Strauss Genealogie


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1601 Das Schloss Laufen liegt am linken Ufer des Rheins in seinem Streckenabschnitt zwischen Bodensee und Basel auf einem steilen Felsen über dem Rheinfall und bietet einen Ausblick über den Rhein und den Wasserfall. Vom Schloss aus führt ein Fussweg zum Känzeli, wo der Besucher den Rheinfall aus nächster Nähe betrachten kann. Direkt unter dem Schloss befindet sich eine Haltestelle der SBB, wo die S12 und die S33 von Winterthur nach Schaffhausen halten. VON LAUFEN, Arnold (I36583)
 
1602 Das Schloss Lomnitz (poln. Pałac w Łomnicy) liegt im Ortsteil Łomnica (dt. Lomnitz) der Gemeinde Mysłakowice (deutsch Zillerthal-Erdmannsdorf) im Powiat Jeleniogórski (Kreis Hirschberg) in der Woiwodschaft Niederschlesien.

Im Mittelalter gab es an der Mündung der Lomnitz in den Bober eine Wasserburg, die zum Rittergut Lomnitz gehörte. Diese war von 1475 bis 1654 im Besitz des schlesischen Adelsgeschlechtes derer von Zedlitz. Von 1654 bis 1737 gehörte es dem in Böhmen ansässigen Geschlecht der Thomagnini, diese ließen in den 1720er Jahren anstelle der Burg ein Barockschloss errichten. Als Baumeister wird der berühmte schlesische Barockbaumeister aus Liegnitz Martin Frantz vermutet, der unter anderem auch die Gnadenkirche in Hirschberg errichtet hat. Der bedeutendste Besitzer des Gutes war der Hirschberger Leinenhändler („Schleierherr“) Christian Mentzel (1667–1748), der das Schloss 1738 kaufte und durch den Baumeister Martin Frantz nochmals umbauen ließ. Dieser Christian Mentzel war ein großzügiger Mäzen für Hirschberg und Lomnitz, er war u. a. finanziell am Bau der Gnadenkirche in Hirschberg beteiligt und stiftete die Barockorgel für diese Kirche. Seine Gruft befindet sich in einer Grabkapelle auf dem Gnadenfriedhof in Hirschberg. Um 1800 ließ Mentzels Sohn neben dem Schloss ein weiteres Gebäude im frühklassizistischen Stil errichten, das sogenannte „Witwenschloss“ (Kleines Schloss).

Das Schloss blieb bis 1811 im Besitz der Familie Mentzel. Danach gehörte es von 1811 bis 1820 Johann Georg Flack aus Schmiedeberg und von 1820 bis 1835 dem Baron Moritz von Roth. Von dessen Erben kaufte im Jahr 1835 das Mitglied des Preußischen Herrenhauses, der preußische Legationsrat und Major Carl Gustav Ernst von Küster, verheiratet mit Marie Freiin von Geymüller,[1] das Schloss und die Herrschaft Lomnitz mit Nebengut Hohenliebenthal.[2] In den Jahren 1828–1844 ließ er das Schloss durch den Architekten Albert Tollberg, einen Schüler von Karl Friedrich Schinkel, im Stil des Biedermeier umbauen; dabei entstand das monumentale Treppenhaus. Von den barocken Stilelementen blieb nur das barocke Eingangsportal mit dem darüberliegenden Balkon übrig. Der heutige Zustand geht auf diesen letzten Umbau zurück.

Der letzte Eigentümer[3] Mark-Albrecht von Küster verstarb 1941 bei einem Flugzeugabsturz. Seine Witwe Constanze von Küster, geb. von Schweinichen, floh 1945 in den Westen. Das Gut und Schloss Lomnitz blieb bis zum Jahr 1945 im Besitz der Familie von Küster und wurde danach enteignet und verstaatlicht. Das große Schloss wurde bis 1979 als Schule genutzt, stand dann bis 1992 leer und verfiel zur Ruine. Im kleinen Schloss war die Verwaltung des landwirtschaftlichen Staatsgutes untergebracht. Der Park wurde nicht mehr gepflegt und verwilderte.

Das Schloss Lomnitz wurde am 27. August 1980 unter 653/J in das Verzeichnis der Baudenkmäler der Woiwodschaft Niederschlesien eingetragen.[4]

Wiederaufbau nach 1991

Denkmal zur Erinnerung an den Schriftsteller Stefan Andres
Der Enkel von Mark-Albrecht von Küster, Ulrich von Küster (geb. 1963), gründete mit einem polnischen Partner[5] eine GmbH und kaufte 1991 zunächst das ruinöse Große Schloss, um es einer Totalsanierung zu unterziehen und als Familiensitz zu restaurieren. Im Jahr 1995 kaufte er auch das Witwenschloss und etwa zehn Hektar Park und Wiese dazu. Zusammen mit seiner Frau Elisabeth von Küster (geb. Ebner von Eschenbach)[6] gelang es, das Witwenschloss bis 1996 zu sanieren und zu einem Hotel mit Restaurant auszubauen. Der große Park wurde schrittweise beräumt und wiederhergestellt. Im Park befindet sich ein Denkmal zur Erinnerung an den Schriftsteller Stefan Andres, dessen Frau aus Lomnitz stammte und der hier seine Novelle El Greco malt den Großinquisitor schrieb.[7] 
VON KÜSTER, N. (I45799)
 
1603 Das SCHLOSS SALENSTEIN liegt in der Gemeinde Salenstein im Bezirk Kreuzlingen des Kantons Thurgau in der Schweiz.
Das Schloss entstand im 11. Jahrhundert. 1092 wurden die HERREN VON SALENSTEIN erstmals urkundlich erwähnt als Ministeriale der Abtei Reichenau. Wie die Abtei verarmten sie in den folgenden Jahrhunderten und mussten Salenstein 1375 verkaufen. Das Schloss ging in den nächsten siebenhundert Jahren durch viele Hände und wurde mehrere Male um- und ausgebaut. 1869 kaufte es BARON ALEXANDER VON HERDER, Enkel von JOHANN GOTTFRIED HERDER. Er renovierte das Schloss im Stil der englischen Neugotik.

KONZIL VON KONSTANZ
Das KONZIL VON KONSTANZ oder Konzil zu Konstanz (5. November 1414 bis 22. April 1418) war eine Versammlung der Kirchenführung in Konstanz, die auf Betreiben des römisch-deutschen Königs SIGISMUND (1368-1437) von dem Gegenpapst JOHANNES XXIII. ( um 1370-22.12.1419) einberufen wurde. (In dieser Zeit gab es drei Päpste. Gastgeber war der Fürstbischof von Konstanz Otto III. VON HACHBERG (1388-1451).  
VON HELMSDORF, Agnes (I11239)
 
1604 Das Schloss Wellenberg steht in der Gemeinde Felben-Wellhausen bei Frauenfeld in dem Schweizer Kanton Thurgau auf einer vorgelagerten Anhöhe des Wellenbergs über dem Thurtal. VON HOHENLANDENBERG, Hugo (I8101)
 
1605 Das Schlössli AARAU ist eine Burg in der Schweizer Stadt Aarau. Es befindet sich am nordöstlichen Rand der Altstadt, stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist das älteste erhalten gebliebene Gebäude der Stadt. Gemäss dendrochronologischen Untersuchungen entstand das in der Zeit der Gründung der Stadt Aarau durch die Grafen VON KYBURG. Die Bewohner der Burg wechselten oft. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts handelte es sich zumeist um Rittergeschlechter, auch nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen im Jahr 1415. Es waren dies die Herren von Kienberg, die Herren von HEIDEGG, die Dienstherrenfamilie SUMER und die Herren VON LUTERNAU.


Ritteradliges Geschlecht in den Kt. Luzern und Aargau, von dem bis ins 17. Jh. über hundert Mitglieder der sich in versch. Zweige aufspaltenden Fam. bekannt sind. Die H. waren kyburg. und habsburg. Ministerialen, ab 1245 Reichsministerialen. Als Stammsitz gilt die Burg H., ein Lehensbesitz zwischen dem Lindenberg und Baldeggersee. Erstmals belegt ist das Geschlecht 1185 mit Heinrich I. Im 14. Jh. erwarb Hartmann I. die habsburg. Herrschaften Wagenburg (ZH) und Kienberg. 1351 kaufte die Fam. die Burg Aristau. Nach 1400 ging der luzern. Besitz der Fam. durch Erbgang verloren. Verwandtschaftl. Beziehungen bestanden mit den Frh. von Rüssegg und Bechburg sowie den Ritteradligen von Hünenberg und Landenberg-Greifensee. Ab dem 15. Jh. standen Mitglieder der H. im Dienst Österreichs und verburgrechteten sich mit mehreren Schweizer Städten (u.a. Solothurn). 
VON HEIDEGG, Johanna (I7815)
 
1606 Das seit dem 13. Jahrhundert in Urkunden bezeugte Rittergeschlecht von Heudorf (auch Houdorf, Höwdorff, Hödorf oder Heydorf), dem schwäbischen Uradel angehörend, hatte seinen Stammsitz in der heute nicht mehr existierenden Burg in Heudorf unweit von Stockach im Hegau und war Sitz des weitverzweigten und mächtigen Adelsgeschlechtes. Durch die in der Region weitverbreitete Ortsbezeichnung Heudorf (beispielsweise Heudorf im Hegau, Heudorf bei Meßkirch, Heudorf am Bussen oder Heudorf bei Scheer), fällt die eindeutige Zuordnung des Adelsgeschlechtes von Heudorf als ursprünglicher Namensgeber für den Ortsnamen Heudorf schwer.

1262 wird Hainricus de Houdorf urkundlich erwähnt. Die Brüder Hainricus und Burchardus de Hödorf 1288 als ritterbürtige Ministerialen des Mangold von Nellenburg. Herren von Heudorf waren ein „rathsfähiges“ Geschlecht der Stadt Überlingen und treten auch in mehreren Städten des Bodenseegebietes auf. Erwähnt um 1280 wird Berchtold von Hödorf in Pfullendorf. Albert von Höwdorff, Bürger in Überlingen, Ratsherr 1291, von den Herren von Bodman 1282 mit Gütern in Bischoffingen belehnt. Die Brüder Heinricus und Albertus de Hödorf erhielten 1303 vom Bischof von Konstanz die Burghut („Custodia castri“) über Walsperg (Waldsberg, jetzt Ruine bei Krumbach, Ortsteil der Gemeinde Sauldorf). Heinrich und Berthold von Heudorf kauften 1346 ein Gut in Garmenswiler (Gallmannsweil) und Vogtrechte in Schwandorf, sowie 1353 den „Stuckihof“ in Krumbach als Lehen von Reichenau. 1356 wird die den Brüdern Ortolf und Heinrich von Heudorf versetzt gewesene Burg Waldsberg an Bilgri von Heudorf verpfändet. 1354 war Heinrich Ritter von Heudorf Klosterherr in Salem. Johann von Heudorf empfing 1363 die Reichenauer Lehen des verstorbenen Heinz von Heudorf. Ulrich und Albert von Heudorf sprechen 1377 den großen Zehnten in Bettmaringen an. 1386 fielen Conrad, Dietrich und Hans von Heudorf in der Schlacht bei Sempach. Um 1406 wird Ritter Bilgeri von Heudorf als Sohn des Bilgeri des Älteren von Heudorf und der Katharina von Randegg und 1429 Hans von Haidorf in Waldsberg urkundlich erwähnt. Hans von Heudorf, in Mettenbuch sesshaft, wird 1413 vom römisch-deutschen König Sigismund belehnt. Heinrich Hödorffer war Frei-Landrichter im Hegau und Madach in den Jahren 1412 und 1415. Hans von Heudorf war 1424 Bürgermeister in Überlingen.


Wappen derer von Heudorf
Das Geschlecht teilt sich fortan in mehrere Stammlinien, so in die Linien (Stammtafeln) Heudorf zu Schenkenberg, zu Aulfingen und in Waldsberg. Hans Conrad von Heudorf, Fürstlich Kemptenscher Rat und Vogt zu Sulzberg ist, infolge Auswanderung seines Sohnes Christoph Friedrich von Heudorf (Anfang des 16. Jahrhunderts), Stifter einer Tiroler Linie. Dieser zog ins damalige Tirol und wurde 1550 vom Hochstift Trient mit dem Schloss Ursäna in Ossana[1] auf dem Nons und 1555 vom Hochstift Brixen mit dem Schloss Gärnstein bei Latzvons belehnt. Fortunat von Heudorf kaufte vom geheimen Rat des Kaisers Maximilian, Stredele, die Burg Obermontan. 1647 erwarb die offenbar im Verfall begriffene Burg der Historiker Graf Maximilian von Mohr. 
VON HEUDORF, Bilgeri (I46494)
 
1607 Das SELEUKIDENREICH gehörte zu den HELLENISTISCHEN DIADOCHENSTAATEN, die sich nach dem Tod ALEXANDER DES GROßEN bildeten. Während des 3. und 2. Jahrhunderts VOR CHRISTUS beherrschte das Reich den Vorderen Orient und erstreckte sich in seiner größten Ausdehnung von Kleinasien bis Baktrien.

