen Gesandtschaft. Schon früh hatte er seine musischen Interessen entdeckt. Zurück in Berlin leitete er interimistisch einige Male das königliche Schauspiel und machte, aus dem diplomatischen Dienst ausgeschieden, sich seit 1835 wieder auf Reisen, diesmal durch Südeuropa. Diese Reisen beschrieb er in den 6-bändigen Flüchtigen Bemerkungen eines flüchtigen Reisenden, die von 1837 bis 1850 veröffentlicht wurden und mehrere Auflagen erlebten. Schon davor hatte er auch für die Bühne geschrieben und gearbeitet. So brachte er 1821 in Berlin ein Lustspiel in fünf Aufzügen, Neues Mittel, alte Schulden zu bezahlen (nach Kassinger) heraus und schrieb das Lustspiel in vier Aufzügen Der Smaragdring, das unter dem Namen C. Marinof am 10. April 1828 in Berlin seine Uraufführung erlebte. Karl Otto Ludwig von Arnim war der ältere Bruder des Schriftstellers Achim von Arnim. | VON ARNIM, Karl Otto Ludwig (I52742)
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| 1735 | Der St. Galler Nekrolog nennt ihn zu seinem Todestag „Herzog und Zierde der Alamannen“ (dux et decus Alamanorum). | VON SCHWABEN, Ernst II. (I36040)
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| 1736 | Der staatlich anerkannte Erholungsort Weisenbach ist die kleinste Gemeinde des Landkreises Rastatt und liegt im Nordschwarzwald im tief eingeschnittenen Tal des Flusses Murg in der Mitte zwischen Rastatt und Freudenstadt. | KRIEG, Magdalena (I9484)
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| 1737 | Der Stammort der Familie war Kaufbeuren. Hans Hörmann der Ältere bekleidete dort von 1403 bis 1404 das Amt des Bürgermeisters. Georg Hörmann wurde durch seine Heirat mit der Augsburger Patriziertochter Barbara Reihing 1528 in die Augsburger Herrenstube und Kaufleutezunft aufgenommen. Hörmann, seit 1520 Faktor der Fugger in Antwerpen und Schwaz, erhielt am 12. Juni 1530 von Kaiser Karl V. den erblichen Reichsadelsstand.[1] 1534 verkaufte Anna Honold ihren Anteil des Dorfes Gutenberg an Georg Hörmann, der sich von nun an „von und zu Gutenberg“ nannte. König Ferdinand I. erhob ihn 1534 zum königlichen Rat. Bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit blieb Gutenberg in Besitz seiner Nachkommen. Des Weiteren erwarb Georg Hörmann 1544 die Herrschaft Waldegg.[2] Georgs Enkelin, Katharina Hörmann verlobte sich 1588[3] mit Lukas Geizkofler von Reiffenegg (1550–1620), Rechtsanwalt der Fugger. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und drei Töchter hervor.[4][5] Er war der Onkel von Zacharias Geizkofler.[6] Georg Christoph Friedrich Hörmann (1782–1864) kaufte Senftenau bei Lindau. Georg Christoph (* 1782), auf Senftenau, Anna Catharina, in München, und Johann Jacob Hörmann von und zu Gutenberg, Landgerichtsassessor in Bregenz, wurden 1813 in die Adelsmatrikel des Königreiches Bayern aufgenommen.[7] Christoph Friedrich Hörmann von Senftenau bot 1825 das Landgut Senftenau zum Verkauf an.[8] | HÖRMANN VON UND ZU GUTENBERG, Reg. Katharina (I51433)
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| 1738 | Der Stammsitz des hier behandelten Geschlechts lag in der Bauernschaft Kökelsum bei Lüdinghausen, den die Familie schon 1309 besaß.[3] Ferner hatte die Familie Haus Gröneberg in Uentrop (Hamm) (urkundl. 1700–1745) sowie Haus Kemnade (1579) und Haus Darup (1596–1696) im ehemaligen Kreis Coesfeld im Besitz.[4] 1208 wird ein Conradus de Kuckelshem urkundlich genannt. Otto von Kukelshem hatte um 1300 die Vogtei zu Hedemar und ein Steinhaus zu Geseke von den Grafen von Arnsberg zum Lehen. Dieselbe Vogtei besaß 1330 Engelbert von Kuckelhem, der sie auf Bertold von Wesselberg resignierte. Florken von Kuckelsem war 1347 Freigraf zu Dortmund. Die Familie erlosch kurz nach 1800.[5] | VON KÜCKELSHEIM ZU GRÜNENBERG, Antonie (I60617)