Die Dynastie der Seleukiden wurde zum Nachfolger der ACHAIMENIDEN, die in den zwei Jahrhunderten vor Alexander in diesem Gebiet geherrscht hatten. Der Name der Familie wird von ihrem Gründer SELEUKOS I. NIKATOR abgeleitet, der sich ab 320 v. Chr. in den asiatischen Satrapien des Alexanderreiches als König durchsetzte. In der westlichen Geschichtsschreibung treten die SELEUKIDEN zum einen als Gegenspieler des römischen Reiches während des RÖMISCH-SYRISCHEN-KRIEGES (192–188) unter Antiochos III. dem Großen in Erscheinung, zum anderen als Fremdherrscher während des JÜDISCHEN MAKKABÄERAUFSTANDES (167–142).

Die MAKKABÄER waren die Anführer eines jüdischen Aufstandes gegen das Seleukidenreich und die von diesem unterstützten einheimischen Gruppierungen. Sie begründeten nach ihrem Sieg das königliche und hohepriesterliche Geschlecht der Hasmonäer und erkämpften sich für einhundert Jahre (165 v. Chr. bis 63 v. Chr.) eine Erbherrschaft über die Juden. Das jüdische CHANUKKA-FEST geht auf die damaligen Ereignisse zurück.

Seit dem gewaltsamen Tod des Königs Antiochos VII. waren die Seleukiden keine Großmacht mehr. Nach einem mehrere Generationen dauernden Niedergang zu einem syrischen Kleinstaat endete das Seleukidenreich, als der römische Feldherr Gnaeus Pompeius Magnus 63 v. Chr. den letzten seleukidischen König absetzte und Syrien zur römischen Provinz machte. Westlich des Flusses Euphrat wurde Rom Nachfolger der Seleukiden, östlich davon das Partherreich der Arsakiden.  
(LOTHRINGEN), Mathilde (I15271)
 
1608 Das siebte Wappen steht für die Großmutter mütterlicherseits, Maria Ursula von Reinach aus der Obersteinbrunner Linie, sowie für deren Vater, Johann Jacob Kaspar Sigmund von Reinach (-24.9.1693), Sohn von Jakob Sigmund von Reinach (5.2.1602-28.8.1669) und Maria Scholastika von Stadion (-21.12.1656). Der Wappenschild zeigt in Gold einen roten Löwen mit blauer Mähne. Meist wird der Löwe jedoch mit gänzlich blauem Kopf dargestellt oder alternativ mit einer blauen Kapuze. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre zu rot-goldenen Decken ein wachsender, goldener, blau bewehrter und rotgezungter Löwe mit einem roten Rückenkamm, dessen Spitzen mit natürlichen Pfauenspiegeln besetzt sind. Das Wappen wird beschrieben im Wappenbuch der Stadt Basel und im Siebmacher Band: Els Seite: 18 Tafel: 22, in Band: Bad Seite: 70 Tafel: 42 und in Band: Bay Seite: 53 Tafel: 55. VON REINACH, N. (I37521)
 
1609 Das sieht für mich danach aus, dass Daniel Kessler nach dem Tod seiner Frau in die Pfalz gezogen ist. Die beiden ältesten Kinder sind wahrscheinlich mit ihm gegangen (oder später nachgezogen), während die jüngeren Kinder vmtl. bei Verwandten in St.Gallen geblieben sind und drei Söhne die Linie fortgesetzt haben.

Über das weitere Schicksal des Daniel sowie der beiden Kinder Magdalena und Johannes ist in der "Stemma" nichts erwähnt: Wolf Seelentag 
KESSLER, Daniel (I9420)
 
1610 Das Stift Herdecke war ein Frauenstift in Herdecke und gilt als Keimzelle von Herdecke.

Das Stift war im Laufe der Jahrhunderte auch unter den Namen Herdicke, Hirreke, Hyrrike, Herrike, Hyrreke, Heirdike, Heirke, Herdicke, bekannt.

Nach Hermann Stangefols Werk „Annales circuli Westphalici“ wurde das Stift 819 als Benediktinerinnenkloster von einer Frederuna gegründet. Zu dieser Darstellung fehlen jedoch weitere zeitgenössische Erwähnungen. Nach gegenteiliger Ansicht fand die Gründung erst zu Beginn des 11. Jahrhunderts statt.[1]

Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters war im Jahre 1214, als Erzbischof Adolf I. von Köln die Schirmgerechtigkeit an das Stift versetzt. Eine zweite Urkunde findet sich 1227 als Bruno von Stypel die Vogtei über das Kloster Herdecke mit Zustimmung des Lehnsherrn Gerlach von Strünkede dem Kloster auf 4 Jahre verpfändete. Patrozinium waren Maria und Benedikt.[2] In dem Güter- und Einkünfteregister des Frauenkonvents von 1229 ist schon eine große Zahl von Besitzungen verzeichnet. So werden alleine im Hagener Raum 14 Orte mit teilweise mehreren Besitzungen genannt, wobei es sich hierbei alle um die Erstnennung von heute noch als Hagener Orts- bzw. Stadtteile bestehenden Wohnplätzen handelt.[3] Ab dem 13. Jahrhundert nennen Quellen einige Äbtissinnen und Stiftsdamen aus dem regionalen Adel. Es gab einen Stifts-Küster, einen Stifts-Bäcker (Back- und Brauhaus) und die Stifts-Amtmänner stellten die Familien Giseler, Deutecom, Rütger und Sümmermann.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird von prekären wirtschaftlichen und personellen Zuständen berichtet, von denen sich das Kloster aber wieder erholte. Im Jahre 1265 werden die Klostergebäude als zerstört erwähnt. Seit 1313 ist die Zugehörigkeit zum Benediktinerorden belegt, demnach ist es möglich, dass das Stift eine Tochtergründung von St. Maria im Kapitol zu Köln ist. Das Marktrecht wurde von Engelbert III. von der Mark erstmals 1355 verliehen. 1374 gab Graf Engelbert dem Stift und dessen Leuten auch die Befreiung von aller Schatzung. 1487 versichert Herzog Johann von Kleve, dass die an ihn vom Kloster Herdecke bewilligte Beisteuer, ihnen zu keinem Nachteil gereichen solle. Im Laufe des Jahres 1488 wurde das Kloster in ein freiweltliches Damenstift überführt, welches im gleichen Jahr durch einen päpstlichen Legaten bestätigt wurde.

Ab 1666 wurde das Damenstift Herdecke zu einem konfessionsübergreifenden Simultanstift, in dem die unverheirateten Töchter des evangelischen-lutherischen, des evangelisch-reformierten und katholischen Adels versorgt wurden. Aufgrund eines 1672 geschlossenen Religionsvergleichs durften die katholisch gebliebenen Stiftsdamen neben dem Stift eine eigene Kapelle bauen.[4] Am 6. Oktober 1700 erlaubte Kurfürst Friedrich III. dem inzwischen rein protestantischen Damenstift die Bestellung eines reformierten Predigers.

Mit der Säkularisation wurde das Stift durch die Regierung der Grafschaft Berg zum 1. Januar 1812 aufgehoben. Auf dem Gelände des ehemaligen Stifts befinden sich heute mehrere denkmalgeschützte ehemalige Stiftsgebäude und die denkmalgeschützte ehemalige Stiftskirche St. Marien, heute Evangelische Kirche Herdecke.

Äbtissinnen

Siegel des Damenstifts Herdecke aus dem Jahre 1304
Für das Kloster und Stift Herdecke sind folgende Äbtissinnen bekannt - abweichende Namen in Klammern.[5][6]

810/19 (?) Frederuna (?)
(?) Alswedis
1225, 1253 Hedwig (Hathewig, Hattewigis) von Volmerstein
1265, 1272 Luitgardis von Volmerstein
1298, 1314 Mechtild (Mathildis) von Volmerstein
um 1338 Jutta von Limburg, Tochter des Grafen Dietrich III. von Limburg
1343, 1350 Gertrud von Vittinghof
1371, 1382 Margarete von Hilgendunk (Hilgentrunck)
1383, 1411 Sofie von Mallinckrodt (Malbingrode, Mallinchrode)
1415–1422 Hildegard von Velmede
1422, 1446 Elisabeth Schürmann (Schurmanns)
1448, 1453 Margarete von Edelkirchen
um 1463 Katharina von Düdingh (Dudinges)
um 1471 Stense von Dobbe
1482, 1484 Rixa von Calle (Kalle)
um 1485 Gostecke von Mallinckrodt
1491, 1508 Deydart von Dahl (Dale)
1509–1526 Gostecke von Mallinckrodt
1526–1542 Lucia von Ovelacker (Luvin Ovelackers, Lucie Overlacker)
um 1548 Anna von Edelenkirchen (Ellenkerken)
um 1555 Anna von Alstein (Alstede, Alstedde, Alstätte)
um 1576 Ida von Hafkenscheid (Havekenschede, Havekenscheit, Harclenecke)
um 1606 Elisabeth von Hafkenscheid († 1622)
um 1622 Anna von Elverfeld zu Herbede
um 1632 Christina Hilberg von Schwansbel († 1655)
um 1655 Sibylla von Laer († 1676)
um 1676 Otto Maria von Westermann († 1699, Westrum, Westrem)
um 1699 Elisabeth Wilhelmina Maria von Elverfeld
1731, 1754 Johanna Alexandrina Elisabeth von dem Bottlenberg gen. Kessel zu Hackhausen
um 1770 Wabulla von Asbeck
1776–1791 Philippina von Romberg zu Bladenhorst († 1821)
1791–1811 Wilhelmine Anna Catharina von Blomberg-Hachthausen (1740–1812)
 
VON VAERST, Charlotte Margarethe Katharina Engelbert Isabell (I45704)
 
1611 Das Stift Herdecke war ein Frauenstift in Herdecke und gilt als Keimzelle von Herdecke.

Das Stift war im Laufe der Jahrhunderte auch unter den Namen Herdicke, Hirreke, Hyrrike, Herrike, Hyrreke, Heirdike, Heirke, Herdicke, bekannt.

Nach Hermann Stangefols Werk „Annales circuli Westphalici“ wurde das Stift 819 als Benediktinerinnenkloster von einer Frederuna gegründet. Zu dieser Darstellung fehlen jedoch weitere zeitgenössische Erwähnungen. Nach gegenteiliger Ansicht fand die Gründung erst zu Beginn des 11. Jahrhunderts statt.[1]

Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters war im Jahre 1214, als Erzbischof Adolf I. von Köln die Schirmgerechtigkeit an das Stift versetzt. Eine zweite Urkunde findet sich 1227 als Bruno von Stypel die Vogtei über das Kloster Herdecke mit Zustimmung des Lehnsherrn Gerlach von Strünkede dem Kloster auf 4 Jahre verpfändete. Patrozinium waren Maria und Benedikt.[2] In dem Güter- und Einkünfteregister des Frauenkonvents von 1229 ist schon eine große Zahl von Besitzungen verzeichnet. So werden alleine im Hagener Raum 14 Orte mit teilweise mehreren Besitzungen genannt, wobei es sich hierbei alle um die Erstnennung von heute noch als Hagener Orts- bzw. Stadtteile bestehenden Wohnplätzen handelt.[3] Ab dem 13. Jahrhundert nennen Quellen einige Äbtissinnen und Stiftsdamen aus dem regionalen Adel. Es gab einen Stifts-Küster, einen Stifts-Bäcker (Back- und Brauhaus) und die Stifts-Amtmänner stellten die Familien Giseler, Deutecom, Rütger und Sümmermann.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird von prekären wirtschaftlichen und personellen Zuständen berichtet, von denen sich das Kloster aber wieder erholte. Im Jahre 1265 werden die Klostergebäude als zerstört erwähnt. Seit 1313 ist die Zugehörigkeit zum Benediktinerorden belegt, demnach ist es möglich, dass das Stift eine Tochtergründung von St. Maria im Kapitol zu Köln ist. Das Marktrecht wurde von Engelbert III. von der Mark erstmals 1355 verliehen. 1374 gab Graf Engelbert dem Stift und dessen Leuten auch die Befreiung von aller Schatzung. 1487 versichert Herzog Johann von Kleve, dass die an ihn vom Kloster Herdecke bewilligte Beisteuer, ihnen zu keinem Nachteil gereichen solle. Im Laufe des Jahres 1488 wurde das Kloster in ein freiweltliches Damenstift überführt, welches im gleichen Jahr durch einen päpstlichen Legaten bestätigt wurde.