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| 1739 | Der Stammvater der Familie Ephrussi war Karl Joachim Ephrussi (1792–1864) aus Berdytschiw in der Ukraine. Er machte ein Vermögen mit der Kontrolle des Getreidevertriebs im Freihafen von Odessa und kontrollierte später in großem Umfang die Ölvorkommen auf der Krim und im Kaukasus. Um 1860 war die Familie der weltweit größte Exporteur von Weizen. Er verließ Odessa, wo seine sechs Kinder sowie sechs Enkelkinder, alle Nachfahren aus seiner ersten Ehe, geboren wurden. Er starb jedoch wenige Zeit darauf in Wien. Der älteste Sohn von Karl Joachim, Leonid (gestorben 1877), gründete eine Bank in Odessa, während sein Bruder Ignaz (1829–1899) in die österreichische Hauptstadt Wien zog, wo er 1856 das Bankhaus Ephrussi & Co. gründete; er wurde 1872 von Kaiser Franz Joseph I. in den Ritterstand erhoben. 1871 gründete Leonid Ephrussi zusammen mit seinen jüngeren Halbbrüdern Michel (1845–1914) und Maurice Ephrussi (1849–1916) eine Filiale in Paris, gefolgt von Niederlassungen in London und Athen. Im 19. Jahrhundert verfügte die Familie über großen Reichtum und besaß zahlreiche Schlösser, Paläste und Ländereien in Europa. Die Familienmitglieder waren für ihren Stil, ihre intellektuellen Interessen und ihre umfangreichen Kunstsammlungen bekannt. Leonids Sohn Charles Ephrussi (1849–1905), ein bekannter Kunsthistoriker, Sammler und Herausgeber, wurde zum Vorbild für die Figur des Charles Swann in Marcel Prousts Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Die Wiener Bank und der österreichische Besitz der Familie wurden nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 von den Behörden beschlagnahmt. | EPHRUSSI, Maurice (I55593)
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| 1740 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7761)
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| 1741 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7734)
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| 1742 | Der Ursprung der Attinghausen-Schweinsberg bildete wahrscheinlich die Sippe der Herren von Signau, die ihren Stammsitz auf der Burg Schweinsberg bei Eggiswil im Emmental hatten. Wann und welches die Gründe für ihr verlassen des alten Herrschaftsbereiches waren sind nicht bekannt. Die Familie nannte sich abwechslungsweise "von Attinghausen" oder "von Schweinsberg" und waren ein einflussreiches Geschlecht. Des öfteren wurden Mitglieder der Familie bei Streitigkeiten oder bei wichtigen Angelegenheiten als Vermittler oder Zeugen herbeigezogen. Die Attinghausen griffen immer mehr in die urnerische Politik ein und gewannen immer mehr Einfluss und ansehen. Mit Freiherr Werner II von Attinghausen gewann die Familie noch mehr an Einfluss und Vertrauen. Er war bei verschiedenen Verträgen, Schenkungen und Alpstreitigkeiten als Zeuge anwesend. Beim dreijährigen Schutzbündnis von Uri und Schwyz mit Zürich am 16. Oktober 1291 gehörte Werner II zur urnischen Vertretung. Das Landammann Amt Uri übernahm Werner II spätestens 1294 von