Ab 1666 wurde das Damenstift Herdecke zu einem konfessionsübergreifenden Simultanstift, in dem die unverheirateten Töchter des evangelischen-lutherischen, des evangelisch-reformierten und katholischen Adels versorgt wurden. Aufgrund eines 1672 geschlossenen Religionsvergleichs durften die katholisch gebliebenen Stiftsdamen neben dem Stift eine eigene Kapelle bauen.[4] Am 6. Oktober 1700 erlaubte Kurfürst Friedrich III. dem inzwischen rein protestantischen Damenstift die Bestellung eines reformierten Predigers.

Mit der Säkularisation wurde das Stift durch die Regierung der Grafschaft Berg zum 1. Januar 1812 aufgehoben. Auf dem Gelände des ehemaligen Stifts befinden sich heute mehrere denkmalgeschützte ehemalige Stiftsgebäude und die denkmalgeschützte ehemalige Stiftskirche St. Marien, heute Evangelische Kirche Herdecke.

Für das Kloster und Stift Herdecke sind folgende Äbtissinnen bekannt - abweichende Namen in Klammern.[5][6]

810/19 (?) Frederuna (?)
(?) Alswedis
1225, 1253 Hedwig (Hathewig, Hattewigis) von Volmerstein
1265, 1272 Luitgardis von Volmerstein
1298, 1314 Mechtild (Mathildis) von Volmerstein
um 1338 Jutta von Limburg, Tochter des Grafen Dietrich III. von Limburg
1343, 1350 Gertrud von Vittinghof
1371, 1382 Margarete von Hilgendunk (Hilgentrunck)
1383, 1411 Sofie von Mallinckrodt (Malbingrode, Mallinchrode)
1415–1422 Hildegard von Velmede
1422, 1446 Elisabeth Schürmann (Schurmanns)
1448, 1453 Margarete von Edelkirchen
um 1463 Katharina von Düdingh (Dudinges)
um 1471 Stense von Dobbe
1482, 1484 Rixa von Calle (Kalle)
um 1485 Gostecke von Mallinckrodt
1491, 1508 Deydart von Dahl (Dale)
1509–1526 Gostecke von Mallinckrodt
1526–1542 Lucia von Ovelacker (Luvin Ovelackers, Lucie Overlacker)
um 1548 Anna von Edelenkirchen (Ellenkerken)
um 1555 Anna von Alstein (Alstede, Alstedde, Alstätte)
um 1576 Ida von Hafkenscheid (Havekenschede, Havekenscheit, Harclenecke)
um 1606 Elisabeth von Hafkenscheid († 1622)
um 1622 Anna von Elverfeld zu Herbede
um 1632 Christina Hilberg von Schwansbel († 1655)
um 1655 Sibylla von Laer († 1676)
um 1676 Otto Maria von Westermann († 1699, Westrum, Westrem)
um 1699 Elisabeth Wilhelmina Maria von Elverfeld
1731, 1754 Johanna Alexandrina Elisabeth von dem Bottlenberg gen. Kessel zu Hackhausen
um 1770 Wabulla von Asbeck
1776–1791 Philippina von Romberg zu Bladenhorst († 1821)
1791–1811 Wilhelmine Anna Catharina von Blomberg-Hachthausen (1740–1812) 
VON VAERST, Stine (I45863)
 
1612 Das Toggenburg [ˈtɔkənˌbʊrɡ] ist eine Talschaft am Oberlauf des Flusses Thur und ein Wahlkreis im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Der Name Toggenburg leitet sich vom Adelsgeschlecht der Toggenburger ab, deren Name wiederum auf die Burg Alt-Toggenburg zurückgeht.
Ursprünglich bestand das Toggenburg aus der lange Zeit von der Fürstabtei St. Gallen verwalteten Grafschaft Toggenburg.
Das Toggenburg erhielt seinen Namen vom Adelsgeschlecht der «Toggenburger», das den grössten Teil des heutigen Toggenburgs im Mittelalter beherrschte. Daneben waren die Klöster St. Gallen und St. Johann im Thurtal sowie die Herren von Sax die wichtigsten Grundbesitzer. Eine der wichtigsten Personen in der Geschichte des Toggenburgs war Graf Friedrich VII. Er besass neben der Grafschaft Toggenburg, die ungefähr die Landschaft umfasste, die heute als Toggenburg bezeichnet wird, umfangreiche Besitzungen im Linthgebiet, Rheintal und Prättigau. Da er der letzte seines Geschlechts war, kam es nach seinem Tod 1436 zu einem längeren Konflikt zwischen der Stadt Zürich und den Ländern Glarus und Schwyz, dem Alten Zürichkrieg.  
HAGMANN, Margaretha \ Margarethe (I23080)
 
1613 Das Ulmer Patriziergeschlecht stammt aus Niederhausen bei Neu-Ulm[1] und wurde im Jahr 1281 zuerst urkundlich genannt. Johannes der Niwbronner von Husen erwarb am 21. August 1340 das Bürgerrecht der Reichsstadt Ulm.[1] Die durchgängige Stammreihe beginnt mit Peter Neubronner (1430–1484). Für den Handelsmann in Ulm, Lorenz Neubronner, erging am 23. Juli 1560 ein erbländisch-österreichischer Wappenbrief mit Lehnsartikel. Unter seinen Söhnen Daniel (1533–1605) und Tobias (1551–1620) teilte sich das Geschlecht in seine zwei Hauptlinien. VON NEUBRONNER ZU EISENBURG, Lorenz (I51161)
 
1614 Das unabhängige Herzogtum Spoleto war ein langobardisches Fürstentum in Mittelitalien. Es wurde um 570 von Dux Faroald I. gegründet.

776, zwei Jahre nach dem Fall Benevents, wurde Spoleto von Karl dem Großen unterworfen, der auch den Titel eines Königs der Langobarden annahm. Obwohl er das Gebiet der Kirche übereignete, behielt er das Recht, die Herzöge zu ernennen, eine wichtige Konzession und vermutlich ein Anlass zu Auseinandersetzungen, da Papst Hadrian I. bereits einen Herzog von Spoleto installiert hatte. 
VON SPOLETO, Hildebrand (I36760)
 
1615 Das ursprüngliche Zentrum der Klingenberger lag in der Umgebung von Homburg im heutigen Schweizer Kanton Thurgau mit der Burg Klingenberg (heute Schloss).

Ihre Herkunft ist ungeklärt. Es bestanden möglicherweise Beziehungen zu den Herren von Steckborn, Rosenegg und Mülheim, die um 1260 ebenfalls Lehen der Bischöfe von Konstanz um Homburg besaßen.

Die Klingenberger standen zunächst im Dienste der Bischöfe von Konstanz, dann der Grafen von Kyburg und später der Habsburger.

Erstmals belegt ist das Haus mit Heinrich von Klingenberg, der im Jahr 1200 als Zeuge für den Bischof von Konstanz auftrat. Dessen Sohn, ebenfalls Heinrich genannt, war ab 1271 der erste Nicht-Zürcher Propst am Grossmünster. Das Kloster Feldbach wurde von ihnen gefördert und nahm im Laufe der Zeit mehrere weibliche Familienmitglieder auf.

Neben den Herren von Landenberg waren sie eine der führenden Familien in der Region. Heinrich von Klingenberg war von 1293 bis 1306 Bischof von Konstanz, Abt des Klosters Reichenau und Kanzler des Reiches. Sein Bruder, Ulrich von Klingenberg, war von 1296 bis 1302 österreichischer Vogt von Mengen und Sigmaringen und 1303 Reichsvogt von Konstanz. Ein anderer Bruder, Konrad von Klingenberg, war 1294 bis 1300 Propst von Bischofszell, 1301 Dompropst von Konstanz, 1322–1324 Bischof von Brixen und 1324–1340 Bischof von Freising.

Der vierte Bruder, Albrecht, wie sein Bruder Ulrich ebenfalls zeitweilig Reichsvogt in Konstanz, erwarb am 16. Februar 1300 die Burg Hohentwiel um 940 Mark Silber von Ulrich von Klingen. Der Hohentwiel wurde von da an der Lebensmittelpunkt der Familie.

Das 14. Jahrhundert war geprägt von einem Niedergang der mindermächtigen Adelsgeschlechter. Auf der einen Seite führten äußere Bedingungen zu einem Einkommensverlust, andererseits konnten sich viele Adelshäuser nicht neben den aufstrebenden Territorialstaaten behaupten. Dem suchten diese kleinen Adeligen zu entgehen, indem sie sich bei diesen Territorialfürsten als „Beamte“, damals Räte genannt, andienten. Für die Klingenberger boten sich dafür das Erzherzogtum Österreich bzw. Württemberg an, aber auch der Königs-/Kaiserhof des Reiches.

Unter Caspar von Klingenberg († 1439), Hauptmann der Rittergesellschaft vom Sankt Jörgenschild und kaiserlicher Rat bei Kaiser Sigismund, war der Höhepunkt erreicht: Hohentwiel mit den Orten Arlen und Worblingen, die Städte Blumenfeld, Möhringen und Dettigkofen, die Erbschaft der Hälfte von Bürglen, Güter und Zehntrechte verteilt über das Hegau, den Thurgau und am Untersee. Die Klingenberger hatten dem König Geld leihen können und besaßen deshalb Pfandrechte auf die Reichssteuern von Ravensburg, Memmingen, Biberach an der Riß, Kaufbeuren, Buchhorn und Leutkirch. Dies war auch der Lohn für geleistete Kriegsdienste. Vertreter der Klingenberger finden sich als Gefallene in vielen Schlachten, der damaligen Zeit: Heinrich von Klingenberg, der im Waldviertel in Niederösterreich die bedeutende Herrschaft Litschau besaß und Erbvogt des Kollegiatstiftes Eisgarn war[1], gefallen am 26. August 1346 in der Schlacht von Crécy, Sigmund von Klingenberg am 9. Juli 1386 in der Schlacht bei Sempach, zusammen mit Martin Malterer, dem Schwager von Hans, genannt Schoch von Klingenberg, der wiederum am 9. April 1388 in der Schlacht bei Näfels fiel. An dieser Schlacht nahm auch dessen Neffe Hans von Klingenberg, Ritter zu Stein teil, dem wir in der sogenannten Klingenberger Chronik eine Beschreibung dieser Schlacht verdanken. Am 17. Juni 1405 fiel Hans von Twiel, der Sohn des Schoch, in der Schlacht am Stoss. Der Enkel Caspars von Klingenberg, ebenfalls Caspar genannt, fiel im Schwabenkrieg 1499 bei Rielasingen.

Zusätzlich erwarb Caspar von Klingenberg 1433 von den Herren von Klingen die Herrschaft Hohenklingen mit der Stadt Stein am Rhein und dem dortigen Kloster Sankt Georg.

Die Klingenberger begaben sich auch in das Dienstrecht des Klosters Sankt Gallen, um Unter- und Oberstammheim samt dem dazugehörigen Kirchensatz zu erhalten.

Nach dem Tod Caspars von Klingenberg, dem Hauptmann des Ritterbundes mit Sankt Georgenschild, begann der Abstieg der Familie. Bedingt durch die Realteilung befanden sich teilweise bis zu fünf Familien auf dem Hohentwiel. Es wurde vereinbart, dass die Tore mit fünf Schlüsseln zu sichern seien, so dass niemand ohne Einverständnis der anderen Familien Zutritt erlangen solle. 1443 musste Bürglen verkauft werden, 1447 die Vogtei Eggen. 1457 kam es zum Verkauf von Stein am Rhein und der Burg Klingenberg. 1538 erfolgte die endgültige Übergabe des Hohentwiel an Württemberg, den Ulrich von Württemberg bereits 1521 unter Rückgabevorbehalt erworben hatte und der Verkauf der Bibermühle an Stein am Rhein.

Mit dem Tod des zwölfjährigen Hans Georg von Klingenberg im Jahr 1583 starb das Geschlecht aus.

onKlingenberg
Version vom: 20.08.2007
Schloss Klingenberg von Südwesten. Lavierte Federzeichnung im Lexicon geographico-heraldico-stemmatographicum urbis et agri Tigurini von Johann Friedrich Meiss, Band 8, 1743 (Zentralbibliothek Zürich, Ms. E 60, Fol. 148r).
Schloss Klingenberg von Südwesten. Lavierte Federzeichnung im Lexicon geographico-heraldico-stemmatographicum urbis et agri Tigurini von Johann Friedrich Meiss, Band 8, 1743 (Zentralbibliothek Zürich, Ms. E 60, Fol. 148r). […]
Autorin/Autor: Martin Leonhard
Thurgauer Ritteradel des 13.-16. Jahrhunderts, der im Dienst des Bischofs von Konstanz und ab dem Ende des 13. Jahrhunderts in demjenigen Habsburgs stand. Die Herkunft der Familie ist ungeklärt. Vielleicht steht sie im Zusammenhang mit den Herren von Steckborn, Rosenegg und Mülheim, mit denen sie in den 1260er Jahren gemeinsame bischöfliche Lehen in der Umgebung von Homburg, ihrem ursprünglichen Besitzzentrum mit der Burg Klingenberg, innehatte. Erstmals belegt sind die Klingenberg 1220 mit Heinrich, Zeugen für den Bischof von Konstanz. Dessen Sohn Heinrich, ab 1271 als erster Nicht-Zürcher Propst am Grossmünster, wirkte nicht zuletzt wegen seiner hohen Bildung ab etwa 1240 als Berater der Grafen von Kyburg. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dem Kloster Feldbach (Gemeinde Steckborn), das mehrere weibliche Mitglieder der Familie aufnahm. Nach dem Abgang der Kyburger traten die Klingenberg in österreichischen Dienst, wo sie sich im ostschweizerischen Raum neben den Herren von Landenberg eine Spitzenposition sicherten. So vermittelte Heinrich (->) 1293-1306 als österreichtreuer Bischof von Konstanz seiner Familie und den verschwägerten von Kastell verschiedene einflussreiche Stellungen. Sein Bruder Ulrich war 1296-1302 österreichischer Vogt von Mengen (Oberschwaben) und Sigmaringen (Württemberg) und wurde 1303 Reichsvogt von Konstanz, während ein anderer Bruder, nämlich Konrad, 1294-1300 als Propst von Bischofszell, ab 1301 als Dompropst von Konstanz und nach einer kurzen Zeit als Bischof von Brixen (Südtirol) 1324-1340 schliesslich als Bischof von Freising (Oberbayern) wirkte. Albrecht, ein weiterer Bruder Heinrichs, erwarb 1300 von den Freiherren von Klingen die Burg Hohentwiel im Hegau, die sich bis ins 15. Jahrhundert zum eigentlichen Verwaltungszentrum der Familie entwickelte. Um drei Jahre später die Besitzungen des Abtes von St. Gallen in Unter- und Oberstammheim samt Kirchensatz übernehmen zu können, trat Albrecht um 1300 auch formell in dessen Dienstrecht. Während des ganzen 14. Jahrhunderts wurden die Klingenberg als österreichische Beamte und für Kriegsdienste regelmässig mit Pfandschaften entlöhnt. Nachdem sie zu Beginn des 15. Jahrhunderts von den Freiherren von Bürglen die Hälfte von deren Herrschaft geerbt hatten, erreichte ihr Besitz 1433 mit dem Erwerb der Burg Hohenklingen und der Stadt Stein am Rhein die grösste Ausdehnung. Unter wirtschaftlichem Druck musste die Familie ab der Mitte des Jahrhunderts immer grössere Teile ihres Besitzes abstossen, vorerst 1443 Bürglen, dann 1447 die thurgauische Vogtei Eggen und 1457 die Stadt Stein am Rhein mit der Burg. Von da an verlagerte sich der Wirkungskreis der Klingenberg weitgehend auf Hohentwiel, das sie bis 1538, dem Jahr der Übergabe an Württemberg, halten konnten. Als Letzter des Geschlechts starb 1583 im Alter von zwölf Jahren Hans Georg.

Martin Leonhard: "Klingenberg, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.08.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020239/2007-08-20/, konsultiert am 14.06.2024. 
VON KLINGENBERG, N. (I37144)
 
1616 Das ursprüngliche Zentrum der Klingenberger lag in der Umgebung von Homburg im heutigen Schweizer Kanton Thurgau mit der Burg Klingenberg (heute Schloss).

Ihre Herkunft ist ungeklärt. Es bestanden möglicherweise Beziehungen zu den Herren von Steckborn, Rosenegg und Mülheim, die um 1260 ebenfalls Lehen der Bischöfe von Konstanz um Homburg besaßen.

Die Klingenberger standen zunächst im Dienste der Bischöfe von Konstanz, dann der Grafen von Kyburg und später der Habsburger.

Erstmals belegt ist das Haus mit Heinrich von Klingenberg, der im Jahr 1200 als Zeuge für den Bischof von Konstanz auftrat. Dessen Sohn, ebenfalls Heinrich genannt, war ab 1271 der erste Nicht-Zürcher Propst am Grossmünster. Das Kloster Feldbach wurde von ihnen gefördert und nahm im Laufe der Zeit mehrere weibliche Familienmitglieder auf.

Neben den Herren von Landenberg waren sie eine der führenden Familien in der Region. Heinrich von Klingenberg war von 1293 bis 1306 Bischof von Konstanz, Abt des Klosters Reichenau und Kanzler des Reiches. Sein Bruder, Ulrich von Klingenberg, war von 1296 bis 1302 österreichischer Vogt von Mengen und Sigmaringen und 1303 Reichsvogt von Konstanz. Ein anderer Bruder, Konrad von Klingenberg, war 1294 bis 1300 Propst von Bischofszell, 1301 Dompropst von Konstanz, 1322–1324 Bischof von Brixen und 1324–1340 Bischof von Freising.

Der vierte Bruder, Albrecht, wie sein Bruder Ulrich ebenfalls zeitweilig Reichsvogt in Konstanz, erwarb am 16. Februar 1300 die Burg Hohentwiel um 940 Mark Silber von Ulrich von Klingen. Der Hohentwiel wurde von da an der Lebensmittelpunkt der Familie. 
VON KLINGENBERG, N. (I37165)
 
1617 Das Vermögen, das sie von ihrem Mann erbte reduzierte sich in zehn Jahren von 27200 auf
19400 Gulden. 1571 kaufte sie ein Gut mit Weingarten in Widnau-Haslach, wo sie bereits
Weingärten besass. Ihr Bruder Sebastian Cunz war Prediger und erster Diakon in der
Reformationszeit.  
CUNZ, Weibratha (I4087)
 
1618 Das Wappen der Gemeinde Niederhasli bezieht sich auf Herren von Mandach, in deren Besitz weite Teile der heutigen politischen Gemeinde im Mittelalter waren. Die Burg Mandach, auch Burg Weiler genannt, steht bei Riedern am Wald, einem Ortsteil von Ühlingen-Birkendorf im Kreis Waldshut, DEU auf einem Felssporn über dem Mettmatal. Christoph von mandach wird 1581 auf Burg Weiler (Burg Mandach) sesshaft.
Begütert in Niederhasli waren einst auch die Freiherren von Tengen., aus Tengen im Hegau, einem historischen Gau des herzogtums Schwaben nordwestlich des Bodensees "in pago Egauinsse".

Von den Einwohner wird die abgebildete Person auf dem Wappen von Niederhasli auch Joggeli genannt. 
VON HASLI, Freiherr Freiherr Egilof IV. (I23734)
 
1619 Das Wappen der Herren von Erzingen zeigt einen silbernen steigenden Eber auf Blauem Schild.

Die Herren von Erzingen waren ein süddeutsches Adelsgeschlecht in der Landgrafschaft Klettgau mit Sitz in Erzingen.

Von einer Burg oder einem Landsitz in Erzingen ist nichts gesichertes überliefert. Vermutlich saßen sie im Ort selbst. Mitglieder werden in Urkunden ab 1353 erwähnt als Edelknecht oder Junker, sie waren verwandt mit denen von Bettmaringen und von Grießen. Im Jahr 1427 wurde Heinrich von Erzingen als Patronatsherr in Untermettingen genannt, er verwaltete Pfandgüter der Fürsten von Fürstenberg und wohnte 1437 im Schloss Untermettingen. Er erwarb für sechs Gulden jährlich 1462 das Schloss und die Dörfer Obermettingen und Untermettingen sowie Obereggingen samt Leuten und Gütern und erwarb damit auch das Burgrecht zu Schaffhausen.

1428 kauft Junker Heinrich von Erzingen von Hans von Tüfen das Schloss Ofteringen samt Leuten die dazugehören.[1]

Von 1483 bis 1494 besassen sie die Burg Birkendorf.

Ebnet führt noch ihr Wappen.

Nach 1529 werden sie nicht mehr genannt. 
VON ERZINGEN, Friedrich (I21560)
 
1620 Das Wappen von Wildberg basiert auf dem Siegel der Edlen von Wildberg. WILBERG, N. (I37145)
 
1621 Das Werk hat im Gegensatz zu den meisten anderen Musikdramen Wagners keinen erkennbaren mythologischen Hintergrund. Die Oberfläche des Werks stützt sich ganz auf Historisches. Wagner lässt Personen aus der Zeit Nürnbergs im Zeitalter der Reformation, im 16. Jahrhundert, auftreten, darunter den Dichter Hans Sachs. Dieser in Nürnberg und ganz Süddeutschland verehrte Dichter und Schustermeister (1494–1576) war mit über 6.000 Werken (ca. 4.000 Meisterlieder, ca. 1800 Spruchgedichte, ca. 200 Dramen, Fabeln und Schwänke) einer der produktivsten deutschen Dichter. Er war nicht nur der bekannteste Vertreter der Meistersänger, sondern galt auch als großzügiger Mensch. So schlug er etwa vor, die Beurteilung von Meisterliedern seiner Nürnberger Zunft nicht nur den vier Merkern zu überlassen, sondern dies mehrmals im Jahr der Zuhörerschaft zu übertragen.

Richard Wagner entnahm sein Wissen um die Regeln der Meistersinger (die „Tabulatur“) vor allem der 1697 erschienenen Nürnberg-Chronik mit einem Anhang „Von der Meister-Singer holdseligen Kunst“[3] Johann Christoph Wagenseils (1633–1705), der im übrigen dieses pedantische Regelwerk auf die strengen Regeln und Vorschriften des jüdischen Talmud zurückführt. Die angeblich bereits im 14. Jahrhundert schriftlich fixierte Tabulatur, welche die Musik der höfischen Minnesänger dem Bedarf ihrer bürgerlichen Nachfolger adaptieren sollte, gibt zugleich einen detaillierten Einblick in das damalige Leben der Handwerkermeister.  
VON WATT, Benedikt (I29553)
 
1622 Datenbank "Berner Geschlechter": www.bernergeschlechter.ch . Vogt zu Neuss. Gest. in Kollmar an der Ruhr (?). Epitaph in der Kirche Gerzensee BE. VON GAFFENRIED, Franz Ludwig (I41732)
 
1623 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55628)
 
1624 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55023)
 
1625 De Bary wurde als Sohn des angesehenen Frankfurter Arztes August Theodor de Bary geboren. Er entstammte einer uradeligen Hugenottenfamilie aus Barry bei Tournai in Belgien, die von dort durch die spanischen Habsburger unter Kaiser Karl V. vertrieben wurde und seit 1555 in Frankfurt nachweisbar ist.[1] Sein Vater unterstützte die früh beginnende Forscherneigung des Sohnes, indem er ihm die heute nicht mehr existente „Maininsel“ pachtete, damit dieser dort seinem Entdeckungsdrang nachgehen konnte. Bei seinen stundenlangen Kahnfahrten auf dem Main lernte er Pflanzen kennen und untersuchte einzellige Algen mikroskopisch.

Als Abiturient hatte er schon ein umfangreiches Herbarium, das er später dem Straßburger Botanischen Institut hinterließ. Durch seinen frühen Kontakt zum damaligen Leiter des Senckenbergischen Instituts in Frankfurt, Georg Fresenius entwickelte De Bary sein Interesse für Algen und Pilze sowie die Arbeit am Mikroskop. Bereits mit 21 Jahren fertigte er eine Abhandlung über den Phycomyceten Achyla, die von der hervorragenden Beobachtungsgabe de Barys zeugt. Dabei zeigte er, dass die Saprolegnia-Schwärmer zwei terminale Geißeln besitzen, während die Schwärmer von Achyla zwei seitliche Geißeln tragen. Mit dieser Arbeit widerlegte er unter anderem auch den bekannten Botaniker Nathanael Pringsheim (1823–1894), der für die Saprolegnia-Schwärmer nur eine Geißel angegeben hatte.