dessen Vorgänger Arnold von Silenen. Es gelang ihm, dank Privilegien durch König Arnold 1297 und Ludwig des Bayern 1316 einerseits, und der Siegreichen Schlacht bei Morgarten 1315 anderseits, die Sicherung des urnischen Territoriums. Nach dem Tode Werners II von Attinghausen wurde sein Sohn, Johann, Landammann von Uri. Johann behielt das Amt bis zu seinem Tode 1357. Er nannte sich ausschliesslich "von Attinghausen", nicht wie sein Vater Werner II, abwechslungsweise mit beiden Namen siegelte. Johann von Attinghausen war ein eifriger Verfechter des Bündnisses der acht Alten Orte. 1339 führte Johann das urnerische Kontingent in der Schlacht von Laupen an. 1354 wurde er durch Kaiser Ludwig zum "Rector Vallesiae" ernannt, und konnte so seine Macht bis ins Wallis ausdehnen. Am 27. November 1357 wird Johann von Attinghausen das letzte mal als Landammann von Uri erwähnt. Mit ihm verschwand der bedeutendste Vertreter der Herren von Attinghausen abrupt aus der Urner Politik. Jakob, Johanns minderjähriger Sohn, wurde von der Zürcher Äbtissin als Pfarrektor von Altdorf eingesetzt und soll während seiner Reise nach Avignon 1359 verschollen sein. Über das plötzliche verschwinden Johann von Attinghausens aus der Urner Geschichte gibt es verschiedenen ungeklärte Vermutungen. Es wird vermutet das er Opfer eines Aufstandes wurde bei dem er sein leben liess. Der Grund für diesen Umsturz war sehr wahrscheinlich seine übertriebenen persönlichen Machtansprüche. Möglich ist aber auch das die Attinghausen in Konflikt mit anderen Lokalen Adelsfamilien gerieten die ihren Einfluss in Uri erweitern wollten oder denen die Macht der Attinghausen zu gross war. Die Interessen der Attinghausen kreuzten sich mit denen der Meier von Erstfeld, Silenen und den von Moos. | VON ATTINGHAUSEN-SCHWEINSBERG, Werner (I10544)
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| 1743 | Der Ursprung der Dönhoff ist in Heven auf dem Dönhof zu suchen, von wo sich die Familie nach Wengern begab (Haus Dönhoff). Erstmals urkundlich genannt werden 1282 die Brüder Heinrich von Dunehof und Herbordus de Dunehoue genannt Kebbe.[1] Die Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Johann von Dönhoff auf Wengern, urkundlich genannt 1440–1486, dessen Sohn Hermann von Dönhof 1478 in Livland belehnt wurde. Im Jahr 1410 erwirbt Godecke Dönhoff († vor 1444) das Gut Allo in Estland. Sein Haus stirbt im 16. Jahrhundert aus, Allo fällt 1523 an die von Rosen. Heven kam durch Heirat 1463 an Tidemann von Unna, auch das Haus Wengern erlosch 1540 mit Dietrich von Dönhoff, es fiel an Gerhard von Dönhoff († 1574) von dem alle späteren Angehörigen abstammen. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann der Aufstieg der Familie zu einer bedeutenden Magnatenfamilie in Polen-Litauen. 1633 folgte die Erhebung des gesamten Geschlechts durch den Kaiser in den Reichsgrafenstand, eine Linie der Denhoffs wurde 1637 durch Kaiser Ferdinand III. zusätzlich in den Reichsfürstenstand erhoben. Begründet wurde die materielle und politische Macht der Denhoffs durch Reichsfürst Kaspar Dönhoff (1587–1645). Er ließ die barocken Residenzen in Ujazd[2] und Kruszynie[3] bei Radom sowie die Grabkapelle der Familie auf dem Gelände Jasna Góra, dem größten Marienheiligtum Mittel- und Osteuropas und bedeutendsten polnischen Nationalheiligtum, errichten. Die fünf polnischen, einschließlich der livländischen und kurländischen Häuser sind in den Jahren 1725–1791 erloschen.