Akademische Karriere
In den Jahren 1849/1850 studierte De Bary Medizin in Heidelberg und in Marburg. Ab 1850 studierte er in Berlin, wo er 1853 zum Dr. med. promoviert wurde. Seine Dissertation hatte das Thema: De plantarum generatione sexuali. Nach nur einem Jahr Arbeit als Arzt entschloss sich de Bary zu einer Laufbahn als Botaniker und habilitierte sich 1854 an der Universität in Tübingen bei Hugo von Mohl (1805–1872).

Im Alter von nur 24 Jahren erhielt er 1855 einen Ruf als a.o. Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, an der er 1859 o. Professor und gleichzeitig Direktor des Botanischen Gartens wurde. In Freiburg war der russische Botaniker und Phytopathologe Michail Stepanowitsch Woronin sein Mitarbeiter, mit dem er mehrere bedeutsame Untersuchungen an Pilzen durchführte (z. B. über Chytridiales, Ascobolus, Mucor). 1867 nahm er einen Ruf an die Universität Halle an, um dann 1872 an die neu gegründete Kaiser-Wilhelm-Universität in Straßburg zu wechseln, deren Rektor er wurde. Dort wurde nach seinen Plänen ein neues Institut gebaut und 1882 bezogen. Zudem wurde der neue Botanische Garten der Universität nach seinen Angaben mit geräumigen Gewächshäusern errichtet.

Mitgliedschaften
Er war ab 1872 Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften und ab 1878 korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.[2][3] 1879 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften[4] und 1880 zum auswärtigen korrespondierenden Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften[5] gewählt. Die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique nahm ihn 1882 als assoziiertes Mitglied (Élu associé) auf.[6] 1884 wurde er als auswärtiges Mitglied in die Royal Society aufgenommen.[7] Er war Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte.[8]

Vermächtnis
Zahlreiche Schüler de Barys wurden später selbst berühmte Botaniker, so unter anderem Frederick Orpen Bower, Julius Oscar Brefeld, der Sohn von Charles Darwin Francis Darwin, William Gilson Farlow, Karl Ritter von Goebel, Pierre-Marie Alexis Millardet, Friedrich Oltmanns, Andreas Franz Wilhelm Schimper, der Flechtenforscher Hermann zu Solms-Laubach, Ernst Stahl, Julius Wortmann, Józef Rostafiński sowie Sergei Nikolajewitsch Winogradski.

Forschung
Das Arbeitsgebiet de Barys war besonders die vergleichende Anatomie der höheren Pflanzen, der Algen sowie der Pilze, hier besonders der Rostpilze und Brandpilze, mit denen er sich schon 1853 in seiner Habilitationsschrift beschäftigt hatte. 1866 erschien sein Buch über die Morphologie und Physiologie der Pilze, Flechten und Myxomyceten. Dabei hatte de Bary entdeckt, dass bei Pflanzenerkrankungen nicht die Pflanze den Pilz erzeugt, sondern dass die Pilze Ursache der Pflanzenkrankheiten sind. Diese Erkenntnis legte er am Beispiel der Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel in seiner 1861 erschienenen Arbeit Die Kartoffelkrankheit, deren Ursache und Verhütung dar. De Bary ist nach Ansicht des Biologen Ulrich Kutschera der Begründer der Phytopathologie.[

Zwar waren die komplizierten Entwicklungszyklen der Rost- und Brandpilze bereits von Louis René Tulasne (1815–1885) und seinem Bruder Charles Tulasne (1816–1884) entdeckt worden, es gelang jedoch erst de Bary, der mit beiden in Briefwechsel stand, unter anderem die doppelte Sporenbildung des Schwarzrostpilzes (Puccinia graminis) in Uredosporen (Sommersporen) und Teleutosporen (Wintersporen) aufzuklären. Nach Tulasne sollten diese Sporen einem Schleim entspringen. Außerdem fand er heraus, dass eine dritte und vierte Fruchtform, die Aecidien, auf dem Blatt eines Zwischenwirtes, im Falle des Schwarzrostes auf der Berberitze (Berberis vulgaris) gebildet wird. Aufgrund dieser Erkenntnis wurde die Ausbreitung des Schwarzrostes dadurch bekämpft, dass man die Berberitze aus der Feldflur beseitigte.

De Bary dehnte seine Forschung auch auf andere Krankheiten an Kulturpflanzen aus. So beschäftigte er sich unter anderem mit den Krankheiten der Weinrebe, dem Falschen Mehltau (Plasmopara viticola), dem Echten Mehltau (Oidium tuckeri) sowie mit dem Roten Brenner (Pseudopezicula tracheiphila).

Auf dem Gebiet der Mykologie klärte er unter anderem auch den Entwicklungsgang der Schleimpilze (Myxomyceten) auf, wies die Zugehörigkeit von Aspergillus als Konidienform zum Eurotium-Fruchtkörper nach und beschrieb den vollständigen Entwicklungsgang des Falschen Mehltaus der Weinrebe.

Weitere bahnbrechende Erkenntnisse gelangen de Bary auf dem Gebiet der Flechten. Ausgehend von diesen Arbeiten schlug er 1878 auf der 51. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Kassel vor, besonders enge Beziehungen oder Biosysteme zwischen zwei Arten als Symbiose zu bezeichnen. Symbiosen wurden von de Bary definiert als „Das Zusammenleben ungleichnamiger Organismen“.

Außerdem erkannte er 1858 die taxonomische und stammesgeschichtliche Zusammengehörigkeit der Zieralgen mit Fadenalgen aus der Verwandtschaft der bekannten „Schraubenbandalge“ Spirogyra. 
DE BARY, Heinrich Anton (I57636)
 
1626 De Weerth wurde als Sohn des ehemaligen Elberfelder Bürgermeisters Peter de Weerth (1694–1763) und seiner Frau Anna Christina Wichelhausen (1709–1751) geboren. Er selbst begann wie sein Vater als Kaufmann in Elberfeld und heiratete am 15. Dezember 1766 die Johanna Charlotta von Carnap (1744–1768), ihr Sohn war Peter de Weerth (1767–1855). Nach dem Tod seiner Frau, sie starb drei Tage nach der Geburt ihres Sohnes, heiratete Werner de Weerth 1769 ein weiteres Mal. Diesmal heiratete er die Susanna Maria Wilhelmina Siebel (1750–1784), mit der er fünf weitere Kinder hatte, von denen aber keines aus dem Kleinkindalter herauskam.

Werner de Weerth war Kaufmann und betrieb eine Firma, die er nach der Heirat seiner Schwester Anna Maria de Weerth (1735–1781) mit Reinhard Noot (1726–1809), dem Bürgermeister von 1764, zur Firma „de Weerth & Noot“ vereinigte. Er wurde 1767 zum ersten Mal zum Ratsverwandten gewählt und blieb dies bis 1769. Im Jahr 1770 wurde er dann erstmals zum Bürgermeister gewählt und im Jahr darauf wurde er Stadtrichter. Von 1772 war er erneut Ratsmitglied und blieb es diesmal bis 1778. Dann wurde er erneut zum Bürgermeister vorgeschlagen und erneut gewählt. Nachdem er 1780 erneut Stadtrichter gewesen war, war er von 1781 bis 1788 wieder Ratsverwandter. Im Jahr 1789 wurde er erneut, zum dritten Mal, Bürgermeister und im Jahr darauf wieder Stadtrichter. Danach war er noch bis 1794 Ratsverwandter in Elberfeld. Erst danach beendete er seine fast dreißigjährige politische Karriere. 
DE WEERTH, Werner (I53836)
 
1627 De Weerth wurde als Sohn von Werner de Weerth (1653–1738), dem Bürgermeister Elberfelds der Jahre 1705 und 1714, und dessen Ehefrau Ursula Kirberg (1670–1735) geboren. Er selbst heiratete die aus Bremen stammende Anna Christina Wichelhausen (1709–1751), Tochter des in Barmen geborenen und in jungen Jahren nach Bremen gezogenen Kaufmanns Engelbert Wichelhausen (1679–1761), der in Bremen zunächst zum Ältermann, später zum Ratsherrn gewählt wurde. Peter de Weerth und Anna Christina Wichelhausen heirateten am 20. Mai 1727 in Bremen und zogen anschließend nach Elberfeld, wo de Weerth als Kaufmann arbeitete. Aus dieser Ehe entstammten neun Kinder, von denen allerdings nur vier das Kleinkindalter überlebten. Darunter waren die Anna Maria de Weerth (1735–1781), die 1763 ihren Cousin Reinhard Noot, ebenfalls Bürgermeister von Elberfeld, heiratete und Werner de Weerth, der sogar drei Mal Bürgermeister von Elberfeld wurde.

Dank der Popularität seines Vaters, der zwei Mal Bürgermeister von Elberfeld geworden war, konnte er auch ohne große Verwandtschaft in Elberfeld politisch Karriere machen. Er wurde 1734 Gemeinsmann, nachdem er zuvor von 1729 bis 1733 Ratsverwandter der Stadt gewesen war. Im Jahr 1735 wurde er erstmals zum Bürgermeister vorgeschlagen, konnte sich jedoch nicht gegen Johannes Lohe durchsetzen. Stattdessen wurde er erneut Ratsverwandter, was er von 1735 bis 1738, von 1740 bis 1741, 1744, von 1746 bis 1748, 1750 bis 1753, 1755, 1756 und 1758 ebenfalls war. Bei der Bürgermeisterwahl 1742 wurde er schließlich ins Amt gewählt und wurde somit turnusgemäß ein Jahr später Stadtrichter von Elberfeld. Nach 1758 zog er sich zurück und starb schließlich am 9. März 1763 in seiner Heimatstadt, die Beerdigung fand fünf Tage später statt. Seine beiden Urgroßväter mütterlicherseits, Johann(es) Kirberg und Wilhelm Teschemacher, waren ebenfalls Bürgermeister von Elberfeld gewesen. 
DE WEERTH, Peter (I53838)
 
1628 Dedo wurde nach den Altaicher Annalen aus dem Jahre 1046 von Kaiser Heinrich III. mit zwei Markgrafschaften belehnt: der Lausitz und Thüringen. Im weiteren Zeitverlauf bildeten sie eine Einheit, aber in der Mitte des 11. Jahrhunderts waren es noch zwei verschiedene Macht- bzw. Verwaltungsbereiche.

1069, also noch vor der 1073 beginnenden sächsischen Adelsrevolte, kam es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen dem salischen König Heinrich IV. und Markgraf Dedo I., in der es um den Versuch Dedos ging, Güter, darunter auch königliche, gewaltsam an sich zu bringen. Außerdem ist der Konflikt mit dem König auch mit den in den Altaicher Annalen angedeuteten Spannungen ostsächsischer Adliger einerseits und dem Salier andererseits in Verbindung zu bringen, weil sich diese in ihren Rechten eingeschränkt fühlten. Als Reaktion auf des Wettiners Aktionen zog Heinrich IV. ein Heer zusammen und führte es durch Thüringen und Sachsen. Hilfe bekam Dedo in diesem Konflikt vom Mann seiner Stieftochter Adelheid, Adalbert II. von Ballenstedt. Nach der Eroberung der beiden Burgen Burgscheidungen und Beichlingen, in die Dedo Mannschaften gelegt hatte, sah der Markgraf die Aussichtslosigkeit seiner Lage ein und ergab sich. Der König ließ ihn gefangen nehmen, und er musste umfangreichen Besitz abgeben. Überdies wurde er abgesetzt und sein Sohn Dedo II. als Markgraf der Lausitz eingesetzt. Nach der Ermordung Dedos II. im gleichen Jahr versöhnten sich Heinrich IV. und Dedo I. und er bekam das Markgrafenamt zurück.

Im Jahre 1073 erhoben sich die Fürsten Ostsachsens gegen Heinrich IV.; zu ihnen gehörte auch Dedo. Auf Grund der Erfahrungen von 1069 zählte er jedoch zu den gemäßigteren Fürsten und bemühte sich in Goslar darum, den Zorn der anwesenden Fürsten auf Heinrich IV. zu mildern. Noch vor dem im Februar 1074 geschlossenen Frieden scheint Dedo die Seiten gewechselt zu haben, denn als danach die Kämpfe wieder begannen, hielt er sich aus diesen heraus. 1075 sorgte er im Auftrag des Königs für den Schutz des russischen Großfürsten Isjaslaw I., der in Sachsen weilte. Trotzdem musste er seinen Sohn, den späteren Markgrafen Heinrich I., als Geisel stellen.

Dedo starb 1075 nach längerer Krankheit. 
(LAUSITZ), Dedo I. (I39654)
 
1629 Degersheim, in der schweizerdeutschen Ortsmundart Tegersche [tegərʃə], ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Wil des Schweizer Kantons St. Gallen.  ZÜBLIN, Felix (I23079)
 
1630 Delsberg
Seit dem 7. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum Grundbesitz der elsässischen Herzöge. Im 12. Jahrhundert war der Ort Teil der Herrschaft Pfirt, die 1271 durch Kauf an den Bischof von Basel ging. Schon damals war das auf einem Geländevorsprung über der Sorne liegende Delsberg befestigt. Es bekam durch einen Freibrief des Bischofs Peter Reich von Reichenstein am 6. Januar 1289 das Stadtrecht. Damit wurde der Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung des Städtchens gelegt. Es war von 1289 bis 1793 Hauptort der Herrschaft Delsberg und schloss 1407 einen Burgrechtsvertrag mit der Stadt Basel ab. Während Jahrhunderten war Delsberg Sommerresidenz der Basler Fürstbischöfe. Im Geist der Gegenreformation wurden in Delsberg ein Kapuzinerkloster und ein Ursulinerinnenkloster gegründet, die beide 1793 aufgehoben wurden. Mitglieder der Familie de Grandvillers hielten immer wieder verschiedene wichtige Posten in der Stadtverwaltung.

Das Schloss Delsberg (französisch Château de Delémont) ist die ehemalige Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Basel. Es befindet sich an der Südwestecke der Altstadt von Delsberg, dem Hauptort des Kantons Jura. 
MARSCHALK, Walter (I41712)
 
1631 dem Bruder von König Alfons I., und Bruder des früheren Königs Aurelio (768–774) (ASTURIEN), Fruela Pérez (I37769)
 
1632 Dem Ritteradel angehörendes habsburg. Ministerialengeschlecht aus dem Aargau, später zum stadtbern. Patriziat zählend. Vermutlich als Erster der Fam. wurde Peter ( 1287), Schultheiss von Brugg 1278-81, erwähnt. Sein Sohn Berchtold ( 1344) erwarb 1301 oder 1311 die Herrschaften Kasteln und Ruchenstein. Zum Besitz im Aargau gehörten ab Ende des MA auch Wildenstein und Auenstein. Berchtolds Enkel Albrecht fiel mit drei Vettern 1386 im Dienst Ehzg. Leopolds bei Sempach. Albrechts Neffe Hans Wilhelm ( 1449), genannt Truchsess, war als Gefolgsmann Hzg. Friedrichs im Tirol ansässig. 1434 erhielt die Fam. von Ks. Sigismund ein privilegium de non evocando, das sie vom Gerichtszwang befreite. Albrechts Bruder Henmann ( 1421) wurde 1407 Burger von Bern und ab 1414 Herr zu Schinznach. Seine drei Enkel Johann, Hans Albrecht und Hans Friedrich kämpften für Bern bei Héricourt, Grandson und Murten und erhielten dafür die Ritterwürde. Die jüngere, von Hans Albrecht ( 1517) ausgehende Linie im Aargau besass Kasteln, Wildenstein, Auenstein und Ruchenstein und starb 1624 aus. Durch Erbgang in der weibl. Linie gelangte Auenstein und Wildenstein teilweise an die Fam. von Erlach. Vor der Reformation stellte die Fam. mehrere Chorherren (u.a. in Beromünster), Nonnen (z.B. in Königsfelden), und Klostervorsteherinnen wie Elisabeth (1343-57) in Hermetschwil und Margaretha . Bis Ende des 15. Jh. heirateten die M. in ostschweiz.-österr. Adelskreise ein, danach wurden führende Fam. Berns bevorzugt.
Hans Friedrich ( 1491) erwarb durch seine Heirat mit Barbara von Scharnachtal die Herrschaft Brandis und begründete die Berner Linie. Sein Sohn Kaspar sass als Erster der Fam. 1500 im Gr. Rat, 1517 im Kl. Rat von Bern. Dessen Nachkommen waren erfolgreich im bern. Staatsdienst tätig. Kaspars Sohn Beat Ludwig, später Albrecht und dessen Sohn Niklaus Friedrich wurden Schultheissen. Offiziere in bern. und fremden Diensten waren Niklaus und Albrecht. Landvögte waren u.a. Wolfgang, der wohlhabende Inhaber des Landsitzes Löwenberg bei Murten, sowie Friedrich, der mit seiner Sammlung von Büchern und Handschriften die Grundlage für die Familienbibliothek schuf. Friedrichs direkte Nachkommen Egbert Friedrich und Wolfgang Friedrich machten sich als Historiker verdient. 1816 wurden Niklaus Friedrich und sein im diplomat. Dienst von Württemberg stehender Vetter Rudolf (1788-1851) zu erblichen österr. Reichsgrafen ernannt. Rudolfs Söhne Wilhelm (1823-63) und Rudolf (1827-98) waren Diplomaten für Frankreich und Österreich. Von den Geschwistern Wolfgang Friedrichs war Eberhard Friedrich (1861-1927) Orientalist und kaiserl.-dt. Kammerherr, Helene eine Vorkämpferin der Frauenrechte sowie ihre Nichte Eleonore (1893-1967) Bildhauerin in Paris. Mit den Nachkommen Wolfgang Friedrichs besteht die Fam. bis heute. Sein Sohn Egbert (1896-1976) und dessen Vetter Wolfgang (1891-1979) verkauften die Familienbibliothek an die Burgergem. Bern. (Info: HLS) 
VON MÜLINEN, Stammlinie (I21300)
 
1633 Den 12. Mai [1678] ist auf Gäss [Gais] im Appenzellerland begraben worden Frau Ursula Gächauf, welche sich daselbst,
gleich als in expetio [das sie aufgesucht, wo sie hingegangen ist], in da 12 Jahr lang aufgehalten, darunter, dass ihr Mann Hr. Josua Schlatter, des Rats, Unterbauherr und Gastgeber allhier zur Sonnen, ein Papist worden [Josua Schlatter ist 1666 zum katholischen Glauben übergetreten]. Sie ist strikte an der Evangelisch-Reformierten Religion verblieben bis an ihr Ende. Ist am Pfingstmontag am morgen, war der 20. d[ieses] mesi [Monats] allhier zu Bischofszell von mir verkündigt worde 
GEGAUF, Ursula (I30167)
 
1634 Den Hauptstamm der Grafen von Lechsgemünd führte Diepolds Sohn Berthold I. (1193-1253 bezeugt) fort, der das Kloster Niederschönenfeld (Lkr. Donau-Ries) stiftete. Er nannte sich als erster nach der Burg Graisbach (Gde. Marxheim, Lkr. Donau-Ries), wenn auch die alte Benennung die übliche blieb. Seine Nachkommen waren Heinrich V. (1223-1237 bezeugt) und Berthold II. (1238-1288). Mit Berthold III. (1285-1324) starb 1324 - Berthold IV. war vor dem Vater gestorben - der letzte weltliche, mit seinem Bruder Gebhard von Graisbach, Bischof von Eichstätt (reg. 1324-1327), am 14. September 1327 der letzte Spross der Grafenfamilie in der Manneslinie aus VON GRAISBACH (VON LECHSGEMÜND), Berthold I. (I11226)
 
1635 Den Tod seines Vaters konnte er nicht verschmerzen, so versuchte er den Bürgermeister Rudolf Brun und seine Anhänger zu vernichten. Doch es misslang gründlich, vermutlich aufgrund Ausspähung, und er wurde gefangen genommen. Zwei Jahre lang wurde er in Wellenbergturm bei Zürich gefangengehalten, seine Brüder Rudolf IV. und Gottfried II. konnten ihm nicht helfen, ihnen fehlten alle Mittel. Die Zürcher zerstörten ihm die Burgen Alt-Rapperswil und Neu-Rapperswil und verheerten die March. Da Rapperswil österreichisches Lehen war, kam es zwischen Zürich und König Albrecht zum Krieg. Zürich, das dem Bund der Eidgenossen beigetreten war, wurde belagert, doch 1352 schloss man ein Friedensabkommen, bei dem Graf Hans II. freikam. Während seiner Gefangenschaft soll er der (erstmals bei Etterlin bezeugten) Überlieferung nach das Lied vom Blauen Blümelein[1] ersonnen haben, er gilt daher auch als Minnesänger.


Ich weiß mir ein Blümli blawe
von himmelklarem Schin;
Es stat in grüner Awe,
Es heißt: Vergiß nit min.
Ich konnt es nirgend finden,
War mir verschwunden gar,
Vor Rifen und kalten Winden
Ist es nimmer da.

Aegidius Tschudis Erzählung über den Grafen und dessen Lied hat den jungen Goethe zu seinem Lied des gefangenen Grafen inspiriert.

Nach allen diesen Fehden waren die drei Brüder finanziell am Ende, so dass sie am 31. Dezember 1353 eine Erbteilung beschlossen, Rudolf IV. erhielt Stadt und Feste Laufenburg, die Burg zu Herznach und Anteil an der Grafschaft Sisgau. Gottfried II. wurde Herr zu Alt-Rapperswil in der March und im Wägital und behielt die Vogtei über das Kloster Rheinau. Die Grafschaft im Klettgau teilte er sich mit Rudolf IV. Hans II. behielt das Schloss Rapperswil. Da er jedoch keine Mittel hatte das zerstörte Eigentum wiederherzustellen verkaufte er es 1354 an Österreich. Vergeblich war sein Versuch das einträgliche Großmeieramt über das Damenstift Säckingen zu erlangen, die Familie von Schönau gab ihre Ansprüche nicht auf. Auch Rudolf IV. suchte sich an das Stammhaus Österreich anzubinden, er begab sich mit Stadt Laufenburg 1356 in dessen Schutz.
Mit seinem Bruder Rudolf IV. wird er um 1353/54 und danach nochmals ab 1364 in Italien als Condottiere erwähnt, er wurde dort Il Conte Menno (Graf ohne Bart) genannt, seine Rückkehr in die Heimat wird im April 1372 vermeldet. Er war zwar in gutem Sold der Stadt Florenz und als Söldnerführer im Kampf der Florentiner gegen Pisa gewesen und hatte diesen zum Sieg verholfen, doch um nichts reicher geworden kehrte er nach Laufenburg zurück. 1375 zog der Ruhelose nochmals für zwei Jahre mit einem Trupp Reisiger nach Italien. Er starb 1380 
VON HABSBURG-LAUFENBURG, Johann II. (I35738)
 
1636 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I1984)
 
1637 Der 1622 getaufte älteste Sohn des Leonhard Nierstraß, Johannes, war Ende 1651 noch ledig, spätestens 1668 aber mit Tringen Thoren verheiratet. Beides geht aus zwei Einträgen in den Gerichtsprotokollen Geilenkirchen (Staatsarchive Düsseldorf, Bd. 33 bzw. 34) und die folgendermaßen lauten: 18.12.1651 „Johann Nierstrat von Eschweiler, ledig“ kauft Land zu Grotenrath. 7.10.1668 „Joannes Nierstraed in Eschweiler und Tringen Thoren uxor“ verkaufen all ihr Erb und Gut in und um Nierstraß gelegen, wie ihnen solches nach Absterben ihrer Eltern Johann Thoren und Mechtildis anerfallen, item ihren Erbanteil, so ihnen von ihrem Ohemen selig Thewis Thoren anerfallen“ für 85 '2 Rthlr.
H.F. Macco, Geschichte und Genealogie der Familien Peltzer, Aachen 1901, S. 149
http://www.familienbuch-euregio.de (det=42987)  
NIERSTRASS, Johannes (I24796)
 
1638 der 1757 als Kanzler von →Clemens August von Bayern (1700–61), Fürstbischof von Münster und Kurfürst von Köln, von Ks. Franz I. als „von Schüching“ in den Reichsadelsstand erhoben wurde und auch den Familienbesitz in Sassenberg erwarb. Dessen Neffen →Christoph Bernhard (1753–78) und →Clemens August (1759–90), zwei Privatgelehrte, waren die ersten auch überregional bekannten Schriftsteller des Geschlechts. VON SCHÜCKING, JUD JUD Christoph Bernhard Engelbert (I19031)
 