[4] Schloss Friedrichstein, Familiensitz von 1666 bis 1945 Ein weiterer, dem reformierten Glauben angehörender, Zweig dieser Familie wurde um 1640 in Ostpreußen ansässig und war von 1666 bis 1945 im Besitz von Schloss Friedrichstein (heute russisch: Kamenka) bei Löwenhagen (Komsomolsk), 20 Kilometer östlich von Königsberg (Kaliningrad). Der Dönhoffschen Familienstiftung Quittainen bei Preußisch Holland stand der jeweilige Fideikommissherr von Friedrichstein vor. Schloss und Gut Quittainen hatte 1742 Philipp Otto Graf Dönhoff erworben und erweiterte den Besitz durch Ankauf der Güter Schönau-Gehlfeldt, Nauten und Samrodt. Das gräflich Dönhoffsche Stifts- und Armengericht Quittainen bestand bis 1849. Aus der Friedrichsteiner Linie stammten auch die drei jüngeren Häuser Beynuhnen (1888), Krafftshagen im Kreis Friedland (ab 1927 Kreis Bartenstein, mit dem Namen Grafen von Dönhoff, Freiherren von Krafft, 1862) und Rützenhagen (1945). Schloss Dönhoffstädt in Dönhoffstädt Aus dem Zweig Friedrichstein kam auch der Gründer des Hauses Dönhoffstädt, so genannt nach dem durch Bogislaw Friedrich von Dönhoff (1669–1742) in den Jahren 1710–1716 errichteten Barockschloss[5] bei Groß Wolfsdorf[6], das bis 1816 in Familienbesitz war, als die drei Schwestern des Grafen Stanislaus Dönhoff sich sein Erbe teilten. Der Zweig Dönhoff-Dönhoffstädt ist 1879 endgültig erloschen, nachdem Dönhoffstädt 1863 im Erbweg an die Grafen zu Stolberg-Wernigerode gekommen war. Alle heutigen Mitglieder der Familie sind Nachfahren des Grafen August Heinrich Hermann von Dönhoff (1797–1874) auf Friedrichstein, Vater des Grafen August von Dönhoff (1845–1920); dessen Tochter war die Publizistin Marion Gräfin Dönhoff (1909–2002), ein Enkel ist der Forstwirt und Autor Hermann Graf Hatzfeldt-Dönhoff, zu den zahlreichen Urenkeln zählen die Schriftsteller Tatjana Gräfin Dönhoff (* 1959) und Friedrich Dönhoff (* 1967). | VON DÖNHOFF, Gerhard (I57865)
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| 1744 | Der Ursprung der Groß ist vermutlich auf die Ministerialität aus dem Nürnberger Umland zurückzuführen. Der erste überlieferte Groß ist „Heinricus Divus“ (Heinrich der Reiche, ca. 1250–1314/17), der Sophia von Vestenberg aus einem Reichsministerialengeschlecht heiratete. Seine sechs Söhne und zwei Töchter gingen sämtlich Heiratsverbindungen mit Familien aus dem Nürnberger Patriziat ein, in das die Familie Groß mit ihrer Aufnahme in den Inneren Rat im Jahr 1319 schon früh eintrat. Die Groß waren geschäftlich mit der Stromerschen Handelsgesellschaft, aber auch mit den Mendel und Stark verbunden, sowie im böhmischen Kupferbergbau um Kuttenberg und im Viehhandel vertreten. Sie übten mehrfach das Amt des Reichsschultheißen aus, verwalteten lange Zeit den Zoll und die Reichsmünzstätte in Nürnberg, sowie das Gericht von Heroldsberg. Konrad Groß (um 1280–1356), der bekannteste Vertreter des Geschlechts und Sohn von Heinrich dem Reichen, war der wohlhabendste Nürnberger seiner Zeit. Er war auch Finanzier des Bischofs von Bamberg und Kaiser Ludwigs des Bayern, Er stiftete 1339 das Nürnberger Heilig-Geist-Spital und beteiligte sich, zum Missfallen seiner Kinder, in den folgenden Jahren noch an etlichen Klosterstiftungen. Seine Nachfahren verschuldeten sich zusehends und mussten ihre Besitztümer verkaufen. Mit Sebastian Groß starb 1589 der letzte des Geschlechts völlig mittellos als Pfründner im Heilig Geist Spital. | GROSS, Heinrich ´Heinz der Reiche` (I51408)
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| 1745 | Der ursprüngliche Sitz der Rapperswiler am linken Ufer des Zürichsees profitierte von der wichtigen Handelsstrasse am linken Ufer des Zürichsees, die Zürich über die Bündner Pässe mit der Lombardei und Venedig verband. Die Erschliessung der Schöllenenschlucht um das Jahr 1200 eröffnete eine direkte Nord–Süd–Handelsroute. Zusammen mit der bedeutenden Pilgerroute (Schwabenweg) und der Eskalation des Marchenstreits um das Jahr 1214 dürfte dies zur Errichtung von Burg und der befestigten Stadt Rapperswil (Neu-Rapperswil) am rechten Zürichseeufer (Gründungsjahr 1229) geführt haben.[8] Nach der Gründung des neuen Stammsitzes unter Rudolf II. und Rudolf III. lag der Schwerpunkt der Besitzungen nun im Gebiet um den oberen Zürichsee, in der March, in der Herrschaft Greifensee und in Uri, mit Streubesitz in der Linthebene, im Aargau und im Zürichgau. Um 1232/33 gelang den Rapperswilern mit Rudolf III. als Anhänger der Staufer der Aufstieg in den Grafenstand. Damit wurde ein Teil ihrer Besitzungen aus der Landgrafschaft Zürichgau losgetrennt und bildete nun eine eigene Grafschaft: March mit dem Wägital, Rapperswil als Verwaltungszentrum, Jona, Kempraten und Wagen, sowie die Höfe Pfäffikon, Wollerau und Bäch, als Lehen vom Kloster Einsiedeln. Das Gebiet der zusammenfassend Höfe genannten Besitzungen wurde 1342 vom Kloster Einsiedeln an Jakob Brun, dem Bruder des Zürcher Bürgermeisters Rudolf Brun, verkauft respektive Graf Johann II. verpfändete an ihn die Höfner Vogtei.[9] 1240 erhielten die Rapperswiler von den Staufern die Kastvogtei über Einsiedeln, das Kloster Disentis sowie die Reichsvogtei über das Urserental – und damit Zugang zu den strategisch wichtigen Pässen über Gotthard, Furka und Oberalp. Die männliche Linie des Geschlechts der Rapperswiler – deren Besitzungen sich um 1283 im Raum Wettingen, in Uri, Winterthur, im Zürcher Oberland und am oberen Zürichsee konzentrierten – endete 1283 mit dem Tod des minderjährigen Rudolf V. (* um 1265; † 15. Januar 1283).[10] Nach dem Tod Rudolf V. zog König Rudolf I. von Habsburg die Reichslehen der Rapperswiler an sich und übergab die an das Kloster St. Gallen zurückfallenden Lehen an seine Söhne. Damit kam Rudolf I. von Habsburg in den Besitz der Reichsvogtei über das Urserental – und des strategisch wichtigen Gotthardpasses sowie der Vogtei über Einsiedeln. vonRapperswil Version vom: 27.07.2010 Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen Hochadliges Geschlecht des 11. bis 14. Jahrhunderts, ab 1233 Grafenfamilie. Die Rapperswil stellen nach neuerer Forschung nicht eine Abstammungsfamilie männlicher Deszendenz dar. So setzten sie die Generationenfolge nach genealogischen Brüchen um 1200 und um 1230 höchstens kognatisch fort. Unter dem Namen Rapperswil beanspruchten vor allem nach 1200 mehrere Familie die Rapperswiler Herrschaftsrechte. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts waren dies vermutlich Vertreter der Freiherren von Vaz als Nachfolger der sich aus dem Umfeld der Freiherren von Wädenswil rekrutierenden Alt-Rapperswiler des 12. Jahrhunderts; nach der Mitte des 13. Jahrhunderts scheinen wieder Vertreter aus dem Clan der benachbarten Freiherren von Wädenswil die Oberhand gewonnen zu haben. Das gängige Argumentieren mit komplizierten Erbgängen und Linienbildungen, unter anderem über die kontrovers diskutierte Frage, ob zwischen 1223 und 1262 ein oder mehrere Vertreter des Vornamens Rudolf mit agnatischer oder kognatischer Erbfolge anzunehmen seien, greift zu kurz. Zusammenhänge mit den hochmittelalterlichen Herren von Uster und von Hinwil dürfen angenommen werden. Die Rapperswil, mit den Brüdern Wetzel und Eppo im 11. Jahrhundert erstmals bezeugt, hatten zwar nur wenig Allodialbesitz, doch verfügten sie als Kastvögte des Klosters Einsiedeln sowie als Lehensträger der Klöster St. Gallen, Reichenau und Pfäfers über Güter und Rechte am oberen Zürichsee, im Zürcher Oberland, im Glattal (mit der Herrschaft Greifensee) sowie in Uri. Als Parteigänger des staufischen Kaiserhauses gelangten sie um 1240 in den Besitz der Reichsvogtei Ursern. Als neues Herrschaftszentrum neben der Burg Alt-Rapperswil bei Altendorf begannen die Rapperswil spätestens nach 1220 mit dem Bau der Stadt und Burg Rapperswil. Die Rivalitäten zwischen den verschiedenen Clans manifestierten sich im 13. Jahrhundert in zahlreichen Güterkonflikten, die mittels klösterlichen Stiftungen zu regeln gesucht wurden. Heinrich II. (->) stiftete um 1227 das Zisterzienserkloster Wettingen, dem er alle Rapperswiler Rechte in Uri übergab. Zwei verschiedene Träger des Vornamens Rudolf (-> und ->) gründeten die Klöster Bollingen (1251) und Wurmsbach (1259). Verwandtschaftliche Verbindungen bestanden um die Mitte des 13. Jahrhunderts zu den Grafen von Homberg, den Freiherren von Wädenswil, von Strättligen, von Schwanden, von Windegg, den Grafen von Kyburg und womöglich zu den Freiherren von Attinghausen sowie den Grafen von Toggenburg. Der Niedergang der Rapperswil begann in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts unter Rudolf V., der 1283 als Ultimus starb, und setzte sich unter der Erbtochter Elisabeth (->), seiner Schwester, infolge des massiven Zugriffs der erstarkenden habsburgisch-österreichischen Landesherrschaft mit immer weitergehenden Verkäufen fort. | VON RAPPERSWIL, N. (I23665)
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| 1746 | Der Vater hatte bei seinem Eintritt in das Kloster Montecassino seine unmündigen Söhne unter den Schutz des Papstes Johannes XV. gestellt.[1] Im Jahr 998 reiste Bernard, offenbar in Begleitung Ermengols I. von Urgell, nach Rom, wo er gegen Ende April im Konsens mit Papst Gregor V. das von ihm in Besalú gegründete und dem Märtyrer Genesius geweihte Stift dem apostolischen Stuhl unterstellte, unter dem Vorbehalt einer Mitsprache bei der Abtwahl. Mit seinen Söhnen Wilhelm und Wilfried reiste er 1017 erneut nach Rom, um dort Papst Benedikt VIII. um die Gründung eines Bistums in Besalú zu ersuchen, zu dessen erstem Bischof Wilfried ernannt werden sollte. Der Papst gab dem Gesuch statt.[3] Im Jahr 1003 kämpfte Bernard an der Seite seines Bruders Wilfried II. von Cerdanya, Ermengols I. von Urgell und Raimund Borrells von Barcelona in der siegreichen Schlacht von Torà (bei Lleida) gegen die Mauren von al-Andalus. Wahrscheinlich kämpfte er noch im selben Jahr auch in der Schlacht bei Albesa (bei Balaguer) mit, in der sein Bruder Berengar, Bischof von Elne, fiel. Am 26. September 1020 verfasste Bernard sein Testament. Er datierte es nach der Regierungszeit König Roberts II., was impliziert, dass er den Dynastiewechsel im westfränkischen Reich zu den Kapetingern anerkannt hatte. Es wurde bereits am 13. Oktober 1020 von seinem Sohn und seiner Frau veröffentlicht,[7] nachdem Bernard bei der Überquerung der Rhône ertrunken war. Er wurde in der Abtei Santa Maria de Ripoll bestattet. | (BESALÚ), Bernard I. (I52373)