1639 Der achte und letzte Schild beschließt die mütterliche Seite mit dem Wappen der Urgroßmutter Maria Salome Lucia von Pfirt (-20.4.1721), Tochter von Philipp Jakob von Pfirt und Maria Anna von Schönau. Im Schild sieht man in Schwarz einen silbernen, doppelschwänzigen Löwen. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender, gekrönter nackter Frauen- oder Mannesrumpf, auch als Mohrenrumpf dargestellt, in der Lit. auch als schwarz gekleideter, bärtiger "Judenrumpf" beschrieben, um die Vielfalt noch größer werden zu lassen, die weitere Variationsbreite umfaßt rote oder schwarz-silbern geteilte Kleidung, immer jedoch mit schwarz-silbernen abflatternden Bändern um den Kopf (vgl. Grünenberg f. 175, Zür. W. K. Tab. 20 No. 471 und Büheler f. 33a und f. 27, vgl. Siebmacher Band: Bad Seite: 66 Tafel: 40 und Band: Els Seite: 17 Tafel: 21, auch Pfyrdt oder Pfürt oder gar französisch abgewandelt unter dem Namen Ferrette oder Ferrette de Florimont, Pfirt von Blumberg). VON PFIRT, Anastasia (I32127)
 
1640 Der achte und letzte Schild beschließt die mütterliche Seite mit dem Wappen der Urgroßmutter Maria Salome Lucia von Pfirt (-20.4.1721), Tochter von Philipp Jakob von Pfirt und Maria Anna von Schönau. Im Schild sieht man in Schwarz einen silbernen, doppelschwänzigen Löwen. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender, gekrönter nackter Frauen- oder Mannesrumpf, auch als Mohrenrumpf dargestellt, in der Lit. auch als schwarz gekleideter, bärtiger "Judenrumpf" beschrieben, um die Vielfalt noch größer werden zu lassen, die weitere Variationsbreite umfaßt rote oder schwarz-silbern geteilte Kleidung, immer jedoch mit schwarz-silbernen abflatternden Bändern um den Kopf (vgl. Grünenberg f. 175, Zür. W. K. Tab. 20 No. 471 und Büheler f. 33a und f. 27, vgl. Siebmacher Band: Bad Seite: 66 Tafel: 40 und Band: Els Seite: 17 Tafel: 21, auch Pfyrdt oder Pfürt oder gar französisch abgewandelt unter dem Namen Ferrette oder Ferrette de Florimont, Pfirt von Blumberg). VON PFIRT, Philipp Jakob (I37520)
 
1641 Der alte Beruf der Patrizier

In den Reichsstädten bildeten die Patrizier, deren Anfänge die Dienstleute des Königtums waren, eine kleine Oberschicht. Die Patrizier betätigten sich auch als Großhändler. In Memmingen taten sie das vor allem mit Salzhandel und erwarben im Lauf der Zeit Grundbesitz, vor allem rings um die Stadt. In der Stadtverwaltung übernahmen die Patrizier vielfach Ämter. Darunter waren auch das des Bürgermeisters, eines Rates oder eines Geheimen Rates. So lenkten sie die Geschicke der Stadt. Meist wurden die Patrizier dann mit dem erblichen Adel vom Kaiser oder Kurfürst ausgezeichnet. Entsprechend zu den anderen Bürgern, die in Zünften organisiert waren, hatten sich die Patrizier zur Großzunft zusammen geschlossen. Nach dem Übergang an Bayern wurde letztere aufgelöst und die besondere Stellung des Patriziates verschwand. 
GRIMMEL\GRIMLIN VON MEMMINGEN, Hans (I5768)
 
1642 Der älteste Sohn des Bürgermeisters Georg Heinrich Orth immatrikulierte sich am 1. April 1752 an der Uni Tübingen. Er war erst Pfarrschreiber, dann Archivar, und gehörte 1770 dem kleinen, inneren Rat („von den burgern“) an, war ab 1789 Steuerherr und ab 1. Juli 1794 Bürgermeister von Heilbronn.

Er war 1756 verheiratet mit Catherina Salome Weigand, der Tochter eines württembergischen Hofkammerrats aus Wimpfen, und hatte mit ihr eine Tochter und zwei Söhne: Heinrich Friedrich und Georg Ludwig. Der 1760 geborene Heinrich Friedrich Ludwig Orth immatrikulierte sich für Jura an der Karlsschule Stuttgart und machte dort die Bekanntschaft mit Friedrich Schiller. Er trat zwar in die Heilbronner Ratshierarchie ein, führte jedoch einen anstößigen Lebenswandel (man nannte ihn den „Sauorthle“), so dass er nach dem Tod des Vaters von seiner Gerichtsstelle entlassen wurde. Er zog dann als Musiker durchs Land und ist dabei verschollen. Sein Bruder Georg Ludwig Eberhard Orth (1767–1828) versuchte sich erfolglos als Kaufmann, verließ Heilbronn 1808 und starb kinderlos. 
ORTH, Heinrich Karl Philibert (I57520)
 
1643 Der älteste Sohn des Eberhard Hoesch (1790–1852) und der Johanna Dorothea Adelheid Hoesch geb. Wuppermann (1789–1879) war im Jahr 1840 zunächst als Volontär in Amsterdam tätig und trat am 1. Januar 1845 in das Unternehmen seines Vaters ein. Dieser hatte um 1824 mit britischen Fachkräften in Düren-Lendersdorf eine zu jener Zeit noch unbedeutende Eisenhütte übernommen und sie durch die Einführung des Puddelverfahrens zur Eisen- und Stahlgewinnung erheblich ausbauen können. Gustav Hoesch wurde nun zusammen mit seinen Brüdern Viktor und Eberhard Hoesch auch Teilhaber dieses Unternehmens, das daraufhin in Eberhard Hoesch & Söhne umfirmiert wurde.

Diese Hütte wurde zur Keimzelle der späteren Hoesch AG in Dortmund, nachdem Gustavs Vetter Leopold Hoesch (1820–1899) sich im Jahre 1871 entschloss, die einzelnen Familienunternehmen zwecks besserer Verkehrs- und Ressourcenanbindung nach Dortmund zu verlegen und zu konzentrieren. Das weiterhin rentable Lendersdorfer Werk blieb dennoch für den örtlichen Bedarf vorerst in Betrieb, und Gustav Hoesch war bis zu seinem Tode Leiter dieses Werkes, wogegen seine Brüder Viktor und Eberhard ebenso wie Leopolds Söhne Wilhelm (1845–1923) und Albert Hoesch (1847–1898) als weitere Gründungsmitglieder der Hoesch AG den Umzug nach Dortmund mitvollzogen. Erst im späteren 20. Jahrhundert wurde die Lendersdorfer Hütte endgültig geschlossen.

Darüber hinaus war Gustav wiederum mit seinen Brüdern Teilhaber der Firma Hoesch & Söhne am Sticher Berg in Eschweiler, ein 1846 ebenfalls von seinem Vater errichtetes Puddlings- und Walzwerk mit drei Hochöfen, zehn Puddelöfen und drei Schmelzöfen. Das Werksgelände am Sticher Berg wurde nach der Verlegung des Unternehmens nach Dortmund von dem Stahlbau-Unternehmen F. A. Neuman übernommen und ist noch heute existent.

Gustav Hoesch war seit 1857 verheiratet mit Maria (Agnes Julie) Hoesch geb. Pfeifer (1834–1920), Tochter des Kölner Zuckerfabrikanten Emil Pfeifer (in Firma Pfeifer & Langen) und dessen Ehefrau (Maria) Emma Pfeifer geb. Hoesch, Tochter des Dürener Papierfabrikanten Ludolf Matthias Hoesch und der Juliane Hoesch geb. Schleicher. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Eberhard Emil (1858), Georg Gustav Emil (Rufname) (1859) und Lucie Agnes Aline Valentine (1864–1944).

Hoesch war, wie alle Mitglieder der Unternehmerfamilie Hoesch, sehr sozial eingestellt. Er vermachte am 19. Februar 1885 dem Freiwilligen Armenverein 30.000 Mark zum Bau einer Speisehalle und der Stadt Düren 20.000 Mark für das Hospital und die gleiche Summe nochmals für die Errichtung eines Totenhauses.

Heute noch weist am Haus Robert-Koch-Straße 8 in Düren, gebaut im Jahre 1953, eine Gedenktafel auf den Stifter und Wohltäter hin. 
HOESCH, Gustav (I52762)
 
1644 Der älteste Sohn Henricus bewohnte das von den Eltern geerbte Haus 'am Hagdorn'. Er war als Gemarkenschreiber der Bilker und der Reisholzer Gemark tätig und versah nach dem Tod des Vaters auch dessen Gerichtsschreiberdienst. In seiner Wohnung am Hagdorn fand am 21. und 22.04.1654 die Tagung der 84. bergischen Provinzialsynode statt. - Heinrich war verheiratet mit Anna von Burwinkel (*1601) und starb 1673 im Alter von 80 Jahren im Haus 'am Hagdorn'. [Strangmeier NB 28 S. 10-13]

Im Zusammenhang mit dem Familienwappen der Hüls hat Eike Pies vermerkt, dass Heinrich Hüls der Gemahl von Judith Teschemacher gewesen sei. Dazu schreibt Strangmeier:

"Nach den genealogischen Forschungen Cleffs [Robert Cleff, ein bergischer Forscher 1805-1875. Von Marie-Luise Baum. Zeitschr. d. BGV Jahrg. 67/1939, Tafel 22] soll Heinrich Hüls dreimal verheiratet gewesen sein:
1. mit Gertrud, 2. mit Anna von Borwinkel, 3. mit Judith Teschemacher. Die Herausgeberin der Cleffschen Tafeln, Frau Marie-Luise Baum, hat hierzu bereits in ihrem Register zu den Tafeln vermerkt: »Wahrscheinlich Irrtum.«" [NB 28 S. 13] 
HÜLS, Heinrich (I53811)
 
1645 Der älteste Sohn Herzog Heinrichs des Löwen und Mathildes von England war seit Januar oder Februar 1194[1] mit Agnes von Staufen, der Erbtochter des rheinischen Pfalzgrafen Konrad von Staufen verheiratet. Aus dieser Ehe gingen mit Heinrich dem Jüngeren, Irmengard bei Rhein und Agnes drei Kinder hervor. In zweiter Ehe war er seit 1211 mit Agnes von Landsberg, Tochter des Markgrafen Konrad II. der Niederlausitz († 1266), verheiratet. Diese Ehe blieb kinderlos.
 
VON BRAUNSCHWEIG, Heinrich (V.) ´der Ältere` (I54355)
 
1646 Der älteste Sohn von Mattheis (II.) hieß wiederum Mattheis (III.) (1610–1679) und erbte die Ellermühle, die Jordanmühle und später noch die Hammermühle.

Kupferhof Steinfeld
Mathias Peltzer (1610–1679) erwarb 1633 Grundstücke „auf dem Steinrutsch“. Die Verkaufsurkunden existieren nicht mehr und daher ist der Verkäufer der Flächen unbekannt. Es ist aber sicher, dass es sich um die ursprünglichen Grundstücke Becks handelte.

Mitte des 17. Jahrhunderts erwarb Matheis Peltzer (1610–1679), Kupfermeister auf der Ellermühle und verheiratet mit Sara Schleicher, das weitläufige Grundstück „Am Steinrutsch“ am linken Ufer des Vichtbaches vom Stolberger Burgherrn Franz Karl Freiherr Raitz von Frentz, der diese Parzelle „Im grünen Thal“ genannt hatte, und gründete dort die Galmeimühle Grünenthal. Dabei reichte das Gesamtareal bis zur späteren Parzellierung durch die Stadt Stolberg im Jahr 1887 von der heutigen Sonnentalstraße und dem Kaiserplatz bis etwa zur Rosenthalstraße. Peltzers Sohn Mathias (1632–1697), verheiratet mit Johanna Hoen und Kupfermeister auf dem Hammer, übernahm den Hof Grünenthal und vererbte diesen nunmehr seinem Sohn Matthias (* 1662), der mit Mechtildis Elisabeth Steingen verheiratet war. Dieser ließ zwischen 1699 und 1703 im Bereich der dortigen Steinfeldstraße zunächst das von zwei Turmtrakten flankierte, repräsentative Herrenhaus erbauen und richtete auf dem Gelände einen neuen Kupferhof ein. Durch spätere Um- bzw. Anbauten entstand letztlich die heutige Form einer dreiflügeligen, herrschaftlichen Hofanlage. 
PELTZER, Matthias IV. (I47587)
 
1647 Der anglo-normannische Dichter Wace (12. Jahrhundert) beschrieb den Grafen von Blois in seinem Roman de Rou wie folgt: Theobald war voll List und Falschheit, zu Mann noch Frau trug er Freundschaft, für Freie und Gefangene kannte er kein Dank und Mitleid, noch zögerte er vor Verfehlung und Sünde. (BLOIS), Theobald I. (I40281)
 
1648 Der Apotheker Conrad Daniel Nebel heiratete im Jahre 1662 die Tochter seines Vorgängers, Adolf Vorst, und bat im gleichen Jahr um die Belehung mit der kurpfälzischen Hof-Apotheke, die ihm auch am 01. Oktober 1662 bewilligt wurde. Als Conrad Daniel Nebel 1672 starb, wurde die Apotheke an Johann Bernhard Hofstatt verpachtet und der Sohn des 1672 gestorbenen Conrad Daniel Nebel, der junge, noch unmündige Daniel Nebel (1664-1733) wuchs in seinem Elternhaus bei Apotheker Johann Bernhard Hofstatt auf.
Geschichte der Heidelberger Apotheken

Er wurde Apotheker. Durch seine Frau wurde er der Besitzer der Hofapotheke. Das junge Paar lebte im ´Vitzthumshaus`am Markt. Das war ein ehemaliger Adelshof an der Ecke der Apothekergasse.
Er sorgte schon frühzeitig dafür, dass seinem Sohn das Erblehen der Apotheke sicherfgestellt wurde. Der diesbezügliche Antrag vom 18.12.1668 wurde unterm 30.07.1669 genehmigt. Conrad Daniel Nebel tat wohl daran, so frühzeitig für seinen Sohn zu sorgen, denn schon vier Jahre später wurde er den Seinen durch den Tod entrissen und für den achtjährigen Sohn begann eine harte Schule, in der ihm manchmal die elterliche Fürsorge bitter gefehlt haben wird.
Als er starb wurde die Hofapotheke an Johann BErnhard Hofstatt verpachtet, Der junge unmündige Sohn Daniel Nebel wuchs in seinem Elternhaus bei Apotheker Hofstatt auf.


Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2489
Pfalz / 1173-1828
Spezialia badischer Orte
Heidelberg, Stadt
Heidelberg, 1662 Oktober 1
Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz verleiht das ehemals Schöntal'sche Erblehen dem Konrad Daniel Nebel. / 1. Oktober 1662
Dazugehöriger Revers vgl. GLA 43 Nr. 2490
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801158

Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2490
Pfalz / 1173-1828
Spezialia badischer Orte
Heidelberg, Stadt
1662 Oktober 1
Konrad Daniel Nebel reversiert gegenüber Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz wegen des ehemals Schöntal'schen Erblehens. / 1. Oktober 1662
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801159

Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2806 Archivalieneinheit
Pfalz / 1173-1828
Spezialia badischer Orte
Heidelberg, Stadt
Heidelberg 1665 August 5
Der Hofapotheker Konrad Daniel Nebel zu Heidelberg vergleicht sich mit genannten Einwohnern daselbst wegen des Wasserflusses aus dem Bremeneck. / 5. August 1665
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801160

Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2491 Archivalieneinheit
Pfalz / 1173-1828

Spezialia badischer Orte

Heidelberg, Stadt
Heidelberg, 1669 November 17
Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz erneuert dem Hofapotheker Daniel Nebel die Belehnung mit dem ehemals Schöntal'schen Erblehen. / 17. November 1669
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801163 
NEBEL, Conrad Daniel (I2276)
 
1649 Der aus einem alten, schon im 15. Jahrhundert erwähnten Aachener Geschlecht entsprossene neue Eigentümer von Gut Kalkofen, Gotthard Schardinel II, wurde am 29.03.1632 als Sohn von Gotthard Schardinel I und dessen Gattin Margarethe Mewis in Aachen getauft. Er war, wie sein Vater, Kupfermeister. Nach dem Stadtbrandt von 1656 verlegte er seinen ausgedehnten Betrieb nach Stolberg, wo er von Hieronymus von Efferen den zerflalen Kupferhof auf dem Hammer erwarb, der unter seiner Hand erneuert wurde und prächtig gedeihte. Gotthard Schardinel folgte auf Grund seines persönlichen Ansehens und seiner vielfachen Handelsbeziehungen zu den Generalstaaten seinem verstorbenen Schwager Arnold von Wachtendonk im Amte eines Agenten der Generalstaaten in Aachen. Er war zweimal vermählt, in erster Ehe seit dem 20.01.1660 mit Katharina Peltzer, +1679, jüngste Tochter des Kupfermeisters Heinrich Peltzer zum Hammer in Stolberg. Nach deren Tod heiratete er am 05.01.1681 Sara von Wachtendonk, Tochter des kaiserlichen Agenten zu Aachen, Francois von Wachtendonk. Gotthard Schardinel II starb im Jahre 1708. Von seinen acht Kindern hatte Gotthard III Schloss Kalkofen 1691 bei seiner Heirat mit Beatrix von Slype zu Maastricht als Heiratsgut erhalten.

[Prym] Gotthard Schardinel kaufte im Jahre 1671 (20.02.1671) für 15.242 Pattakons das adelige Schloß Kalkofen und wurde mit der Würde eines Agenten der Generalstaaten ausgezeichnet. Die Stellung entsprach der eines Konsuls, und zwar für die regierende Abgeordnetenversammlung der damals selbstständigen Provinzialstaaten der Niederlande. Er war Besitzer des Schmidthofs und besaß ein Drittel am Dollartshammer, das vor ihm einmal dem Stolberger Burg- und Jülicher Unterherrn Hieronymus von Effern gehört hatte.
Nach dem großen Aachener Stadtbrand 1656 verlegte dieser zwar seinen Kupferhof nach Stolberg, wo er einen Teil des zerfallenen Dollartshammers kaufte, seinen Wohnsitz beließ er aber auf dem Rittergut.[18] Dies schenkte er 1691 seinem Sohn Gotthard Schardinel III. zu dessen Hochzeit mit Beatrix von Slype. Nach deren Tod stand das Anwesen 1748 zum Verkauf.

[Wikipedia] Der Kupfermeister Gottfried Schardinel hatte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts seinen Wohnsitz auf dem Kupferhof Bauschenberg. Er galt als der reichste Kupfermeister Stolbergs und verfügte zeitweise über mehr als 20 aktive Schmelzöfen. Schardinel war 1656 nach dem großen Brand von Aachen nach Stolberg gezogen. 
SCHARDINEL, Gotthard (I6073)
 
1650 Der Bankier Heinrich (Aaron) Pereira (1773–1835), dessen männliche Vorfahren aus Portugal stammten, wurde von dem in Wien tätigen Bankier Nathan Adam Frhr. v. Arnstein (1748–1838, s. NDB I*) in Amsterdam als vermögender Jude zum Schwiegersohn ausgewählt. Deshalb übersiedelte Heinrich nach Niederösterreich und heiratete 1802 Arnsteins einzige Tochter Henriette (Judith) (1780–1859). 1806 erhielt Heinrich als zweiter Jude nach Adam Arnstein in Wien die Grundbesitzfähigkeit. 1810 wurde er von seinem Schwiegervater adoptiert, um den Namen Arnstein zu bewahren; im selben Jahr traten Heinrich und Henriette zum Katholizismus über, nachdem ihre Kinder im Einverständnis mit Ebf. Sigismund Anton v. Hohenwarth (1730–1820) schon vorher im geheimen getauft worden waren (Taufpate: Joseph v. Sonnenfels, 1732-1817). Mit der Erlaubnis, sich „Pereira-Arnstein“ zu nennen, wurde Heinrich 1812 in den Freiherrenstand ar hoben und trotz Widerspruchs der Stände 1815 in den niederösterr. Herrenstand aufgenommen, denn er besaß u. a. die niederösterr. Herrschaften Erlakloster, Neudegg, Dobra, Waldreichs, Krumau zu Wetzlas, Schwarzenau und Allentsteig. Heinrich, der zu den bedeutendsten Bankiers in Wien zählte, erwarb sein großes Vermögen vornehmlich mit der Auflage von Staatsanleihen während der Napoleonischen Kriege und wandte sich dann der Finanzierung des im Aufbau befindlichen Eisenbahnwesens zu. Henriette, selbst eine talentierte Pianistin, führte die Tradition des berühmten literarisch-musikalischen Salons ihrer Mutter Fanny v. Arnstein (1758–1818, 1798 Freifrau v., s. NDB I) weiter. Ihr Sohn Ludwig (Louis) (1803–58) besaß die Herrschaften Altenberg (Niederösterr.) sowie Böös (Ungarn) und war seit 1834 öffentlicher Gesellschafter des Bankhauses „Arnstein & Eskeles“, das mit seiner großen Baumwollspinnerei in Lochowitz (Böhmen) und den Zuckerfabriken in Graz und Laibach auch in der Industrie tätig war. Er war Verwaltungsrat der Staatsbahngesellschaft, kgl. schwed. Generalkonsul und seit 1845 Mitglied des niederösterr. Landtages, wo er für einen verstärkten Einfluß der Ständevertreter eintrat. Auch künstlerisch als Maler und Bildhauer tätig, beteiligte er sich 1832-47 an den Ausstellungen der Akademie bei St. Anna in Wien. Sein Palais in Wien ließ er nach den Plänen des Architekten Ludwig Förster (1797–1863) errichten. Verheiratet war er mit der Hofratstochter Theresia Freiin v. Diller (1806–43) und nach deren Tod mit Henriette Gfn. Larisch v. Moennich (1817–61). Dieser Ehe entstammte Alfons (1845–1931). Er nahm als Linienschiffsfähnrich an der Schlacht bei Lissa teil, reiste im Gefolge des späteren Kaisers Maximilian nach Mexiko, beteiligte sich an der Ostasienexpedition des Admirals Beck und verbrachte längere Zeit auf Java. Nach seiner Heirat 1873 mit Anna Freiin Vranyczany v. Dobrinovic (1855–1924) wurde er Botschaftssekretär in Rom und dann ao. Gesandter in Stuttgart. Ludwigs Bruder August (1811–47), Herr auf Allentsteig und Schwarzenau, heiratete durch die Verehelichung mit Seraphine Gfn. Amadé de Várkony (1814–48) in den Hochadel ein. Ihr Sohn Heinrich (1836–1903), Erbe des Gutes Allentsteig, war mit der ungar. Gräfin Dorothea Széchényi (1841–92) verheiratet, sein Bruder Viktor (1838–1902), verehelicht mit Viktoria Gfn. v. Fries (1845–1912), besaß Schloß Bergheim und nützte die Möglichkeiten der noch jungen Verfassung: Die Kurie der Großgrundbesitzer entsandte ihn, den Konservativen, 1871 und 1884 in den oberösterr. Landtag, er war in Oberösterreich Landeshauptmann-Stellvertreter, gab jedoch 1889 sein Mandat zurück und übersiedelte nach Wien. Sein Enkel Ferdinand (1898–1934), noch im Geldgeschäft als Vorstand der Tresorverwaltung der „Von der Heydt's-Bank A.G.“ tätig, verheiratete sich mit Maria Gfn. v. Mensdorff-Pouilly (1894–1987). So integrierten sich die ursprünglich jüd. Bankiers P. dank Großgrundbesitz und Heiraten in die kath. großbürgerlich-aristokratische Gesellschaft, die zumindest in der österr. Reichshälfte des ausgehenden 19. Jh. bestimmend war. Was die ersten beiden Generationen geschaffen und erworben hatten, konnten die folgenden Generationen nur teilweise halten:|Das Bankhaus ging in Konkurs, den Großgrundbesitz teilten sich die zahlreichen Nachkommen, er ging teilweise verloren.

Literatur
Wiener Ztg. v. 23.8.1931;
H. Jäger-Sunstenau, Die geadelten Judenfam. im vormärzl. Wien, Diss. Wien 1950, 2. Bd., S. 160 f.;
ders., Wappen, Stammbaum u. kein Ende, 1986, S. 170 f.;
R. Komanovits, Der Wirtsch.adel unter Ks. Franz II. (I.) in d. Zeit v. 1792 bis 1815, phil. Diss. Wien 1974, S. 227 f., 258;
S. Walther, Der „zweite Adel“, Kultur u. Ges. vor 1848, in: Bürgersinn u. Aufbegehren, Biedermeier u. Vormärz in Wien 1815-1848, Ausst.kat. Wien 1988, S. 315;
I. Mittenzwei, Zw. gestern u. morgen, Wiens frühe Bourgeoisie an d. Wende v. 18. z. 19. Jh., 1998, S. 95, 129, 319;
Weimarer hist. gen. Tb. des ges. Adels jehud. Ursprungs, 1912, S. 192-94, 1913, S. 374-78;
Goth. gen. Tb. Frh. Häuser, 1855, S. 492-94, 1931, S. 367-69;
ÖBL;
Österr.-Lex. II, 1995;
Hist. Lex. Wien. |

Quellen
Qu Wiener Stadt- u. Landesarchiv, Biogr. Slg. 
PEREIRA-ARNSTEIN, Heinrich (Aaron) (I60978)
 

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