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| 1747 | Der Vater Hermann Schlumpf war in der Weberzunft, 1573-77 Enditschauer (Endit = Indigo: er kontrolliert auch die Qualität der blauen Leinwand), 1574-1603 Obmann der Mangeschau, 1588-1603 Rathsherr, 1591-1603 Bleichgänger, 1592 und 1600 Bussner, gab 1568 eine Hörscheibe (Andreas Hör - Glaskunst) in Auftrag. 1589 erreicht sein Vermögen das Maximum von 62000 Gulden. Als Kaufmann in Nürnberg erfolgreich war Kaspar 1565 - 1618, der 1617 das Maximum von 45`000 Gulden versteuerte. Halbbruder von Schlumpf Sabina ( 1581-1634)-deren Mutter ist Elisabeth Cunz (1533) Wappenbeschreibung / Blasonierung In Gold übereinander drei rot gebänderte, schwarze Jagdhörner. | SCHLUMPF, Kaspar \Caspar (I19929)
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| 1748 | Der Vater Martin Schlumpf heiratet in Ulm 1588 die verwitwete Tochter des Politikers Hans Krafft in Ulm, Benigna Krafft, die ihm eine Tochter schenkte. Ihre erste, 1580 geschlossene Ehe mit Leonhard Zollikofer, Schöpfer des Fideikomisses Altenklingen, war kinderlos geblieben. Martin erhielt 1604 zusammen mit seinen Neffen Kaspar und Hans die Schlumpfen und Mitverwandte von der Stadt St. Gallen ein Darlehen von 8000 Gulden. 1619 versteuerte er das Maximum von 230`000 Gulden, seine Witwe 1623 das Maximum von 55`200 fl.. Die einzige überlebende Tochter Ana heiratete 1609 Georg Zollikofer aus der Ehe Zollikofer-Seuter. | SCHLUMPF, Anna (I3106)
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| 1749 | Der Vater starb wenige Wochen nach der Geburt des Sohnes. Im Jahre 1786, kurz nach der Thronbesteigung König Friedrich Wilhelm II. , sollte der seit dem Jahre 1741 bestehende Adel für den Berliner Familienzweig auch auf die jüngeren Brüder des Ahnherrn Georg Grolman ausgedehnt werden. Doch Adolf Ludwig von Grolman lehnte dieses Ansinnen aus bürgerlichem Stolz ab. Auch das Zureden seines Vetters Ludwig Adolf Christian von Grolman (1741-1809), Konsistorialrat in Gießen und seiner Gattin konnten ihn nicht umstimmen. Er schien sehr stolz auf seine bürgerliche Herkunft und auch auf seinen Namen zu sein, sodass er schwor seine Kinder zu enterben, wenn sie jemals den Adel annehmen würden. Grolman starb am 21.09.1795 in seiner Vaterstadt Gießen. | GROLMANN, Adolf Ludwig (I6287)
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| 1750 | Der Vater versteuert 1606 ein Vermögen vonb 47`600 Gulden. Die einnahmen dieses ursprünglich erfolgreichen Handesmannes verringerten sich jedoch in den folgenden Jahren merklich, sodass sich 1613 die beiden Söhne Franziskus und Hans Jakob in ein Vermögen von lediglich 12 `800 Gulden zu teilen hatten. Die Tochter Anna 1574-1615 wurde 1601 die erste Ehefrau des Kaspar Schobinger 1571 - 1644, dessen Vermögen bis 1622 auf 74`000 Gulden anstieg, daraufhin stagnierte und bis 1634 auf 40`000 Gulden sank. Für die Jahre 1635 bis 1640 bleiben sechs Steuern ausstehend. Von den zehn Kindern aus erster Ehe starben eines ungetauft und sieben im ersten Lebensjahr und ein weiteres im jugendlichen Alter. | ZILI, Anna (I12926)
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